Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Sternzauber:
Grundlegende Basics und viele anregende Ideen
Fermentieren - Twist your Taste! von Nadine Schünemann
Das Cover von „Fermentieren- Twist your Taste“ von Nadine Schünemann ist modern und gradlinig gestaltet und gefällt mir sehr gut. Ich kann auf den ersten Blick interessante Fermente entdecken und die lebendigen Farben der Lebensmittel kommen bei dem weißen Hintergrund wunderbar zur Geltung. Genau so ansprechend geht es dann auch in dem hochwertig gebundenen Buch weiter.
Die Seiten sind übersichtlich und optisch attraktiv gestaltet, so dass ich mir die Texte gerne näher anschaue, gesuchte Dinge aber auch gut und schnell wieder finden kann. Ergänzt werden die Textbausteine, die in kurze, gut erfassbare Abschnitte gegliedert sind, durch ästhetisch zurückhaltende Fotos. Besonders angetan haben es mir die Bilder zu den Rezepten, die mir einfach sprichwörtlich „das Wasser im Mund zusammen laufen lassen“.
Nadine Schünemann berichtet in diesem Buch aus jahrelanger, eigener Erfahrung mit dem Fermentieren und gibt ihr Wissen in sehr sympathischer Art und Weise an uns LeserInnen weiter. Ich mag es sehr, dass sie viele Basics aufgreift und uns wirklich die Ausgangspunkte an die Hand gibt, um selber aktiv werden zu können. Ich habe bei diesem Buch zum ersten Mal das Gefühl, dass ich mich wirklich selber ans Ausprobieren wagen werde, weil ich viel Wissen zu den Grundlagen erwerben konnte - die auch noch ansprechend daher kamen. Sehr hilfreich fand ich zum Beispiel Erläuterungen dazu, wie ein Ferment aussehen sollte, oder wie eben nicht. Aber mich haben auch die Informationen zum gesundheitlichen Nutzen von Fermenten, zu der Geschichte des Fermentierens und zum Einsatz von fermentierten Lebensmitteln sehr interessiert.
Besonders faszinierend wird es natürlich dann, wenn es in die Praxis geht und da hält die Autorin einen ganzen Schatz an herzhaften sowie süßen Basis-Fermenten bereit und regt dazu an, diese auch experimentell zu nutzen und z. B. als Würzmittel einzusetzen. Im Kapitel „Mix & Match“ werden aber auch verlockende Rezepte „fertig“ angeboten. Z. B. finden sich Frühstücksideen, Drinks, Desserts oder auch Comfort Food. Ich bin absolut überrascht, wie vielfältig sich fermentierte Lebensmittel einsetzen lassen und extrem neugierig darauf auszuprobieren.
Eine schöne Ergänzung für Neulinge wie mich, aber auch eben eingebaute Werbung, ist die Tatsache, dass die Autorin mit der Marke „Lieblingsglas“ einen eigenen Verkauf von Zubehör betreibt. Ich werde mich auf ihrer Seite noch mal genauer umschauen, denn als Anfängerin fühle ich mich mit dem Gedanken sehr wohl, dass ich mit den Produkten arbeiten kann, die auch im Buch beschrieben werden.
„Fermentieren“ hat mich mit der Fülle der Informationen und mit einer sehr ansprechenden, sowie kompetent wirkenden Vermittlung, absolut überzeugt und ich freue mich wahnsinnig darauf, in dieses spannende Metier einzusteigen. Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter und wünsche viel Spaß beim Ausprobieren!
Ein kunstvoll sinnliches und berührendes Erlebnis
The Artist von Lucy Steeds
Das Cover von Lucy Steeds` “The Artist” ist wunderschön! Ich liebe die Gestaltung, die aus dem impressionistisch anmutenden Lavendelfeld, der Farbschicht mit den Pinselspuren und dem Text besteht. Für meinen Geschmack harmoniert sie wunderbar miteinander und passt auch ausgesprochen gut zur Geschichte.
Zudem wirkt die Farbgestaltung real zum Glück überhaupt nicht so grell wie am Bildschirm.
Erzählt wird die Geschichte von dem jungen Journalisten Joseph, der die Möglichkeit erhält den zurückgezogen lebenden und abweisenden Künstler Edouard Tartuffe zu interviewen. Als er bei ihm eintrifft, ist der jedoch wenig begeistert und alles entwickelt sich anders als gedacht, doch Joseph bleibt und lernt auch Ettie, die Nichte des Künstlers kennen, die noch weit mehr Geheimnisse birgt und bewahrt als das eigentliche Objekt seiner Recherche. Immer tiefer taucht er in dieses ganz andere Leben ein und legt Schicht um Schicht aus Geheimnissen und Verständnis frei…
„The Artist“ ist Lucy Steeds` Debüt und das ist wirklich fulminant und absolut einnehmend – mich hat es jedenfalls rundum begeistert! Schon der Einstieg ins Buch aus dem Jahr 1957 hat mich so neugierig gemacht und gefangen genommen, dass ich das Buch danach gar nicht mehr gerne aus der Hand legen wollte. Die Autorin erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und so können wir LeserInnen sowohl Joseph, als auch Ettie wunderbar nah kommen, mit ihnen fühlen und ihre Beweggründe verstehen. Dabei gelingt es der Autorin meisterhaft im Laufe der Geschichte eine unterschwellige aber zunehmende Spannung aufzubauen, die mich wirklich durch die Seiten gezogen hat, da ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht und was geschieht. Doch im Grunde ist es eine leise und feine Geschichte. Wer „Action“ sucht ist hier an der falschen Adresse, doch wer den gleißend heißen Sommer auf der Terrasse und im Atelier eines begnadeten Künstlers in Frankreich verbringen möchte, der ist hier an genau richtig.
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich schon einmal ein Buch gelesen hätte, das eine Geschichte so sinnlich und so intensiv erzählt hätte, wie es in „The Artist“ der Fall ist. Die Beschreibungen der entstehenden Bilder sind so gut, dass ich das Gefühl hatte, die Farbschichten sehen, das Terpentin riechen und den Pinsel über die Leinwand kratzen hören zu können. Genau so verhielt es sich mit der flirrenden Hitze über den Feldern Frankreichs und den Lebensmitteln, die Lucy Steeds in Haptik, Geruch und Geschmack lebendig werden lässt – unglaublich toll!
Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto besser dürfen wir die beiden Hauptcharaktere kennen lernen und erfahren in Rückblicken auch immer mehr aus ihrem Leben, was ihre Verhaltensweisen und Gefühle so nachvollziehbar macht, dass ich ganz eintauchen konnte. Die beiden sind sehr unterschiedlich, aber individuell und stimmig gezeichnet und ich habe sie beide schnell ins Herz geschlossen. Der Künstler Edouard Tartuffe ist unglaublich präsent und er beherrscht die Geschichte in weiten Teilen, was wunderbar zu seiner Charakterdarstellung und der Atmosphäre der Geschichte passt. Es gibt so viele Besonderheiten und wundervolle Momente in der Geschichte, dass ich am liebsten von ihnen allen erzählen möchte, aber ich will natürlich nicht zu viel vorweg nehmen, sondern lieber dazu ermutigen, diese Geschichte selber zu entdecken – es lohnt sich absolut!
Denn „The Artist“ ist eine wundervolle und außergewöhnliche Geschichte, die mich sehr beeindruckt und tief berührt hat. Künstlerisches Genie, Grausamkeit, Liebe, Natur, menschliche Stärken und Schwächen, Freiheit und Sehnsucht bilden hier eine Symbiose, die den Weg mehrere Leben nachzeichnen und uns LeserInnen mitnehmen, in einen ganz eigenen Kosmos. Ich bin wirklich Fan und empfehle das Buch von Herzen gerne weiter!
Ein Buch, das bleibt und beeindruckt!
Ein Ort, der bleibt von Sandra Lüpkes
Das Cover von „Ein Ort, der bleibt“ von Sandra Lüpkes liebe ich sehr! Es ist sowohl bildlich, als auch in der Gesamtgestaltung absolut nach meinem Geschmack und es versprüht mit all den Pflanzen im Gewächshaus eine Atmosphäre, die mich sofort in ihren Bann zieht und die mich dazu verleitet, das Buch unbedingt lesen zu wollen.
Und wer diesem Ruf folgt, wird von einer ganz besonderen Geschichte empfangen:
Sie erzählt von einem ganz außergewöhnlichen Ort mitten in einer Metropole – dem botanischen Garten von Istanbul! Unzählige Pflanzen gedeihen hier, aber auch die Schicksale von ganz besonderen Menschen verbinden sich auf diesem Fleckchen Erde zu einer Geschichte. Denn 1933 kommt Magda mit ihrem jüdischen Mann und Wissenschaftler Alfred Heilbronn nach Istanbul und er legt diesen Garten an. Darin arbeitet und forscht Mehpare. Und viele Jahre später, in der heutigen Zeit, wird Imke an diesen Platz geschickt und soll als Stadtplanerin mit darüber entscheiden, wie die Zukunft dieses Ortes aussehen wird.
Sandra Lüpkes hat mich von der ersten Seite an gefesselt und mir mit diesem Buch eine sehr intensive und berührende Lesezeit geschenkt. Es ist eine leise Geschichte, die ohne Drama und Gewese von ganz „normalen“ Menschen erzählt und genau dadurch aber eine unglaubliche Tiefe, Authentizität und Intensität erreicht. Ich konnte mich, trotz der ganz anderen Lebensumstände der ProtagonistInnen, wunderbar in ihre Gefühle und Erlebnisse hinein versetzen, durfte mitfühlen und dem Fortgang der Geschichte entgegen fiebern. Ich war so eingetaucht in das Geschehen, dass mich die Handlung oft auch außerhalb der Lesezeiten stark beschäftigt hat und ich mich immer wieder dabei erwischt habe, dass ich über die Menschen im Buch und ihre Erlebnisse nachgedacht habe. Schön!
Erzählt wird die Geschichte in sehr angenehmer und flüssiger Sprache, die das Lesen leicht macht und durch die Kapitel auf den unterschiedlichen Zeitebenen und aus der Sicht verschiedener Charaktere, durfte ich diesen und dem Geschehen sehr nah kommen. Mir hat das ausgesprochen gut gefallen und es hat die Intensität des Lesererlebnisses noch einmal erhöht. Ganz besonders Anregend waren für mich auch viele Themen, denn mir war zum Beispiel bisher überhaupt nicht bewusst, dass damals deutsche Wissenschaftler in die Türkei berufen wurden und somit dem Holocaust entgehen konnten. Dabei gelingt es der Autorin meisterhaft historische und fiktive Inhalte zu einer Geschichte zu vereinen, die auch aktuelle Themen aufgreift und zum Nachdenken einlädt, die aber auch einfach wunderbar unterhält und berührt.
Die herrlich feinsinnigen und detaillierten Beschreibungen von Umgebungen und Situationen ließen Bilder in meiner Fantasie entstehen und entführten mich an genau die Orte, an denen sich die ProtagonistInnen befanden. Und auch, wenn der Roman in Zeiten spielt, die die Menschen vor große Herausforderungen stellen, so schafft es Sandra Lüpkes, dass der Geschichte eine gewisse Leichtigkeit und Hoffnung nie verloren geht. Etwas ganz besonderes wird dieses Buch dann dadurch, dass viele Situationen und Charaktere reale Vorbilder haben und die Autorin im Anhang eine Einordnung dazu abgibt, welche Inhalte historisch belegt und welche fiktiv eingearbeitet worden sind. Dies ist für mich eine hervorragende Abrundung der Geschichte und auch die Kurzbiografien der historischen Persönlichkeiten habe ich mit Freude und Interesse gelesen.
Dieses Buch ist prall gefüllt mit dem Leben an sich, mit lebensnahen und doch so besonderen Menschen und mit vielen Emotionen. Es ist authentisch, berührend und fesselnd, eine tolle Unterhaltung, aber auch eine ganz besondere Erinnerung – Ich bin begeistert und absolut überzeugt, weshalb ich „Ein Ort, der bleibt“ von Herzen gerne weiter empfehlen möchte! Viel Freude beim Lesen!
Anders als erwartet…
Mirabellentage von Martina Bogdahn
Mir gefällt das Cover von „Mirabellentage“ sehr gut, denn es bildet gestalterisch eine wunderbare Einheit mit dem Titel des Buches und ich mag die Darstellung der Früchte sehr.
Erzählt wird die Geschichte von Anna, die als Haushälterin für den Pfarrer des Ortes arbeitet. Als dieser verstirbt, stellen sich ihr plötzlich ganz unerwartete und neue Aufgaben und die Frage, wie sie ihr weiteres Leben verbringen möchte.
Auf „Mirabellentage“ habe ich mich sehr gefreut, denn ich wollte „Mühlensommer“ von der Autorin schon lange gerne lesen, bin aber irgendwie nie dazu gekommen. Doch an Hand der Buchbeschreibung hatte ich ehrlich gesagt eine andere Geschichte erwartet, als die, die ich im Buch vorgefunden habe und ich muss auch gestehen, dass einige Dinge leider nicht meinem Geschmack entsprechen.
Martina Bogdahn erzählt in flüssiger Sprache, so dass das Lesen mühelos ist und wirklich Spaß macht. Sehr gefallen hat mir zudem, dass die Hauptprotagonistin Anna aus der Ich-Perspektive erzählt, denn so hatte ich das Gefühl, dass ich ganz nah an sie heran kommen darf beim Lesen. Sehr ambivalent stehe ich jedoch teilweise der Erzählweise und vor allem dem Humor der Geschichte gegenüber. Dieser wirkt für mich in vielen Fällen leider nicht stimmig, sondern eher zu „gewollt“ oder aufgesetzt und teilweise auch wirklich deplatziert. Das hat der Geschichte für mein Empfinden leider wirklich geschadet, denn es zerstörte die eigentlich tolle Atmosphäre des Buches. Außerdem gab es auch humorig aufgearbeitete Szenen, die für mein Empfinden wirklich eher geschmack- und respektlos waren statt lustig.
Die Handlung spielt in einer Gegenwart der nicht allzu fernen Vergangenheit, sie schaut aber auch immer wieder auf Ereignisse und Begebenheiten zurück, die weiter zurück liegen. Mir hat diese Mischung grundsätzlich sehr gut gefallen, mit der Zeit häuften sich die Rückblicke jedoch immer mehr und störten damit - in meiner Empfindung – teilweise den Fluss der Geschichte. Andererseits habe ich als Leserin durch die Rückblenden auch wirklich viel über die Charaktere und das Ortsleben erfahren dürfen und das hat mir sehr gefallen.
An einigen Stellen der Geschichte habe ich mich über sehr weise Aussagen gefreut und Martina Bogdahn ist es auch immer mal wieder gelungen sehr tiefgründige Gespräche oder Szenen einzubauen, die mich erreichen konnten und die mir sehr gefallen haben. Auch die Haushälterin Anna mag ich sehr. Sie ist ein starker, aber auch zweifelnder und vielschichtiger Charakter, der mir wirklich gut gefallen hat.
Alles in allem muss ich leider sagen, dass diese Geschichte meine Erwartungen nicht erfüllen konnte und ich mit zwiegespaltenem Gefühl zurück bleibe. Für mich gibt es wirklich gut gelungene Elemente der Geschichte, aber eben auch leider Dinge, die meinem Geschmack überhaupt nicht entsprechen, weshalb ich leider nur 3 Sterne vergeben kann.
Dänische Schmetterlinge und die Fragen des Lebens
Das Jahr der Schmetterlinge von Lea Korsgaard
„Das Jahr der Schmetterlinge“ von Lea Korsgaard wird von einem Cover geschmückt, das mir sehr gut gefällt, wenn die Farben für mich auch gerne im natürlicheren Bereich hätten bleiben können. Doch der pinkfarbene Titel ist auf jeden Fall ein Blickfang und in die bunte Welt der Falter passt auch diese Farbe natürlich wunderbar.
Doch nicht nur außen ist dieses Buch schön – im Inneren erwarten uns LeserInnen in unregelmäßigen Abständen wundervolle Farbseiten mit kunstvoll gestalteten Bildern von den Schmetterlingen, die die Autorin entdeckt hat.
Denn Lea Korsgaard nimmt uns in diesem Buch mit auf eine ganz besondere Reise. Vollkommen unerfahren und ohne eine Ahnung, warum sie diesen Wunsch hat, setzt sie sich das Ziel, dass sie in einer einzigen Saison alle heimischen Schmetterlinge auf dänischem Boden entdecken möchte. Zunächst recht planlos, dann mit immer mehr Unterstützung, macht sie sich auf die Suche und tauchte dabei in eine ganz eigene Welt ein.
Dieses Buch hat mich in die Welt der Schmetterlinge entführt und mir auf unterhaltsame, leise Art und Weise einiges über diese geflügelten Wesen und ihre Lebensweisen beigebracht ohne anstrengend zu sein. Der Text liest sich wirklich angenehm und neben der Suche nach den Schmetterlingen, lässt uns die Autorin auch an ihrem Familienleben sowie ihren Gedanken rund um viele Fragen des Seins teilhaben. Ein sehr elementares Thema ist dabei auch der Naturschutz bzw. der dramatische und gefährliche Rückgang so vieler (Insekten-)Arten. Sie ist überhaupt keine Fachfrau und stellt auch keinerlei dahingehenden Ansprüche, sondern vermittelt eigene Erfahrungen und Erkenntnisse auf sehr persönliche Weise, was mir sehr gefallen hat. Immer wieder schaut sie auch auf die Geschichte des Menschen mit den Schmetterlingen und erläutert im Zuge dessen z. B. mythologische, religiöse oder poetische Zusammenhänge, was ich sehr interessant fand.
Nicht so glücklich war ich dagegen mit dem Ende des Buches, das mir viel zu abrupt daher kam und das mich leider etwas unbefriedigt zurück gelassen hat. Ohne zu viel verraten zu wollen, hätte ich mir am Ende einen runden Abschluss gewünscht, der hier für meinen Geschmack fehlte.
„Das Jahr der Schmetterlinge“ ist ein außergewöhnliches Buch, das ein besonderes Projekt mit vielen sachlichen Informationen, aber auch mit vielen persönlichen Erlebnissen, Gedanken und Einblicken kombiniert und das Umweltschutzfragen genau so thematisiert, wie eigene Wünsche und die großen Fragen des Lebens. Ein Highlight sind für mich auf jeden Fall die Bildseiten mit den Schmetterlingen im Inneren und ich empfehle dieses Buch sehr gerne allen aufgeschlossenen LeserInnen, die auf der Suche nach etwas Besonderem sind – viel Freude beim Lesen!
Beeindruckend und berührend – eine besondere Entdeckung
Elbland von Claudia Rikl
„Elbland“ von Claudia Rikl hat mich sehr begeistert und auch das Cover dieses Buches mag ich sehr gerne. Einen direkten Zusammenhang mit der Geschichte kann ich zwar nicht erkennen, aber ich die natürliche Gestaltung in Grün- und Brauntönen mit den leuchtend gelben Blumen ist unglaublich kraftvoll und schön.
Dazu passen Titel und Autorinnenname hervorragend und es ergibt für mich ein stimmiges, sehr schönes Gesamtbild, das zum Lesen einlädt.
Erzählt wird die Geschichte von Nina, die sich nach dem Tod der Mutter plötzlich völlig verloren fühlt. Jahrelang hatte sie sich um diese gesorgt und gekümmert, sich immer nach Freiheit gesehnt, doch nun kann sie diese überhaupt nicht annehmen. Spontan fährt sie ins Riesengebirge, wo die Familie vor vielen Jahren ihren letzten gemeinsamen Urlaub verbrachte und versucht auf den Spuren ihrer Mutter, die dort geboren wurde, zu ergründen, was diese erlebt hat und warum ihre Familie auseinander brach. Kann sich Nina der Vergangenheit stellen und auch herausfinden, wer sie selber eigentlich ist?
Claudia Rikl ist es in diesem Buch, das von ihrer eigenen Familiengeschichte inspiriert wurde, gelungen, mich völlig zu fesseln und in ihren Bann zu zeihen. Ich kannte die Autorin bisher nicht, wurde aber vom Klappentext angezogen und habe mich sofort in die feine, poetische und teils wunderschöne Sprache dieser Geschichte verliebt. Ich mag ihre Art zu erzählen ausgesprochen gerne und habe auch Nina sehr schnell in mein Herz geschlossen. Die ProtagonistInnen der Geschichte wirken auf mich sehr authentisch und werden individuell gezeichnet, was sie lebendig und lebensnah macht. Ich konnte ihre Zerrissenheit, ihre Trauer, ihre Verlorenheit und das Unverständnis beim Lesen so gut spüren, genau, wie all die anderen Gefühle, die in dieser prallen Geschichte eine so wichtige Rolle spielen.
Die Autorin macht es ihren Figuren nicht leicht, sondern lässt sie all das Leben, all die Gefühle, all die Vergänglichkeit aushalten, durchkämpfen und durchleiden. So ist es auch für uns LeserInnen nicht immer leicht die Geschehnisse auszuhalten, aber es lohnt sich absolut und mich hat diese Tiefe sehr begeistert. Aber es geht bei Weitem nicht nur um Schwieriges und Belastendes und es ist wunderschön Nina in ihrer Entwicklung begleiten zu dürfen. Claudia Rikl erzählt auf zarte und leise weise, verpackt darin jedoch Großes, Persönliches und Geschichtliches, das auch heute (wieder) sehr relevant ist. Zusätzlich zu all der Lesefreude habe ich so auch von Umständen im damaligen Böhmen erfahren, die mir bisher nicht bekannt waren und konnte dazu lernen, was ich als sehr bereichernd empfunden habe.
Berührt hat mich außerdem die Widmung des Buches, die insbesondere an die Großmutter der Autorin geht und die mit einem Foto dieser Frau geziert wird. Der persönliche Bezug ist in diesem Werk sehr gut zu spüren und vielleicht macht das auch einen Teil der Intensität der Geschichte aus. Für mich ist „Elbland“ jedenfalls eine ganz besondere Entdeckung, die mich tief berührt hat und auch sicherlich nachklingen wird. Ich empfehle dieses Buch von Herzen allen LeserInnen, die sich mit Nina auf die Reise machen wollen – in die Vergangenheit ihrer Familie und zu sich selbst! Viel Freude dabei!
Trude Teiges erstes Buch – einfach wunderbar!
Der Gesang der See von Trude Teige
Das Cover von Trude Teiges neuem Buch „Der Gesang der See“ gefällt mir sehr gut, denn ich liebe das maritime Bild darauf sehr und in Kombination mit dem Titel und den anderen Angaben ergibt sich eine wunderbare Einladung, um das Buch lesen zu wollen.
Erzählt wird die Geschichte von der jungen Kristiane, die mit ihrer Familie auf einer kleinen Fischer-Insel an der norwegischen Westküste lebt und die ihrem Vater verspricht, den Lotsenposten, der seit Generationen in der Familie gehalten wird, auch weiterhin zu erfüllen.
Doch als ihr Mann stirbt und sie als Frau keine Schiffe geleiten darf, gerät ihr Versprechen in Gefahr und sie muss für ihre Zukunft schwerwiegende Entscheidungen treffen…
Eigentlich ist es nicht richtig, dass ich zu Beginn über Trude Teiges „neues“ Buch gesprochen habe, denn bei „Der Gesang der See“ handelt es sich eigentlich um ihr erstes Buch, das bisher allerdings nicht in Deutschland veröffentlicht worden war. Qualitativ steht diese Geschichte der „Großmutter-Reihe“ meiner Meinung nach jedoch in nichts nach, denn auch hier gelingt es der Autorin meisterhaft eine unglaubliche Tiefe und einen Sog in der Geschichte zu verorten, die mich regelrecht in das Geschehen hinein zieht. Ich durfte sehr intensiv mit den ProtagonistInnen fühlen (vor allem mit Kristiane) und finde sie authentisch sowie stimmig individuell gezeichnet. Das Inselgefüge mit all seinen Eigenheiten und bunten Charakteren wird wunderbar lebendig beschrieben und auch die Landschaft konnte ich mir beim Lesen sehr gut vorstellen. Zudem fand ich sehr interessant in eine ganz andere Zeit und mir unbekannte Welt eintauchen zu dürfen, die so eindringlich beschrieben und zum Leben erweckt wurde.
Irgendetwas an der Stimme dieser Geschichte empfinde ich trotzdem als ganz anders, als in den Geschichten der Großmutter-Reihe, ich kann jedoch leider nicht benennen, was das ist und dieses Empfinden nehme ich auch überhaupt nicht negativ war – „Der Gesang der See“ ist einfach eine ganz andere Geschichte, die aber absolut genau so lesenswert und wunderbar ist, wie die anderen Bücher von Trude Teige und ich freue mich sehr darauf, dass es ab August 2026 ein weiteres Buch geben soll, das die Geschichte rund um Kristina weiter erzählen wird.
Ideenreichtum für einen naturnahen Garten
Mein wilder, bunter Garten - Einfach naturnah gärtnern von Silvia Hardt
Ich mag das Cover von Silvia Hardts Buch „Mein wilder, bunter Garten“ sehr gerne. Es zeigt bereits einen Ausschnitt aus ihrem grünen Reich und dieser sorgt bei mir bereits auf den ersten Blick für große Lust aufs Gärtnern. Ein Highlight sind dabei für mich die Laufenten, die durchs Bild huschen und es, sowie den Garten, noch viel lebendiger erscheinen lassen.
In Kombination mit der modernen Schrift ergibt sich eine wunderbare Covergestaltung, die zum Entdecken einlädt und neugierig macht.
Aber auch das Buch an sich ist sehr hochwertig und ansprechend gestaltet. Im Inneren finden sich viele wunderschöne und anregende bunte Bilder aus dem Garten der Autorin und hier und da gibt es auch Zeichnungen, um einen Sachverhalt zu verdeutlichen. Die Texte sind gut gegliedert und ansprechend unterteilt, immer wieder fassen Tabellen Wissen kompakt zusammen und in „Hinweis-Blasen“ werden Informationen gestalterisch hervorgehoben. Jede Seite sieht anders aus und so bleibt das Entdecken im Buch immer spannend und abwechslungsreich. Ganz zu Beginn gibt es zudem eine übersichtliche Inhaltsangabe, mit der sich gesuchte Themen schnell finden lassen, es macht aber auch wirklich Spaß sich einfach treiben zu lassen und sich ungeplant auf den Seiten umzuschauen.
Silvia Hardt präsentiert uns LeserInnen zunächst Grundwissen zu naturnahen Gärten, um uns dann an Hand ihres grünen Paradieses die einzelnen Lebensräume eines solchen vorzustellen. Dabei überschneiden sich natürlich manche Inhalte und es ergibt sich ein stimmiges Bild. Sehr gut gefällt mir, dass die Autorin nicht auf Perfektion, oder darauf pocht, dass möglichst schnell viel verändert werden muss, um einen eigenen wilden Garten zu gestalten. Sie vermittelt vielmehr ganz entspannt, dass jede Maßnahme für einen naturnahen Bereich hilfreich und sinnvoll ist, wodurch sie meiner Meinung nach wunderbar Barrieren abbaut und Zugänge ermöglicht. In den gleichen Bereich fällt für mich z. B. auch die Aussage, dass Vielfalt wertvoller ist als die Maßgabe, dass ausschließlich einheimische Pflanzen genutzt und gepflanzt werden sollten und nichts desto trotz finden sich zum Abschluss des Buches Portraits einheimischer Wildpflanzen, die laut Autorin für einen naturnahen Garten wertvoll sind.
„Mein wilder, bunter Garten“ ist ein wunderschön gestaltetes Buch, mit vielen Tipps für Einsteiger und neugierige Gartenenthusiasten, die Lust haben sich auf niederschwellige Art und Weise mit der Idee eines naturnahen Gartens auseinander zu setzen. Für mein Empfinden braucht es für die Umsetzung an der ein oder anderen Stelle vielleicht weitergehende Literatur für Anfänger, aber zum Schmökern, Genießen und Ideensammeln ist dieses Buch wunderbar geeignet. Mir hat es große Freude gemacht den Garten von Silvia Hardt mit all den pflanzlichen und tierischen Bewohnern auf so sympathische und schöne Art kennen lernen zu dürfen und ich empfehle dieses Buch von Herzen gerne weiter – viel Freude beim Entdecken!
Freud und Leid auf dem Bauernhof in der Steiermark
Gekommen, um zu bleiben von Madeleine Becker
Ich mag das Cover von „Gekommen, um zu bleiben“ von Madeleine Becker sehr gerne. Das viele Grün und die Tiere erzeugen bei mir unmittelbar große Lust aufs Landleben und ich finde es auch schön, die Autorin gleich auf den ersten Blick ein wenig kennen lernen zu können. Die Gestaltung insgesamt strahlt dabei eine wunderbar harmonische Mischung aus ländlicher Nostalgie und Moderne aus, was mir sehr gefällt.
Und auch im Inneren des Buches erwartete mich eine sehr gelungene Gestaltung, beginnend in der Klappe, wo ich einen Plan des Hofes vorgefunden habe. In der hinteren Klappe wird zudem die Wald-WG vorgestellt und beides ist wundervoll individuell und kreativ umgesetzt. Außerdem bietet es mir Orientierung und nähere Einblicke, was ich sehr schätze. Außerdem gibt es zwei Bildteile, die mit vielen bunten Bildern der Tiere, des Hofes und der Menschen dazu aufwarten, was mir ebenfalls sehr gefällt.
Im Text erzählt Madeleine Becker von ihrem Neuanfang und von ihrem Ankommen in ihrem „Haus am Wald“. Mit ihrem Partner Lukas und etlichen Tieren ist sie vom Bauernhof ihrer Schwiegereltern in die Steiermark geflohen und hat dort mit ihnen ihr eigenes kleines Paradies am Waldrand geschaffen. Dieses ländliche Idyll ist jedoch keines Wegs frei von Chaos, Katastrophen, Verlusten und Herausforderungen und doch auch gesegnet mit ganz viel Freude, Zuversicht, Tierliebe, Mut und Glück im Moment.
Ich kenne keines der vorherigen Bücher der Autorin und auch ihre Beiträge des Bloggs @frau_freudig sind mir nicht bekannt. Trotzdem war ich sehr neugierig auf dieses Buch und darf nach der Lektüre verraten, dass ich eine anregende, interessante und auch berührende Lesezeit hatte. Madeleine Becker erzählt in sehr angenehmer Art und Weise, die mir das Gefühl gibt, dass sie mir ganz persönlich von ihrem Leben im Haus am Wald erzählt. Dabei hat es mich überrascht, wie offen sie ihr Leben, ihre Gefühle und Gedanken mit uns LeserInnen teilt und war immer wieder davon berührt – sowohl von Glück und Erleichterung, als auch von Angst und Schmerz. Sie lässt uns wirklich in ihre Welt eintauchen und so fahnden wir am Berg nach den entlaufenen Kühen, verjagen mit ihr den Bussard, der es auf die Hühner abgesehen hat, verfallen dem neuen Kater Theo und versinken im Schlamm, freuen uns über das erste Gemüse und über den Besuch enger Freunde, hadern mit Ungerechtigkeiten und versinken im Chaos immer neuer Anforderungen. Nicht zuletzt musste ich an mancher Stelle auch wirklich laut lachen, weil es einfach zu komisch war, was „Tier“ da so veranstaltet hat.
Neben all den Anekdoten aus der Lebensgemeinschaft des Hofes, gibt es aber auch immer wieder Einordnungen von universellen landwirtschaftlichen Themen. Ich kann diese inhaltlich überhaupt nicht beurteilen, empfinde die Aussagen der Autorin jedoch als stimmig und sie wirken gut recherchiert. Mir haben sie vor allem mansch neuen Einblick geschenkt, denn viele Dinge wusste ich nicht, oder war mir deren Zusammenhänge nicht bewusst. Eine wunderbare Ergänzung ist zudem der Anhang des Buches, in dem es eine Liste zu Tiersichtungen auf dem Gelände des Hofes, sowie ein Glossar mit Begriffen gibt, die vielleicht nicht jedem Leser geläufig sind. Zudem gibt es ein einladendes und erklärendes Vorwort sowie eine Playlist zum Buch – ein tolles Gesamtpaket!
Auch wenn das Landleben mit den Tieren und dem eigenen Gemüseanbau ein zentrales Thema dieses Buches ist, so geht es doch auch ganz generell um einen Neuanfang, darum sich selber (wieder) zu finden, behutsam mit sich und seiner Umwelt umzugehen und seinen eigenen Weg bzw. Platz in der Welt zu finden. Daher kann ich dieses Buch nicht nur allen LeserInnen empfehlen, die Interesse an „tierischen Themen“ haben, sondern glaube, dass die allermeisten Identifikationspunkte in den alltäglichen und lebensnahen Inhalten finden werden – viel Freude bei eurer Reise in die Steiermark!
Mütter und Töchter
Das gute Leben von Nadine Schneider
„Das gute Leben“ von Nadine Schneider wird von einem Cover geziert, das mir sehr gut gefällt. Wenn man die Geschichte gelesen hat, weiß man, warum, die Weinblätter wunderbar zum Buchinhalt passen und ich bin sehr fasziniert von der Verflechtung dieser mit den Buchstaben des Titels, die für mich ein wunderschönes Bild ergeben.
Und auch die Farbgestaltung ist für meinen Geschmack sehr gelungen.
Die Geschichte erzählt von Christina, die das Haus ihrer Großmutter erbt und so an den Ort zurück kommt, an dem sie aufgewachsen ist. Eigentlich möchte sie das Haus ausräumen, kann sich jedoch nicht dazu überwinden und taucht stattdessen in das Leben der Frauen ihrer Familie zwischen Rumänien und Deutschland ein.
Nadine Schneider schreibt diese Geschichte in gut lesbarer und flüssiger Sprache, ich muss jedoch leider gestehen, dass mich ihre Art der Erzählung zum Großteil nicht so wirklich berührt hat. Irgendwie bleibt die Handlung für mich in weiten Teilen auf Distanz und als Leserin war ich oft nur unbeteiligte Zuschauerin. Das ist wirklich schade, denn die Geschichte hat an sich viel Potenzial und auch wirklich gute Momente.
So richtig nah ist mir keine der vier Frauen während der Lektüre gekommen und doch haben mich die unterschiedlichen Leben - von der Urgroßmutter bis zur Enkelin – sehr interessiert. Nadine Schneider webt ein fein verknüpftes Bild der familiären und emotionalen Bindungen dieser Frauen und auch, wenn diese stark problembehaftet und wenig liebevoll sind, spürt man doch, wie sehr diese an den Protagonistinnen ziehen und zerren und wie sehr sich alle 4 nach Unterstützung, Verständnis, Zugehörigkeit und Liebe sehnen. In diesen Punkten hat es die Geschichte dann doch geschafft mich zeitweise zu erreichen.
Das Hauptthema ist sicherlich die Beziehung zwischen den verschiedenen Frauen einer Familie und dazu gehören hier auch Verlust (der eigenen Identität) und Zurücklassen, Trauer, Unzufriedenheit, fehlende Liebe und Zuneigung, Sprachlosigkeit, Orientierungslosigkeit, Sehnsucht und viele andere Gefühle. Die Geschichte ist sehr melancholisch und geprägt von der Verlorenheit der Figuren, was für mich im Rahmen der Handlung ein stimmiges Bild ergibt. Und ich mag es auch sehr, dass die Geschichte auf verschiedenen Zeitebenen spielt, die wirklich gelungen miteinander verbunden sind.
Wie auch bei anderen Punkten, habe ich das Ende als ambivalent empfunden. Auf der einen Seite passt es gut zur Geschichte und endet mit einem passend gesetzten Punkt, auf der anderen Seite lässt es mich doch mit vielen Fragen zurück. Mein Empfinden zu diesem Buch ist für mich selber nicht leicht einzuordnen und irgendwie zwiespältig: Ich habe es einerseits gerne gelesen, würde es aber momentan nicht erneut zur Hand nehmen und fühle mich andererseits in einigen Punkten nicht so wirklich wohl damit… Daher vergebe ich 3,5 Sterne und wünsche euch viel Freude beim eigenen Entdecken!











