Kunden em pfehlungen
Rezensionen von very_lovesreading :
Spannender Auftakt
Serpent Queen 1. In Power She Rises von Christina Hiemer
Ein Buch, welches es definitiv in sich hat. Aufmerksam geworden bin ich durch das tolle Cover, ein absoluter Blickfang. Auch der Schreibstil enttäuscht den Leser nicht, er ist flüssig und fesselnd zugleich. Auch das Setting finde ich sehr spannend, da wir mehrere Orte und ihre Landschaft kennenlernen, die unterschiedlicher nicht sein könnte.
Die Geschichte handelt von Cahira, die in die Fußstapfen ihres Vaters treten möchte, um zur königlichen Garde, der Ferum, zu gehören. Dabei trainiert sie ihr ganzes Leben und wird dann als erste Frau in die Garde aufgenommen. Doch Cahira hat es von Anfang an nicht leicht und mit Vorurteilen und Anfeindungen zu kämpfen, vor allem auch durch den Prinzen Atlas. Doch ausgerechnet diesen soll sie als persönliche Leibwächterin beschützen. Als ein Attentat auf das Königspaar ausgeübt wird und dieses nicht überlebt, lässt Atlas Cahira in die Schlange Grube werfen. Wider Erwarten überlebt Cahira und ist durch die Schlange, die nun in ihr steckt, stärker denn je.
Natürlich gibt es in der Geschichte noch viel mehr, doch das müsst ihr selbst lesen.
Man konnte sich als Leser super in Cahira rein ersetzen, nach außenhin gibt sie sich als starke Kriegerin, obwohl sie einen weichen Kern hat. Sie passt sich schnell an ihre Gegebenheiten an und kämpft für ihr Ziel. Ob und wie sie das erreichen wird, bleibt mit einem fiesen Cliffhanger offen.
Ich konnte gut in die Geschichte eintauchen und es wurde auch sehr viel Spannung aufgebaut. Viele Elemente waren etwas vorhersehbar und hätten doch hier und da noch ein bisschen ausgeschmückt werden können. Jedoch freu ich mich auf den zweiten Teil und kann das Buch an jeden Fantasy Liebhaber empfehlen.
Rezensionen von Dana:
Wohlfühlgeschichte mit tollen Botschaften und liebevoll gestalteten Charakteren
Spellshop von Sarah Beth Durst
Kiela hat sich in ihrem geordneten Leben als Bibliothekarin mit all ihren Büchern und nur wenig Kontakt zu Menschen ziemlich wohlgefühlt. Sie wurde versorgt und musste sich nur wenig Sorgen machen solange sie ihren Aufgaben nachkam. Sie liebt ihre Arbeit und hat mit der sprechenden Zimmerpflanze Caz einen treuen, intelligenten Begleiter an der Seite.
Für Kiela hätte es gern alles so bleiben dürfen, wie es war. Bücher katalogisieren, Recherchen durchführen oder selbst durch sie Seiten schmöckern und spannende Dinge entdecken. Doch als die Unruhen in der Hauptstadt auch die Bibliothek erreichen, bleibt der jungen Bibliothekarin nichts weiter übrig, als zu flüchten. Gemeinsam mit Caz und einem Bruchteil ihrer geliebten Bücher schlägt sie sich mit einem kleinen Boot zur entlegenen Insel Caltrey durch und hofft, sich dort, in ihrem ehemaligen Elternhaus ein neues Leben aufbauen zu können. Allerdings gibt es einige Dinge, die sie dabei nicht bedacht hat und so wird die Zeit für sie auf verschiedene Weisen herausfordernd und lehrreich.
Auch wenn das Buch mit der Flucht von Kiela und Caz beginnt, ist es insgesamt doch eher ruhig und ein Wohlfühlbuch, in dem durchaus Wendungen enthalten sind, einige Herausforderungen auf die Protagonistin zukommen, es aber auch sehr viele schöne Momente gibt, in denen Zusammenhalt und wunderschöne Botschaften im Vordergrund stehen. Für mich hat das Buch vor allem durch das Zusammenspiel all dieser zauberhaften Augenblicke, in Kombination mit dem traumhaften Setting und den tollen Charakteren überzeugt. Es wird auch mal kitschig und zuckersüß, aber es ist so liebevoll gestaltet und liest sich einfach wundervoll durch den sehr angenehmen, mitnehmenden, bildhaften Stil, dass es mich nicht gestört hat.
Für Kiela beginnt auf Caltrey ein ganz neues Leben. In der Bibliothek hatte sie ihren geordneten Alltag, feste Aufgaben und wurde versorgt. Nun ist sie auf sich allein gestellt und kann auch nicht mehr so zurückgezogen leben, wie bisher. Ohne Kontakt zu anderen kann sie auf der kleinen Insel nicht bestehen. So ist sie gezwungen, sich mit anderen zu unterhalten, sie um Hilfe zu bitten und Hilfe anzubieten, denn so läuft es eben in der Inselgemeinschaft. Allerdings hat die junge Frau dabei immer im Hinterkopf, dass sie auch niemanden zu nah an sich heranlassen darf, schließlich hat sie etwas aus ihrem früheren Leben mitgenommen, das niemand entdecken darf. Andererseits hat sie so viel wertvolles Wissen in ihren Büchern, dass sie es auch nicht übers Herz bringt, diese komplett unter Verschluss zu halten. Dabei begibt sie sich in Gefahr, hat aber selbst nur Gutes im Sinn. Sie möchte helfen, dass es der Insel wieder besser geht und sich gleichzeitig eben auch selbst ein ruhiges, gemütliches Leben aufbauen.
Zunächst fand ich es fast etwas schade, dass man von der Rebellion in der Hauptstadt auf Caltrey so gar nichts mehr mitbekommt. Aber mich hat der Zauber der Insel dann auch einfach gefangen genommen und die Unruhen werden im Verlauf hier und da noch mal thematisiert, auch wenn es nicht Hauptbestandteil der Handlung wird.
Kiela und Caz sind ein tolles Team. Das Spinnkraut ist etwas ängstlich, aber treu an Kielas Seite, hat clevere Ideen, hilft wo er kann und durchschaut so manche Situation sogar schneller als die menschenscheue Bibliothekarin. Mit den beiden gibt es immer wieder auch Augenblicke zum Schmunzeln, nicht nur weil beim Anwenden ihrer Zauber mal was schiefgeht. Ich habe beide sehr schnell ins Herz geschlossen.
Ich mochte die Protagonistin aber auch in Kombination mit den Inselbewohnern sehr gern. Nach und nach lernt man sie alle besser kennen, bekommt Macken und Stärken mit und bekommt ein Gespür dafür, wer hilfreich und wer eher gefährlich sein könnte. Besonders schön fand ich, dass viele von ihnen so bedingungslos zusammenhalten, teilweise auch ohne nachzufragen. Wenn jemand Hilfe braucht, dann bekommt er sie, Punkt. Dankbarkeit, Toleranz und Zusammenhalt wird auf Caltrey großgeschrieben. Integriert in Kielas Neuanfang ist auch eine Liebesgeschichte, die sich mit der Zeit entwickelt, auch wenn früh klar ist, dass es sie geben könnte. Für die Bibliothekarin waren solche Dinge zuvor allerdings kein Thema, schließlich hat sie Menschen gemieden und schützt nun ihre Geheimnisse. Etwas unbeholfen und manchmal schwer von Begriff ist Kiela daher in den Begegnungen mit dem Seepferd-Züchter. Ich mochte die beiden aber echt gern zusammen, vor allem weil man mit der Zeit merkt, wie sich da etwas entwickelt, die beiden aber noch zu schüchtern und unsicher sind, ob das nun wirklich beide so sehen.
Im Buch stecken so viele tolle Ideen, fantastische Wesen und Magie. Ich mochte das Mondsichel Inselreich total gern, es gibt einiges zu entdecken und das Zusammenspiel all dieser Dinger funktionierte für mich sehr gut. Man kann Kielas Entwicklung begleiten, wie sie immer mehr lernt, herausfindet, sich einlebt, sich Freundschaften entwickeln, sie Teil der Gemeinschaft wird, sie ihre Scheu ablegt, sich ausprobiert, Erfahrungen macht, über Missgeschicke lächeln kann und sie einfach mutiger und selbstbewusster an viele Dinge herangeht. Was nicht heißt, dass sie von heute auf morgen total sicher und unerschütterlich ist. Ich empfand ihre Weiterentwicklung als nachvollziehbar dargestellt. Manche Aspekte werden aus der Not heraus geboren, andere entwickeln sich aufgrund der Unterstützung der Inselgemeinschaft einfach schneller, als es sonst vielleicht der Fall gewesen wäre. Einige Sachen müssen auch einfach angegangen werden, manchmal bleibt auch nicht viel Zeit für Grübeleien und Angst. Besonders zum Ende der Geschichte hin gibt es dann noch mal ein paar mehr Schwierigkeiten, mit denen Caltrey fertig werden muss. So dass auch noch mal etwas Spannung aufkommt. Insgesamt lebt das Buch aber von anderen Elementen.
Fazit
Ein Wohlfühlbuch, das mich von Beginn an mitgenommen und mit dem Zauber der einzelnen Elemente auch nicht wieder losgelassen hat. Ich mochte das Zusammenspiel der liebevoll ausgearbeiteten Charaktere, all die fantastischen Ideen, Magie, wundervolle Botschaften, Entwicklungen, ein traumhaftes Setting das man sich durch die detaillierten Beschreibungen gut vorstellen kann, Augenblicke zum Schmunzeln und viele, die das Herz wärmen. Der Schreibstil passte für mich richtig gut, ich fühlte mich umhüllt vom Zauber der Handlung.
Rezensionen von Lerchie:
Unbefriedigendes Ende
Der Buchhändler von Petra Johann
Der vierundreißigjährige Erik verlässt seine Heimat und übernimmt in einer bayrischen Kleinstadt eine Buchhandlung. Es scheint alles gutzugehen, doch dann verschwindet die Tochter eines neuen Freundes. Die Grundschülerin ist nicht in ihr Elternhaus zurückgekehrt. Eine große Suche beginnt. Judith Plattner, ihres Zeichens Hauptkommissarin die eigentlich nie mehr in die Ermittlung wollte, übernimmt den Fall.
Hinweise, dass jemand aus dem Umfeld des Kindes verantwortlich für sein Verschwinden ist, verdichten sich. Und schon bald gerät Erik in den Fokus, denn jemand macht eine Entdeckung mit fatalen Folgen.
Meine Meinung
Das Buch ließ sich gut lesen, denn es barg keine Unklarheiten im Text, die meinen Lesefluss gestört hätten. In der Geschichte war ich schnell drinnen und konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. In Erik, von dem ich erst späte erfuhr, weshalb er die Stadt seiner Kindheit verlassen und woanders einen Neuanfang gewagt hat. Nur hat es ihm letztendlich nichts genutzt. Aber davon nicht mehr, denn dann würde ich spoilern. Ich muss sagen, dass das Buch sehr spannend war, auch wenn es sich stellenweise etwas zog. Es hat mich trotzdem gefesselt und als ich am Ende erfuhr, wer der Täter war, war ich doch etwas überrascht. Trotzdem war ich mit dem Buch letztendlich nicht zufrieden, denn das Ende war kein richtiges Ende, sondern es blieben einige Fragen offen. Ich kann hier jetzt leider nicht schreiben, weshalb es mir nicht gefiel, denn dann würde ich ja alles verraten und das will ich nicht. Es soll ja Leser geben, welchen ein offenes Ende nichts ausmacht. Allerdings stört mich das enorm, und ich bin daher mit dem Ende mehr als unzufrieden. Ich würde ja gerne sagen warum, aber dann würde ich ja wie gesagt alles verraten, daher muss der Leser dieser Rezension mit dieser Auskunft vorliebnehmen. Ich kann nur sagen, dass das Ende so ist, als würde noch ein weiterer Band über dieses Verbrechen folgen. Daher ziehe ich von meiner Sternebewertung einen Stern ab und vergebe nur vier Sterne. Außerdem kann ich das Buch nur den Lesern weiterempfehlen, welchen ein derart offenes Ende nichts ausmacht.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Enttäuschend und banal
Mordscoach von Lilli Pabst
Eine Psychotherapeutin als Mörderin, das klang nach einer spannenden Geschichte!
Leider ist die Geschichte aber äußerst enttäuschend umgesetzt. Sophie, die Therapeutin, mordet munter vor sich hin, eine Person nach der anderen, und niemals ist ihr die Polizei wirklich ernsthaft auf der Spur. Die Morde passieren auch so leicht, dass es fast schon unglaubwürdig wirkt, wie eine als zierlich beschriebene Person das körperlich zustande bringen soll, schließlich sind die meisten Ermordeten kräftigere Männer.
Wenn man gar nichts über Psychologie weiß, könnten vielleicht die eingeflochteten Bemerkungen über Psychologie und Psychotherapie ganz interessant sein. Wenn man sich mit dem Thema ein bisschen auskennt, bleiben aber auch diese auf sehr banalem Niveau und es geht sehr viel um Klischees und Küchenpsychologie.
Dazu endet das Buch noch an einer unerwarteten Stelle und hat keinen wirklichen Schluss... ich habe extra nachblättern müssen, ob da außer Werbung noch etwas kommt, kam aber nichts mehr.
Das Buch ist also leider nicht wirklich gut gelungen, nicht sehr spannend und interessant, die Charaktere eher flach gezeichnet und es eignet sich bestenfalls als anspruchslose Unterhaltung an einem Tag, an dem man mit Fieber im Bett liegt und nicht so viel nachdenken möchte und kann.
Rezensionen von MarcoL:
Der Kampf um mehr Frauenrechte in Italien! Literarisch genial umgesetzt!
Was wissen sie vom Freisein von Viola Ardone
Würde man das Buch ohne das Wissen lesen, wo die Geschichte spielt, könnte man irrtümlich auf den Gedanken kommen, wir befänden uns im tiefsten Islam. In einem Land, in welchem junge Mädchen, die gerade die biologische Schwelle zur Frau überschritten haben, von ihren Eltern weggesperrt und verschachert werden wie ein Stück Vieh.
Diese nur in Begleitung Erwachsener oder des Bruders das Haus verlassen dürfen. Den jungen Frauen wird ein paar Tage vor der Hochzeit ihr „Auserwählter“ präsentiert. Aber die Handlung spielt nicht in einem vom radikalen Islam geführten Staat, sondern im hochkatholischen Sizilien im Jahre 1960. Wenn ein junger Mann meint, er will unbedingt ein Mädchen ehelichen, es ihm aber nicht versprochen wird, dann vergewaltigt er es einfach. Verspricht danach die Ehe und er geht straffrei. Das Gesetz war in Italien bis 1981 auf Seite der Triebtäter und Verbrecher. Einzige Ausflucht: der Ehrenmord. Das Leben der Frau war trotzdem zerstört.
S.11: „Die Frau ist eine Vase: Wer sie zerbricht, der nimmt sie, sagt meine Mutter immer. Ich wäre lieber ein Junge geworden …“
Dieser sehr ergreifende Roman handelt von Olivia, die in Sizilien auf dem Land aufwächst und den oben beschrieben strengen Regeln unterworfen ist. Ihre Mutter ist streng, keift den ganzen Tag nur herum, versucht das eng geschnürte Korsett an Verhaltensmustern aufrecht zu erhalten, obwohl sie selber in ihrer Jugend ein Freigeist war. Nur selten zeigt sie ihre Zuneigung. Ihr Vater ist da anders, diplomatischer, hält zu seiner Tochter, fragt sie, was sie möchte, setzt sich für sie ein.
Doch das ganze tratschende Umfeld macht Familienentscheidungen nicht einfach, schnell wird man zum Außenseiter. Abtrünnig, nur weil man ein klein wenig anders ist, anders denkt. UND: sich vor allem für die Rechte anderer Frauen einsetzt: ABER: Was wissen sie schon vom Freisein? – besser könnte der Titel des Romans nicht lauten.
Lieber nichts ändern, es war ja schon immer so. Wir haben es auch überlebt. Und Liebe? Zuwas?
Das Patriarchat wird als gegeben angenommen.
S.60: „Worte waren Waffen. Und nicht nur Fremdwörter, sondern auch die ganz gewöhnlichen Wörter aus dem Mund der Einfältigen“
S.85: „Ich sitze in einer Ecke und knabbere nervös an den Fingernägeln, während sie über mich reden wie über ein Stück Vieh, das zur Paarung geführt wird.“
Olivia droht im Sumpf der Patriarchen zu versinken wie ihre Schwester, die vom Ehemann geprügelt und weggesperrt wird. Aber mit Hilfe ihrer einzigen Freundin Liliana, Tochter des Kommunisten Calò, schafft sie es, ihr Haupt erhoben zu tragen.
Viola Ardone hat mit diesem Roman ein einfühlsames wie wütend machendes Buch verfasst, das den Finger tief in die große Wunde namens Patriarchat legt und dort drinnen herumwühlt. Es ist quasi eine Geschichte über die Entwicklung der Rechte der Frauen. Über den Kampf ein paar weniger, mutigen Frauen, sich vom Zwang der Gesellschaft zu befreien für das Wohl aller. Die Sprache ist direkt, schnörkellos. Man kann sich sehr gut in die Lage der Ich-Erzählerin Olivia hineinversetzen, leidet und kämpft mit ihr.
Mich hat das Buch nachhaltig beeindruckt und ist ein weiteres Mahnmal im Kampf gegen das Patriarchat und frauenfeindliche Strukturen. Für mich ein Jahreshighlight und gerne gebe ich eine absolute Leseempfehlung.
Rezensionen von Martha:
Äußerst interessantes Buch mit Charme
Herz verfehlt, Arsch getroffen von Laura Roth
Das Buch hat mich sofort in den Bann gezogen. Es ist fesselnd, humorvoll, interessant und sollte in keinen Bücherregal fehlen.
Ich freue mich schon auf das nächste Buch von Laura Roth.
Rezensionen von ReiShimura:
Ein Missverständnis kommt selten allein
Jingle Bells Kiss von Lilac Mills
Der Klappentext versprach einen leichten Roman mit großen Gefühlen und einigem Chaos. Und er hat nicht zu viel versprochen.
Daisy, die Protagonistin des Buches scheint vom Pech verfolgt zu sein. Denn was in ihrem Leben auch nur schief gehen kann, geht auch schief. Klingt schon nach einer Menge Probleme, die durch Daisys leicht naive Art und ihre eher pessimistische Einstellung noch verschlimmert werden.
Das Buch ähnelt im Aufbau den vielen romantischen Komödien, die in der Weihnachtszeit sehr beliebt sind. Von Anfang an ist klar, dass die beiden Hauptpersonen füreinander bestimmt sind und perfekt zueinander passen. Das Leben wird ihnen aber durch einen Haufen Missverständnisse erschwert und so dauert es doch länger als geplant, bis das erhoffte Happy End eintritt. So weit, so bekannt. Wer sich öfter so eine Komödie anschaut oder ein entsprechendes Buch liest, weiß einfach worauf er sich einlässt, und erwartet keine hohe Literatur.
Jingle Bells Kiss ist ebenso ein leichter, romantischer Weihnachtsroman und dies meine ich in keinem Fall abwertend. Autorin Lilac Mills hat vielleicht ein wenig zu oft in die Klischeekiste gegriffen, aber dafür hat sie auch herrlich skurrile Charaktere erschaffen. Gerade Daisys Familie und vor allem die Familiendynamik habe ich sehr amüsant gefunden, wenn auch natürlich alle Personen ein wenig überspitzt dargestellt wurden.
Die Chemie zwischen den beiden Hauptpersonen Noah und Daisy war für mich auch spürbar. Manche Missverständnisse und Probleme, mit denen die beiden kämpfen mussten, empfand ich als sehr amüsant. In anderen Stellen waren die Missverständnisse aber dann schon ein wenig zu viel, zu erzwungen und zu übertrieben.
Der Schreibstil war angenehm zu lesen und ich konnte schnell in die Geschichte hineinfinden. Auch die Kapitellänge war meiner Meinung nach gut gewählt.
Wer auf der Suche ist nach einer romantisch-kitschigen Lektüre für die Vorweihnachtszeit wird hier definitiv fündig.
Rezensionen von begine:
Die Welt der Astronaten
Umlaufbahnen von Samantha Harvey
Samantha Harvey lädt uns in ihrem Roman Umlaufbahn in das Weltall ein.
Vier Astronauten und zwei Kosmonauten fliegen in ihre Raumkapsel um die Welt.
Die Autorin hat das ganz gekonnt geschaffen. Nach einer kleinen Zeit des Warmwerden konnte ich mich gut mit der Geschichte arrangieren. Es ist ein ruhiges Buch.
Es geschehen keine weltbewegenden Dinge. Die Personen lassen uns an ihre Gedanken und Erinnerungen teilnehmen. Es war interessant zu lesen, das die japanische Astronautin gerade in der Zeit, ihre Mutter verliert und wie die Trauerzeremonien in Japan stattfinden. Außerdem erfährt man, wie sich alle fit halten.
Der Roman liest sich gut und ich mag ihn gerne weiter empfehlen.
Rezensionen von Arambol:
Irgendwie außergewöhnlich anders
Wir finden Mörder von Richard Osman
"Rechne stets mit dem Schlimmsten, dann bist du für alles gewappnet."
Zugegebenermaßen, der Einstieg in diesen Kriminalroman ist mir etwas schwer gefallen. Zu viele handelnde Personen und die ständig wechselnden Schauplätze haben mich anfänglich leicht verwirrt. Doch hat man, ungefähr nach mindestens hundert Buchseiten, eine erste zarte Vermutung, um was es in etwa vielleicht gehen könnte, macht die Lektüre irgendwie Spaß.
Wer ist Opfer, wer ist Täter? Und warum eigentlich?
Klingt kompliziert? Und ja: ist es auch!
Eine Personenschützerin, eine reiche und erfolgreiche Thrillerautorin sowie ein Ex-Kriminalkommissar müssen sich als Ermittlertrio zusammenfinden, um möglichst schnell mehrere Morde an Influencern aufzuklären, bevor sie selbst in tödliche Gefahr geraten.
Die Kriminalgeschichte bleibt durchweg unübersichtlich, die Verflechtungen der
vielen Charaktere undurchsichtig, fast nicht nachvollziehbar. Trotzdem sind die unterschiedlichen Protagonisten von R. Osman wunderbar detailliert und sehr individuell ausgearbeitet.
Auch für einen stets angenehm hohen Spannungsbogen ist gesorgt, denn mit absoluter Regelmäßigkeit gibt es weitere Mordopfer.
Die zumeist äußerst kurzen, temporeich geschriebenen (über einhundert!) Kapitel lassen sich flüssig lesen. Die Dialoge kommen mitunter wunderbar britisch trocken und humorvoll daher. Diese bisweilen fast sinnfreien, auf die Spitze getriebenen Wortgefechte sind dabei gleichzeitig unterhaltsam originell.
Fazit
Die Handlung an sich ist abgedreht. Die häufig wechselnden Schauplätze und die vielen Protagonisten strengen beim Lesen schon ordentlich an und machen es mühsam, sich zurechtzufinden.
Der trockene Humor kann gefallen, und gerade und nur deshalb hat mich der Roman "Wir finden Mörder" von Richard Osman streckenweise angenehm kurzweilig unterhalten.
Rezensionen von Internetmaus:
Grenzenlose Träume
Herrliche Zeiten - Die Himmelsstürmer von Peter Prange
Endlich halte ich wieder ein Buch von Peter Prange in den Händen. Der Schriftsteller hat mich mit seinen Werken immer wieder begeistert. Er hat einen flüssigen und anschaulichen Schreibstil.
Es ist das Jahr 1870. Der deutsch-französische Krieg ist vorbei. Aber, wie immer schon, in den Köpfen der Menschen wirken die Ereignisse nach.
Vicky erlebt einen lautstarken Streit. Ein französischer Koch und ein deutscher Bauleiter schreien sich an. Beide sind im Hotel tätig und ein paar Jahre älter als sie, die sich einmischt.
Durch diesen Zufall lernen sich die drei jungen Menschen im böhmischen Kurort Karlsbad kennen. Sie können unterschiedlicher nicht sein. Vicky, die 17-jährige Tochter einer angesehenen Londoner Familie. Diese möchte gern einen Tunnel unter den Ärmelkanal bauen. Gemeinsam mit ihrer Mutter, deren Bruder und standesgemäß, ihrer Gouvernante, ist sie auf Europareise. Es ist ihr Geburtstagsgeschenk. In einen Grandhotel des Kurortes lassen sie sich verwöhnen.
Auguste Escoffier, der französische Koch möchte das die Gäste sein Essen genießen und ein Geschmackserlebnis haben. Kleine Gänge und keine Völlerei, sind seine Vision. Der dritte im Bunde ist der große blonde Paul Biermann. Ein junger Berliner Architekt. Alle haben Träume für ihre Zukunft. Sie sind der Überzeugung, das herrliche Zeiten auf sie zukommen.
In historische Ereignisse verwoben begleiten wir diese drei auf ihrem weiteren Weg. Für ihre Visionen müssen sie viele Kompromisse eingehen. Die beiden jungen Männer haben es auf Grund ihrer Herkunft nicht einfach. Doch auch bei Vicky gibt es Turbulenzen.
Das Buch mit den alten Fotografien auf den Innenseiten ist sehr schön gestaltet.
Der Handlungsaufbau in drei Teile hat mir gut gefallen. Die Kapitel sind kurz gehalten. Einige Beschreibungen aber langatmig. Normalerweise fesseln mich die Bücher von Peter Prange ab der ersten Seite. Hier hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten. Trotz seiner guten Ausdrucksweise überzeugte mich dieser Roman nicht sofort.
Ab dem zweiten Teil, der im Jahr 1876 beginnt, wurde es dann lehrreich und spannender. Jetzt war ich von der Handlung gefesselt. Der Autor versteht es wieder historisches und fiktives miteinander zu verbinden. Er zeichnet ein wunderbares Bild der damaligen Zeit. Auf die Fortsetzung bin ich gespannt.











