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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von ReiShimura:

Steampunk, Spannung und skurrile Weisheiten

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen von Judith Rossell

Zu Beginn möchte ich feststellen, dass es sich hierbei um eine Rezension aus einer erwachsenen Sicht handelt und ich keinen sinnvollen Beitrag leisten kann, wie dieses Buch bei der eigentlichen Zielgruppe ankommen würde. Denn auch wenn es für manche vielleicht komisch oder kindisch ist, lese ich als Erwachsene manchmal trotzdem gerne Kinderbücher.

In diesem Fall hat mich der Klappentext angesprochen und insbesondere die Ankündigung, dass es sich bei diesem Buch um eine Kriminalgeschichte im Stile von Enola Holmes handelt.

Der Schreibstil war wie nicht anders bei einem Kinderbuch eher einfach gehalten und lies sich für mich als Erwachsene natürlich sehr leicht lesen. Die Geschichte nimmt nach einer kurzen Einführung in die Umgebung und die Charaktere auch relativ schnell Fahrt auf und es bleibt dann eigentlich auch durchgehend interessant und spannend. Das Tempo des Buches würde ich als eher hoch bezeichnen. Dies tut der Spannung des Buches natürlich sehr gut, gefühlsmäßig leidet die Charakterentwicklung aber ein klein wenig darunter. Damit meine ich, dass die Charaktere zwar äußerlich sehr gut beschrieben werden, aber trotzdem bis zum Ende oft zweidimensional und flach bleiben. Mich persönlich hat es jetzt weniger gestört, ich könnte mir aber vorstellen, dass die eigentliche Zielgruppe Probleme damit haben könnte, da es schwerer ist sich mit einer der Personen zu identifizieren.

Die Stadt, in der die Geschichte spielt, wird nicht namentlich genannt und es scheint sich auch um keine reale Stadt zu handeln. Lustigerweise musste ich trotzdem die ganze Zeit an London denken, warum kann ich auch nicht genau sagen. Das ganze Setting des Buches ist eine Mischung aus Realität und Fiktion, es gibt neben Fantasieelementen auch ein klein wenig Übernatürliches und auch ein bisserl Steampunk. Eine interessante Mischung, wobei es am Ende vielleicht ein wenig viel war, dies ist aber möglicherweise auch wieder nur eine Erwachsenenmeinung. Der Steampunk Anteil hat mir sehr gut gefallen und dieser hätte meiner Meinung nach gerne größer sein können.

Sehr überraschend fand ich, dass sehr viele Illustrationen in dem Buch vorhanden sind. Diese haben mir optisch sehr gut gefallen und sie haben sich auch harmonisch in das Gesamtbild eingefügt. Erwartet hatte ich diese Bilder aber bei einem Buch mit einer Altersempfehlung ab 10 Jahren aber eigentlich nicht mehr.

Als kleinen Bonus gibt es in dem Buch auch noch "Nützliche Dinge, die jedes Mädchen wissen sollte". Hierbei handelt es sich um Auszüge aus einem Buch, dass die Schulleiterin von Midwatch geschrieben hat. Einige der Tipps sind sehr skurril und lustig, z.B. wie man sich aus Treibsand befreit, andere wiederum auch im echten Leben wirklich nützlich, z.B. die Anleitungen für verschiedene Knoten.

Abschließend kann ich sagen, dass mir dieses Buch auch als Erwachsene sehr gut gefallen hat und ich denke auch, dass Kinder, ja meiner Meinung nach auch Jungs, im passenden Alter viel Freude mit dem Buch haben können. Wer gerne Kriminalgeschichten mit einem gewissen Touch liest und kein Problem mit Übernatürlichem und fantasiereichen Elementen hat, wird mit diesem Buch sicher viel Spaß haben.

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Zwischen Verlust und Neubeginn

Das Jahr voller Bücher und Wunder von Libby Page

"P.S. Ich liebe dich" von Cecelia Ahern habe ich geliebt und auch die Verfilmung mit Hilary Swank und Gerard Butler habe ich mir mehrmals angesehen und dabei viele Tränen vergossen. Der Grund, warum ich dies erwähne, ist, dass mich die beiden Bücher sehr stark aneinander erinnern. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass auch Libby Page ein großer Fan von Cecelia Aherns Roman war und sich bis zu einem gewissen Grad daran orientiert hat.

Natürlich hat Libby Page keine Kopie des Buches erstellt, aber eine gewisse Ähnlichkeit ist auf jeden Fall vorhanden. Leider muss ich aber sagen, dass obwohl mir das Buch sehr gut gefallen hat, es im Vergleich ein wenig hinter Aherns Roman liegt.
Positiv hervorheben möchte ich auf jeden Fall den angenehmen und sehr flüssigen Schreibstil der Autorin. Ich konnte mich schnell in die Geschichte einfinden und mich mit den Charakteren vertraut machen. Tilly und Alfie sind zwei liebenswerte und leicht kauzige Protagonisten, die ich beide von Anfang an ins Herz schließen konnte. Sie sind sympathisch, man leidet mit ihnen und hofft, dass am Ende alles gut wird.

Holly Kennedy, die Hauptperson aus "P.S. Ich liebe dich" hat gleich wie Tilly in diesem Buch ihren Mann verloren und in beiden Büchern begleiten wir die Damen durch ihren Trauerprozess, dürfen aber auch immer wieder in ihre glückliche Vergangenheit eintauchen. Hierbei muss ich sagen, dass mich Hollys Trauer stärker berührt und mitgenommen hat als die von Tilly. Ich denke, dass liegt an der Art und Weise wie die beiden Autorinnen mit dem Thema umgehen und wieviel Raum sie der Trauer geben. Libby Page ist da meiner Meinung nach ein wenig zurückhaltender und legt den Fokus mehr auf den Blick nach vorne, auf das Danach.

Wie so häufig in Liebesromanen gibt es eine Mischung aus realistischen und authentischen Szenen und einigen bei denen man weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, dass dies in der Wirklichkeit auch so passieren würde, recht gering ist. Manch eine oder einen mag das stören, ich finde es in Ordnung, solange diese Dinge sich gut in die Geschichte einfügen, kann ich mit ein wenig künstlerischer Freiheit sehr gut leben.

Das Hörbuch wird von Michaela Gaertner gelesen. Für mich war dies eine interessante und angenehme Erfahrung, denn ich mochte ihre Art zu lesen sehr gerne. Ihre Stimmfarbe und der Klang haben hervorragend zu dem Buch und dessen Inhalt gepasst. Michaela Gaertner hat dieses Buch mit viel Hingabe und Wärme gelesen und der Erfahrung dadurch noch etwas mehr Tiefe verliehen.
Das Hörbuch war eine durchwegs schöne Erfahrung und ich habe die elf Stunden wirklich sehr genossen. Da es vergleichbare Bücher gibt, die mir einen Ticken besser gefallen und mich vor allem emotional stärker angesprochen haben, gebe ich dem Buch nicht die Höchstnote. Eine Empfehlung für das Buch/Hörbuch möchte ich aber dennoch aussprechen, vor allem für all jene die Geschichten über Verlust und Hoffnung mögen.

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Ein Roman für Fans von Lebensratgebern

Drei Tage im Schnee von Ina Bhatter

Es gibt Bücher, die sprechen einen auf die eine oder andere Weise an und man weiß, dass man sie unbedingt lesen möchte. Doch dann kommt immer was dazwischen und so ziehen die Wochen und Monate ins Land und das Buch gerät in Vergessenheit. Bis es dann plötzlich wieder aus der Versenkung auftaucht.

Mir ging es mit diesem Buch so, vielleicht, weil bisher einfach nicht der richtige Moment war, um dieses Buch zu lesen.
Autorin Ina Bhatter hat mit diesem Roman eine sehr kurzweilige Geschichte erschaffen, die durchaus gute Ansätze hat und zum Nachdenken anregen kann. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe mich mit vielen Gedanken von Hannah identifizieren können. Aufgrund der doch eher überschaubaren Seitenanzahl habe ich das Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen und hatte danach ein sehr angenehmes Gefühl.
Ich kann aber durchaus auch die kritischen Stimmen zu diesem Buch verstehen. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und es wurde an keiner Stelle für mich langweilig oder langatmig. Eher im Gegenteil, viele Dinge gingen mir einfach zu schnell. Vor allem die Persönlichkeitsentwicklung von Hannah und die Erkenntnisse, die sie über ihr Leben in diesen drei Tagen trifft, kamen wirklich im Eiltempo daher. Wobei ich damit nicht sagen möchte, dass Ina Bhatter den Roman mehr in die Länge hätte ziehen sollen, aber vielleicht wäre ihr weniger doch mehr gewesen.
Ich persönliche habe durch dieses Buch jetzt keine großen neuen Erkenntnisse erhalten, aber zumindest wurden gewisse Dinge wieder aus dem Unterbewusstsein als Licht befördert. Achtsamkeit und Selbstreflexion sind wichtige Schlagworte, an denen man seit einigen Jahren nicht vorbeikommt und trotzdem vergisst man es hin und wieder.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass dieses Buch doch anders war, als ich es mir erwartet habe. Für meinen Geschmack war der Lebensratgeberanteil im Buch ein wenig zu dominant, darunter hat die eigentliche Handlung der Geschichte ein wenig gelitten. Ich denke, dass dieses Buch sehr gut zu Leser:innen passt, die auch ihre Freude an Büchern wie „Das Café am Rande der Welt“ von John Streckly haben.

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Düster, klug und mitreißend – Mehr als nur ein Kinderbuch

Mika Mysteries - Der Ruf des Nachtraben von Johan Rundberg

Auf dieses Buch bin ich durch die Verlagsvorschau aufmerksam geworden und habe das Erscheinungsdatum herbeigesehnt. Das Cover hat mich sofort angesprochen da es eine wunderbare mystische Stimmung ausstrahlt. Das es sich dabei um ein Kinderbuch handelt war mir deutlich bewusst, aber der Klappentext klang so spannend und interessant, dass ich sofort das Gefühl hatte, dass dies auch ein Buch für Erwachsene sein könnte.

Ich habe mich zu Beginn für das Hörbuch entschieden und war von dem Buch einfach nur begeistert. Da sich der Erscheinungstermin für den zweiten Teil der Reihe aber nun langsam nähert, habe ich mich dazu entschieden, das Buch nun auch noch zu lesen.
Das empfohlene Lesealter des Buches ist vom Verlag mit 10 Jahren angegeben. Diese Angabe finde ich auch durchaus angebracht. Da das Buch aber eine recht düstere Stimmung verbreitet, nicht unbedingt gruselig, aber doch ein wenig bedrückend, würde ich Eltern aber empfehlen genau zu überlegen, ob das jeweilige Kind bereits so weit ist, um dieses Buch zu lesen. Vor allem bei zartbesaiteten Kindern denke ich, dass es nicht unbedingt die beste Lektüre vor dem Schlafen gehen sein könnte. Meine persönliche Empfehlung wäre aber, dass Buch zusammen mit dem Kind zu lesen, da es sowohl für Heranwachsende als auch Erwachsene interessant ist.
Die Hauptperson und sogleich auch Namensgeberin des Buches ist die 12-jährige Waise Mika. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters, weiß sie, dass ihre Chancen adoptiert zu werden gering sind. Daher wohnt sie nicht nur im Waisenhaus, sondern muss dort auch tatkräftig mitarbeitet. Zusätzlich hat sie noch einen anderen Job in einem Lokal. Klingt im ersten Augenblick alles ein wenig falsch und weit hergeholt. Doch da das Buch im Jahr 1880 spielt, ist dies leider alles traurige Wahrheit.
Autor Johan Rundberg hat die Stimmung der Zeit und des furchtbaren Winters, der gerade herrscht, wunderbar eingefangen. Wie bereits anfangs erwähnt, empfand ich das Buch teilweise als sehr bedrückend und düster. Dennoch gab es immer wieder Passagen, bei denen ich schmunzeln musste.
Schauerlich schrecklich ist auch die Situation im Waisenhaus, diese wird vom Autor auch nicht beschönigt. Das Essen ist knapp und das Feuerholz geht zu Neige. Aber damit nicht genug, es passiert auch noch ein Mord.
An dieser Stelle beginnt die Zusammenarbeit des Kommissars Valdemar Hoff mit Mika. Denn er erkennt auf Anhieb ihre besondere Fähigkeit, nämlich ihre unfassbare Beobachtungs- und Auffassungsgabe. Das Zusammenspiel der doch sehr unterschiedlichen Charaktere hat das Buch dann endgültig abgerundet und ihm den allerletzten Schliff verpasst.
Mika Mysteries ist ein Buch, dass ich wirklich von ganzem Herzen weiterempfehlen kann. Die Geschichte ist spannend, intelligent konstruiert und sehr eindrucksvoll.
Mein Fazit: Unbedingt lesen!

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Ermittlungen im Schatten der Erinnerung – kein typischer Cosy Crime

Der Tag, an dem Barbara starb von Richard Hooton

Obwohl mir dieses Buch im Großen und Ganzen gut gefallen hat, muss doch gleich zu Beginn meiner Rezension ein paar warnende Worte sprechen. Denn, obwohl dieses Buch im Krimi Genre vermarktet wird und es natürlich auch einen Kriminalfall gibt, muss ich sagen, dass wirkliche Krimifans hier nicht auf ihre Kosten kommen werden.

Sogar Cosy Crime Fans könnten mit diesem Buch ihre Probleme haben.

Das außergewöhnliche Ermittlerduo war der Hauptgrund, warum ich mich für dieses Buch entschieden habe. Eine 89jährige mehr oder weniger rüstige englische Dame und ihr pubertierender Enkel, klangen einfach nach einem Spitzenteam. Sind sie auch, dies muss ich neidlos eingestehen. Sowohl Margaret als auch ihr Enkel James und vor allem ihr Unverständnis für die Handlungsweisen sind stellenweise wirklich äußerst amüsant und haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Die Art und Weise wie die beiden ermitteln hat mir ebenfalls sehr zugesagt.

Allerdings wird das die ganze Leichtigkeit und vor allem auch der Kriminalfall selbst von der Demenz der alten Dame überschattet. Autor Richard Hooton hat sich entschieden, den Roman aus Sicht von Margaret zu erzählen. Ein sehr mutiger Schritt meiner Meinung nach, aber auch einer der dem Leser oder der Leserin einiges abverlangt. Man lebt und leidet mit Margaret mit und weiß oft genau so wenig wie sie was nun Realität ist und was Einbildung. Phasenweise haben die Handlungen und Gedanken der Dame etwas Skurriles oder Groteskes und ab und zu hatte ich auch das Gefühl, dass die Krankheit mit zu wenig Respekt behandelt wird. Doch ich denke, dass die Art und Weise sehr gut zu den Gefühlen der betroffenen Person passen. In diesem Zusammenhang fand ich es auch sehr spannend, dass der Autor von seinen eigenen Erfahrungen zu diesem Roman inspiriert wurde. Die Großmutter von Richard Hooton litt unter Alzheimer und verstarb, als er ein noch ein Teenager war.

Der Schreibstil des Autors hat mich genauso angesprochen wie die Thematik des Buches. Da ich aber nicht darauf vorbereitet war in welche Richtung sich die Handlung entwickelt, bin ich mit falschen Vorstellungen an dieses Buch herangegangen und war ein wenig irritiert. Da ich eigentlich auf einen Cosy Crime Roman eingestellt war und diese Erwartungshaltung nicht zufriedenstellend erfüllt wurde, kann ich auch keine herausragende Bewertung für diese Buch abgeben.

Gesprochen wird das Hörbuch von Gabriele Blum. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich bis dato noch nie ein Hörbuch gehört, welches von ihr gelesen wurde. In diesem Hörbuch hat ihre Stimme aber perfekt gepasst und sie hat es auf hervorragende Weise geschafft die Ängste, Zweifel, aber auch Freude der Hauptperson zu transportieren. Ich denke, dass gerade durch ihre Stimme die Emotionen sogar noch verstärkt wurden und mir dadurch so nah gegangen sind.

Abschließend möchte ich sagen, dass mir dieses Buch wirklich gefallen hat und mich insbesondere die Art und Weise wie hier Demenz dargestellt wird und vor allem auch wie die Angehörigen damit umgehen sehr beeindruckt hat. Leider rückten dadurch die Krimielemente zu sehr in den Hintergrund.

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Von Frühling bis Winter: Geschichten, die verbinden

Yu-jins Bücherküche der großen Träume von Jee-Hye Kim

Bereits seit vielen Jahren finden sich viele japanische Romane auf meiner Leseliste und in der letzten Zeit kommen immer mehr Romane aus Korea dazu. Daher wusste ich bereits, worauf ich mich einlassen würde. Dies meine ich nicht bezogen auf den Inhalt, sondern auf die Art und Weise wie hier die Geschichte erzählt wird.

Denn dies habe ich bereits schon vor längerer Zeit festgestellt, dass sich asiatische Romane oft in ihrer Erzählweise von europäischen oder amerikanischen Romanen abheben. Auch hier handelt es sich wieder um einen Episodenroman, bei der jedes Kapitel eine einzelne Episode dargestellt, die mehr oder weniger abgeschlossen ist. Natürlich gibt es eine Handvoll Protagonistinnen und Protagonisten, allen voran die Titelgebende Yu-jin und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in allen Kapiteln vorkommen. Doch in jedem Kapitel erleben wir eine neue Geschichte, einen neuen Besucher oder Gast der Bücherküche.
Das Buch umfasst dabei die vier Jahreszeiten und startet mit der Eröffnung der Bücherküche im Frühling und endet im Winter mit einem Weihnachtsfest für Freunde und Gäste. Abschließend gibt es noch zwei Epiloge, die die Geschichte von zwei der handelnden Personen noch einmal aufgreifen und zu einem Abschluss bringen.
Diese Art der Erzählform mag für manch einen befremdlich wirken, da man oft das Gefühl hat, eine Sammlung von Kurzgeschichten zu lesen. Doch dieses Gefühl täuscht, denn es gibt viele verbindende Elemente zwischen den einzelnen Episoden/Kapiteln, man muss nur ein wenig unter die Oberfläche schauen und auf die zarten Zwischentönte achten.
Zarte Zwischentöne ist meiner Meinung nach sowieso ein gutes Stichwort. Denn hier handelt es sich um einen sehr gefühl- und stimmungsvollen Roman, der durch seine leisen Töne und die poetische Schreibweise besticht. Dieses Buch besticht nicht nur große Spannung oder eine aufregende Handlung, sondern berührt das Herz und die Seele und liefert Stoff zum Nachdenken. Und natürlich auch hervorragende Buchtipps, immerhin geht es im Buch um eine Bücherküche, da dürfen Literaturverweise nicht fehlen. Zu meiner großen Verwunderung, aber auch Freude, waren viele Titel dabei, die ich kannte. Also die ich entweder schon gelesen hatte oder bereits schon länger auf meiner Wunschliste stehen. Ich hatte befürchtet, dass hier vor allem koreanische Titel und Autorinnen und Autoren erwähnt werden, mit denen ich nichts anfangen kann, da sie eventuell noch nicht mal ins Deutsche übersetzt worden sind.
Dieser Roman hat mich auf vielen Ebenen sehr berührt und ich hoffe sehr, dass ich in Zukunft von der Autorin noch weitere Romane in die Finger bekommen werde. Bei diesem Buch handelt es sich nämlich um das erste Buch von Jee-Hye Kim, welches in Südkorea gleich zum Bestseller wurde. Daher habe ich die Hoffnung, dass ich vielleicht sogar noch einmal zur Bücherküche zurückkehren darf.
Bei diesem Buch handelt es sich um einen Roman, der nicht durch große Dramen, sondern durch feine Zwischentöne und eine poetische Sprache besticht. Wer Geschichten liebt, die das Herz berühren und gleichzeitig Lust auf neue Literatur machen, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Eine klare Empfehlung meinerseits für all jene, die gerne ruhige, poetische Romane lesen.

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Ein Buch, das Leben retten kann – unverzichtbar für Eltern

Erste Hilfe für Baby und Kind von Snjezana Schütt

Es gibt Themen mit denen möchte man sich am liebsten überhaupt nicht beschäftigen, da allein die Vorstellung furchtbar ist, aber man weiß ganz genau, wie wichtig es wäre, wenn man bescheid wüsste.
Klingt jetzt vielleicht ein wenig kryptisch, daher vielleicht noch einmal in einfacheren Worten. (Jung-) Eltern möchten sich aus verständlichen Gründen nicht damit beschäftigen was ihrem Kind alles passieren kann oder welche Krankheiten es bekommen kann.

Doch man weiß, dass es hilfreich wäre, wenn man Bescheid wüsste, bevor der Ernstfall eintritt.
Dies war für mich der Hauptgrund, warum ich mich für dieses Buch entschieden habe und warum ich es auch einmal komplett gelesen habe, ohne konkreten Anlassfall. Damit ich für den Notfall bereits in gewisser Weise gerüstet bin, eventuell schon erkennen kann, was genau gerade passiert und wie ich handeln kann. Bei uns kam das Buch bzw. das Wissen des Buches bereits zur Anwendung (zum Glück ging alles gut aus) und ich bin sehr froh, dass ich durch dieses Buch wusste, was ich tun muss.
Daher kann ich für dieses Buch nur eine klare Empfehlung aussprechen. Ich möchte aber auch dazusagen, dass es meiner Meinung zwingend notwendig ist, dass man sich das Buch, seine Struktur und die Inhalte mal in einer ruhigen Minute genauer anschaut. Denn ich glaube nicht, dass das Buch in einem Notfall besonders hilfreich ist, wenn man sich davor so überhaupt nicht damit beschäftigt hat.

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Ein Loblied auf das Kino und die Liebe

Mr. Saitos reisendes Kino von Annette Bjergfeldt

Dieses Buch zählt für mich zu den großen Überraschungen und Highlights meines Lesejahres 2025. Obwohl ich sehr viele gute Bücher gelesen und gehört habe, gab es wenige Bücher, die mich so positiv überrascht haben wie dieses.
Der zauberhafte Erzählstil der Autorin Annette Bjergfeldt in Kombination mit einer fantasievollen und doch durchaus auch realistischen Geschichte hat mich vom ersten Wort an in seinen Bann gezogen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.

Dieses Buch hat mich so sehr begeistert, dass ich es nicht nur wie ursprünglich geplant als Hörbuch gehört, sondern auch als Buch gelesen habe.
Die Art und Weise wie die Geschichte aufgebaut ist, erinnert mich sehr stark an ein Tagebuch. Ich hatte immer das Bild vor Augen, dass hier eine alte Frau auf dem Sterbebett liegt und noch einmal ihr Leben Revue passieren lässt und die Verwandtschaft wie gebannt an ihren Lippen hängt und zuhört. Die Geschichte ist in vielen historischen Dingen und Ereignissen so akkurat recherchiert, dass ich immer das Gefühl hatte, dass es sich hierbei wirklich um einen Tatsachenbericht handeln könnte. Andererseits sind so viele phantastische Elemente dabei, die das ganze wieder ein wenig unrealistisch wirken lassen. Normalerweise recherchiere ich dann immer, um mehr über die Hintergründe des Buches herausfinden zu wollen. In diesem Fall habe ich es vermieden und werde es auch in Zukunft vermeiden, da es mir ein wenig von dem Zauber des Buches nehmen würde.
Die Protagonistinnen und Protagonisten des Buches, allen voran natürlich Lita, Oona und Fabiola habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen und gehofft, dass ihre Wünsche und Träume irgendwann in Erfüllung gehen werden. Dieses Buch besticht durch einzigartige, zauberhafte und etwas schrullige Charaktere, die auf der Suche nach sich selbst, der Liebe und dem Glück sind. Jede und jeder auf seine Art und Weise und manchmal auch eher unbewusst als bewusst.
Dies ist wieder mal ein Buch, das durch seine Charaktere und die Beschreibungen der Umgebung und der Stimmungen punktet. Die Handlung ist manchmal ein wenig verworren und man weiß nicht immer, wohin die Reise gehen wird. Die eine oder andere Passage des Buches zieht sich ein wenig und im ersten Moment hat man das Gefühl, dass die Autorin diesen Teil der Geschichte kürzen oder weglassen hätte können. Doch am Ende merkt man, dass jedes kleine Puzzleteil notwendig war, damit die Geschichte genau so wird wie sie sein soll.
Gesprochen wird das Hörbuch von Rebecca Madita Hundt. Für mich war es mein erstes Hörbuch mit dieser Sprecherin, aber bereits nach wenigen Minuten wusste ich, dass sie die perfekte Wahl für das Buch ist. Ihre Stimme, ihre Art Wörter zu betonen und Gefühle zu übertragen hat mich sehr begeistert und ich hoffe, dass ich noch weitere Hörbücher mit ihrer Stimme hören werde dürfen.
Mr. Saitos reisendes Kino ist eine Hommage an das Kino, ein Loblied auf das Leben, ein Plädoyer für die Liebe und eine Geschichte über beeindruckende Frauen, die ihren Mann stehen und ihren Weg finden. Wer sich auf diese Reise einlässt, wird mit einem Buch belohnt, das noch lange nachhallt.

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Japanische Erzählkunst zwischen Ruhe und Genuss

Das Restaurant der verlorenen Rezepte Die Food Detectives von Kyoto von Hisashi Kashiwai

Aufgrund vieler guter Rezensionen und einiger Empfehlungen habe ich mich für die Lektüre dieses Buches bzw. eigentlich für dieses Hörbuches entschieden. Ich persönlich kann die wohlwollenden Meinungen verstehen und nachvollziehen, aber verstehe auch, woher die Kritik an dem Buch kommt.
Wie so oft bei japanischen Romanen, ich möchte hier als Beispiel die Romane von Satoshi Yagisawa oder von Shiori Ota nennen, gibt es keine eindeutig durchgehende Handlung, sondern die einzelnen Kapitel erinnern an Kurzgeschichten.

Oft ist es sogar noch so, dass sich die Handlung von Kapitel zu Kapitel sehr stark ähnelt, so dass man das Gefühl bekommt, dass hier alles nach dem Schema F abgehandelt wird. Dieses Gefühl trügt natürlich nicht, den in gewisser Weise ist dies auch wirklich so, dennoch steckt so viel mehr dahinter. Ich kann aber verstehen, wenn man mit dieser Art von Romanen nichts anfangen kann.
Ich greife sehr gerne immer wieder zu dieser Art von Büchern, da es hier mehr um die leisen Zwischentöne geht und man zur Ruhe kommen kann. Einen großartigen Spannungsbogen sucht man vergeblich, ich für meine Teil, haben dieses aber weder erwartet noch vermisst. Dafür habe ich mehrere zauberhafte Erzählungen bekommen, bei denen sowohl die persönlichen Erinnerungen und Gefühle der Protagonisten, sowie schmackhaftes japanisches Essen die Hauptrolle gespielt haben.
Nagare-san und seine Tochter Koishi-chan habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen und mir gefällt sowohl die respektvolle und doch liebevolle Art und Weise wie sie miteinander umgehen, sowie ihre Leidenschaft für gutes Essen. Ihr Restaurant ist ein ganz besonderes Kleinod und ich würde mir so sehr wünschen, dass es so ein Lokal wirklich gibt und ich irgendwann das Glück habe, dort hinzufinden. Die kulinarische Detektivarbeit, die die beiden leisten fand ich äußerst spannend und interessant und ich bin sehr glücklich, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelroman handelt. Denn ich kehre gerne wieder auf einen Besuch in das Komogawa-Restaurant zurück.
Hisashi Kashiwai hat meiner Meinung nach einen zauberhaften Erzählstil und ich habe mich gerne in seinen Worten und seinen Beschreibungen der Umgebung und der Lebensmittel verloren. Japanische Küche zählt zu einen meiner großen Leidenschaften, daher kannte ich viele der erwähnten Zutaten und Gerichte, dennoch habe ich auch noch das eine oder andere dazulernen können.
Gelesen wird das Hörbuch von Thomas Höricht. Für mich war es das erste Hörbuch dieses Sprechers und ich hatte anfangs Schwierigkeiten mich an seine Stimme und an seine Art die Wörter zu betonen zu gewöhnen. Mit der Zeit wurde es besser, aber wirklich komplett zufrieden war ich mit dieser Kombination nicht. Wobei ich mittlerweile denke, dass es weniger an Thomas Höricht lag, sondern dies eines jener Bücher ist, die ich lieber lesen als hören möchte.
Der Sprecher hat nämlich eine sehr ruhige und unaufgeregt Art beim Lesen, was in diesem Fall perfekt zur doch sehr ruhigen und entspannenden Atmosphäre des Buches passt.
Alles in allem hat mich die Geschichte sehr angesprochen und ich will das Buch gerne weiterempfehlen. Allerdings wie bereits angesprochen mit einigen kleinen Einschränkungen. Daher kann bei diesem Buch auch nur 4 Sterne vergeben.

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Vorhersehbar? Ja. Zauberhaft? Auch!

Winterküsse unterm Nordstern von Julie Larsen

Die Hallmark Weihnachtsfilme erfreuen sich seit einigen Jahren auch hierzulande immer größerer Beliebtheit. Diese Filme zeichnen sich durch eine zauberhafte Stimmung, eine herzerfrischende Liebesgeschichte und reichlich Kitsch aus. Dieses Buch hat mich sehr stark an einen typischen Hallmark Weihnachtsfilm erinnert.

Für diejenigen die diese Einleitung abschreckt, tut es mir zwar leid, aber ich denke, dann ist dieses Buch definitiv nicht das richtige für sie.
Besonders hervorheben möchte ich das unglaublich schöne Setting des Buches. Obwohl ich selbst noch nie in Lappland war, konnte ich mir alles sehr gut vorstellen und habe die Landschaft vor meinem inneren Auge gesehen. Julie Larsen hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und die Umgebung und die Landschaft sehr detailliert beschrieben. Durch das Weihnachtsmanndorf kam während des Lesens bei mir auch eindeutig Weihnachtsstimmung auf. Daher würde ich das Buch auf jeden Fall als leichte Lektüre für die Adventszeit empfehlen.
Die Protagonisten Charlotte und Eljas waren mir sympathisch und man durfte als Leser auch einen tiefen Einblick in ihr Innenleben vornehmen. Beide hatten es in der Vergangenheit nicht immer leicht und mussten den einen oder anderen Verlust hinnehmen. Die traurigen Hintergrundgeschichten haben dem Buch eindeutig etwas mehr Tiefe verliehen und somit hebt dieser Roman sich ein wenig von anderen seichten Weihnachtsromanzen ab. Autorin Julie Larsen hat es aber dennoch geschafft, die traurigen Anteile nicht überwiegen zu lassen und somit nicht zu viel auf die Tränendrüse gedrückt. Eljas Tochter Eveliina habe ich vom ersten Moment ins Herz geschlossen. Sie war mein persönlicher Favorit, auch wenn sie mir an vielen Stellen ein wenig zu erwachsen und altklug vorgekommen ist.
Die Geschichte selbst ist im Großen und Ganzen recht vorhersehbar und bietet wenig Überraschungen. Es gibt die typischen Irrungen und Wirrungen, die eine Liebesgeschichte ausmachen und das eine oder andere Drama aufgrund eines Missverständnisses kommt natürlich auch vor. Durch diesen sehr typischen und vorhersehbaren Aufbau der Geschichte war meiner Meinung nach der Spannungsbogen recht flach. Wobei ich mir ehrlich gesagt auch kaum etwas anderes erwartet habe. Der Einstieg in die Geschichte ist mir leichtgefallen, allerdings dauerte es etwas, bis die Geschichte wirklich Fahrt aufgenommen hat.
Der Schreib- und Erzählstil von Julie Larsen hat mir gut gefallen. Ich konnte mich aufgrund ihres lockeren Stils schnell in der Geschichte zurechtfinden und hatte auch mit den finnischen Begriffen keine Probleme, da sie diese alle sehr gut erklärt hat.
Bei diesem Buch handelt es sich um einen soliden und unterhaltsamen Weihnachts- und Liebesroman, der perfekt ist, um dem doch oft hektischen Adventalltag zu entfliehen. Ideal für alle, die eine herzerfrischende Liebesgeschichte mit ein wenig Tiefgang suchen.

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