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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Sternzauber:

Eine skurrile WG, liebenswert schrullige Charaktere und ein Schloss

Der Duft von Raureif von Fritzi Teichert

Das Cover von „Der Duft von Raureif“ gefällt mir ausgesprochen gut und sorgt bei mir gleich für winterliche Wohlfühlstimmung. Ich mag das Bild an sich sehr, genau wie die Kombination mit dem Titel und das dezente Glitzern einiger Partien verleiht ihm das gewisse Etwas, das es zu einem absoluten Hingucker macht.

Wirklich wunderschön!

Die beiden Halbschwestern Isa und Bella lernen sich ganz unverhofft kennen, als sie aus heiterem Himmel ein kleines Schloss von ihrem Vater erben. Doch abgesehen von der Immobilie und dem gleichen Vornamen, haben die beiden Frauen so gar nichts gemeinsam. Trotzdem finden sie sich bald in einer skurrilen WG mit Isas Teenager-Tochter, einer alten Tante mit aristokratischen Vorstellungen und dem Gärtner wieder. Immer mehr nähern sich die beiden Schwestern einander an, doch was wird aus dieser ungewöhnlichen Wohngemeinschaft….?

Diese Geschichte wartet mit ungewöhnlichen, teils etwas schrulligen Charakteren auf, die der Geschichte eine gewisse frische verleihen. Ich habe während des Lesens nach und nach tatsächlich alle Hauptpersonen sehr ins Herz geschlossen und mochte die Annäherung aneinander sehr gerne lesen, wenn sie für meinen Geschmack auch teilweise gerne etwas unspektakulärer hätte verlaufen dürfen. Im Allgemeinen hätte es für mich ruhig deutlich weniger Drama geben dürfen, aber die Geschichte hat mich trotzdem gefesselt und mitgenommen. Immer wieder gab es Passagen, die für Lacher sorgten, andere Szenen haben mich herzerwärmend berührt und wieder andere für Wut im Bauch gesorgt – ich mag es sehr, wenn ich in einer Geschichte mitfühlen kann!

Gut gelungen ist dem Autorinnenduo meiner Meinung nach zudem eine Mischung aus, zwar überspitzen, aber alltäglichen Katastrophen und herben Rückschlägen sowie Hoffnungsschimmern und Problemlösungen. Natürlich ist es ein Unterhaltungsroman für Wohlfühlatmosphäre und damit prädestiniert für rosa-rote Elemente, aber der große Kitsch wird aus der Geschichte herausgehalten und sehr berührende Szenen werden oft durch einen kessen Spruch oder ähnliches wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt.

Sprachlich lässt sich der Text ebenfalls sehr angenehm lesen. Ein kleines Manko war für mich inhaltlich jedoch, dass ich es einfach nicht mag, wenn bei Schwierigkeiten ständig zu Alkohol gegriffen wird und dieser ohnehin eine wichtige Rolle spielt, aber das ist definitiv Geschmackssache. Sehr gerne mochte ich dagegen die Naturbeschreibungen des Wald der zum Schloss gehört und die Wirkung, die dieser auf die ProtagonistInnen hat.

Ich kann dieses Buch allen LeserInnen empfehlen, die Lust auf ungewöhnliche und chaotisch-skurrile Charaktere, eine lebendige WG und tolle Naturstimmungen im Wald haben – viel Freude beim Lesen!

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3 Frauen, tiefe Freundschaft und beeindruckende Schicksale

Lebensbande von Mechtild Borrmann

Das Cover von „Lebensbande“ zeigt ein sehr ausdrucksstarkes Bild. Die beiden Frauen machen mich neugierig darauf zu erfahren, welche Geschichte sie zu erzählen haben und die Farben unterstreichen dies sehr gut. Ich mag die Gestaltung somit sehr und auch im Inneren wartet das Buch mit einer ansprechenden Konzeption auf, wobei ich es besonders mag, dass ich an Hand des Schriftbildes erkennen kann, welchen Teil ich gerade lese.

Die Geschichte erzählt von drei Frauen, die durch ihre Schicksale und Entscheidungen unwiderruflich miteinander verbunden sind. Da gibt es Lene, die auf einem Bauernhof nahe der niederländischen Grenze aufgewachsen ist und ihre Jugendliebe nicht leben darf. Sie wird fortgeschickt, heiratet und bekommt später Unterstützung von Nora, um ihren Sohn Leo zu retten. Dieser wird nämlich auf Grund eines leichten Handycaps als „schwachsinnig“ abgestempelt und weggesperrt. Nora lernt wiederum einige Zeit später in Danzig Liselotte kennen und wird mit ihr in den Gulag der Sowjetunion verschleppt, wo sie viele Jahre verbringen muss und nur dank Lieselotte entkommt. Nora versucht ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen, doch nach dem Fall der Berliner Mauer erreicht sie ein Brief, der sie ungewollt zurück in ihre Vergangenheit führt…

Mich hat die Intensität von Mechtild Borrmanns Roman wirklich umgehauen. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass der Text von realen Begebenheiten inspiriert wurde, aber meiner Meinung nach ist es der Autorin unglaublich gut gelungen einen wahnsinnig dichten und emotional berührenden Roman zu schreiben, der mich in eine ganz andere Zeit mitgenommen hat. Vieles war nicht einfach zu verarbeiten und zu lesen, doch die Zuneigung zu den ProtagonistInnen und ihren Schicksalen hat mich regelrecht durch das Buch getrieben, da ich immer wissen wollte, was weiterhin geschieht. Mir sind die drei Frauen wirklich sehr lieb geworden und ich habe stark mit ihnen fühlen dürfen.

Dieses Buch verbindet drei Frauenschicksale mit dem Zeitgeschehen zwischen dem zweiten Weltkrieg und dem Fall der Berliner Mauer und wirkte auf mich immer authentisch. Ich war als Leserin unglaublich nah an den Charakteren und ihren Leben dran, was vermutlich auch daran liegt, dass die Autorin auf verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven berichtet. Ich finde, dass ihr das hervorragend gelungen ist! Und auch ihren sprachlichen Ausdruck mag ich sehr gerne. Er intensiviert das Geschehen noch einmal und wirkt sehr bewusst gewählt, trotzdem natürlich und lässt sich leicht und flüssig lesen.

Ich bin wirklich begeistert von diesem Buch und hatte, trotz der schwierigen und belastenden Themen, eine wunderbare Lesezeit. Ich konnte ganz in die Geschichte dieser besonderen und starken Frauen eintauchen und habe das Weltgeschehen zu dieser Zeit aus sehr persönlicher Sicht erleben dürfen. Für diese Geschichte gibt es von mir eine sehr herzliche Empfehlung und ich wünsche eine gute Lesezeit!

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Gefühle und das aktuelle Zeitgeschehen

Wie fühlst du dich? von Axel Hacke

„Wie fühlst du dich? Über unser Innenleben in Zeiten wie diesen“ wird von einem Cover geziert, das sehr schlicht daherkommt und hauptsächlich aus Muster und Schrift besteht. Die haptische Fühlbarkeit der Buchstaben und die kleinen Gehirne, die das Muster bilden, verleihen ihm dann aber Originalität und einen gewissen Charme, was mir gut gefällt.

Und auch die gesamte Gestaltung wirkt hochwertig und sehr ansprechend.

Der Autor nimmt uns LeserInnen in diesem Buch mit auf eine Reise durch unser Innenleben in herausfordernden Zeiten und schafft es dieses Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Neben seinen eigenen Erfahrungen, Gefühlen und Erkenntnissen präsentiert uns Axel Hacke auch eine Vielzahl an Zitaten anderer Autoren und Wissenschaftler und es geht um die ganz eigenen, individuellen Gefühle genau so, wie um kollektiv gesellschaftliche Emotionen und Veränderungen. So greift der Text auch immer wieder zeitaktuelle und politische Themen auf. Ich fand diese breite Aufstellung und die Einblicke in so viele Sichtweisen sehr interessant und mochte auch die Art, wie es dem Autor gelingt diese Inhalte miteinander zu verbinden. Dabei scheut er auch nicht davor zurück hier und da ganz konkrete Tipps zu eigenem Handeln und zu eigenem Umgang zu geben.

Überhaupt liest sich der Text meiner Meinung nach sehr flüssig, leicht und locker. Wo viele Sachbücher eher schweren Ernst ausstrahlen, wartet dieses kleine Büchlein mit einer sehr angenehmen Leichtigkeit auf, die mich gerne in den Gedankenkosmos des Autors eintauchen lies und trotzdem wirken die Inhalte nicht substanzlos. Seine Ausführungen fand ich meist sehr interessant und inspirierend, so dass ich auch nach der Lektüre immer wieder über die Inhalte seiner Texte nachgedacht habe.

Dieses Büchlein ist ein wunderbares Geschenk an sich selbst, aber auch an andere liebe Menschen, die Inspiration in herausfordernden Zeiten suchen und es spricht immer wieder auch Dinge an, die nicht vergessen werden sollten! Daher empfehle ich es sehr gerne weiter und wünsche gute Lesestunden!

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Bücher, Geheimnisse, Freundschaft, Verrat und Spannung im grafischen Viertel Leipzigs

Das Antiquariat am alten Friedhof von Kai Meyer

„Das Antiquariat am alten Friedhof“ von Kai Meyer hat ein wunderschönes Cover, das die Atmosphäre im Buch wunderbar einfängt. Die Liebe zu Büchern wird bereits ersichtlich, aber auch die geheimnisvolle und düstere Stimmung der Geschichte wird bereits in Sepiafarbe vermittelt – rundum ein wirklich tolles und stimmiges Cover!

Die Geschichte erzählt auf zwei Zeitebenen von faszinierenden Geheimnissen im grafischen Viertel Leipzigs.

Im Jahr 1930 lernen wir 4 junge Männer aus wohlsituierten Familien kennen, die ihre Tage im Antiquariat verbringen, lesen, diskutieren und aus Langeweile den „Club Casaubon“ gründen. Sie werden zu Bücherdieben und mit der Zeit unweigerlich immer tiefer in die Pläne starker Mächte hinein gezogen, denen sie nicht entkommen können…
Fünfzehn Jahre später begleiten wir einen der jungen Männer von damals, der inzwischen als Bibliothekar für die Amerikaner arbeitet zurück nach Leipzig. Die Stadt seiner Kindheit ist völlig zerstört vom Krieg und seine Freunde von damals sind verschollen oder nicht wiederzuerkennen. Er gerät in ein undurchsichtiges Netz aus Intrigen, Geheimnissen und Machtspielen, das seinen Ursprung in den dunklen Facetten seiner Vergangenheit hat.

Ich kenne bereits die drei vorher erschienenen Bänder aus dem Kosmos des grafischen Viertes von Leipzig, die Kai Meyer in den letzten Jahren veröffentlicht hat und war von allen Geschichten begeistert. Auch dieser vierte Teil, der sich, wie alle anderen Bücher auch, völlig unabhängig lesen lässt, hat mich wieder sehr in seinen Bann gezogen und es ist mir schwer gefallen das Buch während der Lektüre noch aus der Hand zu legen. Kai Meyer versteht es unglaublich gut eine ganz eigene Welt um seine Charaktere herum zu kreieren und sie in einer Atmosphäre zu verorten, die den Leser vollkommen gefangen nimmt. Die Stimmung ist düster, die Figuren werden von Bedrohungen und Sorgen heimgesucht, menschliche Abgründe und Machtgefälle werden ausgelotet, aber auch Freundschaft und Liebe sind allgegenwärtig – dadurch entsteht eine mystische Spannung, die fesselt und mich manchmal sogar erschauern lässt.

Ein ganz besonderes Element dieser Geschichtenreihe ist das grafische Viertel an sich, denn der Autor nutzt die kohlerauchgeschwängerte Luft, den dadurch entstehenden Nebel und die alt-ehrwürdigen Häuser dieses Stadtteils, der der Herstellung und Vermarktung von Büchern verschrieben ist, als eigenständiges und präsentes Grundelement, ja ich würde fast schon sagen, als besondere Persönlichkeit. Nur durch diese Umgebung, die er immer wieder detailliert und atmosphärisch beschreibt, erhalten die einzelnen Szenen eine solche Dichte und Zusammengehörigkeit und nur dadurch entsteht dieser ganz eigene Kosmos mit der düsteren Stimmung, der die Geschichte auf eine ganz besondere Weise trägt.

Ich mag auch die Erzählweise und Sprache von Kai Meyer sehr. Wenn ich seine Texte lese, gleite ich ganz mühelos durch die Sätze und fühle mich vollkommen in der Geschichte verwoben. Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, dass der Autor seine Worte mit großer Sorgfalt und Präzision gesetzt hat, was den Text an sich auch einfach sehr schön macht und was ich sehr schätze.

Die Charaktere des Buches berühren mich, lassen mich mitfühlen und mitfiebern. Nicht jede Person ist mir sympathisch, dies ist vom Autor aber mit Sicherheit auch nicht so gewollt und in meinem Empfinden erfüllen alle ProtagonistInnen ihre Aufgaben in der Geschichte mit großer Stimmigkeit und Authentizität. Durch den weiten Zeitraum und die beiden Zeitebenen findet zudem eine starke Entwicklung und Veränderung bei den Charakteren, aber auch im Umfeld statt und das bietet viel Dynamik. Es geschieht wirklich viel in den Zeilen dieses Buches und somit ist die Handlungsebene reichlich bestückt. Und doch bleibt es auch eine „leise Geschichte“, die die zarten Zwischentöne im Nebel herausarbeitet und das begeistert mich sehr.

„Das Antiquariat am alten Friedhof“ kann meiner Meinung nach gar nicht einem Genre zugeordnet werden, denn es vereint viele unterschiedliche Stile, was das Lesen auch so interessant macht. Neben einem Spannungs- und Kriminalroman, finden sich Elemente einer Liebesgeschichte, Familie und Freundschaft spielen eine wesentliche Rolle und auch historisch-gesellschaftliche Themen sind sehr präsent. Zudem sind Bücher allgegenwärtig ein wichtiges Thema der Geschichte, was ich sehr mag. Die beschriebene Vielschichtigkeit und Einzigartigkeit kann ich nur wärmstens empfehlen und wünsche allen LeserInnen eine spannende Lesezeit!

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Absolut empfehlenswert – für Kinder und deren Erwachsene

Jetzt mal ehrlich?!: Meine Gefühle, mein Körper, meine Regeln! Ein wirksames Aufklärungsbuch für Kinder zur Prävention von sexuellem Missbrauch von Carsten Müller; Steffi Bohle

„Jetzt mal ehrlich?! Meine Gefühle, Mein Körper, Meine Regeln“ ist ein Kinderbuch, das ein sehr wichtiges, aber oft tabuisiertes Thema aufgreift: Sexuelle Gewalt an Kindern und Schutz vor dieser. Alleine, weil das Buch diesem Thema Raum gibt und Kinder eine Stimme in diesem Bereich erhalten, finde ich es absolut großartig und lesenswert! Aber auch der Inhalt an sich hat mich wirklich überzeugt.

Schon die Vorworte – eines für Erwachsene und eines für Kinder – fand ich wunderbar gelungen, denn sie haben die LeserInnen genau da abgeholt, wo sie stehen und gleich ein paar Dinge ganz offen und klar angesprochen, die zum Umgang mit diesem Buch wichtig sind. Zum Beispiel fand ich es super, dass im Vorwort für Kinder erklärt wird, dass auch Erwachsene oft viele Fragen haben und es deshalb auch extra Textkästchen für sie gibt, dass diese aber keine Geheimnisse enthalten und die Kinder ruhig fragen sollen, wenn sie wissen möchten, was da steht. Generell werden Kinder von Anfang an dazu ermutigt Fragen zu stellen und von eigenen Empfindungen, Erfahrungen und Sorgen zu berichten, was ich sehr gut finde und was gleich eine Atmosphäre der Kommunikation (im Umgang mit dem Buch) schafft.

Die Texte für die Kinder sind auf Augenhöhe dieser und in angemessener Weise verfasst. Sie sprechen die Kinder sogar ganz gezielt an und beziehen deren Erleben konkret in die Lektüre mit ein. Ich finde das sehr gut gelungen und es weicht die Hemmschwelle dahingehend, sich einem so belastenden Thema zu widmen und darüber zu sprechen, auch bestimmt bei allen Beteiligten auf. Die Texte für Erwachsene sind meiner Meinung nach ebenfalls sehr gut gelungen, denn sie geben Sachinformationen und Anregungen zum eigenen Verhalten, sowie zum Umgang mit den Kindern. Zudem ist es meiner Empfindung nach so, dass die Texte zwar Dinge und Sachverhalte konkret benennen, aber keine Ängste geschürt werden und der Ton der Erklärungen grundlegend positiv-sachlich gehalten wird.

Die Bilder ergänzen die Texte auf wunderbare und moderne Weise, die bestimmt viele LeserInnen sehr anspricht. Die Gefühle der dargestellten Menschen sind gut und deutlich zu erkennen und besonders positiv finde ich es, dass eine sehr große Vielfalt an Menschen und deren Merkmalen, Besonderheiten, Diversitäten und Gemeinsamkeiten gezeigt wird. Bilder und Text bilden zudem auf jeder Seite eine homogene Mischung, die immer wieder anders und einzigartig, aber stimmig ist und ein angenehmes Gesamtbild erzeugt. Es ist viel los auf den Seiten, so dass es viel zu entdecken gibt, sie sind jedoch nicht zu überladen und noch ausreichend übersichtlich.

In diesem Buch erhalten Kinder ganz viele sachliche Informationen zu Gefühlen, der Einzigartigkeit jedes Menschen, dem menschlichen Körper und Sex, Gewalt und sexualisierter Gewalt, zur Prävention dieser und auch ganz gezielt zu häufigen Vorgehensweisen der Täter. Besonders wichtig finde ich es, dass ganz klar deutlich gemacht wird, dass nie die Kinder Schuld an sexueller Gewalt haben sondern immer die Erwachsenen und das es immer ratsam ist sich Hilfe zu holen, wenn sich etwas nicht gut anfühlt. Im Rahmen dieses Buches packen sich die Kinder einen ganz eigenen „Rucksack an Superkräften“, der sie durch gute, aber auch schlechte Zeiten begleiten kann und der Hilfe anbietet, hauptsächlich werden die Kinder aber auch darin bestärkt an sich selbst zu glauben und für sich und ihre Gefühle einzustehen – die wichtigste Superkraft!

Empfohlen wird das Buch für Kinder ab 5 Jahren, ich würde an diesem Punkt jedoch sehr individuell schauen, da die (emotionale) Entwicklung von Kindern nun einmal sehr unterschiedlich ist und Bezugspersonen ganz sensibel entscheiden sollten, ob ihr Kind den Inhalten des Buches gewachsen ist und sie bestmöglich gerade auch zu dessen Interesse passen.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch eine wunderbare Möglichkeit und ein gelungener Einstieg um mit Kindern dieses wichtige Thema zu besprechen, ihnen Sachwissen und Handlungsstrategien an die Hand geben zu können und sie zu stärken. Denn Kinder, die selbstbewusst und mit einem guten Team im Rücken das Leben entdecken, sind deutlich weniger gefährdet Opfer von (sexualisierter) Gewalt zu werden. Ich empfehle dieses Buch mit einer aufmerksamen und emphatischen Begleitung von ganzem Herzen und hoffe, dass viele Kinder und Familien von diesem profitieren!

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Geheimnisse und schwerwiegende Entscheidungen im Angesicht der Zeit

Das Buch der verlorenen Stunden von Hayley Gelfuso

Das Cover von „Das Buch der verlorenen Stunden“ von Hayley Gelfuso gefällt mir sehr. Denn der dunkle Einband mit den goldenen Akzenten wirkt sehr wertig und wunderschön geheimnisvoll. Außerdem zeigen uns die langen Bücherregale bereits einen Einblick in die Geschichte und das mag ich immer sehr.

Die Autorin entführt uns in eine Welt, in der Zeithüter mit Hilfe von besonderen Uhren in den Raum der Zeit eintreten und in diesem die Erinnerungen der Menschheit bewahren oder vernichten können. Nur wenige Menschen wissen von dieser Möglichkeit und eines Abends ändert sich das Leben der jungen Lisavet für immer, als ihr Vater sie in den Zeitraum bringt und dort zu ihrem Schutz zurück lässt. Er kommt nicht, wie versprochen, zurück und so lebt das Mädchen fortan außerhalb der Zeit. Sie beginnt irgendwann die Erinnerungen, die die Zeithüter vernichten wollen, vor dem Verschwinden zu bewahren und stört damit die Abläufe. Viele Jahre später trifft sie dabei auf den Zeithüter Ernest und was dann geschieht, ändert nicht nur das Leben der Beiden, sondern auch den Lauf der Weltgeschichte nachhaltig…

Dieses Buch hat mir eine sehr spannende und interessante Lesezeit geschenkt, die mich in ihrer Komplexität, Vielschichtigkeit und Stimmigkeit sehr überrascht hat. Denn die Geschichte dreier zentraler Charaktere ist so gut in den Verlauf einer Rahmenhandlung und ganz existenzieller Überlegungen eingebettet, dass sich eine äußert runde Erzählung ergibt. Dabei sind die Handlung und die Zusammenhänge so komplex, dass ich als Leserin immer ganz bei der Geschichte bleiben und diese konzentriert verfolgen musste, um keine wesentliche Angabe zu verpassen. Dies habe ich jedoch keinesfalls als negativ empfunden, sondern war dadurch vielmehr sehr intensiv in der Geschichte gefangen und wollte das Buch eigentlich auch gar nicht gerne aus der Hand legen. Es war für mich eine Freude zu erlesen, wie im Laufe der Geschichte immer mehr Zusammenhänge einen Sinn ergaben und das Bild immer vollständiger wurde.

Hayley Gelfuso schreibt in einer sehr angenehmen Art, die mich leicht in die Geschichte eintauchen lies und auch wenn die Kapitel oft sehr lang waren, hat sich ein sehr positiver Lesefluß ergeben. Die ProtagonistInnen wirkten auf mich authentisch in ihrer Charakterisierung und die Hauptpersonen waren mir sehr sympathisch. Es gab viele Szenen, in denen ich mich sehr gut in die Figuren einfühlen konnte und die mich sehr berührt haben.

Außerdem hat „Das Buch der verlorenen Stunden“ eine ganz eigene Atmosphäre, die mich sehr fasziniert hat. Es ist vom Grundton her eher düster und geheimnisvoll, es gibt immer wieder Bedrohungen und schwere Schicksalsschläge, aber auch sehr zarte Momente und innige Gefühle. Ich würde das Buch ein wenig mit Kai Meyers Geschichten aus dem grafischen Viertel („Die Bücher, der Junge und die Nacht“ etc.) in Verbindung bringen, da sie eine ähnliche Stimmung aufweisen.

Mir hat dieses Buch, das eine äußerst gelungene Mischung aus Spannung, Liebesgeschichte, Sachzusammenhängen, Mutterliebe, dem Wert von Erinnerungen und kriminalistischen Elementen ist, sehr gut gefallen. Es hat mich zum Nachdenken angeregt, aber auch einfach sehr gut unterhalten und ich habe intensiv mit den Figuren mitfühlen dürfen. Daher gibt es von mir eine herzliche Empfehlung zum Selberlesen – viel Freude dabei!

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Traurig, schmerzlich und schön – ein intimer Einblick in eine Mutter-Tochter-Geschichte beim Abschied nehmen

Wolkenschwer von Eva Holzmair

Das Cover von „Wolkenschwer“ von Eva Holzmair gefällt mir ausgesprochen gut. Nicht nur das ansprechende Wolkenbild harmoniert wunderbar mit dem Titel, sondern der Titel passt auch unglaublich gut zum Inhalt, was man als LeserIn erst richtig versteht, wenn man das Buch gelesen hat. Und zudem ist der Titel auch noch mit abweichenden Buchstabentypen in das Cover eingeprägt – für mich ein wunderbares haptisches, aber auch visuelles Erlebnis! Und auch insgesamt wirkt das Buch sehr hochwertig, ist auf dickem Papier gedruckt, mit einem festen Einband und Lesebändchen versehen…richtig schön!

Eva Holzmair erzählt in diesem Buch eine Mutter-Tochter-Geschichte, die mich sehr berührt hat.

Ich weiß nicht, in wie weit der Text ihren eigenen Erfahrungen entspricht und in wie weit er fiktionalisiert ist, für mich als Leserin hat er jedoch in jedem Fall einen sehr authentischen und realistischen Eindruck gemacht und mich an vielen Stellen an eigen Erfahrungen mit älteren und demenzkranken Familienangehörigen erinnert.


Denn die Autorin erzählt aus der Ich-Perspektive davon, wie sie das Altwerden und das Abrutschen der eigenen Mutter in die Demenz und Pflegebedürftigkeit erlebt. Dabei ermöglicht sie uns LeserInnen einen sehr intimen und nahen Einblick, beschreibt Erlebnisse, aber auch Gefühle und nimmt uns mit auf dieser schwierigen, traurigen und belastenden Reise, die dann zum Glück aber doch auch schöne Momente bereit hält. Immer wieder erfahren wir zudem von Ereignissen aus dem Leben der beiden Frauen, die bereits in der Vergangenheit liegen und die ihre gemeinsame Geschichte geprägt haben. Meiner Meinung nach ist es Eva Holzmair sehr gut gelungen, eine ausgewogene und angenehme Balance zwischen den Zeitebenen zu finden und mich immer wieder aufs Neue einzuladen, Facetten der dargestellten Biografie zu entdecken und besser zu verstehen.

Sie erzählt in sehr flüssiger, angenehmer Sprache, die sich gut lesen lässt und es hat mir besonders gut gefallen, dass die Gespräche mit ihrer Mutter meist in lebendigen Dialogen widergegeben sind. Dabei wird die Mutter in authentisch niederösterreichischem Dialekt zitiert und das macht das Erleben für mich noch viel authentischer und nahbarer. Zunächst hatte ich ein wenig Sorge, ob ich diesen auch verstehen würde, hatte beim Lesen dann aber überhaupt keine Schwierigkeiten damit und musste nicht ein Wort nachschauen. Für mich ist die Einbindung des Dialekts daher eine absolute Bereicherung.

Und die Geschichte der beiden Frauen, die so wesentliche Themen wie das Altwerden, das Vergessen und Erinnern, Demenz, Sterben, Abschied nehmen, Tod und ein Verschieben der Zuständigkeiten innerhalb der Mutter-Tochter-Beziehung aufgreift, hat mich auch emotional wirklich erreicht. Ich habe sowohl mit der Tochter, als auch mit der Mutter fühlen können und wieder einmal gespürt, wie wertvoll die uns geschenkte gemeinsame Zeit ist, wie sehr Situationen aber auch – trotz aller Liebe – zur Last und Zerreißprobe werden können. Ich habe die Lektüre als sehr bereichernd und berührend erlebt und möchte sie jedem/r LeserIn gerne ans Herzlegen, die/der sich die Beschäftigung mit diesen Themen zutraut.

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Unglaublich zart, berührend und poetisch – unbedingt lesen!

Wilder Honig von Caryl Lewis

Das Cover von „Wilder Honig“ ist in meinen Augen einfach wunderschön! Ich liebe die sanften Farben, die Natur und die schöne Komposition aus dem Bild und den Buchstaben des Titels sowie des Autorinnennamens. Bei mir sorgt es für eine unbändige Lust das Buch kennen lernen zu wollen.

Die Geschichte erzählt von drei ganz besonderen Frauen, die in walisischer Natur zu sich und zueinander finden, dabei jedoch mit vielen (emotionalen) Untiefen kämpfen müssen.

Hannah lernen wir in einer sehr schwierigen Situation kennen, denn sie hat gerade ihren Mann verloren. Zu ihrer Unterstützung reist ihre Schwester Sadie an, die sich auf eine ganz andere Weise ebenfalls verloren fühlt und dann ist da noch Megan (über deren Beziehung zu den beiden anderen Frauen ich noch nicht zu viel verraten möchte). Auch sie kommt auf Hannahs alten Hof mit dem Apfelgarten und versucht herauszufinden, wer sie eigentlich ist.

Mehr kann ich mich zum Inhalt gar nicht äußern, um nicht schon zu viel zu verraten, aber ich möchte auf jeden Fall anmerken, dass diese Geschichte von einer unglaublichen Tiefe, Präsents und Zartheit geprägt ist, die mich sehr begeistert und berührt hat. Auf mich wirken die Charaktere sehr authentisch und ich konnte die ganze Bandbreite ihrer Gefühle beim Lesen sehr nah spüren. Hannah, Sadie und Megan, aber auch andere ProtagonistInnen sind keine „flachen Figuren“, sondern sie scheinen wahnsinnig lebendig, vielschichtig, individuell und genau so fehlerbehaftet und großartig, wie es „echte Menschen“ nun einmal sind.

Caryl Lewis erzählt ihre Geschichte in einer Sprache, die so leise, unaufdringlich, zart und poetisch daherkommt, dass sie sich unglaublich leicht anfühlt und doch haben ihre Worte eine Eindringlichkeit und Wucht, die fesselt. Alleine sprachlich hat mich dieses Buch daher wirklich begeistert und in der Kombination mit der wunderschönen Geschichte ist es für mich ein ganz besonderes Erlebnis geworden.

Hannahs verstorbener Mann hat ihr 11 Briefe hinterlassen, die auch wir LeserInnen im Laufe der Lektüre lesen dürfen. Er verknüpft darin seine Liebe zu Leben und Welt der Bienen, mit seinen eigenen Erfahrungen, Gefühlen und Botschaften. Für meinen Geschmack machen sie dieses Buch noch besonderer und sind einfach wunderschön! Als LeserIn muss man, nicht nur hier, immer wieder auch ein wenig zwischen den Zeilen lesen und die Erkenntnisse aus der ganzen Geschichte miteinander verknüpfen, aber es lohnt sich auf jeden Fall und mir hat es große Freude gemacht! Überhaupt serviert „Wilder Honig“ nicht jedes Detail aus der Handlung auf dem Silbertablett, sondern manche Dinge oder Zusammenhänge bleiben vage, verdichten sich jedoch mit der Zeit und ich hatte nie Verständnisprobleme oder unangenehm offene Fragen. Durch diesen „leichten Nebel“ wirkt die Geschichte auf mich noch authentischer, denn auch im realen Leben bleibt ja meist ein wenig Interpretationsspielraum.

Der Wechsel zwischen Geschichte und Briefen sorgt für eine sehr angenehme und abwechslungsreiche Lesedynamik und dennoch bleibt das Geschehen immer ruhig, undramatisch und zart. Mir hat das sehr gefallen. Im Roman kommen sehr wesentliche Inhalte und verschiedene Themen zum Tragen und es gibt einige Impulse für eigene Gedanken, was ich sehr inspirierend finde. Und unbedingt erwähnen muss ich noch die fabelhaften Beschreibungen der Natur! Sie sind der Autorin wirklich ausgesprochen gut gelungen, haben mich sehr bewegt und stehen in wunderbarer Harmonie mit dem Geschehen der Geschichte.

Schwärmen könnte ich an dieser Stelle eigentlich noch eine Weile, weil ich das Buch wirklich sehr liebe, aber aus genau diesem Grund lege ich es euch einfach wärmstens ans Herz und wünsche ganz viel Spaß bei der eigenen Lektüre – genießt sie!

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Grado im Winter – ein persönlicher Einblick des Autors

Alle weg von Stefan Maiwald

Ich mag das Cover von „Alle weg – Mein Winter an der Adria“ sehr gerne, denn die überwiegend warmen Farben passen hervorragend in die kalte Jahreszeit und die vielen Wellen sorgen trotzdem für ein maritimes Flair. Auch die typischen Gegenstände aus einer Bar, wie Gläser und Barhocker, sind sehr passend und zeigen uns LeserInnen gleich, wohin uns die Reise mit diesem Buch führt.

Besonders begeistert bin ich auch von der insgesamt so hochwertigen Gestaltung des Buches. Ich liebe die Haptik und Optik des Leineneinbandes sowie das Lesebändchen und auch im Inneren erwartet uns eine aufwendige und oft farbige Gestaltung. Einzelne Seiten sind komplett farbig unterlegt, andere mit liebevollen Details versehen und alles gemeinsam ergibt ein wunderbar stimmiges Bild, dass das Lesen zu einem noch schöneren Erlebnis macht!

Aber auch der Text selber hat mir sehr gefallen! Autor Stefan Maiwald lädt uns LeserInnen in diesem Buch zu einem Winteraufenthalt an der Adria ein und entführt uns literarisch an seine Orte dieser stillen Jahreszeit. Wobei es vor allem einen ganz besonderen Ort gibt, der für ihn eine wichtige Rolle spielt: Pinos Bar. Wir erleben mit, wie die Nebensaison das Leben dort verändert, wie sich die Themen der Einheimischen wandeln und wie die Tage verbracht werden. Besonders gut gefallen hat es mir auch, dass ich einen Einblick in die Advents- und Weihnachtstraditionen seiner Familie und der Gradeser überhaupt gewinnen konnte, sowie in die Traditionswelt zu Beginn des Jahres. Von sehr persönlichen, bis hin zu inselrelevanten Themen lässt uns der Autor teilhaben und ich mag es zudem sehr, dass immer wieder eine kulturelle Mischung zwischen deutschen, österreichischen und italienischen Sichtweisen eingeflochten wird.

Stefan Maiwald schreibt in lockererer und leicht zu lesender Sprache, die mit einem feinen Humor und immer wieder angenehm selbstironischen Tönen versehen ist. Die Lektüre ist wirklich kurzweilig und sehr unterhaltsam und ich hatte oft das Gefühl, dass ich eigentlich einem Gespräch lausche, in das ich sogar leicht mit eingebunden wurde, da der Autor seine LeserInnen auch mal persönlich anspricht.

„Alle weg“ ist für mich ein wunderbares Buch für die kalte Jahreszeit, um sich an die Adria zu träumen und ein Stück weit miterleben zu können, wie sich das Leben dort verändert, wenn die Touristenmassen den Einheimischen wieder das Feld überlassen. Ich kann es auf jeden Fall allen reiselustigen und italienliebenden Bücherfreunden empfehlen und wünsche euch viel Freude beim Lesen!

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Erinnerungsarbeit am Meer

Sonnenaufgang Nr. 5 von Carsten Sebastian Henn

Das Cover von Carsten Henns neuem Buch „Sonnenaufgang Nr. 5“ gefällt mir sehr! Ich mag das Gefühl von Weite, das durch das Bild von dem nahezu unberührten Strandabschnitt entsteht sehr und es passt zudem einfach hervorragend zur Geschichte. Die Farben sind meiner Meinung nach wunderbar aufeinander abgestimmt und auch die Kombination von Bild und Titel ist sehr gut gelungen.

Die Geschichte erzählt von dem neunzehnjährigen Jonas, der gerade sein Germanistikstudium aufgegeben hat und nun als Ghostwriter das Leben der Filmdiva Stella Dor festhalten soll. Er reist zu ihr ans Meer und die beiden widmen sich den unzähligen Zetteln, auf denen Stelle ihre Erinnerungen notiert hat. Doch beide verbindet mehr, als sie ahnen und beide müssen sich schmerzhaften Erinnerungen stellen, was zu tiefgreifenden Veränderungen führt…

Ich kenne bereits mehrere Bücher von Carsten Henn und mochte auch diese Geschichte sehr. In gewohnt angenehmer Schreibweise stellt der Autor uns LeserInnen Charaktere vor, die individuell gezeichnet, sympathisch und hier in vielen Fällen auch liebenswürdig skurril sind. Dadurch entsteht ein ganz eigener Kosmos, in dem ich mich für die Lesezeit wunderbar verlieren konnte und die Umgebung war für mich so authentisch dargestellt, dass ich das Meeresrauschen und den Wind, den herumfliegenden Sand und die wärmende Sonne regelrecht fühlen konnte.

Die Geschichte vereint verschiedene Themen, allem übergeordnet scheint aber die Aufgabe Erinnerungsarbeit zu stehen. Dieses wird aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und berührend dargestellt. Überhaupt konnte ich gut mit den ProtagonistInnen fühlen, wenn diese ihre Emotionen auch immer wieder auszuklammern und zu verstecken versuchten, was das Geschehen für mich jedoch authentisch machte. „Jedes Leben ist es wert, erzählt zu werden“ steht auf dem hinteren Buchumschlag und dieser Aussage kann ich nur zustimmen. Carsten Henns Geschichte macht einmal mehr deutlich, wie wertvoll und wesentlich Erinnerungen für uns sind, wie schmerzhaft sie aber auch sein können und wie trügerisch deren Wahrheitsgehalt oft ist. Der Autor baut dabei sehr stimmig kleine Lebensweisheiten und wundervolle Erkenntnisse in die Geschichte ein, was mir sehr gefällt.

Ich habe mich sehr gefreut die Charaktere dieser Geschichte kennen lernen zu dürfen und hatte eine anregend-berührende Lesezeit mit ihnen. Daher möchte ich „Sonnenaufgang Nr. 5“ allen LeserInnen empfehlen, die Lust auf diese besondere Geschichte haben – viel Freude beim Erinnern!

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