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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gaby 2707:

Wenn die Liebe eine zweite Chance bekommt

Und plötzlich ist es wunderbar von Mhairi McFarlane

Edie Thompson hat sich von dem allseits bewunderten Schauspieler Elliot Owens getrennt. In ihren Augen macht eine Fernbeziehung zwischen Hollywood und ihrer Heimatstadt Nottingham, aus der sie auf keinen Fall wegziehen will, keinen Sinn. Aber ihr Herz hängt immer noch an dem smarten und gutaussehenden Mann.

Auch Elliot kann die liebenswerte junge Frau nicht vergessen und steht am Weihnachtsabend mit einem großen Strauß roter Rosen vor ihrer Türe. Und Edie gibt ihrer Liebe eine zweite Chance, nicht ahnend, auf was sie sich da einlässt.


Ich kannte bisher noch kein Buch der Autorin Mhairi McFarlane. Aber mit diesem wahr gewordenen Märchen hat sie mich mitten ins Herz getroffen. „Und plötzlich ist es wunderbar“ ist ein gelungener Mix aus Liebesgeflüster, Romantik, Misstrauen, Eifersucht und einer gehörigen Portion Humor.

Edie und Elliot mit ihren Familien und Freunden werden bildhaft und menschlich beschrieben und kommen sehr authentisch bei mir an. Besonders die beiden Hauptdarsteller mit ihren so gegensätzlichen Charakteren habe ich schnell ins Herz geschlossen. Besonders die spritzigen Dialoge, egal wer mit wem sie hält, die vor Wortwitz sprühen, haben mir sehr gut gefallen und mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.

Die Geschichte selbst ist keine reine Liebesgeschichte. Sie geht eher der Frage nach, ob nur Liebe allein für eine Beziehung, die immer wieder von den sozialen Netzwerken, den Paparazzi oder den Fans auf den Prüfstand gestellt wird, zum glücklich sein reichen kann.

Dass es sich bei diesem Buch um die Fortsetzung von „Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt“ handelt, war mir beim lesen nicht bewusst. Aber ich finde, man kann dieses Buch auch gut ohne die Vorkenntnisse lesen.

Der genau zur Geschichte passend Farbschnitt und auch das Cover machen das Buch zu einer kleinen Augenweide.


„Und plötzlich ist es wunderbar“ ist eine bezaubernd leichte und lockere Geschichte zweier Menschen, die füreinander geschaffen sind, diese Erkenntnis sich aber hart erarbeiten müssen. Die perfekte Lektüre für ein paar vergnügliche Lesestunden zwischendurch.

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Rezensionen von DoraLupin:

Das Lamm und der Engel

Fable for the End of the World von Ava Reid

Ich lese immer wieder gerne Dystopien, nicht zuletzt weil mir damals "Die Tribute von Panem" so gut gefallen haben. In letzter Zeit hat mich im Bereich der Romantasy oder auch der Dystopie kein Buch so sehr gefesselt wie dieses hier, es bringt einigen frischen Wind in das Genre und ich war von der Geschichte so gefangen, dass ich das Buch nicht mehr zur Seite legen wollte.

In dieser Geschichte ist die Erde ist verseucht, der Meeresspiegel steigt und ein Konzern regiert Inesas Heimat. Dieser hat auch den Lauf des Lamms etabliert: einen tödlichen Wettkampf, der live übertragen wird und bei dem schwer verschuldete Menschen als „Lämmer“ von ausgebildeten „Engeln“ gejagt werden. Als Inesas Mutter zu tief in die Schulden rutscht, muss ihre Tochter für sie beim Lauf antreten. Doch der Kampf um Leben und Tod bringt Inesa ihrem Engel Melinoë näher als geahnt!


In die Geschichte habe ich sehr gut hineingefunden, denn der Schreibstil ist sehr locker und leicht zu lesen, dabei aber auch immer bildlich und es hat sich daher ein schöner Lesefluss ergeben und die Seiten sind nur so dahingeflogen. Die Autorin schafft es sehr gut diese dystopische Welt zu beschreiben ohne mit zu vielen Details zu langweilen. Stattdessen schafft sie es in wenigen Worten eine ganz eigene, fasznierende Welt zu erschaffen, die zwar ein wenig an die Tribute von Panem erinnert, aber in der Idee etwas völlig anderes ist. Toll war es ausserdem, dass die Kapitel immer kapitelweise wechselnd aus der Sicht einer der beiden Protagonistinnen erzählt wurde. So konnte man sich mit deren Handeln und Denken sehr gut identifizieren und richtig in die Personen eintauchen. Inesa war mir von Beginn an sehr sympathisch und ich habe schnell angefangen mit ihr mitzufiebern und mitzuleiden, nicht zuletzt weil sie so eine schreckliche Mutter hat! Sie ist von ihrem Charakter anders als Katniss, und das hat mir sehr gut gefallen um dem Roman nochmal etwas eigenes zu geben. Mein heimlicher Liebling war auch Inesas Bruder Luka, der ihr sehr treu ist und dem man die Geschwisterliebe einfach jeden Moment anmerkt. Melinoe dagegen ist von Beginn an eine sehr faszinierende Persönlichkeit, sie ist einerseits ein Killer und zu kaum Gefühlen fähig und doch tut sie einem auch leid in ihrer Aufgabe. Mit der Zeit ist sie mir immer mehr ans Herz gewachsen und ich konnte ihre Gedanken eigentich auch immer nachvollziehen, wenn auch nicht immer gutheißen.

Die Liebesgeschichte mochte ich sehr gerne, denn sie beginnt sehr langsam und zart, was aber auch super zur Handlung passt. Dadurch wirkt sie sehr authentisch und echt! Das Buch ist aber nicht nur Romantasy sondern es gibt vorallem auch sehr viel Action, Spannung, und Wendungen die einen mitreißen und nicht mehr loslassen. Vor allem das Ende hat mich wirklich umgehauen, es ist zwar schon in sich abgeschlossen aber dennoch ein Cliffhanger und ich habe das Ende so nicht erwartet. Deshalb muss ich mich jetzt schweren Herzens gedulden bis der zweite Band erscheint. Ich bin wirklich begeistert von dieser Dystopie und vergebe ganz klar 5 von 5 Sternen.

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Rezensionen von Sonne89:

Kinder erkunden Tiefsee

WAS IST WAS Comic - Tiefsee von Albert Mitringer

Der Was ist Was-Comic „Urlaub am Abgrund“ ist etwas anders aufgebaut, als die bekannten Was-ist-Was-Bücher, da das Buch rein im Comic-Stil geschrieben wurde.
Der Vorteil ist, dass es sich um eine spannende Bildergeschichte handelt, in welche die Fakten ganz nebenbei einfließen.
Am Anfang des Buches werden die Figuren kurz vorgestellt und dann geht es auch schon los und der Leser lernt die Meeresstation kennen und das Tiefseeabenteuer beginnt.

Die Kinder tauchen mit einem U-Boot ab und geraten dabei auch ein wenig in Bedrängnis.
Ein sehr spannendes Thema, in welches viele noch keinen Einblick gehabt haben dürften.
Was mich etwas stört ist, dass im Comic alles so leicht wirkt, obwohl Tiefsee-Tauchen eine sehr anstrengende komplexe Tätigkeit ist – das geht ziemlich an der Realität vorbei. Aber es ist ja auch ein Kinderbuch, von daher ok.
Ich finde es gut, dass Was-ist-Was mit dieser Art von Buch auch etwas weniger lesebegeisterte Kinder sehr anspricht.

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Rezensionen von Claudia H.:

Frauen, die ihren Mann stehen – ein absoluter Lesegenuss

Die Hummerfrauen von Beatrix Gerstberger

Worum es geht:
Ann war mal eine Professorin, doch dann hat es sie, zusammen mit ihrer großen Liebe, nach Maine verschlagen. Die Liebe ist gegangen, doch Ann ist geblieben und wurde Hummerfischerin. Einzig ein blauer Hummer namens Mr. Darcy ist ihr nun ihr Wegbegleiter. Julie ist nach einem Unfall nicht mehr dieselbe.

Ihr Kopf funktioniert nicht mehr so, wie es vor dem Unfall mal war. Da geht sie nach Maine und auch sie wird Hummerfischerin, was eigentlich eine Domäne der Männer ist. Mina kam schon als Kind in den Sommerferien immer nach Eagle Island. Nach einem schrecklichen Schicksalsschlag in der Familie gibt es für sie nur einen Ort, an dem sie sich Zuhause fühlt und das ist Eagle Island. Denn nur hier ist das Leben frei und irgendwie unbeschwert.

Mein Fazit:
Mich hat die Story von der ersten Seite an sofort gepackt. Hier wird die Geschichte von unterschiedlichen Frauen in unterschiedlichem Alter erzählt, die irgendwie eine richtige Sogwirkung auf mich entwickelt hat, weil sie so spannend in interessant ist. Dabei wird die Geschichte in unterschiedlichen Zeiten erzählt, was jedoch gar kein Problem darstellt, da man immer genau weiß, in welcher Zeit man gerade ist. Ich habe Mina, Ann und Julie gleich in mein Herz geschlossen. Die Menschen in Maine bilden eine wundervolle Einheit, stehen füreinander ein, wenn es nötig ist. Ich habe beim Lesen die Boote vor meinem Auge sehen können und fühlte mich, als wäre ich selber am Meer. Ein wundervolles Buch, das einem im Gedächtnis bleibt. Ich hätte gerne noch viel mehr gelesen. Für mich eins der schönsten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe.

Von mir gibt es für diese tolle Sommerlektüre eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

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Rezensionen von Nicole Koppandi:

Informativ, schrill und bunt

Blow Up! von Robert Shore

Mit größtem Vergnügen habe ich Blow Up! gelesen, die explosive Geschichte der Modernen Kunst als Graphic Novel.

Es beginnt mit Marcel Duchamp und seinen Ready-mades – hier im Buch das Urinal – und geht der Frage nach, wann Gegenstände als Kunst gelten und wer der Urheber der Kunst ist, denn das Urinal, wurde ja nicht von Duchamp hergestellt.

Kunst muss ja nicht vom Künstler selbst hergestellt werden, es reicht vielmehr, wenn der Künstler sie als solche bezeichnet.

So ziemlich alle wichtigen Protagonist*innen der Modernen Kunst der ca letzten hundert Jahre werden im Buch mit ihren zentralen Werken vorgestellt: Andy Warhol, Marina Abramovic, Demian Hirst, Jean-Michel Basquiat, Joseph Beuys und viele andere.

Bunt, schrill, informativ und süffig zu lesen ist die Graphic Novel in der Übersetzung aus dem Englischen von Christa Prummer-Lehmair und Rita Seuss. Es gibt einen guten Überblick der Künstler*innen der Moderne und bietet vor allem Einsteiger*innen Anregungen, mit welcher*m Künstler*in man sich als nächstes beschäftigen möchte.

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Rezensionen von manu63:

Ordentlicher Einstieg mit Potential nach oben

The Wind Weaver von Julie Johnson

Sturmverführt ist der erste Band der The wind weaver Trilogie der Autorin Julie Johnsen.

In dieser Geschichte sieht sich Rhya vielen Verfolgungen ausgesetzt, da sie ein Halbling ist und die werden in ihrer Heimat verfolgt und getötet. Kurz vor ihrer Hinrichtung wird sie von einem geheimnisvollen Mann mit Namen Scythe gerettet, der sie danach verschleppt.

Warum er das macht erläutert er Rhya nicht und das finde ich ein Manko in der Geschichte. Es werden zu viele Fragen aufgeworfen die nur spärlich beantwortet werden. Nicht nur für mich nicht so toll, auch Rhya wird im dunkeln gelassen.

Nach und nach entspinnt sich eine Enemys to Lover Situation die jedoch von vielen Missverständnisse und nicht gegebenen Informationen geprägt ist. Da wird mir ein wenig zu viel künstliches Drama erzeugt.

Der Schreibstil ist gut lesbar, trotz einiger Längen im Buch. Die Charaktere entwickeln sich nur zögerlich und bedienen etliche Klischees. Rhya als Charakter bleibt für mich eher blass und wirkt oft überfordert. Penn gibt sich bewusst stark und kontrolliert. Soren wirkt teilweise wie ein Luftikus, der nur spielen will. Trotz dieser Kritikpunkte werde ich die weiteren Teile sicherlich lesen, weil ich wissen möchte wie sich die Geschichte weiter entwickelt.

Der erste Band endet mit einem kleinen Cliffhanger und macht neugierig auf die weiteren Teile der Reihe

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Rezensionen von clematis:

Stiller Widerstand

Wenn die Blätter wieder tanzen von Thérèse Lambert

Berlin verändert sich während des Nationalsozialismus, man traut sich nicht mehr, seine Meinung zu äußern, überall könnten Spitzel und Denunzianten etwas falsch verstehen. Aber deshalb muss sich Ruth noch lange nicht der Hetze gegen Juden anschließen, ganz im Gegenteil, versucht sie, Freunden zu helfen, indem sie Verfolgte in ihrer Wohnung übernachten lässt, sie in verlassenen Scheunen mit Essen versorgt oder Flugblätter vervielfältigt und verteilt – sie ist ein Teil der Hitlergegner, die stillen Widerstand leisten.

Beruhend auf Notizen in Ruth Andreas-Friedrichs Tagebuch dürfen wir einen Blick auf die Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkriegs werfen. Ruth und ihre Tochter Karin engagieren sich völlig uneigennützig und selbstverständlich für all jene, die Hilfe und Unterstützung brauchen. So geht es von den ersten Gerüchten um die Abholung von Juden quer durch die Jahreszeiten und die immer gefährlicher werdenden Momente bis hin zu erschütternden Bombenangriffen, bevor es endlich ein Aufatmen am Ende des Krieges gibt. Mit vielen historisch verbürgten Persönlichkeiten bekommt diese Geschichte eine starke Realitätsnähe, vermittelt sehr gut vorstellbar, wie man Ängste beiseiteschiebt und seiner Überzeugung entsprechend handelt.

Wenn die Blätter wieder tanzen ist ein wichtiges Erinnerung- und Mahnmal, das es sich zu lesen lohnt, denn unabhängig von den hier benannten Jahren ist der Mut zu menschlichem Handeln stets zeitlos.

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Rezensionen von Tara:

Sehr lehrreich & toll illustriert

WAS IST WAS Comic - Tiefsee von Albert Mitringer

„WAS IST WAS Comic – Tiefsee: Urlaub am Abgrund“ ist ein bunter Comic des in Wien lebenden Autors und Illustrators Albert Mitringer.

Professor Quentin Quecksilber ist Erfinder und hat zahlreiche Begabungen. In seinem Kopf entwickeln sich ständig neue Ideen und Experimente, die bei weitem nicht immer alle gelingen.

Für die Ferien hat er Iris, Will und Wenko auf seine Forschungsstation im Meer eingeladen. Was die drei dort erleben dürfen ist faszinierend, spannend und geheimnisvoll zugleich.

Das Buch startet mit einer kurzen Vorstellung der drei Protagonisten Wenko, Will und Iris. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich angelegt und ergänzen sich dadurch gut. Auch über Professor Quentin Quecksilber gibt er vorab einige interessante Informationen.

Die Handlung wird im Comic-Stil dargestellt. Jede Seite hat der Autor in kräftigen Farben mit vielen Details gestaltet. Ohne große Vorgeschichte stecken die drei Kinder mitten im Leben der Tiefsee. Neben der Handlung gibt es in kurzen Infoboxen faszinierende Informationen über das Leben der Unterwasserwelt und am Seitenrand findet man eine Angabe wie tief im Meer die Handlung gerade stattfindet. Der kleine Roboter des Professors „FAIL 34“ sorgt für einige Lacher und besser hätte sein Name nicht gewählt sein können.

Die Mischung aus interessante Fakten, unglaublichen Erfindungen des Professors und die Faszination, die die Tiefsee ausübt, verknüpft mit lebendigen Abenteuern der Kinder machen einfach riesigen Spaß. Durch den Comicstil eignet sich das Buch auch gut für weniger leseaffine Kindern.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:

Sinnsuche auf Irrwegen

Botanik des Wahnsinns von Leon Engler

Auf der Suche nach einem Sinn oder zumindest nach einer sinnvollen Aufgabe orientiert sich der jugendliche Ich-Erzähler v.a. an den letzten zwei Generationen seiner Vorfahren: Durch ihre Lebensläufe und seine Kindheitserinnerungen fühlt er sich auf verschiedene Psychopathologien festgelegt und bestätigt sich die eigene Unfreiheit immer von neuem durch Zitate aus der psychologischen Fachliteratur, aber auch aus künstlerischen Texten, die auf den Seiten 201-7 akribisch nachgewiesen werden.

Einige Anspielungen und Zitate bleiben allerdings ohne Nachweis. Hier ist zuerst die Gleichsetzung von künstlerischen und wissenschaftlichen Texten im Gefolge von Cesare Lombrosos folgenreichem Hauptwerk „Genio e follia“ („Genie und Wahnsinn“, 1872) zu nennen: Dieser sog. Vater der Kriminalanthropologie stellte das aufklärerische Konzept des freien Willens zugunsten erblicher Determinierung in Frage. Auch die mehrfach erwähnte goldene Schildkröte ist ein Zitat: In Joris-Karl Huysmans‘ „À rebours“ („Gegen den Strich“, 1884) wird sie zum Sinnbild eines lebensfeindlichen Ästhetizismus, der den Roman zu einer Programmschrift der Fin-de-Siècle-Dekadenz werden ließ. Ferner gehört der Schluss von Rainer Maria Rilkes Sonett “Archaischer Torso Apollos“, „Du musst dein Leben ändern“ (1908) in die Kategorie der nicht nachgewiesenen Zitate. Etc.

Generell holt das Zitieren einer wiedererkennbaren Stelle aus einem fremden Text diesen fremden Text mit seinem gedanklichen Kontext, mit seiner ganzen Vorstellungswelt in den eigenen Text hinein: Das lesende Bewusstsein denkt den vorangegangenen Text im aktuellen als Hintergrund mit – der aktuelle Text ist vor Augen, der vorangegangene wird aus dem Gedächtnis dazu assoziiert. Aber: So wird hier nicht zitiert: Die nachgewiesenen Zitate hängen an einem einzelnen Begriff des Vorgängertextes, die nicht nachgewiesenen reduzieren den Vorgängertext auf einen seiner Teil-Aspekte, auf eine seiner – und nicht einmal der wichtigsten – Ideen.

Besonders deutlich wird die selektive Indienstnahme fremder Texte in eigener Absicht anhand von Aleksandr S. Puschkins „Wahnsinns“-Gedicht (S. 38) aus dem Jahre 1833: Durch die Auslassung der zweiten, dritten und fünften Strophe tritt der Elementarzustand dichterischer Inspiration hier nicht in Gegensatz zur Ächtung des Dichters im Narrenkäfig der zaristischen Hofgesellschaft (aber wer kann das schon feststellen, wer hat schon eine Puschkin-Ausgabe zur Hand?). Die sozialkritische wie auch die poetologische Dimension des Gedichts sind gekappt – ein redlicher Umgang mit einem fremden Text?

Die Reduktion des Erzählens auf einen zwischen fremden Texten „nomadis[ierenden] Unsinn“ (S. 135) erstreckt sich bis S. 191: „Ich … [z]itiere, um nicht selbst sprechen zu müssen. Das ist meine Sucht. Meine Weltflucht. … Doch es ist auch meine Geschichte.“ Diese Geschichte mutet – zumindest mich – an wie der Bewältigungsversuch einer pubertären Sinnkrise. Und ein solcher ist noch lange keine gute Literatur – da lese ich lieber die Originaltexte mit ihren riesigen Vorstellungswelten und soziohistorischen Kontexten.

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Rezensionen von Lydia_Te:

Unabhängig

Ja, nein, vielleicht von Doris Knecht

Das Cover vom Roman "Ja, Nein, Vielleicht" von Doris Knecht spricht mich schon sehr an. Mir gefallen die expressionistischen Farben und der Stil vom Cover.
Kurz zum Thema: es geht um eine erwachsene Frau. Sie hat bereits 2 Kinder die kurz vor der Schwelle des Erwachsenenlebens stehen. Sie hat ein Haus am Land und eine Wohnung in der Stadt.

Sie hat Zahnweh und Herzschmerz weil sie sich womöglich wieder verliebt.
Die Kapitel sind abwechslungsreich. Teilweise kommt es mir so vor, als würde Doris Knecht über sich erzählen und dann wieder von einer anderen Frau berichten. War sehr interessant. Generell liebe ich ihren direkten, humorvollen Schreibstil.
Die Figuren finde ich authentisch und bodenständig. Ich kann mir die einzelnen Personen gut vorstellen.
Das Buch ist interessant für mich weil: es von einem "ganz alltäglichen" Leben erzählt. Von einer Frau die sich selbst genug ist und das wieder "lernt".

Für alle Doris Knecht-Fans kann ich das Buch nur empfehlen.
Es liest sich leicht, die Themen sind (für mich persönlich) realitätsnah und nachvollziehbar. Doris Knecht weiß wie man an den richtigen Stellen ein wenig Humor einstreut. Gleichzeitig ist man beim Schreibprozess dabei, weil im Buch immer wieder davon berichtet wird.

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