Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ele:
Auge um Auge
Am Hang des Todes von Lenz Koppelstätter
Am Hang des Todes, Krimi von Lenz Koppelstätter, 240 Seiten, Kiepenheuer & Witsch
Commissario Grauner ermittelt, sein 11. Fall
Commissario Grauner, war mit seiner Frau Alba auf Weltreise und er kommt ganz verändert zurück, gelassener und entspannter. Währenddessen hat seine Tochter Sara die Alm zu einem Urlaubsresort umbauen lassen.
Doch kaum zuhause, überschlagen sich die Ereignisse. Bei einem Weltcup-Skirennen im Grödnertal, kommt der Lokalmatador zu Tode. Doch nicht durch einen unglücklichen Sturz. Nein, es wurde auf ihn geschossen. Grauner, Saltapepe und Tappeiner stürzen sich in die Ermittlungen.
Die im auktorialen Erzählstil geschriebene Geschichte erstreckt sich über einen Zeitraum vom 16.12., bis zum 19.12. Die einzelnen Tage sind mit einer Zeitangabe versehen und in Kapitel unterteilt, was mir sehr dabei geholfen hat, den Überblick zu behalten. Ein wortgewaltiger Krimi in einer mittunter düsteren Sprache, Buchtitel, Eigennamen und besondere Textstellen erscheinen kursiv gedruckt. Viele Dialoge – auch in italienischem Wortlaut, machen die Erzählung äußerst lebendig, Grauner flucht gerne italienisch. Am Anfang des Buches sind Karten und Links angegeben, mit denen man das Kartenmaterial auch auf der Homepage des Verlages finden kann. Flüssig und sehr bildhaft geschrieben, das befeuert die Lesegeschwindigkeit. die Landschaft prägt den Charakter der handelnden Figuren. Jede der Personen ist mir schon lange vertraut und doch entwickeln sie sich weiter, zeigen immer wieder Seiten die ich an ihnen noch nicht kenne. Der Plot hat mich von der ersten Zeile an gepackt, ich wollte nur noch wissen wie es weitergeht. Perspektivenwechsel, ungeahnte Wendungen und ein verblüffendes Ende, machen die Südtirol-Krimis für mich zu einem Highlight. Ganz kurz kam mir zur Lösung ein Anfangsverdacht, der sich am Ende als richtig herausstellte. Doch der Autor hat es tatsächlich geschafft, dass ich zuerst gründlich davon abgekommen bin.
Die Figuren sind so lebensecht, ich habe den Verdacht, dass es heimliche Bekannte des Autors sein könnten. Grauner z.B. vermag es auch im 11. Band noch mich zu verblüffen, die Weltreise mit seiner Alba hat ihn so verändert, zum Besseren, sehr sympathisch finde ich. Saltapepe überrascht mich auch in jeder Folge wieder, er ist ein Südtiroler geworden, so gut es nur für einen Neapolitaner möglich ist. Ein toller Ermittler ist er schon länger und auch Tappeiner war erneut kompetent und tough. Was für eine tolle Truppe, selbst Staatsanwalt Belli hat sich zu seinem Vorteil entpuppt. Und wieder sieht es aus, als ob es der letzte Fall für Grauner gewesen sein könnte, ich hoffe es nicht. Und wenn, dann wäre es schön wenn Saltapepe/Tappeiner in seinem Sinne weitermachen würden. Ohne die Krimis aus Südtirol, die mich immer wieder an Urlaubsorte/-Plätze erinnern, würde mir etwas fehlen. Dieses Mal war es der Langkofel, mir so vertraut, ich habe es genossen.
Der Fall war tragisch, emotional wie alle Koppelstätter-Krimis und es könnte ganz genau so passiert sein. Authentisch und glaubhaft. Die Lektüre rundherum eine Freude. Und wieder habe ich das Gefühl, es könnte der beste Band aus der Reihe gewesen sein. Dafür von mir 5 Sterne. Eine Empfehlung an alle, die spannende, nachvollziehbare Krimis mit Lokalkolorit mögen. Obwohl die Bände auch einzeln gelesen werden könnten. Meine Empfehlung - ganz von vorne beginnen.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Viel Schein, wenig Sein
Alle glücklich von Kira Mohn
Das Buch geht auf eine Art an die Nieren, die ich nicht erwartet hatte. Das oberflächlich betrachtet schöne, privilegierte Leben der Familie Holtstein, gerät gehörig ins Wanken während alle Familie Mitgliedern versuchen, ihre Unsicherheiten und Probleme mit sich auszumachen.
Es ist schon bemerkenswert wie die Familie aneinander vorbeilebt und es trotzdem alle, jeder für sich selbst, schaffen, sich der Lebebssituation und dem Verhalten der anderen aufzureiben.
Und sich gegenseitig zu verletzen.
Das Ende war schon tough. Als generell die ganze Geschichte war eine wilder Achterbahnfahrt aus toxischen Verhaltensmustern, fehlender Kommunikation und Desinteresse, aber das Ende war nochmal richtig heftig. Der Titel kommt einem da wie purer Hohn vor. Das Buch macht betroffen, man beginnt eigene Beziehungsmuster zu hinterfragen- kann man sich schleichend verlieren?
Die stetig wechselnden Perspektiven haben mir gut gefallen, auch wie jedes Kapitel durch eine Frage eingeleitet wird, die den Kern dessen widerspiegelt, was die Figuren umtreibt. Die Autorin schreibt einfühlsam, scheut aber auch nicht vor Konfrontationen zurück, was mir richtig gut gefällt.
Die Geschichte zeigt gut, dass Idylle trügerisch sein kann und ein vermeintlich schönes Leben nicht für sich erfüllend sein muss. Wie gut kennt man die Menschen, die man liebt, wirklich? Stark, tolles Buch.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Erst mau, dann absolut perfide
Ruf der Leere von Daniel Alvarenga
Der Roman beginnt erstmal eher unspektakulär- eine Gruppe junge Erwachsene in verschiedenen zwischenmenschlichen Beziehungsstadien und eine abgelegene Hütte. Die Gruppendynamik insgesamt eher kühl und Protagonist Felix, der im Zentrum des ganzen Plots steht, auf blasierte Art unsympathisch.
Die Handlung beginnt in eher gemäßigtem Tempo und so richtig ist nicht klar, worauf der Plot eigentlich hinauslaufen soll.
Anfangs fand ich die Rückblenden in Felix und Lauras sich entwickelnde Beziehung, die sich irgendwo zwischen Rivalität und Freundschaft bewegt, eher belanglos, aber als zur Mitte der Geschichte der Wendepunkt naht, bekommen nicht nur die Medizinethikseminare und Diskussionen über Moral eine neue Bedeutung, sondern auch Felix Freundschaft zu Laura.
Die zweite Hälfte der Geschichte liest sich dann wie ein absoluter Fiebertraum. Bin immer noch völlig platt vom Ausmaß dessen, wie die Geschichte den Bach runtergeht. Vom Plot her eigentlich super geschickt gemacht, aber bin doch ehrlich: ich hätte da zum Schluss noch ein paar Fragen.
Felix ist auf jeden Fall ein Protagonist, wie ich selten einen hasse. Zwischendurch tat der mir doch tatsächlich ein bisschen leid, aber mein Gott, selten so eine abgründige Romanfigur erlebt, die es auf reine Provokation anlegt.
Hatte ein ganz anderes Buch erwartet, bin aber vor allem in der zweiten Hälfte positiv überrascht worden
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Richtig cooler Suspense-Roman
Firewatch von Colin Hadler
Ich mochte bereits Hadlers letztes Buch, aber dieses hier finde ich vom Suspense-Teil her nochmal stärker. Die Geschichte ist verworren, moralisch irgendwo im Graubereich angesiedelt und alle habe irgendwie was zu verbergen. Stark geplottet und einfach spannungsgeladen.
Die Geschichte schwankt zwischen Gegenwart und der Zeit kurz vor Aarons Verschwinden.
Die Perspektiven konzentrieren sich auf Aaron selbst und seinen besten Freund Robin, der versucht herauszufinden, was eigentlich passiert ist. Es gibt eigentlich die gesamte Zeit über nur einen Verdächtigen für Robin. Doch nichts ist so leicht, wie es schien-vor allem Aaron selbst nicht.
Das Setting der Feuer-Wachtürme fand ich super gewählt- mal was anderes und zugleich direkt atmosphärisch. Und auch Robins Wechselbad der Gefühle was Kian betrifft fand ich sehr authentisch und nachvollziehbar. Die gesamte Situation ist vulnerabel und dadurch mitreißend.
Und dann kommt ein Ende, das einem den Boden unter den Füßen wegreißt. Phänomenal, absolut spektakulär und grausig.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Eine neue Ordnung
Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider
Abbas Khider hat eine wundervolle Art zu erzählen. In seinen Geschichten ist Platz für Grausamkeit, Angst und Ungewissheit. Nichts wird geschönt, sondern mit offenen Augen betrachtet. Trotzdem bewahrt es sich einen gefassten, ruhigen Erzählton. Und genau das macht den Schrecken in all seiner Banalität für mich als Leser noch greifbarer.
Die Geschichte beginnt fast schon in schöner Alltäglichkeit. Ein Bild des Friedens, bis ein sich verändernder Himmel den bevorstehenden Wandel ankündigt. Mit fast schon verlässlicher Stetigkeit ziehen Gewalt, Beschränkungen und Angst in den Alltag des Protagonisten ein. Und es wird sehr eindrücklich geschildert, wie klein eine Welt mit einem Mal werden kann.
Die Auswirkungen dessen werden anhand Noahs Familie und ihren Freunden und Nachbarn sehr eindringlich geschildert. Noah fand ich für seine 14 Jahre wirklich bemerkenswert. Er scheut sich nicht Fragen zu stellen, das System anzuzweifeln und kleine Rebellionen zu begehen. Und gleichzeitig tat er mir furchtbar leid, als er alles zu verlieren droht, was sein Leben einmal ausgemacht hat.
Es ist ein Buch, das bewegt und nachdenklich stimmt. Ich war mir beim Lesen die gesamte Zeit bewusst, wie privilegiert ich lebe. Ein wichtiges Buch, das mich auch nach Ende des Lektüre noch beschäftigt hat
Rezensionen von Ameland:
Spannend, interessant und informativ
Stacheln, Schleim & spitze Zähne! Mein Bestiarium der außergewöhnlichen Tiere von Laura Tschorn
Dieses Buch von Laura Tschorn macht nicht nur durch den ungewöhnlichen Titel auf sich aufmerksam, sondern auch durch die vielen seltsam anmutenden Tiere auf dem Cover. Ich war sehr gespannt, was mich im Inneren erwarten würde.
Die Autorin hat viel Wissenswertes über Tiere mit besonderen Fähigkeiten oder skurrilem Aussehen aus der ganzen Welt zusammengestellt.
Für mich waren da sowohl bekannte Tiere als auch welche, die ich nur dem Namen nach kannte und auch völlig unbekannte Tiere dabei. Ihre Verteidigungs- bzw. Überlebensstrategien sind so erstaunlich wie unterschiedlich. Ein Käfer, der 100 Grad heiße Pupse schießt, explodierende Ameisen oder durchsichtige Frösche sind nur ein paar Beispiele.
Erzählt wird das Ganze in einer teilweise witzigen, immer kindgerechten und gut verständlichen Art und Weise. Dabei wird sehr viel Wert daraufgelegt, aufzuzeigen warum das Tier so aussieht oder diese Fähigkeit besitzt. Die vielen farbigen Illustrationen ergänzen den Text noch zusätzlich. Gefallen hat mir, dass stark verkleinerte Kartenausschnitte aufzeigen wo die jeweilige Spezies beheimatet ist. Nach Kontinenten geordnet, wird dies auf der letzten Doppelseite nochmal geographisch dargestellt. Davor findet man noch ein mehrseitiges Glossar, in dem viele Begriffe aus den vorherigen Texten etwas ausführlicher erklärt werden.
Laura Tschorns Bestiarium der außergewöhnlichen Tiere ist nicht nur informativ, sondern auch spannend für Groß und Klein. So macht lernen richtig Spaß!
Rezensionen von praja:
Damit kann doch jetzt nicht ernsthaft das Buch enden????
Empire of Whispers and Shadows von Ursa Jaumann
Es gibt Enden, nach denen man genervt ist, Enden, nach denen man gelangweilt ist, Enden, die befriedigend sind und bei denen man gemütlich auf Folgebände warten kann, und dann gibt es das: Enden, die einem komplett den Boden unter den Füßen wegziehen!
Erstmal kurz zum Inhalt des Buches.
Saya durchläuft im Haus des Flüsterns und der Schatten eine Ausbildung zur Assassine des Gottkaisers.
Irgendwann möchte sie frei sein und sich an denen rächen, die ihr Leben zerstört haben. Denjenigen, die ihre Eltern getötet haben, die, die sie in die Prostitution gezwungen haben und die, die ihr auch danach noch Unrecht getan haben. Ihre Liste ist lang und direkt an erster Stelle steht der Name des Jungen, der damals seinem Vater verraten hat, dass ihre Eltern noch an die alten Götter glaubten. Das war ihr Todesurteil.
Doch genau dieser Junge lässt sich, wie sie, zum Assassinen in einem anderen Haus ausbilden und für die Prüfungen bekommt sie ihn als Partner zugewiesen.
Ich bin so unfassbar begeistert gewesen vom Setting. Ich liebe ja historisch asiatische Settings! Eigentlich hätte das schon gereicht, um mich von diesem Buch zu überzeugen. Aber dann noch Enemies to Lovers, Slow Burn, verborgene Kräfte und geheime Identitäten. Hach, ich bin hin und weg.
Das Worldbuilding war gut. Da ich mich im historisch-asiatischen sehr Zuhause fühle, fiel es mir leicht, mich einzufinden und ich glaube auch jemand, der hier nicht so zuhause ist, wird ausreichend im Bilde sein.
Statt in umfangreichen Beschreibungen, der Umgebung hängen zu bleiben, wird wirklich viel Fokus auf die Beiden gelegt - auf ihr Zusammenarbeiten und auf ihre Gefühle, die sich im Laufe des Buches ändern.
Saya ist eine starke Protagonistin, die kämpfen kann und die auch durchaus bereit ist zu morden. Das Problem ist, dass sie sich oft selbst gefangen in den Erinnerungen an ihre Vergangenheit wiederfindet und ohne Teno, der sie aus ihren Schock-Starren oder aus ihren Traumata reißt, wäre sie vermutlich das ein ums andere Mal gestorben.
Sie ist keine geborene Assassine, ihr Herz ist zu weich und trotzdem kämpft sie und gibt ihr Bestes. Das macht sie manchmal anstrengend, aber gibt ihr meiner Meinung nach auch viel Tiefe. Was ihre Geschichte angeht ist das Buch definitiv kein schönes Setting. Sie hat viel durchgemacht und das wird auch gezeigt.
Teno hingegen wandelt sich vom eiskalten Killer zum „touch her and die“-Book-boyfriend. Sein Wandel war für mich am stärksten, da ich ihn Anfangs tatsächlich nicht leiden konnte und er auch aus seiner Sicht heraus eben tatsächlich der war, für den Saya ihn gehalten hat.
Seine Hintergrundgeschichte haben viel erklärt und ihn mir näher gebracht. Ich konnte ihm nicht so schnell verzeihen, wie Saya, aber das war ok, weil die Momente zwischen den beiden einfach unfassbar schön waren. Die körperliche Anziehung, die sie auf ihn ausgeübt hat, hat sich zu etwas unfassbar Echtem und Schönen entwickelt. Hab diese Momente zwischen ihren sehr geliebt.
Was den großen Plot der Handlung angeht war ich etwas zwiegespalten. Ich mochte den Gedanken der Handlung und ich glaube das Setting bietet noch Raum für gute Fortsetzungen. Es wurde ein riesen Plot aufgeworfen und wir befinden uns erst am Anfang.
Alte Götter, Auserwählte, die von den Göttern gesegnet sind und ihre Kräfte lenken können und einen Herrscher, der besessen ist von Macht.
Das Problem am Storytelling in dem Bezug war aber leider, dass man von all dem immer nur am Rande etwas mitbekommt, bis es am Ende dann eskaliert.
Man hat immer so Häppchen hingeworfen bekommen und wurde zwischendurch mit Zwischenmenschlichem und mit den Missionen abgelenkt, aber so 100% befriedigend fand ich das im Nachgang nicht.
Ich hatte am Ende das Gefühl, dass die Story wesentlich kürzer gewesen wäre, wenn einer der Key Charaktere vor Beginn der Story einfach mehr Wissen an Saya vermittelt hätte.
Und dieses Gefühl frustriert mich irgendwie. Ich weiß jetzt gar nicht, wofür das Alles gut war. Sie wurde anscheinend auf eine Aufgabe vorbereitet, die sie jetzt noch nicht angehen soll. Aber wieso? Wollte man sie in der Rolle des Assassinen des Gottkaisers, weil sie nur dort ihre Bestimmung erfüllen kann? War das nur nötig, um sie entsprechend zu trainieren? Aber wäre das nicht auch anders gegangen?
Das sind so Grundlegende Fragen, die für mich irgendwie nicht so richtig geklärt wurden.
Das Buch war unterhaltsam und toll und der Wandel der Beziehung der Beiden und das Setting haben mich absolut in ihren Bann gezogen, aber ich hab das Gefühl, dass ich erst im nächsten Band wirklich Antworten bekommen werde und das finde ich bei so Grundlegenden Sachen irgendwie schade.
Achso und noch ein kurzer Hinweis. Das Buch ist nicht Spicy. Definitiv nicht, aber es gibt auch eine explizite Szene und ist dadurch vermutlich nicht das geeignete Jugendbuch. vor allem auch nicht, weil Themen wie Misshandlung und Prostitution offen thematisiert werden und die Schäden, die man durch solche Erfahrungen davon trägt, nicht versteckt werden.
Was das Ende angeht … naja … da die Beziehung der Beiden so viel Aufmerksamkeit bekommen hat, war fast schon klar, dass das Buch mit einem Cliffhänger genau in dem Bezug enden musste x.x
Also ja, die Action davor und der Wandel der Hauptstory waren krass und so, aber der letzte Satz des Buches, die letzte Aufgabe … ich glaub, ich bin beim Lesen gestorben!
Und jetzt muss ich soooo lange auf Band 2 warten!!!
Rezensionen von Vicky:
Die Zeiten ändern sich - schneller, als man glauben sollte
Das Signal von Ursula Poznanski
Das Signal ist ein Thriller der bekannten österreichischen Autorin Ursula Poznanski. Das Cover ist mir sofort ins Auge gestochen obwohl es eigentlich recht simpel gehalten ist.
Unter 'Über dieses Buch' kann man sich bereits einen kurzen Vorgeschmack auf die Geschichte rund um die junge Innenarchitekton Viola Decker und ihren Mann Adam holen.
Auch wenn ich finde, dass die Angabe dort nicht ganz passend gewählt ist. Denn es hat mir falsche Erwartungen vermittelt, zwar wurden diese deutlich übertroffen, aber ich fand es eben etwas irreführend.
Die Geschichte umfasst einen Stadtplan von Wien sowie einundsiebzig Kapitel und einen Epilog. Der Schreibstil ist wunderbar und die Geschichte sehr interessant, die Seiten fliegen nur so dahin. Die Figuren sind sehr gut dargestellt und die Entwicklung im Verlauf der Geschichte ist gut nachzuverfolgen.
Abschließen möchte ich mit einem Zitat aus dem Buch: Du kannst es ruhig sagen, ohne ein bisschen Humor werden wir das nicht schaffen.
Fazit: Ursula Poznanski's neues Werk ist absolut genial. Es gibt einige überraschende Wendungen, anderes hingegen habe ich vorrausgesehen auch wenn mich das meiste davon sehr überraschend und unvorbereitet getroffen hat. Ebenso wie das vorherige Werk von ihr 'Die Burg hat mich 'Das Signal' von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt. Den Stadtplan am Anfang fand ich sehr hilfreich, so fand ich mich definitiv besser zu recht und wusste wo sich die einzelnen Figuren im Verlauf der Geschichte befanden.
Ich bin absolut begeistert, die Autorin hat mich erneut von ihrem Können überzeugt!
Rezensionen von cosmea:
Was geschah wirklich mit Kala?
Kala von Colin Walsh
Im kleinen Ort Kinlough an der irischen Westküste genießt eine Gang von sechs Jugendlichen im Jahr 2003 den Sommer ihres Lebens. Da sind die Jungen Joe, Mush und Aidan und die Mädchen Helen, Aoife und Kala. Die mutterlose charismatische Kala Lanann lebt bei ihrer Großmutter und ist der Mittelpunkt dieser Gruppe, bis sie im November desselben Jahres plötzlich spurlos verschwindet.
15 Jahre später treffen sich Joe, Mush und Helen zur Hochzeit von Helens Vater mit der Mutter von Aidan, der Selbstmord begangen hat, und den 16jährigen Zwillingen Marie und Donna. Joe ist inzwischen ein erfolgreicher Musiker, Helen arbeitet als freiberufliche Journalistin in Kanada, und Mush hilft seiner Mutter im Café. Er hat als einziger Kinlough nie verlassen. Dann werden Kalas sterbliche Überreste an einer Stelle gefunden, wo ein lokales Unternehmen Häuser bauen will. Sie starb eines gewaltsamen Todes. Nicht nur die Polizei, sondern auch die drei Freunde wollen endlich herausfinden, wer Kala ermordet hat. Helen, Joe und Mush haben sie nie vergessen und fühlen sich irgendwie schuldig an ihrem Tod. Dann sind plötzlich auch die Zwillinge verschwunden. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Kalas Tod und den aktuellen Ereignissen?
Colin Walshs Debütroman liest sich aus verschiedenen Gründen nicht leicht. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen aus der Perspektive von Joe, Helen und Mush, wobei Joe für seine Sicht die zweite Person verwendet. Immer wieder geht der Blick in die Vergangenheit und zeichnet die Entwicklung der drei Jugendlichen nach. Es passiert nicht allzu viel, und auf den ersten 300 Seiten wirkt die Darstellung oft unnötig detailliert und ist für mich keineswegs so spannend, wie manche Kritiker behaupten. Erst im letzten Drittel nimmt die Geschichte Fahrt auf bis hin zur Auflösung, die man nicht erraten kann. Dem Autor gelingt jedoch eine ungewöhnliche Mischung aus Coming-Of-Age-Story mit ersten Liebesbeziehungen und düsterem Thriller mit teilweise recht grausamen Episoden, denn in dieser scheinbar friedlichen Gegend gibt es mafiöse Strukturen, Korruption und brutale Schläger, die lange ungestraft davonkommen. Dieser komplizierte Plot, die ungeheure Personenvielfalt und der ständige Wechsel der Zeitebene erschweren die Lektüre und mindern die Spannung. Insgesamt bleibt “Kala“ hinter meinen Erwartungen zurück.
Rezensionen von LeserinLu :
Highlight
Die Namen von Florence Knapp
Der Roman „Die Namen“ von Florence Knapp hat mich wirklich gepackt, von Beginn an konnte ich kaum aufhören zu lesen! Ausgangspunkt ist eine scheinbar kleine Entscheidung: Cora steht auf dem Amt, um ihren neugeborenen Sohn anzumelden und muss sich für einen Namen entscheiden. Drei mögliche Namen stehen im Raum und mit jedem entfaltet sich eine andere Version des Lebens dieser Familie.
Dieses Konzept hat mir gut gefallen und mich ein wenig an einen meiner Lieblingsromane „Im Leben nebenan“ von Anne Sauer erinnert, in dem ebenfalls parallele Lebensentwürfe durchgespielt werden.
Ein großes Thema des Romans ist dabei häusliche Gewalt und der Umgang damit durch Beteiligte und Außenstehende. Dies hat wiederum Auswirkungen auf die Entwicklung von Coras Sohn und seine Schwester. Die Autorin zeigt das nicht nur an großen Entwicklungen, sondern auch an kleinen, bedeutungsvollen Details, die geschildert werden, etwa wenn Cora ganz selbstverständlich das Sakko ihres Mannes weghängt, als wäre sie eine Angestellte im eigenen Zuhause. Solche Schilderungen haben für mich die Dynamik der Beziehungen sehr greifbar gemacht. Auch sonst hat mich der Roman sprachlich überzeugt, ebenso wie die sehr flüssige Übersetzung von Lisa Kögeböhn. Immer wieder finden sich überraschende Bilder und Wendungen, die gut zur emotionalen Intensität der Geschichte passen.
Insgesamt ist „Die Namen“ ein rundum packender Roman über Familie, Gewalt, Entscheidungen und die Frage, wie sehr einzelne Momente ein Leben prägen können. Trotz der schweren Themen liest er sich sehr zugänglich und unterhaltsam.











