Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ReiShimura:
Zwischen Rätseln und Emotionen: Eine Fortsetzung mit kleinen Schwächen
Die Rätsel meines Großvaters von Masateru Konishi
Da ich den ersten Band der Reihe wirklich geliebt habe, konnte ich das Erscheinen des zweiten Bandes kaum erwarten. Ich hatte vermutet, dass ich diesen ebenso lieben und verschlingen werde wie „Die Bibliothek meines Großvaters“. Allerdings musste ich recht schnell feststellen, dass ich so meine Probleme mit „Die Rätsel meines Großvaters“ hatte.
Dies liegt aber nur zum Teil am Buch selbst, sondern auch an meiner derzeitigen Situation.
Das zweite Buch knüpft relativ nahtlos an den ersten Teil an. Wie bereits im ersten Teil gibt es auch hier wieder viele kleine Geschichten und Rätsel, die in sich abgeschlossen sind. Verbunden wird das ganze aber durch die private Geschichte von Kaede, ihrem Großvater und Kaedes Freunden. Um das Buch vollumfänglich verstehen zu können, empfehle ich daher, die Bücher in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen.
Wie nicht anderes zu erwarten ist auch dieses Buch wieder eine sehr gelungene Mischung aus Kriminalroman und Familiengeschichte. Wobei dies alleine nicht ausreicht um das Buch zu beschreiben. Denn der Autor Masateru Konishi lässt wieder soviel mehr in dieses Buch einfließen. Natürlich ist die Demenzerkrankungen und die Auswirkungen der Krankheit auf Kaedes Großvater ein zentrales Thema. Allerdings muss ich hierbei anmerken, dass der Autor dies auf eine sehr gefühlvolle und auch wenn es komisch klingt rücksichtsvolle Art und Weise macht.
Die einzelnen Rätsel haben mich in diesem Buch nicht ganz so fesseln und begeistern können wie im ersten Buch. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine große Rolle spielt dabei sicher meine derzeitige Situation, die mir nicht die Möglichkeit gegeben hat, mich voll und ganz auf das Buch einzulassen und darin so einzutauchen wie ich es noch beim ersten Buch konnte. Andererseits liegt es aber auch an dem zentralen Thema, welches die Rätsel verbindet, mit dem ich mich nicht so gut identifizieren konnte wie noch im ersten Buch. Natürlich gibt es wieder sehr viele Anspielungen auf klassische Kriminalromane, aber dieses Mal auch einige Verweise auf Filme von Alfred Hitchcock.
Masateru Konishis Schreibstil bzw. die Übersetzung hat mir im Großen und Ganzen ganz gut gefallen. Dennoch gab es einige Passagen an denen ich den Überblick verloren habe und mir nicht sicher war, wer gerade spricht oder über wen gerade gesprochen wird. In den meisten Fällen konnte ich meine Verwirrung recht schnell auflösen, einige wenige Teile bleiben aber dennoch rätselhaft und unverständlich.
Alles in allem muss ich leider sagen, dass mich dieses Buch nicht so fesseln konnte wie ich es erwartet und erhofft hatte. Als kompletten Reinfall würde ich dieses Buch aber auch nicht bezeichnen und die Lust den dritten und abschließenden Band zu lesen, ist nach wie vor ungebrochen.
„Die Rätsel meines Großvaters“ ist eine annehmbare Fortsetzung der Reihe, wenn sie auch nicht mit dem ersten Buch mithalten kann. Auf der anderen Seite entspricht dies meinen Erfahrungen was Trilogien betrifft, der zweite Teil ist immer der schwächste. Daher bleiben meine Erwartungen für den nächsten Band hoch.
Trotz meines durchwachsenen Leseerlebnisses möchte ich dieses Buch gerne weiterempfehlen. Ich denke, dass neben Fans dieser Reihe auch Liebhaber von klassischen Kriminalromanen und Hitchcock Filmen auf ihre Kosten kommen werden. Leser:innen die auf der Suche nach einem spannenden, fesselnden und packenden Krimi sind, sollten von diesem Buch aber eher Abstand nehmen.
Wunderschön, berührend, aber für Kinder zu überwältigend
Katzenpfade von Sara Lundberg
Das wunderschön gestaltete Cover hat mich sofort in den Bann gezogen und der Klappentext klang vielversprechend. Ich hatte die Hoffnung, dass dies ein schönes und außergewöhnliches Buch für meinen kleinen Leser sein könnte. Schön und außergewöhnlich ist es auf jeden Fall, allerdings eher weniger etwas für den dreijährigen kleinen Leser.
Die Haptik und Optik des Buches konnten mich auf Anhieb überzeugen. Das Buch hat ein gutes Format, ist stabil und hochwertig ausgeführt und liegt gut in der Hand. Das Cover gibt bereits einen guten Vorgeschmack auf den andersartigen Illustrationsstil der in diesem Buch verwendet wird. Die Bilder erwecken den Eindruck das sie mit Wasserfarben gemalt worden sind und sind teilweise ein wenig verwaschen. Manche der Illustrationen sind aber sehr detailreich ausgeführt. In gewisser Weise ist jede Seite eine Überraschung, da man nie so genau weiß, was einen erwarten wird. Die Auswahl der Farben gefällt mir gut und viele der Bilder, gerade im zweiten Teil des Buches sind sehr eindrucks- und stimmungsvoll.
Der Grundgedanke der Geschichte, dass man Kompromisse eingehen muss und auch mal seine ausgetretenen Pfade verlassen sollte um Neues zu entdecken gefällt mir gut. Beide Aspekte wurden gut in das Buch eingebunden und die Botschaft ist auf jeden Fall offensichtlich.
Allerdings hadere ich ein wenig mit der Umsetzung des Ganzen. Die Geschichte ist sehr melancholisch und hat mich an vielen Stellen sehr traurig gemacht. Mir ist bewusst, dass dies an sich nichts Schlimmes ist und es auch Traurigkeit in Kinderbüchern geben darf. Dennoch war es mir in diesem Buch ein wenig zu viel. Denn obwohl das Buch ein gutes Ende hat, blieb das Gefühl der Traurigkeit und Melancholie noch lange nach dem Lesen bestehen. Auch der kleine Leser war von dem Buch nicht unbedingt begeistert und wollte es kein zweites Mal lesen. Ich denke, dass auch für ihn die Fülle der Gefühle ein wenig zu überwältigend war.
Die Beziehung des Menschen zu seiner Katze ähnelt meiner Meinung nach sehr dem eines Elternteils zu seinem Kind und vielleicht trifft dieses Buch gerade deswegen einen Nerv bei mir und erweckt diese Vielzahl von Emotionen.
Der Autorin Sara Lundberg muss man auf jeden Fall zu Gute halten, dass sie hier ein Buch geschaffen hat, das berührt, zum Nachdenken anregt und einen so schnell nicht mehr loslässt. Es ist wie ein Kunstwerk und an vielen Stellen sehr philosophisch. Wäre dieses Buch für einen erwachsene Zielgruppe gedacht, hätte ich ihm wahrscheinlich eine sehr gute Bewertung gegeben. Das empfohlene Lesealter wird hier vom Verlag aber mit ab 5 Jahren angegeben. Und für dieses Alter finde ich die Umsetzung der Geschichte nicht passend.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass es sich hierbei um ein wirklich ansprechendes künstlerisches Buch mit einer guten Botschaft handelt. Allerdings sehe ich Kinder dafür nicht als die richtige Zielgruppe und würde es eher (jungen) Erwachsenen ans Herz legen.
Farbenfrohe Reise mit kleinen Schwächen
OTTO fährt los – Eine Reise nach England von Madlen Ottenschläger
Der sprechende Zauberbus Otto geht nun schon zum fünften Mal auf große Fahrt und zum dritten Mal sind der kleine Leser und ich mit von der Partie. Obwohl uns die beiden vorherigen Bände nicht vollständig überzeugen konnten, haben wir uns doch noch einmal auf das Abenteuer eingelassen. Auch dieses Mal haben wir es nicht bereut und fühlten uns im Großen und Ganzen gut unterhalten.
Kleinere Schwächen weißt das Buch dennoch auf.
Wie immer besticht das Buch bereits durch seine farbenfrohe Optik, eine angenehme Haptik und eine hochwertige Verarbeitung. Dies waren wir bereits von den vorherigen Büchern gewohnt und wurden auch hier nicht enttäuscht.
Der Aufbau des Buches entspricht dem gewohnten Konzept, so dass der kleine Leser und ich uns schnell in der Geschichte zurechtgefunden haben. Nach einer kurzen Vorstellung der dieses Mal mit reisenden Personen ging die große Fahrt auch schon los. Es werden diverse Sehenswürdigkeiten gezeigt und teilweise auch mit einigen Worten erklärt. An mancher Stelle hätten wir uns mehr Informationen gewünscht, diesen Punkt habe ich auch bereits bei den anderen Büchern angemerkt. Mir ist aber bewusst, dass die Autorin Madlen Ottenschläger versucht immer möglichst viel vom jeweiligen Land zu zeigen, daher muss man eben anderer Stelle kleine Abstriche machen.
Das Buch ist für Kinder ab vier Jahren empfohlen. Der kleine Leser mit seinen mittlerweile knapp drei Jahren konnte der Geschichte aber ohne Probleme folgen. Hier muss man allerdings dazusagen, dass er Bücher in dieser Länge bereits länger gewohnt ist. Bei dem ersten Otto Buch welches ich mit ihm gelesen habe, war er gerade mal zwei Jahre alt. Kinder mit weniger Erfahrungen mit dieser Art von Büchern könnten eventuell aufgrund der Geschwindigkeit der Geschichte und den vielen Informationen überfordert sein.
Die Übergänge zwischen den einzelnen Stationen sind für meinen Geschmack manchmal ein wenig zu abrupt und holprig. Damit habe ich aber im Vorfeld schon gerechnet, da ich dies bereits bei anderen Büchern der Autorin festgestellt habe. Hierbei möchte ich aber auch erwähnen, dass dies scheinbar nur ein Erwachsenenproblem ist, denn der kleine Leser hat hierbei keine Probleme.
Die Illustrationen von Stefanie Reich haben uns bereits in den vorherigen Bänden sehr gut gefallen und auch dieses Mal sind wir absolut begeistert. Die Bilder sind farbenfroh, ansprechend, detailreich, aber nicht überladen. Es macht Spaß die Bilder zu betrachten und die vielen kleinen, liebevollen Details zu entdecken.
Besonders schön finde ich, dass es dieses Mal auch wieder eine große Übersicht der Reiseroute gibt. Diese hat mir im letzten Band nämlich gefehlt.
Alles in allem war dies ein ansprechendes und unterhaltsames Abenteuer mit Otto quer durch England. Der kleine Leser hat definitiv viel Neues kennengelernt und nimmt das Buch immer wieder gerne aus dem Regal heraus. Meiner Meinung nach hätte man aber die eine oder andere Station weglassen können, davor die restlichen mit mehr Informationen versehen können.
Das Buch ist eine solide Weiterführung der "Otto fährt los" Reihe und alle Otto-Fans kommen definitiv auf ihre Kosten. Da die Geschichte aber in sich abgeschlossen ist kann dieses Buch auch prima von Otto-Neulingen gelesen werden.
Wenn Zeichnungen Geschichten öffnen
Heute fahren wir nach Anderswo von Klaus Baumgart
Dieses Buch hebt sich aufgrund seiner besonderen Illustrationen eindeutig von anderen Kinderbüchern ab. Aber nicht nur die Illustrationen können hier überzeugen. Klaus Baumgart hat hier ein wunder- und eindrucksvolles Buch erschaffen. Tatkräftig unterstützt wurde er hierbei von seinem Enkel, der für die außergewöhnlichen Zeichnungen verantwortlich ist.
Bereits beim ersten Blick auf das Cover bekommt man einen Eindruck, welch einzigartige Zeichenstilmix einen bei diesem Buch erwartet. Mich hat dies von Anfang an überzeugt, aber wahrscheinlich ist dies nicht jedermanns Geschmack. Daher möchte ich gleich zu Beginn die Empfehlung aussprechen, dass diejenigen die über das Cover die Nase rümpfen, besser die Finger von dem Buch lassen sollten.
Die Verarbeitung des Buches ist qualitativ hochwertig und es liegt gut in der Hand. Der Einband ist stabil und die einzelnen Buchseiten haben eine angenehme Stärke. Die Seiten sind weder zu dick noch zu dünn und meiner Meinung nach sehr gut an das empfohlene Lesealter von ab 4 Jahren angepasst.
Ein gutes Kinderbuch zeichnet sich aber nicht nur durch eine hochwertige Verarbeitung und nette Bilder aus, außer natürlich es handelt sich um ein Bilderbuch. Auch der Text ist wichtig für die Qualität eines Buches. In diesem Punkt wurde ich glücklicherweise ebenfalls nicht enttäuscht. Die Schriftart ist angenehm, so dass der Text sich leicht vorlesen lässt und sogar für etwas geübtere Leseanfänger zum Lesen üben geeignet ist. Die Länge des Textes ist auf den einzelnen Seiten sehr unterschiedlich. So gibt es Doppelseiten auf den es recht lange Passagen gibt, aber auch welche auf denen nur einzelne Sätze vorkommen. Die Mischung passt meiner Meinung nach gut und ist als Gesamtkonzept auf jeden Fall stimmig.
Auf der Rückseite des Buches verspricht der Baumhaus Verlag, dass es sich hierbei um ein zauberhaftes Buch über die Kraft der Fantasie handelt. Ein ziemlich großes Versprechen und ich hatte leichte Bedenken, ob dies denn wirklich gehalten werden kann. Zu meiner großen Freude hat der Baumhaus Verlag sein Wort gehalten. Der kleine Leser war von Anfang an begeistert von dem Buch und wollte es immer und immer wieder vorgelesen bekommen. Einige Ideen aus dem Buch hat er auch in seine Spiele integriert und weiterverarbeitet und verfeinert.
Dieses warmherzige Buch hat den kleinen Leser und mich verzaubert und wir reisen seitdem öfter mal nach Anderswo. Manchmal mit und manchmal auch ohne Buch.
Ich möchte dieses Buch daher all jenen empfehlen, die gerne ihre Fantasie spielen lassen und neue Welten entdecken.
Vom Sammeln, Staunen und Fühlen – ein Buch für kleine Abenteurer
Stock & Stein von Anne-Kathrin Behl
Autorin Anne-Kathrin Behl hat hier ein wirklich entzückendes Kinderbuch erschaffen, dass sowohl kleine als auch große Leser begeistern kann und die Fantasie anregt.
Bereits das Cover ist ein echter Hingucker und springt einem förmlich ins Auge. Die Farbkomposition ist sehr gelungen und stimmungsvoll.
Stock und Stein dominieren das Coverbild und verdeutlichen gleich, worum es in dem Buch geht. Das Buch hat ein handliches Format und ist hochwertig verarbeitet. Es weist eindeutig die gewohnt gute Qualität eines Buches aus dem Baumhaus Verlag auf.
Die Altersempfehlung des Buches wird vom Verlag mit vier Jahren angegeben. Die Geschichte ist meiner Meinung nach allerdings recht einfach gehalten und somit auch für jüngere Kinder geeignet. Der kleine Leser, mit dem ich das Buch gelesen habe, ist knapp drei Jahre alt und hat die Lektüre des Buches sehr genossen. Ich denke allerdings, dass Kinder mit vier Jahren und darüber die Geschichte auf eine andere Art und Weise aufnehmen und die Geschichte auf ihre eigene Art und Weise weitererzählen können.
Liest man das Buch mit jüngeren Kindern muss man allerdings vorsichtig sein, denn die Seiten sind dem empfohlenen Lesealter angepasst, was ihre Stärke betrifft. Hiermit meine ich, dass es sich nicht mehr um die klassischen dicken Bilderbuchseiten handelt, die man aus den ersten Bilderbüchern für Kleinkinder kennt.
Die Zeichnungen sind großformatig angelegt und dominieren eindeutig die Seiten. Der Text ist in einer sehr gut lesbaren Schrift abgedruckt und die Schriftgröße sehr groß gewählt. Die Illustrationen sind lustig und detailreich und laden ein, dass man länger auf den einzelnen Seiten des Buches verweilt. Außerdem finde ich, dass die Bilder, natürlich in Kombination mit dem Text, zum Fantasieren anregt. Hier war für mich besonders interessant auf welche Ideen der kleine Leser gekommen ist, was man denn mit einem Stock und einem Stein alles machen kann. Kreativität wird in diesem Buch definitiv großgeschrieben.
Das Buch erscheint auf den ersten Blick ein wenig simpel und einfach. Beschäftigt man sich aber länger damit, merkt man erst wie viel dieses Buch eigentlich zu bieten hat. Besonders gut gefallen hat mir auch die Bandbreite an Emotionen die Stock und Stein in dieser Geschichte durchleben. Hervorheben möchte ich, dass sich Autorin Anne-Kathrin Behl nicht nur auf die sonnigen Seiten des Lebens beschränkt, sondern auch die nicht ganz so schönen Emotionen wie Trauer, Angst und Besorgnis in die Geschichte eingeflochten hat.
Das Buch hat dem kleinen Leser und mir sehr gut gefallen und vor allem die Erwachsenen im Haushalt gehen jetzt ein wenig gelassener mit der Tatsache um, dass sich ständig in jeder Hosen- oder Jackentasche Steine oder Stöcke befinden. Dieses Buch kann ich allen ans Herz legen die auch Kinder haben die Stöcke und Steine lieben und die auf der Suche nach einem Buch sind, dass die Fantasie anregt und einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Herzerwärmend, detailreich und tierisch schön“
Willkommen im Zoo - Ein neues Zuhause für Ignaz Pfefferminz Igel von Sophie Schoenwald
Einmal mehr nimmt uns Sophie Schoenwald mit auf einen Ausflug in den Zoo. Und dieses Mal handelt es sich nicht um ein Bilderbuch, sondern um ein Vorlesebuch. Das bedeutet, dass man sich hier auf einen längeren und tieferen Einblick in das Leben der Tiere freuen darf. Natürlich dürfen aber dennoch die wunderschönen Zeichnungen von Günther Jakobs nicht fehlen.
Mittlerweile gibt es schon so einige Bücher rund um Zoodirektor Alfred Ungestüm und seinen treuen Freund und Begleiter Ignaz Pfefferminz Igel. Doch die bisherigen Bücher richteten sich eher an ein jüngeres Publikum. Doch dieses jüngere Publikum wird natürlich mit der Zeit älter und möchte aber, verständlicherweise wenn man die Bücher kennt, nicht auf die Zoobewohner verzichten. Wie gut, dass es nun ein Vorlesebuch für kleine Zooliebhaber ab 5 Jahren gibt.
Wie vom Baumhaus Verlag nicht anders zu erwarten war, überzeugt das Buch bereits mit seiner Haptik und Optik. Das Format ist gut gewählt und hat meiner Meinung nach eine angenehme Größe. Die Verarbeitung ist wie gewohnt hochwertig und es liegt gut in der Hand. Das Cover ist ansprechend und gibt einen guten Vorgeschmack auf den Zeichenstil von Günther Jakobs.
Dieser ist, wie wahrscheinlich alles im Leben, natürlich Geschmackssache, aber dem kleinen Leser und mir gefallen die Bilder sehr gut. Die Tiere sind realistisch und dennoch meist sehr niedlich dargestellt.
Der kleine Leser ist bereits stolzer Besitzer einiger Bücher aus der Zoo Reihe, daher kannten wir viele der Zoobewohner wie Anton Elefant, Domingo Flamingo oder Freiherr von Löwe bereits. Dennoch waren für uns auch ein paar neue Charaktere dabei, die wir aber schnell ins Herz schließen konnten.
Die Geschichte dreht sich um die Frage wie es eigentlich dazu kam, dass Ignaz Pfefferminz Igel im Zoo wohnt. Dies hat vor allem mich, aber auch den kleinen Leser schon länger beschäftigt. Nun bekommen wir endlich Antworten. Und ein paar großartige Botschaften gleich noch obendrauf.
Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge und lassen sich sehr gut vorlesen. Der kleine Leser unterschreitet das empfohlene Lesealter zwar noch deutlich mit seinen knapp drei Jahren, konnte der Geschichte aber dennoch sehr gut folgen. Hierbei muss ich aber anmerken, dass er Bücher in diesem Umfang bereits gewöhnt ist und wir es Stück für Stück lesen. Also jeden Tag ein, max. zwei Kapitel.
Obwohl die Geschichte sowohl den kleinen Leser als auch mich begeistern und fesseln konnte, habe ich bzw. eigentlich der kleine Leser einen kleinen Kritikpunkt. Denn wir mussten leider feststellen, dass nicht alle Tiere bildlich im Buch abgebildet sind. Dies fand gerade der kleine Leser sehr schade.
Alles in allem finde ich das Buch aber wirklich zauberhaft und möchte es gerne weiterempfehlen. Es handelt sich hierbei wirklich um eine warmherzige und liebevolle Geschichte die auch perfekt als Einstieg in Sophie Schoenwalds Zoo-Universum dienen kann.
Wo Leuchtpilze scheinen und kleine Leser träumen
Herr Hütchen sagt Gute Nacht - Neue Einschlaf-Geschichten aus dem Wald von Katrin Pokahr
Bereits zum zweiten Mal zieht Herr Hütchen mit seinen Leuchtpilzen durch den Wald und stellt sicher, dass alle Tiere gut einschlafen können. Dies macht er auf eine so herzallerliebste und wunderbare Art und Weise, dass ich dieses Buch nur von ganzen Herzen weiterempfehlen kann.
Wie eigentlich jedes Mal bei einem Buch aus dem Baumhaus Verlag hat mich bereits die Haptik und Optik des Buches überzeugt.
Es ist wie gewohnt hochwertig verarbeitet, hat ein angenehmes Format und ein ansprechendes Design. Besonders gut gefällt mir, dass ein Lesebändchen enthalten ist.
Der kleine Leser und ich kannten das erste Buch von Herrn Hütchen nicht als wir dieses hier zu lesen begannen. Wir durften aber sofort feststellen, dass dies kein Problem ist. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.
Gleich zu Beginn gibt es eine sehr süße Einführung in der erklärt wird, was Eichelmännchen und -weibchen sind, wie sie entstehen und was ihre Aufgabe ist. Danach gibt es noch einige Worte zu unserem speziellen Eichelmännchen Herrn Hütchen und seinem Freund und Arbeitskollegen dem Weckkäfer Klickklack.
Katrin Pokahr und Barbara Scholz haben hier wirklich ein außergewöhnliches Kinderbuch erschaffen. Die Illustrationen sind stimmungsvoll und wunderschön. Sie ergänzen den Text auf eine großartige Art und Weise und unterstreichen den hochwertigen Charakter des Buches.
Für uns haben die Geschichten genau die optimale Länge und sind weder zu kurz noch zu lang. Älteren Kindern könnten die Geschichten vielleicht ein wenig zu kurz sein. Meiner Meinung nach ist es aber immer besser, wenn man noch eine zweite Geschichte lesen darf, als wenn man mitten in einer Geschichte oder einem Kapitel aufhören muss, weil dies zu lang ist.
Die behandelten Themen in den einzelnen Kapiteln sind perfekt auf die Zielgruppe des Buches abgestimmt. Die Kinder können die Sorgen, Ängste und Probleme der Tiere nachvollziehen und lernen durch Herrn Hütchen Strategien wie sie mit diesen Dingen umgehen. Ein besonderes Highlight für uns ist das Gute Nacht Lied von Herrn Hütchen, dass am Ende jedes Kapitels gesungen wird. Bereits am zweiten Tag hat der kleine Leser das Lied mit mir zusammen gesungen und liebt es sehr. Die Einschlaf-Checkliste finde ich auch eine wundervolle Idee und kommt bei uns auch sehr oft zum Einsatz.
Die Altersempfehlung des Buches ist mit ab 5 Jahren angegeben. Meiner Meinung nach kann das Buch aber auch bereits mit deutlich jüngeren Kindern gelesen werden, wenn sie bereits Erfahrungen mit längeren Geschichten haben. Der kleine Leser ist knapp drei Jahre alt und liebt die Geschichten um Herrn Hütchen sehr. Seitdem wir das Buch haben, muss ich jeden Abend ein Kapitel daraus vorlesen. Und natürlich haben wir uns auch bereits das andere Buch von Herrn Hütchen gekauft.
Für mich ist dies das mit Abstand beste Gute Nacht Buch das ich bis dato gefunden habe. Daher möchte ich es allen empfehlen, die auf der Suche nach dem perfekten Buch für die Einschlafbegleitung sind.
Veränderte Zeit, veränderte Herzen
You and Me - Die zweite erste Liebe von Josie Lloyd; Emlyn Rees
So ziemlich jeder hat wahrscheinlich schon einmal darüber nachgedacht, wie anders sein Leben wäre, wenn er oder sie sich in der Vergangenheit anders verhalten hätte. Mit genau dieser Frage beschäftigt sich das Autorenduo Emlyn Rees und Josie Lloyd in diesem interessanten Mix aus Liebes- und Science-Fiction Roman.
Jules und Adam entdecken durch Zufall, dass sie im Besitz einer Zeitmaschine sind und mit Hilfe alter Mixtapes, die sich gegenseitig geschenkt haben, in die Vergangenheit reisen können. Wie erwartet sind beide ganz begeistert davon und zögern nicht die Zeitmaschine zu nutzen. Natürlich stellen sie klare Regeln auf und versprechen sich, dass sie nur beobachten, aber nicht in die Vergangenheit eingreifen. Doch beide können dem Verlangen Kleinigkeiten zu verändern nicht widerstehen und schon bald ist ihr Leben nicht mehr das, was es einmal war.
Bei diesem Buch muss man sich phasenweise sehr konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren. Die Zeitebene wechselt ständig hin und her, was bei einem Buch über Zeitreisen nicht wirklich verwunderlich ist. Zusätzlich ändert sich aber auch die Erzählperspektive, da die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Adam und Jules erzählt wird. Mir persönlich sind all diese Übergänge leichtgefallen und ich finde auch, dass das Autorenduo dies sehr gut gelöst hat.
Der Schreib- und Erzählstil ist angenehm und lässt sich leicht lesen bzw. in meinem Fall hören. Gelesen wird das Hörbuch von Christiane Marx und Oliver Kube. Erstere kannte ich bereits von einem anderen Hörbuch und wusste daher bereits, dass mir ihre Stimme und die Art wie sie liest sehr gut gefällt. Oliver Kube war für mich eine bis dato noch unbekannte Stimme. Bereits nach wenigen Minuten wusste ich aber, dass ich dieses Hörbuch genießen werde können. Seine Stimme hat mich verzaubert und das Zusammenspiel der beiden hat einfach wunderbar funktioniert. Ein absoluter Hörgenuss.
Das Buch hat mich an vielen Stellen emotional stark berührt und nachdenklich zurückgelassen. Auch Tage, nachdem ich das Hörbuch abgeschlossen habe, denke ich noch über einige Szenen aus dem Buch nach. Für mich ist es auf jeden Fall ein Roman, der einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. Dies ist eine positive Überraschung, da ich einen eher leichten Liebesroman erwartet habe und keinen komplexen Roman über Multiversen.
Ich möchte diesen Roman all jenen ans Herz legen die Gedankenspiele zu der Frage „Was wäre, wenn“ mögen und kein Problem mit der Multiversum Theorie haben.
Ein berührendes Buch über Einsamkeit und Zusammenhalt
Vom Gespenst, das nicht allein sein wollte von Gareth Ryans
Bereits das Äußere des Buches hat sowohl den kleinen Leser als auch die Erwachsenen im Haus überzeugt. Das Buch ist hochwertig verarbeitet, das Format ist gut gewählt und die Illustration am Cover ist ansprechend. Die Farbgebung des Coverbildes ist ein wenig düster und gedeckt, dies passt meiner Meinung nach aber sehr gut zum Gesamtkonzept des Buches.
Die Illustrationen im Buch sind wie erwartet im gleichen Stil wie das Cover. Die Bilder sind detailreich und es macht Spaß diese zu betrachten. Auf den ersten Blick kann man bereits die wesentlichen Dinge erkennen. Nimmt man sich allerdings ein wenig mehr Zeit, kann man die vielen Kleinigkeiten entdecken, die sich in den Bildern verstecken.
Schriftart und -größe des Textes finde ich sehr passend gewählt. Das Zusammenspiel zwischen Text und Bilder ist sehr ausgewogen und leicht lesbar. Aufgrund der relativ großen Schriftgröße und des eher einfach gehaltenen Textes ist dieses Buch meiner Meinung nach auch sehr gut für Leseanfänger geeignet. So können zum Beispiel die älteren Kinder ihren jüngeren Geschwistern das Buch vorlesen.
Die Handlung des Buches ist durchdacht und auch für Kinder leicht nachvollziehbar. Die Emotionen und Gedanken des Gespenstes und seiner tierischen Freunde sind für die Kinder verständlich. Da Buch hat eine Altersempfehlung von ab 3 Jahren. Der kleine Leser ist noch etwas jünger und konnte der Geschichte dennoch sehr gut folgen. Hierbei muss ich aber dazusagen, dass er bereits viel Erfahrung mit Büchern dieser Länge hat. Für Kinder, die eher an kurze Bücher gewöhnt sind, könnte die Textlänge eventuell ein herausfordernd sein.
Das Alleinsein bzw. Einsamkeit wird in dem Buch sehr gut thematisiert. Phasenweise ist das Buch ein wenig traurig, aber in einem der Altersklasse entsprechenden Niveau. Autor Gareth Ryans hat das Thema wirklich sehr gut eingefangen und dargestellt.
Dieses feinfühlige, emotionale und herzerwärmende Buch ist wirklich eine Bereicherung für jedes Kinderbuchregal. Wer auf der Suche nach einem Buch zum Thema Freunde finden und/oder der Angst vor dem Alleinsein ist sollte sich unbedingt dieses hier anschauen. Der kleine Leser und ich können das Buch wirklich von ganzem Herzen weiterempfehlen.
Poetisch, liebevoll, stimmungsvoll – ein Kinderbuch, das berührt
Sagst du mir, was Freundschaft ist? von Michael Engler
Meine bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass man mit Büchern aus dem Baumhaus Verlag nichts falsch machen kann. Ganz im Gegenteil, denn der Verlag steht für liebevoll gestaltete, hochwertig verarbeitete und durchdachte Kinderbücher. Insbesondere gilt dies für Bücher mit dem Erfolgsduo Michael Engler und Joëlle Tourlonias.
Daher habe ich mich sehr gefreut, dass es von den beiden ein neues Buch gibt und wie erwartet, sind sowohl der kleine Leser wie auch die großen Leser im Haushalt begeistert.
Für uns ist es nicht das erste Abenteuer der beiden ungleichen Freunde Hase und Igel. Daher wussten wir bereits, worauf wir uns einlassen. Die Reihe, die es bereits seit 10 Jahren gibt, enthält mittlerweile unzählige Bücher. Alle Bücher können dabei aber unabhängig voneinander gelesen werden.
Die Freundschaft von Hase und Igel ist wichtiger Bestandteil der Reihe, in diesem Buch ist sie aber noch dazu das zentrale Thema. Dabei geht es um die Frage, was es eigentlich bedeutet, befreundet zu sein und was eine Freundschaft ausmacht. Zu diesem Thema äußern sich nicht nur unsere beiden Lieblingsprotagonisten, sondern diverse Tiere des Waldes werden zu dieser Frage befragt. Wie erwartet sind die Antworten der Tiere kindgerecht formuliert und decken die verschiedenen Aspekte von Freundschaft ab.
Zum Hervorheben ist hierbei die wundervoll poetische Sprache von Michael Engler, die sowohl kleine als auch große Herzen höherschlagen lässt. Seine Ausdrucksweise und Wortwahl sind manchmal ein wenig ungewöhnlich für Kinderbücher. Die eine oder andere Formulierung war für den kleinen Leser auf Anhieb nicht verständlich und ich musste sie erklären. Dies sehe ich allerdings als Vorteil, da sich so der Wortschatz des kleinen Lesers spielerisch erweitert.
Das Buch strahlt eine unglaubliche Ruhe aus und es macht viel Spaß in die Geschichte einzutauchen und die Bilder zu betrachten. Die Illustrationen von Joëlle Tourlonias sind auch in diesem Band wieder wunder- und stimmungsvoll. Ihre Vorliebe für gedeckte Farben mag zu Beginn ein wenig verwundern, allerdings merkt man schnell, dass das Gesamtkonzept einfach perfekt ist. Wieder einmal ist Ocker einer der dominierenden Farben, vor allem bezüglich der Hintergründe. Man könnte glauben, dass die Bilder dadurch farblos und blass wirken, aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Besonders gut gefallen mir die vielen kleinen Details. Dazu gehören auch Nebencharaktere wie die Maus und das Rotkehlchen, die in der eigentlichen Handlung zwar nicht vorkommen, in den Bildern aber ihre eigene Geschichte bekommen.
Für mich vereint dieses Buch alle Dinge, die mir bei einem Kinderbuch wichtig sind. Eine ansprechende Handlung, eine niedliche und doch realistische Darstellung der Tiere, eine starke und gefühlvolle Botschaft, die auf Augenhöhe der Zielgruppe vermittelt wird und wunderschöne, aussagekräftige Illustrationen.
Daher möchte ich dieses Buch allen Personen ans Herz legen die auf der Suche nach einem Kinderbuch zum Thema Freundschaft sind.











