Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anjulia :
Sommer in St. Ives
Summer Tides von Sarah Fulmar
Scarlett hat ihren Job als Kellnerin in London aufgegeben, um einen Strandkiosk in St.Ives zu eröffnen. Bereits in ihrer Jugend hat sie mit ihrer besten Freundin in diesem Ort ihre Ferien verbracht. Kaum angekommen, läuft einiges schief. Gleichzeitig begegnet Scarlett auch Jonah, den älteren Bruder einer Freundin, wieder.
Zwischen den beiden sprühen die Funken, doch Jonah plant eine Weltreise und Scarlett hat noch Eric in London, der sich aber nicht richtig für sie entscheiden kann.
Summer Tides von Sarah Fulmar ist eine sommerliche, leichte Liebesgeschichte. Der Schreibstil ist flüssig und schnell zu lesen. Der Ferienort in Cornwall ist traumhaft schön dargestellt. Auch seine Bewohner fand ich sehr sympathisch. Hauptprotagonistin Scarlett war mir stellenweise zu anstrengend, um sie hundertprozentig zu mögen. Spätestens als sie feststellt, dass sie bei der Anmietung des Kiosks auf einen Betrüger hereingefallen ist, sie ihre Ware mit einem Bauchladen am Strand verkaufen muss und sich dabei einen Sonnenstich holt, kam bei mir doch etwas Fremdscham auf. Trotzdem passt die Beziehung zu Jonah gut. Während Scarlett Probleme hat, ohne Partner zu sein, lässt sich Jonah ungerne auf längerfristige Beziehungen ein. Jonahs Pläne für eine längere Weltreise und Scarletts Bedürfnis nach einem festen Partner stehen natürlich dem Happy End erstmal im Weg. Die Lösung, welche die Autorin wählt, hat mich überzeugt. Insgesamt eine schöne Liebesgeschichte, die mich gut unterhalten hat.
Letzte Hoffnung für Unruhestifter
Das Internat für magische Talente. Unruhestifter willkommen! (Band 1) von Nicki Pau Preto
Das magische Internat Last Hope ist für die zwölfjährige Vin, die schon von mehreren anderen magischen Schulen geflogen ist, die letzte Chance, ihre magischen Fähigkeiten kontrollieren zu lernen. Zunächst hat Vin etwas Schwierigkeiten mit der Eingewöhnung, schließt jedoch Freundschaften und erkennt ihr besonderes magisches Talent.
Doch eine Gruppe abtrünniger Zauberer bringt das Internat und somit Vins neues Zuhause in große Gefahr.
Das Internat für magische Talente. Unruhestifter willkommen! von Nicki Pau Preto ist der erste Band um Zauberschülerin Lavinia Lucas und ein magisches Internat für besondere Problemfälle. Last Hope ist chaotisch, aber auch herzlich. Kreativ fand ich, dass es verschiedene magische Fähigkeitsgruppen gibt und sich die magischen Fähigkeiten aller Figuren doch voneinander unterscheiden und sehr individuell sind. Die Geschichte wird aus Vins Perspektive erzählt. Mir hat ihr Charakter gut gefallen. Man kann ihre Angst vor der eigenen Magie und davor, auch von dieser Schule zu fliegen, nachvollziehen. Mir hat gut gefallen, wie schnell Vin von Gilly, Theo und Araminta als Freundin aufgenommen wird, da die drei trotz Vins zurückhaltender, manchmal fast schon zurückweisender Art nicht locker lassen. Mit 400 Seiten nimmt sich das Buch Zeit, seine Geschichte zu erzählen, was auch zu kleinen Längen führt, die mich aber nicht weiter gestört haben. Ich kann dieses Buch für lesefreudige Kinder ab 10 Jahren auf jeden Fall weiterempfehlen.
Der Fund des Neandertalers
Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit von Silke Vry
Mit Dusty Diggers geht es ins Neandertal im Jahre 1856. Dort wollen die italienischen Steinhauer Giovanni und Massimo eigentlich Kalk abbauen, stoßen dabei allerdings auf menschliche Knochen. Es wird noch 50 Jahre dauern, bis sich auch in Deutschland die Theorie von Johann Carl Fuhlrott und Hermann Schaaffhausen durchsetzt, dass es sich bei diesem Fund um eine andere Menschenart handelt.
Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit von Silke Vry und Marie Geissler bringt Kindern ab ca. 8 Jahren Archäologie und insbesondere den Neandertaler näher. Hauptsächlich geht es um den Knochenfund und die Schwierigkeiten bei der Anerkennung dieses Fundes. Dabei wird zum Beispiel auch Darwins Evolutionstheorie kurz erklärt. Im mittleren Teil des Buches wird die Arbeit verschiedener Fachleute vorgestellt: einer Archäogenetikerin, einer Künstlerin, die sich auf das Modellieren ausgestorbener Menschen spezialisiert hat, und eines Studenten der Paläoanthropologie. Auch die Lebensbedingungen der Neandertaler werden kurz dargestellt. Hier hätte das Buch ausführlicher sein dürfen. Im Buch gibt es sehr viel Text und es wird sehr viel Fachwissen vermittelt. Amüsante Illustrationen lockern das Ganze auf. Ich denke, das Buch ist etwa ab der dritten Klasse zum Selbstlesen geeignet. Interesse für das Thema sollte dabei aber auf jeden Fall vorhanden sein, sonst könnte Langeweile aufkommen.
Hausmagie
The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota
Finlay Ashowan ist der neue Koch am Hofe des Königreich Daxaria. Niemand soll wissen, dass er eigentlich eine Haushexe ist. Doch durch seine beschützende Art wird er bald in die Angelegenheiten des Hofes hineingezogen. Besonders zur Adeligen Annika fühlt er sich bald hingezogen.
The House Witch 1 von Delemhach (Emilie Nikota) fällt am ehesten unter den Bereich der cosy Fantasy.
Der Verlauf der Geschichte ist trotz seiner sechshundert Seiten eher ruhig und gemütlich. Zwar gibt es immer wieder Bedrohungen und die Drohung eines aufflammenden Krieges mit einem Nachbarland, trotzdem bleiben große Schlachten und Kämpfe aus. Dass sich die Geschichte eher auf die Schlossbewohner und die Geschehnisse rund um Koch Fin konzentriert, hat mir gut gefallen. Fins Charakter ist nicht ganz einfach. Seine Fürsorglichkeit und sein Beschützerinstinkt fand ich toll. Mit seiner Überheblichkeit und Impulsivität bin ich nicht ganz so gut klargekommen. Tatsächlich verhält er sich vielen Figuren gegenüber zunächst abweisend und verweist alle aus seiner Küche, was zulasten des gewollten Cosy-Feelings geht. Die Liebesbeziehung zu Annika ist ein Auf und Ab, auch aufgrund Fins mangelndem Selbstwertgefühl. Ich fand sie recht überzeugend. Was mich gestört hat, ist der hohe Alkoholkonsum, inklusive einiger Besäufnisse, der sich durch das komplette Buch ziehen. Dies scheint der Humor der Autorin zu sein, den ich auch bei dem ein oder anderen anzüglichen Dialog ( zum Beispiel über Namen von Nebenfiguren) nicht teile. Trotzdem hat mir das Buch insgesamt gut gefallen, und ich kann es als eher leichte, unaufgeregte Fantasy weiterempfehlen.
Marlene findet zu sich selbst
Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo
Marlene, erfolgreiche Managerin, ist dafür vorgesehen, auf der Karriereleiter den nächsten Schritt zu gehen und CEO des Unternehmens zu werden. Leider mangelt es ihr an zwischenmenschlichen Kompetenzen. Diese soll sie in einem zweiwöchigen Achtsamkeitsseminar trainieren. Doch ihr Mental-Healing Coach Alex steckt selbst in einer mentalen Krise und seine luxuriöse Academy befindet sich in akuten finanziellen Schwierigkeiten.
Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo war inhaltlich anders als ich erwartet hatte. Die überspitzt dargestellten Figuren und das Aufeinanderprallen von Lebenskonzepten haben auf den ersten Blick großes Potenzial, eine humorvolle Gesellschaftssatire zu sein. Überraschenderweise lässt sich Marlene erstaunlich schnell auf das Coaching zwischen Atemübungen, Gruppentherapie und Ayurveda-Frühstück ein. Eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Healing - und Selbstoptimierungskultur bleibt sehr zurückhaltend. Tatsächlich konnte ich mich während des Lesens besser in Marlene als in Alex hineinversetzen. Alex erkennt zwar seine Probleme, die Lösungen dafür, die er anderen teuer verkauft, scheinen aber bei ihm selbst nicht gut zu funktionieren. Es gibt einige skurrile Situationen und im mittleren Teil des Buches wird die Thematik ernster. Einige Aussagen und Denkansätze empfand ich als sehr treffend für unsere gegenwärtige Zeit. Abgerundet und offen zugleich, regt das Ende dazu an, die Zukunft der Protagonisten weiterzudenken. Insgesamt ist Einatmen. Ausatmen. kurzweilig, aktuell und hat mich gut unterhalten.
Freundschaft und die Suche nach dem Vater
FREI – Bester Anfang (FREI 3) von Sarah Welk
Koray ist vor etwa zehn Monaten mit seiner Mutter zurück in den kleinen Ort Rottloch gezogen. Da die Karriere der Mutter als Influencerin klar gescheitert ist, leben beide in der Wohnung der Oma. Geld muss her, und Alimente wären die Lösung. Doch Koray kennt seinen Vater nicht, und seine Mutter schweigt dazu verbissen.
Gemeinsam mit seiner Clique stellt er Nachforschungen an.
FREI – Bester Anfang von Sarah Welk ist der dritte Teil einer Jugendbuchreihe rund um die Clique von Koray, Nico, Nasrin, Nina und Josh. Diesmal geht es um Koray, der seinen Vater sucht. Das Buch kann problemlos ohne Vorkenntnisse der ersten beiden Teile gelesen werden. Schreibstil und Geschichte sind modern, die Sprache wirkt authentisch, was manchmal etwas zu Lasten der Grammatik geht. Die Geschichte wird aus Korays Sicht erzählt, der für seine fünfzehn Jahre schon sehr reflektiert wirkt. Als Charakter hat er mir gut gefallen, genau wie seine Freunde, vielleicht mit Ausnahme von Nico, der eine mehr als fragwürdige Idee hat. FREI – Bester Anfang ist ein Buch, in dem es um Freundschaft, das Finden der eigenen Herkunft, familiäre Probleme und eine erste (queere) Beziehung geht. Insgesamt habe ich die Geschichte gemocht, und kann sie im Jugendbuchbereich weiterempfehlen.
Liebe zwischen Yaks, Alpakas und Hundewelpen
Die Liebe trägt Gummistiefel - Lakeland Love von Alexandra Zöbeli
Tess ist beruflich eigentlich erfolgreich, bis eine Routineuntersuchung sie aus der Bahn wirft. Als ihr ein Kollege auf der Arbeit böse mitspielt, braucht sie eine Auszeit. Eine Wanderung auf dem Pennine Way soll ihr helfen, zu sich selbst zu finden. Stattdessen findet sie zunächst schlechtes Wetter und Blasen an den Füßen, sowie einen attraktiven Bergretter und ein ländliches Cottage.
Die Liebe trägt Gummistiefel von Alexandra Zöbeli ist der zweite Band einer Reihe, die sich um die Liebesgeschichte der sympathischen Familie Watts in englischen Cumbria dreht. Die Teile sind unabhängig voneinander lesbar. Das Buch hätte wirklich locker, leicht und humorvoll sein können wäre Krebs nicht immer wieder ein Thema gewesen. Tess läuft, ihrer Vergangenheit geschuldet, vor einer Untersuchung davon, glaubt, todkrank zu sein, und gibt daher einer Beziehung mit Gregg keine Chance. An manchen Stellen hätte ich ihr für ihr Verhalten am liebsten ordentlich den Kopf gewaschen. Trotzdem mochte ich Tess und Gregg und fand, dass die Chemie zwischen beiden gepasst hat. Auch Greggs Familie ist einfach toll. Der Schreibstil der Autorin holt mich, wie im ersten Band, schon nicht ganz ab. Er wirkt einfach an manchen Stellen zu wenig modern. Auch gab es inhaltlich zwei kleinere Fehler, die überarbeitet werden sollten. Insgesamt ein schöner, etwas vorhersehbarer, Liebesroman der ins wunderschöne, ländliche Cumbria entführt.
Fremdes Island
Moosland von Katrin Zipse
Elsa kommt im Sommer 1949 in Island an. Der isländische Bauernverband hat junge Frauen aus Deutschland angeworben, um dort mindestens ein Jahr als Landarbeiterinnen oder Haushaltshilfen zu arbeiten. Elsa findet sich nur schwer ein, ist sprachlos und kann die Erwartungen der Familie, die sie aufgenommen hat, kaum erfüllen.
Moosland von Katrin Zipse ist kein leichtes Buch. Man spürt die Sprachlosigkeit der Protagonistin, die schwer auf der Geschichte lastet. Nicht nur die fremde Sprache lässt Elsa verstummen, sondern auch das Kriegstrauma, das sie in sich trägt. Ihre Vergangenheit wird jedoch nur bruchstückhaft beleuchtet. Vielmehr konzentriert sich die Geschichte auf Elsas Gefühl, fremd zu sein. Einen Zugang zu den Figuren habe ich nicht gefunden, vermutlich, weil die Autorin stark auf das Stilmittel des Schweigens setzt. Dialoge sind selten, stattdessen erhält man tiefe Einblicke in Elsas Gedankenwelt. Die harte Arbeit der Familie wird eindrücklich geschildert und auch die Differenzen und Unzulänglichkeiten die Elsa fühlt. Gut gefallen haben mit die eindrücklichen Landschaftsbeschreibungen und der interessante historische Hintergrund, über Frauen die nach Island zogen um den Trümmern und der Armut der Nachkriegszeit in Deutschland zu entfliehen. Insgesamt verläuft die Handlung eher ruhig. Das Buch ist zwar interessant zu lesen, wirkt durch Elsas Perspektive aber stellenweise auch unangenehm. Es bleibt einfach zu viel ungesagt.
Im Reich des Erlkönigs
Der Prinz des Nachtreichs 1. Midnight Spy von Sandra Regnier
Letty ist seit Kindheitstagen mit Will Fitzroy, einem Nachtmahr und Sohn des Erlkönigs, befreundet. Während sie tagsüber normal zur Schule geht, verbringt sie einen Teil ihrer Nächte in Annwn, wo sie unter anderem als Spionin des Erlkönigs fungiert. Im Nachtreich, das durch Spiegel mit unserer Welt verbunden ist, wird es immer gefährlicher.
Mächtige Gegner planen den Sturz des Königs. Und Letty weiß, dass ihre Zeit in Annwn begrenzt ist. Sobald sie sich verliebt, wird sie ihren besten Freund Will und dessen Welt vergessen. Doch was ist, wenn ausgerechnet er es ist, der ihr Herz höher schlagen lässt?
Zunächst einmal muss ich das wunderschöne Cover und den dazu passenden Farbschnitt erwähnen. Der Farbverlauf gefällt mir sehr gut. Ein Highlight.
Der Prinz des Nachtreichs, Midnight Spy von Sandra Regnier ist der Auftaktband einer jugendlich wirkenden Romantasy-Dilogie mit den Tropen Friends to Lovers und Forbidden Love. Mit der Parallelwelt Annwn hat die Autorin ein magisches, aber gefährliches Reich, voller tödlicher Kreaturen wie z.B. Harpien, Hexen, Werwölfe, Ghule und Nachtmahre geschaffen. Der Großteil der Geschichte ist aus Lettys Sicht geschrieben. Durch den unterschiedlichen Zeitverlauf in den Welten ist ihr Doppelleben glaubhaft. Ich mochte vor allem ihre Aufenthalte in Annwn. Spannende und gefährliche Szenen kommen dort nicht zu kurz. Die Liebesbeziehung zwischen ihr und Will, deren gegenseitige Anziehungskraft deutlich spürbar ist, wird in Teil 2 bestimmt noch ausgebaut. Darauf bin ich, nach dem überraschenden Ende dieses Teils, schon sehr gespannt. Von mir gibt es auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung.
In Kunst gebannt
Zwei in einem Bild von Morgan Pager
Jean ist schon viele Jahrzehnte im Museum, eingefangen als gemalte Figur, in einem berühmten Kunstwerk seines Vaters Henri Matisse. Tagsüber seine Pose einnehmend, bieten auch die Nächte, in denen er sich frei durch die anderen Gemälde des Museums bewegen kann, wenig Abwechslung. Das ändert sich, als die junge Claire einen Job als nächtliche Reinigungskraft beginnt.
Sie bemerkt schnell, dass die gemalten Figuren lebendig sind, und kann sogar in Jeans Bild eintauchen. Gemeinsam erleben sie die Kunstwerke neu und verlieben sich dabei. Doch Jean kann nicht in die reale Welt und Claire hat dort Verpflichtungen.
Zwei in einem Bild von Morgan Pager ist ein Roman über eine magische, ungewöhnliche Liebe. Ich mochte die Idee, der lebendigen Figuren in Kunstwerken, die vor allem nachts ihr Eigenleben führen, sehr gerne. Zwischen Jean und Claire entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte. Die Geschichte ist abwechselnd aus Jeans und Claires Perspektive erzählt. Beide sind glaubwürdig dargestellt und haben auch charakterliche Tiefe. Claire, die früh erwachsen und verantwortungsvoll werden musste, kann in den Bildern ungezwungene Erfahrungen nachholen. Für Jean bedeutet Claires Anwesenheit nach jahrelanger Langeweile tatsächlich Abwechslung. Es sind gestohlene nächtliche Stunden und es stellt sich die Frage, ob eine Beziehung, getrennt durch Raum und Zeit, überhaupt dauerhaft möglich ist. Ich mochte vor allem die Szenen, die in den Bildern spielten. Einige Bilder habe ich mir im Anschluss auch angeschaut. Tatsächlich habe ich mir Jean und das Bild, in dem er lebt, anders vorgestellt. Der Schreibstil des Buches ist angenehm und flüssig zu lesen. Insgesamt habe ich die Thematik gemocht, auch wenn das Buch sein Potenzial weder spannungstechnisch noch bei der Lovestory richtig ausnutzt.











