Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Schlafmurmel:

eine nachdenkliche Geschichte

Als wir nach den Sternen griffen von Theresa Herold

Eine bewegende und packende Geschichte voller Emotionen und Zeitgeschichte
"Als wir nach den Sternen griffen" erzählt eine wahre Begebenheit, die mich tief berührt und nachdenklich gestimmt hat. Die Recherche ist hervorragend, und die historischen Ereignisse wurden authentisch und emotional dargestellt.

Mehr als einmal musste ich beim Lesen schlucken, als ich erfuhr, was damals wirklich geschehen ist.
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: Judith, eine Mitarbeiterin der Botschaft der BRD in Prag, die sich um die immer zahlreicher werdenden DDR-Flüchtlinge kümmert, und Tobias, ein alleinerziehender Vater, der mit seiner dreijährigen Tochter Jasmin aus der DDR fliehen möchte, um in der BRD ein neues, freies Leben zu beginnen – ohne die Zwänge und Einschränkungen, die er in der DDR erleiden musste.
Besonders beeindruckend fand ich die geschickt eingewobene Liebesgeschichte, die dem Ganzen eine zusätzliche emotionale Tiefe verlieh. Als Tobias' Exfrau schließlich seine Tochter entführt, erreicht die Spannung ihren Höhepunkt – dieser Moment war unglaublich ergreifend. Das Gefühl der Erleichterung am Ende, als die erlösende Nachricht kommt, dass die Ausreise endlich genehmigt ist, hat mich regelrecht mitgerissen.
Eine wunderbare, tief berührende Geschichte, die nicht nur fesselt, sondern auch zum Nachdenken anregt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Schlafmurmel

Rezensionen von Buch_puttel:

Mehr als okay

Okaye Tage von Jenny Mustard

Ich habe mich förmlich verloren in diese wundervolle Geschichte. Da ich es als Hörbuch gehört habe, ein großes Kompliment an die Sprecherin!
Im Buch geht es um die Beziehung zwischen Sam und Luc. Ein ungleiches Pärchen, welches sich bei ihrem ersten Treffen "okay" fand, wohlwissend, dass sie sich nach einigen Tagen wieder trennen müssen.

Sam lebt in Schweden, Lucia London. Zwei Menschen, zwei Länder und viele Kilometer zwischen ihnen. Eine Liebesgeschichte auf Zeit sozusagen. Wir begleiten das Pärchen während ihrer gemeinsamen Zeit und auch während der Zeit, in der beide allein leben und nur aneinander dachten.
Ich habe etwas gebraucht um reinzukommen, als ich dann aber drin war, wurde es wunderbar. Wir begleiten das Pärchen auf ihrem Weg zueinander - und wieder weg von einander, immer mit einem leisen Unterton. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir wünschte, dass sie gemeinsam oder getrennt leben sollten. Ein sehr authentisches Paar in der aktuellen Zeit.
Ich mochte die Stunden gemeinsam mit der Sprecherin, Luc und Sam sehr.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Buch_puttel

Rezensionen von Nele33:

Identitätsklau

Stalker – Er will dein Leben. von Arno Strobel

"Stalker" des Autors Arno Strobel hat mich mit in die Welt des Identitätsklau auf Social Media, wie es jeden, der dort aktiv unterwegs ist, treffen kann. Auch wenn dieses Thema nicht neu in Thrillern ist, so hat Arno Strobel dieses spannend und mit einigen Wendungen umgesetzt.

Diesmal trifft es Eric Sander, der nach jahrelangen Engagement als Schauspieler eine Rolle in einem Tatort ergattert hat und vor seinem großen Durchbruch als Schauspieler steht.

Im Höhenflug taucht auf einmal bei Facebook account von ihm auf, der nicht gerade zimperlich mit seinen Fans umgeht. Gleichzeitig fühlt er sich beobachtet und bekommt Drohungen, die er überhaupt nicht zuordnen kann. Der Unbekannte fordert von ihm, einen Mord zu gestehen, ansonsten würden seine Frau und sein Sohn sterben. Eric glaubt, ein Spinner und Neider sei da am Werk, doch als dieser ihm Aufgaben, stellt, die seine Vergangenheit betreffen, stürzt seine gesamte Welt in sich zusammen.

Nach dem Lesen des Buches bin ich hin- und hergerissen, auf der einen Seite hat mich der Thriller gut unterhalten, auf der anderen war einiges doch leicht vorhersehbar. Der Einstieg war spannend gehalten und die Neugier wurde die mysteriösen Nachrichten und Geschehnisse geweckt. Die Suche Erics nach dem Ursprung der Drohungen, seine vagen Erinnerungen und die Albträume haben schlimmes erwarten und eintreffen lassen.
Der Schreibstil war wie gewohnt in kurzen und zum Weiterlesen anspornenden Sätzen ansprechend. Die Verzweiflung von Eric wurde sehr gut transportiert.

Insgesamt vergebe ich 4Sterne, da ich von Arno Strobel schon um einiges besseres gelesen habe.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33

Rezensionen von Buch_puttel:

Her mit Band 2 und 3!

Dirty Diana: Das Erwachen von Jen Besser; Shana Feste

Ich war skeptisch, den ersten Band einer Trilogie zu lesen - aber jegliche Zweifel sind gewichen! Von Seite eins an habe ich das Buch verschlungen.
Es geht um das Ehepaar und Elternpaar Diana und Oliver, seit einigen Jahren verheiratet und leben ein "ruhiges" Leben. Sie schlafen nur noch wenig miteinander, was beide unglücklich werden lässt.

Diana stößt auf Erinnerungen ihrer künstlerischen Phase: Kassetten mit schlüpfrigem Inhalt und wünscht sich, diese Interviews wiederholt führen zu können. Während Diana versucht ihre Vergangenheit neu aufflammen zu lassen, wird sie mit einer Erinnerung einer Liebelei konfrontiert.
Ich würde den Inhalt an der Stelle einmal so stehen lassen (Spoiler). Das Buch endete überraschend und macht absolut neugierig auf Band 2 und 3! Her damit!
Ich fand Diana sehr sympathisch beschrieben, mag ihre Ansichten und fühle mich ihr sehr verbunden. Da man durch dieses Buch fliegt, überlege ich nun, wie ich die Zeit bis zum nächsten überleben soll?

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Buch_puttel

Rezensionen von Sorko:

Ein schlimmer Ort am Rande der Alpen

In Zeiten des Todes von Luca D'Andrea

Mit diesem Krimi konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Die Sprache hat mich nicht mitgenommen, Bulldoggen und Mastini sind nicht mein Ding. Auch die Geschichte an sich fand ich ziemlich verwirrend. Eine Prostituierte wird ermordet und die Polizei ermittelt. Weitere Tote folgen. Wer kämpft da genau gegen wen, und finden die Hauptkämpfe nicht unter den sogenannten „Guten“ statt? Die Guten sind überhaupt nicht gut, Machtkämpfe in der Questura und in der Zeitung nehmen einen großen Teil der Geschichte ein.

Wer hat wen ermordet, und genau das wird auch am Schluss nicht so ganz klar. Für mich waren drei Viertel der Geschichte eher zäh zu lesen, im letzten Viertel kam dann doch noch Spannung auf, das Ende allerdings ließ noch Fragen offen. Die Geschichte hat mich nicht wirklich gefesselt, wie ich es eigentlich von einem guten Thriller erwarte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Sorko

Rezensionen von C.P.:

Beklemmend, aktuell und wichtig

Das Lied des Propheten von Paul Lynch

Beklemmend ab der ersten Seite und wirklich geschrieben, um hin- und hergerissen zu sein. Immer wieder musste ich das Buch pausieren und mich fragen, wie ich an Eilishs Stelle gehandelt hätte. Wäre ich früher gegangen? Was hätte ich an dieser Stelle getan, was hätte ich gefühlt, wie wäre ich damit umgegangen?

Die Atmosphäre ist wirklich unheimlich gut eingefangen und geht unter die Haut.

Beklemmung ist die treffende Beschreibung für das Gefühl, das ich das ganze Buch über hatte. Und Hoffnung, auch wenn diese mit zunehmendem Fortschritt der Handlung weniger wurde.
In einem Beitrag fiel das Wort "klaustrophobisch" und das passt wirklich gut zum Buch. Man ist gefangen zwischen den Seiten, merkt eine Bedrohung von überall und kann doch nicht aufhören, Eilish zu folgen.

Doch ab und an stolperte ich über sehr merkwürdige Formulierungen und Sätze, die einfach sehr unpassend wirkten und mich aus dieser beklemmenden Atmosphäre rissen. Ein Lächeln, das aus dem Kiefer auf den Boden rutscht zum Beispiel. Zum einen spannend, weil ich über solche sehr beschreibenden Formulierungen manchmal nachdachte und sie mir bildlich vorstellen wollte, zum anderen aber auch sehr ablenkend von einer Handlung, die diese Ablenkung nicht gebrauchen kann.
Gerade im ersten Drittel fand ich es dann doch eher störend, weil ich das Hörbuch pausierte, um nachzudenken und so wirklich ein paar Anläufe brauchte, um der Geschichte ohne Ablenkungen folgen zu können. Im letzten Drittel war dies gar kein Problem mehr, da fesselte mich die Handlung komplett an das Hörbuch.

Und so furchtbar die Handlung auch ist, irgendwie sind dann doch auch viele tröstende Stellen im Buch. Ganz klein, im großen Bild eigentlich kaum wahrnehmbar und ohne große Kommentare. Aber Eilish stößt mitunter schon auf Menschen, die helfen, auf Zusammenhalt. Auch wenn diese positiven Dinge im Schrecken einfach untergehen.

Was mich aber wirklich sehr gestört hat ist das Fehlen jeglicher Stellungnahme des Autors im Werk. Ich hoffe, dass ich es entweder überhört habe oder einfach nur in der Audioversion fehlt, die mir zur Verfügung gestellt wurde. Aber letztlich ist dieses Werk unteranderem deswegen so erfolgreich, weil es so aktuell und auf die reale Welt so leicht zu übertragen ist.
Dass dann mit keinem Wort das Leid, die Qual und Angst, die Not und das Überleben von Flüchtlingen anerkannt und geframet wird, ist mir echt sauer aufgestoßen. Ich möchte auf keinen Fall damit sagen, dass ich nicht glaube, dass der Autor dies nicht gemacht hat. Es fehlt aber einfach in diesem Buch, das mit einer möglichen Flucht über das Meer endet.
Ich bin der Meinung, dass Autor:innen über alles schreiben können und sollen, eben auch über Dinge, die sie (zum Glück) nicht selber erfahren mussten. Und natürlich sind Geschichten hilfreich, um einzelne Schicksale besser nachvollziehen zu können, die in einer Masse häufig untergehen.
Aber letztlich wird hier Profit aus einer Geschichte geschlagen, die für so viele Menschen Realität ist.

Für mich steht das Buch außerhalb eines Bewertungsrahmens. Da ich Punkte/Sterne vergeben muss, sit die volle Anzahl nur angemessen. Generell ist dies jedoch ein Buch, über das sich jede:r eine eigene Meinung machen sollte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von C.P.

Rezensionen von Mona:

Sehr, sehr, sehr, sehr spannend!

School of Beastly Island Band 1 - Gestrandet von Christian Tielmann

Der 10-jährige hat es quasi verschlungen und das, obwohl es doch zum Ende hin immer mehr Text wurde und nicht nur ein Manga war.
Der 10-jährige meint zum Buch:
Das Cover sieht schon sehr vielversprechend aus. Die Hauptcharaktere sind darauf schon zu sehen.
Das Buchcover ist schön Bunt, der Rest ist Farblos, das ist aber total okay.

Das am meisten verwendete Wort in der Geschichte ist "Freak", das ist irgendwie lustig.
Die Sätze sind gut leserlich geschrieben und ich finde es toll, dass es aber auch viele Bilder gibt.
Die Figuren finde ich gut, außer Poseidon, der hat mich genervt (der motzt zu viel).
Hinten im Buch steht, dass es 2025 einen zweiten Teil geben wird, darauf freue ich mich jetzt schon.
Ich habe mich darüber gefreut, dass am Ende des Buches noch zwei Leseproben waren, leider sind die beiden Geschichten aber nicht so mein Fall.
Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Mona

Rezensionen von C.P.:

Spannende Prämisse, Umsetzung leider nicht wie erhofft

Verbrannte Gnade von Margot Douaihy

Ich mochte den Schreibstil und Einstieg in die Geschichte wirklich gerne. Gleich zu Beginn liegt eine Anspannung in der Luft und die atmosphärischen Schilderungen und Beschreibungen der Umgebung ließen New Orleans sehr gekonnt vor meinem inneren Auge beim Lesen entstehen.

Das Buch ist in der Ich-Perspektive gehalten, was zum einen sehr spannend ist, um einen tieferen Einblick und ein besseres Verständnis für Schwester Holiday zu schaffen, indem immer wieder Rückblicke in ihre Vergangenheit und in ihre Gefühlswelt so möglich sind.

Zum anderen aber leidet die Perspektive etwas an Schwester Holidays Wahrnehmung. Die Beschreibung von Nebencharakteren ist mitunter sehr stereotyp, was ich damit erkläre, dass Schwester Holiday als Person diese Figuren so stereotyp wahrnimmt. Übersetzt bedeutet das natürlich auch, dass die Figuren einfach sehr stereotyp geschrieben sind. Ich bin mir nur unsicher, ob dies mit Absicht geschehen ist und es somit als Stilmittel dient oder ob die Figuren einfach nicht gut ausgearbeitet sind.
Auf Grund von Schwester Holidays Vergangenheit kann ich in Grenzen schon verstehen, wenn Personen eher stereotyp wahrgenommen werden von ihr und gleich in Schubladen gesteckt werden. Nachvollziehen kann ich ein solches Vorgehen natürlich nicht und ich fand es auch für die Geschichte nicht von Vorteil.
Die Nebencharaktere finde ich aus dem genannten Grund sehr austauschbar, wirklich in Erinnerung bleiben wird mir kaum eine Figur. Es sorgt auch nicht dafür, dass ich den zweiten Band, der bereits auf Englisch publiziert wurde, eine Chance geben würde.

Ich hatte mit ein wenig mehr Finesse gerechnet, schließlich betitelt sich Schwester Holiday selber als Detektivin. Diese Tätigkeit beschränkt sich leider sehr darauf, einfach nur mit ausgewählten Personen zu sprechen und dann lauter haltlose Verdächtigungen auszusprechen. Im Kern ist das, wenn auch etwas stümperhaft, schon "Detektivarbeit". Aber mit fehlt dabei einfach ein bisschen das Geheime. Als Leser:in kann man schwer miträtseln, da auch hier wieder die Perspektive sehr im Weg steht. Schwester Holiday ist eingeschossen auf einzelne Personen, also muss man als Leser:in mit dieser Wahrnehmung mitgehen und andere Möglichkeiten werden wenig ausgelotet. Für mich persönlich ist dies auch die größte Schwachstelle des Buches, denn ich rätsel gerne mit, wer als Täter:in in Frage kommen könnte.

Neben der gut eingefangenen Atmosphäre mochte ich die queere Repräsentation sehr in diesem Buch. Schwester Holiday ist ein sehr mehrdimensionaler und spannender Charakter, leider wird der Plot dieser wirklich guten Figur nicht ganz gerecht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von C.P.

Rezensionen von Michaela:

Düstere Spannung im eisigen Schweden

Wintersonnenwende von Pascal Engman; Johannes Selåker

Selten finde ich ein Cover und den dazugehörigen Farbschnitt so gelungen. Die Stimmung des Buches wird sehr gut getroffen. Wir befinden uns im bitterkalten schwedischen Winter, als in der Silvesternacht der Freier einer Prostituierten erschossen wird und diese gerade noch nackt fliehen kann. Tomas Wolf, der ermittelnde Kommissar, nimmt die Verfolgung des Täters auf, obwohl er selbst mit einigen Traumata kämpfen muss.

Auch die Journalistin Vera Berg beginnt mit der Recherche um eine Topstory abzuliefern.

Die Charakter-Darstellung von Vera Berg und Tomas Wolf sind meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Sie ehrgeizig, getrieben auf der Jagd nach der nächsten Story und dennoch werden auch einfühlsame Seiten von ihr gezeigt. Er schwer traumatisiert und mit sich selbst kämpfend und dennoch ein hervorragender Ermittler, furchtlos mit einem guten Gespür. Der Spannungsbogen wird weitestgehend über das gesamte Buch aufrechterhalten und es werden einige düstere und grausliche Situationen ausreichend detailliert beschrieben, um einen Thriller würdig zu sein. Für mich als Fan dieses Genres war das Lesen eine Freude.

Auch wenn es sich bei Wintersonnenwende um einen abgeschlossenen Fall handelt, schadet es allerdings nicht, den ersten Band zu kennen. Ich werde dies ehestmöglich nachholen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Michaela

Rezensionen von Eternal-Hope:

Berührend, authentisch und gut recherchiert

Suche liebevollen Menschen von Julian Borger

In "Suche liebevollen Menschen" erzählt Julian Borger die wahre Geschichte seines Vaters Robert "Bobby" Borger und einiger weiterer jüdischer Kinder aus Wien, die 1938/1939 etwa zwischen 8 und 14 Jahre alt waren und vor dem Holocaust gerettet werden konnten.

Nach der NS-Machtübernahme 1938 in Wien wurden bekanntlich die Bedingungen für die dort lebenden Juden immer schlimmer und viele suchten nach einer Möglichkeit, zu fliehen.

Leider war das sehr schwierig, weil kaum andere Länder bereit waren, die Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen Visas auszustellen.

So suchten einige Eltern verzweifelt nach einer Möglichkeit, zumindest ihre Kinder erst einmal in Sicherheit bringen zu können, und später hoffentlich nachzureisen, auch wenn das bedeutete, sich von ihnen trennen zu müssen und sie alleine mit dem Zug von dem Wiener Westbahnhof aus ins Ausland zu schicken, in ein ungewisses Schicksal, zu Pflegefamilien in Großbritannien, die sie nur aus ein paar Briefen kannten. In Großbritannien versuchten die Kinder dann, mit bescheidenen Sprachkenntnissen und meist ohne relevante Kontakte, ihr Möglichstes, um ihre Eltern auch nachkommen lassen zu können. Manche schafften es, andere nicht. Manche konnte später wieder mit ihrer Familie vereinigt werden, andere mussten später erfahren, dass ihre Angehörigen im Holocaust ermordet worden waren und nur sie überlebt hatten.

Die Großeltern von Julian Borger gaben also, so wie einige andere Eltern, im Manchester Guardian in Großbritannien eine Anzeige auf, in der sie ihre Kinder und deren Qualitäten anpriesen, in der Hoffnung, liebevolle Pflegeeltern für sie zu finden. So etwa die Kurzanzeige der Familie Borger im Original: "I seek a kind person who will educate my intelligent boy, aged 11, Viennese of good family. Borger, 5/12 Hintzerstrasse, Vienna 3."

Auf diese Anzeigen konnten sich nun Menschen aus Großbritannien melden, die bereit waren, eine gute Tat zu vollbringen und ein jüdisches Kind aus Wien bei sich als Pflegekind aufzunehmen und damit zu retten (und leider auch manche, die einfach nur eine billige Arbeitskraft suchten, die sie ausbeuten konnten). Robert Borger hatte Glück und landete tatsächlich bei liebevollen Menschen, und auch seine Eltern konnten später nach Großbritannien nachkommen. Er wurde erwachsen, heiratete, wurde selbst Vater von vier Kindern (eines davon der Autor) und Psychologe. Und doch nahm er sich später das Leben (ein spätes Opfer Hitlers, wie seine alte Pflegemutter bestürzt kommentierte), was seinen Sohn, neben all der Trauer, veranlasste, die Geschichte seines Vaters genauer zu erkunden und ihn erst die Details dieser erfahren ließ.

Julian Borger, der Sohn, hat keine Mühen gescheut, um neben der Geschichte seines Vaters und seiner eigenen Herkunftsfamilie auch möglichst viele Geschichten der anderen Kinder aus den Anzeigen im Guardian zu recherchieren und deren Lebenswege im Buch zu dokumentieren. Tatsächlich konnte er sieben weitere Kinder bzw. deren Nachkommen aufspüren und viele Informationen über deren Geschichten recherchieren: vereinzelt lebten diese selbst noch, ansonsten hatten sie ihren eigenen Kindern viel davon erzählt und manche sogar Interviews dazu gegeben, Tagebücher geführt oder Memoirs geschrieben.

So ist es ein sehr spannendes, berührendes und gut lesbares Buch geworden, in dem die Geschichten der insgesamt acht Kinder und ihrer Familien beim Lesen vor dem inneren Auge lebendig und nachfühlbar werden. Von den meisten Kindern und ihren Familien gibt es sogar Fotos im Buch, das schafft noch eine stärkere Verbindung zu ihnen.

Es ist ein Buch, das zu Tränen rührt, traurig und wütend macht, aber gleichzeitig auch Hoffnung gibt durch die Geschichten des Gerettet-Werdens, der Überlebens und der guten Menschen, die es auch in noch so dunklen Zeiten ebenfalls gibt, und die zur Rettung dieser Kinder beigetragen haben. Und es ist ein sehr aktuelles Buch, das nachdenklich macht nicht nur über diese dunkle Zeit vor vielen Jahrzehnten, sondern auch über die heutige Zeit und unseren Umgang mit Menschen, die flüchten müssen, über Abweisung, Unterstützung, Resilienz und transgenerationale Weitergabe von Traumata. Absolute Leseempfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Eternal-Hope