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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Sternzauber:

Das Meer und die Suche nach Freiheit

Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin

Ich liebe das Cover von „Die Bernsteinfischerin“! Denn die natürliche Szene am Meer mit sonnenlichhtgefärbten Wolken, sprudelnden Wellen und den Vögeln ist einfach wunderschön und sie löst bei mir große Sehnsucht nach der Weite es Meeres aus. Die rundum laufende Gestaltung des Schutzumschlages passt zudem wunderbar zum Inhalt der Geschichte und auch ohne Umschlag gefällt mir das Buch in seiner minimalistischen, aber hübschen Gestaltung sehr.

Die Geschichte erzählt von Julika, die als Bernsteinforscherin das Leben von vor sehr langer Zeit unter die Lupe nimmt. Doch außerhalb dessen, befindet sie sich in einem bewegungslosen Schwebezustand und hat ihr Leben auf Eis gelegt, da sie sich ausschließlich um ihre kranke Mutter kümmert. Eines Tages jedoch entdeckt sie eine sensationelle Inkluse in einem Bernstein, der sie an die Ostsee und zu einer ganz besonderen Frau führt. Kann diese Veränderung, kann die Begegnung mit Ebba dazu führen, dass Julika sich auf die Suche nach ihrem eigenen Weg macht?

Lisa Quentin erzählt ihre Geschichte, die für mich die erste aus ihrer Feder ist, aus zwei verschiedenen Perspektiven und das gefällt mir sehr. Auf diese Weise konnte ich nämlich sowohl Julikas als auch Ebbas Geschichte hautnah verfolgen und ganz intensiv eintauchen. Für meinen Geschmack ist es der Autorin dabei hervorragend gelungen, mich mitfühlen zu lassen und ich konnte die Beweggründe und Gefühle der ProtagonistInnen immer sehr gut nachvollzeihen. Mich hat dabei vor allem die Suche nach innerer Freiheit sehr in ihren Bann gezogen und beschäftigt. Und auch, wenn weder Ebba noch Julika auf den ersten Blick die größten Sympathieträgerinnen sind und sich sehr von der Welt abkapseln, haben sie mein Herz beide schnell erobert und mich mit in ihre Geschichte genommen. Es hat mir Freude gemacht diese beiden straken Frauen kennen zu lernen und ihre Entwicklung begleiten zu dürfen.

Der Text lässt sich wunderbar leicht und angenehm flüssig lesen und ist durch die Überschriften mit dem Namen der Erzählerin sowie Angaben zu Ort du Zeit sehr gut strukturiert. Bereits das Cover hat bei mir für „Meer(fern)weh“ gesorgt, doch die Geschichte hat noch mehr Sehnsucht ausgelöst. Ich hatte wirklich oft das Gefühl das Meer rauschen, den Wind tosen und das Salz riechen zu können…wundervoll!

Und auch die Themen der Handlung sind für meinen Geschmack wunderbar miteinander verwoben. So gibt es viele tiefgründige Inhalte, die authentisch dargestellt sind, die Unterhaltung kommt beim Lesen aber auch keineswegs zu kurz. Mich hat „Die Bernsteinfischerin“ wirklich beeindruckt und mir eine wundervolle Lesezeit geschenkt, weshalb ich dieses Buch von Herzen gerne weiterempfehlen möchte – viel Freude beim Lesen!

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Keine großen Antworten, aber wichtige Fragen

Frieda von Geraldine Oetken

Das Cover von „Frieda“ gefällt mir sehr, denn in seiner Schlichtheit und Zurückhaltung hat es etwas sehr edles und gleichzeitig geheimnisvolles. Das Bild mit dem kleinen Ausschnitt des Fensters passt für mich symbolisch zudem wunderbar zum Inhalt dieses Buches und auch die Farben sind für meinen Geschmack stimmig gewählt.

„Die Suche nach meiner vergessenen Urgroßtante“, lautet der Untertitel des Buches und dieser Beschreibt den Inhalt sehr gut. Denn die Autorin begibt sich auf die Suche nach ihrer Urgroßtante, nachdem sie erst als Erwachsene von ihr und ihrem Schicksal erfährt. Frieda war beeinträchtigt und ist 1941 in einer Anstalt für Menschen mit Behinderung verstorben. Doch wer war diese Frau? Was ist ihr geschehen? Und wie passt ihre Geschichte in die der Familie sowie in die Gesellschaft?

Geraldine Oetken erzählt in ihrem Buch von ihrer Suche, aber auch von ihren Fragen, von ihren Gefühlen und von ihrer Recherche. Wer als LeserIn eine lückenlose Auflösung oder bahnbrechende Erkenntnisse erwartet, der wird in diesem Buch wenig fündig, doch alle Interessierten, die sich auf die sehr persönliche und intensive Spurensuche der Autorin einlassen können, werden eine Lektüre erleben, die unter die Haut geht. Mich hat es sehr beeindruckt und berührt, wie offen, wie schonungslos und wie nachdrücklich sich Geraldine Oetken ihrer Tante und der Familiengeschichte widmet. Dabei lässt sie niemanden „ungeschoren“ davon kommen und schaut auch bei sich selber ganz genau hin. Ihre Erzählweise an sich sorgt zudem für noch mehr Intensität, da sie ihre Urgroßtante immer wieder gezielt anspricht und ich als Leserin oft das Gefühl hatte, einem sehr intimen Zwiegespräch lauschen zu dürfen.

Es ist ein sehr feinsinniges, leises Buch, das Emotionen und Leerstellen präsentiert, das aber auch Verbindungen zu allgemeinen Geschehnissen dieser Zeit schlägt und Informationen zum Umgang mit beeinträchtigten und psychisch kranken Menschen zu Zeit des Nationalsozialismus gibt. Dies ist ein Thema, das selten Gehör findet, weshalb ich es sehr wichtig und gut finde, dass es hier Aufmerksamkeit erhält und viele Dinge waren mir in diesem Maße überhaupt nicht bewusst, weshalb das Buch bei mir auch für Erkenntnisgewinn gesorgt hat. Sehr gut gefallen hat mir zudem, dass es Bilder von Frieda gibt.

„Frieda“ ist für mich kein Buch, das große Antworten gibt, sondern eher einen Rahmen schafft, um nachzuspüren, hinzufühlen und das zum Nachdenken anregt. Es rüttelt wach und zeigt ganz deutlich, wie unmenschlich wir Menschen teilweise miteinander umgehen. Für mich schreit es zudem ganz laut „Achtung!“ und „Nie wieder!“ – nie wieder darf es ein solch unmenschliches System geben! Ich möchte dieses Buch allen LeserInnen empfehlen, die sich dieser persönlichen Aufarbeitung und Spurensuche widmen möchten und wünsche eine anregende Lesezeit!

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Ein intensiver Blick in die Zerrissenheit einer jungen Frau in der DDR

Falls jemand fragt, wer wir waren von Eva Kranenburg

Ich mag das Cover von „Falls jemand fragt, wer wir waren“ von Eva Kranenburg wirklich gerne, denn die beiden Farben des Titels und der Linie symbolisieren die Zerrissenheit der Hauptperson für mich sehr anschaulich und auch das Bild der jungen Frau passt sehr gut zum Inhalt.

Die Geschichte erzählt von der jungen Tilla, deren Freundin Rena eines Tages plötzlich verschwindet.

Sofort macht sie sich auf die Suche nach ihr, muss jedoch schnell feststellen, dass nichts von dem, was sie über ihre Freundin zu wissen glaubte, stimmt. Dies verunsichert Tilla stark und zunehmend kommen auch all die anderen Fragen und Unstimmigkeiten in ihrem Leben, sowie in der sie umgebenden DDR zu Tage. Der Volksaufstand des 17. Juni führt letztlich zum großen Knall und Tilla muss sich entscheiden, wie sie fühlen, leben und denken will, woran sie glaubt und wie weit sie bereit ist zu gehen, um sich der Wahrheit zu nähern…

Mich hat dieses Buch sehr überrascht und in seiner Intensität richtig begeistert, Ich muss gestehen, dass ich mich mit der Historie der DDR nicht besonders gut auskenne, mich hat diese Geschichte jedoch sehr gereizt, da ich die Handlung an Hand des Klappentextes interessant fand – und ich bin absolut nicht enttäuscht worden! Eva Kranenburg erzählt eine sehr intensive, dichte und fesselnde Geschichte einer jungen Frau, die voller Überzeugung den sozialistischen Gedanken lebt und für ihre Regierung einsteht, bis immer mehr Ungereimtheiten und offensichtliche Fehler zu Unsicherheit und Glaubensverlust führen. Für mein Empfinden ist es der Autorin besonders gut gelungen, diesen inneren Zwiespalt, das Hin und Her, das Hoffen und Zweifeln und die zermürbende Unsicherheit in Worte zu fassen, so dass ich intensiv mitfühlen und mit durch die Geschichte gehen konnte. Das hat mich sehr begeistert!

Doch dies ist nicht das einzige Thema, das einen Platz in diesem Roman gefunden hat. Freundschaft und verschiedene Formen der Liebe spielen ebenso eine wesentliche Rolle, wie die alltäglichen Erlebnisse im Schul- und Arbeitsleben damals, sowie die Auswirkungen der Naziherrschaft auf die Männer dieser Generation, psychische und physische Gewalt, aber auch Zukunftshoffnungen, Zusammenhalt und viele andere. Die Geschichte bildet ein sehr lebendiges Bild eines Lebens damals ab und auch, wenn ich das inhaltlich leider nicht wirklich beurteilen kann, so wirkt das Geschehen auf mich sehr authentisch und echt. Sehr gut gefallen hat mir in dieser Hinsicht auch, dass Eva Kranenburg am Ende den historischen Kontext deutlich macht und ich als Leserin somit genau erfahren durfte, welche Inhalte der Geschichte fiktiv und welche historisch belegt sind. Das rundet die Lektüre für mich perfekt ab.

Der Text an sich ist zudem sehr angenehm und flüssig lesbar und es gefällt mir gut, dass den verschiedenen Teilen passende Zitate voran gestellt werden. Auch der Aufbau der Geschichte ist meiner Meinung nach hervorragend gelungen, denn es bleibt immer spannend und interessant, es gibt mehrere unerwartete Wendungen und es hat mir große Freude bereitet Tilla in ihrer Entwicklung begleiten zu dürfen.

Mich hat dieses Buch im besten Sinne überrumpelt und beeindruckt, zum Nachdenken gebracht und intensiv in mir nachgewirkt. Ich fand es fesselnd, sehr interessant und ich durfte mitfühlen, weshalb ich es sehr gerne all jenen LeserInnen empfehlen möchte, die sich auf eine Geschichte im historischen Umfeld und Kontext einlassen und die intensiv eintauchen möchten – viel Freude beim Lesen!

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Liebe am Lebensende

Ein unerhörter Wunsch von Ann Packer

Das Cover von „Ein unerhörter Wunsch“ gefällt mir rein optisch wirklich gut, es harmoniert jedoch wenig mit der Geschichte, es kontrastiert diese eher oder zeigt eine nostalgische Erinnerung der Hauptcharaktere. Ich kann gut mit dieser Wahl leben, noch mehr hätte ich jedoch eine andere und zur aktuellen Situation in der Geschichte passende Gestaltung geschätzt.

Das Buch erzählt von Claire und Eliot, die ihr Leben seit 40 Jahren gemeinsam bestreiten, gemeinsam durch Höhen, Tiefen und durch Claires Krankheit gegangen sind. Doch nun, als sich das Lebensende für Claire ankündigt, äußert sie einen völlig unerwarteten Wunsch: sie möchte sich in ihren letzten Lebenswochen von ihren beiden besten Freundinnen begleiten lassen und nicht von ihrem Ehemann. Dieser Wunsch stellt alles in Frage und sorgt für viel Wirbel…

Ann Packer erzählt diese Geschichte auf unaufgeregte, leise und feinfühlige Weise, was mir sehr gefallen hat. In der aufwühlenden Phase rund um Claires Lebensende findet sie Worte, die die Dramatik der Situation eindrücklich erlebbar machen, die jedoch ohne Pomp oder Effekthascherei auskommen. Ich konnte sehr intensiv mitfühlen und die Emotionen gut nachvollziehen. Einzig schwierig für mich auszuhalten und auch nicht ganz stimmig war, dass Eliot teilweise sowohl von seiner Frau, als auch von anderen Charakteren nicht gut bzw. respektlos behandelt wurde. Das ist mir unangenehm aufgestoßen und hatte in der Geschichte für mein Empfinden eigentlich keinen angemessenen Platz.

Eliot ist mir als Charakter sehr sympathisch und angenehm, ich schätze seinen absoluten Großmut, ich hätte ihn nur manchmal gerne dazu gebracht, mehr für sich einzustehen und Dinge nicht so passiv hinzunehmen. Claire dagegen wirkt auf mich oft sehr egoistisch und fordernd, wobei ich es andererseits bewundernswert finde, wie sehr sie für ihre Bedürfnisse und Wünsche einsteht. Zudem gibt es für mich Inhalte, die zu sehr oberflächlich bleiben und denen die Aufarbeitung in der Geschichte fehlt. Doch im Großen und Ganzen bin ich sehr begeistert von der Tiefe, der Ehrlichkeit und der schmerzhaften Authentizität der Geschichte. Der Autorin ist es gelungen den Rahmen so zu stecken, dass die Situation ins echte Leben eingebettet scheint und trotzdem erfahrbar wird, wie eng sich das Erleben rund um den Tod eines nahen Menschen zusammen zieht. Vor allem in dieser Hinsicht finde ich es wunderbar, dass wir das Geschehen hauptsächlich aus den Erfahrungen von Eliot heraus erleben. Dies ermöglicht ganz besondere Einblicke und ein intensives Einfühlen.

Das Ende der Geschichte kam mir leider zu plötzlich und ich hätte mir eine intensivere Ausleitung des Geschehens gewünscht, doch trotz der erwähnten Kritikpunkte möchte ich diesem Buch 4 Sterne verleihen, da ich es sehr gerne gelesen habe. Ann Packer traut sich an ein sehr schwieriges, aber so wertvolles und universelles Thema heran und hat dieses in weiten Teilen wunderbar umgesetzt, weshalb ich „Ein unerhörter Wunsch“ gerne all jenen LeserInnen empfehle, die sich an das Thema heran trauen – ich wünsche euch eine anregende und bewegende Lesezeit!

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Gefühlschaos und Neujustierung

People in Love von Claire Daverley

Das Cover von „People in Love“ von Claire Daverley gefällt mir sehr gut, denn es wirkt frisch, ansprechend und passt sehr gut zur Geschichte.

Diese erzählt von Nora, deren Freund ihr ganz unerwartet einen Heiratsantrag macht. Eigentlich wollte sie nie heiraten, doch nach fast 10 gemeinsamen Jahren mit Insiderwitzen, vielen Gesprächen und einer guten gemeinsamen Zeit, sagt sei Ja.

Aber während der Hochzeitsvorbereitungen taucht plötzlich ihr Jugendfreund Bren auf, den sie seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat und Noras (Gefühls-)Welt gerät ins Wanken…

Claire Daverley erzählt diese Geschichte in einer sehr eindringlichen und fesselnden Weise und besonders begeistert hat mich, dass das Geschehen im Laufe der Handlung regelrecht anfängt zu pulsieren. Es schwelt zunehmend ganz viel unter der Oberfläche und je mehr Details zum Vorschein kommen, desto spannender wird die Handlung. Es gab mehrere Scheidewege, an denen es der Autorin sehr gut gelungen ist, die Weichen für die weitere Geschichte stimmig und mitreißend zu stellen und Wendungen, die mich richtig überrascht haben. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass nicht so sehr die typischen Klischees eines Liebesromans bemüht wurden, sondern die Geschichte für mich etwas Frisches und Authentisches, etwas Lebensnahes hat.

Außerdem lässt sich der Text sehr angenehm und leicht lesen, was die Lektüre ebenfalls positiv bereichert hat. Ich mag die drei Hauptcharaktere sehr und auch die Nebenfiguren sind Claire Daverley gut gelungen. Sie bringen mit ihren eigenen Hintergründen, Besonderheiten und Handlungsweisen noch mehr Farbe ins Geschehen und erweitern zudem den Themenraum. Wichtig ist für mich zudem, dass ich mitfühlen kann und mich die Geschichte emotional erreicht, was der Autorin ebenfalls gelungen ist. Vor allem Noras Gefühlschaos konnte ich gut nachvollziehen, aber auch andere Emotionen waren für mich greifbar und die Zusammenhänge stimmig.

„People in Love“ zeigt viele Facetten dieses besonderen Gefühls (aber auch vieler anderer) und kommt deutlich vielschichtiger daher, als ich dies erwartet hätte. Mir hat das Buch eine anregende und schöne Lesezeit geschenkt, weshalb ich es gerne weiter empfehlen möchte – viel Freude beim Lesen!

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Eine außergewöhnliche und beeindruckende Liebesgeschichte

Eine Liebe ohne Sommer von Timothy Paul

Die Covergestaltung von „Eine Liebe ohne Sommer“ mag ich sehr, denn das Bild des Paares, bei dem er auf dem Geländer steht und ihr die Hand hin hält, erzählt bereits auf den ersten Blick eine sehr intensive Geschichte und das gefällt mir. Auch die Kombination aus den Schatten mit den Farbflächen mag ich sehr gerne und nicht zuletzt passt das Bild auch wunderbar zum Inhalt des Buches, worauf ich immer viel Wert lege.

Die Geschichte erzählt von Rosa und Nikolas, die sich im Hausflur begegnen und zwischen denen es direkt funkt. Sie erleben drei wunderbare Monate miteinander, doch dann stirbt Nikolas ganz plötzlich bei einem Unfall und Rosa bleibt alleine zurück. Neben der Unfassbarkeit der Situation quälen sie die Fragen, was das zwischen ihr und Nikolas überhaupt war und was daraus geworden wäre, wie gut sie ihn eigentlich kannte und warum er ihr nie seine Freunde vorgestellt hat… Sie macht sich auf die Suche und trifft Menschen aus Nikolas Vergangenheit und Gegenwart, lernt Seiten von ihm kennen, die ihr bisher nicht zugänglich waren und fragt sich, ob sie diese ebenfalls hätte lieben können…?

Timothy Paul erzählt seine Geschichte in wunderbar leichter und angenehmer Sprache, so dass das Lesen für mich vollkommen mühelos war und es machte wirklich großen Spaß so durch die Seiten zu fliegen und der Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren immer näher zu kommen. Für mich hat es sich wirklich so angefühlt, als würde das Objektiv auf diese beiden Menschen und ihre Verbindung gerichtet und nach und nach immer schärfer gestellt. Immer mehr Details wurden sichtbar und ich habe die Beiden immer mehr in mein Herz geschlossen, so dass ich intensiv mitfühlen durfte. Dem Autor ist es dabei sehr gut gelungen, die sehr unterschiedlichen Emotionen der Figuren spürbar zu machen und authentisch zu beschreiben.

Aber es gibt nicht nur Rosa und Nikolas, sondern eben auch ihr Umfeld und auch von diesem bin ich wirklich überzeugt. Denn die Charaktere wirken individuell, teilweise sogar ein wenig skurril und machen die Geschichte mit all ihren Eigenheiten wunderbar bunt. Ich fand es interessant und teilweise sogar spannend den neuen Persönlichkeiten zu begegnen und durch sie immer wieder neue Facetten von Nikolas Charakter entdecken zu dürfen. Aber die Geschichte hat mich auch zum Nachdenken angeregt und in mir gearbeitet, denn mit dem Tod eines Menschen tauchen auch ganz existentielle Fragen auf.

Mit über 450 Seiten ist die Geschichte von Rosa und Nikolas recht umfangreich, aber es lohnt sich wirklich jede Seite und ich habe nach Beginn kaum noch aufhören können zu lesen. „Eine Liebe ohne Sommer“ ist eine sehr ungewöhnliche Liebesgeschichte, die mich gefesselt, traurig gemacht und vor Freude hat sprudeln lassen, die sehr tief geht und bedrückend ehrlich hinschaut, die aber auch voller Leichtigkeit und Lebensfreude sprüht und die eine wundervolle Mischung schafft, in der unglaublich viele Facetten der Liebe einen Platz finden. Ich möchte diese Geschichte unbedingt weiter empfehlen und wünsche euch ganz viel Freude beim Lesen!

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Klare Sprache und eine facettenreiche Geschichte

Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska

Das Cover von „Guten Morgen, schönes Wetter heute“ hat mich neugierig gemacht und auch, wenn viel Farbe eigentlich nicht meine Komfortzone ist, mag ich das Cover doch sehr. Die vielfarbigen Wohneinheiten bilden ein herrliches Kaleidoskop, was hervorragend zur Geschichte passt und ich mag auch die komplette Gestaltung mit den Schriftbalken und besonders mit den Sonnenschirmen, die für mich ein tolles Detail sind.

Dieser Roman erzählt die Geschichte von den Bewohnern der Siedlung „Am Kastanienbaum“. All diese Menschen leben „so vor sich hin“, nah beieinander und doch alleine. Als der Baggerfahrer Paco eines Tages eine Weltkriegsbombe im Boden entdeckt, ändert sich jedoch vieles und die Menschen kommen einander näher, als sie es für möglich gehalten hätten…

Tanja Kokoska ist mit diesem Buch eine Geschichte gelungen, die mich überrascht und auf ungewöhnliche Weise beeindruckt hat. Ihre Art zu erzählen, entspricht eigentlich nicht wirklich meinen Vorlieben, doch zur Geschichte passt die schnörkellose, klare und knappe Sprache dieses Textes wunderbar. Alles andere wäre wirklich unpassend und diese Art der Erzählung macht die Einfachheit der Leute sowie deren Verbindungen wunderbar erlebbar. Die Autorin variiert zwischen den Blickwinkeln und Perspektiven und flechtet auch immer wieder Ansichten von anderen ProtagonistInnen in die aktuelle Beschreibung ein, die dort eigentlich vielleicht gar nichts zu suchen hätten, die das ganze Netz der Lebensgemeinschaft jedoch noch viel erlebbarer macht und sie fester miteinander verwebt – ein toller Kniff! Überhaupt hat Tanja Kokoskas Erzählweise etwas unglaublich Erfrischendes und Klares, was mir sehr gefallen hat.

Auch die Figuren dieser Geschichte haben mich nach und nach in ihren Bann gezogen und sind mir - mal mehr, mal weniger - ans Herz gewachsen. Sie sind wunderbar individuell und originell dargestellt, teilweise sogar skurril oder überzeichnet, doch nie so „abgehoben“, dass sie nicht mehr nahbar wären. Mit all diesen besonderen Charakteren und ihren Lebensentwürfen, die in der Siedlung aufeinander prallen, ergibt sich ein herrliches Kaleidoskop des Lebens und der Blick des übergeordneten Erzählers von Oben ermöglicht immer wieder spannende Einblicke. Diese Geschichte regt neben aller Unterhaltung zum Nachdenken an und macht deutlich, wie folgenreich kurze Momente und getroffene Entscheidungen sein können. Sie macht aber auch Mut an die menschliche Gemeinschaft und die Möglichkeiten des Lebens zu glauben und die Verbindungen von so vielen Themen und Gefühlszuständen hat mir sehr gefallen.

„Guten Morgen, schönes Wetter heute“ ist ein ungewöhnliche Buch, dessen Geschichte die (für mich) gewohnten Pfade der Erzählweise verlässt und neben guter Unterhaltung auch genügend Substanz zum Nachdenken und Einfühlen enthält. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und wünsche viel Freude beim Lesen!

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Familiengeheimnisse und (Geschwister-)Liebe

Die Meerglas-Schwestern von Eleanor Buchanan

Das Cover von „Die Meerglas-Schwestern“ von Eleanor Buchanan gefällt mir sehr, denn es zeigt etwas von der Dramatik der Landschaft, die in der Geschichte eine wesentliche Rolle spielt und auch die Farbkombinationen sind sehr ansprechend gelungen. Schön finde ich zudem, dass der Titel haptisch wahrnehmbar ist und das Cover somit noch weiter aufwertet.

Dies ist der erste Band einer Reihe, in der 4 Schwestern die Hauptrolle spielen. Wir lernen Roz kennen, die im Nachlass ihrer Mutter einen ungewöhnlichen Ring findet und mit ihm Australien verlässt. In London entdeckt sie dann unerwartet in einem kleinen Antiquitätenladen ein Gemälde von Felsen in Schottland, das ihre Aufmerksamkeit ungewöhnlich stark gefangen nimmt und das sie nicht mehr los lässt. Doch was hat es damit auf sich und welche Geheimnisse bergen ihre eigene Familiengeschichte?

„Die Meerglas-Schwestern“ ist ein Buch, das mich sehr überrascht hat, denn es enthält eine viel vielschichtigere, umfassendere und ineinander verwobenere Geschichte, als ich gedacht hätte. Auf verschiedenen Zeitebenen lernen wir LeserInnen sehr starke Charaktere kennen und können ihnen in ihrer Entwicklung folgen. Mir hat das eine wunderbare Lesezeit geschenkt, die unerwartet spannend war und der ich regelrecht erlegen bin. Denn ich wollte das Buch eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen, nachdem ich einmal in die Geschichte eingetaucht war. Beide Zeitebenen haben mir sehr gefallen und ich habe mitgelitten, mitgefiebert und überhaupt mitgefühlt.

Einzig die Tatsache, dass die Geschichte kleine übernatürliche Elemente enthält, war für mich nicht ganz stimmig. Ich finde, dass die Geschichte diese überhaupt nicht braucht und hätte die Handlung ohne diese Dinge als noch runder und authentischer empfunden.

Doch ansonsten bin ich sehr glücklich mit dieser Geschichte, die so reich und bunt, so faszinierend, exotisch und doch lebensnah ist, dass ich mich sehr auf weitere Bände der Geschichte freue und gespannt darauf bin, wie sich die Handlung fortsetzen wird. Sehr gefallen hat es mir aber, dass dieser Band trotz der angekündigten Fortsetzung in sich einen runden Abschluss gefunden hat und auch als Einzelgeschichte lesbar ist.

Sie liest sich sehr leicht und flüssig und auch, wenn sie so vielschichtig ist, dass manchmal ein zweiter Gedanke zur Einordnung der Geschehnisse nötig ist, habe ich die Lektüre nie als anstrengend empfunden, sondern sehr genossen. Am Ende des Buches gibt es zudem einen Stammbaum, der die Beziehungen der ProtagonistInnen verdeutlicht, doch ich würde absolut empfehlen, diesen erst nach der Lektüre zu betrachten, da er ansonsten sehr viel der Geschichte vorwegnehmen würde und das wäre enorm schade! Ich finde es aber toll, dass es ihn gibt, denn er visualisiert und rundet die Geschichte für mich ab.

Ein Highlight waren für mich außerdem die Ortsbeschreibungen, die der Autorin so gut gelungen sind, das ich die wilden Felsen Skaras oder die weiten des australischen Outbacks regelrecht gesehen und gespürt habe. Das war richtig toll! Trotz der rund 500 Seiten habe ich diese Geschichte sehr schnell verschlungen und freue mich, trotz des kleinen Kritikpunktes auf Grund der übersinnlichen Elemente (weswegen ich nur 4,5 Sterne vergeben kann) sehr auf Band 2, auf den ich allerdings leider noch ein wenig warten muss…. Aber ich bin sicher, dass es sich lohnen wird!

Ich möchte dieses Buch sehr gerne weiter empfehlen, denn es hat mich in seiner Vielschichtigkeit begeistert, berührt und super gut unterhalten – viel Freude beim Lesen!

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Ein tolles Buch – inhaltlich und optisch!

Au revoir und tschüss von Gudrun Lochte

Ich finde das Cover von „Au Revoir und Tschüss“ von Gudrun Lochte sehr ansprechend und wunderschön. Eigentlich ist ja gar nicht so viel zu sehen, aber der teilweise dargestellte Frauenkörper in dem weißen Sommerkleid strahlt für mich ein Gefühl von sommerlicher Leichtigkeit und Nähe aus. Zudem gefallen mir dir Farben sehr und ich finde die Gestaltung insgesamt sehr gelungen.

Doch auch das Buch überhaupt ist wirklich eine Augenweise. Nimmt man den Schutzumschlag ab, so erwartet uns LeserInnen ein weiteres, ähnliches, aber doch verändertes Bild auf dem Buchumschlag und ganz begeistert war ich auch von einer durchscheinenden Seite in der Mitte des Buches, die ein sehr ansprechendes Bild zeigt und das Buch noch weiter aufwertet. Nicht zu vergessen ist, dass es auch noch mit Farbschnitt ausgestattet und somit ein attraktives und hochwertiges Gesamtpaket ist.

Und auch die Geschichte hat mich absolut überzeugt. Sie erzählt von Caro, die sich selbst im Trubel des Familienalltags immer mehr verloren hat und die von ihrem Mann und den Söhnen mehr als Haushälterin, denn als Persönlichkeit verstanden wird. Doch dann bricht sie mutig aus der Routine aus und geht nach Frankreich, um einen Sprachkurs zu machen. Wir dürfen sie dort hin begleiten und mit ihr den französischen Süden erkunden, Menschen kennen lernen und ein neues Lebensgefühl finden, in dem Caro auch ihre eigene Stimme wieder zu hören beginnt…

Gudrun Lochte hat mit diesem Buch eine Geschichte geschrieben, die mich vor allem von Anfang an hat mitfühlen lassen. Ich konnte ohne Fremdheitsphase gleich ins Geschehen einsteigen und habe mich Caro sofort sehr nahe gefühlt. Ich habe sie sehr schnell in mein Herz geschlossen und bin unglaublich gerne mit ihr ausgebrochen sowie verreist, doch am allerschönsten war es für mich, dass ich ihre Entwicklung mit verfolgen durfte. Diese ist für meinen Geschmack stimmig und authentisch geschildert, so dass mich diese mit allem Hadern, Zaudern und Freuen wirklich berührt hat.

Der Text liest sich zudem sehr leicht und flüssig, so dass ich regelrecht durch die Seiten geflogen bin und ich wollte Caros Geschichte gar nicht mehr aus der Hand legen, nachdem ich einmal eingetaucht war. „Ein Roman über Sommerlicht und Schatten, über das Gehen und Bleiben – und über die leisen Zwischentöne des Lebens“ steht hinten auf dem Buch und diese Zusammenfassung fängt das Gefühl beim Lesen für mich hervorragend ein. Es gibt nicht die großen Aktionen, Dramen und Spannungen, wohl aber all die Facetten eines Lebens, einer Familienkonstellation und einer langjährigen Ehe. Eben die leisen und eher kleinen Dinge, die uns aber allen mehr oder weniger vertraut sind und die wir als LeserInnen daher auch wunderbar nachfühlen und uns einfinden können. An mancher Stelle hat mich das Buch zum Nachdenken angeregt und es macht Mut – Mut sich selber anzuhören, seine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und Mut, die Dinge zu verändern, die nicht mehr passen.

Ernsthafte Auseinandersetzung mit sich selbst und dem Leben, federleichte Sommertage in Frankreich und eine tolle Mischung aus all den Möglichkeiten des Daseins. Für mich ist dieses Buch inhaltlich wie optisch wirklich ein Highlight, denn es hat mich berührt und mir eine tolle Lesezeit geschenkt. Daher empfehle ich es von Herzen gerne all jenen LeserInnen, die Lust auf einen Neuanfang und all das haben, was damit einher geht – viel Freude in Frankreich!

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Facetten der Liebe und die Unwägbarkeiten des Lebens

Die Gesetze von Liebe und Logik von Debra Curtis

Das Cover von “Die Gesetze von Liebe und Logik“ von Debra Curtis ist sehr interessant. In abgestimmt, homogenem Farbspiel ist ein Paar zusehen, das sich an den Händen hält und das miteinander im Austausch zu stehen scheint. Bei mir hat diese Darstellung gleich viele Fragen geweckt und dazu angeregt, diese Szene ganz genau zu betrachten.

Sie lädt ein und macht neugierig, was ich sehr verlockend finde.

Die Geschichte selber erzählt von Lily, die in ihrer Jugend ihre große Liebe findet und sich sicher ist, dass diese für immer halten wird. Doch ein tragisches Erlebnis verändert alles und auch die Beziehung der beiden zerbricht. Jahre später findet Lily ein Zuhause in der Liebe zu ihrem Ehemann, dem Ornithologen Marshall, doch die Erinnerungen und die Sehnsucht nach ihrer Jugendliebe lassen Lily nie ganz los…

Debra Curtis erzählt in diesem Buch keine rosa-rote Liebesgeschichte, die von Schmetterlingen wimmelt, sondern eine Geschichte aus den verschiedensten Facetten dieses großen Gefühls, gepaart mit Verlust, Sehnsucht, den äußeren Einwirkungen auf den Lebensverlauf und begleitet von Beständigkeit, Sicherheit und Leidenschaft. Sie stellt große Fragen und lässt uns LeserInnen sehr intensiv eintauchen in die Antworten, die sich die ProtagonistInnen dieser Geschichte erarbeiten. Die Figuren wirken auf mich authentisch, lebensnah und nahbar. Ich kann mich gut in sie hineinversetzen und durch die Tatsache, dass wir sie über einen langen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten begleiten dürfen, entspinnt sich auch eine unglaubliche Tiefe und Nähe zu ihnen sowie eine faszinierende Entwicklung und Dynamik. Die Charaktere zeigen sympathische Schwächen und Stärken und ich fand es sehr interessant, wie die Familien- und Freundesgemeinschaften sich in dieser Geschichte beeinflussen.

„Die Gesetze von Liebe und Logik“ ist kein lautes und dramatisches Buch, obwohl es durchaus sehr tragische Momente gibt, sondern die Geschichte ist von eher leisen und realistischen Tönen geprägt. Die Autorin zeigt einen Schreibstil, der sich gut lesen lässt, der jedoch zeitweise auf Grund der teils wissenschaftlichen Themen und komplexen Zusammenhängen auch durchaus anspruchsvoll daherkommt. Immer wieder gab es Textstellen, die mich zum Nachdenken angeregt haben und auch außerhalb der Lektürezeiten hat mich die Geschichte – im positiven Sinne - beschäftigt, was ich sehr mag.

Irritiert hat mich dagegen, dass die Jugendliebe von Lily durchweg mit der Umschreibung „der Junge“ betitelt wird und er nie wirklich einen Namen erhält. Mir erschließt sich dieses Vorgehen nicht und zu Beginn fand ich es wirklich befremdlich, mit der Zeit habe ich mich jedoch gut daran gewöhnt und es hat meinen Lesegenuss nicht mehr beeinträchtigt.

„Die Gesetzen von Liebe und Logik“ ist ein beeindruckendes und nachwirkendes Buch, das viele große Fragen aufwirft, zum Nachdenken anregt und eine anregende Lesezeit schenkt. Ich empfehle es sehr gerne weiter und wünsche ganz viel Freude beim Lesen!

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