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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von nessabo:

Oh, was für ein bitterböses und fesselndes Werk

Blaues Wunder,1 Audio-CD, 1 MP3 von Anne Freytag

Also, ich muss ja sagen, Anne Freytag hat mich hier von den Socken gehauen! Ich kenne die Autorin von ihren Jugendromanen und hatte da nur die sanften, manchmal traurigen Texte im Gedächtnis. Und dann ist „Blaues Wunder“ so ein messerscharfer Pageturner?! Ihr literarisches Werk reizt mich ab sofort sehr.

Für dieses Buch muss mensch sicherlich in Stimmung sein, aber ich möchte es dennoch allen ans Herz legen. Die Geschichte ist bitterböse, bissig ohne Ende und strotzt nur so vor Intrigen und Rachegelüsten. Wir begleiten die Ehefrauen von drei Männern, die beruflich miteinander verbunden sind: Walter als Chef und Ferdinand sowie Kilian als Anwärter auf den Chefsessel. Nora, Franziska und Rachel sind alle wohlhabend und teilen doch ein ähnliches Schicksal: verachtet, belächelt und unterschätzt. Freytag rückt diese Randfiguren nun ganz klar ins Zentrum ihres Romans - und wie sie das macht!

Der gemeinsame Kurzurlaub auf einer Yacht ist von Anfang an eine Farce. Dank der wechselnden Perspektiven lernen wir schnell, wie alle ein abgekartetes Spiel spielen. Ich habe mich zwischenzeitlich gefühlt wie in „Gossip Girl“! Der Roman ist außerdem extrem spannungsgeladen und bleibt bis zum Schluss fast thrillerhaft. Ich konnte nicht aufhören und bin wirklich von Anfang bis Ende begeistert! Und obwohl immer mal wieder kleine Hints eingestreut werden, war ich vom Schluss überrascht.

Einziges Manko und kleiner Abzug beim Hörbuch: Die Sprecherin war nicht ganz ein perfektes Match für mich. Außerdem fand ich es manchmal schwer, den Perspektivwechseln zu folgen, obwohl die jeweils erzählende Figur am Kapitelanfang vorgestellt wird. Deshalb stelle ich mir das Buch tatsächlich im gelesenen Zustand noch besser vor. Wobei die Sprecherin den bissigen Zynismus und Sarkasmus wirklich gut umgesetzt hat.

Freytag schreibt mit einer psychologischen Raffinesse, die süchtig macht. Klare Empfehlung für alle mit Lust auf female rage and revenge! Ich habe es sehr gefeiert, auch wenn es phasenweise harter Tobak ist.

4,5 Sterne

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Rezensionen von Petra:

K.O.Tropfen

Madame le Commissaire und die gefährliche Begierde von Pierre Martin

Clodine Isabelle Bonnets Freundin wird nackt und verwirrt aufgegriffen, sie hat keine Ahnung wie sie in diesen Zustand gekommen ist. Außerdem trägt sie ein auffallendes Armband was sie bisher nicht besessen hat. Anscheinend ist sie mit K.O. Tropfen außer Gefecht gesetzt worden. Dann findet Apollinaire weitere Fälle alle Frauen haben eine auffallende Ähnlichkeit mit Clodine.

Isabelle ermittxxxxxelt von sich aus, denn der Missbrauch von Frauen ist ein rotes Tuch für sie.
Es ist wieder ein spannender Fall in einer der schönsten Gegenden Frankreichs. Die taffe Kommissarin macht wieder mal fast alles im Alleingang. Nur diesmal folgt sie erst einer falschen Fährte, was die Geschichte sympathisch macht. Außerdem entwickelt sich ihr Liebesleben, was auch immer interessant ist.
Es ist diese gelungene Mischung mit einer modernen Frau und manchmal eher rückständigen Männern die das Ganze unterhaltsam machen. Das lockert das Geschehen auf und die Todesfälle sind hier immer nicht so brutal dargestellt wie in anderen Serien. Mal kann man das Lesen aber ich mag es lieber wenn die Ermittlungen im Vordergrund stehen und nicht extrem blutige Mordfälle die dann bis in alle grausigen Einzelheiten beschrieben sind. Es muss nicht Cosy Crime sein, sondern wie hier spannend mit sympathischen Ermittlern einem netten Umfeld das nicht im Vordergrund steht.
Am Ende ist ein Satz aus dem man ersehen kann um was es wahrscheinlich im nächsten Band gehen wird. Ich freu mich schon darauf.

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Rezensionen von clematis:

Fortsetzungsroman

Die Lektorin - Ich schreibe dein Ende! von T. J. Hammann

Bei Lektorin Lilli Ziegler wird ein Manuskript abgegeben, das das Blut in ihren Adern gefrieren lässt. Verblüffend sind die Parallelen zu ihrem eigenen Leben, aber die einzelnen Teile, welche nach und nach - einem Fortsetzungsroman gleich - bei Lilli ankommen, werden immer bedrohlicher, denn ihre Familie ist laut den Ankündigungen im Text in akuter Lebensgefahr.

Raffiniert legt Tim J. Hammann diese Geschichte an und vermag dadurch die Leser in seinen Bann zu ziehen. Einer ganzen Reihe an Fragen muss sich Lilli stellen. Wer könnte hinter den Manuskripten stecken? Wie gut kennt sie ihre Familie, ihren Ex-Mann und ihre beiden erwachsenen Kinder wirklich? Was bezweckt der Täter? Wem kann sie noch vertrauen? Die Spannung ist greifbar, Lillis Dilemma, der Polizei und auch ihren Weggefährten nicht alles zu erzählen, was ihr widerfährt, wird von Tag zu Tag größer. Das Augenmerk liegt weniger auf den einzelnen Figuren als vielmehr auf der Gesamtkomposition aus Lillis Leben, das mittels der Manuskriptteile dargestellt und des Weiteren vorgezeichnet wird und den Überschneidungen mit der Wirklichkeit, die gleichzeitig stattfindet. Dergestalt bildet jedes recht große Kapitel einen Abschnitt der Dramaturgie ab, wobei man sich immer weiter verstrickt in einen Strudel aus verblüffenden und überraschenden Neuigkeiten und der Fähigkeit des Schreibers, Lilli stets auf den Fersen zu sein. Die Auflösung kommt dann fast zu turbulent daher mit spektakulären Szenen, bei denen sich die Ereignisse regelrecht überstürzen und noch schnell etliche Informationen geballt zusammengefasst werden.

Ein flüssiger Schreibstil und eine überaus ungewöhnliche Handlungslinie lassen dieses Thrillerdebüt zu einem kurzweiligen Zeitvertreib werden.

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Rezensionen von Ecinev:

mal etwas anderes

Geht so von Beatriz Serrano

Marisa ist Creative Director in einer Werbeagentur sie und ihr Team verkaufen den Leuten Dinge von denen sie gar nicht wussten, dass sie sie brauchen. Das tägliche Einerlei aus Meetings und Abgabeterminen haben sie abstumpfen lassen bis hin zu einer Depression. Gefühlt dauert der Arbeitstag Jahre. Dem Hamsterrad des Arbeitslebens versucht sie mit You Tube Videos und Beruhigungsmitteln zu entfliehen.

Kein Wunder, dass die Aufsicht auf ein Teamevent sie nervös macht. Was wenn die anderen merken, dass sie nicht mit der Masse schwimmt.
Beim Auftakt Paintball Spiel hofft sie möglichst schnell getroffen zu werden um den weiteren Verlauf von der Bank zu verfolgen. Vielleicht war die Mitnahme von Drogen keine gute Idee wie der weitere Abend zeigt.

Mit einigem Wortwitz wird in diesem Buch teilweise treffen, teilweise übertrieben die heutige Arbeitswelt beschrieben. In Ich-Form teilt Marisa aus, gegen die immer gleichen Meetings, Kollegen, Vorgesetzte und die heutige Social-Media süchtige Gesellschaft.
Das Ende fand ich etwas übertrieben, fast unglaubwürdig und hätte so drastisch nicht ausfallen müssen.

Eine Abwechslung ist dieser Roman der in Madrid spielt auf alle Fälle von den ansonsten überwiegenden Handlungsorten. Der Schreibstil ist bissig, ironisch die Protagonisten gut ausgearbeitet. Ich bin gespannt auf weitere Bücher der Autorin.

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Rezensionen von clematis:

Von Kolberg

Altenstein von Julie von Kessel

Familie von Kolberg muss 1945 kriegsbedingt endgültig ihr Gut verlassen und nach dem Tod des Grafen im Westen neu anfangen. Konrad, der Jüngste in der großen Kinderschar, will Jahrzehnte später das Land seines Vaters in Ostpreußen zurückbekommen, eine Restitution wird allerdings ausgeschlossen.

Schwester Bobby hat genug Geld zur Verfügung, aber nun entfacht sich unter den Geschwistern ein Streit, ob eine Rückkehr das Richtige sei.

Mit einem beklemmenden Prolog rund um eine Fluchtszene aus Ostpreußen beginnt dieser umfangreiche Roman und fesselt damit seine Leser. Allerdings flacht die Spannung bald deutlich ab, da im weiteren Handlungsverlauf jeweils die Sicht eines anderen Familienmitglieds eingenommen wird und wild in unterschiedlichsten Zeitebenen umhergesprungen wird. So fehlt jegliche Chronologie und jedwede Möglichkeit, sich in die einzelnen Personen hineinzuversetzen und eine gewisse Nähe zu ihnen aufzubauen. Die Geschichte selbst wirkt grundsätzlich durchaus interessant, die Sichtweise der Figuren aufgrund ihres Abwechslungsreichtums ansprechend. Allerdings hat man mitunter das Gefühl, dass manche Erzählstränge irgendwo beginnen aber nirgendwo weiterführen. Daher konnte mich dieser Roman nicht wirklich in seinen Bann ziehen.

Ein vielversprechender Klappentext und ein überaus hübsches Titelbild wecken Neugierde, diese wird dann – für mich – allerdings nur teilweise gestillt, zu unruhig und sprunghaft verläuft die Handlung. 2 von 5 Sternen.

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Rezensionen von Ecinev:

Eher ruhiger Roman

Middletide - Was die Gezeiten verbergen von Sarah Crouch

Im Januar 1994 finden 2 Angler in einer abgelegenen Bucht die Leiche der örtlichen Ärztin erhängt am Baum. Alles deutet auf Selbstmord hin da sie den Tod ihrer Tochter und die Trennung von ihrem Ehemann nicht länger ertragen konnte. Doch einige Tage später findet der Gerichtsmediziner Hinweise die auf einen möglichen Mord deuten könnten.

Allen voran verdächtig Elijah, Besitzer des Grundstücks am See. In seiner Jugend hat er mit seiner indigenen Freundin viel Zeit in der Natur verbracht und kommt jetzt nach dem Tod seines Vaters wieder auf das alte Grundstück da seine eigenen Lebensträume geplatzt sind.

Sein Wunsch Schriftsteller zu werden ist nach einer negativen Rezension auf sein Werk im Sande verlaufen, sein Roman 'Middletide' wurde kaum verkauft. Tragischerweise beschreibt er darin genau die Situation in der jetzt die junge Ärztin des Ortes Point Orchards aufgefunden wurde.

In unterschiedlichen Zeitebenen wird die Geschichte erzählt teilweise einen starken Bezug zu dem Werk von Delia Owens mit der Schilderung der Natur und den Bewohnern eines kleinen Ortes im Nordwesten der USA aufweist. Die Jahreszahl dient als Kapitelüberschrift und man muss schon aufpassen in welcher Zeit das Kapitel nun spielt.

Der Schreibstil ist ruhig, die Personen werden gut eingeführt auch das Verhältnis der Bevölkerung zu dem nahegelegenen fiktiven Reservats. Daneben gibt es auch einige Längen und besonders das Verhalten von Elijah wirkt nicht sehr reflektiert. Dennoch hat mir die Geschichte mit einem Happy End gut gefallen

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Rezensionen von Ecinev:

Beängstigend

Die Kammer von Will Dean

5 Sättigungstaucher müssen zum Druckausgleich etliche Tage in einer engen Kammer verbringen. Es gibt keinen Ausweg sonst würden alle sterben. Schon nach dem ersten Tauchgang gibt es dann einen Toten. Hilfe von außen ist ebenso unmöglich wie ein Entkommen, so müssen die verbliebenen mit ihrem toten Kollegen verbringen.

Wenig später kommt es zu einem weiteren Todesfall und der Tauchgang zu einer Öl Pipeline wird abgebrochen. Doch wieder müssen die verbliebenen Taucher zum Druckausgleich in der Kammer bleiben. Die vorher harmonische Stimmung unter den Profitauchern kippt. Schließlich ist man von der Besatzung des Tauchschiffs abhängig was Sauerstoff, bzw. Heliumgas und Lebenmittel angeht.
Die Tage ziehen sich und es gibt weitere Todesfälle.

Die Zeit überbücken die Taucher mit Geschichten aus ihren vielen Militär- und Taucheinsätzen. Mit dabei Ellen, die einzige Frau und Mutter deren Geschichte erst zum Ende hin erzählt wird. Diese Geschichten blähen das Buch etwas auf während das Grundgerüst bis zum Ende hochspannend bleibt. Das Ende war dann recht kurz abgehandelt, vielleicht habe ich aber auch die Auflösung nicht richtig verstanden.

Auf alle Fälle durch den lebendigen Schreibstil und das klaustrophobische Setting in einem mir völlig unbekannten Bereich hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich werde mal nach weiteren Büchern Ausschau halten. Das Cover ist recht nüchtern, aber absolut passend.

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Rezensionen von Julia:

Erdrückendes Gefühl

When the Rain Burns - Based on Sina's True Story von Justine Pust

Nach diesem Buch musste ich das Gelesene erst einmal sacken lassen und auch während des Lesens habe ich immer wieder kurz durchatmen müssen, weil ich das Thema sehr erdrückend fand. Und dazu muss ich sagen, dass ich nicht zu jeder dritten Frau gehöre, die so etwas schon einmal erleben musste. Umso fantastischer fand ich, dass Justine Pust dieses Thema für ihren Roman genutzt hat und dass Sina den Mut gefunden hat, über ihre Geschichte zu erzählen!

Der Schreibstil war flüssig und in seinem Sinne angenehm zu lesen, was bei dem Thema auch bedeutet, dass ich immer wieder wütend auf bestimmte Charaktere war oder einfach einen Klos im Hals hatte beim Lesen.

Die Charaktere und ihre Geschichten sind sehr gut ausgearbeitet und während man einige gehasst hat, hat man andere sofort ins Herz geschlossen und ich hätte Lina am liebsten ganz fest in die Arme geschlossen. Liam war nicht nur für Lina eine Wohlfühlperson, sondern auch für mich als Leserin. Seine Kapitel haben Wärme ausgestrahlt, aber auch immer wieder gezeigt, wie schwer er es hat und mit welchen Dingen er eigentlich zu kämpfen hat.

Wir begleiten Lina und Liam abwechselnd in ihren Kapiteln durch ihre Entwicklungen, Rückschläge und auch durch ihre Vergangenheit beim Amoklauf. Wir sehen wie beide mit dem selben ausschlaggebenden Ereignis in der Vergangenheit auf ihre eigene Art und Weise ganz unterschiedlich umgehen und ich habe beide total gerne auf ihrer Reise begleitet. Ich wollte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.

Ja, es ist ein schwieriges Thema.
Ja, dieses Buch ist kein Wohlfühlroman und nicht für jeden geeignet.
Aber es ist so wichtig nicht zu schweigen und auch solche Themen aufzugreifen, damit es noch mehr in den Vordergrund rückt. Denn “not all men, but all women”, eine sehr wichtige Aussage in diesem Buch! Für alle, die mit den Themen Trauma und toxische Beziehungen/Gaslighting umgehen können, kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen!

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Rezensionen von Kayli:

Was für eine Krankheit

Tuberkulose von John Green

Nun, ich wusste, dass Tuberkolose eine weit vebreitete Krankheit ist, aber wie weit sie verbreitet und wie wenig sie sich teilweise behandeln lässt und wie viele Menschen daran wirklich sterben - das war mir nicht bewusst. Als Europäer verlässt man sich vielleicht auch zu sehr auf das Gesundheitssystem - Test auf Resistenzen von Antibiotika sind kein Problem und auch die Medikamente bekommt man hier.

Schwieriger sind es in teilweise anderen Ländern aus, wie auch die Rahmengeschichte von Henry aus Sri Lanka zeigt. Die Geschichte von ihm und seiner Krakheit hat mich mitgenommen.

Die historischen Rückblicke sind recht spannend und zeigen wie stark Krankheiten nicht nur von den naturwisschenschaftlcihern Fächern betrachtet wurden, sondern auch in Kunst/ Literatur/ Mode sich widerspiegeln.

Trotz des spannenden und gut aufbereiteten Themas fand ich den Schreibstil manchmal etwas anstrengend und vor allem sehr konfus. Bei einigen Schachtelsätzen hab ich mich gefragt, ob die in der englischen Oriiginalvariante genauso zu finden sind oder eher nicht.

Dennoch ein wirklich wichtiges und informatives Buch - ich würde es (und hab es auch schon) auf jeden Fall weiterempfehlen.

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Rezensionen von liesmal:

Den Himmel verdient

Um jeden Preis von Hera Lind

„Hartes unmenschliches Schuften, stumpfe Plackerei und körperliche Arbeit, immer und immer wieder, bis zum letzten Atemzug, und das ohne Sinn. Nur aus Rache eines Volkes an einem anderen Volk. Zur Strafe für etwas, was wir nie getan hatten. Als Wiedergutmachung für unvorstellbares Leid, das größenwahnsinnige Politiker angerichtet hatten.

Und das wir ausbaden mussten.“
Dieses Buch hat Hera Lind nach einer wahren Geschichte geschrieben. Lydia erzählt darin von ihrer Familie, die viele, viele Jahre unvorstellbares Leid ertragen mussten und sich dennoch niemals haben unterkriegen lassen.
Geboren wurde Lydia 1927 und sie war erst 16, als sie 1944 mit ihrer Mutter und vier Geschwistern nach Sibirien verschleppt wurde, nachdem sie aus der Ukraine geflohen waren, es bis nach Deutschland geschafft hatten, aber dann zurückgeholt wurden.
Es ist nahezu ungeheuerlich, was die Menschen durchgemacht haben, nachdem man ihnen ihre Heimat genommen hatte. So detailliert wie diese Geschichte von Lydia habe ich nichts ähnliches gelesen. Allein der Gedanke daran, dass sie und ihre Familie in Sibirien bei minus 50 Grad und nur spärlich bekleidet zwölf Jahre lang schwer geschuftet und trotzdem durchgehalten haben, zeigt ihren unfassbar starken Willen. Ihr tiefer christlicher Glaube und ihr Motto „Unbedingt zusammenbleiben! Einer für alle, alle für einen!“ haben Kräfte vor allem in Lydia freigesetzt, die fast unglaublich klingen.
Das Leben war Zwangsarbeit, fehlende Hygiene, Krankheiten, große Armut und meistens nur eine Handvoll Essen für die ganze Familie. Die einzigen Lichtblicke waren die wenigen Menschen, die sich ihnen gegenüber menschlich benommen haben und dabei für sich selbst manchmal einiges riskiert haben.
Man muss die Geschichte gelesen haben, und selbst dann ist es kaum zu glauben, was die Menschen in der damaligen Zeit durchmachen mussten. Lydia und ihre Familie sind da nur ein Beispiel von vielen.
Das Zitat am Anfang meiner Rezension habe ich herausgeschrieben, weil es auch heute wieder (oder immer noch) so aktuell ist. Ich kann nur hoffen, dass die Machthaber dieser Welt sich Gedanken machen darüber, was angerichtet wird bei den Versuchen, sich selbst groß und größer zu machen – und ob dieser Aufwand nicht vollkommen unnötig ist.
Vielen Dank Hera Lind und vor allem der Familie Judt und ihren Nachkommen dafür, dass diese Geschichte erzählt und gehört wird - und unvergessen bleibt.
Ihr alle habt den Himmel verdient!

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