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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von ReiShimura:

Ein berührendes Buch über Einsamkeit und Zusammenhalt

Vom Gespenst, das nicht allein sein wollte von Gareth Ryans

Bereits das Äußere des Buches hat sowohl den kleinen Leser als auch die Erwachsenen im Haus überzeugt. Das Buch ist hochwertig verarbeitet, das Format ist gut gewählt und die Illustration am Cover ist ansprechend. Die Farbgebung des Coverbildes ist ein wenig düster und gedeckt, dies passt meiner Meinung nach aber sehr gut zum Gesamtkonzept des Buches.

Die Illustrationen im Buch sind wie erwartet im gleichen Stil wie das Cover. Die Bilder sind detailreich und es macht Spaß diese zu betrachten. Auf den ersten Blick kann man bereits die wesentlichen Dinge erkennen. Nimmt man sich allerdings ein wenig mehr Zeit, kann man die vielen Kleinigkeiten entdecken, die sich in den Bildern verstecken.

Schriftart und -größe des Textes finde ich sehr passend gewählt. Das Zusammenspiel zwischen Text und Bilder ist sehr ausgewogen und leicht lesbar. Aufgrund der relativ großen Schriftgröße und des eher einfach gehaltenen Textes ist dieses Buch meiner Meinung nach auch sehr gut für Leseanfänger geeignet. So können zum Beispiel die älteren Kinder ihren jüngeren Geschwistern das Buch vorlesen.

Die Handlung des Buches ist durchdacht und auch für Kinder leicht nachvollziehbar. Die Emotionen und Gedanken des Gespenstes und seiner tierischen Freunde sind für die Kinder verständlich. Da Buch hat eine Altersempfehlung von ab 3 Jahren. Der kleine Leser ist noch etwas jünger und konnte der Geschichte dennoch sehr gut folgen. Hierbei muss ich aber dazusagen, dass er bereits viel Erfahrung mit Büchern dieser Länge hat. Für Kinder, die eher an kurze Bücher gewöhnt sind, könnte die Textlänge eventuell ein herausfordernd sein.

Das Alleinsein bzw. Einsamkeit wird in dem Buch sehr gut thematisiert. Phasenweise ist das Buch ein wenig traurig, aber in einem der Altersklasse entsprechenden Niveau. Autor Gareth Ryans hat das Thema wirklich sehr gut eingefangen und dargestellt.

Dieses feinfühlige, emotionale und herzerwärmende Buch ist wirklich eine Bereicherung für jedes Kinderbuchregal. Wer auf der Suche nach einem Buch zum Thema Freunde finden und/oder der Angst vor dem Alleinsein ist sollte sich unbedingt dieses hier anschauen. Der kleine Leser und ich können das Buch wirklich von ganzem Herzen weiterempfehlen.

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Poetisch, liebevoll, stimmungsvoll – ein Kinderbuch, das berührt

Sagst du mir, was Freundschaft ist? von Michael Engler

Meine bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass man mit Büchern aus dem Baumhaus Verlag nichts falsch machen kann. Ganz im Gegenteil, denn der Verlag steht für liebevoll gestaltete, hochwertig verarbeitete und durchdachte Kinderbücher. Insbesondere gilt dies für Bücher mit dem Erfolgsduo Michael Engler und Joëlle Tourlonias.

Daher habe ich mich sehr gefreut, dass es von den beiden ein neues Buch gibt und wie erwartet, sind sowohl der kleine Leser wie auch die großen Leser im Haushalt begeistert.

Für uns ist es nicht das erste Abenteuer der beiden ungleichen Freunde Hase und Igel. Daher wussten wir bereits, worauf wir uns einlassen. Die Reihe, die es bereits seit 10 Jahren gibt, enthält mittlerweile unzählige Bücher. Alle Bücher können dabei aber unabhängig voneinander gelesen werden.
Die Freundschaft von Hase und Igel ist wichtiger Bestandteil der Reihe, in diesem Buch ist sie aber noch dazu das zentrale Thema. Dabei geht es um die Frage, was es eigentlich bedeutet, befreundet zu sein und was eine Freundschaft ausmacht. Zu diesem Thema äußern sich nicht nur unsere beiden Lieblingsprotagonisten, sondern diverse Tiere des Waldes werden zu dieser Frage befragt. Wie erwartet sind die Antworten der Tiere kindgerecht formuliert und decken die verschiedenen Aspekte von Freundschaft ab.

Zum Hervorheben ist hierbei die wundervoll poetische Sprache von Michael Engler, die sowohl kleine als auch große Herzen höherschlagen lässt. Seine Ausdrucksweise und Wortwahl sind manchmal ein wenig ungewöhnlich für Kinderbücher. Die eine oder andere Formulierung war für den kleinen Leser auf Anhieb nicht verständlich und ich musste sie erklären. Dies sehe ich allerdings als Vorteil, da sich so der Wortschatz des kleinen Lesers spielerisch erweitert.

Das Buch strahlt eine unglaubliche Ruhe aus und es macht viel Spaß in die Geschichte einzutauchen und die Bilder zu betrachten. Die Illustrationen von Joëlle Tourlonias sind auch in diesem Band wieder wunder- und stimmungsvoll. Ihre Vorliebe für gedeckte Farben mag zu Beginn ein wenig verwundern, allerdings merkt man schnell, dass das Gesamtkonzept einfach perfekt ist. Wieder einmal ist Ocker einer der dominierenden Farben, vor allem bezüglich der Hintergründe. Man könnte glauben, dass die Bilder dadurch farblos und blass wirken, aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Besonders gut gefallen mir die vielen kleinen Details. Dazu gehören auch Nebencharaktere wie die Maus und das Rotkehlchen, die in der eigentlichen Handlung zwar nicht vorkommen, in den Bildern aber ihre eigene Geschichte bekommen.

Für mich vereint dieses Buch alle Dinge, die mir bei einem Kinderbuch wichtig sind. Eine ansprechende Handlung, eine niedliche und doch realistische Darstellung der Tiere, eine starke und gefühlvolle Botschaft, die auf Augenhöhe der Zielgruppe vermittelt wird und wunderschöne, aussagekräftige Illustrationen.
Daher möchte ich dieses Buch allen Personen ans Herz legen die auf der Suche nach einem Kinderbuch zum Thema Freundschaft sind.

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Die leise Schönheit des Briefromans – und meine Mühe, sie zu hören

Die Briefeschreiberin von Virginia Evans

Selten ist es mir so schwergefallen, eine mittelmäßige Bewertung für ein Buch abzugeben. Denn das Buch ist im Grunde wirklich interessant und auch handwerklich gut umgesetzt. Meine durchwachsene Bewertung des Buches liegt eher daran, dass ich zu dem Medium Briefroman keinen richtigen Zugang gefunden habe.

In der letzten Zeit habe ich einige Romane gelesen, die sich auf die eine oder andere Art und Weise mit dem Thema Briefschreiben beschäftigen. Darunter „Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen“ und „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“. Beide haben mich restlos begeistert und mit großer Freude habe ich mich auf diesen Roman gestürzt. Der große Unterschied zwischen diesem Buch und den oben angeführten ist allerdings die Art der Erzählung. Hierbei handelt es sich um einen Briefroman, während die anderen beiden Romane sind, in denen zusätzlich Briefe abgedruckt sind.

Sybil van Antwerp ist eine interessante Protagonistin und ich habe ihr Leben sehr gerne verfolgt. Es war spannend zu verfolgen mit wem sie alles postalisch oder selten auch elektronisch kommuniziert und welche Dinge ausgetauscht werden. Dabei geht es einerseits natürlich um mehr oder weniger kleine Alltagsdinge und Belanglosigkeiten, aber andererseits werden hier auch wichtige oder schwerwiegende Themen angesprochen, wie Krankheiten, der Tod, Fehlgeburten oder Politik.
Die Personen mit denen Sybil kommuniziert decken eine breite Altersspanne ab und dementsprechend unterschiedlich ist auch der Schreibstil der Briefe die Sybil als Antwort bekommt. Da es sich um eine Vielzahl von Personen handelt war ich sehr froh, dass die Autorin ein Personenverzeichnis am Ende des Buches eingefügt hat.

Wie anfangs bereits erwähnt, habe ich keinen richtigen Zugang zu dem Buch gefunden und fand es abschnittsweise langatmig und wenig ereignisreich. Ich denke aber, dass ich dies der Autorin Virgina Evans nur bedingt anlasten kann, sondern die Schuld eher bei mir suchen muss. Ich konnte den Roman nämlich nicht in einem Rutsch durchlesen, sondern war gezwungen das Lesen immer wieder zu unterbrechen. Manchmal nur für ein paar Stunden, teilweise aber auch für ein paar Tage. Dadurch habe ich immer wieder den Faden verloren und wusste nicht mehr an wen Sybil gerade einen Brief verfasst.

Virgina Evans Debütroman ist ein tiefgründiger und feinfühliger Roman, dem man wirklich die Aufmerksamkeit schenken muss, die er verdient. Es ist definitiv kein Buch für Zwischendurch, sondern es sollte mit Respekt und Würde behandelt werden.
Ich möchte abschließend noch einmal betonen, dass es sich hierbei um kein schlechtes Buch handelt und ich es auf jeden Fall weiterempfehlen möchte. Viele kleine Faktoren haben bei mir dazu geführt, dass ich das Leseerlebnis nur bedingt genießen konnte. Ich denke aber, dass dieses feinfühlige und tiefgründige Buch in den Händen von den richtigen Personen, die auch das Medium Briefroman zu schätzen wissen, große Freude bereiten wird.

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Zwischen Dorfidylle, Humor und mildem Krimiflair

Mord & Breakfast. Ein Fall für Melody Moss Melody Moss von Anne Gordon

Anne Gordons Auftakt ihrer Melody Moss Serie ist eine gelungene Mischung aus Landroman, cosy crime und humorvoller Liebesgeschichte. Eingefleischte Krimifans, vor allem diejenigen die Spannung und Nervenkitzel in ihren Büchern brauchen, damit sie sie genießen können, werden hier allerdings weniger auf ihre Kosten kommen und sollten eher die Finger von dem Buch lassen.

Der Einstieg in das Buch ist mir recht leichtgefallen und ich konnte mich in der Geschichte recht schnell zu recht finden. Dies liegt natürlich einerseits daran, dass die Handlung nicht allzu kompliziert ist, aber auch daran, dass die Autorin sich zu Beginn ein wenig Zeit nimmt, um in die Gänge zu kommen. Bereits nach kurzer Zeit wird klar, dass es sich hier nicht um einen nervenaufreibenden Krimi, sondern um einen gemütlichen Cosy Crime Roman handelt. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass dies bereits nach dem ersten Blick auf das Cover und kurzer Studie des Klappentextes klar gewesen sein sollte.

Anne Gordons Schreib- und Erzählstil hat mir gut gefallen und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Die Beschreibungen der Personen und der Landschaft hat mir sehr gut gefallen und ich fand diese Ausführungen weder langweilig noch langatmig. Wie es sich für einen Landkrimi gehört, gibt es sehr viele doch recht skurrile Personen und alles ist gewürzt mit einer ordentlichen Prise Humor. Alle klassischen Zutaten, die man für diese Art von Buch braucht, hat die Autorin verwendet und meiner Meinung nach auch Großteiles richtig dosiert.

Die Charaktere sind wie bereits erwähnt teilweise sehr skurril und schräg. An manchen Stellen wandert die Autorin auf einem schmalen Grad zwischen übertrieben absurd und gerade noch angemessen witzig. In den meisten Fällen schafft sie es noch auf die richtige Seite. Da es sich aber um einen Reihenstart handelt, bin ich gespannt, wie das ganze weitergehen wird. Natürlich darf auch ein tierischer Sidekick nicht fehlen, der das ganze abrundet.
Die Handlung ist recht interessant und wartet mit der einen oder anderen mehr oder weniger überraschenden Wendung auf. Als spannungsgeladen würde ich das Buch jetzt nicht unbedingt bezeichnen und die Kriminalromanelemente geraten sehr oft ein wenig in den Hintergrund.

Das Hörbuch wird von Sandrine Mittelstädt gelesen. Ihre Stimme passt perfekt zur Geschichte und rundet das Hörbucherlebnis auf eine eindrucksvolle Art und Weise ab. Sowohl der Klang ihrer Stimme wie auch ihre Art die Wörter zu betonen, passt einfach perfekt zur Handlung und zum Setting des Buches. In diesem Fall musste ich nicht einmal die Hörgeschwindigkeit erhöhen, wie ich es sonst meistens mache, denn auch das Tempo war hervorragend gewählt. Ich hoffe sehr, dass ich bald wieder ein Hörbuch mit der Stimme von Sandrine Mittelstädt in den Händen halten werde.

Alles in allem war es ein angenehmes und kurzweiliges Erlebnis und ein wunderbares Buch für zwischendurch. Besonders hohe Ansprüche an den Kriminalteil sollte man allerdings nicht haben. Fans von den Agatha Raisin Romanen werden hier aber auf ihre Kosten kommen.

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Ein leises Buch über Leben, Verlust und Fragen – mit erzählerischen Umwegen

Mathilde und Marie,2 Audio-CD, 2 MP3 von Torsten Woywod

Es gibt Bücher, die einen nachhaltig beeindrucken, aber auch welche die einen enttäuschen. Und dann gibt es immer wieder welche, die einen etwas ratlos zurücklassen und man nicht so recht weiß, was man mit ihnen anfangen soll. Dieses ist für mich definitiv ein Buch der letzten Kategorie, wobei es auch eventuell mit dem Medium Hörbuch zusammenhängt.

Spannend fand ich an diesem Buch, dass ein männlicher Autor ein doch sehr feminines Buch schreibt. Mir ist bewusst, dass ich hierbei tief in die Klischeekiste greife und dies dem einen oder der anderen sauer aufstoßen wird. Dabei geht es nicht nur um die Wahl der Großteils weiblichen Protagonisten, sondern auch um die Herangehensweise an das ganze Thema und das vorherrschende Motiv.

Auffallend ist wieviel Zeit der Autor sich für die Beschreibung der Umgebung, der Natur, aber auch von Düften nimmt. Prinzipiell habe ich dagegen auch nichts einzuwenden und kann solche ruhigen Passagen genießen. Einige Teile davon fand ich wirklich interessant und lustigerweise ist dies nun schon das zweite Buch, in dem der Begriff Petrichor, der typische Regengeruch, vorgekommen ist. Dennoch war mir in diesem Buch alles zu viel des Guten und einige Passagen hätte man meiner Meinung nach deutlich straffen und kürzen können.

So seltsam es auch klingen mag, aber die eigentliche Handlung des Buches geriet im Laufe des Romans immer mehr in den Hintergrund und in Vergessenheit. So dass ich ab einem gewissen Punkt nicht einmal mehr genau nachvollziehen konnte, worum es in dem Buch überhaupt geht, was das zentrale Thema ist. Möglicherweise lag dies bei mir aber an der Kombination an den ausschweifenden Beschreibungen des Autors und der einlullenden Stimme von Sabine Arnhold. Wobei ich hierbei betonen muss, dass das Wort einlullend auf keinen Fall negativ gemeint ist. Viel mehr hat es die Erzählerin Sabine Arnhold geschafft mich komplett in die Geschichte hineinzuziehen. Ich konnte eintauchen in die ruhige und entschleunigte Lebensweise der Bewohner des kleinen Bücherdorfs Redu.

Ein wenig irritierend fand ich, dass die Titelgebende Mathilde erst in der zweiten Hälfte des Buches wirklich eine Rolle gespielt hat. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit Jonina, einer vom Leben gebeutelten und dennoch lebenslustigen Isländerin, die Marie eine Vielzahl von Ratschlägen gibt. Mathilde ist auf den ersten Eindruck das genau Gegenteil von Jonina. Dies spiegelt sich auch in der Stimmung des Buches wider. Der erste Teil des Buches erschein mir deutlich wärmer und fröhlicher, wohingegen es danach deutlich schwerer und düsterer wurde.

Thorsten Woywods Debütroman ist anders als andere Bücher und lädt eindeutig zum Nachdenken, Sinnieren und Hinterfragen ein. Dieses Buch richtet sich an alle, die eine kleine Auszeit von ihrem hektischen Leben brauchen und offen dafür sind dieses moderne Leben zu hinterfragen. All jenen die Spannung, eine fesselnde Handlung und ein wenig Action brauchen, damit sie ein Buch genießen können, würde ich von diesem Buch entschieden abraten.

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Charmant, aber nicht unvergesslich

Inspector Chopra und der Juwelenraub von Vaseem Khan

Kriminalromane schaffen es in unregelmäßigen Abständen auf meine Leseliste. Wobei ich hierbei außergewöhnliche Ermittler, Handlungsorte am asiatischen Kontinent und eine möglichst unblutige Handlung bevorzuge. Dieser Roman hat alle meine Kriterien erfüllt und ich habe mich gut unterhalten gefühlt, wenn ich auch nicht restlos begeistert bin.

Erst im Laufe des Buches habe ich festgestellt, dass es sich hierbei um den zweiten Teil einer Krimiserie handelt. Dies hat dem Lesegenuss aber nur bedingt getrübt. Autor Vaseem Khan geht an mehreren Stellen des Buches auf die Handlung des ersten Buches ein, so dass man dieses hier auch ohne die Vorkenntnisse lesen kann. Empfehlenswert ist aber wie immer, die Bücher in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen.

Hartgesottene Krimifans werden mit diesem Buch wahrscheinlich eher weniger Freude haben. Dies liegt vor allem daran, dass an vielen Stellen der eigentliche Kriminalfall eher in den Hintergrund rückt und andere Dinge eine größere Rolle spielen. Liebhaber von tierischen Cosy Crime Romanen kommen hier aber definitiv auf ihre Kosten. Der kleine Elefantenbulle Ganesha spielt eine tragende Rolle und wird, wie es oft in dieser Art von Roman ist, ein wenig vermenschlicht. Kritiker mögen den Punkt eventuell ein wenig überbewerten.

Der Roman besticht auf jeden Fall durch seine eindrucksvollen Beschreibungen von Mumbai, dem interessanten Einblick in die indische Kultur und das Essen und durch seinen humorvollen Ton. An manchen Stellen kommt der Witz für meinen Geschmack ein wenig zu platt daher, im Großen und Ganzen war es aber eine sehr unterhaltsame Geschichte.

An manchen Stellen, gerade was die Nebencharaktere betrifft, hätte ich gerne tiefergehende Beschreibungen gehabt. An anderer Stelle waren mir manche ausufernden Erklärungen ein wenig zu langatmig. Über gewisse Dinge kann ich hinwegsehen, da es sich um einen Teil einer Reihe handelt und mir bewusst ist, dass sich vieles über die Romane hinweg aufbaut und auflöst.

Alles in allem war dies wie erwähnt ein netter Roman für zwischendurch, der bei mir aber wenig Eindruck hinterlassen hat. Ganz salopp formuliert kann man sagen, dass man dieses Buch durchaus lesen kann, aber auch nichts verpasst, wenn man es sein lässt.

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Gefühlvoller Wegbegleiter für Kinder

Was fehlt dir, kleiner Roboter? von Przemyslaw Wechterowicz

Der polnische Auto Przemyslaw Wechterowicz hat sich in diesem Buch einen ungewöhnlichen Protagonisten ausgesucht, nämlich einen kleinen Roboter. An sich wäre dies nichts Außergewöhnliches, doch in diesem Buch geht es um Gefühle, Empathie und Trost. Alles Dinge die man erstinstanzlich nicht mit einem Roboter in Verbindung bringen würde.

Doch dieses zauberhafte Kinderbuch beweist einem ganz schnell das Gegenteil.

Bereits der erste Eindruck des Buches, sowohl was die Optik als auch die Haptik betrifft, war sehr gut. Das Cover gibt bereits einen sehr guten Vorgeschmack auf die wunderschönen Illustrationen, welche im Buch vorhanden sind. Die Seiten sind verhältnismäßig dünn für ein Kinderbuch und könnten bei noch ungeübten Kinderhänden zum Problem werden. Der kleine Leser hatte keinerlei Schwierigkeiten damit, ist aber solche Bücher auch bereits gewöhnt.

Besonders hervorheben möchte ich die wunderschönen Illustrationen von Emilia Dziubak. Insbesondere da es zwei verschiedene Arten von Illustrationen auf den jeweiligen Doppelseiten gibt. Auf der Seite, auf der sich auch der Text befindet, gibt es immer eine kleine Zeichnung und auf der Nebenseite dann eine großflächige Illustration. Die Zeichnung und die Illustration sind dabei in einem völlig unterschiedlichen Stil gehalten, ergänzen sich aber perfekt. Dies unterstreicht noch einmal den besonderen Charme, den das Buch ausstrahlt.

Die Texte sind recht kurzgehalten und weisen einige Wiederholungen auf. Die Wiederholungen betreffen sowohl die Struktur als auch Wörter und Formulierungen. Alles Dinge die perfekt zur empfohlenen Altersgruppe der ab 3jährigen passt. Die Handlung ist auch für den kleinen Leser, der das empfohlene Alter leicht unterschreitet, nachvollziehbar und verständlich.

Ein besonders wichtiger Punkt bei einem Kinderbuch ist meiner Meinung nach auch die Botschaft, die das Buch vermitteln möchte. Obwohl das Buch mit einem Seitenumfang von 32 Seiten recht überschaubar ist, schaff es der Autor gleich mehrere Botschaften zu verpacken. Dabei möchte ich hervorheben, dass diese Moral der Geschichte sich perfekt in die Handlung einfügt und hier nichts mit dem Holzhammer eingetrichtert wird. Die Gefühle des Roboters, allen voran seine Einsamkeit und Traurigkeit, sind vor allem durch die zauberhaften Illustrationen wirklich greif- und spürbar.

Dieses Buch vermittelt auf eine berührende und eindringliche Art und Weise, wie wichtig es ist sich Hilfe zu holen, aber auch wie unerlässlich es ist, seinem Gegenüber zu zuhören und nicht von sich auf andere zu schließen. Dies ist ein ergreifendes Buch über Nähe, Trost und Empathie.

„Was fehlt dir, kleiner Roboter“ hat sowohl den kleinen Leser als auch die Erwachsenen sehr berührt und begeistert. Dies ist wieder einmal ein Kinderbuch, dass ich ohne Einschränkungen weiterempfehlen möchte.

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Ein fein gesponnenes Netz aus Identität, Liebe und Wissenschaft

Real Americans von Rachel Khong

Der Verlag „Kiepenheuer & Witsch“ hat diesen Roman für seine „Deutschland liest ein Buch“ Aktion ausgewählt, da der Verlag der Meinung ist, dass ganz Deutschland dieses Buch lesen sollte. Und auch wenn ich nicht in Deutschland lebe, kann ich die Intention des Verlages sehr gut nachvollziehen.

Rachel Khong erzählt in diesem Roman auf eine beeindruckende und dennoch äußerst zurückhaltende und sanfte Art und Weise die Geschichte einer chinesisch-amerikanischen Familie. Besonders begeistert hat mich dabei, dass die Autorin nicht nur die Probleme und Nöte der einzelnen Familienmitglieder sehr gut transportieren konnte, sondern sie auch in einen gesellschaftlichen Kontext setzt. Das Hineinversetzen und Verstehen der Protagonisten ist mir dadurch sehr leichtgefallen, obwohl ich einen völlig anderen kulturellen Hintergrund habe.
In diesem Roman geht es um Fragen der Identität und inwieweit unsere Herkunft unser Sein prägt, es geht um Macht und Geld, aber auch um die Frage wie weit darf Wissenschaft gehen.

Den Schreib- und Erzählstil der Autorin habe ich als sehr angenehm empfunden und es gab nur wenige Abschnitte im Buch auf die ich gerne verzichtet hätte oder die für meinen Geschmack kürzer hätten ausfallen können. Einen Spannungsbogen im klassischen Sinne gibt es bei diesem Buch wie erwartet nicht wirklich.

Das Buch selbst ist in drei große Teile unterteilt und in jedem dieser Abschnitte steht eines der Familienmitglieder im Zentrum der Aufmerksamkeit. Hierbei hat mir besonders gut gefallen, dass obwohl Mei, Lilly und Nick unter völlig anderen Umständen in einer komplett unterschiedlichen Zeit leben, es so viele Gemeinsamkeiten in den drei Generationen gibt. Obwohl die drei Handlungsstränge in gewisser Weise voneinander unabhängig sind, da sie in drei verschiedenen Zeitebenen spielen, ergeben sie natürlich zusammen ein großes Ganzes.

Rachel Khons Roman ist nicht besonders aufregend, sondern besticht eher mit leisen Tönen und lässt einen, mich zumindest, nachdenklich zurück. Ich empfehle dieses Buch allen, die gerne Bücher lesen, die gerne ihren Horizont erweitern und den großen Fragen des Lebens und der Wissenschaft gegenüber offen sind.

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Ein Kaleidoskop aus guten Wünschen und liebevollen Gedanken

Love and be loved von Cleo Wade

Autorin Cleo Wade hat für ihre beiden Töchter ein Gedicht geschrieben, in dem sie ihre ganze Liebe, Zuneigung und guten Wünsche für die beiden verpackt hat und aus diesem Gedicht ist nun dieses Buch entstanden. In jeder Zeile spürt man eine tiefe Verbundenheit und wer empfänglich dafür ist, kann daraus bestimmt viel Stärke und Kraft erhalten.

Die Illustrationen des Buches finde ich sehr ansprechend. Die Bilder sind farbenfroh und ergänzen den Text des Buches auf eine sehr angenehme Art und Weise. Der Leser oder die Leserin wird von den Illustrationen nicht erschlagen, dennoch ziehen sie den Blick auf sich und es macht Spaß die vielen kleinen Details zu betrachten. Beim Durchblättern des Buches haben mich viele Seiten an Glückwunsch- oder Motivationskarten erinnert. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich die eine oder andere Seite auch an einer Wand als inspirierender Schmuck gut machen würde.
Das Buch wird als berührendes Bilderbuch für Erwachsene beworben. Ich würde die Zielgruppe des Buches aber gar nicht so eng fassen. Denn das Buch ist meiner Meinung nach auch für Jugendliche und Kinder geeignet.

Der Inhalt bzw. die Textmenge des Buches ist überschaubar. Wie bereits ganz am Anfang erwähnt, handelt es sich hierbei ursprünglich um ein Gedicht. Die Autorin schafft es dennoch viele verschiedene Themen anzusprechen und Mut zu machen. In schwierigen Zeiten kann dieses Buch und seine liebevollen Gedanken Trost spenden und erinnert immer daran, dass man geliebt wird. Aber vor allem auch, dass man sich selbst lieben soll. Viele der Zeilen des Buches erinnern mich an „irish blessings“.

Auffällig und nicht ganz meinem Geschmack entsprechend ist die Schriftart, in der der Text in dem Buch verfasst ist. Über die Tatsache, dass alles in Großbuchstaben geschrieben ist, hätte ich noch hinwegsehen können und dies als künstlerische Freiheit abgetan. Allerdings hat man sich hier entschieden, dass die Punzen, die Hohlräume oder „Löcher“ in gewissen Buchstaben, schwarz eingefärbt, also ausgemalt, wurden. Ich hatte es zwar nicht für möglich gehalten, aber dadurch ist mir das Lesen des Textes sehr schwergefallen.

Die verschiedenen guten Wünsche des Buches haben mich persönlich mal mehr und mal weniger angesprochen. In Summe war es ein sehr kurzes, aber dennoch angenehmes Leseerlebnis.
Es handelt sich hierbei um ein klassisches Geschenkebuch, welches man mit vielen guten Absichten einem geliebten Menschen schenken kann. Es richtet sich meiner Meinung nach vornehmlich an Personen, die eine Begeisterung für motivierende Sprüche haben und daraus viel Kraft und Trost ziehen können.

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Zwischen Seoul und der Seele – ein literarischer Ruheort

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand von Baek Seungyeon

Es gibt Bücher, die überzeugen einen durch eine besonders raffinierte Handlung, durch eine fantasievolle Welt oder durch Spannung und Nervenkitzel. Dieses Buch ist keines davon. Dennoch ist es ein Buch, dass einen von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zieht und auch nach Beendigung nicht loslässt.

Allerdings auch eine sehr feinfühlige, ruhige und gefühlvolle Art.
Beim Titel des Buches musste ich sofort an ein anderes Buch denken, welches ich 2025 gelesen habe. Dabei handelt es sich um den japanischen Roman „Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen“. Interessanterweise wird genau dieses Buch auch in „Der Briefladen, in die die Zeit stillstand“ erwähnt. Allerdings durfte ich schnell feststellen, dass obwohl es gewisse Gemeinsamkeiten zwischen den Werken gibt, sie doch auch sehr verschieden sind. Wobei ich die Meinung vertrete, wer eines der Bücher geliebt hat, wird auch das andere lieben.

Einen sehr interessanten Fakt habe ich erst durch das Nachwort des Buches gelernt, nämlich, dass es sich bei den Briefen, die im Buch vorkommen, um echte Briefe handelt. Diese wurden in einem Letter Shop in Seoul abgegeben und der Veröffentlichung im Roman wurde natürlich zugestimmt. Diese Information macht das Buch noch um einiges wertvoller und auf jeden Fall auch authentischer.

Den Schreibstil von Beak Seungyeon würde ich als äußerst feinfühlig, gefühlvoll und auch poetisch beschreiben. Die Autorin legt viel Wert aufs Detail und beschreibt auch kleine Alltagsgegenstände mit einem hohen Maß an Wertschätzung. Das Handlung des Buches umfasst alle vier Jahreszeiten und besonders die Beschreibungen der Umwelt in den jeweiligen Jahreszeiten hat mir besonders gut gefallen.
Wer bis dato noch keine Berührungspunkte mit koreanischen Namen hatte, wird es zu Beginn vielleicht ein wenig schwer haben. Aber auch hier bekommt man von der Autorin eine Hilfestellung, denn am Anfang des Buches gibt es kurze Steckbriefe zu den vorkommenden Personen und dort ist auch die richtige Aussprache der Namen angegeben.

Die Handlung kann grob in zwei Stränge geteilt werden. Denn einerseits gibt es die Geschichte rund um Hyoyeong und andererseits gibt es die kurzen Episoden zu den Briefen. Die beiden Stränge greifen ineinander, beeinflussen einander und ergeben zusammen ein wunderschönes Ganzes.
Bevor ich zu meinem abschließenden Fazit komme, möchte ich noch kurz ein paar Worte zu Haptik und Optik des Buches verlieren. Optisch ist das Buch meiner Meinung nach sehr schön gestaltet und das Coverbild finde ich wirklich sehr gelungen und äußerst passend. Das Buch ist solide verarbeitet und die Haptik an sich auch sehr gut. Der einzige Punkt, der mir hierbei negativ aufgefallen ist, ist der raue Buchschnitt, der eindeutig Geschmackssache ist.

Dieser gefühlvolle, inspirierende Roman ist wirklich ein Leseerlebnis der besonderen Art über Trauer, Liebe, Wünsche, Träume und Hoffnungen. Es ist eine Hommage an das Briefe schreiben, eine Einladung zum Innehalten und eine Auszeit vom Alltag. Dieser Roman ist perfekt für alle, die auch die leisen Töne zu schätzen wissen.

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