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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von peedee:

Die Rückkehr ins Leben

Ein Garten voll Glück von Debbie Macomber

Joan fühlt sich einsam, wie sie sich eingestehen muss. Sie bietet einer jungen Frau, Maggie, ein Zimmer zur Untermiete an. Sie scheinen sehr unterschiedlich, und doch eint sie eines: Sie haben beide einen Menschen verloren und versuchen, die Trauer zu verarbeiten. Joan hat ihren Mann verloren und lange Zeit nicht mehr mal das Haus verlassen – sie hat auch ihren geliebten Garten vernachlässigt.

Maggie hat ihre Mutter verloren und versucht, so viele Stunden wie möglich zu arbeiten, um sich ihre Ausbildung zur Krankenpflegerin zu finanzieren und ihren alkoholkranken Vater zu unterstützen…

Erster Eindruck: Ein schönes Cover; sehr gut zum Buchtitel passend.

Joan ist bestürzt, als ihr bewusst wird, wie vernachlässigt ihr Garten aussieht. Sie hat ein Schreiben der Hauseigentümergemeinschaft erhalten, worin sie aufgefordert wird, ihren Garten auf Vordermann zu bringen, da ihr Haus ansonsten die der anderen abwerten würde. Sie braucht dringend fachmännische Unterstützung, die wieder eine Struktur in den Grünbereich bringen soll. Phil ist ihr gleich sympathisch, denn er liebt Blumen so wie sie. Somit steht dem Auftrag nichts im Weg. Maggie muss täglich viele Bälle gleichzeitig in der Luft halten: Sie arbeitet möglichst viele Stunden, um ihre Ausbildung und die Rechnungen für sich und ihren Vater zu bezahlen. Ihr bleibt kaum Zeit für sich selbst. Aber auch kein Geld, da ihr Vater das Geld, das sie ihm gibt, für Alkohol ausgibt. Sie kann dies nicht mehr ertragen und ist erleichtert, als sie das Zimmer zur Untermiete bekommt.

Beide Frauen haben mir sehr leid getan. Einen geliebten Menschen zu verlieren, ist eine sehr schwere Zeit, in der die Trauer einem schier den Atem nimmt. Aber beide haben mittlerweile den Punkt erreicht, wo sie wieder nach vorne sehen wollen und das weitere Leben in kleinen Schritten vorwärts gehen wollen. Sie tun einander gut. Ein Buch, indem es um Trauer geht, das aber nicht durchwegs traurig ist, sondern auch Hoffnung macht. Ein Buch, in dem es um Freundschaft geht, anderen zu helfen, aber auch darum, sich dem Leben und der Liebe wieder zu öffnen. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Rezensionen von Daggy:

Schönes Depressionsgedicht

Schwarze Liese von Annie M. G. Schmidt

Das schwarze Huhn, von dem dieses Gedicht erzählt ist groß auf dem Cover zu sehen. Unter dem Titel sieht man es mit rigoros in die Hüften gestemmten Flügeln und hoch erhobenen Hauptes oder Schnabels.
„Es war einmal…“ so beginnt der Text und zunächst wird Lise vorgestellt, leider „jammert sie den ganzen Tag“, denn sie „sehnt sich nach Tüpfeln auf dem Kleid“.

Ja da ist es dumm, wenn man einfach nur schwarz ist. Doch dann beschießt sie, dass man die schwarzen Tüpfeln auf dem schwarzen Kleid einfach nicht sieht. So verkündet sie den anderen Hühnern und dem Hahn ihre neue Erkenntnis. Doch die lachen sie nur aus. Da wurde die schwarze Liese traurig und „fiel in eine depressive Kriese.“ Sie aß und trank nicht mehr und legte deshalb auch keine Eier. Irgendwann fiel sie um und wurde für tot erklärt und sollte begraben werden. Am Grab sprach der Hahn wundervolle Worte über die von allen geliebte Lise. Als er mit den Worten „Sie war im schwarzen Tüpfelkleid das schönste schwarze Huhn.“ schloss, meldete sich die Totgeglaubte.
Das Gedicht lässt sich wunderbar lesen und die Illustrationen sind sehr passend. Wie schön, dass die depressive Lise so einfach durch die Anerkennung der anderen Hühner fröhlich wurde.

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Rezensionen von Daggy:

Spannendes Computerabenteuer

Der Minecraft Code (Band 1) - Flucht aus dem Würfel-Gefängnis von Gauthier Wendling

Ich war neugierig auf dieses Buch, weil Minecraft immer noch ein Spiel ist, dass die Kinder auf dem Smartphone spielen. Deshalb fand ich es gut, dass zu Beginn des Buches ein „Minecraft-Wiki“ die wichtigsten Begriffe erklärt.
Der Junge, der mit seiner Freundin Melanie uns auf dem Cover entgegenrennt, ist die Figir des Erzählers.

Dieser Spieler, der große Ingenieur, tüftelt gemeinsam mit Melanie. der Architektin, und Lef an einem Projekt, um eine Reise zu gewinnen. Es ist nicht einfach die Redstone-Mechanismen zu bauen und der Bau eines Aufzugs will auch nicht gelingen als eine Mail Rester*innen sucht. Doch als er den Anhang öffnet, ist in dem Spiel nichts mehr wie es war und die Punke fallen auf 0 zurück. Wir sehen eine Grafik, die das Zimmer des Jungen zeigt, der darin gefangen ist.
Nachdem wir auf den ersten Seiten die Regeln gelesen haben, kann das Spiel nun für uns beginnen. Nach der Beschreibung der Situation können wir zwischen zwei Optionen wählen und je nach Wahl auf der entsprechenden Seite weiterlesen. Manchmal geht es wieder zurück oder wir müssen den auf dem Kopf gedruckten Tipp lesen. Wenn es nicht weiter geht, gibt es dort „Hinweise und Lösungen“. Hier werden auch die Dinge notiert, die gewonnen werden bzw. die Punkteanzahl, die erreicht wurde.
Eine schöne Idee, die Augen mal vom Bildschirm zu nehmen und trotzdem ein Minekraft-Abenteuer erleben zu können.

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Rezensionen von Rinoa:

Ein außergewöhnliches Werk

Die Lungenschwimmprobe von Tore Renberg

Ich bin natürlich bei weitem nicht so ein begnadeter Schreiber wie Tore Renberg und diese Rezension wird nicht einmal annähernd an die Großartigkeit dieses Werks herankommen. Das kann auch gar nicht mein Anspruch sein. Trotzdem und auch wenn es mir schwerfällt, meine Begeisterung in Worte zu fassen, will ich versuchen, das Beste aus mir herauszuholen, denn das hat dieses Buch verdient.

Der Autor nimmt sich des wahren Falls der 15jährigen Gutsbesitzertochter Anna Voigt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts an, die des Kindsmordes bezichtigt wurde. Dass es hier um einen realen Fall geht wird auch immer wieder deutlich gemacht, trotzdem handelt es sich nicht um ein Sachbuch oder eine Art Biografie, sondern um einen tollen literarischen Roman.

Da ist zum einen die wunderbare Sprache, sehr ausschweifend, ausschmückend, teilweise blumig (passend auch zu den jeweils gerade beschriebenen Charakteren), aber trotzdem nicht langatmig oder langweilig. Im Gegenteil, ich habe jedes Wort, jeden Satz in mich aufgesaugt und die Lektüre einfach genossen. Der Autor erweckt seine Figuren buchstäblich zum Leben und macht sie so sehr nah- und vorstellbar.

Manche Kapitel sind vielleicht für die eigentliche Geschichte nicht unbedingt notwendig (obwohl diese Beurteilung natürlich eigentlich dem Autor gebührt), auch, was ihre Ausführlichkeit angeht. Doch dadurch werden die damaligen Umstände und Glaubensdinge besonders gut beschrieben und lebendig, insbesondere auch die Doppelmoral vor allem vieler Männer und der geringe bzw. nicht vorhandene Rückhalt für Frauen, die ungewollt schwanger werden.

Normalerweise schreibe ich in Rezensionen nichts über die optische Gestaltung des Buchs, denn darüber kann sich jeder selbst ein Bild machen. Hier wollte ich aber doch kurz erwähnen, wie schön und passend ich das Cover und die ganze Aufmachung finde, inklusive der tollen Illustrationen im Einband.

„Die Lungenschwimmprobe“ war auf jeden Fall ein Highlight für mich und ich kann nur jedem empfehlen, sich auf diese Reise einzulassen.

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Rezensionen von Julchentim:

Eine unvergessliche Geschichte über Mutterschaft und Wachstum

Only Margo von Rufi Thorpe


Rufi Thorpes Only Margo hat mich auf eine Weise überrascht, die ich wirklich nicht erwartet hätte. Dieses Buch ist eine Mischung aus schrulligem Humor, unvorhersehbaren Wendungen und tief berührenden Momenten. Die Charaktere – allen voran Margo – sind so einzigartig und gleichzeitig so authentisch, dass sie einem ans Herz wachsen, auch wenn sie Entscheidungen treffen, die einen kopfschüttelnd zurücklassen.

Thorpe schafft es, ernste Themen wie Mutterschaft, finanzielle Belastungen und die gesellschaftliche Bewertung von Entscheidungen mit einer erfrischenden Leichtigkeit zu erzählen, ohne ihre Tiefe zu verlieren. Besonders Margos Weg, sich mit den Herausforderungen ihres Lebens auseinanderzusetzen, ist absolut glaubwürdig und inspirierend. Die Beziehung zu ihrem Vater Jinx ist ein echtes Highlight, voller Chaos und doch so herzlich.

Allerdings hatte ich das Gefühl, dass das Baby – trotz seines zentralen Platzes in der Handlung – mehr wie ein Konzept als eine greifbare Figur wirkte. Es war schwer, wirklich eine Verbindung zu dieser Rolle herzustellen, was ein wenig die emotionale Tiefe schmälert.

Das Buch ist clever geschrieben, unterhaltsam und voller Denkanstöße. Es hat mich dazu gebracht, über Themen wie Elternschaft, gesellschaftliche Vorurteile und die vielen Facetten von Feminismus nachzudenken, ohne belehrend zu wirken.

Fazit: Ein scharfsinniges, humorvolles und fesselndes Buch, das den Leser auf eine unerwartete Reise mitnimmt. Mit Sicherheit nicht mein letztes Werk von Thorpe!

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Rezensionen von Lena:

Spannend und mysteriös

Die Villa von Jess Ryder

Die zukünftige Braut Aoife feiert mit 4 Freundinnen ihren Junggesellinenabschied in Marbella in der Villa Floriana. Tiff, die älteste Freundin von Aoife und erste Brautjungfrau wird mit der Organisation betraut und setzt alles daran ein unglaubliches Erlebnis für Aoife zu planen. Leider entstehen durch den straffen Zeitplan und die manchmal unpassend gewählten Programmpunkte Spannungen innerhalb der Frauengruppe.

Die zukünftige Braut möchte nur feiern und ein allerletztes Mal so richtig über die Stränge schlagen bevor sie Nathan das Ja Wort gibt. Letztendlich entwickelt sich alles anders als erhofft und Aoife ist am Ende des JGA tot. Der Mörder kann jedoch nicht gefunden werden und der Mordfall wird ad acta gelegt. Dani, eine der Mitreisenden und beste Freundin von Aoife hat keinerlei Erinnerungen an den verhängnisvollen letzten Abend und reist 3 Jahre später wieder an den Ort des Unglücks und möchte auf eigene Faust ermitteln. Mit im Schlepptau hat sie die anderen 3 Frauen, welche beim JGA auch dabei waren. Wird sich der Vorhang lüften und Dani die Antworten finden?

Der Thriller ist in zwei unterschiedlichen Zeitebenen aufgebaut, damals und heute. Außerdem wird immer wieder zwischen den Perspektiven gewechselt. Einmal taucht man in die Erinnerung von Dani ein, dann kommen Beth, Tiff oder Celine zu Wort. Und man merkt sofort, dass jede der Beteiligten eine andere Sicht auf die Geschehnisse von damals hat und alle das ein oder andere Geheimnis hüten. Der Autorin ist es gelungen alles sehr spannend zu gestalten und ich hatte ständig das Gefühl mit Dani zu ermitteln um herauszufinden was wirklich passiert ist und wie alles zusammenpasst. Meine Anfangsvermutung wurde zwar schlussendlich bestätigt, aber das hat dem Spaßfaktor keinen Abbruch getan.
Das Buch ist leicht zu lesen und man fliegt nur so durch die Seiten. Alles in allem recht solide und abwechslungsreich. Ein guter Thriller für Zwischendurch.

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Rezensionen von nil_liest:

Wenn Zwei ins Gespräch kommen

In einem Zug von Daniel Glattauer

Viele kennen Daniel Glattauer und haben schon sehnsüchtig jahrelang auf den nächsten Roman gewartet. Sein großer Erfolg von 2006 stellte sich aus meiner Betrachtung nicht noch einmal ein und daher sind doch viele Fans schwer zu überzeugen von neuen Texten. Und stellt euch vor, ich kenne bisher kein einziges seiner Bücher, auch wenn „Gut gegen Nordwind“ schon seit Ewigkeiten auf meinem SUB liegt.

Daher ging ich eher unvoreingenommen an diesen Roman heran.
Catrin Meyr, keine junge und auch keine alte Frau, hat ein Talent, Menschen aus ihrer Komfortzone zu locken – ob sie es wollen oder nicht. Auf einer Zugfahrt von Wien nach München begegnet sie Eduard Brünhofer, einem gefeierten Liebesromanautor, der mittlerweile von seiner eigenen Karriere und dem Thema Liebe ziemlich ernüchtert ist. Eduard, lange verheiratet mit seiner Frau Gina, ist auf dem Weg zu einem unangenehmen beruflichen Termin, der ihn noch weniger in Plauderlaune versetzt. Doch Catrin denkt gar nicht daran, sich zurückzuhalten. Mit einer Mischung aus scharfer Neugier und schonungsloser Offenheit stellt sie Eduard neugierige Fragen über Langzeitbeziehungen, Liebe und das Leben – Themen, die für den Autor inzwischen alles andere als einfach sind. Er ist erst mächtig genervt und hofft sie schnell loszuwerden, aber Pech gehabt, sie muss auch nach München! Und nicht nur das – sie drängt ihn in Gespräche, die ihn an Grenzen bringen.
Gut fand ich den Aufbau des Buches: Jede Station der Zugfahrt bildet ein Kapitel, was der Geschichte eine klare Struktur und einen Art cineastischen Verlauf gibt. Diess Gespräch im Zug von Wien nach München ist witzig, tiefgründig und manchmal auch bittersüß. Beide sehr unterschiedlich was das Gespräch interessant macht. Sie eher traurig und pessimistisch, er hingegen clever und warm. So entsteht Spannung und Reibung zwischen den Charakteren.
Leicht geschrieben, plätschert es dann doch an der ein und anderen Stelle so vor sich hin. Aber das passt zu einer Zugfahrt, die kann auch Längen haben.
Insgesamt hat es sich gut gelesen. Der Schluss, ja, debatierbar, aber für mich eine nette Lektüre mit ihren knapp 200 Seiten.

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Rezensionen von Lesemama:

Wenig Weihnachten, viel Undercover

Christmas undercover von Carlie Walker

Zum Buch:

Sydney ist Agentin beim CIA und viel im Ausland unterwegs. Weihnachten wollte sie auch nicht Zuhause verbringen, bis sie vom FBI erfährt, dass ihre kleine Schwester einen Mafiaboss heiraten will. Also kehrt sie über die Feiertage zurück um Undercover zu ermitteln. Dort trifft sie dann auch auf Nick, den Bodyguard und besten Freund des Bräutigams.

Meine Meinung:

Mich sprach Cover und Klappentext an, ich mag es gerne Cosy und ein bisschen Spannung darf auch dabei sein. So war ich sehr neugierig und wurde nicht enttäuscht, außer dass das weihnachtliche sehr zu kurz kam. Es spielte zwar an Weihnachten, es gab aber für mich kein weihnachtliches Feeling. Dafür habe ich mich sehr gut unterhalten, es war humorvoll, es gab einige Momente, die ich sehr amüsant fand, ich sage nur Dusche, ed war aber auch spannend und hatte die ein oder andere Wandlung, mit der ich nicht gerechnet hatte. Das Ende kam mir dann zu hopplahopp, es wurde sehr wirr und plötzlich. Aber dennoch eine unterhaltsame Stroy, hat mir gefallen.

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Rezensionen von MarcoL:

Ein amüsantes Sammelsurium an Erlebnissen aus einem polnischen Wohnblock aus der Sicht eines Jungen.

Die Glühbirnendiebe von Tomasz Różycki

Der junge Tadeusz wohnt mit seiner Familie in einem riesigen Wohnblock, mit zig Stockwerken und unzähligen Wohnungen, gegossen aus Beton. Wahre „Meisterleistungen“ der sowjetisch geprägten Ingenieurskunst, errichtet im guten Sinne des verfallenden Kommunismus‘. Sarkasmus off.
Endlose Flure verbinden die Flügel miteinander, für Tadeusz scheinen sie einer Weltreise nahe zu kommen.

Besonders der Korridor im Dachboden, von welchem Türen in schier unüberschaubaren Mengen abgehen, und meistens nur Depots sind für Putzeimer oder sonstigen Utensilien.
Die Familie des Jungen lebt ziemlich weit oben. Dreht unten jemand das Wasser auf, so heißt es erst mal Ebbe. Zuwenig Wasserdruck von den genossenschaftlichen Einrichtungen. Oder auch mal zu wenig Strom.
Am Namenstag seines Vaters (der wie immer groß und pompös gefeiert wird, und alle Nachbarn vorbei kommen) möge Tadeusz doch zu Stefan gehen, um den Kaffee mahlen zu lassen, den sie unter abenteuerlichen und mühsamen, stundenlangen Anstehen ergattert haben. Denn man geht nicht einfach so in den Supermarkt und kauft was man möchte. Nein, es gibt Ausgabekarten, das Angebot divers. Mal Toilettenpapier im Überfluss, Lebensmittel auf das Gramm genau rationiert, selten Kaffee, noch seltener Kubanische Bananen. Erst stehen die Kinder an, die dafür sogar schulfrei bekommen, dann nehmen die Mütter, sobald sie den Haushalt erledigt haben, deren Plätze in der Schlange ein. Es sind tagesfüllende, familienzusammenschweißende Tätigkeiten. Die Gedanken treiben nur um ein Thema: bekommen wir überhaupt noch was oder heißt es just genau vor uns: Sorry, alles weg.
Und während Tadeusz über den langen, meist dunklen Korridor geht, denn die Glühbirnen dort haben nie lange bestand und wechseln sehr schnell die Besitzer, erzählt er uns viel über das Leben im Block. Von den Nachbarn, seine Wickel mit anderen Jungen, natürlich von seiner Familie oder den beiden Töchtern von Stefan, Bermuda und Barrakuda mit Namen.

Der ganze Roman ist ein dichtgedrängtes Sammelsurium aus Erinnerungen und Erlebnissen, wie sie nun mal in so einer Anhäufung menschlichen Daseins vorkommen.
Mit Blicken über die Dachkante in Schule und nahe Seen. Außerdem, so Tadeusz, wenn man gute Sicht hat und genau schaut, kann man wirklich sehr weit sehen. Nach Süden zum Beispiel nach Libyen, oder gar noch weiter. Oder in die andere Richtungen über die Stadtgrenzen sehr weit hinaus.

Der Autor packt hier sehr dicht und konzentriert unzählige Erlebnisse und Schilderungen in diesen Roman, gespickt mit leisen Anspielungen auf den Kommunismus, stets mit einem Augenzwinkern und viel Humor, manchmal bitterböse.
Der Roman ist sehr unterhaltsam, benötigt aber auf Grund der hohen Dichte von Berichten viel Konzentration – mit anderen Worten: er liest sich nicht so einfach weg. Manchmal muss man innehalten, verdauen, bis man den mit Informationen gefüllten Kessel leer hat. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, bleibt ein Bild vom Leben im Wohnsilo hängen, das nicht nur einen dunklen Korridor zeigt mit einem Jungen, der eine Blechdose mit Kaffee in den Händen hat und vor unsichtbaren Verfolgern flüchtet, oder einer zunehmend ausschweifenden Familienfeier mit einer Mutter, sich todesmutig auf einen anderen Balkon schwingt, sondern auch ein Abbild der Gesellschaft, und dieses sich hinter der Netzhaut einbrennt.
Gerne gelesen, viel geschmunzelt. Darum: Leseempfehlung für ein kleines literarisches Abenteuer.

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Rezensionen von Lesemama:

Ein Lesehighlight

Fake Dates and Fireworks von Kyra Groh

Bewertet mit 4,5 Sternen

Zum Buch:

Becca stolpert vor zehn Jahren bei der Silvesterfeier ihrer besten Freundin über Nils. Sie verbringen die Nacht zusammen und schließen einen Pakt. Immer zu Silvester, wenn sie in keiner Beziehung sind, treffen sie sich.
Zum zehnten Silvester möchte Becca Nils endlich ihre Liebe gestehen und kratzt ihr gesamtes Ersparnis zusammen, um mit Nils ein unvergessliches Silvesters in einem Chalet in den Bergen zu feiern.

Und unvergessliches wird es, wenn auch nicht so wie geplant. Denn da ist noch Raphael, der nervige Onkel eines ihrer Kita-Kinder.


Meine Meinung:

Ich war sehr gespannt auf die Story, denn das Buch wurde sehr gehypt und meistens mag ich die nicht so. Aber hier war ich gleich drin in der Story. Es beginnt mit dem ersten aufeinandertreffen vor zehn Jahren, wie naiv Becca damals noch war und wechselte dann in die Vorbereitung für DAS Silvester. Es war unheimlich amüsant, ich musste oft lachen. Die Alltagsituationen waren schon lustig, aber es hatte auch durchaus seine ernsten Momente, die mir auch sehr gefallen hatten. Und ich war von Beginn an Team Raphael, ich fand den toll, er hat zu Becca gehalten, hat ihren Fakefreund gespielt, hat sie unterstützt als Becca erkennen musste, das die Liebe zu Nils einseitig war, das Nils sie nur benutzte und als Nils mit seiner Verlobten angekommen ist.
Eine ganz tolle Geschichte in einem wunderschönen Wintersetting, das hat mir schon sehr gefallen, da bekommt man Lust dort auch Urlaub zu machen. Nils fand ich immer unsympathischer, aber das passte gut zu Rolle. Absolute Leseempfehlung, ein ganz wunderbares Buch.

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