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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Claudia R.:

ungeschönte Schicksale

Wie Blätter im Sturm von Anja Lehmann

Klappentext / Inhalt:

„Wie Blätter im Sturm“ ist ein historischer Roman, der im Zweiten Weltkrieg spielt.
Viktor, ein junger Mann aus Wien, besucht eine nationalsozialistische Erziehungsanstalt in Deutschland. Weit weg von der Heimat erlebt er Schreckliches. Doch gleichzeitig verspricht die Karriere bei der Waffen-SS genau das zu sein, was ihn seine „Verfehlungen“ vergessen lassen kann.

Als er nach Wien zurückkommt, möchte er seine Jugendfreundin Alina heiraten. Doch die brigt ein Geheimnis, von dem Viktor auf keinen Fall erfahren darf.
Die Spionin Katharina hingegen geht über Leichen, um der deutschen Abwehr von London aus brisante Informationen zu liefern.
Frank, ein Wehrmachtsoldat und Claire, eine stolze Französin, lernen sich unter unglücklichen Umständen kennen. Eigentlich sind sie Feinde in dem irrsinnigen Kriegsgeschehen, doch mit der Zeit schaffen sie es, die unsichtbare Grenze, die man zwischen ihnen aufgebaut hat, zu überwinden und sich besser kennenzulernen. Weder die anderen Soldaten, noch Claires Familie darf von der zarten Liebe erfahren, die sich langsam zwischen den beiden entwickelt.
Das Buch begleitet die Schicksale der unterschiedlichen Menschen von 1939 bis 1943.

Cover:

Eine junge Frau steht im Vordergrund, die zerbombten und blutgetränkten Überreste der Krieges sind im Hintergrund erkennbar. Der bnlutrote Untergrund und die zerfallenen Ruinen geben einen schonungslosen Einblick auf die Hintergründe. Rote Rosenblätter fallen vom Himmel und im Gesamten ist das Cover sehr passend zur Geschichte und den Geschehnissen umgesetzt. Optisch und farblich einprägsam ist es umgesetzt und gibt so schon einiges von der Geschichte preis.

Meinung:

Eine emotionsgeladne, ergreifende und fesselnde Erzählung über 5 sehr unterschiedliche Menschen und Schicksale in der schwersten Zeit der Menschheit. Jeder der fünf Charaktere spiegelt eine andere und ganze eigene Art und Weise des Umgangs mit dem Leben und dies zu Zeiten des zweiten Weltkrieges wieder. Von 1939 bis 1943 werden die Schicksale dieser fünf Menschen und dem Umfeld in spannenden Kapiteln dargelegt. Durch diese wechselnden Perspektiven kommt Spannung und Tempo hinein.

Inhaltlich möchte ich hier gar nicht allzu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.

Der Schreibstil ist emotionsreich und fesselnd, aber auch schonungslos und bewegend. Für die damalige Zeit passend und angemessen umgesetzt, an vielen Stellen aber auch schockierend und grausam und doch auch sehr realitätsnah und authentisch. In die verschiedenen Charaktere findet man sich gut hinein, wenn auch nicht jeder dabei die eigenen Nerv trifft, sondern zum Teil auch polarisiert. Jede Charakter hat seine ganz eigene Seite und auch die Entwicklungen sind erstaunlich, teils auch überraschend und wendungsreich.

Die Handlungen sind emotionsreich und schnell wird Spannung und Tempo aufgebaut. Die verschiedenen Perspektiven ermöglichen die verschiedenen Einblicke und Sichtweisen, die das Ganze sehr interessant machen. Man bekommt Einblicke in eine düstere und erschreckende Zeit, die auf die Menschen unterschiedlich Einfluss genommen haben, was hier auch sehr gut ersichtlich wird. Fünf unterschiedliche Schicksale mit denen man mitbangt und diese sehr nah miterlebt.

Die einzelnen Abschnitte haben eine gute und angenehme Länge und ermöglichen zugleich einen guten Lesefluss. Die Anfänge sind gut erkennbar und durch Ort und Namen kann man sie schnell und gut zuordnen.

Die Erzählung ist ergreifend und emotionsreich umgesetzt. Hin und wieder stockt einem der Atem und am liebsten würde man Inne halten, wird aber zugleich auch weiter voran getrieben. Eine schonungslose, erbarmungslose und düstere Erzählung, die Einblicke in die menschlichen Irrungen und Wirkungen bringt, die einen zudem schockieren, aber auch extrem nachdenklich stimmen. Mich hat diese Geschichte mitgerissen, aufgewühlt und hallt immer noch ein wenig nach.

Man merkt zudem, dass sich mit dieser Thematik und auch den Hintergründen ausführlich auseinandergesetzt wurde und die historischen Einflüsse geschickt miteingebaut wurden. Die bildlichen Beschreibungen führen einen in diese Epoche und Zeit hinein und lassen entsprechende Bilder vor dem inneren Auge entstehen. Es wird nichts verharmlost oder verschönt, was es um so realitätsnaher und authentischer macht.

Fazit:

Eine emotionsgeladne, ergreifende und fesselnde Erzählung, die erbarmungslos, ungeschönt und authentisch rüber kommt.

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Rezensionen von Marw76:

Tolles Setting

Der Stau von Jo Furniss

Cover: Das Cover fällt sofort ins Auge und passt gut zum Genre des Thrillers. Es wirkt, als würde man verzerrt die Rücklichter von Autos sehen und deshalb passt das Cover auch gut zum Inhalt der Geschichte und sieht schon ziemlich spannend aus.

Inhalt: Die Geschichte dreht sich um Belinda Kidd, Kommissarin kurz vor dem Ruhestand, die auf dem Weg vom Flughafen in die Londoner Innenstadt ist.

Vom Jetlag geplagt, will sie einfach nur nach Hause, als der Verkehr plötzlich stockt und Stillstand kommt. Grund dafür ist eine Explosion in einem Tunnel. Die geschätzte Wartezeit beläuft sich auf mehrere Stunden. Als Belinda sich zwischen den parkenden Autos die Beine vertritt, macht sie in einem der anderen Fahrzeuge eine grausige Entdeckung: eine Leiche, mit einem Metallspieß erstochen. Aber wie? Niemand kann weg. Also muss der Mörder immer noch hier sein, zwischen den anderen Fahrerinnen und Fahrern, die darauf warten, dass es weitergeht. Was ist zu tun? Die anderen Fahrzeuginsassen zu warnen, würde eine Massenpanik auslösen, zumal im Autoradio weitere Explosionen vermeldet werden. Belinda sieht sich in der Zwickmühle. Wenn der Stau weiterhin anhält, sind sie alle in Gefahr. Wenn er sich auflöst, kann der Mörder entkommen...

Meine Meinung: Anfangs hatte ich ein paar Probleme in die Geschichte hineinzufinden, denn an den Schreibstil musste ich mich erst einmal gewöhnen. Er ist irgendwie recht zackig geschrieben und es hat sich für mich kein so schöner Lesefluss ergeben, ich mag es da lockerer und leichter. Das die Sätze bei einem Thriller auch mal kürzer sein dürfen ist für mich okay aber hier hatte ich vorallem anfangs leider meine Probleme, es mag aber auch an der Übersetzung liegen, das vermag ich nicht zu sagen. Belinda die im Buch immer Billy genannt wird, fand ich anfangs eine sehr interessante Protagonistin die einige Probleme aus der Vergangenheit mitbringt. Sie hat es aber leider nicht geschafft meine Sympathie richtig zu wecken und deshalb war ein mitfiebern auch eher schwer möglich. Auch die anderen Charaktere fand ich eher blass gezeichnet. Dafür mochte ich die Idee und die Lokation total gerne. Ein Mordfall mitten im Stau ist ungewöhnlich und wirklich faszinierend, aber leider muss ich sagen, dass ich die Umsetzung nicht immer gelungen fande und die Autorin sich auch ein wenig in Nebensächlichkeiten und zu vielen unterschiedlichen Nebenhandlungen verliert. Ich wurde deshalb nicht so von der Handlung mitgerissen, wie ich mir das erhofft hatte. Die Geschichte selbst war zwar schon auch mal spannend, vorallem in der zweiten Hälfte aber es gab auch sehr oft Längen, so dass es sich gezogen hat und ich mich teilweise durch die Zeilen gequält habe. Zum Ende hin wurde die Spannungsschraube dann zwar etwas angezogen, aber zusammengefasst war ich dann doch ein wenig enttäuscht und es fühlte sich auch alles ein wenig konstriert an. Deshalb kann ich leider nur 3 von 5 Sternen vergeben.

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Rezensionen von MarcoL:

Ein Algerien für alle? Sehr kluge Gedanken der Autorin! Leseempfehlung!

Utopia Algeria von Yasmina Liassine

Ich habe schon so einige Romane über das Land Algerien gelesen. Über Bürgerkriege, Polizeiarbeit, Buchhandlungen, Albert Camus und vor allem über die Geschichte der Kolonialisierung durch Frankreich und dem Widerstand der zur Unabhängigkeit führte, mit all den Einmischungen der ehemaligen Kolonialherren.

Auch dieser Roman beschäftigt sich mit diesen Dingen, aber nicht vordergründig. Denn die politischen Entwicklungen sind natürlich Fakten, an denen man nicht vorbeikommt. Hier dreht es sich aber viel mehr darum, was es heißt, algerisch zu sein (oder auch nicht). Das Wort „Volksseele“ (ich mag es nicht, finde es auch nicht gut) drängt sich mir hier auf, weil mir nichts besseres einfällt.
S. 27: „Wir Algerier, wer auch immer wir sind, wir wissen immerhin, dass, egal wie unvollkommen, wie schrecklich es sein mag, wir wissen, dass ein lebendiges Algerien existiert, das den Ausgangspunkt der Hoffnungen für uns oder für die darauffolgenden Generationen bildet. […] Aber sie, die Armen, was können sie tun? Ihr Sancta Algeria ist defintiv tot und wird niemals wieder auferstehen können ...“
Algerien existiert schon lange, die verschiedensten Kulturen haben sich angesiedelt. Griechen, Römer, Christen und Muslime. Ein Mix, aus dem es wahrlich nicht einfach wird, seine Wurzeln und Identitäten zu finden.
Die Autorin ist Tochter einer Französin und eines Algeriers. Sie arbeitet die eigene Familiengeschichte auf, erinnert sich an ihre Kindheit, an den Duft der Orangen und Kräutern. Doch was ist geblieben, rückblickend? Wem gehört(e) das Land. Und kann es wieder zu dem werden, was es einst war? Eine (naive) Heimat aus beglückten Kindheitstagen? Zu sehr beutelt die Geschichte das Land, und somit auch die Menschen, die dort Leben, und auch diejenigen, die es verlassen mussten, um in Frankreich eine Existenz aufzubauen, und mit einem lachenden und weinenden Auge über das Mittelmeer blicken.
Die Unabhängigkeit von 1962 barg viele Hoffnungen, vor allem der Wunsch nach einem Ende der Gewalt.
S. 54: „Viele konnten es sich nicht vorstellen, woanders zu leben als dort. Maria, die Hausmeister […], Albert, der Konditor, der gerade seinen Laden gekauft hatte und lachend sagte, die Leute würden nicht aufhören, Kuchen zu essen, ganz zu schweigen von all den anderen, den Intellektuellen, den Künstlern, deren Enthusiasmus nicht nachließ …
Die Hoffnung auf ein Algerien, in dem Christen, Juden und Muslime, Reiche und Arme, nachkommen von Maltesern, Spaniern und Elsässern zusammenleben könnten, war noch nicht gestorben.“
Sancta Algeria … Ein Wunsch, ein Traum … etwas, das nicht existiert, es keine reinen Algerier noch ein reines Algerien gibt. Auch nicht mit Gewalt, auch wenn es dazu natürlich nationalistische und rassistische Bestrebungen (Menschen eben, besonders die FLN) gab.
Wer hat tatsächlich Platz in diesem Land? Ist es legitim, sich als Algerier*in bezeichnen zu dürfen, wenn man den französischen und algerischen Pass besitzt? Die Autorin versucht es zu ergründen, und nimmt uns mit ihrer Familie mit auf diese Reise. Wie alles zusammenhängt, und zu welchen Schlüssen die Autorin kommt – bitte selber lesen. Es sind sehr kluge Gedanken!
Spannend und sehr interessant, wunderbar übersetzt , gebe ich gerne für diesen Roman eine Leseempfehlung , denn der Blick über den eigenen Tellerrand lohnt hier einmal mehr.

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Rezensionen von div:

emotional tiefgründig

Durch das Raue zu den Sternen von Christopher Kloeble

emotional tiefgründig

Christopher Kloebles Roman „Durch das Raue zu den Sternen“ ist eine feinfühlige Erzählung über Verlust, Familie und die Frage nach der eigenen Herkunft/Identität.

Besonders gefällt mir, dass die Hauptfigur Arkadia sehr detailliert skizziert ist, mit Ecken und Kanten und als sehr liebevolle Figur erscheint.

Man schließt sie einfach ins Herz und kann gar nicht anders. Die Geschichte beginnt, wie sie 13 Jahre alt war. Sie träumt davon, im Knabenchor mitzusingen und hofft auf die Rückkehr ihrer Mutter - das stellt ihren Vater vor eine Zerreißprobe. Arkadia will unbedingt eine berühmte Sängerin werden.

Was es mit der Mutter auf sich hatte, erfährt man erst recht zum Schluss. Diese rückblickenden Schilderungen haben mir nicht so zugesagt. Ich finde, es wurde einiges an Potential für das Buch liegen gelassen.

Eine sehr außergewöhnliche Idee für das Buch, gut gewählt. Der sehr sensible Schreibstil passt hervorragend zum Inhalt.

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Rezensionen von clematis:

Frauen auf der Flucht

Killer Potential von Hannah Deitch

Mit Nachhilfe verdient Evie Gordon ihr Geld. Als sie zu ihrem nächsten Einsatzort, einer reichen Familie in Beverly Hills kommt, wird sie regelrecht aus der Bahn geworfen, denn der Vater liegt ertrunken im Teich, die Mutter erschlagen im Garten. Ein heiserer Schrei aus dem Raum unter der Treppe führt zu einer Gefesselten jungen Frau.

Während Evie diese befreit, taucht die Tochter der Familie - die Nachhilfeschülerin selbst - auf und bekommt in der surrealen Situation eine schwere Vase auf den Kopf, geworfen von Evie in deren Panik. Als vermeintliche Täterin flieht Evie mit der Unbekannten vor der Polizei.

Was zwar aberwitzig, aber durchaus spannend klingt, entpuppt sich schnell als langatmiger Roadtrip zweier einander völlig fremden Frauen. Mit ausschweifenden Kindheits- und Jugenderinnerungen gespickt, geht es quer durch Amerika, schlagen die Beiden den Verfolgern stets ein Schnippchen. Nach wenigen Tagen kommen sich die Frauen nun auch noch körperlich näher, wodurch die Handlung immer weiter von einem fesselnden Thriller abdriftet. Die kurzen Kapitel lesen sich vom Schreibstil her locker und flott, die Handlung selbst bleibt jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück, auch die Auflösung der Morde an Mr. und Mrs. Victor kann am Ende den bisherigen eher schwachen Eindruck über das Buch nicht mehr aufwiegen.

Ein Thriller, der mit wenig Blutvergießen auskommt, dafür zwei raffinierte Frauen in den Mittelpunkt rückt. Wenn man offen und ohne bestimmte Erwartungen an dieses Buch herangeht, wird man auch mit der ungewöhnlichen Geschichte selbst unterhaltsame Stunden genießen können.

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Rezensionen von nislin:

Eindringlich

Beeren pflücken von Amanda Peters

Amanda Peters schreibt in „Beeren pflücken“ von einer indigenen Mi’kmaq-Familie aus Nova Scotia die auf der Durchreise nach Maine ist, um dort während der Erntesaison Blaubeeren zu pflücken. Doch das scheinbar idyllische Familienleben wird erschüttert, als die vierjährige Ruthie spurlos verschwindet.

Für ihre Familie beginnt ein jahrelanges Suchen, das sie nie ganz loslässt.
Parallel dazu erzählt Peters die Geschichte von Norma, einem Mädchen, das bei liebevollen, aber emotional verschlossenen Adoptiveltern in Maine aufwächst. Sie wird von unerklärlichen Träumen und einem tiefen Gefühl innerer Unruhe begleitet. Erst als sie sich Jahrzehnte später auf die Suche nach ihrer Vergangenheit macht, setzt sich das Puzzle ihrer Herkunft langsam zusammen.
Die intensive Erzählweise sowie der feinfühlige Einblick in die Gefühlswelten der Charaktere sind sehr eindrücklich. Neben Themen wie die der familiären Entwurzelung und das Gefühl von Zugehörigkeit werden auch koloniale Strukturen aufgegriffen.

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Rezensionen von Liselottchen:

Selbstfindung mit Geheimnissen

Noch fünfzig Sommer mehr von Avril Maury

Eleni wächst bei ihren Großeltern auf, da ihre Mutter als Polarforscherin ständig auf Reisen ist und schließlich bei einer ihrer Forschungsaufträge ums Leben kommt. Als Eleni mit knapp 18 beide Großeltern verliert, geht sie nur selten vor die Tür. Schließlich lernt sie Theo kennen, die beiden werden ein Paar und sie blüht auf.

Als Theo plötzlich verstirbt, fällt sie erneut in noch schlimmere Depressionen, kümmert sich auch nicht mehr um ihren geliebten Garten. Auf einmal erhält sie Blumengrüße mit geheimnisvolle Botschaften. Nach und nach nimmt sie am Leben wieder Anteil.

Der Roman ist in verschiedenen Zeitebenen aus der Sicht von Eleni geschrieben. Das war für mich anfangs etwas mühsam, doch ich bin langsam hineingekommen. Die Beschreibung: Ein Sommerroman so leuchtend wie ein Garten voller Blumen trifft für mich nicht zu. Mit der Protagonistin Eleni bin ich leider nicht warmgeworden, ihre Depression hängt wie eine Wolke über der gesamten Erzählung. Erst trauert sie um ihre Oma, die sie Mamie nennt, danach um Theo. Ihr Beruf ist mir auch unklar, sie lebt offenbar hauptsächlich von ihrem Erbe und schreibt Reiseberichte,das scheint zu funktionieren, obwohl sie niemals an den besagten Orten war. Die Rückblenden in die Vergangenheit zeigen ein lebenslustiges Mädchen und lockern die düstere Stimmung etwas auf. Zudem taucht hier eine weitere Person auf, deren Verbindung zu Eleni mir zunächst unklar war, die ich bald als das Highlight es Buches empfand. Die Auflösung rund um die geheimnisvollen Botschaften mit Blumenbeigaben fand ich gelungen, trotzdem kann ich Theos Verhalten nicht verstehen oder gar gutheißen.
Der Funke ist bei mir leider nicht übergesprungen, für mich war der Roman stellenweise bedrückend zu lesen.
Dennoch besticht die Story durch einen bildhaft flüssigen Schreibstil, das Setting in der Bretagne ist gut gewählt und hat ein für mich angenehmes Flair geschaffen. Das versöhnt ein wenig mit der vorangegangenen Düsternis.

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Rezensionen von Vobabooks:

Fesselnd

The Wind Weaver von Julie Johnson

Im Buch „The Wind Weaver“ von Julie Johnson geht es um Rhya. Sie ist halb Fae und halb Mensch und wird deshalb gnadenlos verfolgt und gefangen genommen. Kurz vor ihrer Hinrichtung wird sie von einem Kommandanten gerettet und in die Nordlande entführt, als dieser Rhyas Mal auf ihrer Brust entdeckt.

Rhya erfährt zu ihrer Überraschung, dass sie die Windweberin ist und den Wind steuern kann. Wichtige Aufgaben und große Gefahren erwarten sie, und turbulente Ereignisse nehmen ihren Lauf… und dann ist da ja auch noch ihr mysteriöser Entführer/Retter…
Mir hat das Buch sehr gefallen, es ließ sich leicht lesen und ich konnte gut folgen, dabei fand ich es wirklich ereignisreich und spannend. Die Charaktere haben mir gut gefallen, besonders Rhya und ihre starke Entwicklung mochte ich. Das Magiesystem hat mir gut gefallen, insbesondere das Konzept mit der Windweberin fand ich ansprechend. Das Buchcover finde ich auch einen echten Hingucker, und der Farbschnitt ist auch sehr schön farbig.
Für meinen persönlichen Geschmack gab es ein paar kleine Einschränkungen, so hätte es nicht ganz so viele Kampfszenen geben müssen und ich hätte gerne mehr nicht-männliche Charaktere gehabt.
Dennoch ein wirklich unterhaltsames Leseerlebnis für die Fantasyfreunde, das ich gerne weiterempfehle. Ich bin schon wirklich gespannt auf die Fortsetzung.

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Rezensionen von ReiShimura:

Außergewöhnliche Unterhaltung für Kinder und Erwachsene

Krakadu von Britta Sabbag

Der Krakadu und ich hatten einen etwas holprigen Start, denn auf den ersten Blick hat mich das Buch nicht überzeugen können. Wobei, nein, so kann man das eigentlich nicht sagen. Denn optisch ist das Buch ein absoluter Hingucker. Lisa Nollenberger hat sich hier wirklich selbst übertroffen. Die Illustrationen sind wundervoll stimmig, großartig gezeichnet und unglaublich detailreich.

Es macht wirklich Spaß sie zu betrachten und da geht es nicht nur mir so, sondern auch dem kleinen Leser.
Man taucht von dem ersten Bild in eine skurrile, aber trotzdem sehr schöne, fantasiereiche Unterwasserwelt ein. Die Tiere sind hierbei allerdings weniger realistisch dargestellt, wie man das vielleicht aus anderen Büchern kennt. Wobei weniger realistisch vielleicht noch untertrieben ist. Viel eher müsste man sagen, dass die Unterwasserwesen sehr vermenschlicht wurden. Und da gab es für mich schon die erste Diskrepanz mit dem empfohlenen Lesealter. Denn viele Tiere sind berühmten Persönlichkeiten nachempfunden, sowohl was die Optik als auch die Namensgebung betrifft. Für einen Erwachsenen sehr amüsant, für 5jährige aber nicht ohne Erklärung nachvollziehbar.
Doch je mehr ich über das Buch nachgedacht habe, umso deutlicher wurde mir klar, dass dies kein Nachteil des Buches sein muss. Denn immerhin habe ich mich auch Tage später noch gedanklich mit dem Buch beschäftigt und ehrlicherweise muss ich sagen, dass schaffen nur wenige Kinderbücher. Außerdem wurde mir bewusst, dass es bei den Animationsfilmen aus dem Hause Disney, Pixar, Dreamworks und wie sie alle heißen, ja auch nicht anders ist. Auch dort gibt es immer wieder Anspielungen und Witze, die eher für erwachsene Ohren gedacht sind. Sowohl Eltern als auch Kinder kommen dort auf ihre Kosten und genau so ist es beim Krakadu.
Britta Sabbag hat es geschafft, ein Kinderbuch zu erschaffen, dass man als Erwachsener gerne vorliest, weil man auch selbst etwas lernen kann und trotzdem gut unterhalten wird. Zusätzlich ist es ein Kinderbuch, das mitwächst. Damit meine ich, dass man es 5jährigen Kindern vorlesen kann und sie Spaß daran haben, aber es auch ein paar Jahre später noch interessant und nicht zu kindisch ist.
Der Text ist außerdem in einer sehr angenehm lesbaren Schrift mit nicht zu kleiner Schriftgröße abgedruckt, so dass auch Leseanfänger das Buch ohne große Schwierigkeiten lesen können sollten. Natürlich gibt es das eine oder andere Wort, an dem ein Erwachsener vielleicht helfen muss, Fischfluencer zum Beispiel.
Was mich besonders überrascht hat war, dass das Buch auch einiges an Allgemeinwissen vermittelt. Und das auf eine sehr spielerische und unaufdringliche Art und Weise. Dies ist für mich ein weiterer Pluspunkt des Buches. Wie es sich für ein qualitativ hochwertiges Kinderbuch gehört, gibt es auch eine Botschaft, die die Kinder aus der Geschichte mitnehmen können. Wobei auch dies hier wieder sehr nett verpackt ist und die Autorin nicht die Moralkeule schwingt.
Die einzelnen Geschichten sind durch einen roten Faden miteinander verbunden und ich würde, daher empfehlen sie wirklich in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen. Zumindest beim ersten Mal. Meiner Meinung nach bauen die Geschichten nämlich schon aufeinander auf und sind nicht wirklich komplett unabhängig voneinander. Die abschließenden Worte des Buches lassen darauf schließen, dass es vielleicht irgendwann weitere Abenteuer von Krakadu und Prof zu lesen geben wird. Ich hoffe sehr darauf, denn ich habe die beiden Streithähne wirklich ins Herz geschlossen.

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Rezensionen von trebor:

Europäische Annäherung an Japan

Kokoro von Beth Kempton

Beth Kempton erzählt in ihrem sehr persönlichen Buch "Kokoro - Japanische Weisheiten für ein gelungenes Leben" von Reisen über viele Jahre hinweg nach Japan, äußerlich und innerlich zugleich.

Die Autorin gewährt uns mannigfaltige Einblicke in Sprache, Denkweisen und Religionen der japanischen Kultur.

Eng verwoben mit ihrer eigenen Biografie, gelingt es der Autorin, die sich sehr mit Japan verbunden fühlt, uns die Eigenarten dieses Landes näher zu bringen.
Als Britin teilt sie einerseits mit der Leserschaft die europäische Außensicht als Fremde und gewährt den Lesenden andererseits interne Einblicke, die aufgrund ihres Japanologie-Studiums und zahlreicher weiterer Aufenthalte im Land ermöglicht wurden.

Somit ist eine Autobiographie, ein Reisebericht und ein spiritueller Ratgeber zugleich entstanden.
Wer sich auf eine Japanreise vorbereiten möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

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