Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Herwig Oberlerchner:

Edel-Steine

Diamanten von David Vajda

Diamanten
Der Leidensweg der Mutter zieht sich über Jahre, trotz mehrerer Gehirnoperationen ist die Erkrankung progredient, ihr Verfall, ihr Kampf, ihr Tod werden aus einer Beobachterperspektive eindringlich und schonungslos gleichzeitig aber berührend erzählt. Vier Geschwister und der Vater bleiben zurück, besuchen sich und andere Familienmitglieder regelmäßig bei diversen Anlässen.

Es bleibt unklar, was von den mitunter bizarren Formen der Beziehungsgestaltung und Kommunikation durch das Trauma und die stockende Trauer, durch den noch immer siedenden Schmerz bedingt ist und was durch Lebensumstände und kulturelle Besonderheiten gefärbt ist. Das Drama einer Familie nach einem schmerzvollen, unbesprochenen Verlust. Mit den Protagonisten ringt man nach Worten und teilt die Sehnsucht nach der Mutter, der Ehefrau. Die psychologischen Analysen überlässt der Autor und Filmemacher gänzlich den Leser*innen. Ein berührendes Debüt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Herwig Oberlerchner

Rezensionen von haberlei:

Wer ist Louisa? Spannende Mördersuche

Verlorene Kinder von Beate Winter

„Verlorene Kinder“ von Beate Winter ist der dritte Fall, den Kommissar Frommelt und sein Team zu lösen haben.

Sowohl das Cover der mir vorliegende Ausgabe aus dem Jahr 2021 mit dem Kind vor dem zerbrochenen Spiegel als auch jenes der aktuellen Ausgabe mit dem einsamen Häuschen haben Bezug zum Inhalt.

Die Hervorhebung des Titels ist bei der Neuausgabe eindeutig besser. Der Schreibstil ist flüssig, gut beschreibend, mit Schwerpunkt Ermittlungsarbeit, wobei durch den Einblick in das Privatleben der Menschen deren Charaktere gut beleuchtet, lebendig und authentisch werden. Trotz des roten Fadens steht jeder Band für sich alleine, kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Der Fall gestaltet sich von Anfang an sehr mysteriös. Welches Motiv hatte der Mörder, eine alte ehemalige, allseits beliebte Hebamme zu töten? Wer ist Louisa? Diesen Namen schrieb die Sterbende noch mit ihrem Blut. Frommelt und seine Leute tappen lange im Dunkeln. Keiner im Ort kennt eine Louisa. Im Zuge der Recherchen stoßen sie auf mehrere seltsame Unglücksfälle, die sich in der Ortschaft vor Jahren zugetragen hatten, und auf streng gehütete Geheimnisse. Eigenartig erscheint auch ein frisch zugezogenes Ehepaar, das ein altes, verfallenes Haus gekauft hat. Vor allem die junge Frau verhält sich psychisch auffällig.

Der Spannungsbogen hält sich konstant auf gutem Niveau. Es bietet sich reichlich Gelegenheit mit zu rätseln, eigene Theorien aufzustellen. Auch Frommelt und sein Team verfolgen diverse Spuren, es kristallisieren sich Verdächtige heraus. Dennoch hakt es immer wieder am Motiv, der Gelegenheit oder dem Alibi. Es war interessant zu verfolgen, wie sich Puzzlesteinchen um Puzzlesteinchen die wahre Geschichte um Louisa enthüllte, sich auch die Hintergründe der früheren Unglücksfälle offenbarten. Die Handlung entwickelte sich abwechslungsreich und bot immer wieder Überraschendes. Erst in einem dramatischen Finale gelingt es, den Mörder zu fassen.

Es ist ein sympathisches, harmonisches Team, das Kilian Frommelt umgibt. Arbeitsmäßig ergänzen sie einander, jeder hat so seine Stärken. Für private Probleme der anderen haben alle stets ein offenes Ohr und Verständnis. Frommelt verfügt zwar über guten kriminalistischen Spürsinn, seiner Partnerin gegenüber holpert es etwas mit dem Gespür. Doch auch hier helfen Freunde und KollegInnen, dass es letztlich doch ein Happy-End gibt. Sehr gut gefiel mir auch die neue Staatsanwältin Bernie. Sie ist erfrischend unkompliziert.

„Verlorene Kinder“ ist nicht nur ein spannender Krimi mit psychologischer Tiefe, sondern punktete bei mir auch mit dem privaten Bezug. Das macht die Ermittler so menschlich und lebendig. Ich habe übrigens noch nie einen Krimi mit so einem romantischen, berührenden Ende gelesen. Gerne empfehle ich das Buch mit 5 Sternen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von haberlei

Rezensionen von haberlei:

Packender Wettlauf gegen die Zeit

Der Tarotkartenmörder von Drea Summer

„Nordseesünde“ von Drea Summer ist der zweite Band der Nordsee-Krimireihe mit dem Ermittlerduo Stefanie Teufel und Jan Graf. Es handelt sich hiebei um die Neuauflage des bereits 2023 unter dem Titel „Der Tarotkartenmörder“ erschienenen Krimis.

Das Cover ist ansprechend, stimmt auf den Schauplatz ein.

Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft. Die Autorin versteht es meisterlich, Atmosphäre zu vermitteln. Durch stetige Perspektivenwechsel zwischen Polizei, Opfern und Täter hält sich der Spannungsbogen stets auf hohem Niveau. Die Kapitel sind kurz, mit Orts- und Zeitangaben übertitelt. Die Handlung spielt in der Gegenwart in Niebüll und auf Sylt. Zwar hatte ich seinerzeit den ersten Band (Der Nordseeritzer/Nordseebestrafung) gelesen, stieg aber jetzt quasi wie neu in die Geschichte ein, weil ich mich an Details des Vorgängerbandes nicht mehr erinnern konnte. Somit ist jeder Band problemlos für sich lesbar.

Mehrere Frauenmorde beschäftigen die Polizei. Das Ermittlerduo Stefanie Teufel und Jan Graf sieht sich mit seltsamen Gemeinsamkeiten konfrontiert: die Frauen wurden mit Farbe besprüht und jeweils liegt eine Tarotkarte bei den Leichen. Besonders pressant wird der Fall durch die Tatsache, dass auch eine Journalistin von dem sogenannten Tarotmörder bedroht wird, die über die Mordfälle berichtet hat. Da es sich bei dieser Journalistin um Stefanies Halbschwester Sophie handelt, werden die offiziellen Ermittlungen Kollegen übertragen. Steffi und Jan müssen die Entführung eines jungen Pärchens aufklären.

Für mich war der Krimi ein Pageturner. Schon allein, die kryptischen Botschaften des Mörders zu entschlüsseln – die Bedeutung der Farben, der Tarotkarten und Bibelsprüche – war unheimlich interessant. Sowie das Aufspüren der Zusammenhänge. Die Frauen kannten sich offenbar nicht. Wo liegt die Gemeinsamkeit? Wie wählt er seine Opfer aus? Zudem stellt sich bald heraus, dass die Mordserie noch im Gange ist. Gibt es noch eine Chance, das nächste Opfer zu retten? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, wobei der Mörder immer wieder der Polizei einen Schritt voraus ist. Bis es in einem dramatischen Showdown gelingt, den Mörder zu stoppen. Für einen Überraschungseffekt am Ende sorgt schließlich das Motiv für die Taten.

Das Ermittlerduo arbeitet harmonisch zusammen, ist auch privat befreundet. Jan erscheint als der ruhigere, überlegtere Part der beiden. Steffi wirkt für ihr Alter von über 40 stellenweise für eine Kriminalbeamtin zu emotional, zu impulsiv, zu unbeherrscht, auch manchmal zu ängstlich. Insbesondere hat sie ihre seit Kindheit bestehende Aversion gegenüber der jüngeren Schwester anfangs überhaupt nicht im Griff. Rein grundsätzlich sind die beiden jedoch sympathische Protagonisten.

Es war ein Krimi ganz nach meinem Geschmack: ein kniffliger Fall mit höchstem Spannungsniveau und einem Ermittlerduo, das ich noch recht oft beim Ermitteln begleiten möchte. Mit Vorfreude auf den nächsten Band vergebe ich 5 Sterne! Eine unbedingte Leseempfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von haberlei

Rezensionen von peedee:

Guter Reiheneinstieg

The Season of Us - Winterträume in Pinewood Creek von Jana Schäfer

Hazel wurde von ihrem Ex-Freund betrogen, und zwar mit ihrer Chefin! Sie sieht keine Möglichkeit mehr, in der Konditorei weiterzuarbeiten und kündigt. Die Anfrage ihrer Grosstante Ginger, ob sie ihr in der Vorweihnachtszeit in ihrem Feinkostladen in Pinewood Creek aushelfen könnte, kommt wie gerufen.

Ein Ortswechsel ist genau das, was sie jetzt braucht. Aber Grady, Gingers einziger Mitarbeiter, macht ihr den Einstieg nicht leicht, denn er ist mürrisch, wortkarg und von Weihnachten wenig begeistert. Das kann ja was werden…

Erster Eindruck: Das Cover ist bunt, auffällig; es entspricht nicht ganz meinem Geschmack. Aktuell scheint es zudem in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich leider nicht.

Die Geschichte wird abwechslungsweise aus der Sicht von Hazel und von Grady erzählt. Hazel freut sich auf die Herausforderung, eine Zeit lang in Pinewood Creek zu leben und arbeiten. Während dieser Zeit kann sie sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Der Betrug ihres Ex-Freundes macht ihr nach wie vor schwer zu schaffen. Wie konnte sie das nicht sehen? Eigentlich direkt vor ihren Augen? Doch sie will sich auf die Gegenwart konzentrieren. Und dazu gehört neuerdings Grady. Er macht seinem Spitznamen „Grumpy Grady“, den Hazel ihm gleich zu Beginn gegeben hat, alle Ehre: Er wirkt unnahbar und ist sehr in seinen Routinen behaftet, zudem ist er wenig an Weihnachten interessiert, was Hazel selbstverständlich herausfordert.

Mir haben die Protagonisten sehr gut gefallen: Da wir Gradys Seite miterleben, wissen wir, dass auch Männer mit Ängsten und Selbstzweifeln zu kämpfen haben. Seine unnahbare Art ist eine Mauer, mit der er sein Herz zu schützen versucht. Hazel hat etwas sehr Gewinnendes und Überwältigendes an sich, so dass sein Schutzwall Risse bekommt. Jeder Leserin wird klar sein, dass sich die beiden näherkommen, was jedoch nicht ohne Schwierigkeiten von sich geht. Die Freundschaft von Grady und Lucas hat mir ebenfalls sehr gefallen.
Ich mag ja Kleinstadtromane à la „Gilmore Girls“ oder „Virgin River“ sehr gerne und ich sage es geradeheraus: Ich bin ein klein-wenig-fast-gar-nicht-spürbar reihenanfällig! Das vorliegende Buch hat sich flüssig lesen lassen und ist prädestiniert dazu, eine Reihe zu werden. Beim nächsten Band bin ich wieder mit dabei. Falls es für die Autorin noch nicht klar wäre, welches Paar die Hauptrolle spielen könnte, hier mein Tipp: Lucas und Roxy. Von mir gibt es 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee

Rezensionen von Anjulia :

Gedanken zwischen Kunst, Natur und Sturm

Nach der Sonne schauen von Martina Hefter

Installationskünstlerin Iona mietet sich für die Sommermonate in eine zu Wohnzwecken unbebaute Fabrikhalle ein. In der Abgeschiedenheit des ehemaligen Braunkohlereviers, das jetzt einen See und einen Campingplatz beherbergt, will sie mit einem neuen Projekt beginnen.

Nach der Sonne schauen von Martina Hefter ist ein aktuelles, aber auch ungewöhnliches Buch.

In kurzen Absätzen wechseln Ionas Gegenwart, ihre Erinnerungen an ihre Kindheit als Tochter von Bergbauern, Ereignisse aus jüngster Vergangenheit und sonstige Gedanken einander ab. Manchmal ist mir der Aufbau etwas zu sprunghaft. Das hat mich aber gerade zu Anfang sehr gefesselt. Es wirkte fast wie der Beginn einer Dystopie. Die Natur- und Umgebungsbeschreibungen wirken beinahe schon poetisch. Auch die Themen, denen sich die Autorin widmet, sind vielfältig: Natur, Klimawandel, künstliche Intelligenz, die Aufgabe und Bedeutung von Kunst, Probleme als Künstlerin, aus dem Westen in Leipzig anzukommen, und weibliche Wut. Immer wieder geht es um Baumhäuser. Um das Baumhaus der Kindheit und um ihre Diplomarbeit, die nach fünfundzwanzig Jahren wieder ausgestellt und von einem anderen Künstler mit der Aufschrift "Bullshit" besprüht wurde. Es geht um Dürre, Starkregen und Sturm. Iona kam ich nicht wirklich nah. Sie denkt und zerdenkt viel. Impulse für die Handlung, die eher dürftig ausfällt, kommen meist nicht von ihr, sondern von außen. Mir fehlt etwas die Charakterentwicklung. Gleichzeitig lässt das Buch aber auch Platz für Interpretationen und eigene Gedanken.

Fazit: Für mich ein interessantes Leseerlebnis mit etwas zu vielen Gedankenschleifen und etwas zu wenig Handlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anjulia

Rezensionen von youngreaders:

weihnachtliche Kurzgeschichten

A Married Little Christmas von Abby Jimenez

In diesem wunderschönen Buch schreibt Abby Jimenez drei Kurzgeschichten, die alle rund um den schönen Weihnachtsort "Little Christmas" spielen und die zwar von einander unabhängig zu lesen sind, aber gleichzeitig kleine Verbindungen zueinander beinhalten.
Es ist ein Buch genau für die Vorweihnachtszeit.

Mit einer Tasse Tee, eingemummelt in eine warme Decke und möglichst schon in der richtigen Weihnachtsstimmung sollte man dieses Buch lesen. In ihren anderen Büchern schreibt Abby Jimenez auch neben den wundervollen Liebesgeschichten auch immer von ernsten Themen - dies ist bei diesen Kurzgeschichten absolute Nebensache - es ist einfach nur schön, einfach nur Weihnachten und Liebe!
Welche der drei Kurzgeschichten mir am besten gefallen hat, ist schwer zu sagen. Jede hatte ihren typischen Jimenez-Charme. "Married little Christmas" ist die längste der drei, da taucht man etwas tiefer ein, aber die anderen sind auch wirklich toll.
Am Ende des Buches sind noch einige Rezepte . für mich ist eher nichts dabei, aber andere freuen sich bestimmt darüber, da sie sich auch auf die Geschichten aus dem Buch beziehen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von youngreaders

Rezensionen von Dragon:

Verrückte Wege, große Abenteuer

Das verrückte Labyrinth - Das Buch von Claudia Scharf

Eine oberste Zauberin, die ihre 1 Million Follower durch eine magische Kugel auf dem Laufenden hält; ein schusseliger Zauberer, der allerlei Gemüse durch die Luft schweben lässt; eine angehende Tierhexe, die manchmal vom Übermut gepackt wird; ein Zauberlehrling, der leider ein geringes Selbstwertgefühl hat und eine Menge magischer Wesen, wie das stylingbewusste Einhorn oder den verfressenen Zwerg– nicht Wichtel! – Nixel und noch eine ganze Menge mehr: Wenn man diesen Figuren begegnet, befindet man sich entweder im traditionsreichen Brettspiel „Das verrückte Labyrinth“ oder eben im neuesten Buch passend zum Spiel.

Allein das Cover ist stark an das Spiel angelehnt und schafft eine tollen Wiedererkennungswert bzw. schürt die Lust aufs Lesen, wenn man das Spiel bereits kennt. Besonders gelungen finde ich, dass es nun die Möglichkeit gibt, die Geschichte und die Figuren hinter den Bildern kennen zu lernen. So mancher wird sich beim Spielen gefragt haben, was es genau mit der Spinne, der Eule, dem Schlüssel und vielen weiteren Darstellungen auf sich hat.

Das Buch ist perfekt auf eine junge Zielgruppe ab etwa 8 Jahren abgestimmt und spart nicht mit Humor, lustigen Sprüchen, Verwechslungen und Situationskomik. Während die magische Truppe Zauberin, Zauberer, Zauberlehrling und angehende Hexe auf Schatzjagd im Schloss gehen, setzen die Bewohner der alten Burg alles daran, diesen zu verteidigen. Und endlich rührt sich einmal etwas in den alten Gemäuern, denn meist ist es dort nur eines: seeeeeehr langweilig. Natürlich spielen auch die Wände, die immer wieder verrückt werden, eine gewichtige Rolle, schaffen eine Verbindung zum Spiel und sorgen für Spannung in der Story.

Die Figuren sind alle sehr liebenswert und mit besonderen Eigenarten ausgestattet, sodass die jungen Lesenden zwar auf eine lustige und interessante Story treffen, sich jedoch zu keiner Zeit richtig gruseln oder fürchten müssen. Eine humorvolle Geschichte, die wirklich Lust macht, das Spiel mal wieder auszupacken. Da sich der Schreibstil auch sehr leicht, angenehm und flüssig liest, die Kapitel überschaubar und mit vielen Illustrationen gestaltet sind, finde ich das Buch wirklich äußerst gelungen für kleine und auch große Lesende sowie Fans des Spiels und solche, die es werden wollen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Dragon

Rezensionen von rewareni:

Selbstfindung

Suki von Salih Jamal

Die 16 jährige Suki lebt gezwungener Maßen bei ihrer Großmutter. Ihr Vater ist nach Japan gegangen und ihre Mutter, die versprochen hat sie bald wieder abzuholen, erinnert sich nur an telefonischen Festtagen, dass sie eine Tochter hat. Suki´s Leben ist geprägt von Einsamkeit, wo sie in der Schule keine Freunde hat, einzig zu der von allen nur genannten ,,MenschMeier“, die ebenso wie sie eine Außenseiterin ist, hat sie so etwas wie eine Freundschaft.

Ein Unfall, den ihre Lehrerin Anna Fischer verursacht, wo Suki leicht verletzt wird, löst in ihr Gefühle aus, die ihr Leben von Grund auf verändert.
Der Roman ,,Suki“von Salih Jamal zeigt, dass man eine Geschichte zwar ruhig und unaufgeregt erzählen kann, aber trotzdem den Leser berühren kann.
Der Autor dringt dabei tief in die Gedankenwelt von zwei Menschen ein, wo jede auf ihre eigene Art und Weise versucht, ihr bisheriges Leben, das von Verlust, Hoffnungslosigkeit und dem Gefühl alleine zu sein, zu meistern.
Salih Jamal bedient sich dabei oftmals einer sehr poetischen und bildhaften Ausdrucksweise, wo man das Leiden der beiden noch intensiver mit erleben kann.
Schön ist dabei zu sehen, wie die zu Beginn aufsässige, wütende und verzweifelte Suki sich immer mehr öffnen kann und beginnt, nicht nur sich selbst zu akzeptieren, sondern auch bereit ist, andere Menschen in ihr Leben zu lassen. Dabei war es für sie nicht immer leicht, die sich als Schutz eine Mauer um sich gebaut hat, diese langsam fallen zu lassen und somit auch Nähe zuzulassen, wo sie immer Angst hat, verlassen oder verletzt zu werden.
Ebenso ergeht es ihrer Lehrerin, die zwei Mal einen Verlust in ihrem Leben erleiden musste, wo sie wieder zu leben beginnt, als sie erkennt, dass auch Suki eine Suchende nach Geborgenheit ist, wo dabei oft nur kleine Gesten oder ein Wort zur richtigen Zeit dem Gegenüber das Gefühl gibt gehört und vor allem gesehen zu werden.
Wer eine spannende Handlung oder Action erwartet, die wird man in dem Roman nicht finden. Dafür eine berührende Geschichte von zwei Menschen, die sich zwar nicht gesucht, aber dafür gefunden haben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von rewareni

Rezensionen von Ameland:

Nur nicht die Kontrolle verlieren

No Shelf Control von Katrin Abfalter; Sophia Wagner

Als ich die Spieleschachtel von No Shelf Control das erste Mal gesehen habe, dachte ich nur: welcher Bookie hat im Bücherregal Platz für Dekoartikel? Ich definitiv nicht. Wenn es um Bücher geht habe ich schon jegliche Selbstkontrolle verloren.

Die Idee zu dem Spiel stammt von Katrin Abfalter und Sophia Wagner und gefällt mir.

Die Sammelleidenschaft von Büchern und hübschen Dekosachen orientiert sich sehr an der Realität. Sowohl die Schachtel als auch die Karten wurden sehr liebevoll von Dan Lin illustriert. Ich finde beides wunderschön, leicht verspielt und märchenhaft angehaucht.

Mein Mann und ich haben es sofort nach Erhalt ausprobiert. Die Spielanleitung ist leicht verständlich und es bedarf keiner großen Vorbereitung. Karten gemischt und Spielanleitung sicherheitshalber noch danebengelegt und schon ging es los. Welche Karte bekomme ich wohl bei meinem nächsten Zug? Es hängt viel vom Zufall oder auch Glück ab und so braucht es keine großartige Taktik. Jederzeit kann ein Regal einstürzen und die Punkte sind futsch oder eine weitere Lesepause beendet das Spiel schlagartig.

Unsere Spielrunden haben so zwischen 8 und 12 Minuten gedauert. Perfekt, um abends oder zwischendurch schnell ein paar Runden zu spielen. Zu zweit geht es ruhig und entspannt zu. Ich denke in einer größeren Runde kommt mehr Dynamik ins Spiel und auch etwas (Schaden)Freude, wenn ein anderes Regal überladen ist und einstürzt. Daher sollte man Vorsicht walten lassen und gut überlegen, ob man eine weitere Karte ziehen möchte – nicht, dass das eigene Regal zusammenbricht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ameland

Rezensionen von ms.write:

Eine berührende Coming-of-Age-Geschichte mit Tiefgang

Wolkenberührpunkt von Christoph Kramer

Ausgangspunkt der Geschichte von Christoph Kramer ist das Ende seiner Karriere bei Borussia Mönchengladbach und die Veröffentlichung seines ersten Romanes. Auf rührende Weise beschreibt er, wie er als Neuling auf dem Buchmarkt in seiner Düsseldorfer Lieblingsbuchhandlung beobachtet, ob sein Buch Interesse bei Käufern findet.

Dabei lernt er den fast gleichaltrigen Roman kennen. Der erzählt ihm in einem Café seine Lebensgeschichte, die im Zentrum des Geschehens seines zweiten Romanes steht.
Im Folgenden wechseln sich die Lebensrückblicke der beiden jungen Männer ab, wobei der Autor sich bei der Schilderung seiner eigenen Situation angenehm zurückhält. Dabei erkennt Christoph Kramer, dass er in seiner Familie im Vergleich zu Roman viel Liebe und Anerkennung gefunden hatte. Seine Dankbarkeit hinsichtlich seiner privilegierten Situation kommt in vielen Kapiteln zum Ausdruck. Das kann einem nicht privilegierten Leser auf die Dauer irgendwann auf die Nerven gehen, da man die ungleiche Startbasis zwischen sich und dem Autor schmerzlich erkennen kann.

Die Geschichte von Roman, seinem Kumpel Stevie und seiner großen Liebe Mira ist jedoch herzergreifend und aufgrund unerwarteter Wendungen sehr spannend. Alles beginnt in der Silvesternacht 2000, als Romans Welt durch die Nachricht von seiner Adoption zerbricht.
Kramer unterstreicht in einem Postskriptum die Authentizität seines Protagonisten, weist aber darauf hin, dass die reale Person im echten Leben anders heißt. Meiner Vermutung nach verweist sein Vorname im Buch darauf, dass seine Person einen Roman hat entstehen lassen. Auch die spätere Berufswahl des Protagonisten schließt meiner Meinung nach aus, dass er Kramer seine eigene Lebensgeschichte aufschreiben lässt. Es wird sich hier wohl um einen Kunstgriff handeln, der die Authentizität erhöhen soll: Denn sie behandelt auch das Schicksal der Kinder, deren Eltern während des Jugoslawienkrieges nach Deutschland geflohen waren und im Laufe der Zeit ihren Aufenthaltsstatus verloren hatten.

Die Sprache Kramers ist teilweise sehr verdichtet und erzeugt schöne Stimmungsbilder. Der Roman hat unerwartet viel Tiefgang und die Charakterzeichnung der zentralen Figuren überzeugt auch wenn ein Nebencharakter im Verlauf etwas zu rätselhaft bleibt.

Das stimmige Cover zeigt mit dem alten Telefonmast den namensgebenden Zufluchtsort Romans und seiner Freunde.+

im Shop ansehen weitere Rezensionen von ms.write