Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ReiShimura:
Große Begeisterung trifft auf kleine Angsthasen
Hilda Hasenherz. Das Abenteuer bei den Winterwölfen von Tobias Goldfarb
Auf die Hilda-Hasenherz-Reihe sind der kleine Leser und ich durch die Empfehlung einer Buchhändlerin aufmerksam geworden. Zu Beginn des ersten Bandes war ich mir noch unsicher, ob dies die richtigen Bücher für uns sind. Doch dann hat uns das Hilda-Hasenherz-Fieber gepackt und nicht mehr losgelassen.
Die Haptik und Optik des vierten Teils der Reihe konnte uns absolut überzeugen. Das Buch ist hochwertig verarbeitet und liegt gut in der Hand. Die Illustrationen von Verena Körting sind wieder sehr ansprechend und im gewohnten Stil. Die vielen liebevoll gestalteten kleinen und großen Zeichnungen im Buch machen die Geschichte lebendig und helfen dem kleinen Leser beim Nachvollziehen der Geschichte.
Die Kapitelaufteilung ist erneut gut gelöst und die einzelnen Abschnitte haben eine angenehme Länge. Bei uns wird das Buch vornehmlich zum Einschlafen gelesen und da ist es mir immer besonders wichtig, dass die Kapitel nicht zu lang sind. Der kleine Leser und ich mögen es nämlich gar nicht, wenn wir mitten in einem Kapitel zum Lesen aufhören müssen.
Wir haben uns sehr auf das Wiedersehen mit den von uns so geliebten Figuren gefreut. Das Zusammenspiel der verschiedenen Figuren ist auch in diesem Band sehr überzeugend. Besonders gut gefällt mir, dass die Freunde nicht nur verschiedenen Tierarten angehören, sondern Eicho, Robinius, Igromir und Hilda Hasenherz auch unterschiedliche Charaktere haben. So kann der kleine Leser sich gut in die Figuren hineinversetzen und findet ein kleines Stück von sich in der Geschichte wieder.
Die Handlung der Geschichte ist unterhaltsam, abenteuerlich und auch recht spannend. An manchen Stellen war sie für den kleinen Leser fast ein wenig zu spannend. Die Winterwölfe haben ihm stellenweise so viel Angst gemacht, dass er die Geschichte nicht mehr weiterlesen wollte. Erst nach dem ich ihm mehrmals versichert hatte, dass alles gut wird, konnte ich ihn überzeugen, dass wir das Buch fertiglesen.
Der Verlag gibt das empfohlene Lesealter des Buches, gleich wie bei den anderen Büchern der Reihe, mit ab sechs Jahren an. Der kleine Leser mit seinen 3,5 Jahren unterschreitet diese deutlich. Bisher hatte er keine Probleme, den Geschichten zu folgen und hat mit großer Begeisterung die Abenteuer von Hilda und ihren Freunden verfolgt. Bei diesem Band hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass er noch zu jung für die Reihe ist.
Trotz unserer kleinen Schwierigkeiten hat uns auch der vierte Band der Hilda-Hasenherz-Reihe wieder gut gefallen. Die liebenswerten Figuren, die wunderschönen Illustrationen und die abenteuerliche Handlung machen das Buch zu einer gelungenen Fortsetzung. Allerdings war die Geschichte für den kleinen Leser stellenweise etwas zu spannend und aufwühlend, weshalb ich das Buch für Kinder unter sechs Jahren nur eingeschränkt empfehlen würde. Allen Fans von Hilda Hasenherz kann ich das Buch dennoch ans Herz legen.
Ein Funke, der kein Feuer entfachen konnte
Der kleine Buchladen der einsamen Herzen von Rebecca Raisin
Meine Freude und Begeisterung waren riesig, als ich gelesen habe, dass es endlich eine Fortsetzung der Paris Love Reihe von Rebecca Raisin geben wird. Die ersten beiden Bücher der Reihe habe ich bereits mehrmals gelesen, da sie mir so gut gefallen haben. Dementsprechend groß waren meine Erwartungen an das Buch.
Wie sich herausstellen sollte, waren sie allerdings zu hoch.
Bei diesem Buch handelt es sich um den vierten Teil der Reihe Paris Love. Alle Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden und die Geschichten sind in sich abgeschlossen.
Da der erste Band der Reihe auch in einem Buchladen in Paris spielt, habe ich gedacht, dass es sich in diesem Band um den gleichen Buchladen handeln wird. Bereits nach wenigen Seiten musste ich allerdings feststellen, dass dies nicht der Fall ist. Über diese kleine Enttäuschung konnte ich jedoch schnell hinwegsehen. Vor allem als ich mir bewusst gemacht habe, dass dies nirgends versprochen wurde.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir leichtgefallen und es hat Spaß gemacht zusammen mit Coco durch die Straßen von Paris zu schlendern. Die Beschreibungen der Stadt gelingen der Autorin auch in diesem Buch wieder sehr gut. Man kann alles vor seinem geistigen Auge sehen, vor allem wenn man die Stadt der Liebe bereits einmal besucht hat.
Mit dem Buchladen der einsamen Herzen hat Rebecca Raisin einen wirklich zauberhaften Ort erschaffen. Dieser Laden versprüht einen unglaublichen Charme, es weht ein Hauch von Magie und er wird von einer großen Anzahl an interessanten Menschen besucht. Es war durchaus unterhaltsam die verschiedenen Stammgäste des Geschäfts kennenzulernen. Der Funke ist bei mir auf jeden Fall übergesprungen. Allerdings ist es bei einem Funkenflug geblieben, ein Feuer der Begeisterung konnte bei mir während des Lesens nicht entfacht werden.
Denn auch wenn die Liebesgeschichte durchaus ansprechend ist und die Charaktere gut gezeichnet sind, blieb eine gewisse Distanz. Alles wirkte eine Spur zu konstruiert und zu vorhersehbar. Natürlich hatte ich nicht erwartet, dass die Autorin das Rad neu erfindet. Dennoch hatte ich ein wenig mehr erwartet. Mehr Gefühle, mehr Leidenschaft und das gewisse Etwas.
Über weite Strecken plätscherte die Geschichte einfach so vor sich hin. Es gibt wenige Szenen, die wirklich herausstechen und lange im Gedächtnis bleiben.
Insgesamt ist dieser Roman für mich der bisher schwächste der Reihe. Zwar konnte mich Rebecca Raisin mit ihrer zauberhaften Pariser Kulisse und dem charmanten Buchladen erneut begeistern, die eigentliche Geschichte blieb jedoch deutlich hinter meinen Erwartungen zurück. Vielleicht lag es aber auch an mir und meinen hohen Erwartungen.
Mit Zuckerstange und Geschenkesack entspannt durch den Advent
24 x Kinderyoga im Advent. Bildkarten mit weihnachtlichen Übungen und Praxisimpulsen von Ulrike Knuth
Die Idee eines Kinderyoga-Adventskalenders habe ich so zauberhaft gefunden, dass ich das Set sofort ausprobieren musste. Natürlich zusammen mit dem kleinen Leser und obwohl die Adventszeit noch nicht begonnen hat. Bereits beim ersten Mal hatten wir beide sehr viel Spaß und ich freue mich schon sehr darauf, wenn wir diesen Kalender in unsere Vorweihnachtszeit einbinden werden.
Der Don Bosco Verlag hat hierbei wirklich ganze Arbeit geleistet. Die Karten sind liebevoll gestaltet, optisch äußerst ansprechend und hochwertig verarbeitet. Besonders gut gefällt mir, dass die Karten recht minimalistisch gehalten sind. Dies klingt im ersten Augenblick vielleicht ein wenig langweilig und wenig kindgerecht. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall.
Auf der Vorderseite der Karten steht jeweils der Name der Übung und es gibt eine bildliche Darstellung des Namens. Dies finde ich besonders gelungen, da somit auch Kinder, die noch nicht lesen können, den Namen der Asana nachvollziehen können. Der Großteil der Vorderseite wird von einer Illustration der Asana eingenommen. Die Darstellungen sind so eindeutig, dass man mit etwas Yogaerfahrung überhaupt keine zusätzlichen Anleitungen benötigt.
Dieses Kartenset ist aber auch für Anfänger und Neulinge geeignet, da sich auf der Rückseite auch eine sehr ausführliche Beschreibung der Haltung befindet. Die Anleitungen sind übersichtlich aufgebaut, verständlich formuliert und auch für Yoga-Neulinge problemlos nachvollziehbar. Außerdem gibt es auf jeder Karte noch ein kleines Extra passend zur Asana. Dieses Extra sind Spielideen, Achtsamkeitsimpulse oder Übungen.
Der kleine Leser hatte viel Spaß dabei, sich die Karten anzuschauen, seine Lieblings-Yogaübungen rauszusuchen und sie anschließend mit mir auf der Matte auszuprobieren. Alle 24 Übungen sind mehr oder weniger bekannte Asanas, allerdings tragen sie hier weihnachtliche Namen. Somit heißt die stehende Seitbeuge plötzlich Zuckerstange, aus dem Adler wird die Weihnachtssocke und aus Utkatasana (Stuhl) der Geschenkesack.
In dem Set sind außerdem noch 24 ausgestanzte Weihnachtsmotive enthalten. Die Motive entsprechen genau den 24 Übungen des Sets. Diese dienen einerseits als Dekoration, können aber auch bei der Auswahl der Übung unterstützen, indem die Kinder jeden Tag ein Motiv ziehen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass man die Motive in einen Adventkalender verpackt, damit auch das Öffnen des Kalenders erhalten bleibt.
Dieses Set ist wirklich eine wunderbare Möglichkeit, ein wenig Ruhe und Gelassenheit in die meist recht stressige Adventszeit zu bringen. Der Verlag empfiehlt das Set für Kinder von 4 bis 10 Jahren. Nach meiner Erfahrung mit dem kleinen Leser kann ich das Set aber bereits für interessierte Kinder ab drei Jahren empfehlen.
Der Adventskalender eignet sich hervorragend für den Einsatz im Kindergarten, aber auch für gemeinsame Yogaeinheiten zu Hause. Uns hat das Ausprobieren jedenfalls bereits große Freude bereitet und ich bin mir sicher, dass die weihnachtlichen Yogaübungen einen festen Platz in unserer Adventszeit bekommen werden.
Ein leises Weihnachtsabenteuer, das mitten ins Herz trifft
Ein Einhorn namens Oktober feiert Weihnachten von Maria Höck
Nachdem uns Autorin Maria Höck bereits mit ihrem ersten Buch über das Einhorn Oktober begeistern konnte, haben wir sehnsüchtig auf das zweite Buch gewartet. Eigentlich werden Weihnachtsbücher bei uns wirklich nur in der Weihnachtszeit gelesen. Da die Vorfreude auf das Buch beim kleinen Leser aber so groß war, musste ich eine Ausnahme machen.
Wir haben es keine einzige Sekunde bereut.
Wie nicht anders zu erwarten, ist auch dieses Buch wieder sehr hochwertig und stabil verarbeitet. Bereits die Illustration auf dem Cover zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht und verbreitet eine wunderbare Weihnachtsstimmung. Juliana Kralik hat einen sehr schönen Illustrationsstil. Die Bilder sind stimmungsvoll und aussagekräftig und ergänzen den Text auf wunderbare Weise. Besonders gut gefällt mir das erste Bild im Buch, da man hier den Übergang von Herbst zu Winter sieht. Besonders passend finde ich dieses Motiv, da die Geschichte des ersten Buches im Herbst gespielt hat.
Die Anfangsillustration ist jedoch nicht die einzige Verbindung zwischen den beiden Büchern. Im ersten Teil war das Einhorn auf der Suche nach seiner Zauberkraft. In dieser Geschichte nutzt Oktober nun diese Zauberkraft, um den Bewohnern des Zauberwaldes ein ganz besonderes Weihnachten zu schenken. Dabei dürfen wir uns über ein Wiedersehen mit vielen geliebten Figuren aus dem ersten Band freuen, aber auch das eine oder andere neue Tier begrüßen.
Schriftart und -größe sind sehr gut gewählt. Der Text ist auf allen Seiten gut lesbar, obwohl sehr viele Seiten großflächige Illustrationen enthalten. Leider habe ich in der Vergangenheit feststellen müssen, dass dies nicht bei allen Bilderbüchern der Fall ist. Daher ist die Lesbarkeit des Textes, auch bei schlechteren Lichtverhältnissen, für mich mittlerweile ein wichtiges Bewertungskriterium.
Der Schreibstil der Autorin ist liebevoll, warmherzig und stimmungsvoll. Es ist ein eher leises Buch, in dem wenig Aufregendes passiert, das einen aber dennoch ganz tief im Herzen berührt. Die Botschaft des Buches, nämlich wie wichtig es ist, Zeit miteinander zu verbringen, ist zauberhaft und gerade für Erwachsene in der oft so stressigen Vorweihnachtszeit besonders wertvoll.
Der kleine Leser und ich möchten dieses wundervolle Weihnachtsbuch auf jeden Fall weiterempfehlen.
Eine Reise in die Zukunft mit erstaunlich viel Gegenwart
Earth Girl von Anna Lisa Kiesel
Bereits der Prolog des Buches hat mich fasziniert und in seinen Bann gezogen. Ab dem ersten Kapitel wusste ich, dass dies ein ganz besonderes Buch ist, das ich nur schwer wieder weglegen kann. „Earth Girl“ ist eines jener Bücher, bei denen man es kaum erwarten kann, zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht.
Gleichzeitig möchte man es dennoch nicht beenden, da man sich dann unweigerlich von den Figuren verabschieden muss.
Der Einstieg in die Geschichte ist relativ rasant und man merkt von Beginn an, dass sowohl das Tempo als auch die Spannung hoch sind. Zu meiner großen Freude blieb das auch bis zum Ende des Buches so.
Anna Lisa Kiesel hat in diesem Buch einige sehr gut durchdachte, glaubwürdige und sympathische Charaktere erschaffen. Ihre Beschreibungen sind detailreich, aber nie langatmig oder ausufernd.
Kata, Klysmus und der weise Uudu sind ein sehr interessantes und unterhaltsames Team. An dieser Stelle muss ich der Autorin auch ein großes Lob für ihre tollen Wortspiele machen. Ich sage nur: Kataklysmus. Obwohl Kata ein zwölfjähriges Mädchen ist und ich schon sehr lange nicht mehr in diesem Alter bin, konnte ich mich sehr gut in sie hineinversetzen, mit ihr mitfühlen und mitleiden.
Leiden ist an dieser Stelle vielleicht ein gutes Stichwort. Denn ja, manchmal leidet man in diesem Buch auch ein wenig mit. Es ist, wie zu erwarten war, nicht alles eitel Sonnenschein im Jahr 2167, und daher gibt es auch die eine oder andere bedrückende oder traurige Szene. Diese halten sich aber mit den vielen humorvollen und lustigen Anteilen gut die Waage.
Gerade bei Kindern und Jugendlichen gibt es immer wieder die Einteilung Mädchen und Junge, sei es nun bei Kleidung, Spielzeug oder Büchern. Wenn in einer Geschichte eine weibliche Hauptfigur im Mittelpunkt steht, wird das Buch häufig automatisch als Mädchenlektüre abgestempelt. Daher möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich erwähnen, dass dies hier nicht der Fall ist. Zwar steht Kata im Mittelpunkt der Geschichte, aber auch für Jungs gibt es Identifikationsfiguren.
Besonders hervorheben möchte ich, wie viele Verbindungen sich zur heutigen Zeit herstellen lassen, obwohl es sich um einen Science-Fiction-Roman handelt, der in der Zukunft spielt. Dies ist sicher einer der Punkte, warum das Buch auch für mich als Erwachsene so gut funktioniert hat. Die Anspielungen auf Elon Musk, Trump und KI, um nur einige wenige zu nennen, finde ich sehr gelungen und regen definitiv zum Nachdenken an.
„Earth Girl“ ist ein außergewöhnlich gelungenes Science-Fiction-Abenteuer, das mit Spannung, Humor, liebenswerten Charakteren und überraschend aktuellen Denkanstößen begeistert. Von mir bekommt das Buch auf jeden Fall eine uneingeschränkte Leseempfehlung für Kinder ab zehn Jahren – und für Erwachsene, die sich gerne auf eine spannende Reise in die Zukunft entführen lassen.
Magie, Abenteuer und ein Zeitgeist zum Verlieben
Juli im Land der Zeitgeister von Wieland Freund
Wieland Freund hat hier einen zauberhaften und äußerst unterhaltsamen Abenteuerroman erschaffen, welcher Lust auf mehr macht.
Zu meiner großen Überraschung stürzt man als LeserIn geradezu in die Geschichte rein. Es gibt keine großen erklärenden Worte, sondern man ist von Anfang an mitten in der Handlung.
Und genau wie Protagonistin Juli weiß man zu Beginn gar nicht, was hier eigentlich vor sich geht. Doch mit jedem Schritt, den Juli macht und mit jeder Kleinigkeit, die sie dazulernt, wird das Bild klarer und die Geschichte nimmt ihren Lauf.
Der Schreibstil des Autors ist sehr ansprechend und sowohl für Kinder, die eigentliche Zielgruppe des Buches, wie auch Erwachsene sehr gut zu lesen. Das Buch eignet sich aber auch sehr gut als Vorlesebuch für Kindergartenkinder, die noch nicht lesen können.
Auch das hohe Tempo des Buches hat mich überrascht. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass der Autor die Geschwindigkeit ein wenig drosselt. Denn dann hätte es die Möglichkeit für weitere und ausführlichere Informationen gegeben. So bleiben für mich nämlich einige offene Fragen leider unbeantwortet. Phasenweise kam bei mir der Gedanke auf, ob es nicht sinnvoll gewesen wäre, einen Zweiteiler aus der Geschichte zu machen. Das Potenzial wäre auf jeden Fall vorhanden gewesen.
Ein besonderes Highlight war für mich der kleine Zeitgeist Trim. Dieser süße, lustige kleine Kerl hat es mir von Beginn an angetan. Bei diesem Charakter hat der Autor definitiv alles richtig gemacht. Besonders seine Art sich aufzuregen und zu fluchen hat mich regelmäßig zum Lächeln gebracht.
Protagonistin Juli ist ebenfalls ein sehr gelungener und realistischer Charakter. Sie strahlt Stärke aus, ohne dabei überheblich oder unrealistisch zu werden.
All jene, die an „Alice im Wunderland“ und „Der Zauberer von Oz“ ihre Freude haben, sollten diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben. Klare Weiterempfehlung.
Ein guter Gesprächsöffner für Klein und Groß
Zipfel waschen?! Bilderbuch von Dianne Dela Cruz
Die Haptik und Optik des Buches gefallen mir sehr gut. Es ist stabil und hochwertig verarbeitet und man erkennt auf den ersten Blick worum es in diesem Buch geht. Das Papier hat eine angenehme Stärke und der kleine Leser konnte die Seiten mühelos umblättern.
Die großflächigen Illustrationen sind ansprechend, aber auch ein wenig skurril.
Auf jeden Fall sind sie kindgerecht, farbenfroh und unterstützen den Text hervorragend. Besonders gut gefällt mir, dass die Illustrationen zwar detailreich, aber nicht überladen sind. Der kleine Leser hat sich die Bilder ganz interessiert angesehen, während ich ihm die Geschichte vorgelesen habe.
Der Aufbau der Geschichte ist logisch und auch für Kinder nachvollziehbar. Die Sprache ist an die Altersgruppe angepasst und der dreijährige konnte der Geschichte ohne Probleme folgen. Auch die Länge des Buches ist altersgerecht. Für unseren Geschmack hätte es allerdings gerne noch etwas länger sein dürfen.
Für den kleinen Leser war es das erste Mal, dass er mit einem Aufklärungsbuch in Berührung gekommen ist. Da Sprache ihn sehr fasziniert und er auch gerne damit experimentiert, war es auf jeden Fall das richtige Buch für ihn. Aber auch für die Erwachsenen im Haus war das Buch in gewisser Weise ein Augenöffner. Durch das Buch sind wir nämlich zum Diskutieren gekommen, warum manche Körperwörter ganz selbstverständlich verwendet werden und andere eben nicht.
Positiv hervorheben möchte ich auch das Zusatzmaterial, das mittels QR-Code oder Link zu dem Buch zur Verfügung steht. Das Zusatzmaterial umfasst eine sehr ausführliche Information für Begleiter: innen von Kindern und Eltern und eine Audioversion des Buches.
Der Fokus der Geschichte liegt eindeutig darauf, dass man sich nicht schämen muss, die richtigen Körperwörter für das Untenrum zu verwenden. Dennoch wird auch darauf hingewiesen, dass es sich um sehr intime Wörter handelt und man nicht mit jedem darüber sprechen muss.
Dieses Buch ist wirklich eine gute Unterstützung für Erwachsene die Sprachlosigkeit bezüglich bestimmter Körperregionen zu beenden. Leider endet das Buch aber genau an dieser Stelle. Ich hätte mir gewünscht, dass noch eine Erklärung gekommen wäre was Penis, Vulva und Vagina eigentlich sind. Allerdings verstehe ich auch, dass das den Umfang des Buches gesprengt hätte. Vielleicht gibt es ja bald einen zweiten Teil, in dem genau auf diese Dinge eingegangen wird.
Zipfel waschen wird zwar nicht das neue Lieblingsbuch des kleinen Lesers werden, aber eine Empfehlung möchte ich dennoch für dieses Buch aussprechen.
Ein Buch, bei dem Aufhören schwerfällt
Triceratops Honigpops 1: Die Sache mit dem Saurier von Angelika Niestrath
Im Bücherregal des kleinen Lesers befinden sich bereits eine große Anzahl an Dinosaurierbüchern und alle erfreuen sich großer Beliebtheit. Allerdings hat es sich bis dato immer um Sachbücher gehandelt. Umso größer war meine Freude, als ich entdeckt habe, dass es hier ein vielversprechendes Kinderbuch gibt, in dem ein Triceratops die Hauptrolle spielt.
Das Buch ist sehr hochwertig und stabil ausgeführt und macht bereits einen sehr guten ersten Eindruck. Das verwendete Papier hat eine angenehme Stärke und überzeugt auch mit der Haptik. Das Cover ist farbenfroh gestaltet und zeigt gut den wunderschönen Illustrationsstil von Simona Ceccarelli.
Das gesamte Buch ist durchsetzt mit vielen kleinen und großen Bildern, die die Geschichte noch lebendiger werden lassen. Der kleine Leser blättert gerne durch das Buch und schaut sich einfach nur die Bilder an, denn selbst lesen kann er noch nicht. Sehr spannend fand ich, dass in einigen Illustrationen Sprechblasen vorkommen und diese auch wirklich Teil der Geschichte sind. Eine Kombination, die ich so noch nicht kannte, bei uns aber sehr gut angekommen ist.
Schriftart und -größe sind sehr gut gewählt, so dass auch Erstleser damit keine Probleme haben sollten. Auch bei den farbigen Seiten, und davon gibt es im Buch einige, ist die Schrift sehr gut lesbar. Dies ist ja leider nicht bei allen Büchern so. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, so dass man auch gerne mal zwei oder drei Kapitel hintereinander (vor-)lesen kann.
Die Handlung ist eine glaubwürdige Mischung aus realistischen und phantasievollen Elementen. Der dreijährige kleine Leser hatte von Anfang an keine Schwierigkeiten der Geschichte zu folgen. Wobei das eigentlich noch untertrieben ist, denn er hat die Geschichte mit Feuereifer verfolgt und war immer sehr enttäuscht, wenn es dann hieß, dass es für heute genug war. Bereits während des Lesens hat er mich gefragt, ob es einen zweiten Teil gibt. Glücklicherweise hatte ich die Ankündigung bereits gesehen und konnte ihm mitteilen, dass im Frühjahr 2027 der zweite Teil erscheinen wird.
Das Zusammenspiel von Jasper, Dr. Amelia Hicks und dem Triceratops Honigpops ist wirklich sehr gelungen. Hierbei gibt es sehr viele humorvolle Elemente, aber auch einige Passagen in denen Wissen vermittelt wird. Gerade letzteres ist wunderbar in die Handlung eingebunden, so dass es nicht störend oder oberlehrerhaft wirkt.
Das Buch wird für Kinder ab sechs Jahren empfohlen und eignet sich sowohl zum Vor- als auch zum Selbstlesen. Der Wortschatz ist angemessen, wobei recht junge Selbstleser eventuell mit einzelnen Wörtern wie beispielsweise Ornithologin, Schwierigkeiten haben könnten. Mit jüngeren Kindern kann das Buch meiner Meinung nach auch gelesen werden, wenn bereits Erfahrungen mit umfangreichen Büchern und komplexen Geschichten vorhanden sind.
Der kleine Leser und ich möchten dieses Buch unbedingt allen kleinen und großen Dinofans ans Herz legen, die auf der Suche nach einer unterhaltsamen und spannenden Geschichte sind.
Eine nette Herbstromanze, die nicht lange nachhallt
Kiss me in Orange von Alix Bente
Dieses Buch hat mich sofort angesprochen. Eine romantische Geschichte, eine zauberhafte Herbststimmung und Protagonisten die um die dreißig Jahre alt sind. Das klang genau nach dem richtigen Buch für mich. Die Autorin hält auch wirklich alle Versprechen ein, dennoch konnte mich das Buch nicht restlos überzeugen.
Anfänglich fand ich die Geschichte wirklich interessant und ich konnte mich schnell in die Handlung einfinden. Zu Beginn gibt es den einen oder anderen Rückblick, so dass man die Situation besser versteht und die Gefühle der Protagonisten nachvollziehen kann. Danach wurde es für mich aber ein wenig mühsam. Denn die Geschichte zog sich ein wenig in die Länge und wurde an manchen Stellen wirklich zäh. Das bereits zu Beginn klar ist, wo die Reise hingehen wird, hat mich hierbei weniger gestört. Dies ist ja bei den meisten Liebesromanen der Fall. Die Romane unterscheiden sich eher wie steinig und interessant die Reise ist.
Positiv hervorheben möchte ich, dass die Autorin ihren Wurzeln treu bleibt und die Geschichte in Deutschland spielen lässt. Mir ist bewusst, dass die meisten Romane, die in den USA oder England spielen bevorzugen. Allerdings finde ich es immer sehr gewöhnungsbedürftig, wenn deutsche Autor:innen ein Buch im englischsprachigen Raum spielen lassen und man das Gefühl bekommt, dass sie das jeweilige Land noch nie bereist haben. Dieses Buch ist bezüglich der Beschreibungen der Umgebung auf jeden Fall sehr authentisch.
Das Städtchen Goldried und seine Bewohner sind sehr süß und hilfsbereit. Für meinen Geschmack aber fast schon ein wenig übertrieben nett und klischeehaft. Alix Bente achtet zwar auf Diversität, dennoch empfinde ich die Einwohner als eine sehr homogene Masse ohne großes Konflikt- oder Spannungspotential.
Die Herbststimmung ist auf jeden Fall vorhanden und wird vor allem durch die diversen Veranstaltungen in Goldried forciertIm Vergleich zu anderen Herbstromanen, die ich zuletzt gelesen habe, bleibt die Atmosphäre für mich allerdings etwas farblos.
Die Liebesgeschichte zwischen Emma und Niclas empfand ich als ein wenig mühsam. Mir ist bewusst, dass Niclas Beharrlichkeit ein Ausdruck seiner großen Liebe zu Emma darstellen soll. Dennoch empfand ich es als grenzwertig, dass er Emmas Wunsch auf Abstand nicht respektiert hat.
Alles in allem war dies kein besonders außergewöhnlicher Roman der mir lang in Erinnerung bleiben wird, aber auch keine komplett verschwendete Lesezeit. Es handelt sich vielmehr um einen soliden Liebesroman, der aus der Masse nicht groß heraussticht.
Empfehlenswert für all jene die gerne Liebesromane ohne Spice lesen und die einen deutschen Handlungsort zu schätzen wissen.
Zwischen Wohlfühlroman und bedrückender Melancholie
Tokyo Seasons von Anne Pätzold
Seit meiner ersten Dienstreise vor mehr als zehn Jahren nach Japan bin ich fasziniert von dem Land, der Kultur und der Sprache. Daher freue ich mich immer, wenn ich Romane von japanischen Autor:innen finde oder Bücher die in Japan spielen. Somit war für mich sofort klar, dass ich dieses Buch lesen muss.
Meine Erwartungen an den Roman und die Realität haben leider nicht immer übereingestimmt. Daher war dies ein recht durchwachsenes Leseerlebnis.
Der Einstieg in das Buch ist mir gut gelungen. Ich habe die Atmosphäre als angenehm empfunden und mich auch gut mit den Charakteren anfreunden können. Der Nachrichtenaustausch zwischen Caitlyn und Will war sehr interessant und zwischendurch auch amüsant. Der Beginn hat mir wirklich den Eindruck vermittelt, dass es sich hier um ein sehr romantisches Wohlfühlbuch handeln wird.
Dieser Eindruck hat allerdings nicht lange angehalten. Denn je weiter ich in der Geschichte fortgeschritten bin, umso düsterer und bedrückender wurde die Stimmung. Wobei ich dazusagen muss, dass nicht wirklich etwas schlimmes in dem Buch passiert und keine detaillierten Gewaltschilderungen oder ähnliches vorkommen. Trotzdem sind die behandelten Themen sehr herausfordernd und für mich auch aufwühlend gewesen. Dies hatte ich in der Form nicht erwartet und es hat für mich auch das Leseerlebnis ein wenig getrübt. Allerdings muss man der Autorin Anne Pätzold auch zugutehalten, wie eindrucksvoll sie es schafft Stimmungen zu erzeugen und diese auch auf die Leserschaft zu übertragen.
Der Handlungsort ist in vielen Büchern eigentlich recht irrelevant und man könnte das Buch auch mit Leichtigkeit an einem anderen Ort spielen lassen. In diesem Fall aber eher nicht. Denn Tokio ist schon ein wichtiger Bestandteil des Buches. Die Schilderungen der Örtlichkeiten hätten für meinen Geschmack gerne noch ausführlicher und detaillierter sein können, aber man bekommt auch so einen guten Einblick.
Die Dynamik zwischen Jude und Caitlyn kann ich nur als außergewöhnlich, wertschätzend und dennoch befremdlich beschreiben. Die beiden Charaktere heben sich deutlich von den klassischen Protagonisten in romantischen Büchern ab. Einerseits war dies durchaus interessant, andererseits fand ich ihren Umgang miteinander aber einfach nur seltsam. Vielleicht konnte ich mich persönlich mit dieser Art des Umgangs einfach nicht identifizieren.
Dieses Buch ist kein alltäglicher Liebesroman mit großen Gefühlen, Funkensprühen und Spice. Es ist ein sehr leiser Roman, der zum Nachdenken anregen kann und eine andere Art der Liebe zeigt. Ein durchaus interessantes Konzept, aber nicht das was ich mir erhofft hatte.











