Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ReiShimura:
Bramble Falls verzaubert auch im Winter
Falling Like Snowflakes von Misty Wilson
Ich habe mich sehr auf die Rückkehr nach Bramble Falls gefreut, denn der erste Teil „Falling like leaves“ hat mir sehr gut gefallen. Obwohl ich dieses Mal ein wenig länger gebraucht habe, um in die Geschichte einzutauchen, hat mich auch dieser Band wieder absolut begeistern können.
Wie bereits erwähnt, handelt es sich um den zweiten Teil der Bramble-Falls-Serie von Autorin Misty Wilson.
Während der erste Teil im Herbst spielt, erleben wir in diesem Buch den wundervollen Winter in dem zuckersüßen kleinen Ort. Theoretisch können die Bücher unabhängig voneinander gelesen werden. Denn alle wichtigen Informationen aus dem ersten Band werden in diesem kurz erwähnt.
Liebesromane stehen öfter bei mir auf der Leseliste. Leider habe ich aber feststellen müssen, dass viele aktuelle Liebesromane mit einer gehörigen Portion Spice ausgestattet sind. Dies trifft leider so überhaupt nicht meinen Geschmack. Daher greife ich nun vermehr zu Young Adult Büchern wie diesem hier. Denn diese Bücher können mit einer geballten Ladung Emotionen aufwarten, aber ausschweifende Bettszenen bleiben mir hier erspart.
Ein weiterer Pluspunkt in diesem Fall ist, dass ich hier sowohl eine Kleinstadtatmosphäre, große Gefühle als auch den frühen 2000er Wohlfühlcharme spüren kann.
Misty Wilsons Beschreibungen von Bramble Falls und den darin lebenden Personen haben mich bereits im ersten Teil begeistert. Sie beschreibt anschaulich, detailliert und mit so viel Hingabe, dass ich während des Lesens Raum und Zeit vergessen habe. Ich gehe sogar so weit und behaupte, dass ich durch das Lesen des Buches eindeutig in Weihnachtsstimmung gekommen bin und das, obwohl gerade erst der Herbst angefangen hat.
Die Liebesgeschichte zwischen Asher und Sloane ist glaubwürdig, nachvollziehbar, aber auch ein wenig vorhersehbar. Letzteres war auch mein kleiner Kritikpunkt beim ersten Teil. Über diesen Punkt kann ich aber hinwegsehen, da mich das Buch ansonsten überzeugt hat. Positiv hervorheben möchte ich, dass sich die Autorin auch in diesem Buch wieder einigen schwierigen Themen widmet, darunter der Tod eines Elternteils.
Auch dieses Mal ist mir der Abschied von Bramble Falls sehr schwergefallen. Und ich hoffe sehr, dass Misty Wilson mich nicht zu lange warten lässt. Denn ich würde wirklich gerne zurückkehren. Mal sehen, was im Frühling und Sommer so alles Wunderbares in Bramble Falls passiert.
Für dieses Buch bzw. für diese Reihe möchte ich wirklich von ganzem Herzen eine Leseempfehlung aussprechen. Und zwar besonders auch für Personen, die eigentlich nicht zur Zielgruppe gehören. Dieses Buch ist perfekt für alle, die die deutsche Erstausstrahlung von Gilmore Girls, One Tree Hill und ähnlichen Serien erlebt haben.
Atmosphärische Selbstfindung mit kleinen Schwächen
Rauhnachttage von Ina Bhatter
Da ich bereits das erste Buch „Drei Tage im Schnee“ von Ina Bhatter gelesen hatte, hatte ich bereits eine sehr gute Vorstellung, was mich in diesem Buch erwarten wird. Die Autorin hat diese Erwartungen auch weitgehend erfüllt. Denn auch dieses Buch ist wieder ein Lebensratgeber eingebettet in eine durchaus interessante Geschichte.
Die Rauhnachttage und die dazugehörigen Rituale haben in den letzten Jahren einen Hype erlebt. Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit dem Thema und daher ist die Fülle an Ratgebern und Sachbüchern zu diesem Thema quasi über Nacht explodiert.
Ina Bhatter geht einen etwas anderen Weg. Sie konzentriert sich zwar auch recht stark auf die Beschreibung der Rituale und der Erklärungen, wofür diese Dinge überhaupt gedacht sind. Dies alles wird aber in die Geschichte von Luise eingewoben. Eine Ärztin, die aufgrund eines tragischen Vorfalls mit schweren Selbstzweifeln zu kämpfen hat.
Besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin Luises inneren Kampf wirklich sehr plakativ und nachvollziehbar darstellt. Sowohl den Kampf mit ihren Selbstzweifeln und ihrer Trauer, aber auch mit den Ritualen an sich. Denn Luise entscheidet sich nicht aus eigenem Antrieb heraus, die Raunächte zu zelebrieren, sondern wird von einer Freundin dazu animiert. Luises Entwicklung ist glaubwürdig, vor allem, weil sie nicht geradlinig verläuft.
Einer meiner Kritikpunkte von „Drei Tage im Schnee“ war die rasante Geschwindigkeit mit der die Charakterentwicklung fortschreitet. In diesem Buch ist es zwar ein wenig besser, dennoch finde ich auch hier das Tempo bei Luises Entwicklung recht hoch. Dies hat jedoch auch zur Folge, dass der Roman mit einer recht überschaubaren Seitenanzahl daherkommt und ein recht kurzweiliges Leseerlebnis darstellt.
Den Schreibstil der Autorin habe ich als sehr angenehm empfunden. Sie widmet den wichtigsten Beschreibungen und Erklärungen genau so viel Zeit wie notwendig ist, verstrickt sich aber nicht in langatmige oder langweilige Ausführungen.
Weniger gut gefallen hat mir der Handlungsstrang mit Jakob. Ansatzweise kann ich verstehen, warum die Autorin diesen eingefügt hat, denn manche Punkte die Jakob anspricht, fügen sich harmonisch in die Handlung ein. Allerdings führt der Wendepunkt dieses Handlungsstrangs, auf den ich aufgrund Spoilergefahr nicht näher eingehen möchte, dazu, dass ich diesen Teil doch sehr in Frage stelle. Eventuell habe ich aber auch nicht verstanden, was mir die Autorin hier wirklich mitteilen möchte.
Dieser Roman hat mir deutlich besser gefallen als der Vorgänger. Dies liegt vor allem daran, dass ich bereits wusste, worauf ich mich einlasse, und Luises Perspektive sehr gut nachvollziehen konnte.
Leser:innen, die ihre Freude an Büchern von John Strelecky haben, werden auch hier auf ihre Kosten kommen. All jenen, die mit Lebensratgebern oder den Raunacht-Ritualen nichts anfangen können, würde ich eher abraten.
Zurück in St. Ives – schön, aber wenig herbstlich
Autumn Secrets von Sarah Fulmar
Autorin Sarah Fulmar nimmt uns noch einmal mit in das sehr beschauliche St. Ives. Nachdem wir im ersten Buch einen sehr heißen Sommer in Cornwall erleben durften, ist nun der Herbst eingekehrt. Der erste Band der Reihe konnte mich nicht vollständig überzeugen, hat mich aber dennoch so neugierig gemacht, dass ich die Fortsetzung lesen musste.
Ich kann zwar keine Lobeshymnen singen, aber bereut habe ich die Entscheidung auch nicht.
Optisch passen die Bücher wirklich hervorragend zusammen. Dies klingt zwar nach einer Kleinigkeit, ist mir persönlich bei Reihen aber sehr wichtig. Leider wird aber das optische Erscheinungsbild, sei es jetzt das Format der Bücher oder das Coverbild, bei Reihen im Laufe der Zeit immer wieder verändert.
Dieses Buch schließt mehr oder weniger nahtlos an den ersten Roman der Reihe, Summer Tides an. Dies habe ich schon vermutet und am Ende des ersten Buches hatte man auch bereits eine sehr gute Vorstellung, wer im zweiten Teil im Rampenlicht stehen wird.
Die Autorin ist sich in vielen Dingen treu geblieben. Der Schreibstil ist noch immer sehr locker und leicht und dennoch schafft sie es auch, etwas schwerere Themen einfließen zu lassen. In diesem Buch verbringt sie weniger Zeit mit der Vorstellung und Einführung von diversen Charakteren, da sie aus dem ersten Buch bereits bekannt sind. Vorkenntnisse sind zwar hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Die Bücher können daher auch relativ problemlos unabhängig voneinander gelesen werden.
Ich habe mich auf die Rückkehr nach St. Ives sehr gefreut, denn das Städtchen und seine Bewohner sind mir ans Herz gewachsen. Besonders gefreut habe ich mich auf eine zauberhafte Herbststimmung und viele Beschreibungen der Landschaft und der Umgebung. Leider hat die Autorin in dem Punkt ein wenig geschwächelt. Obwohl der Autumn Hike ein wichtiger Bestandteil der Handlung ist, kam bei mir keine wirkliche Herbststimmung auf.
Die Liebesgeschichte zwischen Pen und Nathan war glaubwürdig und an vielen Stellen auch wirklich zauberhaft, wenn auch sehr anstrengend und kompliziert. Dies gehört aber irgendwie zu einem Liebesroman dazu. Penelope war für mich ein spannender Charakter, ihre Selbstzweifel konnte ich gut nachvollziehen. Dennoch war ich hin und wieder von ihrer Naivität genervt.
Auch dieses Buch kommt nicht ohne die mittlerweile in vielen Liebesromanen üblichen Spicy-Szenen aus. Für mich persönlich waren sie wieder einmal überflüssig. Der Autorin muss man aber zugutehalten, dass sie diese Szenen wirklich auf ein Minimum eingeschränkt hat.
Trotz fehlender Herbststimmung war dies eine sehr angenehme Leseerfahrung und das Wiedersehen mit den Bewohner:innen von St. Ives hat mir gut gefallen. Es ist kein herausragendes Buch in seinem Genre, aber für Fans der Reihe durchaus empfehlenswert.
Ein leiser Roman, der Zeit braucht
Der Briefladen, in dem ich dich fand von Baek Seungyeon
Auf den Erscheinungstermin dieses Buches habe ich mich sehr gefreut, da ich den ersten Teil wirklich geliebt habe. Daher habe ich mich mit Feuereifer auf das Buch gestürzt. Leider kam zuerst große Enttäuschung und Ernüchterung. Doch glücklicherweise hat sich am Ende alles zum Guten gekehrt.
Dieses Buch schließt mit etwas zeitlichem Abstand an die Ereignisse aus dem Buch „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ an.
Ich denke, dass man beide Bücher unabhängig voneinander lesen kann, da die Autorin alle relevanten Informationen aus dem ersten Buch im zweiten erwähnt. Dennoch würde ich empfehlen, beide Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um in den vollständigen Genuss der Atmosphäre zu kommen.
Die Optik und Haptik des Buches sind wieder sehr ansprechend. Vor allem das Coverbild gefällt mir sehr gut. Positiv finde ich auch, dass die beiden Bücher ein einheitliches Erscheinungsbild haben. Leider ist dies auch bei Reihen nicht immer der Fall. Auch dieses Mal hat man sich wieder für einen rauen Buchschnitt entschieden. Dies war einer meiner Kritikpunkte beim ersten Buch. Mittlerweile habe ich mich damit angefreundet und empfinde es nicht mehr als störend, sondern als herausstechendes Merkmal des Buches.
Gerade bei Büchern, die Teil einer Reihe sind, ist es immer schwierig, das Buch als alleinstehendes Werk zu beurteilen. Die Vergleiche mit den vorhergehenden Büchern drängen sich quasi auf. So auch in diesem Fall.
Auffallend für mich war, dass der Briefladen in diesem Buch deutlich weniger Raum einnimmt als im ersten Teil. Dies empfand ich als großen Verlust, denn gerade die Ruhe des Briefladens hat für mich den besonderen Charme des ersten Teils ausgemacht. Stattdessen rückt Hyoyeongs Liebesleben stärker in den Mittelpunkt und erhält wesentlich mehr Gewicht, als ich erwartet hatte. Dies hat auch zu meiner anfänglichen Enttäuschung geführt.
Es hat ein wenig gedauert, bis ich dies akzeptieren konnte und mich auch voll auf die Geschichte einlassen konnte. Erst dann konnte ich die ruhige, sanftmütige, liebevolle und teilweise poetische Schreibweise der Autorin wirklich wertschätzen. Dieses Buch versprüht so viele Emotionen, gibt unglaublich viel Stoff zum Nachdenken und Reflektieren und zeigt, wie vielfältig Liebe aussehen kann.
Dieser gefühlvolle, inspirierende Roman ist wirklich ein Leseerlebnis der besonderen Art über Liebe, Wünsche, Träume und Hoffnungen. Es ist eine Einladung zum Innehalten und eine Auszeit vom Alltag. Dieser Roman ist perfekt für alle, die auch die leisen Töne zu schätzen wissen.
Ideal für Einsteiger, für erfahrene Köche wenig Neues
Vegetarisch express von GU
Unglaublich, dass es die goldenen von GU bereits seit 15 Jahren gibt. Natürlich ist die Reihe innerhalb dieser Zeit stark gewachsen und immer mehr Titel sind erschienen. Mit Vegetarisch express orientiert sich der Verlag an dem heutigen Lebensstil: Wenig Fleisch und Fisch und wenig Zeit zum Kochen.
Wie nicht anders erwartet, ist auch dieses Kochbuch wieder sehr übersichtlich gestaltet und man findet sich schnell zu recht.
Die einzelnen Rezepte sind klar strukturiert und man sieht auf einen Blick die Zutatenliste und alle anderen wichtigen Informationen die man benötigt. Leider wurde auch in diesem Buch wieder einmal auf eine ausführliche Angabe der Makronährstoffe verzichtet.
Die Bilder zu den Rezepten sind sehr gelungen und lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. So weit ich es überblicken konnte, ist auch wirklich jedes Rezept mit einem Foto ausgestattet.
Der wichtigste Punkt bei einem Kochbuch ist aber natürlich die enthaltenen Rezepte. Diese konnten mich leider nicht auf ganzer Linie überzeugen. Dies liegt aber vor allem daran, dass ich bereits einige vegetarische Kochbücher besitze und mich schon seit langer Zeit mit der vegetarischen Küche auseinandersetze. Daher benötige ich weder ein Rezept für Spaghetti aglio e olio noch das tausendste Hummus-Rezept. Auch wenn es sich in diesem Fall nicht um den klassischen Hummus, sondern um eine spicy Variante handelt.
Wie bei einem express Kochbuch nicht anders zu erwarten, kommen natürlich auch diverse Fertigprodukte aus dem Supermarkt zum Einsatz. Ansonsten könnten einige in der vorgegebenen Zeit kaum zubereitet werden. Dies ist für mich durchaus verständlich. Dennoch benötige ich, als erfahrene Köchin kein Rezept für fertige Maultaschen mit Spinat.
Dieses Buch ist eine umfangreiche Sammlung von Klassikern, Basis- und Lieblingsrezepten aus der vegetarischen Küche. Es eignet sich sehr gut für Neulinge in diesem Bereich oder Personen, die ihre umfangreiche Kochbuchsammlung deutlich verschlanken möchten.
Der kleine Leser begeistert, ich eher ratlos
Pia Pfefferminz zieht ein von Kairi Look
Ich glaube, mir ist die Beurteilung eines Kinderbuchs noch nie so schwergefallen wie in diesem Fall. Dies liegt daran, dass der kleine Leser und ich uns ausnahmsweise komplett uneinig sind. Während ihm das Buch recht gut gefallen hat, gab es für mich einige Aspekte, die ich eher fragwürdig finde in einem Kinderbuch.
Auf den ersten Blick hat uns das Buch recht gut gefallen. Es hat ein angenehmes Format, ist hochwertig ausgeführt und liegt gut in der Hand. Die Illustration auf dem Cover ist ansprechend, zeigt aber bereits, dass Illustratorin Ulla Saar einen recht eigenwilligen Stil hat.
Dieser eigenwillige Stil zeigt sich dann auch innerhalb des Buches. Es gibt sehr viele Illustrationen, manche davon sind sehr schön und ansprechend, andere eher übertrieben skurril. Auffällig ist aber, dass es in jedem Bild Kritzeleien gibt, als hätte ein Kind mit einem Stift alle Bilder „verschönert“. Den Sinn dahinter habe ich leider nicht verstanden.
Besonders spannend fand ich, dass es bei diesem Buch keine durchgehende Handlung gab, sondern es sich vielmehr um eine Sammlung von Kurzgeschichten handelt. Dies habe ich bei einem Kinderbuch in der Form noch nie gesehen und war sehr gespannt, wie der kleine Leser darauf reagieren wird. Zu meiner großen Freude, war das für den dreijährigen überhaupt kein Problem. Ganz im Gegenteil, ich hatte sogar das Gefühl, dass er das als sehr positiv empfindet. Denn so konnte er das Buch an einer beliebigen Seite aufschlagen und sagen: „Lies hier bitte.“
Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz und geben verschiedene Einblicke in das Leben von Pia und ihrer Familie. Der Umzug auf den bereits im Titel hingewiesen wird, wird natürlich auch in einer Geschichte thematisiert. Wider Erwarten ist das aber nicht der Hauptstoff des Buches. Auffällig war in dem Buch außerdem, dass abgesehen von Pia keine Kinder vorkommen.
Das Buch ist eine skurrile Mischung aus realen und fantastischen Elementen. So gibt es zum Beispiel fliegende Katzen oder sprechende Tiere. Diese Aspekte haben mich zu Beginn ein wenig irritiert, da ich damit nicht gerechnet hatte. Dem kleinen Leser haben sie aber gut gefallen und ich denke diese Elemente sollen die Fantasie der Kinder anregen.
Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es aber auch ein paar fragwürdige Passagen in dem Buch. So wird in der Geschichte mit der Zugfahrt erwähnt, dass die Jungs sich nackte Frauen am Handy anschauen. Dies ist zwar realistisch, muss aber meiner Meinung nach nicht in einem Buch ab 5 Jahren erwähnt werden.
Mir haben die Geschichten nur bedingt gefallen, da ich viele davon weder besonders spannend noch lustig gefunden habe. Der kleine Leser hat abends aber immer wieder explizit nach dem Buch gefragt und wollte unbedingt weiterlesen.
Dies ist wirklich mit Abstand das absurdeste Kinderbuch, das ich bis dato gelesen habe und ich bin mir nicht sicher ob ich dafür eine Empfehlung aussprechen möchte.
Zauberhaftes Wichtelabenteuer mit Herz und Humor
Pia Puck von Nora Hoch
Da das Vorlesen bei uns ein Teil unserer Abendroutine ist, bin ich immer wieder auf der Suche nach geeigneten Büchern. Bei meiner Suche bin ich über dieses Buch gestolpert und fand die Idee so zauberhaft, dass ich dem Buch eine Chance geben musste. Der kleine Leser und ich haben die Entscheidung nicht bereut und warten schon gespannt auf den nächsten Band.
Das Buch hat ein angenehmes Format, liegt gut in der Hand und ist hochwertig ausgeführt. Die Illustrationen von Claudia Weikert sind ansprechend, farbenfroh und stimmungsvoll. Die vielen kleinen Bilder lockern das Buch ein wenig auf und unterstützen den Text auf eine schöne Art und Weise.
Die Länge der Kapitel ist recht unterschiedlich. Es gibt ein paar verhältnismäßig lange Kapitel, einige sind dafür recht kurz. Je nach Länge haben wir am Abend dann immer spontan entschieden, ob wir zwei oder drei Kapitel vorlesen. Das Buch eignet sich aber nicht nur sehr gut zum Vorlesen, sondern auch für bereits geübte kleine Leseratten zum Selberlesen.
Das Buch ist eine zauberhafte Mischung aus realen und fantastischen Elementen. Diese Kombination hat dem kleinen Leser sehr gut gefallen. Den kleinen Hauswichtel Pia haben wir von Anfang an ins Herz geschlossen, aber auch ihr bester Freund der Waschbär Pit hat sich bei uns großer Beliebtheit erfreut. Gerade für ältere Kinder ist auch die kleine Wanda eine tolle Figur, da die Kinder eventuell viel von sich in Wanda wieder entdecken können.
Die Geschichte ist phasenweise sehr emotional, manchmal ein wenig aufwühlend und traurig, aber man erkennt immer den Hoffnungsschimmer am Horizont. Daher sollte man keinesfalls zum Lesen aufhören, wenn es einmal etwas schwieriger wird. Denn der nächste lustige Moment kommt auf jeden Fall. Ein besonderes Highlight für den kleinen Leser war der Fluch von Waschbär Pit „Beim kratzigen Gewitterpups“. An dieser Stelle konnte er kaum aufhören zu lachen.
„Pia Puck – Wirbel im Wichtelhaus“ ist eine zauberhafte Geschichte mit einer tollen Botschaft. Es geht um Mut, Freundschaft, die Angst vor Veränderungen, aber auch um Hilfsbereitschaft und Familienstreitigkeiten. Hier wird wirklich eine große Bandbreite von Themen abgedeckt, die für die Kinder eine große Relevanz haben. All dies ist aber sehr gut in die Geschichte eingebunden, so dass es an keiner Stelle oberlehrerhaft wirkt.
Die Altersempfehlung des Verlages liegt bei 5 Jahren. Das Buch kann aber auch bereits mit jüngeren Kindern gelesen werden unter der Voraussetzung, dass die Kinder bereits Erfahrung mit Büchern dieses Umfanges haben. Der dreijährige kleine Leser konnte der Geschichte ohne Probleme folgen. Allerdings sollte man auch berücksichtigen, dass es ein paar wenige Stellen gibt, die gerade für jüngere oder sehr empfindsame Kinder sehr aufwühlend sein können.
Dieses Buch eignet sich für all jene, die eine spannende, aufregende, aber auch einfühlsame und lustige Geschichte lesen wollen.
Ein Buchspaziergang für kleine und große Leser
Schascha und der Buchspazierer von Carsten Henn
Die Tatsache, dass der Autor sein eigenes Buch adaptiert hat, war für mich der ausschlaggebende Grund, mich näher mit dem Buch zu beschäftigen. Nach kurzer Recherche habe ich herausgefunden, dass das Original „Der Buchspazierer“ ein großer Erfolg war und sogar verfilmt wurde. Nun hat der Autor sich entschieden, die Geschichte umzuschreiben, damit auch Kinder in den Genuss der Geschichte kommen können.
Dies ist wirklich eine zauberhafte Idee und obwohl ich das Originalwerk nicht kenne, muss ich sagen, die Geschichte funktioniert wunderbar als Kinderbuch.
Autor Carsten Henn hat bei diesem Buch mit der Illustratorin Annelie Schulze zusammengearbeitet. Ihre aussagekräftigen Bilder sind wirklich etwas ganz Besonderes und erwecken die Geschichte zum Leben. Sie sind farbenfroh, stimmungsvoll und äußerst detailreich. Es macht Freude die Illustrationen zu betrachten. Außerdem sind sie eine gute Hilfestellung für Kinder, die sich die Personen aufgrund der Beschreibungen im Buch nur schwer vorstellen können.
Die Adaption als Kinderbuch gelingt dem Autor sehr gut. Dennoch merkt man, dass es sich hierbei eigentlich um ein Buch für Erwachsene handelt. Im Mittelpunkt steht in dieser Fassung der Geschichte zwar das kleine Mädchen Schascha und nicht der Buchspazierer Carl Kollhoff, trotzdem bleibt die Geschichte in ihren Grundzügen dieselbe.
Das sprachliche Niveau ist relativ hoch und kann eventuell für manche Kinder noch überfordernd sein. Die häufig vorkommenden Schachtelsätze sind dabei nur eine der vielen Herausforderungen.
Des Weiteren gibt es im Buch viele ernstere Themen, die behandelt werden, dazu zählen u.a. Gewalt, insbesondere häusliche Gewalt, der Umgang mit Tod und Trauer und Religion. Diese werden zwar kindgerecht, aber doch sehr ausführlich besprochen und empfindsame Kinder können hier auf jeden Fall eine Begleitung durch Erwachsene gebrauchen.
Doch trotz all der schwierigen Themen hat das Buch auch eine leichte, sogar humoristische Seite. Viele von Schaschas Aussagen und Taten haben mich zum Lachen gebracht. Besonders hervorheben möchte ich die einzigartigen Charaktere, die der Autor erschaffen hat. Ich habe sofort jeden der Kunden des Buchspazierers ins Herz geschlossen. Alle Personen sind liebevoll und detailreich beschrieben, sodass man eine gute Vorstellung von ihnen bekommt.
Dieses Buch ist ideal für alle, die einen herzerwärmenden, lustigen, aber auch nachdenklich stimmenden Roman suchen. Es ist ein guter Zwischenschritt zwischen Kinder- und Erwachsenenliteratur und kann deshalb auch von beiden Gruppen gelesen und geliebt werden. Ich möchte es auf jeden Fall von ganzem Herzen weiterempfehlen.
Eine kulinarische Reise durch die Welt der Dumplings
Gyoza, Dumplings & Co. von Lukas Grossmann
Als ich während meiner ersten Reise nach Japan Gyoza probiert habe, war es Liebe auf den ersten Biss. Seitdem habe ich eine Vorliebe für diese, aber auch andere Teigtaschen. Dieses Buch erschien daher wie eine ideale Erweiterung für meine doch recht umfangreiche Kochbuchsammlung.
Bereits beim ersten Durchblättern war ich von der Vielfalt der Teigtaschen fasziniert.
Hierbei meine ich aber nicht nur die verschiedenen Füllungen. Sondern vielmehr die unzähligen Formen und vor allem auch Teige und Zubereitungsarten.
Die Rezepte sind sehr übersichtlich dargestellt, so dass man schnell sehen kann, welche Zutaten benötigt werden. Wie nicht anders zu erwarten bei einem Kochbuch das sich mit Rezepten aus dem asiatischen Raum beschäftigt, wird man um den einen oder anderen Besuch im Asia-Supermarkt nicht herumkommen.
Die Fotos der Gerichte sind sehr ansprechend und appetitanregend. Im Vergleich zu anderen Kochbüchern finde ich die Bilder hier sehr übersichtlich, wenn nicht sogar ein wenig minimalistisch. Sie konzentrieren sich einfach auf das Wesentliche.
Alle Rezepte sind mit Nährwertangaben ausgestattet. Des Weiteren gibt es auch eine Information zu den enthaltenen Makronährstoffen, also Angaben zu Kohlenhydraten, Protein und Fett. Auf eine weitere Kennzeichnung der Rezepte wird verzichtet. Damit meine ich, dass es keine Kennzeichnung von vegetarischen oder veganen Speisen gibt.
Abgerundet wird das Ganze noch mit einigen hilfreichen Tipps für notwendiges Zubehör. Hierbei gefällt mir folgender Satz besonders gut: „Die meisten Utensilien finden sich gewiss in jeder Küche, ein paar spezielle Tools kann man sich zulegen, aber es geht auch ohne“.
Besonders gut gefallen haben mir die Grundrezepte für die Dumpling Teige. Hierbei sind drei verschiedene Teige beschrieben. Einer für Jiaozi und Mandu, ein Wonton-Teig und mein persönlicher Favorit Gyoza Teig. Auch die bebilderte Anleitung zum Dumplings falten finde ich sehr gut und hilfreich.
Alles in allem ein sehr schön gestaltetes Kochbuch, welches bei uns zu besonderen Anlässen immer wieder gerne verwendet wird. Für den Alltag sind mir die Rezepte, vor allem wenn man die Teigblätter selbst herstellt, leider zu aufwändig.
Über Freundschaft, Trauer und die Freude am Erinnern
Giraffenhund und Kratzbürste - Eine Reise nach Mexiko von Isabelle Schelling
Das Warten hat endlich ein Ende, denn das dritte Abenteuer der ungleichen Freunde Giraffenhund und Kratzbürste ist endlich da. Der kleine Leser hat sich mit Feuereifer auf das Buch gestürzt und ich musste es gleich mehrmals vorlesen.
Wie bereits beim zweiten Band der Reihe hat Autorin Isabelle Schelling wieder mit dem Illustrator Michael Stapper zusammengearbeitet.
Seine Illustrationen sind wunderschön, farbenfroh und aussagekräftig. Der kleine Leser schaut sich die Bilder sehr gerne an und erfreut sich an den vielen kleinen Details die er finden kann.
Ich hatte erwartet, dass dieses Buch nach dem gleichen Schema ablaufen wird wie bereits die Reise nach Tokio und Paris. Im Großen und Ganzen stimmt dies auch, dennoch gibt es einen wesentlichen Unterschied, nämlich den Grund der Reise. Kratzbürste vermisst seine Oma, die vor einigen Jahren verstorben ist. Daher beschließen die beiden, nach Mexiko zu reisen und dort den Tag der Toten, Día de Muertos, zu feiern.
Diese Tatsache hat mich im ersten Augenblick ein wenig irritiert und ich hatte die Befürchtung, dass das Buch verhältnismäßig schwer und traurig sein könnte. Glücklicherweise konnte ich schnell feststellen, dass das Gegenteil der Fall ist. Das Buch ist gewohnt unterhaltsam, bunt und lustig, weist aber dennoch einen ernsten Unterton auf. Kein Wunder, immerhin beschäftigt sich die Autorin hier mit dem Tod, der Trauer und wie man damit in Mexiko umgegangen wird.
Die Geschichte ist wieder komplett in Reimform verfasst. Dadurch macht das Vorlesen gleich doppelt so viel Spaß. Leider gibt es auch dieses Mal wieder den einen oder anderen unsauberen Reim. Darüber kann ich aber hinwegsehen.
Spannenderweise wird dieses Buch für Kinder ab 3 Jahren empfohlen, während bei den anderen beiden das empfohlene Alter noch bei ab 5 Jahren lag. Ich kann diese Entscheidung auf jeden Fall unterstützen. Der dreijährige kleine Leser hatte keine Probleme der Geschichte zu folgen und auch die behandelten Themen haben ihn nicht überfordert.
Obwohl es sich hierbei um den dritten Teil einer Buchserie handelt, kann das Buch unabhängig von den anderen gelesen werden. Wobei ich denke, wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, wird sich alle Bücher besorgen.
Auch dieses Mal möchte ich eine Empfehlung für dieses Buch aussprechen. Dieses Buch zeigt auf unterhaltsame Art und Weise wie in anderen Kulturen mit dem Tod und der damit verbundenen Trauer umgegangen wird und wie wichtig Freundschaft ist.











