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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Klassenfahrt

Das Knistern im All von Stephan Lohse

Das Knistern im All von Stephan Lohse ist ein Buch, das interessante Ansätze hat, mich aber im Endergebnis nicht überzeugen konnte.

Die Geschichte von einer Klassenfahrt nach Amrun, erzählt aus der Sicht von Matti. Coming-of-Age-Elemente durchziehen das Buch. Sprachlich ansprechend, aber ganz konnte ich mit Lohses Stil nicht anfreunden.

Dem Schauspieler und Schriftsteller Stephan Lohse gelingt es, Mattis Gefühle zu vermitteln. Doch ganz glaubhaft finde ich ihn und seine Mitschüler nicht. Sie wirken wie Figuren aus den Achtzigern, die in die Gegenwart verlegt wurden. Sie repräsentieren meiner Meinung nach nicht die heutige Jugend.

Das Cover mit der Antilope in den Dünen passt gut zum Buch, denn Matti gerät schließlich in einen schwierigen Zustand.

Eigene Assoziationen an die Jugend weckst das Buch mir dann doch nicht. Ich bleibe beim Lesen letztlich distanziert. Das Buch hat mich kalt gelassen.
Immerhin, das Ende ist ganz gut gestaltet.

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Rezensionen von 19cici95:

Wer ein Fan von Found Familiy-Tropes ist, kann hier ein neues Lieblingsbuch finden

Eine kleine Schwindelei von Rosanna Pike

Dieser Debütroman von Rosanna Pike hat es mir schon gleich auf den ersten Seiten angetan. Der Schreibstil ist so außergewöhnlich und mal so etwas völlig anderes als bei anderen Büchern, die auch aus der Ich-Perspektive geschrieben sind. Man muss Bonnie Garmus wirklich Recht geben, wenn sie auf dem Cover sagt, dass Tibb Inglebys Stimme mitreißend und brillant ist.

Apropos Cover: das ist ja wohl auch wirklich einfach wunderschön. Und wenn man das Buch fertig gelesen hat, auch absolut passend.

Die erste Hälfte des Buches dreht sich noch hauptsächlich um das frühere Leben von Tibb und ihren Erfahrungen mit Müttern, Männern und Schwestern, bevor sie Ivo kennenlernt und wieder verliert. Diese Hälfte ist fast episodenartig erzählt, wir folgen keiner festen Struktur, eher einzelnen Tagen aus ca. zwei Jahren ihres Lebens. Erst danach kommt der Plot ins Rollen und die namensgebende Schwindelei wird ausgeheckt. Und ach Tibb, wie großartig intelligent und doch dumm du bist.
Dazwischen haben wir Kapitel aus einer anderen Sicht als Tibbs, die erstmal verwirren, sich aber später mit Tibbs Erzählungen zu einem Ganzen ergänzen.
Alle Charaktere sind liebenswert und mit so viel Hintergrund erdacht worden, dass ihre Beweggründe, wenn schon nicht für die anderen, dann wenigstens für sich selbst Sinn ergeben.
Zur Schwindelei an sich kann man leider gar nicht so viel sagen, ohne zu viel vorwegzunehmen. Nur so viel: es geht um Wunder, Milch und Nachttöpfe.

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Rezensionen von yellowdog:

Angehem zu lesen

Das Tarot Café von Moon Hye Joung

Dieser Roman, der ganz klar dem Genre Healing Fiction zuzuschlagen ist, bietet was man erwartet und ist sehr angenehm zu lesen Die Protagonistin Seryeon, die frisch von ihrem Freund getrennt ist und eine neue Wohnung gefunden hat, legt in einem Café ihren Klienten die Karten und die Karten beantworten deren Fragen.

Meistens geht es um sehr persönliches, wie Beziehungen und persönliche wie berufliche Entwicklungen.
Dass die Antworten ergiebig ausfallen, liegt aber auch an der sensiblen Seryeon. Sie kann gut zuhören und sich einfühlen. Die Klienten sind sehr unterschiedlich, haben aber das Emotionale gemeinsam.
Und auch Seryeon muss ihren Weg finden.
Letztlich ist es ihre Geschichte, die den Roman bestimmt.

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Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:

Mein absolutes Herzensbuch

Upside Down - Der Moment, der alles verändert von Claudia Raute

Ich liebe die Bücher von Claudia Raute sehr – das liegt an ihrem tollen Schreibstil und ihrer Gabe, Emotionen und Gefühle zu transportieren und mich als Leserin direkt in ihre Geschichten zu ziehen.
Dieses Buch ist für mich etwas so Besonderes, dass es mir heute wirklich schwer fällt, meine Gefühle in Worte zu fassen.

Im Vordergrund steht George, ein Onkologe, dessen Lebensinhalt immer seine Arbeit war und dessen Frau einen Autounfall schwer verletzt überlebt. Ab sofort sitzt er an einem Patientenbett und seine Welt ist erschüttert. Was zählt im Leben, wenn es endlich ist ? Während seine Frau um ihr Leben kämpft, muss Theodor, der unverschuldete Unfallverursacher, sich auch bewusst werden, dass seine Welt sich von heute auf morgen geändert.
Mit so viel Empathie hat Claudia Raute hier ein Buch geschrieben, dass mich auf vielen verschiedenen Ebenen persönlich berührt. Auf Grund meiner eigenen persönlichen onkologischen Hintergrunds ist mir der Krankenhausalltag sehr bewusst – als Patient und auch als Angehörige. Alles ist so authentisch beschrieben, ich habe alle Szenen bildlich vor Augen gehabt, aber auch alles GEFÜHLT.
Was passiert, wenn einem bewusst wird, dass das Leben endlich ist und man nicht alle Zeit der Welt hat ? Wie fühlt es sich an, wenn eine Diagnose wie ein Tsunami durch das eigene Leben fegt ?
Das ist meine Realität, mein Leben. Dies für andere in Worte zu packen ist so schwer und hier hat Claudia Raute für mich etwas ganz Großartiges geschaffen : alle Gefühle hat sie in Worte gepackt. Georges Gefühle, die der anderen wunderbaren Figuren, aber auch meine eigenen.
Dieses Buch ist mir so wertvoll, so nah und ein absolutes Herzensbuch – ich möchte in die Welt hinausrufen, dass es gelesen werden MUSS. Von daher gibt es von mir, die allerhöchste und von Herzen beste Bewertung, die ich je verteilt habe und die Bitte an euch : Wenn Hoffnung, Mut und Liebe in eurem Leben wichtig ist, dann lest dieses wundervolle Buch !

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Rezensionen von Philiene :

Großartige Idee

Stolz, Vorurteil und Hexerei von Melinda Taub

Was für ein großartiges Buch.

Was für eine Idee, einfach eine der Töchter aus Stolz und Vorurteil zu einer Hexe zu machen und so die Geschichte ganz neu zu interpretieren. Ehrlich gesagt habe ich zwar schon viel von dem Roman gehört, ihn aber noch nicht gelesen, daher bin ich völlig unvoreingenommen an das Buch gerangegangen und es hat mich wirklich sehr gut unterhalten.

Lydia die jüngsten der Schwestern ist in dieser Version eine Hexe und erzählt uns ihre Geschichte. Das ist so witzig und unterhaltsam das ich das Buch in kurzer Zeit gelesen habe.

Da wird eine Katze zur Schwester und der Rest der Familie bekommt davon nichts mit.

Die Geschichte wird uns aus Sicht von Lydia erzählt und erzählt einerseits von ihrer Leben zu dem Zeitpunkt an dem sie ihre Geschichte erzählt und andererseits in Rückblicken aus ihrem Leben. Das ist vielleicht etwas anders als im Original, aber im großen und ganzen hält sich die Geschichte ans Original.

Ich mochte Lydia die nicht nur mit ihrem Dasein als Hexe zurechtkommen muss, sondern auch mit einer Ehe in die sie sich selbst hineinkatapultiert hat.

Sicher ist es immer eine große Herausforderung sich an so bekannte Romane heranzuwagen, hier ist es aber meiner Meinung nach sehr gelungen.



Ich war begeistert.

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Rezensionen von Murksy:

Bitterböse Rache

Das habe ich wegen dir getan von John Lanchester

Als ihr Mann plötzlich und unerwartet stirbt, ist Kate am Boden zerstört. Ihr eigensinniger, unvergleichlicher, sie liebender Partner ist nicht mehr da. Und in die Trauer fällt dann auch noch eine neue Serie, die Teile ihres gemeinsamen Lebens fast wörtlich wiedergibt. Für Kate bricht eine Welt zusammen.

Wer kann das alles gewusst haben? Und hat ihr Mann sie betrogen, hintergangen, jahrelang getäuscht?
Aus dieser Thematik entwickelt sich ein bitterböser Racheroman, der zwei Frauen gegeneinander antreten lässt. Beide Frauen erzählen in den Kapiteln jeweils aus ihrer Sicht. Der Leser kann sich also entscheiden, ob er mehr zu der einen oder anderen Seite tendiert. Oder sich neutral als stiller Beobachter an den Duellen der Frauen ergötzt. Doch hinter der genussvollen voyeuristischen Betrachtung des Spiels, stellt man sich immer mehr die Frage, wieweit ist diese Rache gerechtfertigt. Wo liegt die Grenze? Und bringt die Vergeltung tatsächlich irgendeine Form der Genugtuung? Denn neben den beiden Frauen, die ihre Gründe haben möchten, gibt es auch Opfer, die nichts mit der Hintergrundgeschichte zu tun haben. Die aber trotzdem einen Preis bezahlen müssen. Der Autor erhebt hier bewusst nicht den Zeigefinger, sondern überlässt es dem Leser, sich die Frage der Moral zu stellen. Liebe kennt keine Grenzen, Liebe verbindet, aber an diesem Beispiel lässt sich auch gut verfolgen, dass Liebe auch zu Taten fähig macht, die wir im allgemeinen Kontext als verwerflich betrachten. Das Buch ist gut geschrieben, wenn auch die Personen auf der einen oder anderen Seite etwas ungleichmäßig behandelt werden und Teile der später erzählten Vorgeschichte etwas in die Länge gezogen wirken. Ein unterhaltsamer Roman im Sinne des Rosenkrieges mit offener Sympathievergabe.

Dies ist eine Privatrezension ohne KI verfasst. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.

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Rezensionen von JennifersBooks:

Gesunde Ernährung ohne Druck im Familienalltag

Ich mag nur Nudeln ohne Soße! von Alicia Metz-Kleine

Ich bin auf NetGalley über das Buch „Ich mag nur Nudeln ohne Soße!“ von Alicia Metz-Kleine gestolpert. Es handelt sich um Band 2 der Familienreihe, deren erster Band „Ich bin noch gar nicht müde!“ heißt. Der Titel hat mich sofort angesprochen, weil ich diesen Satz schon hunderte Male von meinen Kindern gehört habe.

Wer Kinder hat weiß, dass die Situation am Esstisch manchmal schwierig sein kann. Kind A isst kein grünes Gemüse, Kind B kein gekochtes und Kind C möchte am liebsten nur Nudeln und Schokolade. Als Eltern versucht man sein Bestes, richtet das Essen als lustiges Bild an oder besorgt Kinderkochbücher, damit die Kinder selbst kochen können. Im Alltag hält dieser Schwung aber oft nicht lange, besonders wenn man zusätzlich pflegende Mama ist.

Schön finde ich an dem Buch, dass es nicht belehrend wirkt. Alle Informationen sind in eine kindgerechte Geschichte um die Geschwister Wanda und Luis eingebettet. Man begleitet die beiden mit ihren Eltern durch den Alltag, beim Kochen, beim Einkaufen und beim Entdecken. Dabei werden Fragen gestellt, die Kinder und Eltern dazu animieren weiterzuforschen. Besonders das Thema saisonales Obst und Gemüse wird verständlich erklärt. In einer Zeit, in der vieles mit Flugzeugen durch die halbe Welt reist, ist es für Kinder spannend zu sehen, was wirklich bei uns in den jeweiligen Jahreszeiten wächst. So lernen sie nebenbei etwas über Umweltschutz und dass man im tiefsten Winter vielleicht nicht unbedingt Erbeeren oder Heidelbeeren braucht.

Gut gefallen haben mir die kleinen Anreize wie der Entdeckereinkauf, bei dem jeder ein Obst oder Gemüse auswählt, das noch nie probiert wurde. Oder das Selbstmachgericht, bei dem verschiedene Komponenten auf dem Tisch stehen und jeder seinen eigenen Teller zusammenstellt. Solche Ideen erinnern daran, dass man sich beim Essen oft unnötig Stress macht und einfache Dinge manchmal die besten sind. Das Buch zeigt auch, dass Süßes wie Pfannkuchen mit Apfelmus oder ein Nachtisch in Ordnung sind, solange man auf Ausgewogenheit achtet.

Beim Teil der Geschichte über Tischregeln war ich zunächst skeptisch, weil ich da eine etwas andere Meinung vertrete. Im Abschnitt „Liebe Eltern“ wird jedoch klar zusammengefasst, dass jede Familie ihre eigenen Regeln hat und weitergibt, was ihr wichtig ist. Diese Zusammenfassung hat die anderen Inhalte gut abgerundet.

Schade finde ich, dass die Informationen zu den verschiedenen Bereichen oft nur angerissen werden. An manchen Stellen war mir zu wenig Information und zu wenig Tiefe. Klar soll das Buch Eltern dazu animieren mit ihren Kindern weiterzuforschen, aber ein paar Links oder Tipps zu weiterführenden Quellen wären hilfreich gewesen, damit man in den Weiten des Internet nicht in der Informationsflut versinkt und auch wirklich aktuelle Infos findet. Das muss nicht einmal im Buch selbst stehen. Ein QR Code würde reichen, um auf eine Seite mit passenden Quellen weiterzuleiten. Als Einstieg, um Kindern gesunde Ernährung näherzubringen, funktioniert das Buch aber trotzdem gut.

Die Illustrationen von Gareth Ryans sind farbenfroh und detailreich, ohne Kinder zu überfordern. Viele Alltagssituationen sind so dargestellt, dass sich Kinder gut wiederfinden können. Die Bilder ergänzen die Geschichte sehr gelungen.

Fazit: Ein freundliches, alltagsnahes Buch, das Kindern Ernährungsthemen verständlich macht und Eltern praktische Denkanstöße gibt.

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Rezensionen von Katyleh:

Absolut begeistert – genau mein Buch

Songs of the Void, Band 1 - Echo der Stille von Anne Lück

Nach genau so einem Buch habe ich schon lange gesucht! Ein Buch, das mich von der ersten Seite an packt, mich mitfiebern lässt und bei dem ich bis zum Schluss keine Ahnung hatte, wie alles ausgehen wird. „Songs of the Void – Echo der Stille“hat genau das geschafft.

Die Geschichte ist unglaublich spannend und hat für mich eine ganz besondere Atmosphäre.

Die Verbindung aus Musik, Geheimnissen und der mysteriösen Bedrohung macht das Buch zu etwas ganz Besonderem. Vor allem Echo und die geheimnisvolle Band Silentbound haben mich neugierig gemacht und ich wollte einfach immer wissen, wie es weitergeht.

Dazu kommt der wunderbar leichte und flüssige Schreibstil von Anne Lück. Das Buch liest sich so angenehm, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Ich war so in der Geschichte drin, dass ich am Ende tatsächlich verwundert war, dass das Buch schon vorbei ist. ????

Für mich definitiv ein absolutes Highlight! Ich habe jede Seite genossen und hoffe jetzt sehr auf eine Fortsetzung. Am liebsten würde ich sofort weiterlesen!

Ich werde mir definitiv auch die anderen Bücher von Anne Lück anschauen – in der Hoffnung, dass sie mich genauso fesseln können wie dieses hier. Von mir gibt es ganz klar 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Rezensionen von Sonne:

Kurzweiliger Thriller

Four Heads Missing von Thorsten Schleif

„Four Heads Missing“ von Thorsten Schleif ist ein historischer Thriller, der im London des Jahres 1888 spielt. Beim Bau des neuen Polizeihauptquartiers wird ein grausiger Fund gemacht: der kopflose Rumpf einer Frau. Irene Adams und William Berger beginnen daraufhin auf eigene Faust zu ermitteln und stoßen schon bald auf weitere Opfer.

Die Jagd nach einem gesichtslosen Mörder beginnt. Der Schreibstil ist sehr einfach und flüssig, wodurch sich das Buch sehr angenehm lesen lässt. Ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen. Besonders die eher kurz gehaltenen Kapitel haben mir gut gefallen, da sie für ein schnelles Lesetempo sorgen und das Weiterlesen sehr leicht machen. Die Spannung ist durchgehend gut aufgebaut. Dazu kommt das historische Setting, das sehr stimmungsvoll wirkt. Etwas schwierig fand ich die vielen Protagonisten. Teilweise war es für mich verwirrend den Überblick zu behalten. Auch die Übersicht am Anfang des Buches hat mir dabei nicht immer geholfen. Irene Adams und William Berger hingegen fand ich sehr authentisch. Die beiden haben toll zusammengearbeitet und als Ermittlerduo sehr gut funktioniert. Insgesamt ist das Buch ein guter und kurzweiliger Thriller.

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Rezensionen von JennifersBooks:

Ein Hauch Magie für "Stolz und Vorurteil"

Stolz, Vorurteil und Hexerei von Melinda Taub

Als absolut bekennender Fan von Jane Austen wird „Stolz und Vorurteil“ wohl für immer einen festen Platz unter meinen Lieblingsbüchern einnehmen. Gerade weil ich den Klassiker schon so oft gelesen habe, greife ich inzwischen immer wieder zu kreativen Neuinterpretationen, die mir ein vertrautes Gefühl geben und gleichzeitig ein wenig frischen Wind in die altbekannte Geschichte bringen.

Dieses Buch hat mir genau das geboten. Ich würde allerdings empfehlen, „Stolz und Vorurteil“ vorher gelesen zu haben, denn ohne das Hintergrundwissen kann die Handlung stellenweise etwas verwirrend wirken. Ich habe die Geschichte wirklich sehr genossen, auch wenn sie an manchen Stellen eine Spur zu sprunghaft geraten ist. Lydia Bennet übernimmt hier die Rolle der Erzählerin und bringt die erwartbare Energie mit: Sie springt munter zwischen Vergangenheit und Gegenwart, als würde sie beim Schreiben kaum stillsitzen können. Die Form eines langen Briefs verleiht dem Ganzen eine intime Note, sodass man fast das Gefühl hat, Lydia würde einem die Ereignisse persönlich bei einer gemütlichen Tasse Tee erzählen.

Dieser Stil passt gut zu ihrem exzentrischen Charakter, doch ich gebe zu, dass ich zwischendurch kurz den roten Faden verloren habe. Umso schöner ist es, dass sich gegen Ende plötzlich alles fügt und die zuvor losen Stränge ein stimmiges Gesamtbild ergeben.

Interessant fand ich, wie Lydia hier etwas mehr Profil bekommt. Sie bleibt impulsiv und lebhaft, aber die Autorin zeigt klarer, was hinter ihrem Verhalten steckt. Lydia denkt gelegentlich über frühere Entscheidungen nach und wirkt insgesamt etwas reflektierter, ohne dass ihr Charakter verfremdet wird. Diese Entwicklung bleibt angenehm subtil und fügt sich gut in die magische Handlung ein, die sie stärker in Verantwortung bringt.

Auch die übrigen Figuren sind durchweg gelungen dargestellt. Natürlich basieren sie auf den unvergesslichen Charakteren, die Jane Austen geschaffen hat, aber Melinda Taub gelingt es, ihnen eine eigene, frische Note zu verleihen. Wickham als Dämon, Kitty als verzauberte Katze, die Ehe von Mr. Collins und Charlotte Lucas als Ergebnis eines Liebeszaubers - diese Ideen klingen verrückt, funktionieren aber erstaunlich gut. Es macht großen Spaß, diese vertrauten Persönlichkeiten in einem magischen Licht zu betrachten.

Besonders gelungen ist die Verbindung aus historischen Fakten und britischer Mythologie. Bekannte Sagengestalten und historische Persönlichkeiten tauchen auf, aber nie als bloße Kopie. Die Autorin gibt ihnen einen eigenen Twist, der die Handlung bereichert und gleichzeitig respektvoll mit dem Ausgangsmaterial umgeht.

Fazit: Trotz kleinerer Verwirrungen bleibt die Geschichte humorvoll, warm und voller verspielter Ideen. Der magische Einschlag verleiht dem vertrauten Klassiker genau das gewisse Extra, nach dem ich gesucht habe. Für mich ist das Buch eine schöne Empfehlung für alle, die Jane Austens Werke lieben und zwischendurch gerne eine frische, fantasievolle Neuinterpretation des Stoffes lesen.

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