Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Sensationelle Darstellung der komplizierten Historie der Ukraine im Kampf um ihre Unabhängigkeit
Eine kurze Geschichte eines langen Krieges von Mariam Naiem
In dieser Graphic Novel, von Ukrainer*innen geschrieben und gezeichnet, werden die historischen Wurzeln des Unabhängigkeitskampfes der Ukraine, welche eine komplizierte Historie mit Russland hat, dargestellt.
Die Geschichte reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück – die Kyjiwer Rus war damals einer der größten Staaten in Europa und bildete die Grundlage der heutigen Ukraine.
Das Buch beschreibt die Mongoleninvasion und die spätere Besiedelung durch die Kosaken, die für Freiheit, Mut und Heldentum stehen. Die meisten Kosaken waren ethnische Ukrainer*innen und standen für Selbstorganisation, sie trafen Entscheidungen im Kollektiv bei Versammlungen, bei denen jeder ein Stimmrecht hatte. 1775 kam es zum Ende der Geschichte der Kosaken unter der Herrschaft von Katharina der Großen. Weiters spielte das Christentum in der ukrainischen Geschichte eine wichtige Rolle.
Den Höhepunkt in der russisch-ukrainischen Geschichte wurde 1929 erreicht – massenhaft wurden Menschen aus der Ukraine nach Sibirien und Kasachstan deportiert. Stalin richtete Kolchosen ein und die ukrainischen Bäuer*innen mussten hohe Getreideabgaben leisten, so dass die ukrainische Bevölkerung in den Jahren 1932-1933 einer großen Hungersnot ausgesetzt war. Diese wird als Holodomor bezeichnet – als Völkermord, Genozid. Auch die Revolution vom Maidan aufgrund der Wahlen zwischen Juschtschenko und Janukowytsch werden auf sehr verständliche Weise beschrieben.
Durch das gesamte Buch zieht sich der aktuelle Angriffskrieg anhand der Protagonistin Vika, die immer wieder vor Bombenangriffen fliehen muss.
Die Autorin, Mariam Naiem, ist Journalistin und Historikerin. Die Zeichnungen von Yulia Vus und Ivan Kypibida sind in schwarz/grau und orange gehalten – orange, die Protestfarbe vom Maidan.
Ein gut recherchiertes Buch, das sehr schön und professionell aufbereitet wurde. Das Buch versucht die komplizierte Geschichte der Ukraine auf sehr verständliche Weise darzustellen.
Bitte lest das alle!
Rezensionen von Tara:
Spannend und voller Wendungen
Meeting Tom - Liebe hat kein Gedächtnis von Sarah Mars
„Meeting Tom: Liebe hat kein Gedächtnis“ romantischer Thriller der in Österreich lebenden Autorin Sarah Mars
Nach dem ersten Kapitel hatte ich einige Fragezeichen im Kopf, war ausgesprochen neugierig wie ich die Ereignisse einordnen sollte und musste einfach weiterlesen. Von diesem Moment an steigt die Spannung, da die geheimnisvolle, namenlose Frau Ziel eines Verbrechens wird.
Es folgt eine Story, die voller Emotionen und Wendungen steckt, so dass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen hatte.
Der Schreibstil von Sarah Mars ist leicht und eingängig zu lesen. Die Kapitel sind kurz - 44 auf 516 Seiten. Sie lässt ihre Charaktere lebendig werden und ich konnte mich gut in die beschriebenen Situationen einfinden.
Thematisch schöpft die Autorin aus dem Vollen. Es geht um Verbrechen, Liebe, Beziehungen, Geheimnisse, Schicksal, Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Dabei konnte sie mich mit Wendungen, die für mich nicht vorherzusehen waren, immer wieder überraschen.
Für mich war es das erste Buch von Sarah Mars und ich bin gespannt auf weitere Werke aus ihrer Feder.
Rezensionen von Daggy:
Ein herrliches Buch über eine n Wolf, der sich entscheiden muss
Mahlzeit! von Larysa Maliush
Der große graue Wolf zieht einen niedlichen weißen Hasen hinter sich her, aber er leckt sich schon die Schnauze und zeigt seine spitzen Zähne. Über dieser Szene steht das Wort „Mahlzeit“, das lässt schlimmes erahnen.
Vor dem gemütlichen Haus mit den vielen Hasen sehen wir das kleine weiße Häschen mit einer Holzmöhre spielen.
Doch dann hüpft es hinter dem Frosch her, der versucht ein Glühwürmchen zu fangen. Szenenwechsel: ein Rudel Wölfe heut den Vollmond an, nur Grauschnauz steht etwas abseits. (Und sitzt da nicht das Glühwürmchen auf seinem Ohr?)
Er möchte gerne selbst und ganz für sich, dafür aber perfekt den Mond ansingen. Doch da hört er einen ganz anderen Ton, „WÄ-HÄÄÄ“ ist da zu hören. Als er die Ursache des Geräusches ausfindig gemacht hat, beginnt sein Dilemma. „Alle, die nach Einbruch der Dunkelheit im Wald gefunden werden, müssen gefressen werden.“ Aber das Häschen ist so winzig und flauschig. Und es trägt einen Zettel seiner Familie dabei, worauf dem, der Knuffel zurückbringt, ein Essen versprochen wird.
Wundervollen humorvolle Illustrationen und eine Geschichte, die zeigt, dass auch ein Wolf nicht immer an die Regeln hält und nicht gleich jeden Hasen frisst.
Zusätzlich noch die Empfehlung meiner Enkelkinder!
Rezensionen von Daggy:
Eine kleine Spinne geht ihre eigenen Wege
Selma, du machst das falsch! von Tini Malina
Selma ist eine kleine Spinne, die ihre Netze nicht wie die anderen Spinnen webt, sie erfindet immer wieder andere Muster. Einmal sogar webt sie ein Regentropfen-Muster. Doch Selma hat große Pläne, während die anderen ihr zurufen „Selma, du machst was falsch!“ ahnt sie, dass sie zu Großem geboren ist.
Sie möchte ganz weit oben ihre besonderen Netze anbringen und oben ist für sie ein Hochhaus, dass sie in der Entfernung sieht. Sie macht sich also auf und erklimmt dieses große Gebäude und trifft dort auf eine alte Spinne, die ihr einen Rat gibt „Nur die Spinne, die riskiert, zu weit zu spinnen, kann herausfinden, wie weit sie spinnen kann.“ Und Selma nimmt sich diese aufmunternden Worte zu Herzen und steigt weiter nach oben.
Aus Spinnensicht macht Selma natürlich alles falsch, aber sie ist eine mutige und kreative Spinne, die ihre Wünsche lebt. Dieses Buch macht Mut etwas Ungewöhnliche zu wagen, auch wenn alle anderen es für falsch halten. Denn am Ende können wir sehen, wie Selma „die Schönheit des Mondes in einem ihrer Netze gefangen hat“. Die Zeichnungen sind sehr einfach gehalten und doch zeigen sie uns alles ganz genau. Die Seite wo Selma und der alte Spinnenmann sich gegenüberstehen gefällt mir besonders gut. Ich finde dieses tolle Bilderbuch hat seine Auszeichnungen zu Recht bekommen.
Rezensionen von Daggy:
Der Austerfischer ist ein richtiger Superheld
Enno - Ein Austernfischer auf Schatzsuche von Andrea Reitmeyer
Wie schön, dass die Reihe mit Andrea Reitmeyer weitergeht, diesmal lernen wir Enno kennen. Wir sehen ihn mit einem Füller über das Meer fliegen.
Enno ist ein Austernfischer und er sucht mit viel Erfolg nach Schätzen, das sind Dinge, die wir Menschen im Meer und am Strand „verloren“ haben. Das sind alte Fischernetze, die er zu einer Hängematte für Robben umgestaltet, Flaschen, Plastiktüten und Badelatschen, die ein Dach für einen Wasserläufer bilden.
„Enno findet immer eine Lösung“ finden die Strandbewohner. Als Enno dann den Füller entdeckt und schnell herausfindet, dass man ihn zum Malen benutzen kann, malt er tolle Muster auf alles Mögliche. Als er ein interessantes Plakat entdecket, wird er neugierig und bringt sich selbst das Lesen und Schreiben bei. Als er dann das Plakat lesen kann, erfährt er, wie gefährlich seine Schätze für seine Freunde sind. Er schlägt Alarm, um sie zu retten.
Neben der spannenden und informativen Geschichte gibt es vorne im Buch noch einige Sachinformationen über Austernfischer und hinten im Buch ein ABC mit Meeresbewohnern, mit dem hat Enno auch das Lesen gelernt.
Meine Enkel lieben diese Reihe und freuen sich auf Enno, der selbst lernen muss, wie wichtig es ist, dass unsere Strände und Meer vom Abfall befreit werden. Wunderschöne Bilder und eine Geschichte, die sowohl lehrreich als auch spannend ist.
Rezensionen von clematis:
Erinnerungen spüren
Weil wir es uns versprochen haben von Brittainy Cherry
Gabriel Sinclair wird als Architekt vom Technikunternehmer Henry Hughes engagiert, er soll einen prächtigen Neubau errichten. Bei einer schwungvollen Party auf dem Anwesen der Hughes steht Gabriel plötzlich der Dame des Hauses gegenüber und verspürt diffuse Erinnerungen, welche er nicht einordnen kann.
Im Gegensatz zu ihm weiß Kierra ganz genau, welches Schicksal sie verbindet und dass Gabriel in einer verhängnisvollen Nacht zwanzig Jahre zuvor sein Gedächtnis verloren hat.
Ein aufregender Roman mit vielen nahegehenden Themen (im Bedarfsfall Triggerwarnungen lesen!) beginnt mit der neunzehnjährigen Kierra, um alsbald in die Gegenwart - etwa zwei Jahrzehnte später - umzuschwenken. Kierra Hughes steckt in einer unglücklichen Ehe fest, da sie bei einer Scheidung ihre Stieftochter verlieren würde, Gabriel hat sich nach seinem Gedächtnisverlust mühsam ins Leben zurückgekämpft und vergräbt sich buchstäblich in seiner Arbeit. Um dieses Grundgerüst herum baut Brittainy C. Cherry allerlei Gefühlvolles und Tragisches auf und ist damit mindestens ebenso erfolgreich wie der Architekt im Buche. Ein einehmender Schreibstil, sowie eine Handlung mit durchaus realistischen Szenen beeindrucken den Leser quer durch den Roman, der mit einigen nicht chronologisch eingestreuten Rückblenden wesentliche Informationen aus der Vergangenheit preisgibt. Die Spannung steigt von Kapitel zu Kapitel, die Situation spitzt sich immer mehr zu, genau so, wie man es von einem fesselnden Roman erwartet.
Brittainy C. Cherry erzählt eine bewegende Geschichte, die gar nicht so fern der Realität angesiedelt ist. Ich habe sie sehr gerne gelesen und lege sie all jenen ans Herz, die tiefgreifende emotionale Themen suchen.
Rezensionen von Gavroche:
Gute Fantasy
Heir of Illusion von Madeline Taylor
Ich war erst ein wenig skeptisch, denn immer, wenn ein Buch schon so früh hoch gelobt wird, weiß ich nicht, ob es dem Hype wirklich gerecht wird. Aber dieses Buch hat mich tatsächlich gut unterhalten.
Die Protagonistin Ivy muss dem grausamen König Baylor gehorchen und alles tun, was er verlangt, denn sie hat einen magischen Halsring verpasst bekommen, der sie seine Befehle ausführen lässt.
Thorne, der düstere Seelenwächter und Ivy, die Assassinin wider Willen - sie müssen gezwungenermaßen zusammen arbeiten und die Spannung zwischen den beiden wird gut transportiert.
Die Spannungskurve ist meiner Meinung nach gut gelungen, der Schreibstil ist eher einfacher, aber passt gut zu dieser Art von Buch, so dass man es rasch durchlesen kann.
Eine interessante Welt mit einem guten Magiesystem (Götter auf Inseln) - und mit einem gemeinen Cliffhanger am Ende des Buches.
Rezensionen von Ameland:
Warum eigentlich nicht mal mit der Bahn?
MARCO POLO Unterwegs mit dem Deutschlandticket von Marco Polo Verlag
Bewertet mit 4.5 Sternen
Wir sind eigentlich keine Bahnfahrer, denn unser kleiner Bahnhof wurde erst vor einigen Jahren wieder reaktiviert. Aufgrund von Unterspülungen bei mehreren Hochwassern und maroden Brücken wird unsere Strecke seitdem oft monatelang nicht oder nur teilweise befahren. Aber nun haben wir uns überlegt, dass wir im nächsten Jahr mal unsere Komfortzone PKW verlassen und das Deutschland-Ticket für Kurzurlaube nutzen wollen.
Hierbei ist dieser Marco Polo eine gute Unterstützung. Mit über 500 Reisezielen zwischen Nordsee und Alpen haben wir die Qual der Wahl. Die vorgeschlagenen Routen beginnen für den Norden In Hamburg, Hannover und Berlin, für die Mitte in Köln, Frankfurt und Leipzig und für den Süden in Stuttgart, Nürnberg und München. Natürlich bleibt es einem frei, die Tour auch anderswo zu starten bzw. zu variieren. Neben den kurzen und knackigen Infos zu den einzelnen Stationen gibt es auch welche zu Reiseplan und Dauer und zur besten Reisezeit. Ich finde Tipps wie z. B.: was sollte ich mir Ansehen, was kann ich erleben und wo kann ich Übernachten oder lecker essen, sehr hilfreich. Zusätzlich wird man noch auf weitere vielleicht nicht ganz so bekannte Highlights entlang der Strecke hingewiesen. Und nach dem Motto, wenn man schon mal da ist, werden weitere Ausflüge in die Umgebung aufgeführt. All diese Informationen werden mit wunderschönen Fotos garniert.
Super finde ich, dass hier auch Touren bis hinter die Grenzen unserer Nachbarn dabei sind. So gilt das Deutschland-Ticket z. B. bis Venlo in den Niederlanden oder Basel in der Schweiz.
Die Entscheidung für unsere erste entschleunigende Tour fällt uns nicht leicht. Da auf unserer Bucket-List noch einige Sehenswürdigkeiten aus dem Buch „Ultimative Reiseziele Deutschland“ aus dem Lonely Planet Verlag stehen, werden wir versuchen das zu kombinieren.
Rezensionen von mo.ni.books:
Eine starke Autobiographie
Ohne Sprungtuch von Peter Groß
Ohne Sprungtuch - Ich bat um Hilfe und landete ganz unten ist eine Autobiographie vom Autor Peter Gross, der das Geschriebene selbst erlebt und aufgearbeitet hat.
Sein Leben beginnt mit einer schwierigen Kindheit, Eltern, die ihre Aufgabe und ihn nicht ernst nehmen. All das schleppt er mit ins Erwachsenenleben und muss erleben, dass das System komplett versagt, als er psychisch nicht mehr in der Lage ist, zu arbeiten.
Mit seinem Buch vermittelt Peter Gross gleich mehrere wichtige Botschaften. Er macht aufmerksam auf psychische Krankheiten, auf seine schwierige Kindheit, in der er statt Verständnis Gewalt und Distanz erfahren hat und auf das staatliche System im Bezug auf Arbeitsunfähigkeit bei psychischen Erkrankungen, welches sich zwar inzwischen geändert hat, aber ihm kaum Hilfe war.
Der Autor hat seine Autobiographie sachlich geschildert. Der Schreibstil ist flüssig und klar, er erklärt seine Situation und beschreibt die Geschehnisse klar strukturiert.
Dabei macht er aufmerksam auf
psychische Probleme, Kindheitstraumata, Rückschläge im Erwachsenenalter, die Fehler im System, bei dem Menschen mit psychischen Erkrankungen durchs Raster fallen.
Ich war gefesselt von der interessanten Lektüre und beeindruckt von seinem starken Charakter. All den schwierigen Momenten zum Trotz hat er weitergemacht und für sein Leben gekämpft.
Rezensionen von liesmal:
Nie wieder!
Großmutters Geheimnis von Benjamin Koppel
Als mich das Buch erreicht, ist es Anfang November. Der Gottesdienst zum Gedenken an die Reichspogromnacht und eine Reihe an Veranstaltungen zum Tagebuch der Anne Frank gehören in meinen Tagesablauf. In einem Konzert gibt es Musik aus der Kinderoper „Brundibar“, die mich zutiefst berührt. Ich erfahre, dass sie in Theresienstadt aufgeführt wurde, was mich mit dem Buch „Großmutters Geheimnis“ von Benjamin Koppel verbindet.
Ruth ist eine junge Opernsängerin, die 1943 nach Theresienstadt deportiert wird. Fünfzig Jahre später lebt sie in einem Altenheim in New York. Ihren Enkel Alexander hat sie nie kennengelernt, möchte aber ihre Familiengeschichte nicht für sich behalten und bespricht Kassetten.
Ihr ganzes Leben breitet sie aus, alles, was sie im Lager erlebt und gefühlt hat, nachdem sie mit ihrem Vater in Theresienstadt angekommen ist, erzählt sie dem Kassettenrekorder. Die Grausamkeiten und Ruths Verzweiflung erschüttern mich zutiefst. Auf der anderen Seite ist die Musik. Welch große Liebe sie verbindet und welche Hoffnung die Musik ihr schenkt, das erkenne ich, wenn Ruth über Musik spricht. Diese Erzählungen schenken Mut und lassen auch mich als Leserin ein wenig aufatmen. Einige dieser Stellen weitet der Autor aus, indem er interessante Informationen einfließen lässt. Vielleicht ist durch die Musik tatsächlich vieles selbst beim Lesen der Geschichte leichter zu ertragen.
Es ist nicht viel, was Alexander weiß aus seiner Vergangenheit und über die Herkunft seiner Mutter. Dann findet er die Kassetten …
Mich hat das Buch bis zum Schluss gefesselt und ich kann kaum glauben, was Menschen anderen Menschen antun können - wozu Menschen fähig sind. Nie wieder!











