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Rezensionen von ReiShimura:

Vom Suchen, Scheitern und Lieben

Niemands Töchter von Judith Hoersch

Schwierige Familienverhältnisse und insbesondere komplizierte Mutter-Tochter Beziehungen sind beliebte Themen in der Literatur. Da kann einen schon mal das Gefühl überkommen, dass die Themen ausgereizt sind und es kein weiteres Buch dazu braucht. Doch dann stolpert man über ein Buch wie dieses und wird eines Besseren belehrt.

In ihrem Roman gibt die Autorin Judith Hoersch Einblick in das Leben von vier Frauen, Gabriele, Marie, Isabell und Alma. Alle vier sind Töchter und drei von ihnen sind ebenfalls Mutter. Das Leben der vier Frauen hängt auf irgendeine Art und Weise zusammen, wobei sich dies erst im Laufe des Romanes herauskristallisiert.
Die Erzählerperspektive wechselt zwischen den vier Frauen hin und her und auch Zeitsprünge gibt es in dem Buch so einige. Mal befindet man sich im Jahr 1981 und dann wieder 2019. Dies mag für manche Leserinnen und Leser eine Herausforderung oder ein Störfaktor sein, ich hatte damit im Großen und Ganzen keine Probleme.

Das Tempo des Buches würde ich als eher langsam und gemächlich bezeichnen. Gerade zu Beginn des Buches lässt sich Judith Hoersch viel Zeit und man hat phasenweise das Gefühl auf der Stelle zu treten. Dieses Gefühl ändert sich dann aber je näher man sich dem Ende des Buches nähert. Dort zieht das Tempo ordentlich an und die Ereignisse überschlagen sich fast.

Besonders hervorheben möchte ich, dass es sich hierbei meiner Meinung nach nicht um den klassischen Mutter-Tochter-Roman handelt. Judith Hoersch zeigt die verschiedensten Aspekte des Mutterseins auf, die schönen so wie auch die Schattenseiten. Auch dem Thema unerfüllter Kinderwunsch gibt sie Raum. Dabei geht sie sehr feinfühlig vor und überhaupt nicht wertend. Sie zeigt die Ambivalenz in den Muttergefühlen und wie sehr unsere Beziehung zur eigenen Mutter unser Verhältnis zu unseren Kindern beeinflusst.

Spannend fand ich, dass es sich bei diesem Hörbuch um eine Autorenlesung handelt. Damit habe ich bis dato sehr durchwachsene Erfahrungen gemacht und ziehe normalerweise professionelle und ausgebildete Sprecherinnen und Sprecher vor. Von Anfang an war ich allerdings begeistert von Judith Hoerschs Stimme und ihrer Art das Hörbuch zu lesen. Dies ist wahrscheinlich auch der Tatsache geschuldet, dass die Autorin auch Schauspielerin und Synchronsprecherin ist. Sie versteht ihr Handwerk wirklich und ich würde sofort wieder ein Hörbuch hören, welches von ihr gelesen wird.

Dieses Buch richtet sich meiner Meinung nach vor allem an Leserinnen und Leser die eine kraftvolle, feinfühlige und tiefsinnige Geschichte zu schätzen wissen. Personen die Bücher mit viel Handlung und Spannung bevorzugen, werden dieses Buch wohl eher nicht genießen können. Für mich war es auf jeden Fall eine sehr interessante Lektüre, die noch immer nachwirkt.

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Ein schwacher Mittelteil, der meine Neugier erlöschen ließ

Cursebound Battle of the Drumfire von Saara El-Arifi

Der erste Teil der Reihe, „Faebound“, war für mich ein sehr durchwachsenes Erlebnis und ich konnte dem Hörbuch nur 3 Sterne geben. Dennoch wollte ich wissen, wie die Geschichte rund um Lettle und Yeeran weitergeht. Leider muss ich jetzt sagen, dass ich kein Interesse mehr daran habe, den dritten Teil zu lesen/hören.

Ich glaube, dass ich noch nie so lange für ein Hörbuch gebraucht habe wie für dieses Buch. Die Geschichte ist langatmig und stellenweise passiert gefühlt überhaupt nichts. Plötzlich überschlagen sich dann aber wieder die Ereignisse und ich habe teilweise ein wenig den Faden verloren. Dadurch habe ich immer wieder das Interesse an dem Buch verloren und mich anderen Werken zugewandt.

Wie bereits im ersten Teil zeigt die Autorin Saara El-Arifi bei gewissen Dingen eine unglaubliche Detailverliebtheit. Diese ausufernden Beschreibungen haben nicht unbedingt zu einem raschen Fortschreiten der Geschichte beigetragen und haben sich in vielen Fällen, meiner Meinung nach, auf Nebensächlichkeiten beschränkt. Noch immer habe ich das Gefühl, dass die Autorin wichtige Dinge, die die Welt betreffen zu ungenau erklärt hat.

Gesprochen wird das Hörbuch von Mona Fischer. Ihr möchte ich meinen Respekt zollen, denn sie macht hierbei wirklich einen hervorragenden Job. Das Sprechertempo war für meinen Geschmack zwar wieder etwas zu niedrig, dies lässt sich aber glücklicherweise korrigieren. Sie legt viel Gefühl in das Lesen des Buches und versucht auch eher langatmige und langweilige Passagen aufregend zu gestalten.
Meine Erfahrung hat gezeigt, dass bei Trilogien meistens der zweite Band der schwächste ist. Dies trifft wahrscheinlich auch in diesem Fall wieder zu. Während dem Lesen habe ich mir öfters die Frage gestellt, ob dieser Band wirklich notwendig war oder ob man nicht aus drei Büchern zwei hätte machen können. Dadurch wäre die Handlung deutlich straffer und möglicherweise auch interessanter gewesen.

Die Liebesszenen waren in diesem Buch auch wieder teilweise sehr explizit, was generell nicht meinem Geschmack entspricht. Dazu kam für mich aber noch, dass sie nicht wirklich notwendig waren und das Buch auch ohne diese Szenen gut leben hätte können. Der romantische Anteil des Buches hat nicht wirklich eine Rolle gespielt und die Handlung des Buches nicht weitergebracht oder auch nur interessanter erscheinen lassen.

Der Schreibstil der Autorin sagt mir prinzipiell zu, daher werde ich auch in Zukunft um ihre Bücher erstinstanzlich keinen Bogen machen. Mit dieser Trilogie konnte sie mich aber nicht begeistern, wobei ich mir vorstellen kann, dass es viele Leser:innen gibt, die das Buch lieben werden.

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Ein Bilderabenteuer für kleine Entdecker

National Geographic Kids - Die tollsten Tierbabys aus aller Welt von Maya Myers

National Geographic ist wohl sehr vielen Menschen ein Begriff und die meisten denken wahrscheinlich vor allem an spektakuläre Dokumentationen für Erwachsene und eindrucksvolle Bilder. Deutlich weniger Menschen wissen wahrscheinlich, dass es auch eine Kinderbuch-Reihe von National Geographic gibt, und diese steht in ihrer Wirkung den Erwachsenen Bildbänden in nichts nach.

Der erste Eindruck des Buches war bereits positiv. Das Format hat eine angenehme Größe und der Einband des Buches ist robust gestaltet. Sowohl die Haptik als auch die Optik waren äußerst ansprechend. Der kleine Leser, mit dem ich das Buch zusammengelesen habe, ist mit knapp drei Jahren noch ein wenig jünger als die Altersempfehlung des Ravensburger Verlages. Dieser gibt eine Empfehlung von ab vier Jahren.

Die Seiten sind im Vergleich zu anderen Kinderbüchern ein wenig dünner, bei kleineren Kindern, die noch keine ausgeprägte Feinmotorik haben, könnte dies zu Problemen und zerstörten Seiten führen. Für den kleinen Leser stellten die Seiten aber kein Problem dar und er begann bereits selbstständig durch die Seiten zu blättern.

Das Hauptaugenmerk des Buches liegt, wie bei einem National Geographic Buch nicht anders zu erwarten, bei den Fotografien. Die großflächigen, gestochen scharfen und eindrucksvollen Bilder sind auf jeden Fall ein absolutes Highlight. Der kleine Leser hatte bereits viel Freude mit dem Buch, indem er sich nur die Bilder angesehen hat, die kurzen informativen Texte waren dann aber noch ein zusätzlicher Pluspunkt.

Der Aufbau des Buches ist sehr strukturiert und geordnet. So stellt jedes Kapitel Tierbabys eines gewissen Lebensraumes dar: Grasland, Wasser, Berge und Wüste, Wald und Polargebiete. Jedem Tier bzw. Tierbaby ist mindestens eine Doppelseite gewidmet. Auch hier ist der Aufbau immer derselbe. Neben den eindrucksvollen Fotos gibt es einen kurzen informativen Text, ein Faktenkästchen mit den wichtigsten Informationen und ein Feld mit Zusatzinformationen.
Besonders gut haben mir die verschiedenen interaktiven Fragen gefallen, mit Hilfe derer man das Kind aktiver in den Vorleseprozess einbauen kann. Die Fragen greifen dabei immer einen Aspekt des gerade vorgestellten Tierbabys auf und verbinden es mit dem Menschenkind, welches das Buch ansieht. Beim Känguru lautet die Frage zum Beispiel: "Was trägst du gerne in deinen Taschen?".

Für den kleinen Leser und mich war es das erste National Geographic Kids Buch, aber es wird definitiv nicht das letzte Bleiben. Die Mischung aus fantastischen, berührenden und einzigartigen Bildern in Kombination mit kurzen, informativen Texten hat sowohl dem kleinen Leser als auch mir sehr gut gefallen. Dieses Buch ist perfekt für alle kleinen und größeren Entdecker, die in die Welt der Tierbabys eintauchen wollen.

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Ein märchenhafter Start voller Zauber, Freundschaft und Mut

Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel von Skye McKenna

Ich gestehe, ich habe ein Faible für Hexen und bin immer wieder auf der Suche nach Büchern, die sich um dieses Thema drehen. So bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und die positiven Rezensionen haben mich davon überzeugt, dass ich es unbedingt lesen muss. So viel sei schon mal verraten, ich habe das Lesen des Buches auf keinen Fall bereut.

Mir ist bewusst, dass es sich hier um ein Buch aus dem Kinder-Fantasy Genre handelt und ich aufgrund meines doch eher fortgeschrittenen Alters nicht ganz in die empfohlene Altersklasse passe. Dennoch habe ich das Buch gelesen, habe das Lesen sehr genossen und möchte daher auch meine Meinung kundtun.

Das Buch richtet sich an eine Leserschaft mit einem empfohlenen Alter ab 10 Jahren und obwohl ich gerne Geschlechtszuordnungen vermeide, denke ich, dass sich dieses Buch vornehmlich an Mädchen des entsprechenden Alters richtet. Natürlich spricht nichts dagegen, dass auch Jungs dieses Buch lesen und auch ich würde meinem kleinen Leser dieses Buch geben, leider ist er noch ein wenig zu jung dafür. Der Grund, warum ich denke, dass sich dieses Buch eher an eine weibliche Leserschaft richtet, liegt schlicht und einfach an der Tatsache, dass es keine männlichen Identifikationsfiguren gibt.

Skye McKenna hat in diesem Buch eine zauberhafte Welt erschaffen, die Elemente des modernen Englands mit einer Märchen- und Fantasiewelt verknüpft. Diese Berührungspunkte zwischen Realität und Fiktion sind hervorragend gelöst und wirken an keiner Stelle konstruiert, sondern sehr realistisch.
Cassie ist eine sehr greifbare Hauptperson, in der sich das Zielpublikum des Buches, meiner Meinung nach, sehr gut hineinversetzen kann. Aus erwachsener Sicht waren ihre Handlungen teilweise zu unüberlegt und sie wirkte manchmal ein klein wenig zu naiv. Doch dies alles passt perfekt zu ihrem Alter und macht Cassandra als Charakter glaubwürdig. Besonders gut gefallen hat mir, dass in diesem Buch die Themen Zusammenhalt, Füreinander einstehen und Freundschaft einen großen Stellenwert hatten. Leider sind einige der Nebencharaktere recht farblos geblieben, ich erhoffe mir aber, dass dies im zweiten Teil der Reihe ein wenig verbessert wird.

Der Schreib- und Erzählstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und ist meiner Meinung nach absolut passend für die Zielgruppe des Buches, aber auch für Erwachsene. Die kleinen Illustrationen am Kapitelanfang haben mir sehr gut gefallen und sind definitiv ein zusätzlicher Pluspunkt.

Als einzigen Kritikpunkt möchte ich anmerken, dass die Handlung nicht immer ganz logisch war und ich an der einen oder anderen Stelle ein klein wenig irritiert war. Dies sei der Autorin aber verziehen, da sie ansonsten eine sehr solide Arbeit abgeliefert hat.
Autorin Skye McKenna hat ihr wirklich einen sehr guten Reihenauftakt geliefert. Das Buch an sich macht Spaß, aber vor allem macht es auch Lust auf die Fortsetzungen.
Ich würde dieses Buch allen empfehlen, die an Hexen und Feen glauben, die Freundschaft schätzen und ein klein wenig Magie in ihrem Leben brauchen, unabhängig von ihrem Alter.

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Regional, rustikal, erinnerungsreich

Gennaros Italia Mia von Gennaro Contaldo

„Man kann tausend neue Küchen nach Italien bringen – aber am Ende sehnen wir uns doch nach den Gerichten unserer Großmütter und Mütter.“
Gennaro Contaldo tritt mit diesem Buch eine Reise in die Vergangenheit an. Zurück zu den Wurzeln, in die Heimat und seine Kindheit. Er gräbt mehr oder weniger in Vergessenheit geratene Rezepte wieder aus und teilt einen Teil der italienischen Küche mit uns, den wahrscheinlich die meisten bis dato noch nicht kannten.

Wie bei den meisten modernen Kochbüchern, vor allem wenn es sich um Exemplare von namhaften Küchen oder anderweitig berühmten Persönlichkeiten handelt, ist dies mehr als nur eine Rezeptsammlung. Es ist viel mehr eine Mischung aus Anekdoten, stimmungsvollen Bildern und ein kleiner Exkurs in die Geschichte Italiens und der italienischen Küche. Gennaro nimmt sich die Zeit den Leser:innen die Unterschiede in den Regionen beizubringen und wie sich diese Unterschiede auch unweigerlich auf das Essen und die Rezepte auswirken.

Die Einteilung der Rezepte ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber in diesem Fall auch angebracht und nachvollziehbar. Die Rezepte werden in diesem Buch nach dem Bereich (Mittelitalien, Die Inseln, Der Norden, Der Süden) aus dem sie stammen eingeteilt. Vor jedem der großen Kapitel gibt es eine kurze Einführung über die Regionen, die zu diesem Bereich zählen und welche Zutaten typisch für diese Regionen sind.

Die Rezepte selbst sind ansprechend und übersichtlich dargestellt. Neben dem italienischen Namen und der deutschen Übersetzung dessen, gibt es zu jedem Rezept ein paar einführende Worte und manchmal auch den einen oder anderen Tipp. Nährwertangaben fehlen genauso wie Informationen zur Zubereitungszeit. Auch auf eine Kennzeichnung ob es sich bei dem Rezept um ein vegetarisches oder veganes Gericht handelt, wird verzichtet. Obwohl es sehr viele Fotos in dem Buch gibt, wurde nicht jedes der Gerichte abgelichtet.

Die Rezepte des Buches sind meiner Meinung nach nur bedingt alltagstauglich. Dies liegt vor allem daran, dass der Arbeitsaufwand durch das Herstellen der Nudeln recht hoch ist. In einigen Gerichten empfiehlt Gennaro eine alternative Nudelsorte, damit man dieses Gericht schneller zubereiten kann. Die meisten Zutaten sollte man heutzutage problemlos bekommen, für die eine oder andere Zutat oder auch Küchenhilfsmittel wird man aber um einen Besuch in einem Fachgeschäft oder einer Onlinebestellung nicht rumkommen.

Gennaro Contaldo ermöglicht der breiten Masse mit diesem Buch einen wunderbaren und schmackhaften Einblick in die traditionelle italienische Küche. Meiner Meinung nach ist dieses Buch vor allem für bereits erfahrene Köche geeignet, die tiefer in die italienische Küche eintauchen möchten. Anfänger und Veganern würde ich eher von der Anschaffung dieses Buchs abraten, da ihre Bedürfnisse hier nicht befriedigt werden.

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Charmant erzählt, aber ohne Tiefgang

The Ordeals von Rachel Greenlaw

Aufgrund der vielen positiven Meinungen zu dem Buch habe ich mich für die Lektüre entschieden. Leider kann ich den großen Hype um das Buch nicht nachvollziehen. Die Handlung, das Setting und die Charaktere sind zwar nett, aber auf mich wirkt alles ein wenig unausgegoren.
Rachel Greenlaws Schreib- und Erzählstil hat mir von Beginn an zugesagt.

Das Buch lies sich leicht lesen, ich konnte schnell in die Geschichte eintauchen und mich mehr oder weniger zurechtfinden. Allerdings ist mir bereits zu Beginn des Buches aufgefallen, dass die Autorin eher sparsam mit Beschreibungen der Welt, in der die Geschichte handelt, umgeht. Lange Zeit dachte ich, dass genauere Erklärungen bestimmt noch im weiteren Verlauf der Geschichte kommen werden. Dies war jedoch ein Irrtum und meiner Meinung nach sehr schade.

Ähnliches gilt übrigens auch für das, von Rachel Greenlaw erdachte, Magiesystem. Ich denke, dass ich es in Grundzügen verstanden habe und mir ist bewusst, dass es vier verschiedene Arten von Magie gibt. Wie genau diese Magie aber gewirkt wird und warum manche Personen im Bezug von der einen oder anderen Art Magie sind, ist nicht bis zu mir vorgedrungen.

Positiv hervorheben möchte ich die Prüfungen oder Ordeals wie sie in diesem Buch genannt werden. Diese fand ich interessant, wenn auch nicht alle davon wirklich einzig- oder neuartig waren. Prüfungen ähnlicher Art und Weise kennt man bereits aus anderen Werken. Spannend fand ich allerdings, dass diese Prüfungen der Aufnahme zu Studium dienen. Dies war für mich dann doch eine Neuheit.

Die Charaktere allen voran Sophia und Alden waren wie nicht anders zu erwarten gutaussehend, intelligent und mehr oder weniger sympathisch. Sophia hat mir gerade anfangs sehr gut gefallen, da sie, als starke und mehr oder weniger unabhängige junge Frau beschrieben wurde. Dies hat sich leider im Laufe des Buches ein wenig geändert, vor allem als die Liebesgeschichte immer weiter in den Vordergrund gerückt ist.

An einigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass ich das eine oder andere bereits aus anderen Büchern oder Filmen kenne. Ich möchte damit nicht sagen, dass die Autorin irgendetwas kopiert hat. Ich bin viel mehr der Meinung, dass sie Elemente, die in anderen Werken beliebt waren und gut funktioniert haben, in ihre Geschichte integriert hat.

Für meinen Geschmack hat Rachel Greenlaw in ihrem Auftaktroman zu viel Potential ungenutzt liegen gelassen. Ich hätte das Buch deutlich mehr genießen können, wenn sie etwas mehr Zeit und Mühe in die Ausarbeitung der Welt, des Magiesystems und auch der Charaktere gesteckt hätte. Dafür hätte man die eine oder andere Liebesszene oder Gesprächswiederholung gerne streichen können.
Das Buch hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen, wenn ich auch eigentlich mehr von der Geschichte erwartet hatte. Ich denke, dass das Buch für Neulinge im Dark Academia Bereich sicher interessant ist und auch für all jene die keine allzu großen Ansprüche an Worldbuilding haben.

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Einfühlsam und kindgerecht: Demenz erklärt mit Herz

Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank von Paul Maar; Anne Maar

Es gibt Bücher, da würde man sich wünschen, dass sie überhaupt nicht existieren würden, so wie dieses Buch. Das liegt aber nicht an dem Buch an sich, sondern an dem Thema, dem sich das Buch widmet: Demenz. Ich würde mir wünschen, dass niemand ein Kinderbuch über Demenz braucht, weil niemand seinen Kindern erklären muss, warum sich die Großeltern „plötzlich“ seltsam verhalten.

Leider kommen aber immer wieder Eltern in diese Situation und daher bin ich froh, dass es dieses Buch gibt.

Paul und Anna Maar erzählen hier auf kindgerechte und sehr sensible Art und Weise die Geschichte von Opa Bär, welcher unter der „blöden Menz“ leidet, und seinem Enkel Benny. Auf medizinische Fachbegriffe wird hier bewusst verzichtet, was ich bei einem empfohlenen Lesealter von ab 5 Jahren auch durchaus gutheißen kann.

Das Buch konzentriert sich vor allem auf gängige Symptome der Demenz, wie zum Beispiel das Verlegen von Dingen und das Verwechseln von Wörtern. In Ansätzen werden auch Dinge wie Aggressionen und Vergessen angesprochen. Eventuell hätte man gerade letzteres noch ein wenig stärker in die Geschichte einbinden können. Allerdings befürchte ich, dass das Buch dadurch vor allem für sensible Kinder zu emotional belastend werden hätte, können. Andererseits entspricht es aber der Realität.
Demenz ist eine sehr komplexe Krankheit mit verschiedenen Stufen und Ausprägungsformen. Alle Facetten der Krankheit werden in diesem Buch natürlich nicht dargestellt. Dennoch finde ich, dass das Buch die wichtigsten Punkte erläutert und den Kindern vermittelt, was es heißt, dement zu sein.

Die Illustrationen von Hannes Maar runden das ganze Buch ab. Sie passen perfekt zu der sehr feinfühligen Art der Erzählung und unterstreichen den gefühlvollen Charakter des Buches. Besonders gut haben dem kleinen Leser und mir die Mischung aus groß- und kleinformatigen Zeichnungen gefallen. Auf grelle und schreiende Farben wurde in diesem Buch verzichtet, trotzdem sind die Illustrationen bunt und detailreich.

Wie nicht anders zu erwarten bei deinem Buch über Demenz ist der Grundton des Buches ein wenig melancholisch und traurig. Paul und Anna Maar haben es aber dennoch geschafft ein paar sehr lustige Szenen einzubauen, so dass man zwischendurch auch mal, was zum Lachen hat. Auch wenn einem als Erwachsener das Lachen manchmal fast im Hals stecken bleibt.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch wirklich eine gute Möglichkeit und Hilfestellung, um Kindern von betroffenen Familien das Thema Demenz näher zu bringen. Daher möchte ich für dieses Buch auf jeden Fall eine Empfehlung aussprechen.

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Zwischen Intensität und Überfrachtung

Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross

Autorin Jessica Berger Gross hat sich für ihren Debütroman ein alles andere als leichtes Thema ausgesucht und ich war sehr gespannt auf die Umsetzung des Ganzen. Leider muss ich sagen, dass mich das Buch nicht vollständig überzeugen konnte und ich das Gefühl habe, dass die Autorin hier zu viel wollte.

Dabei hat eigentlich alles sehr gut angefangen. Der erste Teil des Buches konnte mich restlos überzeugen und ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Protagonisten waren interessant, die Geschichte stimmig und packend und ich konnte ab der ersten Seite in die Geschichte eintauchen. Besonders gut gefallen hat mir, dass sie das Buch nicht nur auf Hazel konzentriert, sondern ihre ganze Familie. So wird die Geschichte abwechselnd aus Sicht von Hazel, ihrem Bruder Wolf und auch ihren Eltern Claire und Gus erzählt. Die Wechsel waren klar strukturiert und sehr eindeutig und auch wenn ich meine Lieblingsperson hatte, haben mir alle Perspektiven sehr gut gefallen.

Der packende Schreibstil, die interessanten Charaktere und die berührend-schockierende Handlung haben bei mir das Gefühl ausgelöst, dass es sich hierbei bereits um eines der Lesehighlights des Jahres handeln könnte. Leider kam dann der Umschwung und es ging meiner Meinung nach stark bergab, auch wenn ich sagen muss, dass die Autorin am Ende das Steuer noch ein klein wenig herumgerissen hat.

Zu Beginn des Buches hat sich Jessica Gross Berger vor allem auf das Thema se*ueller Missbrauch konzentriert. Dies hatte ich nach dem Lesen des Klappentextes auch so erwartet. Leider kamen dann von Seite zu Seite mehr Themen hinzu. Einige davon wie die #MeToo Bewegung waren zu erwarten, genauso wie das Feminismus Thema. Beides passt hervorragend zur Ausgangssituation. Allerdings macht die Autorin hier noch nicht Halt, sondern fügt auch noch Antisemitismus, Misogynie, Depressionen, ADHS und die Cancel Culture hinzu.
Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass die Autorin eine Liste an Themen zum Abhaken vor sich hatte. Dieses Gefühl wurde vor allem dadurch unterstrichen, dass die meisten Dinge angesprochen wurden, man war kurz entrüstet und dann wurde kein Wort mehr darüber verloren. Zu viel verpufft hier einfach als Nebensächlichkeit.

Mein größter Kritikpunkt an dem Buch ist allerdings, dass es zu wenig mit der Realität zu tun hat. Da ich nicht spoilern möchte, kann ich den Punkt nur sehr vage ausführen. Daher nur so viel, die Handlung driftet sehr stark in eine stark konstruierte und märchenhafte Richtung ab und spiegelt kaum mehr die Realität von Missbrauchsopfern dar.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass dieses Buch sehr gute Ansätze hat und viele wichtige Themen aufwirft. Es ist eine berührende Geschichte, in der meiner Meinung nach aber mehr Potential gewesen wäre. Kann man lesen, muss man aber nicht.

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Mutterschaft ohne Filter

8000 Arten, als Mutter zu versagen von Carolin Kebekus

Bittet man die KI um eine Beschreibung von Carolin Kebekus, dann kommen unter anderem die folgenden Schlagworte: Scharfe Beobachtungsgabe, Satire, Gesellschaftskritik und natürlich Humor. Genau diese Schlagwörter passen perfekt zu diesem Buch. Kein Wunder, denn dieses Buch ist eine sehr persönliche Angelegenheit und wie man es von Carolin Kebekus kennt, nimmt sie sich kein Blatt vor den Mund.

Carolin Kebekus schildert in diesem Buch sehr offen und persönlich ihre Erfahrungen zu den Themen Schwangerschaft und Muttersein und insbesondere ihre Erfahrungen wie ihre Umwelt mit diesem Thema umgeht. Sie schreibt über den Druck, der durch die sozialen Medien entsteht, über die Unter- und Überforderung und die oftmals unrealistischen und romantischen Vorstellungen, die mit der Mutterschaft einhergehen.

Auf ihre bekannte Art spricht die Autorin dabei die Missstände auf eine sehr humorvolle, sarkastische und manchmal auch ein wenig übertriebene Art und Weise an. Manche der Witze kommen ein wenig platt daher und den einen oder anderen lustigen Spruch von Carolin Kebekus hat man schon irgendwo anders gelesen oder gehört. Alles in allem war das Buch aber eine sehr kurzweilige und lustige Lektüre, wenn einem manchmal auch das Lachen ein wenig im Halse stecken geblieben ist.

Dennoch trifft sie den Nagel leider viel zu oft auf den Kopf und sie spricht sicher vielen überforderten und verunsicherten Neumüttern aus der Seele. Viele, der von ihr beschriebenen Szenen, Gedanken und Situationen konnte ich sehr gut nachvollziehen bzw. habe ich selbst erlebt. Carolin Kebekus vermittelt den Leserinnen mit diesem Buch sehr eindringlich, dass sie nicht allein ist mit ihren Sorgen, Ängsten und Problemen.

Obwohl ich das Buch sehr unterhaltsam gefunden habe, gibt es leider auch einen kleinen Kritikunkt von meiner Seite. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht und dafür auf den einen oder anderen lustigen Spruch verzichtet.

Die Mischung aus Unterhaltung und Gesellschaftskritik hat mir wirklich gut gefallen, daher möchte ich das Buch gerne weiterempfehlen. Meiner Meinung nach ist dies eine hervorragende Lektüre für Schwangere und Neumütter, um ihnen ein wenig den Druck zu nehmen und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. All denjenigen, die mit dem Humor von Carolin Kebekus nichts anfangen können, würde ich eher von dem Buch abraten, denn wer mit der Autorin nicht zurechtkommt, wird mit diesem Buch auch nicht glücklich werden.

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Großartige Mischung aus Spaß und Sachwissen

Wieso? Weshalb? Warum? Stickerheft - Dinosaurier von

Der Ravensburger Verlag schafft es mit seiner „Wieso Weshalb Warum“ Reihe immer wieder das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Dieses Sticker Heft ist hierbei keine Ausnahme. Der Klebespaß steht zwar eindeutig im Vordergrund, aber nebenbei lernen die Kinder, aber auch die Erwachsenen, einige interessante und nützliche Fakten über Dinosaurier.

Das Sticker Heft gibt einen großartigen Überblick über den gesamten Themenbereich Dinosaurier. Es wird sowohl erklärt welches die ersten Dinosaurier waren, genauso wie die Welt im Jura ausgesehen hat. Natürlich werden auch die klassischen Fragen erörtert: Was fraßen die Pflanzenfresser, wie jagten die Fleischfresser und wer lebte im Wasser. Unter anderem wird natürlich auch noch erklärt, warum es heute keine Dinosaurier mehr gibt und welche heute lebenden Tiere Verwandte von ihnen sind.

Besonders gut gefallen hat mir, dass es, neben den Doppelseiten zur freien Gestaltung mit den Aufklebern, auch einige Rätsel gibt. Dazu zählt unter anderem auch ein Sticker Puzzle. Dieses ist bei uns besonders gut angekommen. Wobei hierbei auch wirklich Fingerspitzengefühl und eine gute Feinmotorik gefragt ist, damit die Aufkleber an die genaue Position geklebt werden.

Manche Aufgaben haben mich im ersten Augenblick ein wenig ratlos zurückgelassen. Dies lag vor allem daran, dass ich es nicht gewohnt war, dass die Aufkleber über die gedruckten Bilder im Buch geklebt werden müssen. Bei der ersten Doppelseite fand ich das besonders schade, da man nach dem Aufkleben die Skelette der Dinosaurier nicht mehr sehen kann. Diese haben dem kleinen Leser und mir aber besonders gut gefallen.

Die Textmenge ist verhältnismäßig gering, wenn auch deutlich größer als im vergleichbaren Heft für Kinder ab 2 Jahren. Das vorliegende Stickerheft Dinosaurier ist entweder eine perfekte Vorbereitung für das Sachbuch oder eine wunderbare Ergänzung dazu.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch eine informative und lustige Möglichkeit, um Kindern Wartezeiten zu verkürzen, wie zum Beispiel im Restaurant oder bei Arztterminen. Außerdem bietet es einen spaßigen und informativen Einstieg in die spannende Welt der Dinosaurier.
Der kleine Leser und ich sind begeistert und möchten daher dieses Stickerheft gerne weiterempfehlen.

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