Kunden em pfehlungen
Rezensionen von clematis:
Mörderische Schatten
Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder? von Arno Strobel
Endlich fährt der Umzugswagen Richtung Spessart in die Neubausiedlung Auf Mons, Ines und Marco Winkler richten sich mit Töchterchen Emilia und Labradoodle James im neuen Heim ein und auch die Nachbarn scheinen fast alle sehr freundlich zu sein. Das Glücksgefühl ändert sich jedoch rasch, als Ines in der Nacht einen Schatten im Zimmer sieht und ein Licht im noch unbewohnten Nachbarhaus wahrgenommen haben will.
Leidet sie unter Alpträumen oder überbordender Phantasie? Wohl nicht, obwohl die Polizei Entwarnung gegeben hat, denn tags darauf entdeckt Marco eine tote Frau im Haus nebenan.
Eine unheimliche Stimmung liegt von Anfang an über dem Neubaugebiet, wo die Bewohner einen lockeren Umgang untereinander pflegen, insbesondere das Ehepaar Mannstein freundet sich überraschend schnell mit der Familie Winkler an. Der Mord ändert die Lage schlagartig, die Bewohner fühlen sich unsicher und richten eine eigene Bürgerwehr ein, da der Polizei einfach die nötigen Kapazitäten fehlen. Dennoch geht die Mordserie weiter, niemand kann sich erklären, wie das möglich ist. Mitten im Buch bin ich völlig verblüfft, Arno Strobel erwischt mich kalt mit den Szenen, die sich während der Nachtwache einiger entschlossener Bürger im Siedlungsgebiet abspielen. Ist die Handlung bisher schon packend, wird es nun noch ein wenig aufregender, die Nerven liegen blank, denn es geht jetzt wohl auch um die Zeit. Raffiniert führen Strobel und der Mörder alle an der Nase herum, am Ende gibt es eine so knappe wie logische Auflösung.
Nervenkitzel, wie man es von Arno Strobel gewohnt ist, Seiten, die nur so dahinfliegen und die Angst um die Familie als Ausgangsbasis für mitreißende Lesestunden. Ich sperre gleich alle Türen ab und lausche nach den geringsten Geräuschen!
Rezensionen von Ameland:
Eine besondere und interessante Frau ihrer Zeit
Hildegards Schatzkiste von Hildegard von Bingen
Aufgrund des Untertitels „Kräuterwissen, Rezepte und Heilsames für die Seele“ hatte ich erwartet, dass es in dem Büchlein überwiegend um das Kräuterwissen und Rezepte von Hildegard von Bingen geht. Meine anfängliche Enttäuschung habe ich aber beim Lesen schnell überwunden. Denn Maria Regina Kaisers Sammlung gibt mir einen guten Gesamteinblick über das Denken, Leben und Schaffen dieser besonderen Frau.
Auch wenn Hildegard teilweise ihrer Zeit voraus war, so schütteln wir heute über manche Ansichten nur noch den Kopf. Aber z. B. ihre gesamtheitliche Betrachtung von Körper, Geist und Seele sowie die Auswirkung der Ernährung gilt heute noch.
Ich fand besonders den Teil über gesunde Ernährung mit den Erläuterungen zu den einzelnen Kräutern und Würzmitteln und die Rezepte interessant, weil ich das auch erwartet hatte. Von den Rezepten habe ich mir einige ausgeguckt, die ich demnächst erproben möchte.
Rezensionen von clematis:
Komm heim oder Zwei kleine weiße Porzellanpferde
Die Verlorene von Miriam Georg
Änne ist 93, als sie wenige Tage nach einem Sturz verstirbt. Sie hinterlässt ein kleines weißes Porzellanpferd und ein Gemälde, das man ihr erst kürzlich geschickt hat und das sie selbst gar nicht mehr zu Gesicht bekommen hat. Neugierig, was das bedeuten soll, sind ihre Tochter Ellen und noch viel mehr ihre Enkelin Laura.
Eine Reise nach Schlesien, Ännes ursprüngliche Heimat, beantwortet zumindest einige Fragen, die bislang offen geblieben sind und über die Änne nie gesprochen hat.
Wundervoll aufgeteilt auf zwei Zeitebenen spielt dieser überwältigende Roman, der mich sofort in seinen Bann gezogen und kaum noch losgelassen hat, wobei sowohl die Gegenwart mit Laura und Ellen als auch die zurückliegenden Jahre - 1941 bis 1946 - jeweils auf ihre ganz eigene Art und Weise spannend sind und voller Emotionen stecken. Bildhafte Beschreibungen von Landschaft, Geräuschen und Gerüchen begleiten uns durch den Roman, sodass die Szenen ausgesprochen lebendig wirken, die Figuren sind detailgetreu und liebevoll dargestellt, man kann nicht anders, als sich mitten im Geschehen zu fühlen. Das Besondere an Miriam Georgs Schilderung ist die langsame Annäherung an die Wahrheit, nur Stück für Stück wird preisgegeben, oftmals wechseln die Perspektiven, wodurch die Sogwirkung nur noch weiter angefacht wird. Dennoch habe ich vergleichsweise langsam gelesen, um nur ja keine Einzelheit zu verpassen, um in die jeweilige Stimmung voll und ganz eintauchen zu können. Da sind einerseits zwei Frauen auf der Suche nach ihrer Vergangenheit, andererseits eine Familie auf einem schlesischen Gutshof, mitten in Kriegszeiten, wobei die Kampfhandlungen selbst noch gar nicht hier angekommen sind. Die wenigen Szenen von der Front sind realistisch, aber doch so bedacht verfasst, dass kein seitenlanges brutales Gemetzel vorgeführt wird, der Rest schwingt zwischen den Zeilen mit und lässt diesen Roman zu einem besonders wertvollen Zeugnis der Geschichte werden. Besonders berührt natürlich der eine Soldat, der einen Zettel mit der russischen Aufforderung „Komm heim“ mit sich trägt. Aber auch sonst kann man sich problemlos in die einzelnen Figuren hineinversetzen, ihre Gefühle, ihre Ängste, aber auch ihre Hoffnung immer wieder spüren.
Ein hervorragendes Buch, inspiriert vom Schicksal einzelner Familienmitglieder von Miriam Georg (wie man im Nachwort lesen kann) und wahrscheinlich genau deshalb so bewegend und einfühlsam erzählt. Die Verlorene wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, die Themen Heimatverlust und Identität sind bestens ins Geschehen eingeflochten. Unbedingte Leseempfehlung!
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Das kleine Böse Buch 8 von Magnus Myst
Das kleine böse Buch hat uns vom Konzept her schon sehr gut gefallen. Auch dieser Band ist richtig gruselig-aufregend-cool. Er besticht durch ein interaktives Konzept mit witzigen Aufgaben dazwischen und einer für Kinder sehr aufregenden Geschichte. Denn: es gilt, Geister zu fangen. Schon am Anfang wird man gefragt, ob man Angst vor Geistern hat und entsprechend mit einer Rechnung auf die richtige Seite gelotst.
Die Kinder haben schnell kapiert, dass es eigentlich wenige Lösungswege gibt und man oft auf die gleiche Seite kommt, aber sie fanden es dennoch witzig. Dann gibt es immer wieder Rätsel oder auch Aufgaben zu lösen (okay, das Umknicken einer Seite war für mich als bibliophilen Menschen etwas, das mich Überwindung gekostet hat), die einen Weg durch das Buch weisen. Denn das Buch wird nicht von vorne nach hinten durchgelesen, sondern kreuz und quer. Meine Kinder lieben sowas. Dass es dabei noch spannend hergeht und das Thema Geister immer zieht bei uns, hat sein übriges getan. Für uns ein wirklich tolles Abenteuer!
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Red Flags von Sophie Jo
Die achtzehnjährige Poppy hatte noch nie eine richtige Beziehung. Bislang hat jeder Junge ihre hohen Erwartungen enttäuscht. Denn sie hat eine Liste. Die sollte erfüllt werden. Ihre Freundin findet, sie stößt sich schon an Kleinigkeiten und sollte jemandem eine echte Chance geben. 2 Monate lang.
Poppy stimmt zu und entscheidet sich für Cam, den Jungen aus dem Bus. Der jedoch hat von einem freund seit Kindheitatagen die Liste sowie eine bescheuerte Idee zugespielt bekommen und hat selbst ein ähnliches Problem, weshalb er versucht, möglichst viele Red flags zu erfüllen, um weitere Dates zu verhindern...
Die Geschichte ist ein klassischer Jugendroman. Beide Charaktere sind noch Jugendliche kurz vor dem Schulabschluss, was man ihren Handlungsweisen auch anmerkt. Das war für mich als Erwachsenen teils ein wenig mühsam auszuhalten und man würde am liebsten den einen oder die andere kurz schütteln. Gerade am Anfang konnte ich manches nicjtganz nachvollziehen. Toll fand ich aber, wie sie sich entwickeln und wie etwa auch im Umfeld in den Nebengeschichten wichtige Massages verpackt werden. Etwa toxische Beziehungen und ihre Befreiung daraus, Beziehungen jenseits von Heterosexualität, Umgang mit Eltern, die ihrer Rolle nicht gerecht werden können und vieles mehr. Mir gelang es jedenfalls, je länger ich in der Geschichte las, immer besser hineinzufinden in die Lebens- und Gedankenwelt der Protagonistin und des Protagonisten. Insgesamt ein gelungener Jugendroman!
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Not your Cupcake von Annie C. Waye
Ein Buch über 2. Chancen mit einer weiblichen Hauptprotagonistin im MINT-Setting, das gut unterhält, aber auch zwischendurch meine Geduld mit der Protagonistin auf die Probe stellte, ist "Not Your Cupcake".
Diese Geschichte spielt bei der NASA. Dort wird Ava versetzt von einer sehr angesehenen Abteilung an einen kleineren Standort, wo sie statt Technologie zur Finanzabteilung als Programmiererin wechseln soll.
Dort nennt sie ihr Chef beim Rausgehen Cupcake- ein Spitzname, den sie in der Schule bekommen und gehasst hat. Sie dreht sich um und erkennt einen ehemaligen Mitschüler kaum wieder, so sehr hat er sich verändert. Seitdem Wiedersehen bringen sich die beiden gegenseitig auf die Palme...
Die Geschichte ist vom Setting witzig angeleht. Die NASA als Schauplatz ist gut gewählt, bleibt aber an vielen Stellen eher blass. Ava hätte alles programmieren können. Der männliche Hauptprotagonist Trey war mir nicht so zugänglich anfangs und verwirrte mich genauso wie Ava. Auch Ava ist kein ganz einfaches Exemplar. Ehrlich gesaht nervte mich ihr Verhalten dazwischen ziemlich. Ava war ziemlich auf sich fixiert in meiner Wahrnehmung und nimmt sich mehr als Opfer wahr, als sie ist. Ijre beste Freundin bleibt als Gesprächspartnerin spannend, was ihre Freundschaft so ausmacht war aber nicht ganz klar, denn Ava ruft sie nur an, wenn sie etwas braucht und erfährt in den Gesprächen weniger eine tröstende Schulter, sondern mehr ein (manchmal ziemlich abgelenktes) Korrektiv auf ihre Wahrnehmung. Was mir dafür die Beziehung umso glaubwürdiger machte für mich, waren die Tagebucheinträge von damals. Sie waren amüsant zu lesen und gaben Einblicke und Zugänge, die sonst zu kurz gekommen wären. Ich mochte die subtilen Bemühungen eines Teenagers zwischen den Zeilen total. Es machte die Gegenwart etwas verständlicher. Insgesamt eine witzige Geschichte, wo man aber etwas Verständnis für die soziale Unfähigkeit der Protas mitnehmen sollte. Und ein wenig Nerven für die Streitgespräche und Rückschritte sowie das Selbstmitleid.
Rezensionen von Ele:
Wallis - Die Frau des Exkönigs
Wallis Simpson von Michaela Lindinger
Wallis Simpson, Biografie von Michaele Lindinger, EBook, Molden Verlag.
Schon in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, lange vor Meghan Markle, sorgte eine Amerikanerin für Aufregung im britischen Königshaus. Wallis Simpson, zweifach geschieden und keine klassische Schönheit, hat dem neuen König von England Edward VIII.
, den Kopf verdreht. Weil er, vermeintlich ohne sie nicht leben kann, dankt er ab. Sie ist charismatisch und verstand es gut Männer in ihren Bann zu ziehen, denn schon früh war ihr Wahlspruch: „You can never be too rich or too thin.“
Wallis Simpson – Verhinderte Queen, Aufsteigerin, meistgehasste Frau der Welt.
Die spektakuläre Liebesgeschichte zwischen Edward VIII. und Wallis hat mich schon immer in ihren Bann gezogen. Ich fand dieses Buch eine gute Gelegenheit mich über die genaue Story zu informieren, Ich dachte die Liebe zwischen den Beiden war so groß, dass das Opfer es wert war, das vor allem Edward erbrachte. Das Buch hat mich allerdings ernüchtert.
Beide Personen waren schwierig und psychisch instabil. Beide kommen in dieser Biografie nicht gut weg. Die Autorin hat für ihr Buch akribisch recherchiert, das merkt man beim Lesen. Hintergründe und Skandale werden offen angesprochen. Vor allem die sexuelle Ausrichtung der beiden ist schwierig. Wallis scheint schon bei der Geburt Intersexuelle Anlagen gehabt zu haben, sie wirkte sehr maskulin, die knabenhafte Figur, das markante Gesicht, die großen Hände. Davon fühlte sich Edward vermutlich angezogen, denn ihm werden in diesem Werk homoerotische Neigungen bestätigt, da sich Wallis immer wieder Operationen unterziehen musste, die auf ihre Intersexualität zurückzuführen sind, wäre die Ehe vermutlich niemals mit Kindern gesegnet worden. Somit wäre Elizabeth II. auf jeden Fall eines Tages Königin von England geworden.
Wallis wird als oberflächliche, prestigewütige und habsüchtige Frau geschildert. Doch auch Edward scheint nicht gerade mit überwältigendem Geist gesegnet gewesen zu sein, er interessierte sich nicht für Kunst und Kultur. Beide suchten auch die fatale Nähe der falschen Personen. Spionage, Spielsucht, Dreiecksbeziehungen, Drogen und redeten sich des Öfteren um Kopf und Kragen. In England waren sie nicht geduldet und vor allem bei Hofe war Wallis eine Persona non grata. Hier ist die Geschichte dieser schillernden, charismatischen und komplexen Frau und ihrer Liebe mit dem englischen König, die schon zu Ende war, bevor sie richtig begonnen hatte.
Das Buch besteht aus vier Teilen, wobei der erste Teil mitten in die Hochzeitsvorbereitungen blicken lässt. Die weiteren Teile erklären den Lebenslauf von Wallis und wie sie es geschafft hat dem König nahe zu kommen. Die Teile sind in weitere Kapitel gegliedert, und mit dem Inhalt zusammenfassenden Überschriften versehen.
Ich habe das interessante Buch schnell gelesen es hat mich fasziniert. In einer flüssigen Sprache, die oft schwierigen Zusammenhänge sind gut verständlich erklärt. Zahlreihe Bilder mit Untertiteln sind abgedruckt, und visualisieren das Geschriebene. Etliche Fakten waren mir nicht bekannt, somit habe ich eine ganz andere Sichtweise auf die große Liebe der Windsors werfen dürfen. Wen das Thema ebenfalls interessiert, sollte hier zugreifen.
Von mir 5 Sterne
Rezensionen von Chrystally:
Nicht gereimt, sondern gedichtet
Arche Boa von Cornelia Boese
Ich habe dieses Buch bekommen, reingeblättert und hatte nach den ersten Zeilen den Drang, es laut vorzulesen, was ich dann auch ganz für mich getan habe. Was für eine leicht-fließende, fröhlich springende, elegante und kreative Dichtkunst! Und immer wieder schöne Wortspielereien, wie die Biene, die in See sticht.
Kein Vergleich mit anderen Kinderbüchern, in denen immer derselbe dröge ein-rein-, Maus-Haus-Quatsch gereimt wird.
Wir treffen auf zunächst zwölf charaktervolle Tiere, die während eines Wettbewerbs ihre menschengemachten Probleme beklagen, und während die geniale Gedichtform auf den ersten Blick die grausame Realität ein bisschen abmildert, werden dabei einige der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit sehr ungeschönt angesprochen. Dabei passt jeder Auftritt raffiniert zum jeweiligen Tier und wird von passender Musik dichterisch untermalt. Die Illustrationen sind zurückhaltend, aber extrem ausdrucksstark und greifen den Charakter und die Emotionen der Tiere ebenfalls gekonnt auf.
Auch unser vierjähriges Kind hat sich neugierig das ganze Buch von vorne bis hinten angehört, und das trotz der doch beachtlichen Länge.
Insgesamt ein herrlicher Reimgenuss für Jung und Alt und ein Buch, das man auch als Erwachsene immer wieder gerne vorliest.
Rezensionen von Chrystally:
Plakativ, aber wichtig und kindgerecht
tiptoi® Bildergeschichten über den Umgang mit Gefühlen - Amélie Amie und die Sache mit der Vielfalt von Cee Neudert
Cee Neuderts Kinderbuch „Amélie Amie und die Sache mit der Vielfalt“ nimmt junge Leserinnen und Leser mit auf zauberhafte Ferien im Hinterhof – eine bunte, lebensnahe und gleichzeitig warmherzige Geschichte, die die Vielfalt des Zusammenlebens in den Mittelpunkt stellt.
Gemäß dem Titel finden wir eine große Bandbreite an Protagonistinnen und Protagonisten: Menschen mit unterschiedlichen Familienformen, Körpern, Selbstbildern und Lebensstilen.
Dabei integriert Neudert viele Figuren, die gängige Klischees aufbrechen und Kindern zeigen, dass Normalität viele Gesichter haben kann. Um alle Themen unterzubringen, ist die Wohnsiedlung sicher nicht repräsentativ, aber das stört nicht.
Die Illustrationen sind farbenfroh, modern und stimmungsvoll – nie überladen, sondern genau richtig, um die Geschichte lebendig werden zu lassen. Auch die Grundidee, Vielfalt in einer einfachen, alltagsnahen Feriengeschichte zu thematisieren, wirkt sympathisch und nahbar.
Die Erzählstimme ist in Ordnung, ich mochte den etwas ätherischen Duktus nicht, aber das ist Geschmackssache. Die einzelnen Audioabschnitte sind teilweise sehr lang – unpraktisch, wenn man gestört wird. Eine feinere Unterteilung oder die Möglichkeit zum zurückspulen wäre hier hilfreich. Zudem war die Geschichte für unser vierjähriges Kind noch etwas lang, nach zwei Seiten hat er den Erzählstrang verlassen – eine Altersempfehlung ab fünf Jahren wäre passender.
Als erwachsene Mitlesende stößt man sich zudem an der stellenweise sehr plakativen Moral. Kinderbücher, die ihre Botschaften subtiler vermitteln, können manchmal nachhaltiger wirken, da sie zum eigenen Entdecken und Fragen anregen. Aber als tiptoi-Buch muss man es ja wenigstens nicht vorlesen.
Insgesamt ist „Amélie Amie und die Sache mit der Vielfalt“ ist ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch, das mit sympathischen Figuren, klugen Illustrationen und einer bunten Bestandsaufnahme moderner Lebenswelten überzeugt.
Rezensionen von Shilo:
Ein bewegender neuer Teil der Sternberg-Saga
Was die Liebe ersehnt von Kristina Herzog
"Was die Liebe ersehnt" von Kristina Herzog hat mich tief bewegt und mich von der ersten Seite an in die Atmosphäre der Zeit hineingezogen. Zürich 1934 bildet den Rahmen, doch das Herzstück sind die Menschen, ihre Hoffnungen und ihre Kämpfe.
Besonders beeindruckt hat mich Hannah, die mit unermüdlichem Einsatz ihren Traum von einem eigenen Krankenhaus verwirklicht hat.
Gerade in dieser Stärke liegt aber auch ihre Verletzlichkeit, denn über all der Verantwortung gerät das Familienleben ins Wanken. Beim Lesen habe ich gespürt, wie schwer es ist, Berufung und Privatleben in Einklang zu bringen – eine Herausforderung, die zeitlos wirkt.
Auch die anderen Figuren sind mit großer Authentizität gezeichnet. Daniel, der sich durch seine Auslandseinsätze in Gefahr bringt, Alma mit ihrer mutigen, lebensverändernden Entscheidung und Lucie, deren Beziehung durch politische Überzeugungen ins Wanken gerät – all diese Stränge haben mich zum Nachdenken gebracht und gezeigt, wie vielschichtig menschliche Bindungen sind. Besonders die Spannung zwischen privatem Glück und den Schatten des erstarkenden Nationalsozialismus habe ich beim Lesen als bedrückend und zugleich hochaktuell empfunden.
Sehr berührend fand ich Ariels Geschichte, die zeigt, wie stark die Sehnsucht nach Liebe sein kann, selbst wenn die äußeren Umstände voller Hindernisse sind. Kristina Herzog gelingt es hier meisterhaft, Emotion und historische Realität miteinander zu verweben.
Die Stärke dieses Romans liegt für mich in der Mischung aus feinen Zwischentönen und dramatischen Wendungen. Kleine Gesten, leise Gespräche, aber auch die großen Entscheidungen, die das Leben verändern – all das wird mit einem Gefühl für die richtige Balance erzählt. Ich hatte immer wieder den Eindruck, nicht nur eine Geschichte zu lesen, sondern ein Stück Leben mitzuerleben.
"Was die Liebe ersehnt" ist für mich ein Buch, das nicht nur fesselt, sondern auch nachhallt. Es hat mich beim Lesen berührt, bewegt und bereichert – und meine Neugier auf die weiteren Teile der Sternberg-Saga noch mehr entfacht. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.











