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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Petra:

Lebensträume

Der fünfte Advent von Blanca Imboden

Ein Souvenirladen in Luzern, Schweiz. Der ist die Heimat von Doris und ihrem Vater. Sie sind ein eingespieltes Team. Da kommt die Einladung zu einer Art Klassentreffen. Vor vierzig Jahren haben vier junge Frauen und ein Mann gemeinsam einen Englischkurs in London besucht. Doris aus der Schweiz, Helga aus Deutschland, Lotte aus Österreich, Himari aus Japan und Stefano aus Italien.

Sie waren ein gutes Team haben sich aber schnell aus den Augen verloren. Nun ein Wiedersehen, was ist aus ihnen geworden, sind die Träume von damals in Erfüllung gegangen?
Die Autorin erzählt ihre Geschichten aus dem wirklichen Leben. Keine großartigen Erfolgerlebnisse, keine großen Liebesgeschichten, keine besonders schlimmen Ereignisse. Sondern Geschehnisse die jedem passieren können, kleine Geschichten die jeder in der einen oder anderen Form schon erlebt hat.
Vieles davon mit einem Augenzwinkern, mit einer hochgezogenen Augenbraue, mit einem Schmunzeln oder auch mal mit einem erhobenen Zeigefinger.
Gleichzeitig verwebt sie auch immer hochaktuelle Themen damit. Oft Frauenthemen die obwohl eigentlich immer schon dagewesen, auf einmal in der Öffentlichkeit präsent sind. Diese Mischung ist selten und mit der eigenen schweizerischen Sprachmelodie mit ein paar kleinen Beispielen von mundartlichen Ausdrücken ist es auch ein besonderer Schreibstil.
Aus dem Leben geschrieben, liebevoll, emotional, ohne das es schnulzig wirkt.

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Rezensionen von Ryria:

Ganz süße Geschichte

Variation - Für immer oder nie von Rebecca Yarros

Allie und Hudson hätten das perfekte Paar als Jugendliche werden können, doch der Tod von Allies Schwester reißt sie auseinander. Viele Jahre später ist Allie eine gefeierte Ballerina und Hudson Eliterettungsschwimmer - das Schicksal führt sie wieder zusammen, doch hat ihre Liebe eine zweite Chance und können sie die Vergangenheit hinter sich lassen?

Zu Beginn bin ich irgendwie gar nicht richtig in die Geschichte hineingekommen, danach bin ich aber erstaunlicherweise quasi nur so durch die Seiten geflogen.

Manche Geheimnisse haben neugierig gemacht und wurden zum Glück auch relativ schnell aufgelöst, andere haben sich dafür lange gezogen, sodass ich teilweise auch das Interesse an der Auflösung verloren habe. Das war mir dann teilweise zu viel Drama um nichts und etwas gekünstelte Spannung, aber überwiegend war der Spannungsbogen immer noch gut gelungen.

Sehr cool fand ich die Einblicke in die Berufe Rettungsschwimmer/Ballerina, beides ist ja doch eher ungewöhnlich und ich mochte es, auf diesem Wege mehr darüber zu erfahren.
Auch der Fokus auf den verschiedenen Familienbeziehungen hat mir gut gefallen. Generell gab es hier viele tolle Nebencharaktere, die ihre eigenen Geschichten bekommen haben.
Unser Hauptpaar war sehr süß, beide hatten ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen mit vielen schönen gemeinsamen Momenten - hat Spaß gemacht ihre Geschichte zu verfolgen.

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Rezensionen von Lilli33:

Hoch spannend, aber etwas zu viel von allem

Kälter von Andreas Pflüger

Hoch spannend, aber etwas zu viel von allem

Inhalt:
Luzy Morgenroth hat einen ruhigen Job in der Polizeistation auf Amrum. Zusammen mit ihrem Freund und Kollegen Jörgen kümmert sie sich mal um einen Verkehrsunfall, häusliche Gewalt oder kleinere Delikte. Bis eines Tages ein Mitarbeiter des Fährbetriebs auf See bleibt.

Schnell ist klar, dass die Fremden, die auf der Fähre waren, mit dessen Tod zu tun haben. Luzy erkennt ihren Erzfeind: Babel. Ihn hat sie in ihrer Zeit als Personenschützerin beim BKA kennen gelernt. Damit wollte sie eigentlich nichts mehr zu tun haben, aber nun sinnt sie auf Rache.

Meine Meinung:
Andreas Pflügers Trilogie um die blinde Ermittlerin Jenny Aaron sowie der Agententhriller „Wie sterben geht“ haben mich vollkommen begeistert. Auch das im Oktober 2025 bei Suhrkamp erschienene „Kälter“ ist hoch spannend. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Pflüger erzählt rasant, aber auch etwas sprunghaft. Zuweilen habe ich die Übergänge verpasst und war kurzzeitig verwirrt. Dabei war ich heilfroh, dass ich mit den meisten realen Personen, Begriffen und Abkürzungen, die im Roman auftauchen, etwas anfangen konnte, da ich in der beschriebenen Zeit aufgewachsen bin, der Zeit des Kalten Krieges bis kurz nach dem Mauerfall.

Luzy ist wie Nina aus „Wie sterben geht“ eine absolut taffe Superwoman, der praktisch alles gelingt und die schwerste Verletzungen überlebt, selbst wenn sie zwischendurch ein paar Fehler macht. Auch wenn sie sich hin und wieder Gedanken um die Menschen macht, die sie getötet hat, fällt ihr das Töten doch unglaublich leicht. Mir persönlich waren es ein paar Leichen zu viel.

Schön fand ich allerdings, dass Luzy auch zu echten Gefühlen fähig ist und lieben kann. Ihre Intelligenz und ihr Durchblick sind faszinierend, ebenso ihre körperliche Fitness mit 50 Jahren.

Ein Wiedersehen mit Figuren aus den früheren Büchern des Autors habe ich schmunzelnd genossen. Man kann „Kälter“ aber auch vollkommen ohne Kenntnis der anderen Bücher lesen.

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Rezensionen von Tara:

Ein emotionaler Roman über das Leben mit seinen Möglichkeiten

Ein Herz aus Papier und Sternen von Cecelia Ahern

„Ein Herz aus Papier und Sternen“ ist ein emotionaler Roman der irischen Autorin Cecelia Ahern.

Die Handlung spielt in einem kleinen irischen Dorf namens Ballybeg. Viele Menschen dort leben vom Torfstechen, das aus Umweltschutzgründen verboten wurde. Es fällt nicht allen leicht sich neu zu orientieren.

Auch Lorcan Murphy weigert sich auf sein Recht des Torfstechens zu verzichten, da es die Lebensgrundlage seiner Familie ist. Er ist der Großvater von der inzwischen 16-jährigen Bella. Bella ist die Tochter der 32-jährige Protagonisten Pip. Sie ist eine sehr verträumte Protagonistin, mit wenig Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen, was sicherlich auch ihrer dominanten Mutter Josephine zuzuschreiben ist. Aus Sorge um Pip und Jamie - den Vater von Bella - haben ihre Eltern Josephine und Philip dafür gesorgt, dass sich die beiden so wenig wie möglich sehen.
Das klingt nun alles nach einem schwierigen Familiengefüge, ist es im Grunde auch, aber beim Lesen erklärt sich das glücklicherweise alles von selbst.

Pip war für mich keine besonders interessante Protagonistin, ihr Leben ist recht eintönig bis sie den Astronom Io kennenlernt. Durch ihn ändert sich ihr Blickwinkel und es tritt eine Veränderung eintritt, die mir gut gefallen hat.

Der Schreibstil der Autorin liest sich angenehm leicht und flüssig. Sie versteht es aktuelle Probleme gut in ihrer Romanhandlung unterzubringen, so dass das Buch auch zum Nachdenken anregt.

Mit ihrem Epilog rundet Cecelia Ahern ihren Roman gelungen ab. Das Ende beinhaltet auch einen Neubeginn und lässt damit Raum für eigene Gedanken.

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Rezensionen von Claudia R.:

weihnachtlich

Das Weihnachtstohuwabohu von Yvette Eckstein

Klappentext/ Inhalt:

Ein herzerwärmendes Abenteuer über Zusammenhalt, Mut und Magie – und ein kleines Wunder zur rechten Zeit.
Dieses charmant gereimte und liebevoll illustrierte Kinderbuch erzählt mit Witz, Herz und einem Augenzwinkern von einem ganz besonderen Weihnachtsabenteuer. Das Christkind hat Schnupfen, die Geschenke sind nicht verpackt – und der Heilige Abend rückt immer näher.

Sogar der Weihnachtsmann weiß nicht weiter. Inmitten von Taschentüchern, ratlosen Engeln und einem streikenden Rentier entsteht eine verrückte Rettungsaktion, die zeigt: Mit Fantasie, Zusammenhalt und einer Prise Magie ist selbst das Unmögliche möglich und das Wunder nimmt doch noch seinen Lauf.
Ideal für Kinder ab 3 Jahren, zum Vorlesen und Mitfiebern in der Vorweihnachtszeit. Ein frischer Blick auf das Fest – mit klassischem Zauber, modernem Humor und Happy End-Garantie.
Ein besonderes Geschenk für Groß und Klein – perfekt platziert unter dem Weihnachtsbaum!

Cover:

Das Cover ist wundervoll winter- / weihnachtlich umgesetzt und bringt diese Atmosphäre und Stimmung sehr gut herüber. Die vielen Geschenke und der geschmückte Weihnachtsbaum greifen die Thematik gut auf und setzen das Ganze sehr schön um. Auch weitere winter-weihnachtliche Details sind erkennbar. Ein wundervolles Cover, welches anspricht. Optisch und farblich ist es gut gelungen.

Meinung:

Liebevolle und niedliche Weihnachtsgeschichte über Zusammenhalt, Mut und die Magie von Weihnachten. Das Christkind ist krank und die Geschenke noch nicht verpackt. Ist Weihnachten in Gefahr oder bekommt das Christkind vielleicht Unterstützung?

Inhaltlich möchte ich hier nicht zu viel verraten und halte mich mit weiteren Details dazu zurück.

Der Schreibstil ist einfach und kurz, sowie verständlich gehalten. Die Geschichte ist in Reimform verfasst, wobei mich diese nicht hundertprozentig überzeugen konnte. Manches war dabei nicht ganz rund und ich hätte hier eine einfache Textform vorgezogen. Da die Reime teils etwas zu gewollt herüber kamen.

Die Geschichte ist liebevoll erzählt und vereint die Botschaft über den Geist und die Magie der Weihnacht, sowie Zusammenhalt und Nächstenliebe. Dies fand ich sehr schön und wurde sehr herzerwärmend vermittelt.

Wunderschön sind auch die niedlichen und süßen Zeichnungen. Die Illustrationen sind liebevoll umgesetzt und geben die Geschehnisse und Charaktere sehr gut wieder. Auch die Charaktere sind sehr niedlich gezeichnet und merkt, dass viel Herzblut hinter dem Gesamten steckt. Auch die Gesichtsausdrücke wurden gut gewählt und auch hier kommen die Emotionen und Gefühle spürbar herüber und werden toll durch die Illustrationen transportiert.

Eine wundervolle weihnachtliche Geschichte, die begeistert und die Vorweihnachtszeit verschönert. Ein wundervolles und sehr liebevoll umgesetztes Buch. Die Illustrationen sind zauberhaft und auch die Vermittlung der Botschaften ist toll, einzig die Reime konnten mich nicht ganz abholen, daher 4,5 Sterne von 5 Sternen.

Fazit:

Liebevolle und niedliche Weihnachtsgeschichte über Zusammenarbeit und die Magie von Weihnachten.

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Rezensionen von Kapitel60:

Humorvoll, aber eher für ältere Kinder

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat von Marc-Uwe Kling; Astrid Henn

Worum geht’s?
Ja, lange Familienfahrten sind oft chaotisch. Marc-Uwe Kling beschreibt hier eine ganz besondere Autofahrt. Max hat einen Kater, Luisa pubertiert, Tiffany muss ständig aufs Klo, Oma sucht ihr Handy, Opa würde lieber mit der Bahn fahren, Papa fährt (mehr schlecht als recht), und Mama ist sowieso im Dauerstress.

Das Ziel der Fahrt ist Wuppertal, weil Tante Ilse heiratet.

Cover, Schreibstil, Illustrationen:
Das Buch ist sehr witzig, und man erkennt den typischen Humor des Autors. Der Schreibstil ist locker. Illustrationen und Cover treffen nicht ganz meinen Geschmack, aber sie sind okay.

Fazit:
Mir gefällt die Geschichte, aber ich finde, dass die Altersangabe zu niedrig angesetzt ist. Ich wollte das Buch eigentlich mit meinem achtjährigen Enkelsohn lesen, aber ich möchte ihn nicht damit konfrontieren, dass ein 14-Jähriger schon eine Alkoholerfahrung gemacht hat. Das finde ich etwas fragwürdig. Deshalb auch leider nicht die volle Punktezahl.

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Rezensionen von Tara:

Familie Mann im Exil

Wenn die Sonne untergeht von Florian Illies

„Wenn die Sonne untergeht: Familie Mann in Sanary“ ist ein interessanter Roman über die Familie Mann des in Berlin lebenden Autors, Journalisten, Kunsthistorikers und Kurators Florian Illies.

Die Handlung beginnt im Februar 1933 in München im Hause der Familie Mann. Thomas und Katja brechen zu Vorträgen in Amsterdam, Brüssel und Paris auf und wollen im Anschluß zur Erholung nach Arosa in die Schweiz.

Zu diesem Zeitpunkt ahnen sie nicht, dass sich ihre Rückkehr um Monate verzögern wird, da Thomas Mann wegen der Nationalsozialisten nicht nach Deutschland zurückkehren kann. Er lebt – wie viele andere deutsche Intellektuelle – mit seiner Familie im Exil in Sanary-sur-Mer in Frankreich. Im Gegensatz zu seinem Bruder Heinrich, der das Leben im Süden genießt, zieht es ihn zurück nach München.

Ich habe schon einige Bücher über die Familie Mann gelesen und dennoch in diesem wieder ganz neue Seiten dieser außergewöhnlichen Familie kennengelernt. Sicherlich lag dies nicht nur an der außergewöhnlichen Situation, sondern auch daran, dass Florian Illies ausgiebig recherchiert hat, wobei er unveröffentlichte Dokumente, Tagebücher Golo Manns und Menschen mit viel Hintergrundwissen als Grundlage für seinen Roman zugrunde gelegt hat.

Der Autor erweckt hier die Familie Mann zum Leben. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten innerhalb der Familie sind klar und authentisch gezeichnet. Es ist kein trockenes Sachbuch, sondern eine Biografie über das Leben einer Familie mit ihren ganz besonderen Eigenheiten, in der die Atmosphäre dieser ungewöhnlichen und schwierigen Situation ebenso durchkommt wie der damalige Zeitgeist.

Am Ende rundet Florian Illies sein Buch gelungen damit ab, wie es für die einzelnen Personen nach dem Sommer in Sanary weitergeht. Außerdem gibt es einen übersichtlichen Stammbaum der Manns und einen Überblick über die Sommergäste in Sanary.

Mich hat das Buch gefesselt und ausgesprochen gut unterhalten.

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Rezensionen von gabiliest:

Scheinreich- Eine Wiener Geschichte über Liebe, Lust, Lüge und Leid

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels von Vea Kaiser


Die bekannte, mit vielen Preisen ausgezeichnete Autorin Vea Kaiser hat mit ihrem neuen Roman “Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels” ein Bild von Wien von den neunzehnhundertachtziger Jahren bis in die Jetztzeit gezeichnet. Der gediegene Schutzumschlag des Buches zeigt einen Luster der Wiener Manufaktur Lobmeyr, der so in Hotels auf der ganzen Welt hängen könnte.

In diesem Roman hängt er in Wien im fiktiven Traditionshotel Frohner.

Angelika, Ende zwanzig, ist dort Buchhalterin. Jeden Tag sieht sie, die in einem Gemeindebau im roten Wien aufgewachsen ist, die Reichen und Schönen mit ihrem wie selbstverständlich herablassenden Benehmen und ungehobelten Manieren. Angelika ist eine Partymaus, trägt gerne Miniröcke und frequentiert neben Discos durchaus auch einmal mit ihrer Freundin Ingi den Branntweiner ums Eck. Doch in ihrer Arbeit ist sie sehr penibel und ehrgeizig, denn ihre Mutter, Hausmeisterin im Gemeindebau, hat ihr als Kind zwar keine Liebe gegeben, aber Prinzipien: Haltung bewahren und keine Fehler machen, dann könne niemand etwas sagen.

Auch der Hoteldirektor ist von Angelikas Fleiß beeindruckt. Gegen eine Manipulation der Buchhaltung könne sie Karriere machen. Aber Angelika wird schwanger, bekommt einen Sohn, Sebastian, hat einen notorisch unzuverlässigen Partner und das Geld ist knapp. Angelika sinnt auf Abhilfe, was der Direktor kann, kann sie auch.

“Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels” erzählt die Geschichte einer Frau, die sich mit den falschen Männern umgibt, die wenig Hilfe bieten und noch weniger Geld haben. Doch um Hilfe von den Großeltern von Sebastian anzunehmen, ist sie zu stolz. Dieser Roman ist eine Entwicklungsgeschichte von der Kindheit der vaterlos aufgewachsenen Angelika über die Kindheit ihres Sohnes bis zu seinem Erwachsenenalter. Immer wieder macht sich Angelika vor, dass sie sich ja nur einen Kredit gewähre, wenn sie Geld des Hotels auf ihre Privatkonten abzweigt. Die schwierigen ersten Jahre als Mutter - zwischen Glück und Verzweiflung- können die Lesenden ebenso mitverfolgen wie den steigenden Wohlstand der Familie mit Kauf einer Villa in der besten Gegend Wiens. Auch Sebastian entwickelt sich von einem schwierigen pubertierenden jungen Mann zu einem scheinbar äußert erfolgreichen Erwachsenen. Doch dann ist Sebastian wieder in finanziellen Schwierigkeiten…

Vea Kaiser hat einen gelungenen Kunstgriff gemacht, um ihre Geschichte zu erzählen, die auf einem wahren Kriminalfall beruht. Sie lässt die Autorin, vielleicht Vea Kaiser selbst, Angelika im Gefängnis besuchen und rollt so das Leben einer Frau auf, die alles für ihr Kind tun wollte, aber letztlich jedes Maß verloren und einen enormen Schaden verursacht hat. Besonders hervorheben muss man den typischen Wiener Lokalkolorit, der die Schilderungen der Sprache und des Lebens im Gemeindebau genau so authentisch wiedergibt wie die Bussi-Bussi-Welt der Reichen. Manchmal erscheint die Sprache derb, die Dialektausdrücke sind aber zu dieser Zeit durchaus gebräuchlich und werden auch im Anhang erklärt.

Der Roman bietet ausgeprägte Charaktere. Die Hauptfigur ist Angelika, die die gehobene Gesellschaft einerseits verachtet- wer einmal in der roten Wolle gefärbt wurde, wird das ein Leben lang nicht vergessen- andererseits aber gerne dazugehören möchte, vor allem um ihres Sohnes willen. Das scheint zu gelingen, doch auch hier nimmt das Leben unglückliche Wendungen. Alle anderen Figuren sind ebenso bezeichnend ausgearbeitet, Männer, die entweder nicht fähig oder willig sind, Verantwortung zu übernehmen. Angelikas Freundin Ingi steht für das Abrutschen ins Drogenmilieu, doch selbst in dieser Situation bleibt Angelika ihr gegenüber loyal. Trotz ihrer ausgeprägten Begabung für Zahlen fällt Angelika jedoch selbst auf Betrüger herein. Neben allen Problemen leidet ihre Mutter an fortschreitender Demenz, eine enorme Belastung und ein weiterer Faktor, der großteils nur ein fremdbestimmtes Leben ermöglicht.

Vea Kaiser schreibt lebendig und beobachtend, niemals wertend. Die Milieuschilderungen sind exakt gelungen und die Lesenden nehmen direkt an Angelikas Leben teil. Dennoch fokussiert sich das Buch weniger auf den Kriminalfall, sondern mehr auf Angelikas Mutterrolle, eine zwar sehr interessante Perspektive, die aber vielen Leserinnen aus eigener Erfahrung bekannt sein wird, wodurch für diese Gruppe vielleicht Längen entstehen könnten. Freude werden aber alle Wien- Liebhaber haben, denn Vea Kaiser erwähnt nicht nur die wichtigsten Wiener Sehenswürdigkeiten, sondern auch die oftmals heute noch existierenden Lokale und Kaffeehäuser, die Würstelstände, den Opernball und sogar die Branntweiner, wo man schon am frühen Morgen Alkohol bekommt. Nicht nur wegen dieses typischen Wien-Flairs bietet dieser vielschichtige Roman gute Unterhaltung, ist absolut lesenswert und ich empfehle ihn gerne weiter.

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Rezensionen von Tara:

Es gibt immer drei Seiten

The Final Wife von Jenny Blackhurst

„The Final Wife“ ist ein spannender Thriller der in England lebenden Autorin Jenny Blackhurst.

Detective Rebecca Dance wird wegen einer häuslichen Messerstecherei mitten in der Nacht von ihrem Kollegen angerufen. Am Tatort - einem luxuriösen Cottage in den Cotswolds - findet sie den erstochenen Schönheitschirurgen Luke Whitney und neben ihm blutüberströmt seine Frau Anna, die die Tat direkt gesteht.

Nachdem Rebecca feststellt, dass Anna keine Einzelheiten zur Tat weiß, kommen ihr Zweifel an deren Schuld. Zudem stellt sich heraus, dass Luke ein Lügner und Betrüger war, der die Menschen nach belieben manipuliert.

Der Schreibstil von Jenny Blackhurst lässt sich wie gewohnt leicht und flüssig lesen. Die Spannung baut sich schnell auf, da Rebeccas Zweifel an Annas Unschuld schlüssig klingen.
Die Handlung wird größtenteils im Wechsel aus der Ich-Perspektive von Anna, Rebecca und Rose – Lukes Exfrau – erzählt. Durch die Perspektivwechsel bekommt man ein umfassendes Bild von den Charakteren, Einblicke in ihr Innerstes, ihre Gefühle, Gedanken und den Ereignissen in ihrer Vergangenheit.
Rebeccas Herangehensweise gefiel mir, da sie nichts einfach hinnimmt. Sie stellt auch das Offensichtliche erst einmal in Frage, ist sehr selbstbewusst und bietet damit einen gelungenen Kontrast zu den beiden anderen Protagonistinnen. Dies wird vor allem durch viele Details aus ihrem Privatleben deutlich, die ich allerdings nicht zwingend gebraucht hätte.

"Und wie man weiß, gibt es immer drei Seiten. Seine, meine und die Wahrheit".
Dieser Satz von Anna ist so treffend für die gesamte Story. Ich habe durchgehend herumgerätselt was hier wahr sein könnte. Auch wenn ich letztendlich nicht alles schlüssig fand, hat mich das Buch durch die Perspektivwechsel gefesselt und mit seinen überraschenden Wendungen ausgesprochen gut unterhalten.

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Rezensionen von Tara:

Es gibt immer drei Seiten

The Final Wife von Jenny Blackhurst

„The Final Wife“ ist ein spannender Thriller der in England lebenden Autorin Jenny Blackhurst.

Detective Rebecca Dance wird wegen einer häuslichen Messerstecherei mitten in der Nacht von ihrem Kollegen angerufen. Am Tatort - einem luxuriösen Cottage in den Cotswolds - findet sie den erstochenen Schönheitschirurgen Luke Whitney und neben ihm blutüberströmt seine Frau Anna, die die Tat direkt gesteht.

Nachdem Rebecca feststellt, dass Anna keine Einzelheiten zur Tat weiß, kommen ihr Zweifel an deren Schuld. Zudem stellt sich heraus, dass Luke ein Lügner und Betrüger war, der die Menschen nach belieben manipuliert.

Der Schreibstil von Jenny Blackhurst lässt sich wie gewohnt leicht und flüssig lesen. Die Spannung baut sich schnell auf, da Rebeccas Zweifel an Annas Unschuld schlüssig klingen.
Die Handlung wird größtenteils im Wechsel aus der Ich-Perspektive von Anna, Rebecca und Rose – Lukes Exfrau – erzählt. Durch die Perspektivwechsel bekommt man ein umfassendes Bild von den Charakteren, Einblicke in ihr Innerstes, ihre Gefühle, Gedanken und den Ereignissen in ihrer Vergangenheit.
Rebeccas Herangehensweise gefiel mir, da sie nichts einfach hinnimmt. Sie stellt auch das Offensichtliche erst einmal in Frage, ist sehr selbstbewusst und bietet damit einen gelungenen Kontrast zu den beiden anderen Protagonistinnen. Dies wird vor allem durch viele Details aus ihrem Privatleben deutlich, die ich allerdings nicht zwingend gebraucht hätte.

"Und wie man weiß, gibt es immer drei Seiten. Seine, meine und die Wahrheit".
Dieser Satz von Anna ist so treffend für die gesamte Story. Ich habe durchgehend herumgerätselt was hier wahr sein könnte. Auch wenn ich letztendlich nicht alles schlüssig fand, hat mich das Buch durch die Perspektivwechsel gefesselt und mit seinen überraschenden Wendungen ausgesprochen gut unterhalten.

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