Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Nebelabenteuer
Im Nebel ist alles anders von Bettina Wagner
Nellie, die wir schon auf dem Cover sehen, sitzt in ihrem Zimmer zusammen mit einigen recht großen Schmusetieren. Durch das große Fenster schauend, sehen wir nur grau. Auch Nellie wundert sich, dass es so dunkel geworden ist. Das Grau hinter der Scheibe ist jetzt noch dunkler geworden und die “ Sonne scheint nicht mehr.
“ Da zieht Nellie sich schnell an und geht in den Nebel, den sie nicht fühlen kann. So stößt sie mit dem Fuß an einen Stein und wundert sich über einen Hügel, der sich als Vaters Auto entpuppt. Wie ein Turm ragt die Laterne vor Nellie auf. Weil auch die Geräusche so gedämpft sind, wird Nellie ängstlich und ist froh ihren Freund Oskar zu treffen, der auch alleine im Nebel unterwegs ist. Die beiden finden den Weg zu Nellies Haus und dort bietet Nellies Mutter ihnen einen Kakao an.
Die Geschichte ist wird in sehr schönen Worten erzählt und der Nebel wird auch bildlich gut dargestellt. Um Nellie herum sind ständig ihre Tiere, ohne dass sie in der Geschichte eine Rolle spielen. Was mich verwundert ist, dass sowohl Nellie als auch Oskar einfach allein, ohne Bescheid zu geben, draußen herumlaufen. Von der Mutter sehen wir nur den Arm, der die Kakao-Tasse hereinreicht. Beide sind am Ende froh wieder zu Hause zu sein, finden „Aber aufregend war es doch im Nebel.“
Rezensionen von Daggy:
Graphic Novel zum Nachdenken
Zeit heilt keine Wunden von Hannah Brinkmann
Ernst Grube über dessen Leben diese Graphic Novel erzählt ist als alter Mann auf den Cover abgebildet. Neben den Judenstern ist sein Mitgliedbuch der KPD und ein Abzeichen der FDJ abgebildet. Zunächst ist ein Zitat von Gerty Spies übet „Des Unschuldigen Schuld“ abgedruckt, dass mich wieder sehr nachdenklich macht.
Der erste Teil des Buches ist „Die Kindheit überleben“ überschrieben. Herr Grube erzählt Schüler*innen eines Gymnasium von sich. Einige große Illustrationen bilden verschlungen menschliche Augen ab, dazu ist eine Verordnung aus dem Jahr 1935 zu lesen, die beschreibt, wer zu dieser Zeit als Jude gilt. Clementine Grube, Ernsts Mutter, wirkt mit ihrer Brille sehr streng. Sie ist mit einem Arier verheiratet und hat mit ihm drei Kinder, die beiden großen Jungen und ein Mädchen, das im Laufe der Erzählung geboren wird. Hier taucht zum ersten Mal der Hahn auf, der im weitesten Sinne für die Nazis steht. Da die Wohnsituation für die Familie immer schwieriger und die Nahrungsbeschaffung immer schlimmer wird, entscheiden sich die Eltern ihre Kinder in eine jüdisches Kinderheim zu geben. Hier werden die Kinder sehr gut versorgt und die Erzieherin ist sehr gewissenhaft. Die Illustrationen werden zu Ende immer krasser und aufrüttelnder. Am Ende sehen wir die Sowjetische Fahne und den Satz „Wir sind frei.“
Im zweiten Teil wird „Eine deutsche Karriere“ geschildert, er geht um den Juristen Kurt Weber, den seine jüdische Verlobte verlässt, weil ihm seine Kariere wichtiger ist als alles sonst. So tritt er, trotz seiner Bedenken in die NSDAP ein und fordert Urteile im Namen des NS-Staates. Doch er schafft es nach Ende der NS-Zeit als „Entlasteter“ anerkannt zu werden.
„Der lange Prozess“ berichtet vom inzwischen erwachsenen Ernst Grube, der sich in der FDJ verstanden und anerkannt fühlt. So wird der als verheirateter Mann und Vater Flugblätter in der inzwischen verbotenen KPD transportieren. Er wird angeklagt und trifft so auf den Richter Kurt Weber.
Einiges in diesem Buch war für mich unbekannt und wenn ich inzwischen weiß, dass dieselben Menschen in der NS-Zeit und danach Ämter bekleideten, wurde diese Geschichte doch intensiver geschildert, schon aufgrund der vielen aufrüttelnden Bilder. Und sie Frage, wie hätte ich mich verhalten? Bleibt wieder lange Zeit im Kopf.
Rezensionen von Anja:
Spannende, wendungsreiche Geschichte (4,5)
Dynasty of Hunters, Band 1 - Von dir verraten von P. J. Ried
Optisch gefällt mir dieses Buch unglaublich gut – aber auch der Inhalt hat mich überzeugt mit einer guten Mischung aus Spannung, Dramatik und Emotionen.
Eine der wichtigsten Entwicklungen der Story spoilert der Klappentext bereits – Laelia, eine Adlige, die zur Jägerin ausgebildet wurde, wird zur Gejagten.
Ihr Jäger ist ihr Freund Laurent, mit dem sie sich eine gemeinsame Zukunft gewünscht hatte. Doch nun wird einer von ihnen unweigerlich zum Verlierer werden und sein bisheriges Leben aufgeben müssen.
Lias Los kommt nicht überraschend, die Umstände sind es dafür umso mehr. So sehr sie mit ihrem Schicksal hadert, das Los ist Gesetz und Lia fügt sich in ihre neue Rolle, bereit, dennoch für ihre Träume zu kämpfen und einen Weg zu finden, ihr Leben mit Laurent zum Guten zu wenden.
Es entwickelt sich zunächst eine recht typische Geschichte: Mädchen aus gutem Haus lernt Menschen kennen, die kein so privilegiertes Leben führen und zum ersten Mal macht sie sich Gedanken über ihre eigene Lebensweise und das System, das – wie zu erwarten – unfair gegenüber allen sind, die nicht den Fürstenhäusern angehören.
Aber dies ist nicht das Einzige, worüber Lia im Verlauf ins Grübeln gerät. Trotz ihrer Ausbildung stellt die Insel sie vor viele Schwierigkeiten, schließlich hatte sie gelernt, Spuren zu lesen, nicht sich zu verbergen. Sie muss ganz neue Strategien entwickeln. Lia versteckt sich, kundschaftet aus und wird in verschiedene Konflikte hineingezogen. Und sie schließt unerwartete Freundschaften. Je mehr sie erlebt und erfährt, desto mehr verändern sich ihre Wahrnehmung und ihre Ziele.
Da die Jagd auf wenige Tage und eine Insel begrenzt ist, kommt es immer wieder zu brenzligen, actionreichen und aufregenden Situationen beim Aufeinandertreffen von Jägern und Gejagten, sodass das Buch trotz zwischenzeitlich ruhigerer Passagen insgesamt durchweg sehr fesselnd ist.
Manche Entwicklungen sind vorhersehbar, andere Zusammenhänge kommen überraschend. Besonders im letzten Drittel steigen Tempo und Dramatik stark an und die Auflösung der Intrigen und Geheimnisse habe ich nicht kommen sehen.
Was ich noch nicht ausreichend beschrieben fand, ist das Magiesystem. Es gibt fünf Fürstenhäuser unterschiedlicher Farbe, die einen anderen Menschen zeichnen können und ihn damit zu ihrem Eigentum machen. Eigentlich haben die Farben unterschiedliche Kräfte: beispielsweise Einfluss auf den Körper, die Erinnerungen oder Emotionen… Bei den Zeichnungen, die stattfinden, hatte ich aber das Gefühl, dass diese Bereiche nicht klar voneinander abgegrenzt sind (wenn beispielsweise jemand etwas tun und es dann vergessen soll = Einfluss auf Körper und Erinnerung?). Daher hoffe ich, dass sich dies im nächsten Band noch etwas klarer darstellt.
Zudem hätte ich mir eine Karte gewünscht, um einen Eindruck von Größe und Lage der Länder zu erhalten.
Was mir richtig gut gefallen hat, sind die fantasievollen, detaillierten Beschreibungen der Insel, auf der die Jagd stattfindet. Dort gibt es lauter ungewöhnliche Tiere und Pflanzen, die die Teilnehmer zusätzlich in unerwartete Schwierigkeiten bringen und immer wieder für Überraschungen sorgen.
Das offene Ende ist so spannend, dass ich sehr neugierig auf die Fortsetzung bin.
Fazit
Spannende, ereignisreiche Jagd in einem fantasievoll ausgearbeiteten Schauplatz. Protagonistin Lia macht im Verlauf eine deutliche Entwicklung durch und hinterfragt ihr Leben und die Absichten ihres Umfelds. Intrigen und Verrat stehen (neuen) Freundschaften gegenüber und sorgen für so manchen dramatischen Konflikt. Das Land und das Magiesystem hätten ausführlichere Beschreibungen benötigt.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Calder Academy
Sweet Nightmare von Tracy Wolff
Nachdem ich die Katmere-Academy Reihe der Autorin Tracy Wolff sehr gern gelesen habe, war ich sehr gespannt auf den Auftakt zur neuen Reihe, die in der Calder Academy spielt. Wer in der vorangegangenen Serie aufgepasst hat, hat auch schon einmal von ihr gehört - und wird einige bekannte Gesichter wiedersehen.
Erzählt wird die Handlung aus der Sicht von Protagonistin Clementine, Schülerin und Tochter der Rektorin der Academy. Dabei befinden wir uns in der gleichen paranormalen Welt, in der auch die Katmere-Academy Reihe spielte - nur sind hier viel mehr und bisher undbekannte Paranormale vertreten. Es hat mir gefallen, dass die Welt ein wenig facettenreicher wurde, allerdings sind hiermit auch viele Fragen, die für mich noch offen und ungeklärt sind, aufgekommen. Hier hoffe ich auf die weiteren Bücher der Reihe, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Clementine ist eine interessante Protagonistin, die mir auf Anhieb sympathisch war. Auch Jude, der eine größere Rolle einnimmt und im Epilog Erzählstimme ist, war mir sympathisch. Die Protagonist:innen waren nicht zu eindimensional und platt dargestellt, auch die Nebencharaktere waren ausreichend gut porträtiert.
Die Handlung als solche hat mir gut gefallen, wirkte an der ein oder anderen Stelle jedoch auch etwas zu sehr in die Länge gezogen. Insgesamt habe ich immer wissen wollen, wie es weiter geht und das Buch innerhalb kurzer Zeit ausgelesen gehabt. Sprache und Schreibstil in Übersetzung durch Michelle Gyo lasen sich gut und zügig. Die Autorin arbeitet hier viel mit englischen Wortwitzen, die gut in die Übersetzung eingearbeitet wurden - so blieb vieles sehr authentisch.
Ich freue mich auf den kommenden Band, um noch mehr über diese paranormale Welt zu erfahren.
Rezensionen von Anja:
Spannender, packender Auftackt
Mondia-Dilogie 1: Silent Secrets von Alexandra Flint
Die Geschichte konnte mich von Beginn an fesseln. Schon der traurige Prolog wirft erste Fragen auf. Und es werden viele weitere folgen.
Remy liebt ihren Job in ihrer kleinen Werkstatt und im Blumenladen ihrer Schwester. Dennoch hat sie manchmal das Gefühl, das irgendetwas nicht stimmt und ist sich unsicher, was sie mit ihren Leben anfangen soll.
Eine Begegnung mit Kasimir stürzt Remys Leben ins komplette Chaos. Sie erfährt von ihrer wahren Herkunft und dass sie die letzte Erbin zum Schutz der Mondia, der Weltenbibliothek, ist. Aber noch bevor Remy Antworten auf all ihre Fragen stellen kann, wird sie bereits von Feinden verfolgt…
Remy und Sim schildern abwechselnd das Geschehen aus der Ich-Perspektive, was ganz unterschiedliche Einblicke liefert. Während Remy nichts von ihrer Herkunft und der Weltenbibliothek wusste, führt Kasimir ein Leben unter den Straßen von Paris an einem Ort, von dem nur wenige Menschen wissen. Nach und nach weiht Kasimir Remy in die Geheimnisse der Mondia. Richtig viel Zeit hat Remy nicht, alles zu verarbeiten, schließlich sitzen ihnen nicht nur ihre Feinde im Nacken, sondern sie arbeiten auch gegen die Zeit, denn die Mondia ist wichtig für das Gleichgewicht der Welt und dieses gerät mehr und mehr aus den Fugen.
Das drohende Unheil und die ständige Gefahr, in der die Figuren schweben, sorgt für eine konstante Spannung in dieser turbulenten, actionreichen und abwechselungsreichen Geschichte.
Für Remy eröffnet sich eine völlig neue Welt voller Geheimnisse und Rätsel. Sie sucht nach Antworten, nach ihrer Herkunft und nach dem richtigen Weg für ihre Zukunft, während die Verfolger sie quer durch Europa jagen.
Dazwischen bleibt auch noch genug Zeit für eine vorsichtige Annährung der Figuren, die auf angenehme Art immer wieder ein wenig das Tempo aus der rasanten Handlung nimmt.
Der flüssige und anschauliche Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Was ich aber nicht gebraucht hätte, sind all die französischen Sätze und Ausrufe. Natürlich schafft das eine gewisse Atmosphäre, aber andererseits empfinde ich es als unnötig, einzelne Sätze in zwei Sprachen aufzuführen.
Am Ende bleiben noch viele Fragen zur Weltenbibliothek offen und ich bin gespannt, nach dem wednungsreichen Ende mehr über die Welt und Remys Schicksal zu erfahren.
Fazit
Spannende, temporeiche Geschichte mit einem abwechslungsreichen Mix aus Action und Gefahr, aber auch Raum für Emotionen und die Beschäftigung der Figuren mit sich selbst und den eigenen Zweifeln und Wünschen.
Rezensionen von Anja:
Überraschungen und Drama
Die Sonnenfeuer-Ballade 2: A Storm to Kill a Kiss von Julia Dippel
Achtung: 2. Band. Inhaltlich Spoiler zum Vorgänger vorhanden.
Zum Beginn gibt es zum Glück eine knappe Zusammenfassung des Geschehens vom ersten Teil. Dennoch hatte ich aufgrund der Vielzahl an Figuren und Verbindungen ein paar Startschwierigkeiten. Aber je weiter die Geschichte voranschritt, desto weniger habe ich mir Gedanken über den Vorgänger gemacht, sondern stattdessen über die neuen Zusammenhänge und Geheimnisse spekuliert.
Nach den vergangenen Ereignissen (die Handlung wird nahtlos fortgesetzt) gibt es viele offene Fragen. Arez und Sin sind beide auf der Suche nach der Wahrheit.
Im Verlauf kommen immer neue Rätsel hinzu und die zwei müssen aufpassen, dass sie nicht selbst Opfer all der gesponnenen Intrigen werden. Besonders Sintha wird vor Herausforderungen gestellt, nachdem die Monarchin ihre Identität offengelegt hat und für ihre Zwecke einsetzen möchte.
Die Suche nach den Drahtziehern und Verrätern ist unglaublich spannend und kommt mit ständig neuen Wendungen und unerwarteten Hintergründen daher. Den Tätern näher zu kommen, ist für Sin und Arez immer wieder mit neuen Gefahren verbunden.
Das Hin und Her zwischen Arez und Sin fand ich in Band 1 schon sehr anstrengend. Auch die Handlung von Band 2 ist von ihren widerspenstigen Gefühlen geprägt. Arez hat sein Vertrauen zu Sin verloren. Und Sin reagiert auf Arez’ Ablehnung ihrerseits mit viel Biestigkeit, sodass die zwei sich unheimlich viel anzicken. Drama, Drama, Drama…
Bis zu einem Punkt, an dem die Stimmung endlich kippt und ich die zwei wieder sehr viel erträglicher fand. Wenn sie zusammenarbeiten, sind sie ein Superteam, in diesen Passagen hat mir das Lesen deutlich mehr Spaß gemacht.
Bei Cassardim gehörte Flummel zu meinen Lieblingsfiguren. Hier hat es mir Nivi, das kleine Irrlicht, angetan. Supersüß und superwitzig.
Überhaupt ist die facettenreiche Mischung aus neuen und bereits bekannten Charakteren wieder sehr gelungen.
Zudem erfährt man nun deutlich mehr über das Land und seine Bewohner, sowie die Geschichte der verschiedenen Völker.
Haben sich am Ende einige Fragen geklärt, gibt es direkt neue Schwierigkeiten für die Charaktere, die in einem richtig gemeinen Cliffhanger gipfeln.
Fazit
Wie schon in Band 1 gibt es viel Drama und Gezicke zwischen den Figuren, das ich erneut recht anstrengend fand. Darüber hinaus ist die Geschichte, die Suche nach den Hintergründen, aber sehr spannend und wendungsreich. Die Auflösung kam für mich unerwartet.
Rezensionen von Anja:
Mal spannend, mal überhastet (3,5)
Serpent Queen 1. In Power She Rises von Christina Hiemer
Cahira hat lange darauf hintrainiert, in die Königliche Garde aufgenommen zu werden und nun ist es ihr als erste Frau gelungen. Sie wird zur Leibwächterin des Prinzen, doch als der König bei einem Anschlag getötet und der Prinz verletzt wird, verurteilt dieser sie zum Tod in der Schlangengrube. Doch zu Cahiras Überraschung überlebt sie die Schlangen.
Plötzlich hat sie einen tierischen Begleiter auf der Haut und das Schicksal der vier Königreiche in der Hand…
Anfangs hat mir Cahira gut gefallen. Sie ist eine starke, mutige Protagonistin, die sich in der männerdominierten Garde nicht unterkriegen lässt. Auch dumme Sprüche vom Prinzen lässt sie sich nicht gefallen.
Doch nach ihrem „Ausflug“ in die Schlangengrube habe ich diese Stärke vermisst. Cahira lässt sich von der Schlange auf ihrer Haut diktieren, was sie tun soll. Sie denkt nicht logisch und lässt sich fast von ihrem Rachedurst leiten. Ihre jahrelange Kampferfahrung scheint sie in so manchen Kampf zu vergessen.
Erst zum Ende hin hatte ich das Gefühl, dass Cahira ihr Selbstbewusstsein wiedererlangt.
Ich hatte aufgrund des Klappentextes andere Vorstellungen von der Geschichte und wusste zunächst nicht, was ich von der Schlange und den Seelentieren insgesamt halten soll. Und auch nicht davon, wie Cahira auf ihre erste Begegnung mit der Schlange reagiert.
Zudem passiert im Mittelteil der Geschichte unglaublich viel auf wenigen Seiten. Hier fand ich das Erzähltempo teilweise zu überhastet, wodurch auch die Emotionen auf der Strecke geblieben sind.
Je weiter ich im Buch vorangeschritten bin, desto besser bin ich aber mit beidem – Tempo und Seelentiere – zurechtgekommen.
Es gibt einige spannende Ereignisse, viel Dramatik und Intrigen. Allerdings kommen häufiger viele glückliche Ereignisse zusammen, sodass die Handlung auf mich insgesamt recht konstruiert wirkt.
Cahira und Atlas können sich von Anfang an nicht ausstehen, nach dem Todesurteil noch viel weniger. Dennoch sind sie aufeinander angewiesen, ohne sich vertrauen zu können. Ganz langsam kippt die Stimmung zwischen ihnen, wobei es auch hier ein für mich unlogisches Ereignis gab, dass einen Wandel ausgelöst hat.
Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Cahira geschildert, sodass nur ein eingeschränkter Blick auf das Innenleben der Figuren geliefert wird. Daher war der Epilog aus Atlas’ Perspektive ein interessanter Wechsel und ich hoffe, dass dies im zweiten Band wiederholt wird.
Am Ende gibt es eine nicht ganz überraschende Wendung, die den Verlauf von Band 2 komplett offen lässt.
Atlas und Cahira besuchen während ihres Abenteuers mehrere Königreiche, leider gibt es aber keine Karte, um ihre Wege oder die Ausmaße der verschiedenen Länder nachzuvollziehen. Auch ausführliche Beschreibungen, was die einzelnen Königreiche ausmacht, fehlen.
Fazit
Am Anfang ging mir alles zu schnell, dann entwickelt sich aber eine abwechslungsreiche, oft spannende Geschichte, in der die Protagonistin aber leider erst mal Rückschritte macht, bevor sie zu ihrer anfänglichen Stärke zurückfindet. Manche Probleme lösen sich zu einfach, die Königreichen hätten gern ausführlicher beschrieben werden dürfen, dennoch konnte mich das Buch insgesamt über weite Strecken gut.
Rezensionen von xx:
Thriller mit Liebe zum Detail
Minus 22 Grad von Quentin Peck
Ein langsamer Thriller - keiner für Abenteuerfans die pure Action von Start bis Ende brauchen.
"Minus 22 Grad" ist ein super gelungener Thriller, eingebettet in einer eisig atmosphärischen Umgebung. Wie auch bei anderen Thrillern dieses Autoren, merkt man hier die vorangegangene Recherchearbeit.
Quentin Peck besucht stets die Spielorte zuvor um so in die Atmosphäre der Landschaft und deren Details einzutauchen. So auch in diesem Fall: wer Lust auf Details, Atmosphäre, die Schönheit der Natur hat, ist hier richtig.
Die Thrillergeschichte ist Spannung pur auch wenn sie im Mittelteil teils etwas nachgelassen hat. Dennoch ist bis zum Ende die Lösung nicht absehbar und hält die Spannung bis zur letzten Seite hoch. Ein Konstrukt aus familiärer Liebe, Enttäuschung, Liebe, Lügen.
Wer Lust auf einen etwas langsameren Thriller hat, ist hier genau richtig.
Rezensionen von xx:
Toller Literaturklassiker über die Berge
Über allen Bergen von Valentine Goby
Ein schöner Literaturklassiker. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk für Literaturliebhaber benötigt, der wird hier fündig.
Vadim, ein junges Kind flüchtend vor dem zweiten Weltkrieg, findet sich zum ersten Mal in seinem Leben in den Bergen wider. Die Autorin, Valentine Goby, beschreibt die Eindrücke des Jungen von den französischen Alpen.
Die Erzählungen sind so realistisch, so detailgetreu, dass der Leser die Schönheit der Natur förmlich spürt. Gleichzeitig kommen immer wieder die Elemente von der Kraft der Freundschaft, den Verlust der Familie und den Schrecken des Krieges vor. Letzteres spielt eine Rolle, überschattet aber nicht den Roman.
Die Autorin hat es erfolgreich geschafft, den Leser so intensiv in die Bergwelt mitzunehmen, dass man das Buch nicht aus den Händen legen mochte. Dieser Roman hat mich sowohl emotional als auch intellektuell über die letzten Tages stark begleitet. Vielen Dank!
Rezensionen von xx:
Jahreshighlight!
Hallo, du Schöne von Ann Napolitano
Dieses Buch ist eine wahre Wucht und ist noch kurz vor Jahresende zu meinem Jahreshighlight geworden.
Aufmerksam auf dieses Buch bin ich durch Ophra geworden. Dort wurde das Buch bereits hoch und runter gelobt und die Autorin erschien mir sehr sympathisch zu sein.
Gelesen habe ich das Buch auf Englisch wodurch ich zum langsamen Lesen gezwungen wurde.
Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig und dann habe ich langsam gelesen damit das Buch nicht endet. Dieses Buch ist ein unglaublich feinfühliger Roman, der die unterschiedlichen Arten der Liebe zwischen vier Schwestern beschreibt. Die Familie wird durch William aufgerüttelt, ein junger Mann, der an Depressionen leidet und eine der Schwestern heiratet.
Das vor allem Schöne an diesem Buch ist zum einen das teils geschriebene Wort, aber insbesondere sind es die ungeschriebenen Gefühle, Emotionen und Worte zwischen den Zeilen. Dieses Buch beinhaltet so viel Liebe und Weisheit, dass man als Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag und förmlich darin versinkt. Ich bin der Überzeugung, dass sich jeder Leser mit einer der vier Schwestern (zumindest teilweise) identifizieren kann.
Dieses Buch hat mich tief berührt und ich kann es sehr weiter empfehlen. Nimm dir aber dafür Zeit. Das hat dieses Buch und die Autorin mehr als verdient.











