Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Morten:
Grandios unzuverlässig
Mickey und Arlo von Morgan Dick
Nun ist es ja so: Dass Menschen einen auf Dauer enttäuschen, ist gar nicht so selten. Selbst liebgewonnene. Gehört zum Leben dazu, ist schade, vielleicht ist man selbst auch mal der Enttäuscher und nicht der Enttäuschte. Bücher müssen diese Emotionen erst einmal schaffen. Wie sehr Morgan Dick dies mit ihren Protagonistinnen in „Mickey und Arlo“ – und ganz besonders mit Mickey – gelingt, ist ziemlich grandios.
Denn was erst nach cosy Thirty-Something-Read klingt, birgt ganz schön tiefe Abgründe.
Mickey ist Vorschullehrerin und quasi dafür geboren. Sie hat ein Händchen für Kinder und bleibt auch lieber beim kleinen Ian, als die Polizei und so das Jugendamt zu rufen, als seine Mutter ihn nicht abholt. Viel mehr noch: Sie bringt Ian zu seinem Onkel – und verstößt so gegen allerhand Gesetze und verliert ihren geliebten Job. Mit dabei ist der Anwalt ihres verstorbenen Vaters, der ihr nach jahrzehntelangem Nichtkontakt fünfeinhalb Millionen Dollar hinterlässt, wenn sie eine Therapie macht – bei ihrer Halbschwester. Und nein, die beiden kennen sich nicht und wissen nichts von der Situation.
Das ist auf den ersten Seiten mit viel Witz erzählt, man fühlt sich als Leser wohl in der Geschichte, bis man merkt: So eine richtig zuverlässige Erzählerin ist vor allem Mickey nicht. (Streng genommen: Die Kapitel erzählen nicht aus der Sicht der Schwestern, sondern in der dritten Person, muss man hier aber nicht so eng sehen.) Denn immer wird deutlich: Die beiden haben Probleme, die in ihrer familiären Vergangenheit liegen. Vor allem Mickey, die wie ihr Vater an Alkoholismus leidet, am liebsten alleine ist, ihre Freunde bestiehlt. Und Arlo, die gerade wieder in eine Psychotherapiepraxis einsteigt, nachdem ihre letzte Patientin Suizid begangen hat und keine Mitverantwortung bei sich sieht.
Und so wird „Mickey und Arlo“ Seite für Seite abgründiger, trauriger, man fühlt sich fast ein bisschen verraten von diesen großartig gezeichneten Figuren, die einem erst furchtbar sympathisch sind und von denen man sich doch Stück für Stück entfremdet – und ihnen gleichzeitig helfen will. Vielleicht dreht die Autorin irgendwann eine Schleife zu viel, ein paar Seiten weniger hätte dem Buch möglicherweise gut getan – auf der anderen Seite wollte ich noch viel, viel mehr Zeit mit Mickey und Arlo und auch dem Anwalt Tom Samson verbringen (auch so eine wunderbare Figur, die man selbst Stück für Stück erlesen und erfassen muss).
Hätte das Ende ein bisschen aufregender sein können? Ja, vielleicht, aber irgendwie ist es auch gut, wie es ist, ganz spoilerfrei. Ich habe die Figuren geliebt, bemitleidet, angezweifelt und furchtbar gerne über ihr Leben gelesen. Schon jetzt eines der schönsten Bücher des Jahres. Aber auch eines, das Menschen fordern kann. Gerade, wenn sie selbst mit familiären und mentalen Problemen kämpfen, selbst oder in Co-Abhängigkeit. Auf der anderen Seite: es sensibilisiert. Und das ist ja auch immer gut.
Rezensionen von Kayli:
Ein Krimi zum Kichern
Andersgasse 7 1: Ein Fall für den fantastischen Flusenwutz von Christiane Schreiber
Der Klappentext wird dem Buch nicht ganz gerecht.
Karl wohnt in der Andersgasse 7 und irgendwie sind da alle Bewohner etwas ganz besonderes und haben alle ihre kleinen Geheimnisse. Karl und Elsa sind beste Freunde und neugiereige Detektive. Als einem Bewohner immer etwas aus seiner Rumpelkammer geklaut wird, haben sie ihre Chance den Dieb zu fassen und vor allem zu verhindern, dass der Dieb Unfug anstellt.
Ob das alles so klappt?
Das Buch ist sehr witzig geschrieben und hat einige sehr schöne sprachliche Bilder, wie die Brillenschlange in der Handtasche der Oma, die wirklich eine Schlange ist und der Oma bei Bedarf die Brille reicht. Es ist auch teilweise ziemlich aufregend, sollte man beachten, wenn man das Kind es abends liest/ vorgelesen bekommt. ;) Ab 8 Jahren (3. Klasse) geht es auch ganz gut zum selber lesen. Die Sätze sind allerdings schon etwas länger und auch manche Wörter sind etwas sachwieriger - aber insgesamt geht es gut.
Rezensionen von M:
Wie macht der Hund
tiptoi® - Kennst du diese Tiergeräusche? von
Wie macht der Hund, die Katze , die Kuh. Das ist die übliche Frage, die jeder den kleinen Kindern beim betrachten von Tieren, Tierbildern oder Büchern stellt. Diese Frage wird im neuen Tiptoi Buch , Kennst Du diese Tiergeräusche, ausführlichst beantwortet. Es gibt jeweils eine Doppelseite zu Haustieren, Bauernhoftieren, Nachttieren, Tieren im Ozean, Tieren im Regenwald und vielen weitere Tier Kategorien.
Durch antippen mildem Tiptoistift hört der kleine Leser die Tierstimme und als teilnehmender Erwachsener lernt man auch einige Tierstimmen, die man nicht unbedingt kennt dazu. Beim antippen des jeweiligen Tiernamen, gibt es Informationen zu dem Tier, die zwar kurz aber sehr treffend und gut verständlich für die Kleinen sind. Außerdem gibt es noch Fragen zu beantworten und Lieder, die teilweise sehr bekannt sind, zu hören. Unser fast 3 jähriges Enkelkind und auch mich hat dieses Buch absolut begeistert.
Rezensionen von Anndlich:
Kannst du dir trauen?
Die Tochter des Serienkillers von Alice Hunter
Vor zwanzig Jahren gelang es Jane endlich, sich ihrer manipulativen und kontrollsüchtigen Mutter zu entziehen. Seitdem lebt sie nicht mehr unter dem Namen Jane, sondern nennt sich jetzt Jenny. Auch um sich von ihrem Vater zu distanzieren, einem verurteilten Serienkiller. Jenny lebt mir ihrem Mann Mark und den beiden Kindern in einem kleinen Ort, weit weg von ihrer Familie und dem Horror der Vergangenheit.
Bis Marks Ex-Geliebte Olivia plötzlich verschwindet und Jenny vor ihrer Haustür einen Müllsack mit Tierkadavern findet, die den Verdacht wecken, das jemand Jennys Vergangenheit kennt. Hat jemand herausgefunden, wer Jenny wirklich ist? Hat ihr Vater sie gefunden? Oder ihre Mutter?
Im Zuge der Ermittlungen und im Laufe der Zeit wird klar, dass auch Mark und Jenny ihre Geheimnisse haben.
Nachdem mich der erste Teil begeistert hat, musste ich auch Die Tochter des Serienkillers von Alice Hunter direkt lesen. Beide Teile sind komplett unabhängig voneinander zu lesen, dennoch hat mir das Vorwissen des ersten Bandes diesen Teil spannender erscheinen lassen. Dies liegt nicht am Inhalt, denn der steht zu keiner Zeit in irgendeinem Zusammenhang, sondern am Aufbau und den Auflösungen der beiden Geschichten.
Alice Hunters Schreibstil ist erneut sehr einnehmend und lässt einen super schnell durch die Geschichte fliegen. Im Fokus steht vor allem Jenny, aber auch Marks Perspektive hat einen relativ hohen Anteil. Jennys Perspektive wird dabei noch auch zwei Zeitebenen aufgeteilt, wobei die Vergangenheit nur selten einfließt. Außerdem werden über Extrakapitel die Taten ihres Vaters näher beschrieben. Durch die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen wird der Geschichte eine gute Tiefe verliehen.
Durch kurze Kapitel, einem flüssigen Schreibstil und den Perspektivwechseln liest sich das Buch sehr gut und lässt sich kaum aus der Hand legen und das obwohl ich inhaltlich dieses Mal leider nicht ganz so begeistert bin (wie vom Vorgängern). Das liegt u.a. daran, dass ich mir bzgl. der Auflösung ziemlich schnell sicher war und auch die Umstände erahnen konnte. Alice Hunter hat zwar wieder sehr geschickt Streufeuer gelegt, aber überzeugen konnte mich davon keins, sodass mir die Spannung letztendlich fehlte. Zudem nahm mir ein Aspekt deutlich zu viel Platz ein.
Sehr gut gefallen hat mir wiederum der Prolog und Epilog, der die Geschichte einrahmt, der Figurenbeschreibung super dient und Hoffnung auf mehr aus der Feder Alice Hunters’ macht. Denn auch wenn mich Die Tochter des Serienkillers nicht komplett packen konnte, wurde ich doch wieder gut unterhalten und vor allem der Fokus auf das Innenleben der Figuren finde ich immer wieder spannend.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Regt zum Nachdenken und reflektieren an !
Nie wieder sinnlos von Benjamin B. Bargetzi
Ich bin sehr neugierig in das Buch gestartet und war vom ersten Moment an begeistert : der Autor schreibt nicht einfach nur, sondern zieht den Leser in das Buch hinein. Einfach durchlesen gibt es hier nicht – das Buch regt zum Nachdenken und reflektieren an und so habe ich zwischen den einzelnen Artefakten immer wieder innegehalten, um das Gelesene sacken zu lassen, mich selbst zu hinterfragen und habe die Tiefe des Buches sehr genossen.
Besonders gefallen hat mir, wie hier aufgezeigt wurde, dass unsere Wahrnehmungen unseres Umfeldes immer auch etwas mit unserer momentanen Verfassung und unserer mentalen Ankerpunkte stehen – das hinterlässt bei mir ein großartiges Gefühl, jedem seine eigene Wahrnehmung zu lassen, weil nicht jeder eben dasselbe sieht und empfindet, so wie man es selbst gerade tut.
Ein tolles Buch, dass den Leser nicht nur fordert, sondern auch in seinem eigenen Tempo fördert, immer weiter zu gehen !
Rezensionen von Katyleh:
Ein großartiges Abenteuer
Aliya und die Unendliche Stadt (Die Schule der Zeitreisenden 1) von Laila Rifaat
Ich fand „Aliya und die Unendliche Stadt – Die Schule der Zeitreisenden“ total spannend und zauberhaft! Als ich das Buch aufgeschlagen habe, fühlte ich mich gleich wie Aliya, die mutige Zeitreisende, und wollte sofort mit ihr in die unendliche Stadt fliegen. Die Bilder von Bente Schlick sind bunt und lustig, fast so, als würde man in ein lebendiges Märchen eintauchen.
Mir hat besonders gefallen, wie in der Schule der Zeitreisenden ganz viele verrückte Abenteuer auf einen warteten – das war, als ob man einen riesigen Spielplatz voller Geheimnisse entdeckt hätte. Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen, weil jede Seite etwas Neues und Wunderbares zu bieten hatte. Es fühlte sich an, als ob ich selbst die Schule besuchen und mit Aliya die Zeit unsicher machen würde.
Dieses Buch ist einfach ein riesiges Abenteuer, das mich noch lange an all die magischen Momente erinnert hat. Ich wünschte, ich könnte jeden Tag in einer solchen Schule lernen und mit Aliya durch die Zeit reisen!
Rezensionen von jam:
Eine stimmige und stimmungsvolle Liebesgeschichte mit viel Hamburg-Flair.
Neues Glück auf dem kleinen Bücherschiff - Roman (Das kleine Bücherschiff 3) von Tessa Hansen
"Fünf Minuten später stand Lilly am Fuße der Gangway und ließ den Blick über die restaurierte Hafenbarkasse schweifen. Das Messingschild mit der Aufschrift "Das kleine Bücherschiff" glänzte, die bunten Wimpel (...) flatterten im Wind."
Ja, Lilly ist nach dem ersten Blick auf das kleine Bücherschiff begeistert.
Aber der Reihe nach! Lilly kehrt nach Hamburg zurück, nachdem sie einige Jahre in südlichen Ländern gearbeitet hat, um sich um ihre herzliche, aber betagte Großtante Floriane zu kümmern.
Nur für kurze Zeit, denn lange hält es Lilly nie am gleichen Fleck. Doch Floriane geht es schlechter als gedacht. So bleibt Lilly länger, findet auf dem kleinen Bücherschiff eine Anstellung und versucht, Floriane zu helfen, wo es geht.
Und dann ist da auch noch Pablo, der neue Mitinhaber des Bücherschiffs, der es Lilly sofort angetan hat. Doch ihre unglückliche Kindheit hat ihr vor allem eines gelehrt: Verlass dich niemals auf andere! Und so möchte sie nur eine Freundschaft mit Benefits, denn feste Beziehungen kann und will sie nicht eingehen. Wozu auch, bald wird sie wieder zum Arbeiten ins Ausland gehen und dann bleiben nur noch Tränen!
Ich mochte Lilly, und vor allem ihre entzückende Großtante Floriane, eine wohlerzogene Hamburger Kaufmannstochter, die dennoch unverheiratet geblieben ist und es weiß, das Leben zu genießen. Floriane ist Stammkundin auf dem kleinen Bücherschiff und liebt das bunte Treiben dort. Denn die Inhaber Miri, Katja und Pablo sind herzlich und humorvoll - und auch die Nachbarschaftsclique, die oft dort ist, ist ein bunter, liebenswerter Haufen.
So kommen die flotten Sprüche nicht zu kurz und für mich als Hamburg-Fan gibt es viel Hafenflair als Sahnehäubchen.
Die Geschichte zwischen Lilly und Pablo entwickelt sich. Mir tat Lilly manchmal leid, wie sehr sie sich selber im Weg stand mit ihrer Vergangenheit. Doch die Umstände, Katja und Floriane zwingen sie dazu, darüber nachzudenken und alte Verhaltensmuster hinter sich zu lassen.
So ist "Neues Glück auf dem kleinen Bücherschiff" eine stimmige und stimmungsvolle Liebesgeschichte mit viel Flair, auch wenn mir das Ende einige Tränen in die Augen steigen ließ!
Ich kenne die Vorgängerbände nicht, konnte aber problemlos in die Geschichte einsteigen - und hab jetzt richtig Lust, auch die ersten beiden Romane zu lesen!
Fazit: Eine stimmige und stimmungsvolle Liebesgeschichte mit viel Hamburg-Flair.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Spannender literarischer Thriller mit Tiefgang
Der Gott des Waldes von Liz Moore
"Der Gott des Waldes", das neue Buch von Liz Moore, weckt schon von der Aufmachung her enorm hohe Erwartungen: in der gebundenen Ausgabe sehr hochwertig mit fast 600 dicken Seiten aus robustem Papier, mit einem geheimnisvollen Titelbild, einem See, über den ein rosafarbener Blutstrom rinnt, der sich sogar haptisch vom Rest des Buches abhebt.
Dazu Lobpreisungen an verschiedenen Stellen auf dem Schutzumschlag, die von einem "literarischen Thriller der Spitzenklasse", einem "seltenen Juwel" und einem "Meisterwerk" sprechen. So ein Marketing lässt also ein ganz besonderes Buch erwarten. Ist es das?
Ich lese sehr gerne anspruchsvolle Literatur und gelegentlich mal den einen oder anderen Krimi oder Thriller, kenne also beide Genres. Viele Thriller sind mir zu banal konstruiert und haben wenig glaubwürdige, sehr stereotype Figuren. Davon hebt sich der "Gott des Waldes" durchaus wohltuend ab: es wird nicht nur einfach eine sehr spannende Handlung erzählt, sondern das Setting und die Figuren regen auch zum Nachdenken über die Zeit zwischen 1950 und 1975 in den USA, die Geschlechterrollen damals, soziale Ungleichheit und die mit Geld und Macht einhergehenden Privilegien und unfairen Vorteile an. Damit bietet das Buch deutlich mehr als ein einfacher Krimi oder Thriller und kann sich durchaus als literarisch bezeichnen.
Die Handlung spielt überwiegend im Sommer 1975, mit Rückblenden erzählt aus der Perspektive der 1950er und 1960er Jahre, um die Hintergründe und insbesondere die Entwicklungen einer Familie zu zeigen. Wir befinden uns in den Adirondacks Mountains, wo die vermögende Familie Van Laar ihren Sommersitz hat und außerdem, gemeinsam mit einer befreundeten Familie, ein Abenteuerferiencamp für Kinder betreibt, in dem diese den Sommer verbringen, Spaß und Unterhaltung haben, neue Freundschaften knüpfen können und lernen, wie man alleine im Wald überleben kann.
Die Familie Van Laar ist sehr reich, verschlossen und konservativ, und sie möchte genau ein Kind pro Generation haben, damit niemand das Erbe teilen müsse: am besten einen Jungen, Peter Van Laar, der erste, der zweite, der dritte und der vierte. Peter Van Laar I, der Gründervater, ist schon verstorben, doch mit seinem Sohn, Peter Van Laar II, mittlerweile ein alter Mann, dessen Sohn, Peter Van Laar III, einem Mann mittleren Alters, und wiederum dessen Sohn Peter Van Laar IV, genannt "Bear", einem Kind, leben zeitweise drei dieser Peters van Laar in der großen, aus der Schweiz hergeschafften und in den USA wieder aufgebauten Villa "Self-Reliance" am Rande des Feriencamps. Jeden Sommer wird das Fest "Blackfly Goodbye" gefeiert, bei dem sich alle gemeinsam darüber freuen, dass die Zeit der lästigen, blutsaugenden Kriebelmücke "Blackfly" für die Saison zu Ende geht, und zu dem all jene eingeladen werden, die die Familie als Freunde ansieht oder von denen sie sich geschäftliche Vorteile erhofft.
Frauen gibt es natürlich auch in der Familie, generationenlang als angeheiratete Gattinnen, blass und machtlos an der Seite der übermächtigen und manipulativen Peters. "Bear", der jüngste Peter, scheint aus der Reihe zu schlagen, alle haben ihn als freundliches, empathisches und zugewandtes Kind beschrieben... bis er leider auf tragische Weise im Wald verschwunden ist. Nach seinem Verschwinden brauchte es einen neuen Erben und Peter III und seine Gattin Alice machten sich an diese Zeugung desselben... doch diesmal wurde es ein Mädchen, Barbara. Ein sehr rebellisches, unabhängiges Mädchen, das sich nicht unterdrücken lassen will und sich gegen die lieblose Erziehung auflehnt. Mit 12 oder 13 Jahren möchte Barbara auch am Feriencamp teilnehmen und es wird ihr gewährt - die Eltern sind froh, sich mit der rebellischen Tochter mal einen Sommer weniger herumschlagen zu müssen. Doch gegen Ende des Feriencamps verschwindet auch sie im Wald.
Dieses Buch hat einige sehr interessante Charaktere. Besonders gemocht habe ich die unangepasste und trotz all ihrer Kindheitsverwundungen selbstbewusste und ihren eigenen Weg gehende jugendliche Barbara. Weitere interessante Figuren sind Tessie Jo, genannt "T.J.", die ebenfalls nicht den Geschlechternormen der damaligen Zeit entspricht, wild und frei ist, sich androgyn kleidet, nicht heiraten will und ihren Weg geht. Sie hat das Glück, von ihrem Vater die Campleitung übertragen bekommen zu haben und damit eine Aufgabe und ein Einkommen zu haben. Außerdem gibt es Judyta, eine junge Ermittlerin polnischer Abstammung, die es als eine der wenigen Frauen bei der Polizei nicht leicht hat, aber auch mutig ihren Weg gibt. Tracy, eines der Ferienkinder, die sich mit Barbara anfreundet und diese bewundert. Oder Louise, mit schwierigem familiärem Hintergrund, die im Camp als Sommerbetreuerin arbeitet und sich um die Zukunft ihres jüngeren und von der Mutter vernachlässigten Bruders sorgt. Alice, die Frau von Peter III, eine wenig selbstbewusste Frau, die von ihrem Mann und dessen mächtiger Familie unterdrückt wird und sich in eine psychische Erkrankung und die Einnahme von Medikamenten flüchtet.
Das sind nur einige der Figuren, die wir in diesem umfangreichen Buch sehr genau kennen lernen, denn es wird abwechselnd aus der Perspektive verschiedener Charaktere erzählt. Dadurch, dass somit Perspektive und Erzählzeit wechseln, bekommen wir einen sehr vielschichtigen, umfassenden Einblick in die Welt des Buches. Es werden insbesondere ganz verschiedene Frauenfiguren gezeigt, die jeweils mit den Normen und Beschränkungen ihrer Zeit zu kämpfen haben und sich ganz unterschiedlich dazu positionieren. Aus männlichen Perspektiven wird nur selten erzählt - wenn ich nichts vergessen habe, gibt es nur einen männlichen Protagonisten, dessen Sicht wir lesend kennen lernen können: Carl, der im Camp arbeitet, dem jungen Bear viel beibringt und ihn als letzter vor dessen Verschwinden gesehen haben soll. Es könnte sein, dass das Buch mit dieser Darstellung eher weibliche als männliche Lesergruppen anzieht. Ach ja, und Jacob, einen verurteilten Frauenmörder, der aus dem Gefängnis ausgebrochen und auf dem Weg in diese Gegend ist, und der aus dessen Perspektive ganz selten zwischendurch auch erzählt wird.
Es ist keineswegs offensichtlich, was mit Bear und mit Barbara geschehen ist, und bis zum Ende des Buches gibt es so einige spannende Überraschungen, die sich aber durchaus plausibel in die Handlung einfügen. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass für klassische Thriller-/Krimi-Lesende die Handlung etwas zu langsam voranschreitet bzw. sich in zu vielen Nebenaspekten verliert... um dieses Buch zu mögen, sollte man sich schon für mehr interessieren als für die Spannungsaspekte alleine (obwohl das Buch sich durchaus sehr spannend liest) und auch die sozialen Hintergründe interessant finden.
Es ist ein gutes Buch, ein solider literarischer Thriller, den ich sehr gerne gelesen habe und der mir neben Unterhaltung auch Aspekte zum Nachdenken geboten hat. Sehr geschätzt habe ich auch die leserfreundliche und hochwertige Gestaltung des Buches: so gibt es etwa eine Übersichtskarte des Camps und außerdem am Anfang der Kapitel Zeitleisten, die die Orientierung, wo wir uns zeitlich gerade in der Handlung befinden, sehr erleichtern.
Für ein 5-Sterne-Buch fehlt mir dennoch ein bisschen etwas. Insbesondere in der Auflösung und Verbindung der Handlungsstränge am Ende gab es Aspekte, die ich in Bezug auf die vorherige Figurenzeichnung und -entwicklung nicht sonderlich plausibel gefunden habe, dafür einen Stern Abzug (inhaltlich mehr dazu zu erwähnen würde spoilern). Dennoch insgesamt ein wunderschön gestaltetes, unterhaltsam und spannend geschriebenes und lesenswertes Buch.
Rezensionen von DoraLupin:
Ein Roman voller Liebe und Spannung
Die tausend Farben von Paris von Catherine Durand
Als ich das tolle Cover und dazu den Klappentext gesehen habe, wollte ich das Buch unbedingt lesen, und da ich schon andere Bücher der Autorin gelesen habe und diese immer toll geschrieben waren. Auch dieser neue Roman konnte mich in seinen Bann ziehen und hat mich Paris fühlen lassen!
Der Roman handelt von dem Amerikaner Jack, der 1951 nach Paris kommt.
Er sucht die Freiheit, will die faszinierende Stadt kennenlernen und sich als Maler durchschlagen. Als er an der Seine den Sonnenaufgang malt, lernt er die bezaubernde Fotografin Rose kennen. Beide verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Doch schon bald wird ihr zartes Band durch einen alten Bekannten Jacks bedroht. Jack soll im Künstlerviertel einen Spion aufspüren. Aber auch Rose scheint etwas über diese mysteriöse Person zu wissen. Kann ihre Liebe das Hindernis überwinden, oder wirft der Weltkrieg seine dunklen Schatten auf ihre junge Beziehung?
Der Schreibstil war wirklich wunderbar zu lesen, sehr leicht und einfach lesbar und die Seiten sind nur so dahin geflogen. Ich hab das Buch deshalb auch in nur zwei Tagen verschlungen. Ausserdem versteht es die Autorin sehr gut Paris, die Stadt der Liebe und der Kunst bildhaft und lebendig zu beschreiben und so bin ich gemeinsam mit den Protagonisten durch die Gassen der Stadt gewandert, habe kleine Cafes besucht und die Sehenswürdigkeiten richtig vor meinen Augen gehabt. Diese Leichtigkeit und das Lebensgefühl von Paris wurde ganz hervorragend eingefangen! Der Roman wird kapitelweise wechselnd aus Sicht der vier Protagonisten Jack, Rose, Amelie und Frank erzählt, aber auch Russell, ein Bekannter von Jack kommt in einigen Kapiteln zu Wort. Ich fande dies einerseits sehr abwechslungsreich zu lesen und gleichzeitig bekommt man so die Gefühls- und Gedankenwelt jeder einzelnen Person noch besser mit.
Alle vier Protagonisten sind mir ans Herz gewachsen, ganz besonders toll fand ich Amelie und Rose, zwei starke Frauen die nicht zurückschrecken wenn es darauf ankommt. Insgesamt wurden die Personen alle sehr gut ausgearbeitet und haben authentisch aggiert. Die Handlung war stets mitreissend und wunderbar zu lesen. Das Buch ist eine Mischung aus Liebesgeschichte und Krimi und in diesem Buch hat das ganz wunderbar harmoniert. Auch historisch kann man in diesem Roman einiges lernen, dies war düster aber so ist die Vergangenheit nunmal auch. Die ganze Geschichte war spannend aber auch sehr romantisch und deshalb wollte ich auch in jeder freien Minute weiterlesen. Auch das Nachwort der Autorin ist sehr gelungen und zeigt die gute Recherchearbeit des Romans.
Fazit: Ein tolles Buch, das einem Paris, die Stadt der Liebe mit Romantik und Spannung näher bringt.
Rezensionen von Peachybookdreams :
Sehr hilfreich für Anatomie
Morpho Detail. Hände und Füße von Michel Lauricella
Inhalt: Morpho Detail Hände und Füße ist ein wunderbares Nachschlagewerk für Künstlerinnen und Künstler. Das Buch führt einen Schritt für Schritt durch die verschiedenen Schichten der Hände und Füße, Knochen, Sehnen, Muskeln und Fett werden zeichnerisch dargestellt, außerdem erklärt der Autor in kurzen Absätzen jeweils seinen Zeichenprozess.
Die Zeichnungen sind sehr detailliert, weshalb man ohne viel lesen zu müssen sein Verständnis für Anatomie verbessern kann.
Fazit: Mir hat dieses Buch unglaublich gut gefallen und es war sehr hilfreich, um meine Zeichnungen zu verbessern. Besonders die dynamischen Positionen waren für mich sehr hilfreich. Ein Buch, das ich jedem Künstler, der Schwierigkeiten mit der Anatomie von Händen und Füßen hat, nur empfehlen kann.











