Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Sternzauber:
Ein ganz besonderer Tee in einer faszinierenden Welt und eine spannende Geschichte
Thea Magica, Band 1 - Das Geheimnis von Port Mint von Vivien Verley
Das Buch „Thea Magica“ ist optisch ein absoluter Hingucker und einfach wunderschön! Abgesehen von dem blumigen Schnörkelrahmen, der der Gestaltung einen angenehmen Halt bietet, ist auch das Bild an sich wirklich wunderschön und ich mag es sehr, dass ich sowohl die Hauptperson Robin bereits kennen lernen darf, als auch der Tee bereits auf dem Coverbild eine präsente Rolle spielt.
Ein zusätzliches Highlight ist dann natürlich der farbige Buchschnitt, der dem kleinen Kunstwerk noch mehr Besonderheit verleiht. Und auch im Inneren erwarten die LeserInnen eine liebevolle Gestaltung jeder einzelnen Seite mit einem hübschen Schmuckrahmen.
Dieser opulent-wunderbaren Gestaltung steht die Geschichte an sich jedoch in Nichts nach!
Wir lernen die zwölfjährige Robin kennen, die alles andere als begeistert davon ist mit ihrer Familie in den kleinen Küstenort Port Mint umziehen zu müssen. Als sie dann auch noch erfährt, dass ihre magische Gabe darin besteht Gedanken lesen zu können, diese Fähigkeit jedoch verboten ist und sie sie fortan verstecken muss, ist die Katastrophe perfekt. Doch ihr größter Feind ahnt ihre Begabung bereits und hat es darauf abgesehen. Robin muss mit Hilfe ihrer neuen Freunde alles daran setzen ihm immer einen Schritt voraus zu sein…
Vivien Verley hat mit diesem Buch eine ganz eigene Welt erschaffen und diese ist ihr meiner Meinung nach so gut gelungen, dass sie absolut authentisch und nahbar wirkt. Sie schmückt diese mit realistischen und fantastischen Elementen und Details so gekonnt aus, dass sie erlebbar wird und ich mich ganz in diese Welt und ihre Geschichten versenken konnte. Der Grundgedanke, dass ein besonderer Tee die Magie in uns Menschen frei setzen kann ist dabei für mich wunderbar originell und einzigartig umgesetzt, so dass ich ganz fasziniert und begeistert davon bin. Neben den zauberhaften Details schmückt die Autorin ihren Text zudem sogar mit wundervollen Wortspielereien und Sprachanpassungen, die das Lesen noch schöner, interessanter und reizvoller für alle Sprachliebhaber machen – ich habe mich jedenfalls auf jedes neue besondere Wort gefreut und regelrecht nach weiteren „Teewörtern“ gesucht!
Überhaupt lässt sich der Text sehr angenehm, flüssig und leicht lesen, was in Kombination mit der tollen Geschichte dafür gesorgt hat, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Robin als Hauptperson der Geschichte war mir von Anfang an sehr sympathisch und ich habe sie, mit ihrer authentischen Charakterisierung, sehr schnell in mein Herz geschlossen. Sie wirkt so echt und lebendig und ich konnte sowohl ihre Gefühle, als auch ihre Handlungen sehr gut nachvollziehen. Ich habe wirklich mitgefühlt und an manchen Stellen festgestellt, wie atemlos ich beim Lesen fast wurde, da das Geschehen so spannend war. Der Spannungsaufbau ist in dieser Geschichte wirklich hervorragend gelungen und hält sich bis zuletzt bzw. sogar darüber hinaus. Denn es wird einen zweiten Band aus der Teewelt geben und am Ende dieses ersten Bandes finde ich es unglaublich schade, dass ich den nächsten Teil nicht sofort lesen kann…
Neben Robin sind auch die anderen Personen dieser Geschichte für mich sehr gelungen gezeichnet. In Mailin und Cornelius findet Robin schnell ganz besondere Freunde, aber auch weitere Jugendliche spielen in der Geschichte eine Rolle und geben der Schulszenerie ein authentisches Gefüge. Die Erwachsenen sind ebenfalls individuell gezeichnet und insgesamt entsteht dadurch für mich eine Umgebung des Abenteuers, die wunderbar passend erscheint. Eingebundene Orte nehmen ganz besondere Rollen ein und sind nicht einfach nur Beiwerk, sondern reizvolle Handlungsstätten.
Ich könnte noch so viel zu diesem spannenden, interessanten und berührenden Buch erzählen, aber ich will natürlich nicht zu viel verraten und ohnehin kann ich nur empfehlen, es selber zu lesen! Egal ob Kinder ab 10 oder Erwachsene – dieses Buch macht wirklich Spaß und solltet ihr Tee mögen, dann wird euer Konsum bei der Lektüre vermutlich deutlich steigen! Viel Spaß und Genuss!
Traumhaft schön, einfach wundervoll und für mich etwas ganz Besonderes!!
Das Jahr voller Bücher und Wunder von Libby Page
Dieses Buch hat mich wahnsinnig positiv überrascht und absolut in seinen Bann gezogen – ich liebe es sehr!
Schon das Cover von „Das Jahr voller Bücher und Wunder“ ist einfach wunderschön und ein kleines Buchliebe-Kunstwerk! Es strahl so viel Buchmagie und stilvollen Genuss aus, das ich vom ersten Blick an ganz hin und weg war.
Auch die Farben sind wunderbar aufeinander abgestimmt und gefallen mir sehr, genauso wie die harmonischen goldenen Akzente – einfach toll! Außerdem mag ich es sehr, dass jedes neue Kapitel mit einer kleinen Vignette aus einem Stapel Bücher verziert ist.
Und dann erst die Geschichte! Sie erzählt von Tilly, die an ihrem Geburtstag völlig unerwartet einen Anruf des Buchhändlers Alfie erhält und dieser ihr eröffnet, dass ihr verstorbener Mann Joe ihr ein Jahr voller Bücher schenkt – jeden Monat ein neues Exemplar! Seit Joes Tod versinkt Tilly in Trauer und hat sich selbst verloren, lebt mehr schlecht als recht vor sich hin und hat das Lesen aufgegeben. Doch mit Joes Geschenk wagt sie sich wieder an die gedruckten Seiten heran und erlebt ein Jahr voller buchinspirierter Abenteuer. Doch können sie Tilly auch wieder zum Lachen bringen, zum Träumen und zum Leben? Ihr vielleicht sogar zeigen, dass eine neue Liebe möglich ist?
Ich kannte Libby Page als Autorin bisher nicht, bin aber ganz begeistert von ihrem angenehmen, leichten und doch pointierten, vor allem aber sehr einfühlsamen und zarten Schreibstil. Sie hat mich so nah an ihre Figuren heran geführt, dass ich das Gefühl hatte, diese persönlich zu kennen und ich konnte unglaublich intensiv mit ihnen fühlen. Sehr lange ist es mir nicht mehr so oft passiert, dass ich beim Lesen Tränen in den Augen hatte! Ich habe mitgefiebert, mitgelacht und mitgelitten. Die ganze Bandbreite der menschlichen Gefühle hat Libby Page in diese Geschichte gepackt und so komprimiert, dass sie mich manchmal fast umgehauen und mein Herz haben überlaufen lassen (okay, das klingt kitschig, aber als absolute Buchliebhaberin war ich von manchen Buchszenen wirklich extrem begeistert oder auch von den Briefen Joes).
Trauer, Tod und Krankheit spielen in dieser Geschichte eine zentrale Rolle und meiner Meinung nach ist es der Autorin hervorragend gelungen, diese Themen nicht pathetisch oder „lammentierend“ zu beschreiben, sondern sie authentisch als die schwere Belastung, die diese auch im realen Leben bilden in die Geschichte einzufügen. Dieses existenziell bedrohliche Setting gibt dem Roman unglaublich viel Tiefe und Substanz, aber es erdrückt die Lesenden nicht. Für meinen Geschmack gab es viele Elemente, die die Geschichte trotz aller Ernsthaftigkeit dennoch auch immer wieder leicht erschienen ließen, die Hoffnung machten und mich sogar zum Lachen brachten. Regelmäßig gab es inspirierende Lebensweisheiten und interessante Buchanregungen, die ich sehr mochte.
Mein Gefühl erinnert sich im Nachhinein vor allem an Hoffnung, nicht an Tod, an eine zauberhafte Buchhandlung, tolle und authentisch facettenreiche Charaktere, viel Bücherliebe, fesselnde Abenteuer im Großen und Kleinen sowie die Kraft von liebevollen Erinnerungen. Die reale Magie und der Wert von Büchern erhält mit „Das Jahr voller Bücher und Wunder“ ein wundervolles und märchenhaftes Denkmal, das mich stark berührt, absolut begeistert und nachhaltig bewegt hat. Ich war selber erstaunt, in wie kurzer Zeit ich die fast 500 Seiten gelesen habe und empfehle das Buch von ganzem Herzen weiter! Viel Freude beim Lesen!
Eine ungewöhnliche Frau als Museumsgründerin und Kunstmäzenin
Peggy Guggenheim von Mona Horncastle
Das Cover zur Biografie von „Peggy Guggenheim“, geschrieben von Mona Horncastle, gefällt mir sehr, wenn es auch eigentlich nicht unbedingt meinen Vorlieben entspricht. Aber ich finde, dass das eigenwillige Foto dieser ungewöhnlichen Persönlichkeit einfach einen hervorragenden Einstieg in deren Leben und Wirken bildet und ich mag auch die sehr passende, modern-reduzierte Gestaltung an sich.
Das Blau mit dem weißen Spot hinter Peggy Guggenheims Bild macht neugierig und lädt ein, die Biografie entdecken zu wollen.
Zudem ist das Buch insgesamt extrem hochwertig gestaltet und verfügt über einen sehr festen, schweren Einband. Im Inneren erwarten uns LeserInnen immer wieder tolle Fotos und auch die Gestaltung mit farbigen Bereichen ist meiner Meinung nach ausgesprochen gut gelungen. Blaue Überschriften, kurze Kapitel und ein angenehmes Schriftbild machen das Lesen sehr komfortabel und es macht schon großen Spaß einfach durch das Buch zu blättern und den gelungenen Aufbau zu genießen sowie die Fotos zu betrachten. Schade finde ich nur, dass die eingefügten Fotos zum großen Teil nicht auf den Text abgestimmt wurden und daher meist isoliert dastehen ohne die aktuell gelesenen Informationen zu bebildern. Eine gezieltere Anordnung hätte meiner Meinung nach das Leseerlebnis noch weiter aufgewertet und Inhalte verdeutlicht.
Mona Horncastle erzählt aber auch in sehr eingängiger Sprache vom Leben und Wirken der Peggy Guggenheim, so dass sich der Text leicht und angenehm lesen lässt und nichts von der Trockenheit hat, die Sachtexte manchmal schwer zugänglich werden lässt. Etwas anstrengt ist es allerdings zeitweise für mich gewesen, dass in manchen Passagen doch enorm viele Namen genannt und Personen angegeben werden. Im Nachwort habe ich erfahren, dass sich die Autorin hauptsächlich auf die Darstellung Peggy Guggenheims als Kunstsammlerin, als Museumsgründerin und als Mäzenin konzentriert hat und private Themen, wie das Verhältnis zu ihren Kindern oder Liebschaften, so wie speziell weibliche Themen zum Großteil ausklammern wollte. Diesen Fokus konnte ich im Text deutlich wahrnehmen und wäre froh gewesen, wenn ich diese Intentionen im Vorfeld gekannt hätte. Denn ohne diese Informationen haben sich für mich beim Lesen immer wieder Lehrstellen und Fragen, Lücken und Ungereimtheiten ergeben, die mich unbefriedigt zurück gelassen haben. Natürlich wären diese auch nicht verschwunden, wenn ich vorher Bescheid gewusst hätte, aber ich hätte gewusst, worauf ich mich einlasse und die Fragezeichen anders einordnen können.
Peggy Guggenheim als Mensch ist mir ein wenig fremd geblieben, doch ich habe ansonsten sehr viel Interessantes und Kurioses aus ihrer Schaffenswelt erfahren und bin sehr beeindruckt, von ihrem Durchsetzungsvermögen, von ihrer Schlagfertigkeit und von ihrer Leistung für die Kunstwelt. Diese Biografie ist ein wunderbarer Einstieg, um sich Peggy Guggenheim anzunähern, muss dann allerdings durch andere Werke ergänzt werden, um alle Facetten dieser ungewöhnlichen Frau kennen lernen zu können.
Nichts desto trotz hatte ich mit diesem Buch eine sehr inspirierende, interessante und faszinierende Lesezeit und schätze es als eigenes, wunderschönes kleines Kunstwerk sehr. Ich empfehle diese Biografie daher allen interessierten LeserInnen als Einstieg zum Kennenlernen von Peggy Guggenheim und allen BuchliebhaberInnen auch als schönes „Sehnsuchtsobjekt“.
Polly und Harry im weihnachtlichen Applemore
Weihnachten in Applemore - Roman (Das Erbe von Applemore 4) von Rachael Lucas
Das Cover von „Weihnachten in Applemore“ gefällt mir sehr, denn es passt wunderbar zu einem weihnachtlichen Liebesroman und ergänzt die Vorgängerbände dieser Reihe perfekt. Aber auch unabhängig davon mag ich die stimmungsvolle Gestaltung sehr und finde die harmonischen Farben sowie die Komposition gut gelungen.
In diesem 4. Teil der Applemore-Reihe lernen wir die jüngste Schwester der Frasers (Polly) besser kennen und begleiten sie in ihrem Leben sowie in ihrer Freundschaft zu Hotelbesitzer Harry. Dieser will nun endlich sein Hotel renovieren, doch seine Pläne werden dadurch durcheinander gewirbelt, dass die Influencerin Ivy unbedingt kurzfristig dort heiraten möchte… Harry ist mehr als skeptisch, doch Polly glaubt fest daran, dass sie es schaffen können, wenn alle gemeinsam daran arbeiten, denn es wäre wunderbare und kostenlose Werbung für das Hotel und den Ort. Doch ihre Gefühle spielen in Gegenwart ihres besten Freundes Harry immer mehr verrückt und sie muss einen neuen Weg für sich finden…
Rachael Lucas erzählt auch diese Geschichte in gewohnt angenehmer und unanstrengender Art, die einem locker-leichten Wohlfühlbuch alle Ehre macht. Es macht einfach Freude sich mit dieser weihnachtlichen Geschichte aufs Sofa zu kuscheln und bekannte Figuren wieder zu treffen, so wie Neues über sie und ihren Kosmos zu erfahren. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass sich die Geschichte gut als einzelnes Buch lesen lässt, da sie in sich abgeschlossen und meiner Meinung nach auch ohne Vorkenntnisse gut verständlich ist.
Ich mag es sehr, wie die Autorin eine so heimelige Dorfatmosphäre kreiert, dass ich mich beim Lesen sehr wohl fühle und den Ort Applemore am liebsten selber besuchen würde. Auch die Weihnachtsstimmung hat sie gut in die Geschichte integriert und mir sind beim Lesen immer wieder die herrlichen Aromen dieser Zeit, wie Tannengrün und Zimt, um die Nase geweht… Sehr schade finde ich es, dass ein ganz wesentlicher Teil der Handlung für meinen Geschmack zu nüchtern und kurz abgehandelt wurde. Es geht um den großen Wendepunkt, den ich gerne ausführlicher Behandelt gesehen hätte und auch das Finale hätte für meinen Geschmack ein paar Seiten mehr vertragen können. Sehr gut gefallen hat es mir dagegen, dass es einen Epilog gibt, der uns LeserInnen einen kleinen Ausblick in die Zukunft gewährt.
Alles in Allem hatte ich mit diesem Roman eine angenehme Lesezeit, die zum Abschalten und Eintauchen eingeladen hat. Ein bisschen „heile Welt“ tut manchmal einfach gut und ich mag die sympathischen Figuren sowie diesen besonderen Ort in den Highlands. Empfehlen möchte ich das Buch daher allen LeserInnen, die auf der Suche nach einer Liebesgeschichte zum Genießen sind – viel Freude beim Lesen!
Zart und innig, aber sprunghaft
Spät am Tag von Kristin Vego
„Spät am Tag“ von Kristin Vego ziert ein wunderschönes Cover, das mich sehr begeistert: Ich liebe das impressionistisch anmutende Bild von der lesenden Frau im Garten! Es erzeugt eine zauberhafte Sommerstimmung, die mich zum Lesen einlädt und mich neugierig macht auf das Buch. Auch die Kombination mit dem Titel ist für meinen Geschmack sehr gut gelungen.
Den Inhalt des Buches zusammen zu fassen finde ich gar nicht so leicht… Auf den ersten Blick geht es um die Geschichte der Schriftstellerin Johanne, die aus der Stadt flieht und sich bei einem Mann und seiner kleinen Tochter auf dem Land in ein Zimmer einmietet. Im Laufe der Zeit werden die Beiden ein Paar, leben mit Mikaels Tochter und der sehr präsenten Exfrau in mitten der Natur und Johanne schreibt, liebt und lebt. Siebzehn Jahre später schaut Johanne zurück auf ihr Leben und wir dürfen ihre Gedanken begleiten.
Und dieses Zurückschauen, Gedankenblitze, Erinnerungsfragmente und nachträgliche Einordnungen, all das steht für mich eher an erster Stelle dieses Buches. Kristin Vego entführt uns in die Gedanken, in das Erleben und Nachspüren Johannes und lässt uns teilhaben an ihren Empfindungen. Oft Sprunghaft und nur grob geordnet ergibt sich dadurch eine sehr unruhige und treibende Erzählstruktur, die für mich teilweise etwas anstrengend war.
Auf der anderen Seite sind es jedoch leise Betrachtungen und stille Einblicke, die wir miterleben und die ohne Aufregung oder Drama auskommen. Die Autorin erzählt oft poetisch und in ruhiger Art, was dem Text einem sanften Zauber schenk und was ich häufig in skandinavischer Literatur finde und sehr schätze.
Dieses Buch ist ein sehr intimer, ein sehr naher und fokussierter Einblick in Johannes Seelenleben, in ihr Erleben und ihr ihre Erinnerungswelt. Dieses sehr innige hat mich fasziniert und es gefiel mir sehr, mir der Sprunghaftigkeit und den teils wirren Gedanken war ich jedoch nicht so glücklich. Insgesamt erhält dieses schmale Buch von 140 Seiten von mir 4 Sterne, da ich es trotz der Kritikpunkte in weiten Teilen als bereichernde Lektüre erlebt habe – viel Freude allen LeserInnen damit!
Kleine Fledermaus – großer Mut
Flapp lernt fliegen von Lu Fraser
Das Cover zum Bilderbuch „Flapp lernt fliegen“ von Lu Fraser und Sarah Warburton gefällt mir sehr gut. Als erstes fällt mein Blick auf die kleine Fledermaus mit den riesigen Augen, wodurch ich Flapp gleich kennen lerne und auch seine Freundin, die Motte, wird mir visuell bereits vorgestellt. Ich mag das starke Blau als Hintergrundfarbe und das Bild ergibt mit der Schrift eine wunderbare Einheit – für meinen Geschmack ist es eine sehr gelungene Einladung ins Buch und auch meinen Neffen hat das Cover sofort neugierig gemacht.
Die Geschichte erzählt uns davon, dass Flapp nicht fliegen kann und es trotz vieler Versuche nicht schafft seine Angst zu überwinden. Doch eines Tages zieht ein Sturm auf und seine Freundin Motte gerät in Gefahr. Um sie zu retten wächst Flapp über sich hinaus und wagt einen neuen Flugversuch…
Lu Fraser bietet uns diese Erzählung in Reimform dar und der Übersetzerin Maria Höck ist es meiner Meinung nach sehr gut gelungen, den Sprachrhythmus im Reim im Deutschen hervorzuheben. Es macht Spaß die Verse (vor-) zu lesen und durch sie ergibt sich eine ganz besonders dichte Atmosphäre, die der Geschichte eine große Spannung und Präsents verleiht. Sie haben außerdem so anregend auf meinen Neffen gewirkt, dass er im Anschluss an die Lektüre selber neue Reime erdachte und große Freude an Wortspielereien zeigte, was ich super fand!
Auch die Bilder von Sarah Warburton gefallen mir ausgesprochen gut. Sie sind farbenfroh und eindrücklich ohne aufdringlich zu wirken, sie zeigen viele Details und beinhalten teilweise einen zarten humorvollen Ton. Vor allem aber spielen sie gekonnt und beeindruckend mit Stimmungen und der Atmosphäre, die perfekt zur Geschichte passt. Text und Bild verbinden sich in unserer Wahrnehmung sehr gut, ergänzen sich und bilden eine stimmige Einheit, was das Bilderbuch zu einem rundum gelungenen Erlebnis macht.
Auch die Botschaft der Geschichte sagt mir sehr zu, denn Kindern Mut zu machen, an sich selber und ihre Fähigkeiten zu glauben, kann nie fehl am Platz sein. Außerdem spielen das Überwinden von Angst, Freundschaft und Gemeinschaft eine wesentliche Rolle – alles verpackt in einer schönen, berührenden und sogar spannenden Geschichte für Kinder ab 4 Jahren. Ein tolles Bilderbuch, das ich gerne allen (jungen) LeserInnen empfehlen möchte, die Lust auf eine ermutigende Geschichte haben!
Ein zauberhaft-magisches Abenteuer in Winkelwald
Whisperwicks - Die Suche nach den Flüsterflammen von Jordan Lees
„Whisperwicks“ von Jordan Lees hat mich unglaublich positiv überrascht und begeistert – es ist eine zauberhaft-magische, düstere, aber fantastisch herzliche Geschichte, die sowohl Jung als auch Alt bewegen und verzaubern kann! Einfach toll!
Die Geschichte spielt hauptsächlich in einer ganz eigenen Parallelwelt – „Winkelwald“ – in die der elfjährige Benjamiah hinein geführt wird, nachdem er eine seltsame Puppe per Post erhalten hat.
Er glaubt überhaupt nicht an Magie und hält sich lieber an Fakten, doch in Winkelwald muss er erkennen, dass er nicht alles mit Logik erklären kann. Diese Welt besteht aus dunklen Geheimnissen und einem Straßenlabyrinth, in dem sich niemand zurecht finden kann. Doch trotz aller Furcht stellt sich Benjamiah gemeinsam mit der gleichaltrigen Elizabella einer Reihe von schrecklichen Aufgaben, um das Verschwinden von Elizabellas Bruder zu ergründen…
Schon das wunderschöne Cover des Buches lädt in die magische Welt von Winkelwald ein und zaubert eine ganz besondere, geheimnisvolle, eher düstere und doch verlockende Stimmung, die Lust macht, gleich in die Geschichte einzutauchen. Die gedeckten Farben passen ebenso sehr gut zum Inhalt der Geschichte, wie die einzelnen Bildelemente und die Laternen scheinen mir regelrecht entgegen zu leuchten, was mir wahnsinnig gut gefällt. Überhaupt liebe ich den gestalterischen Ausdruck der Illustratorin Vivienne To, die auch im Inneren des Buches mit mehreren Bildern das Geschehen visualisiert. Ihre Zeichnungen wirken auf mich zart und fein, haben aber gleichzeitig einen sehr intensiven Ausdruck und ich kann mich regelrecht in der Betrachtung der schönen Bilder verlieren. Obwohl sie „nur“ in Schwarz-Weiß-Tönen gehalten sind, strahlen auch sie teilweise und wirken sehr lebendig.
Jordan Lees erzählt die Geschichte rund um die beiden Kinder und ihre Abenteuer in sehr angenehmer und flüssiger Sprache, die sich sehr gut lesen lässt und die der Geschichte einen guten Rhythmus verleiht. Eine Besonderheit sind Auszüge aus einem erklärenden Sachbuch der Winkelwald-Welt, die jedem Kapitel voran gestellt werden und die auch mir als Leserin einige Zusammenhänge klarer machen konnten – das ist meiner Meinung nach eine sehr gelungene Ergänzung zum Fließtext.
Den buchverliebten und zurückhaltenden Eigenbrötler Benjamiah mochte ich von Anfang an sehr und auch Elizabella, die zu Beginn abweisend und getrieben wirkt, habe ich sehr schnell in mein Herz geschlossen. Es gibt unglaublich viele interessante Charaktere in dieser Geschichte, die die einzigartige Welt von Winkelwald bevölkern und es war mir eine Freude sie alle kennen zu lernen!
Im Voraus war ich gespannt, ob die angepriesenen Qualitätsvergleiche mit Harry Potter und den Werken von Cornelia Funke meiner Meinung nach standhalten können und war doch eher etwas skeptisch. Doch diese Bedenken haben sich für mich wirklich in Luft aufgelöst und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass diese Geschichte, die meines Wissens nach auch weitergeführt werden wird, ein echter Klassiker der Kinderliteratur werden kann: sie ist originell und individuell, zeigt viel Gefühl und kreative Elemente, ist äußerst spannend und einem höheren Ziel gewidmet, das die Kinder erreichen müssen. Mich hat sie jedenfalls restlos begeistert und überzeugt, so dass ich mich schon sehr auf die Fortsetzung freue!
Einzig wissen sollten Kinder, die in die magische Welt dieser Geschichte eintauchen, dass es durchaus düstert und auch zeitweise brutal zugeht und dass sie mit 475 Seiten doch recht umfangreich ist, doch wenn ihnen dies nicht zu nahe geht oder sie schreckt, dann steht einer atemlos spannenden, anregenden und zauberhaft-magischen Lesezeit nichts mehr im Wege – ich wünsche euch ganz viel Freude dabei!
Die wesentlichen Fragen des Lebens und ein Neuanfang
Das glückliche Leben von David Foenkinos
Das Cover von „Das glückliche Leben“ gefällt mir optisch sehr gut. Ich mag die natürlichen und harmonischen Farben sowie das Bild überhaupt und auch die Einbindung des Titels ist meiner Meinung nach wunderbar harmonisch gelungen. Einzig der Umstand, dass das Bild meiner Empfindung nach leider nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun hat, stört mich etwas.
Die Geschichte erzählt von Eric und Amelie, die sich im Laufe ihres Lebens immer wieder begegnen und deren berufliche sowie persönliche Bahnen sich immer wieder kreuzen. Zentrales Ereignis ist jedoch ein Erlebnis von Eric, der während einer Geschäftsreise nach Soul das Self-Help-Ritual der eigenen Beerdigung erlebt und seinem Leben daraufhin eine völlig neue Richtung und einen neuen Sinn gibt.
David Foenkinos erzählt diese Geschichte in einer sehr eigenen Art und Weise, an die ich mich zunächst ein wenig gewöhnen musste. Er springt immer wieder in den Perspektiven, was das Lesen für mich zeitweise etwas unruhig macht, aber sprachlich lässt sich der Text sehr angenehm und leicht erleben. Mit zunehmender Orientierung in Foenkinos Text gab es für mich jedoch keine Probleme mehr und ich mochte seine Art der Erzählung, die gut zum Inhalt passt, sehr gerne.
Die Geschichte erzählt von Neuanfängen, von schwierigen Phasen im Leben, von Sinnlosigkeit und Sinnsuche, von beruflichen Wegen und persönlicher Neuausrichtung, von Familie, Elternschaft, Liebe und Tod. All diese Themen sind zu einer dichten Erzählung versponnen und werden unaufgeregt miteinander verknüpft. Ich mochte den Erzählfluss der des Textes und wurde auch immer wieder zum Nachdenken angeregt. Vor allem Eric ist mir im Laufe der Lektüre immer mehr ans Herz gewachsen und auch andere Charaktere dieser Geschichte (von denen ich lieber noch nicht zu viel verraten möchte) haben einen sehr positiven Eindruck bei mir hinterlassen.
„Das glückliche Leben“ ist eine unaufgeregte Geschichte, die die wesentlichen Fragen des Lebens stellt und die Lust macht auf einen Neuanfang mit all seinen Möglichkeiten und Verheißungen – unbedingt genüsslich darin schwelgen!
Kreativität, Lebens- und Gedankenvielfalt in spannenden Koffern
In sieben Koffern um die Welt von Roberta Schneider
Das Cover von „In sieben Koffern um die Welt“ löst bei mir große Lust zum Eintauchen in dieses Buch aus, aber auch Reiselust und Fernweh. Das Bild ist farbstark gestaltet, interessant und sehr einladend – also einfach perfekt für ein Titelbild. Außerdem zeigt es Inhalte des Buches und das gefällt mir sehr.
Das Buch erzählt von Herrn Walis, der in einer großen Hafenstadt eine Gepäckaufbewahrung betreibt. Mit ihm dürfen wir in sieben verschiedene Koffer und die dahinter verborgenen Geschichten schauen, die so manche Überraschung bereit halten…
Roberta Schneider erzählt die Geschichte in schöner und angenehm zu lesender Sprache, die für Kinder gut geeignet ist, da sie gut verständlich und doch anregend daher kommt. Besonders gut gefallen mir persönlich Formulierungen, wie „Herr Walis nennt es rund um die Uhr. Das klingt für ihn ein bisschen wie rund um die Welt, und das ist es ja auch.“ Aber auch die einzelnen Texte zu den verschiedenen Koffern gefallen mir. Sie sind kreativ, sehr abwechslungsreich, teilweise ergreifend, dann laden sie zum Schmunzeln ein oder verlocken zum Träumen.
Ein ganz besonders toller Umstand besteht für mich darin, dass ich mit Kindern ganz intensiv in die Welt der einzelnen Koffer eintauchen und die einzelnen Gegenstände in ihnen erforschen kann. Dazu lassen sich herrlich die verschiedensten Details oder gar ganze Geschichten erfinden und es gibt unzählige Möglichkeiten des kreativen Austauschs – wirklich grandios!!
Ein Wehmutstropfen besteht für mich darin, dass das Buch nach dem letzten Koffer ganz abrupt endet. Wir waren wirklich verwundert, als danach nichts mehr kam und hätten uns auf jeden Fall eine Abrundung gewünscht. Diese könnte z. B. darin bestehen, dass die letzte Seite einen leeren Koffer zeigt, in dem das lesende Kind seine eigenen Schätze packen könnte, aber auch viele andere Ideen wären denkbar. Nur so waren wir etwas zu plötzlich aus der Geschichte katapultiert worden….schade! Später habe ich entdeckt, dass es auf der Seite des Insel-Verlags einen Download eines leeren Koffers gibt, der zum Gestalten einlädt – dieses „Zubehör“ hätte gut ins Buch integriert werden können.
Die Bilder von Katja Spitzer entsprechen eigentlich nicht unbedingt meinem persönlichen Geschmack, da sie sehr stark farbig und recht „grob“ gestaltet sind. Aber in Kombination mit der Geschichte gefallen sie mir dann doch wirklich gut und sie zaubern eine ganz eigene, eine individuelle und nicht alltägliche Stimmung für dieses Buch, was mir sehr gefällt. In diesem Buch stehen die Dinge, die die Geschichten über die Menschen erzählen ganz klar im Vordergrund, und das hat die Illustratorin wunderbar herausgearbeitet. Außerdem mag ich es sehr, dass der Kater viele einzelne Szenen verbindet und als wiederkehrendes Element auftaucht.
Hätte es ein abschließendes Ende gegeben, wäre dieses Buch für uns eine perfekte kreative Lektüre gewesen, aber auch so können wir die Geschichte guten Gewissens empfehlen, denn sie bietet vielfältige Anregungen und Möglichkeiten zum eigenen „Eindenken“, Erzählspaß und ungewöhnliche Begegnungen. Viel Freude beim „Koffer-linsen“!
Der große Mut der kleinen Eule
Huhu und Momo - Für dich trau ich mich! von Smriti Halls
„Huhu und Momo – Für dich tau ich mich“ ist ein tolles Bilderbuch über den Mut sich für einen Freund einzusetzen und dabei über sich hinaus zu wachsen!
Schon das Cover spricht mich sehr an und zeigt die beiden ProtagnonistInnen der Geschichte: Huhu und Momo sind gemeinsam unterwegs und umrahmt von ganz viel stimmungsvollem Waldflair.
So werden wir LeserInnen gleich in die Welt der Geschichte eingeladen und mich hat die Gestaltung auf jeden Fall neugierig gemacht.
Huhu, die Eule lebt glücklich im Wald und schätzt die Geborgenheit und Sicherheit ihrer Höhle, wo sie jedoch immer alleine ist. Als sie Momo, den Mäuserich kennen lernt, verliert sich diese Einsamkeit, denn jeden Abend verbringen die Beiden nun gemeinsam. Momo würde so gerne gemeinsam mit Huhu die Welt entdecken, doch diese möchte ihre Höhle nach wie vor nicht verlassen. Bis Momo eines Abend nicht kommt und Huhu sich wohl oder übel auf die Suche nach ihrem Freund begibt…
Erzählt wird die Geschichte der beiden Tiere von Smriti Halls in Reimform, was einen ganz besonderen Rhythmus und eine zauberhafte Atmosphäre beim (Vor-)Lesen hervorruft. Ich mag ihre textliche Gestaltung sehr und finde, dass es der Autorin sehr gut gelungen ist eine Struktur zu schaffen, die beim Lesen einen ganz eigenen Sog erzeugt. Die Wortwahl ist kindgerecht und anregend – es macht einfach Freude die Geschichte vorzulesen und mein Neffe bat am Ende, mit den Worten „Noch mal!“, gleich um eine Wiederholung!
Und auch die Bilder von Lucy Fleming gefallen mir sehr. Realistische und fantastische Elemente gehen in diesen Bildern eine ganz selbstverständliche Symbiose ein und sind detailreich, aber nicht überladen ausgeformt. Ich mag die gut aufeinander abgestimmten Farben, die die Bilder fröhlich bunt, aber nicht aufdringlich oder grell wirken lassen und die Emotionen der Tiere sind an ihrem Ausdruck gut erkennbar.
Bilder und Text bilden zudem eine sehr gelungene Einheit, ergänzen sich prima und setzen die Themen von häuslicher Gemütlichkeit, Angst, Freundschaft, Mut, Selbstbewusstsein und Lebensfreude perfekt in Szene. Sehr interessante und wesentliche Themen werden mit diesem Buch für Kinder ab 4 Jahren ansprechend und zauberhaft aufgearbeitet. Die Kinder können in die spannende Geschichte eintauchen, sich mit der ängstlichen Huhu oder dem abenteuerlustigen Momo identifizieren und erleben, wie wertvoll es ist, Freunde zu haben!
Uns hat das Bilderbuch eine tolle Lesezeit geschenkt und es wird in Zukunft sicherlich häufiger aus dem Regal genommen werden. Von uns gibt es eine absolute Leseempfehlung und wir wünschen euch viel Spaß mit Huhu und Momo im Wald!











