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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von lesespitz:

ist okay

Der große Riss von Cristina Henríquez

Das Buch "Der große Riss" von Christina Henriquez ist ein geschichtlicher Roman. In diesem Roman geht es um den Bau das Panama Kanals. Die Geschichte wird aus der Sicht vieler daran beteiligten Individuen und Familien erzählt.

Im großen und ganzen ist der Roman gut recherchiert. Hierbei geht es allerdings weniger um die Entstehung des Panama Kanals selbst, vielmehr um die einzelnen Schicksale und das Aufeinandertreffen verschiedener Interessengruppen.

Das Buch liest sich wie ein entspannter Schmöker, hat für mich allerdings nicht die Fesselungskraft wie ich es bei einem solch großen Thema/Projekt erwartet hätte. Dennoch, wenn man Lust auf einen etwas langsameren historischen Roman hat, so ist man hier richtig. Die Charaktere sind schön und einfühlsam beschrieben, bei dem ein oder anderen fiebert man richtig mit.

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Rezensionen von Daggy:

Humorvolle spannende Schatzsuche

Der wilde Räuber Donnerpups (Erstlesebuch, Bd. 1) von Walko

Nach den Bilderbüchern über den Räuber Donnerpups, der mit seinem Pupsen die Feinde abschreckt, gibt es jetzt dieses Buch für Erstleser. Auf dem Cover sehen wir die ganze Truppe vorneweg Donnerpups und hinter ihm seine Bande. Anhand der Steckbriefe kann man sehen, wer alles dazugehört.
Opa Rappelbeck hat ein Tagebuch geschrieben und Donnerpups hat das zerfledderte Buch in einer Kiste entdeckt.

Robin muss ihm das Gekritzel vorlesen und es geht da um eine Goldmine. Der Opa hat den Weg dorthin genau beschrieben und natürlich macht sich die Räuberbande auf den Weg, um den Schatz zu finden. Obwohl der Eingang Mine inzwischen verschüttet ist, steht in dem Buch, wo sich ein anderer Eingang befindet. Es ist auch die Rede von einer Lore, die der Räuberhauptmann gerne kennenlernen möchte. Fröhlich machen sich alle auf den Weg, zur Gruppe gehört auch das Hexlein Simsibim, eine clevere und tapfere kleine Kräuterhexe, weiß, wie sie Donnerpups behandeln muss. Zuerst geht der Weg hinter einem Wasserfall entlang, denn zum Drachenkopf und hier treffen sie auf das erste Problem. Wie der Opa das Gold versteckt hat, hat mir sehr gut gefallen und dass wenig gepups wurde auch.
In acht Kapiteln wird die spannende Räubergeschichte erzählt, es gibt reichlich bunte Bilder, und die Schrift ist etwas größer gedruckt. So ist das Buch gut lesbar und sicher lädt es zum selbst lesen ein, etwas Erfahrung im Lesen würde ich aber doch voraussetzten.

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Rezensionen von Daggy:

Dinostarke Geschichte

Dinosaurier auf Omas Geburtstag (Bd. 5) von Dominik Hochwald; Jörg Ihle

Die Geschichte von den beiden Geschwistern, die ihre Oma im Fachwerkbauernhaus besuchen geht ohne Ermüdung in die Fortsetzung. Hinter der großen Geburtstagstorte sehen wir die Oma mit der schwarzen Riesenschleife im grauen Haar, die Enkel im Arm und freundliche Dinosaurier, die mitfeiern, denn Oma hat Geburtstag.

Die Kinder reisen diesmal mit dem Bus an und laufen vergnügt auf ihre Oma zu, die gerade von einer Expedition zurückgekommen ist. Sie hat ein großes Ei mitgebracht und bittet die Kinder sich darum zu kümmern. Und am nächsten Morgen ist der kleine Dino schon geschlüpft. Da fällt seine Geburt mit Omas Geburtstag zusammen und beide sollen gefeiert werden. Allerdings passt der kleine Neuankömmling in kein bisher bekannte Kategorie. Bald stellt sich heraus, dass er gerne buddelt, so wird er als Buddelsaurierer spezifiziert und zum Feiern wird eine Höhle ausgesucht. So endet das Buch mit einem tollen Geburtstagsfest an dem alle Freunde und natürlich alle Saurier teilnehmen.
Die Geschichte führt uns zurück an einige Schauplätze der letzten Bände, aber wir lernen auch die Paläontologin Mara kennen, die uns das Naturkundemuseum zeigt.
Es ist wieder viel Los bei der Dino-Oma und der Gegensatz von Oma im altmodischen Gewand und Oma, die sich in die Höhle abseilt, fasziniert mich immer sehr. Die Bilder sind wie immer bezaubernd und einen neuen Dino zu entdecken ist besonders spannend.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich sehr berührt!

Ein Glück, dass ich den Tod nicht fürchte von Lara Marlowe

Slawa Ukrajini - – Herojam Slawa

Heute jährt sich der 24. Februar, jener Tag, an dem Russland 2022 die Ukraine überfallen hat, zum dritten Mal.

Daher ist es eine passende Gelegenheit, dieses sehr interessante Buch von Lara Marlow vorzustellen. Die Autorin erzählt die bewegende Geschichte von Leutnant Julija Mykytenko, der knapp 30-jährigen Kommandeurin einer Drohneneinheit an der Front.

Seit Beginn des Krieges kämpft sie im Donbas und befehligt die »Hellish Hornets«. Aus einer Reihe von langen Gesprächen via Video-Konferenzen entstand dieses Porträt.

Wer ist diese junge Frau, die täglich wie alle anderen Soldaten ihr Leben aufs Spiel setzt?

Julija Mykytenko, wird 1995 in Kiew geboren und studiert Sprachwissenschaften. Bereits während der Maidan Revolution ist sie Mitglied des Frauenkommandos und setzt sich für gewaltfreien Widerstand ein. Im Jahr 2016 tritt sie in die ukrainischen Armee ein und kämpft, nach zahlreichen Schwierigkeiten gemeinsam mit ihrem Ehemann gegen russische Truppen. Als sie bei einem russischen Bombardement ihr Ehemann getötet wird, fällt sie in eine Depression. Sie engagiert sich in einer Gruppe, die Kriegsveteranen betreut, um ihnen die Rückkehr ins zivile Leben zu erleichtern.

Als am 24. Februar 2022 abermals russische Truppen in der Ukraine einmarschieren, meldet sie sich freiwillig. Seitdem kämpft sie für die Freiheit ihres Landes.

Julija Mykytenko erzählt in elf Kapiteln von ihrem Alltag als Frau im Krieg. Sie erzählt von fehlender oder unpassender Ausrüstung, Splitterschutzwesten, die nur für Männer konzipiert sind und kaum einer Soldatin passen. Deshalb sterben zahlreiche Soldatinnen, weil ihnen die nicht passenden Schutzwesten keinen Schutz bieten. Sie erzählt von der Zermürbung langer Wochen in den Schützengräben, dem Umgang mit den schwierigen hygienischen Verhältnissen und der Kälte im Winter.

Julija Mykytenko spricht darüber, dass nicht alle mit Wolodymyr Selenskyj als Präsident einverstanden sind. Als sich ihr Vater aus Protest am 11. Oktober 2020 selbst anzündet und am 14. Oktober, dem Tag der Verteidigerinnen und Verteidiger, stirbt, antwortet der Präsident nicht auf ihr Schreiben.

Sie erzählt auch, dass es an manchen Tagen sehr schwer ist, nicht die Hoffnung zu verlieren. däUnd auch von ihrer schwersten Herausforderung: die Hoffnung nicht zu verlieren.

Wir erleben hautnah mit, wenn sie sich, um ihre Einheit zu schützen, mit ihrem dilettantisch agierenden Vorgesetzten anlegt. Wie sie einige ihrer Männer verliert.

Unermüdlich organisiert sie Crowdfunding-Kampagnen, um neue Drohnen sowie Ausrüstung kaufen zu können, denn nicht alles wird vom Staat zur Verfügung gestellt.

Dieses Buch hat mich tief berührt. Es ist ein außergewöhnliches Zeugnis von Mut und Courage sowie eine Hommage an das ukrainische Volk, das sich gegen einen übermächtigen Aggressor stellt. Leider sieht es aktuell so aus, als ob Trump der Ukraine die Unterstützung durch die USA und die NATO entzieht, weil er sich in seinem eigenen verqueren Weltbild, das sich nur wenig von dem Putins unterscheidet, verschanzt.

Der Titel stammt übrigens aus dem Gedicht „Glück“ von Wassyl Stus von 2017:

Ein Glück, dass ich den Tod nicht fürchte
und mich nicht frage, welches Kreuz ich trage.

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Rezensionen von manu63:

Layla und Vance

Hollywood Hearts – Mr. Nanny von Piper Rayne

Mr. Nanny ist der erste Hauptband der Hollywood Hearts Reihe des Autorinnenduos Piper Rayne.

Vance will sein erstes Drehbuch verkaufen und sucht dafür Investoren, als er diese findet gibt es eine Bedingung, die Hauptrolle soll Layla spielen, eine junge Schauspielerin deren Karriere Vance aus Eigennutz in der Vergangenheit boykottiert hatte.

Layla würde die Rolle übernehmen, hat dafür aber eine ungewöhnliche Bedingung, sie braucht eine Nanny für ihre Kinder und hauptsächlich für Payne ihren anstrengenden vierjährigen Sohn. Vance lässt sich darauf ein, unwissend auf was er sich da einlässt.

Die Geschichte wird lebendig erzählt und die Perspektiven wechseln zwischen Vance und Layla. Interessiert habe ich ihre Gedankengänge verfolgt und fand gerade Vance Wandlung sehr gut erzählt.

Es gibt explizite Szenen die aber nicht die Geschichte dominieren. Die Nebencharaktere ergänzen die Geschichte gut und ich freue mich schon auf die Geschichten der beiden anderen Akteure.

Es gibt zur Trilogie noch eine Vorgeschichte die man zum Verständnis der Handlung nicht gelesen haben muss.

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Rezensionen von mari_liest:

Unfassbare Realität dieser Frauen

Und ich werde dich nie wieder Papa nennen von Caroline Darian

Die Scham muss die Seiten wechseln!!! (Giséle Pelicot)

Caroline Darians Buch Und ich werde Dich nie wieder Papa nennen ist ein erschütterndes Zeugnis über die unfassbaren Verbrechen ihres Vaters Dominique Pelicot. Über mindestens zehn Jahre betäubte er seine Ehefrau Gisèle mit Medikamenten und ermöglichte es 72 Männern, sie im bewusstlosen Zustand zu missbrauchen – eine Praxis, die als "chemische Unterwerfung" bezeichnet wird.

Darians Buch beleuchtet die verheerenden Auswirkungen dieser Taten auf die Opfer und ihre Familien. Die abscheulichen Handlungen blieben lange unentdeckt und wurden erst aufgedeckt, als Pelicot 2020 beim Fotografieren unter Röcken im Supermarkt erwischt wurde. Dank sei dem Wachmann, der hartnäckig blieb!

Darian schildert nicht nur die grausamen Taten, sondern auch die tiefgreifenden Auswirkungen auf ihre Familie und sie selbst. Der unvorstellbare Schmerz und die Wut, als sie erkannte, dass ihr eigener Vater ein solches Monster war, ziehen sich durch das gesamte Buch. Besonders erschütternd ist die Entdeckung von verstörenden Bildern von ihr als junge Frau auf seinem Computer, was den Verdacht nahelegt, dass auch sie Opfer seiner Taten wurde.

Mit ihrem Buch will Darian das Schweigen brechen und auf systemische Fehler in der Opferbetreuung hinweisen: Menschen wussten, was geschah, doch schwiegen, weil sie selbst nicht direkt betroffen waren. Sie zeigt auf, wie das Versagen des Systems Tätern jahrelang Deckung bietet und Opfer allein lässt. Gisèle Pelicot hat durch ihren Mut, den Fall öffentlich zu machen, ein wichtiges Zeichen gegen sexualisierte Gewalt gesetzt. Dieses Buch ist mehr als ein persönlicher Bericht – es ist ein Aufruf zum Handeln und ein Beweis für die Stärke von Frauen wie Gisèle und Caroline, die trotz traumatischer Erlebnisse ihre Stimme erheben. Ihre Geschichte hat mich sehr berührt, macht mich wütend und traurig, aber auch voller Bewunderung für ihren Mut. Es lässt mich nicht los und zwingt mich, über die Dunkelheit nachzudenken, die in unserer Gesellschaft oft verborgen bleibt.

Sehr hartes Buch, jedoch jede Zeile lesenswert, auch um achtsamer zu werden, wenn uns etwas komisch vorkommt.

„Das Kind des Opfers und des Täters zu sein, ist eine schreckliche Last“. (S. 13)

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Rezensionen von Lese:

Wichtiges Thema anschaulich erklärt

Was ist arm und was ist reich? von Kristina Scharmacher-Schreiber

Das Thema finde ich sehr interessant und wichtig. Hier wird ein sehr komplexes Thema kindgerecht und einfach erklärt. Dass es nicht nur um materielle Armut/Wohlstand geht, sondern auch um die Wahrnehmung, finde ich besonders spannend. Das Buch beschäftigt sich mit der Frage, was Armut und Reichtum eigentlich bedeuten und zeigt, dass diese Begriffe oft relativ sind.

Während manche Menschen wenig besitzen und trotzdem gut auskommen, fühlen sich andere arm, weil sie weniger haben als ihre Umgebung. Es stellt wichtige Fragen: Bedeutet Armut erst, nichts zu essen zu haben? Oder beginnt sie schon, wenn man sich bestimmte Dinge nicht leisten kann?
Es wird auf die Ursachen und Folgen von Armut eingegangen. Es vermittelt kindgerecht, wie Wohlstand verteilt ist, warum manche Menschen mehr haben als andere und was das für die Gesellschaft bedeutet.
Informative Texte mit leicht verständlichen Erklärungen werden hier mit humorvollen und altersgerechten Bildern verbunden, so wirkt es auch nicht belehrend, sondern sehr ansprechend. Ich habe es gerne mit meinen Enkelinnen gelesen, um so zum Nachdenken anzuregen und zu sensibilisieren. Das Buch kann dabei hilfreich sein, Gespräche mit Kindern über Gerechtigkeit und soziale Unterschiede ins Rollen zu bringen.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Wunderbare Unterhaltung mit einer Buchreisenden

Keine Muffins für Mr Darcy von Ema Kessell

Im Antiquitätenladen "What You Will" im Amsterdamer Jordaan-Viertel ersteht Kunsthistorikerin Imogen Brischke nicht nur ein hellblaues Kleid plus dazugehöriger Unterwäsche im Regency-Stil, sondern auch eine Schreibfeder mit Tintenfass. Als sie zuhause mit dieser Feder einen Satz aus ihrem Lieblingsbuch "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen niederschreibt, katapultiert sie ihre Couch mitten hinein in den Küchengarten von Elisabeth Bennets.

Nur gut, dass sie auch die Anleitung zur Rückführung schon gelesen hat.
Zusammen mit ihrer Freundin Dorothea, genannt Didi, wagt sie einen erneuten Sprung ins Buch und landet direkt vor den Augen des von ihr so verehrten Mr. Darcy und begegnet auch Kalliope wieder, die sie in Amsterdam kennengelernt hatte.
Was Imogen hier alles erlebt, das solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Auch wenn ihr keine Fans von Jane Austen seid.

Ema Kessell nimmt mich mit ins frühe 19. Jahrhundert in die Geschichte von "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen. Ihr Erzählstil lässt sich sehr leicht ud angenehm lesen und ich hatte keine Probleme Imogen auf ihren verschiedenen Wegen zu Bällen, zu den nachmittäglichen Teegesellschaften, zu den Spaziergängen in den verschiedenen Parkanlagen oder sogar nackt zu einem Bad im Meer zu folgen.
Die Menschen, die ich im Hier und Jetzt oder auch in der Regency-Zeit kennenlerne, kommen durch ihre plastischen und sympathischen Beschreibungen sehr gut bei mir und in meinem Kopfkino an. Mich hat es fasziniert, zusammen mit Imogen in die Weltliteratur einzureisen und mich dort für jeweils eine kurze Zeit aufhalten zu können. Ich habe einiges über diese Zeit und die Menschen dort gelernt und die Magie genossen, die über allem schwebt. Und ich habe mit Imogen als neue Buchhüterin mitgefiebert, dass sie es schafft, trotz all den Wirrungen den Roman vor Umbrüchen zu schützen. Dass sie dabei auch noch eine neue Liebe findet, gefällt mir besonders gut.
Zum Schluss bekomme ich auch noch das Rezept der Englischen Muffins, die hier überall angeboten werden.

Ema Kessell hat mir mit dieser humorvollen, magischen und auch spannenden Geschichte einige sehr unterhaltsame Lesestunden geschenkt. Mir hat der Mix aus Gegenwart, Vergangenheit, Magie und vor allem den liebenswerten und aussergewöhnlichen Personen sehr gut gefallen. Ich würde mich freuen, wenn Imogen mal wieder in ein anderes Buch eintauchen würde. Da würde ich sie sofort wieder begleiten.

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Rezensionen von Katyleh:

Magische Welt

Valdombra (Bd. 1) von Martina Folena

Rezension zu Valdombra – Das Geheimnis des Drachen von Martina Folena
Es gibt Bücher, die einen sofort mit ihrer Atmosphäre gefangen nehmen – Valdombra – Das Geheimnis des Drachen ist genau so eines. Von der ersten Seite an taucht man in eine geheimnisvolle, fast märchenhafte Welt ein, die von Dunkelheit und Legenden durchzogen ist.

Das Tal Valdombra mit seinen wenigen Sonnenstunden wirkt wie ein Ort, an dem sich Geheimnisse tief in der Erde verbergen – und genau das tun sie auch.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Geschwister Isa und Teo, die nach einem verheerenden Erdbeben ihre Heimat bedroht sehen. Doch war dieses Beben wirklich nur eine Naturkatastrophe? Oder steckt hinter den Erschütterungen eine vergessene Legende, die nun wieder erwacht? Die beiden haben nicht viel Zeit, um das Rätsel zu lösen, denn die Dunkelheit breitet sich immer weiter aus.
Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre des Buches. Martina Folena schreibt mit einer poetischen, fast träumerischen Sprache, die Bilder von nebelverhangenen Bergen, alten Dörfern und einem drohenden Unheil entstehen lässt. Valdombra fühlt sich dabei nicht nur wie ein Schauplatz an, sondern wie eine eigene, lebendige Welt mit ihrer ganz eigenen Magie.
Die Dynamik zwischen Isa und Teo ist ein weiterer starker Punkt. Geschwistergeschichten haben oft eine besondere Intensität, weil sie nicht nur von Freundschaft, sondern auch von unauflösbaren familiären Banden erzählen. Man spürt ihre Angst, ihre Hoffnung, ihren Mut – und gerade das macht sie zu sympathischen Figuren, mit denen man mitfiebert.
Auch wenn das Buch als Kinder- oder Jugendfantasy eingeordnet wird, hat es eine Tiefe, die auch erwachsene Leser:innen in seinen Bann ziehen kann. Es ist eine Geschichte über Geheimnisse, über die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart – und über die Kraft des Lichts in einer Welt, die von Dunkelheit bedroht wird.
Wer mystische, atmosphärische Fantasy mit einer Prise Abenteuer und einer starken Geschwisterbeziehung liebt, sollte Valdombra – Das Geheimnis des Drachen unbedingt lesen. Ein Buch, das einen bis zur letzten Seite nicht loslässt.

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Rezensionen von clematis:

Schattenwelt

Die Wächterin von Köln von Petra Schier

Spätmittelalter in Köln: Elsbeths Weg führt sie schon als Sechzehnjährige ins Bordell, Jahre später findet man ihren Halbbruder aufgeknüpft an einem Baum. Glücklicherweise hat sie sich in der Zwischenzeit ein Netz in der Schattenwelt aufgebaut und kann dem Todesfall nachgehen, der eindeutig Mord und kein Freitod ist.

Spannend geht es zu in den Jahren 1396 bis 1423, zwischen denen die Handlung munter hin- und herspringt. Elsbeth wandelt sich vom vermeintlich tumben Mädchen zur gewieften Bordellmutter, wobei sie größten Wert darauf legt, dass es bei ihr anständig und sauber zugeht. Als ihr die Nachricht vom Tod des Bruders zugeht, nützt sie all ihre Seilschaften, um Licht ins Dunkel zu bringen. Dabei steht allerdings weniger die Aufklärung eines Kriminalfalles im Mittelpunkt, sondern eher Elsbeths Leben selbst und die Umstände des Freudenhauses zur damaligen Zeit. Höchst lebendig und akribisch recherchiert tun sich hier alte Zeiten auf, in welchen man wohl eher nicht gelebt haben möchte. Armut, Hunger, Prügel stehen an der Tagesordnung, selbst die Machthabenden nützen ihre Position oft genug nur zu ihrem eigenen Vorteil aus und lassen es an Fürsorge für ihre Untergebenen mangeln. Geschickt versteht es Elsbeth dennoch, mit einem Geben und Nehmen vertrauenswürdige Freundschaften aufzubauen und sich und ihre Frauen um Hurenhaus bestmöglich zu beschützen.

Mit ihrem fesselnden Schreibstil und überaus bildhaften Beschreibungen versetzt einen Petra Schier in eine brutale Welt des Spätmittelalters, in welche man für einige Stunden tief eintauchen kann. Ihre Charaktere hat der Leser rasch vor seinem geistigen Auge, ja sogar Geräusche und Gerüche vermeint man zwischen den Zeilen zu verspüren. Für die vielen Figuren im Roman gibt es glücklicherweise ein übersichtliches Verzeichnis zu Beginn, am Ende noch ein informatives Nachwort, das außerdem Lust weckt auf weitere Romane der Autorin mit einigen nun bekannten Personen.

Mir haben sowohl die geheimen Intrigen als auch die Welt im Freudenhaus großen Spaß bereitet beim Lesen, die Szenen sind höchst ausgewogen gehalten, auch was die Zeitsprünge innerhalb der etwa dreißig Jahre betrifft. Daher empfehle ich die Wächterin nun sehr gerne weiter.

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