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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ulla:

fantasievoll und mit viel Wortwitz

Die Spurenfinder und das Drachenzepter von Marc-Uwe Kling; Johanna Kling; Luise Kling; Elisabeth Kling

Vor einem Jahr hat Elos von Bergen mit seinen Kindern, dem 13-jährigen Zwillingspaar Ada und Naru Iriandria, die Hauptstadt der verlorenen Provinzen verlassen, nachdem sein Haus abgebrannt ist. In der Abgeschiedenheit ist es schon recht langweilig, auch wenn Naru sich gerade verliebt hat. Elos ist dabei, seine gesamten Geschichten und Erfolge als Spurenfinder zusammenzufassen als ein Bote des Königs um Hilfe bittet.

Die 100 Jahr Feier zur Unabhängigkeit steht bevor und der König Fredlaff hat sein Zepter zu präsentieren, doch dieses Drachenzepter wurde aus dem gut abgesicherten Raum gestohlen. Auf Grund der Schwere dieses Falls wurden alle Spurensucher in die Hauptstadt einberufen und so trifft sich eine interessante Gruppe mit unterschiedlichsten Fähigkeiten. Doch kann man jedem trauen. Elos von Bergen ist im Gegensatz zu den anderen ein Spurenfinder und so hat er schnell das Zepter gefunden, aber damit beginnt erst der Fall und die Suche nach den Gründen und Auftraggebern beginnt und bringt sie selbst in Gefahr.
Eine fantasievolle, mit viel Wortwitz und immer neuen Wendungen versehene Geschichte, eine wunderschöne Aufmachung mit den Zeichnungen Narus versehen, die auch für die Lösung des Falls benötigt werden. Rundum eine spannende Geschichte für alle Altersklassen.

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das Leben der Exilanten

Heimweh im Paradies von Martin Mittelmeier

Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen hat sich Thomas Mann bereits entschlossen in die Schweiz zu übersiedeln. 1938 folgte er dem Ruf zu einer Professur nach Princeton in die USA. Nach einiger Zeit an der Ostküste wohnte er mit seiner Frau und den Kindern in Los Angelos. Dort traf sich eine große Gruppe deutschsprachiger Exilanten und bildeten eine verschworene Gemeinschaft.

Die amerikanische Lebensweise behagte den Künstlern wie Adorno, Feuchtwanger, Brecht oder Schönberg nicht, mit der Leichtigkeit bzw. Oberflächlichkeit konnten sie nichts anfangen. Man traf sich und tauschte sich über die künstlerischen Arbeiten aus. Auch Thomas Mann war dort produktiv und schrieb an mehreren Büchern wie auch an aufrüttelnden Reden für das deutsche Volk. Ein besonderes Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten Theodor Roosevelt wird geschildert, der ein Verehrer Manns war. Mit dem Eintritt der USA in den Krieg gegen Deutschland waren sie Ressentiment ausgeliefert. Thomas Mann nutzte seinen Einfluss um aufzuzeigen, dass diese Gruppe Deutschland bewusst verlassen hatte, das sie vor Hitler geflüchtet sind und gegen den Nationalsozialismus ankämpften.
Die Handlung ist mehr ein Sachbuch denn ein Roman und gänzlich ohne Vorkenntnisse über die Werke und Familienverhältnisse Thomas Manns nur schwer zu verstehen. Auch so werden viele Personen, die sich zur selber Zeit in Kalifornien aufhielten kurz beschreiben. Ein Hauptaugenmerk wird auf die politischen Verhältnisse gelegt und den Einfluss dieser Zeit auf die Exilanten, die ihrer Heimat beraubt wurden. Kein einfacher Lesestoff, aber mit vielen interessanten Anmerkungen versehen.

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Hochhausmilieu

Achtzehnter Stock von Sara Gmuer

Die Coronaeinschränkungen sind gerade erst aufgehoben worden, man muss sich erst Mal wieder an engere Kontakte gewöhnen. So geht es auch Wanda, einer nicht erst durch die Einschränkungen arbeitslosen Schauspielerin, den kleinen Werbedreh vor zwei Jahren nicht mitgerechnet. In der kleinen Wohnung im 18.

Stock eines Berliner Hochhauses ist sie immer im Mietrückstand und knapp bei Kasse um sich und ihre fünfjährige Tochter Karlie durchzubringen. Dabei träumt sie von einer Filmrolle, von Premierenbesuchen und Partys. Sie schafft es, eine Rolle zu ergattern, sie verliebt sich in den Hauptdarsteller Adam, bis Probleme auftreten. Karlie erkrankt schwer und sie ist innerlich zerrissen zwischen der Fürsorge für ihre Tochter und ihrer Rolle, die die Chance ihres Lebens ist.
Das Milieu im Hochhaus wird ausführlich geschildert, Aylins Mutter, die sich auch um Karlie kümmert, Ming, deren Zwillinge sie förmlich aussaugen, alleinerziehende Frauen, denen immer das Geld fehlt, Nazisprüche, Müll im Treppenhaus, Alkohol und Zigaretten, ein nicht funktionierender Fahrstuhl. Bei Wanda wächst der Wunsch diese Umgebung zu verlassen, ein besseres Leben zu führen. Doch damit das klappt muss sie ihr Leben ändern, wird ihr das gelingen oder geht der Kreislauf wieder von vorne los?

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Vertuschungen in der Vergangenheit

Die Schanze von Lars Menz

Aus gutem Grund hat Ellen Roth vor Jahren ihren Heimatort in den Alpen verlassen. Sie hat Medizin studiert und in Hamburg in einem Krankenhaus gearbeitet. Frisch getrennt bekommt sie das Angebot, die Hausarztpraxis in ihrer alten Heimat zu übernehmen. Ihre Schwester Saskia drängt sie zu diesem Schritt, auch damit die sich wieder mit ihrem Vater aussöhnen kann.

Kaum angekommen entdeckt sie auf einem frühen Jogginglauf den toten Johannes Gruber an der Skisprungschanze. Jener Johannes, der auf der Abiabschlussfeier ihr Leben veränderte. Johannes wurde brutal gefoltert und ermordet und Ellen selbst hätte allen Grund für die Tat. Aber dann wäre Max, Johannes Bruder, ebenso in Gefahr, ermordet zu werden. In der Zeit nach der Abifeier wurde viel vertuscht, Bestechungsgelder flossen und einige haben sich schuldig gemacht.
Der Thriller beginnt sehr brutal mit Einzelheiten der Folterungen, danach geht es immer mehr in die Seelenzustände der Täter und Opfer, in die Mitwisser und Vertuscher. Jeder Protagonist, selbst kleinste Nebenrollen, werden stark beschrieben und bringen einen den Menschen und den Grund für seine Tat näher. Was ein wenig irritiert ist das Fehlen von offiziellen Ermittlungen, alles geschieht auf eigene Faust. Spannend.

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armes, reiches Mädchen

Der Gott des Waldes von Liz Moore

Wie in jedem Sommer treffen sich im Camp Emerson Kinder um zwei Monate in der Natur zu verbringen. Beim Survivaltraining weiß Barbara van Laar mehr als alle anderen, ihre Eltern besitzen das Gelände seit Generationen und sie selbst hat ein besonderes Verhältnis zur Campleiterin T.J. Hewitt. Barbara nimmt mit ihren 13 Jahren auf eigenem Wunsch erstmals daran teil, denn zu Hause wird ihr das Leben schwer gemacht.

Sie ist nicht so angepasst wie es die reiche Bankiersfamilie von ihr erwartet, trotz der Internate, die sie seit ihrem 8. Geburtstag besucht. Und nun ist sie verschwunden, genau wie 14 Jahre zuvor ihr Bruder Bear, von dem immer noch jede Spur fehlt. Die Such nach ihm hat man schnell eingestellt, ein Schuldiger stand früh fest, und da bei der Festnahme starb war der Fall gelöst. Doch nun wird alles wieder in Frage gestellt.
Die Charaktere der Protagonisten werden ganz hervorragend geschildert, man leidet mit der Mutter Alice mit, die mit 18 Jahren den deutlich älteren Peter II von Laar heiratete und in einen goldenen Käfig gesperrt wurde. Man leidet mit dem Kindern, wir lieblos sie behandelt wurden. Das Sagen haben nur die Männer und das erfährt auch die Polizistin Judyta, die nicht nur mit Vorurteilen der Kollegen sondern auch mit Vorhaltungen ihres Vaters zu kämpfen hat. Männer stehen über Frauen, Reiche über Arme und bestimmen über ihr Leben. Eine Gesellschaftsstudie aus den Jahren von 1961 bis 1975, in wechselnden, gut nachvollziehbaren Zeitsprüngen und unterschiedlichen Sichtweisen, sehr spannend und außergewöhnlich gut geschrieben.

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Schauergeschichten um den See

Kummersee von Iver Niklas Schwarz

Der Kummersee wie auch das dazugehörige Dorf lagen jahrzehntelang an der innerdeutschen Grenze im Westbereich und gehörten zur Sperrzone. Als die Grenze fiel wurde der See besonders für die Kinder ein interessanter Ort, auch wenn ihnen immer wieder Schauergeschichten erzählt wurden und ihre Eltern ihnen die Annäherung an den See verboten.

Tom und seine kleine Schwester Lena gingen dennoch hinein und Tom ertrank unter seltsamen Umständen. Inzwischen sind 30 Jahre vergangen und Lena kommt als Polizistin wieder zurück in ihr Dorf. Sie und ihr Kollege Malik sind für den Schutz eines Vermessungsteams eingesetzt worden, die überprüfen, ob sich der Salzstock an dem See für ein Atomendmülllager eignet. Die Dorfgemeinschaft verhält sich ablehnend, auch Lenas Mutter, und mit Attacken der Umweltaktivisten haben sie auch zu tun. Lenas Hauptziel ist, endlich herauszufinden was damals wirklich geschah. Warum gibt es immer noch Wächter, die den See abriegeln? Malik hilft ihr und wird dabei lebensgefährlich angeschossen. Wem oder was sind sie zu nahe gekommen, welches Geheimnis birgt der See und wem kann sie trauen?
Der Thriller, der politische Ereignisse und das menschliche Mit- und Gegeneinander in den Mittelpunkt stellt, ist äußerst spannend geschrieben. Der einzige Minuspunkt ist der für mich unrealistische und völlig überdrehte Schluss der Geschichte.

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Vater und Tochter als Ermittlerduo

Grenzfall - Ihre Spur in den Flammen von Anna Schneider

Es ist bereits der fünfte Band der Krimireihe und die beiden grenzüberschreitenden Ermittler Alexa Jahn und Bernhard Krammer. Die ersten Bände habe ich nicht gelesen und hatte daher Mühe, die persönlichen Zusammenhänge der Protagonisten zu verstehen. Es werden alte Fälle angesprochen, die erst spät aufgeklärt werden und nichts mit den jetzigen Fällen zu tun haben.

Mitten in der Nacht verunglückt ein Jaguar mit englischem Kennzeichen, der Fahrer verbrennt in seinem Auto. Eine Zeugin meint eine Frau aus dem Auto aussteigen gesehen zu haben, die etwas hineinwarf und verschwand, da sie jedoch psychisch labil ist und es keine Anhaltspunkte für ihre Aussage gab, wird sie als nicht glaubwürdig abgewiesen. Wenig später brennt das luxuriöse Haus eines Immobilienmaklers ab, er und seine Tochter konnten sich retten, doch für das afrikanische Aupair-Mädchen kommt jede Hilfe zu spät. Autobrände, Hausbrände, eines in einem Flüchtlingsheim auf beiden Seiten der deutsch-österreichischen Grenze bringen das Ermittlerduo Jahn und Krammer, Vater und Tochter, wieder zusammen.
Die Persönlichkeiten der Protagonisten stehen im Mittelpunkt dieser Krimireihe, die alle mit Problemen zu kämpfen haben. Auch mit Gesellschaftskritik wird nicht gespart. Ein weiterer Aspekt ist die Landschaft und die Bräuche der Region, in diesem Fall geht es um die Feierlichkeiten rund uns Johannisfeuer. Spannung steht nicht an erster Stelle, es geht mehr um interessante Themen und die Motive der Täter.

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Hollywood der 1950er Jahre

Not your Darling von Katherine Blake

Margarets Traum ist eine Karriere als Maskenbildnerin in Hollywood, nur wie soll sie das bewerkstelligen? Sie schafft es mit Tricksereien von ihrem Elternhaus an der englischen Küste zu einer Überfahrt und der Einreise in die USA bis nach Kalifornien. Dort trifft sie, Anfang der 1950er Jahre, auf die Prostituierte und Bordellbesitzerin Primrose, die zu einer guten Freundin wird.

Um zu Geld zu kommen jobt sie in einem Cafe und trifft auf den attraktiven Raphael, der Schauspieler werden möchte. Sie helfen sich gegenseitig bei ihren Träumen, bis Raphael sein wahres Gesicht zeigt. Nun ist die 20-jährige Margaret, die sich in Hollywood Loretta Darling nennt, auf sich allein gestellt in einer von Männern geprägten Filmwelt. Mit viel Einsatz und eine Prise Glück schafft sie es und trifft auf möchtegern Stars und alternden, alkoholabhängigen Schauspielern. Um sich zu behaupten und es den Männern zu zeigen, werden auch unerlaubte Mittel und Wege beschritten.
Der Roman lässt einen in die Filmwelt der 50er Jahre blicken, jedoch ohne Tiefgang der Personen. Einzig Primrose ist stärker herausgearbeitet worden. Der Schreibstil liest sich angenehm, wenn auch der Roman einige Längen aufweist.

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Menschen beim Bau des Panamakanals

Der große Riss von Cristina Henríquez

Adas Mutter hat es mit Hilfe ihrer Nähkunst geschafft ihren beiden Töchter eine gute Ausbildung zukommen zu lassen und hat als Alleinstehende sogar ein kleines Häuschen. Doch nun fehlt das Geld für eine überlebenswichtige Operation für ihre Tochter Millicent. Die 16-jährige Ada versteckt sich auf einem Schiff von Barbados nach Panama, dort wird gerade am Kanal gebaut und Arbeitskräfte fehlen.

Sie trifft auf Omar, der durch die schwere Arbeit und Malaria zusammengebrochen ist. Er ist einer der wenigen Panamaer, die den Riss in die Landschaft graben. Omars Vater, der Fischer Francisco ist damit nicht einverstanden. Die Arbeiter kommen aus vielen unterschiedlichen Ländern, die das Sagen haben stammen aus den USA, die sich wie Sklaventreiber benehmen und Privilegien besitzen. Ada hat Glück, das sie auf den Malariaarzt John Oswald trifft, der Hilfe für seine lungenkranke Frau Marian sucht. Doch einfach hat sie es dort auch nicht. In der Stadt Gatun regt sich Widerstand gegen den Staudamm, der zur Umsiedelung der Bevölkerung führt.
Viele Schicksale werden in diesem hoch interessanten Roman vorgestellt. Der politische Aspekt kam mir jedoch zu kurz. Spannend und emotional, vom Schreibstil sehr gut.

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Liebesgeschichten mit Irrungen und Wirrungen

Middletide - Was die Gezeiten verbergen von Sarah Crouch

Elijah Leith träumt von einer Karriere als Schriftsteller und verlässt den keinen kleinen Heimatort Point Orchards im Nordwesten der USA, seinen alkoholabhängigen Vater und seine Jugendliebe Nakita. Er verspricht ihr, in 4 Jahren wieder an ihrem Treffpunkt zu erscheinen, es werden jedoch 15 Jahre bis er zurückkommt.

Seitdem ist der Vater verstorben, Nikata hat geheiratet und trauert um ihren bei einem Jagdunfall verstorbenen Mann. Elijahs Buch Middletide hat sich kaum verkauft, der geschilderte Mord in seinem Buch ist völlig unrealistisch. Ohne Geld richtet er die Hütte im Wald, sein Elternhaus, wieder her, schafft sich Hühner an, pflanzt an, jagd Wild und fängt Fische in seinem See. Chitto, ein alter Freund seines Vaters holt ihn aus seiner Einöde heraus und verschafft ihn einen Job in seiner Werkstatt. Dort trifft er auf die junge Ärztin Elin Landry, deren kleine Tochter bei einem Autounfall verstarb. Sie kommen sich näher, auch wenn er immer nich an Nakita hängt.
Auch wenn hier eine Kriminalgeschichte geschildert wird ist es in erster Linie eine Liebesgeschichte mit Irrungen und Wirrungen. Das indigene Volk dem Nakita angehört wird leider nicht näher beschrieben, man erfährt nichts über deren Leben. Der Roman ist recht seicht, manchmal auch mit kitschigen Passagen versehen, die Charaktere sind nur gut oder nur böse, recht eindimensional und mit einer erschreckenden Naivität versehen. Leicht und locker zu lesen, aber nicht tiefgreifendes.

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