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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gaby 2707:

Absolut lesenswert!

Der dunkle Sommer von Vera Buck

Ein düsteres dunkles Cover, verfallene Gebäude auf einem Berg eingerahmt von Zypressen. Da kommt schon die erste Gänsehaut auf.
Das setzt sich fort im Prolog, wo ich bei den wenigen Zeilen auch Gänsehaut auf den Armen und viele Fragen im Kopf hatte. Und das hat sich im Laufe der Geschichte immer mal wieder wiederholt.

Es ist bis zum Schluss nicht greifbar, was hier passiert.
Architektin Tilda will zur Ruhe kommen, vergessen und kauft auf der italienischen Sonneninsel Sardinien im verlassenen Bergdorf Botigalli für 1,00 € das Haus Nr. 15. Sie ahnt nicht, auf welch schreckliche Geheimnisse und auf welch düstere Geschichte sie hier noch stoßen wird.

Es hat eine Zeit gedauert, bis ich durch die verschiedenen Handlungsstränge und die vielen Menschen, die mir hier begegnen, in die Gescichte hinein gefunden habe. Aber dann war es richtig spannend, die Zusammenhänge, die anfangs nicht zu durchblicken sind, ganz langsam aufzudröseln.
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart begleite ich Tilda, die die verlassenen Mauern in dieser Einöde gekauft hat und den Journalisten Enzo Piras, der die Geschichte des Dorfes aus dem einzigen Überlebenden der damaligen Geschehnisse Silvio DiNardo herauszukitzeln versucht. Richtig spannend wird es, als Tildas Bruder, der sie besucht, plötzlich spurlos verschwindet.
In der Vergangenheit erzählt Franca DiNardo von den Geschehnissen aus dem Jahr 1982, die in einer einzigen Nacht in einem fatalen Unglück enden.
Autorin Vera Buck, die ich bisher noch nicht gelesen habe, schafft es, nachdem ich mich reingelesen habe, relativ schnell mich in die Geschichte, das sardische Lebensgefühl und die Schroffheit der Landschaft hinein zu ziehen. Ich konnte sehr gut zwischen dem Heute und der Vergangenheit hin und her switchen.
Besonders erwähnen möchte ich noch das Nachwort, das erklärt, wie es zu der Geschichte um Franca DiNardo kam und das auf die Entführungsindustrie in Italien eingeht. Einfach schrecklich und unfassbar.

Die Geschichte, die dieses 1 € Haus zu erzählen hat, hat es in sich und ist absolut lesenswert!

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Rezensionen von Marw76:

Zur Zeit der Resistenza in Italien

Zypressensommer von Teresa Simon

Cover: Das Cover ist in einem wunderschönen Grünton gehalten und zeigt im Hintergrund die Toskana und im Vordergrund einen Zypressenzweig und eine junge Frau die nach vergangenen Zeiten aussieht. Das Cover macht neugierig und passt sehr gut zum Inhalt der Geschichte, denn es geht in die Vergangenheit eines kleines italienischen Dorfes in der Toskana.

Inhalt: Die junge Frau Julia Matthiesen reist in das italienische Dorf Lucignano, von dort stammt ihr kürzlich verstorbener nonno. Seine Familie hat seit jeher Oliven angebaut, doch er ist nie in seine Heimat zurückgekehrt und hat darüber geschwiegen, was hier vorgefallen ist. Julia begibt sich auf die Spuren ihres Großvaters, unterstützt von dem attraktiven Italiener Matteo Conti. Bei ihrer gemeinsamen Suche wird ihnen von einer Frau erzählt, die die «Schwarze Eule» genannt wurde. Die Geschichte führt in die 1940er-Jahre, in die Zeit der «Resistenza», als italienische Partisanen sich in den Bergen versteckten und gegen die Faschisten kämpften; sie führt zu zwei Brüdern, den Olivenbauern Vito und Gianni, und zu einer tragischen Liebesgeschichte.

Meine Meinung: Der Schreibstil des Buches ist leicht verständlich und bildhaft, deshalb hatte ich keine Probleme der Geschichte zu folgen. Die Toskana wird sehr bildhaft und lebendig beschrieben mit leckerem Essen, toller Natur und kleinen Dörfern, es geht aber auch in die Vergangenheit und diese erzählt vom Schrecken der Besatzter und der Zeit der Resistenza. Ich fande vorallem den Strang in der Vergangenheit sehr bewegend, dieser wird im Wechsel von Gianni der als Kriegsgefangener in Hamburg arbeitet und der "schwarzen Eule" erzählt, die für die Resistanza kämpft. Hier konnte ich mitfiebern und war sehr gefesselt und bewegt von der Geschichte. Der Erzählstrang rund um Julia hatte die ein- oder andere kleine Länge, die Geschichte konnte mich jedoch insgesamt überzeugen und vorallem die Geschichte in der Vergangenheit lässt einen berührt zurück.

Fazit: Gerne empfehle ich das Buch weiter, vorallem auch an Leser, die sich für die Zeit der Resistenza in Italien interessieren.

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Rezensionen von Lerchie:

Wieder sehr spannend

Pfotenglück und Sommerwellen von Petra Schier

Isalie Charlotte Hansen ist Influencerin und hat 100.000 Follower. Bei Unternehmen ist sie sehr gefragt als Unternehmensberaterin. Doch bei dem Auftrag von einem Bauernhof an der Küste betritt sie Neuland. Sie muss sich mit der neuen Materie auseinandersetzen und dann ist da noch Max, der schlecht gelaunte Sohn ihrer Auftraggeberin, der ihr Steine in den Weg legt.

Dabei findet sie im ganz attraktiv. Jetzt muss sie ihn nur von ihrem Können überzeugen.

Meine Meinung
Das Buch ließ sich wieder leicht und flüssig lesen, denn keine Unklarheiten im Text störten meinen Lesefluss. In der Geschichte war ich auch schnell drinnen, konnte mich in die Protagonisten gut hineinversetzen. Über Max habe ich zunächst den Kopf geschüttelt, aber seine Ex war ja wirklich fies. Dass man einen Mann verlässt, gut, das kommt durchaus öfter vor und passiert nun halt mal, aber dass man dann die Kinder sozusagen links liegen lässt, oder zumindest fast, denn sie haben ihr Mutter ja nur ganz selten gesehen, das ist schon allerhand. Samson tat mir fruchtbar leid. Wenn Menschen sich mit Hunden nicht auskennen, oder sich nicht auskennen wollen, dann sollten sie keinen adoptieren. Und vor allem sich vorher erkundigen, wie groß so ein Tier wird, wieviel es frisst und wieviel Auslauf es braucht. Es gibt halt wirklich so schlechte Menschen und sowas passiert auch leider jedes Jahr immer wieder. Dass der Hund traumatisiert ist, nachdem er eine Woche auf dem Parkplatz angebunden verbracht hat, wundert mich nicht. Doch eines wundert mich, denn den muss doch vorher schon jemand bemerkt haben, oder war er so versteckt angebunden? Wie immer in Petras Hundebüchern faszinieren mich die Gedanken des Hundes enorm. Es ist immer so lustig zu lesen auch wenn Samson ja zunächst nur traurige Gedanken hat. Denn dass er das Vertrauen in die Menschen verloren hat ist eigentlich klar. Ich hoffte sehr, dass er zu seinem neuen Herrchen/Frauchen Vertrauen fassen würde. Und bei Max hat er ja eine nette Familie gefunden. Das Buch hat natürlich ein Happyend, ich liebe Happyends. Es ist sehr spannend, hat mich gefesselt und auch sehr gut unterhalten. Eine Leseempfehlung und fünf Sterne. Bis zum nächsten Mal liebe Petra Schier.

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Rezensionen von Raffaella:

Es wird sehr geschätzt und geliebt

Helene von Thurn und Taxis. Life is a Story - story.one von Raffaella De Lauso

Liebe potentielle Leserinnen und Leser, dieses Buch wird sehr geschätzt und geliebt.

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Rezensionen von Nele33:

genial

Der dunkle Sommer von Vera Buck

Ein Haus für 1. Euro, Tilda kann es kaum glauben. Nun hofft sie, dass sie in dem unbelebten Dorf Botigalli im östlichen Sardinien nun endlich zur Ruhe kommen kann. Nach einem traumatischen Schicksalsschlag will sie die Brücken hinter sich abbrechen und nur 3 ganz vertraute Menschen haben ihre Handynummer.

Bei der Renovierung des Hauses fallen ihr Einschusslöcher in den Wänden auf und es gibt dunkle Flecken, die sich auch mit dem stärksten Reinigungsmittel nicht entfernen lassen.

Sie lernt auf dem Friedhof Enzo kennen, einen Journalisten, der zu der Geschichte des Dorfes recherchiert. Er möchte das vor 40 Jahren stattgefundene Drama des Dorfes endlich lösen. Durch diesen Kontakt erfährt Tilda, dass sie wohl doch nicht die einzige Bewohnerin in Botigalli ist, sondern Silvio, der einzige Überlebende des Dramas, mit seiner Pflegerin auch noch im Dorf lebt.
Nachdem Tilda immer wieder das Gefühl hat beobachtet zu werden und ihr Bruder Nino, der bei ihr zu Besuch ist, verschwindet, ist ihr klar, mit dem Dorf stimmt ganz gewaltig etwas nicht und jemand setzt alles daran, dass Geheimnis des Dorfes zu wahren.

Erzählt wird die Geschichte aus den unterschiedlichen Perspektiven, eingeschoben immer wieder Gedanken und Gefühle von Entführungsopfern, die grausam festgehalten werden.

Wieder einmal konnte mich Vera Buck mit ihrem Thriller auf ganzer Linie überzeugen. Der Thriller hat leichte Gruselelemente, die bedrohlich wirken. Der Aufbau ist logisch und auch die Auflösung dazu absolut stimmig.
Die Charaktere machen eine gute Entwicklung durch und gerade die Geschichte von Franca ist äußerst berührend. Es sollte unbedingt das Nachwort gelesen werden.

Klare Leseempfehlung von mir.

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Rezensionen von nil_liest:

Sternstunde für Sinnsucher

Stars von Katja Kullmann

Mit Stars gelingt Katja Kullmann ein feinfühliger, kluger und dabei überraschend unterhaltsamer Roman über Identität, (Selbst-)Täuschung und die ewige Sehnsucht nach Orientierung – besonders in Zeiten gesellschaftlicher Unruhe. Die Journalistin und Autorin, die mit ihrem Essayband Generation Ally bereits 2003 große Aufmerksamkeit erregte und den Deutschen Bücherpreis gewann, verbindet in diesem Roman ihre gesellschaftspolitische Beobachtungsschärfe mit erzählerischer Leichtigkeit.

Im Mittelpunkt steht Carla Mittmann, eine einst idealistische Philosophiestudentin, die ihr Leben in der Serviceabteilung eines Möbelhauses versickern lässt. Ihre kleine Horoskop-Website betreibt sie eher ironisch als mit spirituellem Ernst. Doch dann landet eines Tages ein mysteriöser Schuhkarton mit 10.000 Dollar vor ihrer Tür – Absender unbekannt. Diese absurde Wende nutzt Carla, um auszubrechen: aus der Tretmühle, aus dem Mittelmaß, aus der Bedeutungslosigkeit. Sie kündigt ihren Job und startet durch – als „Astro-Charly“, Starastrologin mit wachsender Online-Fangemeinde und echtem Glamour-Faktor.
Kullmann beschreibt diesen Weg vom spirituellen Seitensprung zur markttauglichen Selbstverwirklichung mit spitzer Feder, Ironie und sehr viel Gespür für unsere Zeit. Denn Stars ist kein esoterisches Märchen, sondern ein präziser, manchmal melancholischer, oft komischer Blick auf eine Frau, die sich neu erfindet – in einer Welt, in der Selbstoptimierung, Selbstdarstellung und Sinnsuche miteinander verschmelzen. Carla ist keine typische Heldin, eher eine Antiheldin mit Ecken, Brüchen und leiser Wut im Bauch. Gerade dadurch wirkt sie glaubwürdig und nahbar.
Stilistisch überzeugt Kullmann mit ihrem markanten, klaren Ton – mal spöttisch, mal zärtlich, immer sehr gegenwärtig. Die Dialoge sitzen, die Beobachtungen sind messerscharf, ohne je zynisch zu sein. Der Roman behandelt große Themen: Lebenslügen, gesellschaftliche Deutungshoheiten, spirituelle Sehnsüchte – aber stets mit einem Augenzwinkern und ohne schwerfällig zu wirken.
Auch wenn man selbst nichts mit Astrologie am Hut hat, nimmt einen dieses Buch mit – weil es eben nicht um Sterne geht, sondern um das menschliche Bedürfnis, im Chaos der Welt ein Muster zu erkennen. Kullmann gelingt es, philosophische Tiefe und unterhaltsames Erzählen zu verbinden – eine seltene Gabe in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.
Fazit:
Stars ist ein witziger, nachdenklicher und hervorragend geschriebener Roman über eine Frau, die sich selbst neu erfindet. Katja Kullmann verbindet Scharfsinn, Gesellschaftskritik und Emotion zu einem Lesevergnügen mit Haltung – ein großer Wurf!

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Rezensionen von nil_liest:

Heimkehr in die Vergangenheit –Schuld, Schwestern und Selbstfindung

Die Inselschwimmerin von Lorraine Kelly

Mit Die Inselschwimmerin legt Lorraine Kelly – bislang vor allem als britische Fernsehjournalistin bekannt – ihr Romandebüt vor. Entstanden ist ein gefühlvoller, zeitweise sehr bewegender Roman über Familie, Schuld, Vergebung und das Finden von innerem Frieden – angesiedelt vor der rauen, atmosphärisch dichten Kulisse der schottischen Orkneyinseln.

Inhalt & Handlung
Im Mittelpunkt steht die 38-jährige Evie, die nach zwanzig Jahren in London auf die Orkneys zurückkehrt, um sich von ihrem sterbenden Vater zu verabschieden. Sie kommt zu spät – doch sie beschließt zu bleiben und sich ihrer belasteten Vergangenheit zu stellen. Das Verhältnis zu ihrer jüngeren Schwester Liv ist zerrüttet, ein traumatisches Ereignis liegt wie ein Schatten über der Familie. Während Evie das Elternhaus auflöst, findet sie Anschluss an eine Gruppe von Kaltwasserschwimmerinnen – starke Frauen, die ihr helfen, wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen.

Die Handlung wird auf drei Zeitebenen erzählt:
– Evies Kindheit ab den 1960er-Jahren
– Die dramatischen Geschehnisse im Jahr 2004
– Ihre Rückkehr im Jahr 2024

Dieser Aufbau schafft Spannung, lässt Raum für emotionale Tiefe und verleiht der Geschichte Struktur. Die zentrale Frage – welches Geheimnis Evie in die Flucht trieb – wirkt als verbindendes Element zwischen den Zeitebenen und hält die Leserschaft über weite Strecken in Atem.

Sprache & Stil
Angela Koonens Übersetzung ist einfühlsam und klar. Lorraine Kelly schreibt in einem angenehm flüssigen, bildhaften Stil, der manchmal etwas altmodisch wirkt, aber gut zur Atmosphäre der Inselwelt passt. Die wechselnden Perspektiven und Zeitsprünge ermöglichen einen tiefen Einblick in die Seelen der Figuren – vor allem Evies innerer Konflikt, ihre Schuldgefühle und ihr Weg zur Selbstvergebung sind überzeugend und nahbar dargestellt.

Charaktere
Die Figurenzeichnung ist vielschichtig, wenn auch nicht durchweg subtil. Evie wirkt authentisch, ihre Entwicklung glaubwürdig. Besonders gelungen ist auch die Figur von Freya – eine warmherzige Freundin ihres Vaters und eine Art moralischer Kompass im Roman. Liv hingegen bleibt in ihrer Rolle als destruktive Schwester etwas überzeichnet. Auch die Eltern – besonders die Mutter Cara – bedienen eher stereotype Rollenmuster.
Trotzdem gelingt es der Autorin, das Spannungsverhältnis innerhalb dieser zerrütteten Familie nachvollziehbar zu machen – und letztlich eine Geschichte zu erzählen, in der es um das Ringen um Anerkennung, Liebe und Wahrheit geht.

Stärken & Schwächen
Besonders positiv hervorzuheben ist der emotionale Tiefgang des Romans sowie das feine Gespür für zwischenmenschliche Spannungen. Auch die landschaftliche Kulisse der Orkneys bietet ein reizvolles Setting – obwohl hier atmosphärisch noch mehr möglich gewesen wäre.
Weniger überzeugend ist die Vielzahl an gesellschaftlichen Themen (Trauer, psychische Erkrankungen, LGBTQ, Krebs, Gewalt, Alzheimer u.a.), die zum Teil recht konstruiert wirken und nicht immer ausreichend auserzählt werden. Gegen Ende verliert der Roman etwas an Tempo und Stringenz – einige Handlungsstränge werden rasch aufgelöst, manches wirkt überhastet oder zu plakativ. Auch der Titel und die Bewerbung als „Schwimmroman“ sind leicht irreführend – das Schwimmen spielt nur eine symbolische, eher randständige Rolle.

Fazit
Die Inselschwimmerin ist ein gefühlvoller Roman über den Mut zur Versöhnung, die Kraft weiblicher Solidarität und die Suche nach Zugehörigkeit. Lorraine Kelly gelingt ein stimmiges Debüt, das trotz kleiner Schwächen überzeugt. Wer Familiengeschichten mit Tiefe, emotionaler Entwicklung und einer Prise Inselatmosphäre mag, wird hier fündig.

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Rezensionen von ReiShimura:

Klassischer britischer Rätselspaß

Mord in Cornwall von John Bude

Im Vergleich zu anderen, modernen Krimis wirkt das Cover des Buches auf den ersten Blick vielleicht ein klein wenig altbacken. Dies liegt vor allem daran, dass das Buch bereits 1935 erstmalig erschienen ist und dann leider in Vergessenheit geriet. Seit einigen Jahren schon nimmt sich der Klett Cotta Verlag diesen Schätzen an und liegt sie neu auf.

Eine wunderbare Entscheidung des Verlages, die nicht nur mich, sondern auch ganz viele andere Krimifans mehr als nur freut. Denn auch wenn es immer wieder Autorinnen und Autoren gibt, die Kriminalromane im Stile des "goldenen Zeitalter der Kriminalität" schreiben, so ist dies doch immer etwas anderes wie ein Original.
Das man hier ein Originalwerk aus den 1930iger Jahren vor sich hat merkt man bereits nach wenigen Sätzen. Der Schreibstil ist, ähnlich wie das Cover, aus heutiger Sicht ein wenig altbacken oder um es positiver zu formulieren, ein wenig antiquiert. Für mich persönlich macht dies aber gerade den Charme aus. Auch Actionszenen sucht man in diesem Roman vergeblich. Denn bei diesem Buch handelt es sich um einen klassischen britischen Kriminalroman, die auch gerne als "Whodunnit" Romane bezeichnet werden. Im Vordergrund steht die Suche nach dem Mörder und dies nicht nur für die beiden Hauptpersonen Reverend Dodd und Inspector Bigswell. Die Art und Weise wie das Buch geschrieben wurde lädt förmlich dazu ein, dass der Leser oder die Leserin mitüberlegt und -rätselt.
Das Erzähltempo des Buches ist sehr gemächlich und Freunde von spannungsgeladenen und aufregenden Romanen, sollten wohl besser die Finger von dem Buch lassen, um Enttäuschungen zu vermeiden. Denn der Autor widmet sich sehr ausgiebig der Beschreibung der Landschaft und der Suche nach Hinweisen. Dabei scheut er auch nicht davor zurück bereits entlastete Verdächtiger wieder zu Verdächtigen zu machen. Besonders gut gefallen hat mir dabei die Darstellung der unterschiedlichen Herangehensweisen von Dodd und Bigswell, die sich dann aber doch perfekt ergänzen.
Viele der eingeführten Charaktere bleiben eher seicht und zweidimensional. Das mag zwar auf den ersten Blick ein wenig schade sein, aber ist meiner Meinung nach typisch für diese Art von Roman. Personen sind zwar wichtig bei der Suche nach dem Mörder (oder der Mörderin), aber tiefere Einblicke in das Seelenleben eben dieser ist uninteressant.
Im Nachwort wird erwähnt, dass es das Ziel des Autors John Bude, der eigentlich Ernest Carpenter Elmore hieß, bei seinen Ausflügen in das Krimigenre darum ging, leichte Unterhaltungslektüre zu schreiben. Dies hat er meiner Meinung nach auch getan und noch dazu auf eine großartige Art und Weise. Einen Vergleich mit anderen Größen dieser Ära erspare ich mir an dieser Stelle.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Sebastian Fitzek kann auch „Kein Thriller“ – und das sehr gut

Horror-Date von Sebastian Fitzek

Der großzügige, offenherzige und kluge Strafrechtler Raphael Nader, 35, ist an Borreliose erkrankt und hat nicht mehr lange zu leben. Er will sich noch ein allerletztes Mal verlieben. Auf der Dating-Plattform „The Walking Date“, die für Menschen gedacht ist, die nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben, hat er Eheberaterin und Psychologin Nala kennengelernt.

Auch sie hat vielleicht noch 5 Monate Lebenszeit vor sich. Nun steht das erste Date vor der Tür und Raphael ist zu schwach um sich mit Nala zu treffen. Da die beiden bisher keine Bilder ausgetauscht haben und er Nala nicht enttäuschen will, bittet er seinen besten Freund Julius Leineweber sich anstatt seiner mit Nala zu treffen.
Was das an Kuriositäten, Missverständnissen, witzigen Dialogen und vor allem ein nicht zu glaubendes Ende nach sich zieht, das müsst ihr unbedingt selbst lesen. Ein absolutes Horror-Date eben.

Auch mit seinem dritten „Kein Thriller“ beweist Sebastian Fitzek, dass er Komödie mit klamaukigen Einlagen sehr gut ausarbeiten kann. Ich habe die Reise, die Julius und Nala antreten sehr genossen. Die meisten Menschen, die ich hier kennenlerne sind etwas schräg drauf und haben einen ganz besonders ausgefallenen und speziellen Humor. Sie bringen mich mit ihren Eskapaden aber auch zum Nachdenken. Hier hat mir ganz besonders Julius gefallen, der durch sein Nicht-Wissen von einem Fettnäpfchen ins andere stolpert, sich aber immer irgendwie wieder heraus manövriert. Und Nalas Oma Henrietta - die Frau ist einfach klasse.
Ich finde es toll, wie Fitzek einige tiefgreifende Fragen des Lebens geschickt in dieser nicht nur humorigen Geschichte verpackt und mich damit nicht nur zum Lachen sondern auch zum Nachdenken bringt.
Man sollte wirklich öfter mal das Handy weglegen und das Leben einfach genießen. Denn man weiß nie, wann es zuende ist und es wäre doch schade, wenn man einige der Schönheiten, die es zu bieten hat, verpasst.

Mich hat diese etwas schräge Geschichte über das Leben, die Freundschaft, die Liebe und das Sterben einerseits zum Nachdenken, andererseits auch zum Schmunzeln und Lachen gebracht. Sie hat mich berührt und vor allem sehr gut unterhalten. Mir wird dieses Horror-Date noch lange in Erinnerung bleiben. Und so bekommt dieses Buch von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Rezensionen von Bücherfreundin:

Zauberhaftes und sehr liebevoll gestaltetes Kinderbuch

Die Erdbeermädchen von Judith Allert

In seiner Reihe "Einfach lesen lernen" hat der Carlsen Verlag "Die Erdbeermädchen" veröffentlicht, das neue Kinderbuch von Judith Allert und Tessa Rath.

Gleich auf den ersten Seiten werden die wichtigsten Figuren Anna, Jo, Kira und Oma Irmi vorgestellt. Irmi ist die "Erdbeeroma", die nur "geliehen" ist, also keine wirkliche Oma von einem der Mädchen ist.

Sie wohnt mit ihrem Hund Wuschel in einem kleinen Haus am Waldrand, und die Kinder lieben es, in ihrem Garten zu spielen. Im Sommer freuen sich alle auf die Erdbeerernte, dann gibt es Marmelade und Erdbeereis. Doch in diesem Jahr ist alles anders, denn Anna wird mit ihrer Familie vielleicht bald umziehen, und Oma Irmi muss ganz plötzlich ins Krankenhaus. Wird der von allen ersehnte Erdbeersommer in diesem Jahr ganz ausfallen?
 
Das Buch mit dem auffallend schönen und liebevoll gestalteten Cover richtet sich an Kinder ab etwa 5 Jahren und ist in altersgerechter Sprache erzählt. Die Schrift ist groß, die Sätze sind kurz, was kleine Leseanfänger dazu animieren wird, die Geschichte eigenständig zu lesen. Sie eignet sich aber auch hervorragend zum Vorlesen für Vorschulkinder. Judith Allerts Texte sind ergänzt durch eine Vielzahl zauberhafter und farbenfroher Illustrationen von Tessa Rath.

Die warmherzige Geschichte, in der es nicht nur um Erdbeeren und Freude an der Natur geht, sondern auch um Freundschaft und Hilfsbereitschaft, ist spannend und kindgerecht erzählt. Dass auf den ersten beiden Seiten die sympathischen Protagonistinnen in kurzen Steckbriefen vorgestellt werden, erleichtert den Kindern den Einstieg in das Geschehen. Die Kapitel sind kurz gehalten, enthalten neben den Texten auch Sprechblasen und überfordern kleine Leseanfänger nicht. Auf der letzten Seite befindet sich das Erdbeermarmeladenrezept von Oma Irmi - eine schöne Idee!

Absolute Vorlese- und Leseempfehlung für dieses zauberhafte Kinderbuch!

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