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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Sternzauber:

Ostseefeeling und „stürmisches“ Liebesglück

Fischbrötchen und Hochzeitstorte von Jane Hell

Das Cover von „Fischbrötchen und Hochzeitstorte“ passt hervorragend zu den anderen Bänden der Fischbrötchen-Reihe und das mag ich sehr! Ja, es mag etwas kitschig und „rosa-rot“ anmuten, doch auch das passt meiner Meinung nach einfach gut zum Genre, beschwört bereits eine gewisse positive Stimmung herauf und es ist trotzdem sehr geschmackvoll gestaltet.

Zudem mag ich die aufeinander abgestimmten Farben und die bildliche Thematisierung des Meeres, das eine so wesentliche Rolle im Roman spielt. Besonderes Gestaltungshighlight ist allerdings eindeutig der zauberhaft schöne Farbschnitt der besonders gut gelungen ist!

Die Geschichte erzählt von Dina, die mit ihrer Oma in Eckernförde nah am Strand lebt und als Hochzeitsfotografin arbeitet. Sie liebt es die schönsten Momente mit ihrer Kamera einzufangen und schätzt auch die Tatsache, dass sie sich hinter ihrer Aufgabe verstecken kann, was jedoch dazu führt, dass ihr eigenes Leben ziemlich unspektakulär von Statten geht. Sie unterhält zwar eine Affäre mit dem Caterer Johann, wünscht sich aber eigentlich die große Liebe und ihr Leben wird völlig auf den Kopf gestellt, als sie gebeten wird eine Hochzeit nicht nur zu fotografieren, sondern ganz zu planen. Und dann ist da auch noch ihr unverschämter Nachbar Arne, der plötzlich beginnt ihr Rätselbriefe zu schicken…

Dieses Buch ist meine zweite Fischbrötchen-Geschichte (alle lassen sich vollkommen unabhängig voneinander lesen) und ich habe sie sehr genossen. Jane Hell gelingt es wunderbar ein einnehmendes Ostseefeeling in Eckernförde mit einer Handlung zu verknüpfen, die Romantik und Liebe mit Selbstfindungsprozessen, Freundschafts- und Familienthemen sowie sogar einer Prise Spannung vereint. Dina war mir gleich von Anfang an sehr sympathisch und auch die anderen Charaktere sind meiner Meinung nach gut gezeichnet. Ich mochte es sehr, dass ich Dina als Hauptprotagonistin in ihrer Welt begleiten durfte und konnte mich gut in sie einfühlen.

Überrascht hat mich der sehr ernste und dramatische Umstand der Sturmflut in der Geschichte, denn mit ihm hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Umso besser hat er mir aber gefallen, weil er eine gewisse Tiefe in die Handlung bringt und mich auf Grund eigener Erfahrungen auch sehr berührt hat. Überhaupt mag ich den Erzählstil der Autorin, der ansonsten herrlich leicht und locker erscheint und wunderbar zum Wesen der Geschichte passt. Für mich ist dieses Buch die perfekte Wohlfühllektüre – egal ob am Strand, im heimischen Garten oder einfach für gemütliche Stunden auf dem Sofa! Von mir gibt es eine herzliche Leseempfehlung für alle Wohlfühljunkies und Liebesgeschichtenfans und ich wünsche euch viel Spaß in Eckernförde!

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Roman, Krimi und Familiengeschichte in Einem

Die Bibliothek meines Großvaters von Masateru Konishi

„Die Bibliothek meines Grossvaters“ ist für mich optisch ein wunderschönes Buch! Ich mag sowohl die bildliche Gestaltung, als auch die Farbwahl sehr und empfinde die ganze Optik als sehr warm und einladend. Besonders schön wird das Gesamtergebnis natürlich durch den wunderschönen Farbschnitt mit Blütendekor – ein absoluter Hingucker im Bücherregal!

Die Geschichte erzählt von Kaede, die als Lehrerin arbeitet und sich außerdem um ihren Großvater sorgt, der an Lewy-Körper-Demenz leidet.

Beide lieben Bücher, das Lesen und vor allem Rätselkrimis, weshalb sie sich über alle möglichen Rätsel in ihrem Umfeld austauschen und über erzählte Geschichten zu den Lösungen der einzelnen Fälle kommen. Doch plötzlich wird Kaede selber verfolgt und bedroht…. Wer setzt ihr so zu? Und warum?

Masateru Konishi schreibt seine Geschichte in einer sehr interessanten, ruhigen und ungewöhnlichen Art und Weise, die sich jedoch gut lesen lässt. Die einzelnen Kapitel, die jeweils ein Rätsel behandeln, sind in weitere Unterkapitel unterteilt, was ich für den Lesekomfort sehr zu schätzen weiß und was mir auch vom Aufbau her sehr gut gefallen hat. Ein tolles Gimmick ist außerdem die Tatsache, dass viele der Rätsel mit Ortsskizzen untermalt sind, was die Gestaltung zusätzlich aufwertet und die jeweilige Geschichte noch greifbarer macht.

Kaede, die sehr zurückhaltend bleibt, und ihren Großvater mag ich sehr und auch andere ProtagonistInnen sind angenehm individuell ausgearbeitet. Kaedes Freund Shiki bleib für mich jedoch während der ganzen Geschichte etwas „unfassbar“ und vage, andere Charaktere tauchen nur kurz auf und verschwinden dann einfach wieder. Außerdem muss ich leider gestehen, dass auch die Geschichte als Ganzes für mich nicht ganz stimmig war. Einzelne Teile fühlten sich für mich etwas zu konstruiert an und obwohl ich einige wiederkehrende Elemente als gute Strukturgeber empfand, waren andere in meiner Empfindung eher „Lückenfüller“.

Die Rätsellösungs-Geschichten, die Großvater und Enkelin sich gegenseitig erzählen haben mir gut gefallen und auch die tiefe Liebe zu guten Geschichten und Büchern war für mich spürbar. Mit fortschreitender Lektüre wurde zudem eine Rahmengeschichte rund um die Familiengeschichte Kaedes mehr mit eingebunden, was der Handlung sehr gut getan, mehr Substanz und Spannung eingebracht hat.

Sehr gelungen und einfühlsam wirken auf mich die Beschreibungen der Demenz und ihrer Symptome, die meiner absolut inkompetenten Einschätzung nach fachlich kompetent dargestellt wurden. Dass das Ende des Buches viel Raum für Fantasie und eigene Interpretationen lässt und ein eigenes Rätsel wird, entspricht eigentlich überhaupt nicht meinen Vorlieben und ließ mich im ersten Moment etwas unglücklich zurück, es passt aber unfassbar gut zur Geschichte und begeistert mich daher dann doch.

„Die Bibliothek meines Grossvaters“ ist eine erstaunliche Mischung aus Krimi und Roman, die mir eine schöne Lesezeit beschert hat, die meiner Meinung nach jedoch ein paar Schwachstellen aufweist. Trotzdem ist es für mich ein lesenswertes Buch und ich wünsche euch ganz viel Freude beim Rätseln!

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Sehr persönlich, berührend und erschreckend – das Leben und Sterben einer geliebten Schwester

Lilianas unvergänglicher Sommer von Cristina Rivera Garza

Das Cover von „Lilianas unvergänglicher Sommer“ von Christina Rivera Garza stellte mich im ersten Moment vor eine Herausforderung, denn ich konnte mir zunächst keinen Reim darauf machen, wie das Bild einer Schwimmerin zum Inhalt passt. Doch nach der Lektüre darf ich verraten, dass das Coverbild wirklich ausgesprochen gut harmoniert und eine wunderbare Abrundung des Textes bildet.

Außerdem gefällt es mir wirklich sehr gut und zeigt eine faszinierende Unterwasserszene.

Die Autorin erzählt in diesem Buch von der Ermordung ihrer Schwester und davon, wie sie nach vielen Jahrzenten versucht ihr, dem schrecklichen Verbrechen und dem Mörder nahe zu kommen, um zu verstehen, um zu trauern, um auf eine gewisse Art loslassen zu können und um zu erinnern. Sie möchte auf das Leben und den Tod ihrer Schwester aufmerksam machen, so wie darauf, dass es immer noch viele Gewalttaten gegen Frauen gibt, einfach, weil sie Frauen sind.

In sehr schöner Sprache und starkem Ausdruck beschwört Christina Rivera Garza das Bild ihrer Schwester herauf und lässt uns LeserInnen teilhaben am Leben einer jungen Frau, die mitten im Leben stand, vielfältige Talente besaß, sehr geschätzt und geliebt wurde und der Mittelpunkt ihrer Freundesclique war. Sie erzählt von Lilianas Einstellung zur Liebe und davon, wie es geschah, dass diese in den Umkreis ihres zukünftigen Mörders geriet. Dabei ist der Schmerz zu spüren, den die Autorin mit sich trägt und die Ungläubigkeit ob der schrecklichen Entwicklung, aber auch die Liebe zu ihrer Schwester. Und bei aller Tragik und Grausamkeit der Situation konnte ich das Buch doch gut lesen und empfinde es als wichtiges Zeugnis der Erinnerung und der Mahnung – Femizide müssen verhindert werden!

Die Autorin erzählt in eigenen Erinnerungen und zeigt ihre Bemühungen zur Aufklärung des Verbrechens auf, lässt aber auch offizielle Dokumente und Zeitungsartikel einfließen und Weggefährten sowie Familienangehörige zu Wort kommen. Außerdem sind Texte von Liliana eingefügt, die selber sehr viel schrieb und die Informationen „aus erster Hand“ liefern. Mich hat es erstaunlich schnell durch das Buch gezogen und durch die Abwechslung der Texte und Darstellungen war die Lektüre sehr kurzweilig. Sehr gut gefallen hat es mir zudem, dass z. B. die Zeitungsartikel auch als solche gestaltet dargestellt wurden und einzelne Fotos im Buch zu finden sind.

„Lilianas unvergänglicher Sommer“ ist ein erstaunlich intimes und persönliches sowie berührendes Buch, das das Leben und Sterben einer lebenslustigen, kreativen, talentierten und bedrohten Frau beleuchtet. Ich wünsche der Autorin, dass sie mit diesem Buch ihrer Trauer Ausdruck verleihen und ein bleibendes Erinnerungswerk an ihre Schwester schaffen konnte, das viele LeserInnen finden wird!

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Die Geschichte zweier starker Frauen im Norden Schwedens

Wo die Moltebeeren leuchten von Ulrika Lagerlöf

„Wo die Moltebeeren leuchten“ von Ulrika Lagerlöf wird von einem wunderschönen Cover geziert. Ich mag das Bild von Akseli Gallen-Kallela unglaublich gerne und ich finde auch die Kombination mit dem gelb-orangen Rahmen und dem tollen Farbschnitt samt Moltebeeren sehr gelungen.

Die Geschichte erzählt auf zwei Zeitebenen von den Erfahrungen zweier sehr individueller und starker Frauen: 1938 erleben wir mit der jungen Siv, die in den verschneiten Wäldern Schwedens eine Gruppe Waldarbeiter versorgt, das harte Leben ohne Strom und fließendes Wasser kennen.

Doch neben aller körperlicher und psychischer Anstrengung, die es zu meistern gilt, entdeckt Siv immer mehr sich selber und eine nie gekannte Freiheit. Und dann ist da noch Nila, ein junger Sami, zu dem sie eine verbotene Liebe entwickelt. Viele Jahrzehnte später, im Jahre 2022 muss Sivs Enkelin Eva in ihre Heimat zurück kehren, da sie als PR-Mitarbeiterin eines großen Forstunternehmens einen schwelenden Konflikt vor Ort bereinigen soll. Doch schon bald wird sie von ihrer Vergangenheit und ihrer Familiengeschichte eingeholt, die ihr viel Fragen stellen und die ein gut gehütetes Geheimnis ans Licht bringen…

Ulrika Lagerlöf erzählt diese Geschichte in einer angenehm und leicht zu lesenden Schreibweise, die mich flüssig durch den Text getragen hat. Siv mochte ich von Anfang an sehr gerne und meiner Meinung nach ist es der Autorin gut gelungen ihre widersprüchlichen Gefühle und die einengenden Zeitzwänge rüber zu bringen. Auch Eva ist mir grundsätzlich sympathisch, ich habe jedoch länger gebraucht, um mit ihr warm zu werden und ihre Persönlichkeit fassen zu können. Auch andere Charaktere der Geschichte zeigen individuelle und authentische Eigenschaften, was mir gut gefällt. Für mich ist der Erzählstrang rund um Siv deutlich stärker und spannender, als die Geschichte von Eva, aber beide passen dennoch gut zusammen.

Die großen Fragen rund um Freiheit, Selbstbestimmung, Naturschutz und den Konflikt zwischen den Sami und den zugezogenen Schweden hat Ulrika Lagerlöf präsent in die Handlungen der ProtagonistInnen eingebaut und stimmig umgesetzt. Ich fand diese Thematiken sehr interessant und habe das Buch sehr gerne gelesen. Trotzdem muss ich gestehen, dass die Geschichte insgesamt für mich nicht ganz rund war. Ich kann leider nicht genau benennen, woran das lag, hatte jedoch an einzelnen Stellen das Gefühl, dass mir eine Verbindung oder „eine Brücke“ im Gefüge des Geschehens fehlte. Nichts destotrotz mochte ich das Buch sehr und würde sehr gerne auch den zweiten Band lesen, der noch mehr aus dem Leben und Erleben der beiden Frauen erzählt. Vielleicht rundet dieser zweite Teil in meinem Empfinden dann auch alle Erzählstränge perfekt ab – ich bin gespannt und freue mich darauf!

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Ein absolutes Lesehighlight für mich!

Das Geschenk des Meeres von Julia R. Kelly

Das Cover von „Das Geschenk des Meeres“ von Julia R. Kelly gefällt mir ausgesprochen gut! Ich liebe die farbliche Reduktion auf Blau und Weiß mit dem pinken Akzent des Autorinnennamens – diese Gestaltung hat für mich etwas sehr Elegantes, Reduziertes und doch Einnehmendes. Das wogende Meer im Bildvordergrund strahlt Kraft aus und zeigt die Rauheit, die diesem Element innenwohnen kann und die in der Geschichte eine wesentliche Rolle spielt.

Überhaupt passen Covergestaltung und Buchinhalt für mich extrem gut zusammen.

Das Buch spielt in Schottland und erzählt die Geschichte von Dorothy, die einst als junge Lehrerin nach Skerry kam und dort auf tragische Weise ihren Sohn Moses verliert. Jahre später wird am Strand ein Junge angespült, der Dorothys verlorenem Sohn auf unerklärliche Weise sehr ähnelt und der all die Fragen nach den Umständen rund um Moses Verschwinden wieder aufwirft…

„Das Geschenk des Meeres“ ist eine düstere Geschichte, durchzogen von Verlust, Trauer und Schuldzuweisungen. Und trotzdem habe ich mich bei der Lektüre nicht unwohl gefühlt – ganz im Gegenteil! Julia R. Kelly gelingt es außergewöhnlich gut ein Setting zu schaffen, das mich mit seinen authentischen und individuellen Charakteren gefangen nahm, in dessen Welt ich ganz eintauchen konnte und in dem ich mich zunehmend heimisch fühlte. Dorothy ist mir in all ihrer Unsicherheit und mit all ihren Selbstzweifeln sehr schnell ans Herz gewachsen und Joseph ist einer meiner Lieblingsprotagonisten geworden. Skerry, als Ort des Geschehens, ist atmosphärisch dicht und detailliert beschrieben, so dass ich mir die Umgebung immer sehr gut vorstellen konnte und das Dorfgefüge wirkt mit typischen und doch individuellen Zügen sehr realistisch.

Nicht nur durch das nahe Meer und die Naturgewalten der Elemente wartet diese Geschichte mit einer atmosphärischen Wucht auf, die mich regelrecht umgehauen hat. Einmal eingetaucht, wollte ich das Buch überhaupt nicht mehr zur Seite legen und die vielen offenen Fragen zu Vergangenheit und Schicksalsverlauf spukten permanent in meinem Kopf herum. Beeindruckend und meisterlich, mit wie viel Spannung mich diese Geschichte fesseln konnte und trotzdem ganz leise und unaufgeregt daher kam!

Manche Wendungen bzw. Szenen der Geschichte haben mich extrem berührt und nicht nur einmal hätte ich Dorothy gerne geschüttelt, um sie „zur Vernunft“ zu bringen oder sie in den Arm genommen, um sie zu trösten, hätte ich Joseph gerne unterstützt und Moses beschützt. Die ganze Geschichte hat für mich genau den richtigen Ton getroffen und mich tief beeindruckt und berührt. Die Autorin hat Gefühle so innig und tief dargestellt, dass ich mich ihnen beim Lesen überhaupt nicht entziehen konnte.

Neben dem Haupterzählstrang rund um Dorothys Erleben lernen wir in der Geschichte auch weitere Gegebenheiten und Personen des Dorflebens kennen, tauchen ein wenig in die Mythenwelt Schottland ein und sehen uns der Lebensrealität nah am Meer um 1900 gegenüber. Für meinen Geschmack ist es der Autorin herausragend gut gelungen alle Elemente stimmig zu vereinen und dadurch eine runde, facettenreiche und doch fokussierte Geschichte zu erzählen, die die LeserInnen gefangen nehmen kann!

Der Text lässt sich ausgesprochen leicht und angenehm lesen und ich mag es sehr, dass das Geschehen immer wieder aus verschiedenen Perspektiven heraus weiter erzählt wird. Immer mehr entspinnt sich beim Lesen ein Geflecht aus Zusammenhängen, Verwicklungen und gegenseitiger Beeinflussung, dessen Entschlüsselung ich entgegen gefiebert habe und auch wenn ich sehr wohlig-zufrieden war, als sich endlich alle Fragen geklärt hatten, war ich wirklich traurig darüber, das Ende dieser Geschichte erreicht zu haben…. Was für ein tolles, beeindruckendes, sehr berührendes und nachhallendes Leseerlebnis! Ich würde 7 Sterne geben, wenn ich könnte und spreche eine berauschte Leseempfehlung von Herzen aus!

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Krimispaß, Kunstgenuss und eine spannende Geschichte im Comicstil

Detektiv Stanley und das Geheimnis im Museum von Hannah Tunnicliffe

„Detektiv Stanley und das Geheimnis im Museum“ ist für mich ein ungewöhnliches Kinderbuch, denn es ist wie ein Comic gestaltet. Eigentlich mag ich diese Art der Geschichtenerzählung nicht so gerne, mein junger Freund Julian, 7 Jahre alt, mit dem ich dieses Buch kennen gelernt habe, war allerdings ganz begeistert davon und auch ich habe mich von diesem Buch gerne überzeugen lassen.

Die Geschichte erzählt von Detektiv Stanley, der gerade in Rente gegangen ist und seine Ruhe genießen möchte, als ihn ein Hilferuf aus dem Museum erreicht. Dort ist eingebrochen worden und natürlich hilft er dabei das seltsame Verbrechen aufzuklären, denn die Räume sind verwüstet, aber es fehlt nichts… sehr seltsam!

Hannah Tunnicliffe und Erica Harrison drücken diese Geschichte in einer sehr gelungenen Mischung aus Text und Bild aus. Die Texte sind kurz gehalten und, wie sich das für ein Comic gehört, teilweise durch Sprechblasen ergänzt. Diese Art des Erzählens beinhaltet eine gewisse Unruhe, passt aber sehr gut zu der Art der Geschichte und wurde im vorliegenden Buch sehr gut eingesetzt sowie mit dem Geschehen kombiniert. Manche Ausdrucksweise oder Wortwahl wird Kinder des Alters ab 6 Jahren vielleicht noch etwas überfordern, diese Dinge regen jedoch auch zur Wortschatzerweiterung an und machen eine erwachsene Begleitung des Leseerlebnisses noch wertvoller.

Die Bilder von Erica Harrison sind sehr bunt und mit stark plakativ eingesetzten Farben gestaltet. Eigentlich entspricht auch dies nicht ganz meinem persönlichen Geschmack, aber ich finde, dass es zum Einen wunderbar zum Comic passt, zum anderen aber vor allem die Verbindung zu den Kunstwerken von Piet Mondrian, die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen, hervorragend herausstellt. Manche Seiten sind von einem einzigen Bild bedeckt und mit „normalem“ Textbaustein versehen, andere Seiten zeigen unterschiedlich viele, aber einzelne Szenen im Comicstil. Dadurch bleibt das Leseerlebnis sehr abwechslungsreich und der Verlauf der Geschichte wird trotzdem visuell nicht zu unruhig.

Die Kombinationsarbeit des Detektivs wird sehr ansprechend und detailliert dargestellt und bei uns war es eine Freude nach der ersten Entdeckung der Geschichte gleich noch einmal von Vorne zu beginnen und die einzelnen Schritte genau nachzuvollziehen. Die Kinder werden zu eigenem Kombinieren und Entdecken angeregt, erhalten Sachinformationen und können mitfiebern. Besonders gelungen finde ich zudem, dass am Ende eine Doppelseite zu dem realen Maler Piet Mondrian eingefügt wird, die grundlegende Informationen zu dessen Leben und Werk enthält, die aber auch neugierig darauf macht, noch mehr über ihn zu erfahren.

In diesem hochwertigen und mit festem Einband versehenen Comicbuch für Kinder ab 6 Jahren wird eine ansprechende und spannende Geschichte präsentiert, die die Kinder zum Rätseln und Mitdenken, zum genauem Hinschauen und Kombinieren einlädt und die Krimilust und Kunstgenuss wunderbar miteinander verbindet. Für uns war es ein tolles Erlebnis und wir empfehlen dieses Buch sehr gerne weiter!

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Außergewöhnlich!

Die Geschichte des Klangs von Ben Shattuck

„Die Geschichte des Klangs“ von Ben Shattuck wird von einem Cover geschmückt, dem man Teile des Inhalts bereits ansieht und das gefällt mir sehr. Das Cover ist in seiner Klarheit sehr ansprechend und auch die Farben sind für meinen Geschmack gut gewählt, denn sie vereinen Nostalgie und Moderne.

Gleiches gelingt dem Autor auch in der Geschichte, denn er vereint zwei Zeitstränge miteinander, die gemeinsam eine runde Erzählung ergeben: So lernen wir auf der einen Seite Lionel kennen, der in David seine große Liebe findet und einen Sommer lang mit ihm gemeinsam Lieder auf Wachswalzen sammelt. Und wir begegnen Annie, die sich in ihrem ereignislosen Leben gefangen fühlt, bis sie in einem geheimen Versteck des neuen Hauses seltsame Gegenstände findet, die sie eine andere Lebenswelt erahnen lassen.

Ben Shattuck ist es mit dieser kleinen Erzählung von rund 100 Seiten gelungen einen ganz eigenen Kosmos zu schaffen und mir von Menschen zu erzählen, die mich berührt haben. Seine ProtagonistInnen wirken äußerst authentisch und haben nachvollziehbare, weil „alltägliche“ bzw. lebensnahe Probleme und Gefühle.

Ganz besonders gut gefallen hat mir die sprachliche bzw. strukturelle Gestaltung des Textes, denn sie ist vielfältig (mal in Form einer Art therapeutischer Aufzeichnung vom Erzähler selber verfasst, mal wie eine Geschichte von außen) und einnehmend. Irgendwie gelingt es dem Auto, dass ich mich den Charakteren in den Worten sehr nah fühle und seine Art des Schreibens enthält zudem teilweise sehr poetische und schöne Zeilen (z. B. „In den Bäumen zirpten die Zikaden und nähten die Nacht zusammen.“). Dabei liest sich die Geschichte sehr flüssig und angenehm leicht, enthält für mich aber eine eindringliche Substanz, die mich auch nach der Lektüre noch immer wieder beschäftigt hat.

„Die Geschichte des Klangs“ greift verschiedene Themen aus der menschlichen Lebenswelt auf und zeigt, wie groß und einflussreich eine Liebe sein kann, auch, wenn deren Erleben nicht lange bestehen bleiben konnte. Für mich ist es ein wunderbares Buch mit federleichter Tiefe, gelungen gesetzten Worten sowie ganz viel Sehnsucht nach dem prallen Leben und der großen Liebe – unbedingt empfehlenswert!

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Ein Wohlfühlroman von einem ganz besonderen Ort an der Küste Cornwalls

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe von Katharina Herzog

Ich mag das Cover von „A taste of Cornwall” von Katharina Herzog sehr, denn der blaue Farbverlauf harmoniert hervorragend mit den rot-orangen Elementen und das Teekannenhaus ist einfach nur zauberhaft! Dieses Cover spiegelt den Wohlfühlcharakter des Buches und zeigt den LeserInnen von Anfang an, was sie erwartet.

Die Geschichte erzählt von der erfolgreichen Restaurantkritikerin Sophie, die auf Grund persönlicher Hintergründe eine Kritik an dem Restaurant eines berühmten Models veröffentlicht, die ihr einen ausgewachsenen Shitstorm einbringt. Daraufhin legt ihr Chef ihr eine Auszeit mit Bedingungen für einen Wiedereinstieg nahe, der Sophie samt ihrer Tochter und Mutter nach Cornwall verschlägt, wo sie einen alten Pub übernimmt, den sie zu einem gehobenen Gourmettempel umwandeln soll. Doch die Einheimischen sind von Veränderungen gar nicht begeistert und der Neustart gestaltet sich alles andere als einfach…

Ich habe bereits andere Bücher der Autorin gelesen und mag ihren angenehmen Schreibstil sehr gerne. Sie versteht es sehr gut ihrer Geschichte eine Umgebung „auf die Seiten“ zu schreiben, die mich in ihren Bann ziehen: ich hatte oft das Gefühl mit den Charakteren in der kleinen Bucht direkt am Meer zu stehen und auf die schäumenden Wellen zu schauen! Das liebe ich sehr! Aber auch die ProtagonistInnen dieser Geschichte sind mir schnell ans Herz gewachsen. Ihre ungewöhnlichen und teils skurrilen Eigenschaften machen sie zu etwas Besonderem und jede Figur hat einen eigenen individuellen Hintergrund, der für menschliche Vielfalt sorgt.

Außerdem greift das Buch verschiedene Themen auf und spiegelt – trotz des Haupterzählstranges rund um Sophie - auch unterschiedliche Erlebenswelten (z. B. erfahren wir einiges aus dem Leben und Erleben ihrer Tochter). Diese Geschichte würde ich auf jeden Fall in die Kategorie der Wohlfühlromane einordnen, doch neben allen genretypischen Attributen wartet diese Geschichte auch mit Themen, wie Trauer und Verlust, Schein und Sein, Neuanfängen, dem goldenen Käfig, negativen Lebensentscheidungen, dem verzweifelten Wunsch nach der Liebe der eigenen Eltern und weiteren Themen auf. Trotzdem gelingt es der Autorin, dass diese Inhalte die Lektüre nicht schwer werden lassen, sondern dass sie dem Geschehen einfach eine Substanz verleihen, die die Geschichte gut ausbalanciert wirken lässt.

„A taste of Cornwall“ ist für mich eine Geschichte, die im Alltag eine kleine Wohlfühl-Auszeit schenkt und die Lust macht auf die angekündigten Folgebände. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle, die Lust auf einen ganz besonderen Pub am Meer, auf außergewöhnliche Charaktere, leckeres Essen und einen vielverspechenden Neuanfang haben – gute Reise!

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Eine gelungene Kombination aus literarischem Sachwissen und persönlichen Ansichten

Einfach Literatur von Klaus Willbrand; Daria Razumovych

Das Cover von „Einfach Literatur – Eine Einladung“ von Klaus Willbrand und Daria Razumovych gefällt mir sehr. Es wirkt edel und ein wenig nostalgisch und ein besonderes Highlight ist dabei die Banderole, die mit dem Bild und der Aussage des Autors noch einen sehr persönlichen Einblick gewährt.

Auch die Gesamtgestaltung mit Lesebändchen und hervorgehobenen Einschüben im Fließtext sagt mir sehr zu.

Das Buch versteht sich - wie der Untertitel bereits sagt – als Einladung zur Beschäftigung mit Literatur und gibt Anregungen ohne Belehrung oder erhobenen Zeigefinger. Die beiden AutorInnen möchten zum Lesen anregen und mir ist ihre eigene Leidenschaft zu guten Büchern regelrecht aus dem Text entgegen gesprungen, was ich sehr mag. Es gibt Leselisten, Beschreibungen einzelner Titel oder Erklärungen zu besonderen Autoren und Autorinnen.

Ergänzt wird viel geballtes Wissen rund um die Literaturwelt mit den individuellen Erlebnissen und Ansichten von Klaus Willbrand und Daria Razumovych, was die Lektüre davor bewahrt unpersönlich oder gar trocken zu werden. Mir gefallen diese Einblicke sehr gut und es hat mir Freude gemacht ein wenig in das außergewöhnliche Leben des Klaus Willbrand hineinschauen zu dürfen.

Der Text liest sich leicht und angenehm flüssig und meiner Meinung nach ist dieses Buch außerdem besonders dafür geeignet immer wieder zur Hand genommen und in einzelnen Abschnitten gelesen zu werden. Besonders berührt haben mich am Ende einige eingefügte Kommentare von Mitgliedern der Community des Antiquariats auf den sozialen Kanälen zu Klaus Willbrands Tod.

Für mich ist das Buch eine sehr gelungene Mischung aus persönlichen Anekdoten und Empfindungen mit Einblicken in die Welt der Literatur und Sachwissen, weshalb ich es allen Literaturbegeisterten gerne empfehle!

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Die spannende Welt der Roboter für junge LeserInnen

Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 78 - Die Roboter von Carola von Kessel

Dem Cover von „Die Roboter“ sieht man auf den ersten Blick an, dass dieses Buch zur Wieso?Weshalb?Warum?-Reihe gehört und das mag ich sehr. Diese Bücher haben eine ganz besondere und wiedererkennbare Bild- und Gestaltungssprache, was ich, was aber auch viele Kinder sehr schätzen und was unmittelbar ein „heimeliges“ Gefühl erzeugt.

Außerdem macht das Coverbild mit dem fröhlich agilen Roboter große Lust darauf das Buch zu entdecken und die Welt der Roboter kennen zu lernen!

Auch im Inneren ist das Buch durchweg bebildert und zusätzlich mit spannenden interaktiven Klappen versehen. Diese laden die Kinder ein noch mehr wissenswertes und spannendes zu entdecken und geben Einblicke z. B. in das Innere eines Roboters. Die Bilder von Marion Kreimeyer-Visse sind bunt und kindgerecht gestaltet, bieten viele Details und wirken trotzdem nicht überfrachtet oder erschlagend.

Die Texte von Carola von Kessel sind ebenfalls gelungen auf den kognitiven Stand der Zielgruppe von 2-4 Jahren angepasst und bieten den jungen LeserInnen inhaltliches Wissen zum Thema. Besonders schön finde ich es, dass die Kinder auch aktiv angesprochen werden und z. B. Dinos zählen oder sich selber in einen Roboter verwandeln können.

Das Buch ist im Rahmen des Themas sehr vielfältig gestaltet und breit aufgestellt. So werden Roboter gezeigt, die im Haushalt und Alltag eingesetzt werden können (Lebenswelt der Kinder), Roboter in Fabriken, Geschäften und im Museum sowie im Altenheim oder auf einem Bauernhof präsentiert oder erläutert, wo Roboter uns Menschen schützen können (z. B. bei Polizei und Feuerwehr). Außerdem wird die Funktionsweise kindgerecht vermittelt und ein Ausblick in die Zukunft angeboten.

Für mich ist dieser Titel eine gelungene Fortsetzung der Themenreihe für junge Kinder und ich kann ihn wärmstens allen jungen LeserInnen und Familien empfehlen, die sich für Roboter interessieren – viel Freude beim Entdecken!

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