Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Über die Kunst und das Leben
Letzter Akt von Andreas Schäfer
„Letzter Akt“ ist ein einfühlsamer Roman des in Berlin lebenden Autors Andreas Schäfer.
Die Handlung beginnt im Jahr 2005. Dora Martin kommt ursprünglich aus Frankfurt, ist inzwischen Mitte 40 und lebt seit 20 Jahren in London. Trotz einiger Startschwierigkeiten ist ihr eine erfolgreiche Karriere als Schauspielerin gelungen, die nun ihr Tribut fordert.
Sie lernt den Künstler Victor kennen. Für ihn ist sie eine Unbekannte, was für sie ein Gefühl der Freiheit bedeutet. Dora verbringt gerne ihr Zeit bei ihm und wünscht sich, dass er sie malt. Das Ergebnis ruft in ihr Erinnerungen hervor.
Der Schreibstil von Andreas Schäfer ist sehr ruhig und poetisch. Das Buch braucht Zeit und die Handlung entfaltet sich langsam, so wie auch das Kunstwerk von Victor langsam Gestalt annimmt.
Nach dem Beginn im Jahr 2005 geht es im zweiten Teil zurück in die Vergangenheit der Protagonistin in das Jahr 1982 und abschließend in das Jahr 2010.
Die Entwicklung von Dora ist berührend und es wird spürbar wie sich die Beziehung zwischen ihr und Viktor während der Entstehung des Portraits verändert.
Mir gefiel das Zusammenspiel von Theater, Kunst, Leben, Veränderungen und Erinnerungen und ich hatte den Eindruck, dass hier jedes Wort mit bedacht gewählt wurde.
Rezensionen von Shilo:
Wenn alte Akten wieder geöffnet werden
Cold Cases von Helmut Eigner
Manche Verbrechen verschwinden nie ganz aus den Akten. Sie liegen über Jahre hinweg unbearbeitet da und warten darauf, dass jemand erneut hinsieht. Genau hier setzt dieses Buch an. Es führt in die Welt der ungelösten Fälle und zeigt, was es bedeutet, alte Spuren noch einmal aufzunehmen.
Helmut Eigner beschreibt seine Arbeit an sogenannten Altfällen ruhig und ohne große Worte.
Schnell wird klar, dass es ihm nicht um Spannung um jeden Preis geht, sondern um saubere Ermittlungsarbeit. Mehrfach wird deutlich, wie oft Akten wieder hervorgeholt, neu gelesen und mit frischem Blick geprüft werden. Man spürt, wie viel Kleinarbeit dahintersteckt.
Einige der geschilderten Fälle reichen Jahrzehnte zurück. Besonders eindrucksvoll ist zu lesen, wie frühere Ermittlungen an fehlender Technik scheiterten und erst moderne DNA-Analysen oder neue Auswertungsmethoden eine Wende brachten. Dabei wird auch offen benannt, wo Irrtümer passierten oder Spuren zu früh verworfen wurden. Gerade diese Offenheit macht den Bericht glaubwürdig.
Im Mittelpunkt stehen nicht nur Tatabläufe, sondern die Menschen hinter den Fällen. Angehörige, die über Jahre auf Antworten warten, Polizisten, die einen Fall innerlich nicht loslässt. Diese Haltung zieht sich durch alle Kapitel. Das Leid wird nicht dramatisiert, aber es bleibt immer spürbar.
Auffällig ist, wie oft kleine Details am Ende eine Rolle spielen. Ein übersehener Hinweis, eine neu bewertete Aussage, ein Vergleich alter Spuren mit heutigen Datenbanken. Manche Entwicklungen kommen überraschend, andere zeigen, wie mühsam der Weg zur Aufklärung sein kann. Es gibt Erfolge, aber auch Grenzen, die klar benannt werden.
Am Ende bleibt der Eindruck, echte Ermittlungsarbeit kennengelernt zu haben. Kein reißerischer True-Crime, sondern ein sachlicher Bericht über Geduld, Verantwortung und den langen Atem, den solche Fälle brauchen. Vier Sterne, weil die Einblicke spannend und ehrlich sind, auch wenn sich Abläufe teilweise ähneln und nicht jeder Fall gleich stark fesselt.
Rezensionen von Nele33:
super Reihenauftakt
Moorland. Die Zwillinge von Andreas Winkelmann
Mit "Moorland" hat Andreas Winkelmann einen genialen, spannenden und atmosphärisch dichten Thriller veröffentlicht, der unter die Haut geht.
Die 18-jährigen Zwillinge Jana und Nike folgen dem Trend und sind immer auf der Jagd nach neuem Content für ihren TikTok Account. Was gibt es da Besseres als das Moor, in dessen Gebiet sie leben? Als sie an einem nebligen Tag ins Moor fahren, kommen sie nicht nach Hause und ihre Eltern sind besorgt.
Nike läuft am nächsten Morgen einem Zugezogenen verletzt in die Arme, Jana bleibt verschwunden.
Malia Gold, gerade erst wieder in die Nähe von Moorbach als Kommissarin zurückgekehrt muss sich mit diesem Fall auch ihrer Vergangenheit stellen, hat sie doch vor 15 Jahren mit ihrer Mutter Ruth gebrochen.
Die Ermittlungen führen in verschiedene Richtungen, sodass ich als Leserin die einzelnen Bewohner und Verdächtigen aus dem Dorf gut kennenlerne.
Der Autor hat es durch seinen spannenden Schreibstil eine bedrückende Atmosphäre zu schaffen-wer schon einmal eine Moorlandschaft im Nebel erlebt hat, weiß, wovon ich spreche.
Malia und ihre Familie und auch der "Zugezogene" sind so nahbar beschrieben, dass ich sie mir sehr gut vorstellen konnte.
Eine klare Leseempfehlung und ich freue mich schon auf den nächsten Band.
Rezensionen von ekiam:
Vom Wert der Geduld
Warten ist nicht schwer, sagt der Ameisenbär von Sheila Blázquez
Das Faultier hat Muffins gebacken und die Tiere des Regenwalds eingeladen. Der Ameisenbär macht sich extra früh auf den Weg und ist als Zweiter in der Warteschlange. Nach und nach kommen weitere Tiere hinzu, die vorgelassen werden oder sich vordrängeln, sodass der Ameisenbär immer weiter nach hinten rutscht.
Doch im Gegensatz zu den anderen Tieren bleibt er gelassen und ist sich sicher, dass er noch Muffins bekommen wird.
Die anderen Tiere hingegen werden zunehmend ungeduldig und drängeln immer weiter nach vorne, so sehr, dass sie schließlich alle durcheinanderpurzeln, als das Faultier plötzlich die Tür öffnet. So steht der Ameisenbär auf einmal allein da und kann sich alle Muffins sichern.
Kinder können sich gut in diese Situation hineinversetzen: Warten fällt schwer und führt schnell zu Ungeduld, sodass man leicht vergisst, auf andere Rücksicht zu nehmen. Sheila Blázquez greift dieses Thema auf humorvolle Weise auf und schafft damit einen gelungenen Anlass, über Rücksichtnahme und Geduld ins Gespräch zu kommen.
Das Ende zeigt, dass sich Ungeduld und Vordrängeln nicht unbedingt lohnen. Weniger gelungen finde ich jedoch, dass der Ameisenbär alle Muffins für sich behält und nicht mit den anderen Tieren teilt. Das passt nicht zu seinem zuvor fairen und entspannten Verhalten.
Die Illustrationen sind farbenfroh und ergänzen die Geschichte auf wunderbare Weise. Die Tiere wirken liebenswert und humorvoll und machen das Buch zu einem lebendigen Leseerlebnis.
Ein insgesamt humorvolles Bilderbuch, das trotz des Endes wichtige Werte wie Geduld und Rücksichtnahme kindgerecht vermittelt.
Rezensionen von Tara:
Atmosphärisch & spannend
Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl von Fabio Nola
„Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl“ ist nach „Commissario Gaetano und der lügende Fisch“ der zweite Neapel-Krimi des Autors und Historikers Fabio Nola, der selbst in Neapel studiert und gewohnt hat. Die Bücher lassen sich ohne Verständnisprobleme unabhängig voneinander lesen.
Die Handlung beginnt Karfreitag und die Atmosphäre Neapels und das dortige Treiben während der Ostertage werden direkt lebendig.
Commissario Salvatore Gaetano verbringt diese mit seinem Bruder und seiner Nichte bei seinem Vater im Hinterland. Zumindest so lange, bis Gaetanos Kollegin Beppa Bellucci anruft, da sich ein Toter im Hafenbecken befindet. Gemeinsam mit seinem Team beginnt er zu ermitteln.
Die Ermittlungsarbeiten bringen den Leser die Umgebung Neapels nahe. Alles wird lebendig, detailliert und atmosphärisch beschrieben. Man merkt, dass der Autor die Gegend gut kennt und ich hatte beim Lesen fast das Gefühl das bunte Treiben spüren zu können.
Zahlreiche italienische Ausdrücke - die sich aus dem Zusammenhang heraus erklären, für die es aber auch abschließend ein hilfreiches Glossar gibt - tragen zum Flair Italiens bei.
Salvatore Gaetano war ursprünglich Winzer und ist ein sympathischer Charakter. Auch über sein Privatleben gibt es wieder wohldosierte Informationen, die ihn menschlich und greifbar machen. Seinen Ermittlungsarbeiten konnte ich gut folgen und habe gerne mitgerätselt, was vorgefallen sein könnte.
Wer gerne spannende Krimis mit viel Lokalkolorit liest, liegt mit diesem Roman genau richtig.
Rezensionen von MadameMauve :
Bewegende Familiensaga
Villa Rivolta von Daniel Speck
Mit Villa Rivolta ist Daniel Speck wieder eine große epische Erzählung gelungen, die den Leser vom ersten Moment an gefangen nimmt. Atmosphärisch dicht versetzt er uns in das Italien der 1960er Jahre, in die Villa des Mailänder Großindustriellen Renzo Rivolta. Zwischen Valeria, der Tochter der Hausangestellten, und Piero, dem Sohn des Industriellen, entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die Klassengrenzen überwindet und ein Leben lang trägt.
Speck lässt Nachkriegszeit und Aufbruchsstimmung lebendig werden, zeichnet soziale Gegensätze zwischen dem Norden und Süden Italiens und verbindet italienisches Flair mit einer Familiengeschichte und der Erfolgsgeschichte von Iso Rivolta. Basierend auf Erinnerungen von Piero und Lele Rivolta wirkt der Roman besonders authentisch. Ein einfühlsamer, spannender, berührender 600-Seiten-Schmöker, der viel zu schnell endet.
Rezensionen von Tara:
Viel Wissenswertes zauberhaft illustriert!
Kleine und große Wunder des Weltalls von Gabby Dawnay
„Kleine und große Wunder des Weltalls“ ist ein wundervoll illustriertes Sachbuch der in London lebenden Autorin Gabby Dawnay.
Es gibt Informationen rund um das Weltall und unseren Nachthimmel. Dabei geht es um unseren Planeten, unsere Nachbarn im All, die Unendlichkeit, kleine und große Wunder und vieles mehr.
Das Wissen ist in einfache kurze Sätze gepackt, so dass es für die Zielgruppe der jungen Leser bzw. Zuhörer ab vier Jahren gut geeignet sind. Aber auch etwas ältere Kinder dürften hier eine ganze Menge Neues erfahren.
Jede einzelne Seite wurde von der Illustratorin Mona K in kräftigen Farben, liebevoll und detailliert gestaltet. Dadurch ist das Buch ein richtiges kleines Kunstwerk geworden und es gibt jede Menge zu entdecken und zu bestaunen.
Neben dem vermittelten Wissen eignet sich das Buch auch gut als Grundlage für weitere Gespräche, um mehr Informationen einzuholen und weitere Wunder unseres Alls zu hinterfragen oder Geheimnissen auf den Grund zu gehen.
Ich kann dieses Sachbuch interessierten Eltern und Kindern nur empfehlen, da es auf wundersame, eingängige und spielerische Weise Wissen vermittelt. So macht lernen Spaß!
Rezensionen von begine:
Erinnerungen
Stimmen auf Abstand von Gabriela Adame_teanu
Von der rumänischen Schriftstellerin Gabriela Adamesteanu hatte ich bis jetzt noch nichts gelesen.
Der Roman Stimmen auf Abstand
literarisch brillant geschrieben.
Sie lässt das Leben in Rumänien
beklemmend aber auch fantasievoll erleben.
Es beginnt in der Zeit von Corona. Die ehemalige Ärztin Anda Movila kann sich mit ihren Töchtern nur telefonisch unterhalten, denn sie wohnen in Frankreich und den USA.
Man wird in ihre Erinnerungen direkt eingezogen.
Die Autorin ist eine glänzende Erzählerin.
Der Roman ist gute Literatur.
Rezensionen von Anndlich:
Drama Lama!
Little Miss Frankenstein - Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama! von Astrid Göpfrich
Nelly ist die Urururenkelin des berühmten Dr. Frankenstein und lebt mit ihrer Familie in einem alten Schloss, indem ständig seltsame Dinge passieren. Ihre Eltern sind sich des Erfindergens bewusst und wollen unbedingt verhindern, dass jemand in die Fußstapfen des berüchtigten Dr. Frankenstein tritt.
Doch Nelly kann gar nicht anders als ihrer Passion zu folgen und werkelt immer wieder an neuen Erfindungen, dabei ist sie meist nicht ganz so erfolgreich.
Little Miss Frankenstein von Astrid Göpfrich ist ein skurriles Abenteuer aus dem Hause Frankenstein. Nelly ist eine urkomische Protagonistin, die einen seltsamen Humor hat und damit für einige Lacher sorgen konnte. Doch ganz besonders wird die Geschichte durch das zum leben erweckte Alpaka Monserrat, das einfach Spaß macht! Durch sehr kurze Kapitel kommt man unglaublich schnell durch die Geschichte und verliert nie den Spaß am weiterlesen, außerdem werden immer mal wieder Tagebucheinträge eingestreut, welche die Geschichte nochmal auflockern.
Nicht gut gefallen hat mir der Umgang mit Elektrizität. Besonders der Tagebucheintrag in dem Nelly einen Füller in die Steckdose steckt, ist mir absolut unverständlich. Zwar wird erwähnt, dass man dies nicht nachmachen soll, dennoch erschließt sich mir die Beschreibung grundsätzlich nicht. Aus dieser Szene entsteht nichts lustig oder skurriles, das ggf. auch die Gefahren der Aktion beschreiben würde, sie wird auch nicht weiter erklärt und führt nur zu einer weiteren misslungenen Erfindungen. Aus diesem Grund hätte die Szene ziemlich einfach verändert werden können, ohne eine Situation zu erstellen, die für Leser:innen zu einer potenziell realen Gefahr werden könnte (leicht nachzumachen, was sicherlich nicht durch den Hinweis verhindert werden würde). Aus diesem Grund fällt es mir auch sehr schwer das Buch zu bewerten, grundsätzlich ist der Humor toll und die skurrilen Figuren machen wirklich Spaß, aber es widerstrebt mir das Buch zum alleine Lesen weiterzuempfehlen.
Rezensionen von Tara:
Geschichtsträchtige Worte und ihr Ursprung
100 berühmte Zitate und ihre überraschenden Geschichten von Christoph Marx
In seinem Buch „100 berühmte Zitate und ihre überraschenden Geschichten: Von Platon bis Loriot“ hat der in Berlin lebende Autor, Publizist und Lektor Christoph Marx bekannte und unbekannte Redewendungen zusammengetragen.
Dabei hat er eine tolle Auswahl getroffen. Es gibt Zitate von historischen Persönlichkeiten, Philosophen, Politikern, Schriftsteller, aus Film und Fernsehen und vieles mehr.
Jedes Zitat hat eine Doppelseite erhalten, in dem es näher erläutert wird und es interessante Hintergrundinformationen gibt. Besonders interessant fand ich die Sprüche, die so gut wie jeder immer mal wieder im Alltag benutzt, ohne zu wissen, woher und von wem sie ursprünglich stammen und wie sie einzuordnen sind.
Die Texte sind unterhaltsam und gut verständlich.
Die Sammlung ist nach Epochen unterteilt:
„Antike und Mittelalter“
„Humanismus, Aufklärung und Klassik“
„Aufbruch in die Moderne“
„Das Zeitalter der Ideologien“
„Schöne neue Medienwelt“
und mir hat es Spaß gemacht mit den Zitaten durch die Zeit zu reisen.
Jede Epoche beginnt mit einer passend gestalteten Seit der Illustratorin Hanna Zeckau.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, da es ist unterhaltsam und informativ zugleich ist.











