Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ReiShimura:
Giulia Enders ist zurück: Ein persönlicher Blick auf unseren Körper
Organisch von Giulia Enders
10 Jahre ist es bereits her, dass Giulia Enders etwas geschafft hat, was wohl niemand erwartet hat. Sie hat den Darm salonfähig gemacht. Mit ihrem Bestseller "Darme mit Charme" hat sie die Bestsellerlisten und die Wohnzimmer von Millionen Menschen gestürmt und es geschafft, dass es plötzlich ganz normal war sich über die Funktionen des Darms zu unterhalten.
Jetzt ist sie wieder zurück und widmet sich in ihrem neuesten Buch der Lunge, dem Immunsystem, der Haut, den Muskeln und dem Gehirn. Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich ihr erstes Buch leider nie gelesen, auch wenn es schon ewig auf meiner Leseliste steht. In Bezug auf die Bewertung dieses Buches sehe ich dies allerdings als kleinen Vorteil, da ich unvoreingenommen an das Buch herangehen kann und die Vergleiche zu ihrem Erstlingswerk wegfallen.
Jedes der Kapitel startet mit einer Einleitung. Eigentlich eine logische Tatsache und normalerweise nicht weiter erwähnenswert. In diesem Fall aber doch, denn die Einleitung der Kapitel besteht aus Anekdoten und Geschichten von Giulia Enders und ihrer Familie. Sehr oft geht es dabei um ihre Oma. Mir ist bewusst, dass dies im ersten Augenblick seltsam und nicht stimmig klingt, aber meiner Meinung nach, hat dies dem Buch einen ganz persönlichen Charme verliehen. Es ist mehr als nur ein weiteres Sachbuch. Ich würde sogar so weit gehen, dass dies ein Herzensprojekt der Autorin ist. Dafür spricht auch, dass 10 Jahre seit der Veröffentlichung ihres letzten Buches vergangen sind. Dies kann entweder bedeuten, dass sie dringend Geld braucht, weil alle Reserven aus dem Verkauf von "Darm mit Charme" aufgebraucht sind oder eben, dass es ihr wichtig war, dieses Buch zu schreiben. Nach der Lektüre des Buches bin ich definitiv ein Verfechter der zweiten Theorie.
Hervorstechend ist auch der Erzählstil der Autorin. Dieser hat dazu geführt, dass ich phasenweise vergessen habe, dass ich eigentlich ein Sachbuch höre bzw. lese. Giulia Enders Stil wirkt stellenweise ein wenig flapsig, aber durchwegs wertschätzend und informativ. Informativ ist ein gutes Stichwort, denn ja das Buch ist dies auf jeden Fall. Es enthält eine geballte Ladung an medizinischem, chemischem und anderem naturwissenschaftlichem Wissen. Die Autorin schafft es aber dieses Wissen so zu verpacken, dass auch Laien ihr folgen können und Spaß an der Thematik haben. Wer sich bereits intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, mag vielleicht die eine oder andere Unstimmigkeit in dem Buch entdecken. Für all jene die bis dato nur begrenztes Wissen über den Körper und seine Organe haben gibt es aber hier sehr viel Neues zu erfahren.
Überraschend war für mich auch, dass die Autorin ihr Hörbuch selbst liest. Meine Erfahrungen mit dieser Konstellation sind sehr durchwachsen. In diesem Fall kann ich die Entscheidung aber durchaus begrüßen. Es unterstreicht noch einmal die persönliche Note, den die Autorin bereits mit den Anekdoten gesetzt hat. Ich tendiere dazu andere Tätigkeiten auszuführen, während ich ein Hörbuch höre. In diesem Fall habe ich aber feststellen müssen, dass dies nicht immer eine gute Entscheidung ist, da kurze Ablenkungen dazu führen, dass man wichtige Zusammenhänge verpasst.
Viele Teile des Buches haben mich sehr angesprochen und diese wollte ich noch einmal genauer studieren. Da dies im Hörbuch eher schwierig ist, befindet sich mittlerweile auch noch das E-Book in meinem Besitz. Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es aber dennoch. Meiner Meinung nach hätte das Buch durchaus umfangreicher sein können. Obwohl es wirklich eine Fülle an Informationen enthält, habe ich das Gefühl erst an der Oberfläche gekratzt zu haben.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich dieses Buch wirklich sehr gerne weiterempfehlen an alle die mehr über den eigenen Körper und seine Funktionsweise wissen möchten.
Wenn der Krimi zur Nebensache wird
Über die Toten nur Gutes von Andreas Izquierdo
Das Cover des Buches hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Dies liegt vor allem natürlich an dem sehr strahlendem Gelb, für das sich der Verlag entschieden hat. Dies in Kombination mit dem Titel des Buches und dem Hund der sein Bein neben dem Sarg hebt, hat auf jeden Fall meine Neugier geschürt.
Innerhalb weniger Sekunden hat sich in meinem Kopf eine Erwartungshaltung an das Buch aufgebaut: ein leicht skurriler Regionalkrimi, mit kauzigen Charakteren, erquickender Handlung und viel schwarzem Humor. Wie weit meine Erwartung und die Realität übereingestimmt haben, möchte ich in den nächsten Zeilen erörtern.
Der Anfang des Buches hat auf jeden Fall mal voll ins Schwarze getroffen und ich habe mir selbst für die gute Wahl des Hörbuchs gratuliert. Die skurrile und humorvolle Art und Weise wie der Autor Andreas Izquierdo in seinen Roman startet hat mir gut gefallen und gleich Lust auf mehr gemacht. Es dauert ein wenig bis wir uns dem eigentlichen Kriminalfall widmen, aber das Vorgeplänkel hat die Wartezeit auf jeden Fall verkürzt und versüßt.
Da es sich bei diesem Buch um den Auftakt einer neuen Reihe rund um Trauerredner Mads Madsen handelt, werden zwar viele Charaktere eingeführt, aber nicht alle bis ins kleinste Detail beschrieben. An mancher Stelle hätte ich mir mehr Informationen gewünscht oder einen tieferen Einblick in die Gefühlswelt der Protagonisten erhofft, denke aber das dies dann in den weiteren Bänden der Fall sein wird. Vor allem das Zusammenspiel zwischen Mads und seinem Vater Fridtjof hat mir öfters einmal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
In Bezug auf die Handlung des Buches bin ich ein wenig zwiegespalten. Mads Arbeit als Trauerredner fand ich sehr interessant, weil dies ein Berufsfeld ist, mit dem ich mich bis dato noch nicht beschäftigt habe, auch die Bestatter Themen fand ich ansprechend. Mein Highlight war aber sicher die zwischenmenschliche Interaktion zwischen Mads und seiner Familie und Freunden. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass es sich hierbei ja eigentlich um einen Krimi handelt.
Die Idee des ermittelnden Trauerredners finde ich noch immer sehr ansprechend und auch die Art und Weise wie Mads ermittelt gefällt mir. Allerdings fand ich den Kriminalfall selbst an vielen Stellen unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen. Vor allem, was die Antagonisten betrifft war mir hier viel zu viel Schwarz-weiß Denken im Spiel.
Eine Bewertung für dieses Buch abzugeben, fällt mir unglaublich schwer. Ein Krimi mit nicht überzeugendem Kriminalfall ist eigentlich eine Themenverfehlung. Dennoch habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt und fand gerade die Mischung aus humorvoller Erzählung, auch wenn der Humor manchmal ein wenig ins übertriebene Lächerliche gekippt ist, ernsten Themen und leisen Tönen sehr ansprechend. Keinen der Punkte kann ich bei meiner Bewertung komplett ausklammern, daher bleibt mir nichts anders übrig als das Buch mit einer durchschnittlichen Sternebewertung zu versehen.
Der Dumont Verlag hat mit der Auswahl von Uve Teschner als Sprecher dieses Hörbuchs eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Seine Art zu Lesen hat mich von Anfang an in den Bann gezogen. Uves Stimme und seine Art zu Lesen passt perfekt zu der Mischung aus Krimi und humorvoller Erzählung. Ich hoffe, dass er auch die weiteren Bände der Reihe lesen wird, denn auch wenn mich der Inhalt nicht komplett überzeugen konnte, seine Stimme hat es auf jeden Fall getan.
Meiner Meinung nach ist dies kein Buch für eingefleischte Krimifans. Dafür ist der Spannungsbogen einfach nicht ausgeprägt genug und der Kriminalfall zu unglaubwürdig. Wer allerdings seine Freude an kauzigen Charakteren und humorvollen Dialogen hat und neben noch ein wenig Spannung haben möchte, sollte diesem Buch eine Chance geben.
Finanzwissen für Anfänger – charmant erklärt
Finanzipier dich! von Franziska Stieber
"Über Geld spricht man nicht" diesen Satz kennen bestimmt sehr viele. Und viele Jahre war dies auch eine gelebte Realität. Glücklicherweise gibt es hierbei ein Umdenken und man spricht mittlerweile über Geld, übers Sparen und Investieren. Wagt man einen Blick in die nicht allzu ferne Vergangenheit wird man allerdings feststellen, dass dies vor allem auf Männer zu traf.
Daher ist es wenig verwunderlich, dass die meisten Finanzratgeber auch von Männern geschrieben wurden. Seit einigen Jahren werden aber auch Frauen in diesem Bereich sichtbarer und es gibt eine Vielzahl an Finanzratgebern von Frauen für Frauen.
Auch wenn es für viele nicht nachvollziehbar oder verständlich ist, aber ich finde es sehr positiv und viel mehr noch äußerst wichtig, dass es weiblich geprägte Finanzbücher gibt. Natürlich lese ich auch Bücher die von Männern geschrieben wurde, allerdings gibt es einige Aspekte, die mir in Ratgebern von Männern immer zu kurz kommen oder sogar komplett fehlen.
Franziska Stieber ist eine der "jungen wilden" Damen aus dem Finanzbereich, die sich durch ihren Finanzpodcast "Finanzen mit Franzi" bereits einen Namen gemacht hat. Sie spricht mit diesem Buch gezielt eine junge weibliche Leserschaft an, wobei nichts dagegen spricht das auch männliche oder etwas ältere Personen dieses Buch lesen. Den größten Mehrwert hat man allerdings sicherlich, wenn man dieses Buch möglichst früh in seinem Erwachsenenleben liest.
Besonders gut gefällt mir der Schreibstil der Autorin. Sie schafft den Spagat zwischen Wissensvermittlung und Unterhaltung mit Bravour. An keiner Stelle des Buches habe ich mich überfordert gefühlt. Dieses Buch ist wirklich für absolute Anfänger im Bereich Altersvorsorge und Investieren geeignet, da sich die Autorin die Zeit nimmt, alle Begrifflichkeiten genau zu erklären. Wer allerdings, so wie ich, bereits eine Vielzahl an Finanzratgebern gelesen hat, wird eher wenig Neues erfahren, ehrlicherweise muss man aber sagen, dass dies wenig verwunderlich ist, denn auch Franziska Stieber kann das Rad nicht neu erfinden und will dies auch gar nicht. Dennoch möchte ich klarstellen, dass ich dieses Buch mitnichten als verschwendete Lesezeit bezeichnen möchte. Es war auch für mich sehr informativ und hat mir noch einmal die Basics der Finanzbildung vor Augen geführt.
Die Autorin widmet sich in ihrem Buch sehr ausgiebig dem Thema der Rentenlücke und erklärt im Zuge dessen sehr ausführlich das deutsche Rentensystem. Für mich als Österreicherin war dieser Teil zwar informativ, aber wenig hilfreich. An dieser Stelle möchte ich auf das Buch "Geld und Gloria Rente ohne Roulette" von Annette Weiß hinweisen. Zwar hat auch sie das deutsche Rentensystem im Fokus, jedoch sind ihre Berechnungen der Rentenlücke auch für Österreicher*innen anwendbar.
Obwohl es bereits eine Vielzahl an mehr oder weniger vergleichbaren Büchern auf dem Markt gibt und ich mir relativ sicher bin, dass in Zukunft noch viele nachfolgen werden, hat Autorin Franziska Stieber es geschafft, ein Buch zu schreiben, dass meiner Meinung nach, eine absolute Leseempfehlung ist.
Mit ihrem einfühlsamen, nicht wertenden und angenehmen Erzählstil hat sie ein wundervolles Grundlagenbuch erschaffen, dass vor allem, aber nicht nur, jungen Menschen helfen wird, sich finanziell erfolgreich aufzustellen, unabhängig von ihrem Verdienst.
Die Kraft der Musik in dunklen Zeiten
Stille Nacht, heilige Nacht von Susanne Brandt
Ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass "Stille Nacht, heilige Nacht" das mit Abstand bekannteste Weihnachtslied ist. Auch wenn es zur Weihnachtszeit eher selten im Radio läuft, ist es doch das Lied, dass in die meisten Sprachen übersetzt wurde, zur katholischen Christmette dazugehört, wie das Amen im Gebet und sicher auch in sehr vielen Haushalten unter dem Christbaum gesungen wird.
Jetzt lehne ich mich noch einmal weit aus dem Fenster und behaupte, dass zwar die meisten das Lied, aber nicht seine Entstehungsgeschichte kennen. Auch mir war sie nur in Ansätzen bekannt und umso mehr habe ich mich gefreut, dass es ein Kinderbuch gibt, dass sich genau diesem Thema widmet.
Bereits der erste Eindruck des Buches hat mir sehr gut gefallen. Die Verarbeitung des Buches ist hochwertig und die Haptik äußerst ansprechend. Die Bilder sind ansprechend, strahlen viel Wärme aus und versprühen weihnachtlichen Charme. Die Atmosphäre des Buches würde ich trotzdem als ein klein wenig düster bezeichnen. Dies liegt aber vor allem daran, dass die Zeit, in der das Lied geschrieben wurde, von Themen wie Hunger, Kälte und Krieg geprägt war. Dies spürt man meiner Meinung nach auch in den Bildern und den Worten des Buches. Ich möchte aber betonen, dass ich dies nicht als Kritik, sondern als neutrale Feststellung meine. Meiner Meinung nach wäre das Buch deutlich weniger authentisch, wenn dieser leicht deprimierende Hauch fehlen würde.
Der Erzählstil des Buches ist ruhig, berührend und auf jeden Fall kindgerecht. Armut und Krieg wird im Kontext erwähnt, aber meiner Meinung nach nicht überdramatisiert. Ganz im Gegenteil diese Dinge werden nur im Zusammenhang erwähnt, damit man eine bessere Vorstellung von den damaligen Zeiten bekommt. Und auch nachvollziehen kann, warum dieses Lied den Menschen damals so viel Hoffnung gegeben hat und zu einem weltweiten Hit geworden ist.
Die Länge des Textes ist für ein Kinderbuch passend und der kleine Leser konnte mit 2,5 Jahren der Geschichte sehr gut folgen. Die Schriftgröße ist gut gewählt und so bietet das Buch auch die Möglichkeit, dass Leseanfänger das Buch allein lesen können.
Doch nicht nur kleine Leser und Leseanfänger kommen bei diesem Buch auf ihre Kosten. Dies ist wirklich ein Buch für die ganze Familie. Zur Abrundung des ganzen beinhaltet das Buch natürlich auch sowohl den Liedtext als auch die Noten für das Lied. Daher steht dem gemeinsamen Singen nach dem Lesen nichts im Wege.
Meiner Meinung nach ist dies ein ganz besonderes Weihnachtsbuch, dass sich deutlich von der Maße der Weihnachtsbücher abhebt und das nicht nur aufgrund seines einzigartigen Inhalts. Es besticht durch stimmungsvolle Illustrationen und eine berührende Geschichte. Dieses Buch lädt ein, dass man es sich mit der ganzen Familie gemütlich macht, Kekse isst, gemeinsam der Geschichte lauscht und danach das wohl bekannteste Weihnachtslied der Welt singt. Aus diesem Grund kann ich das Buch wirklich von Herzen weiterempfehlen.
Ein Hörbuch mit guter Stimme, aber schwacher Story
Nightblood Prince von Molly X. Chang
Der Klappentext ist dazu da, damit man einen Eindruck bekommt, warum es in dem Buch geht und ob dieses Buch das richtige für einen ist. Manchmal verrät der Klappentext so viel, dass ich das Gefühl habe, ich muss das Buch gar nicht mehr lesen. Ein anderes Mal hat man nach dem Lesen der Geschichte dein Eindruck, dass der Klappentext zu einem anderen Buch gehören müsste.
Und dann gibt es den Fall, wo der Klappentext interessant klingt, eigentlich auch den Inhalt des Buches gut beschreibt und trotzdem nicht so richtig passt. Letzteres ist für mich bei diesem Buch der Fall.
Denn eine wichtige Information wurde verschwiegen. Nämlich, dass es sich bei diesem Buch um einen Vampirroman handelt. Hätte ich dies im Vorfeld gewusst, dann hätte ich gleich die Finger davongelassen. So war ich allerdings schon mitten in der Geschichte gefangen, als mir diese Erkenntnis kam. Leider war dies aber nicht mein einziges Problem mit dem Buch.
Große Schwierigkeiten haben mir die Charaktere gemacht. Diese blieben für mich bis zum Schluss blass und unnahbar. Ich konnte weder zu Fei noch zu Siwang oder Yexue eine Verbindung herstellen. Bei den beiden Herren hatte ich noch dazu das Problem, dass ich sie die ganze Zeit verwechselt habe. Obwohl es eindeutige Unterschiede zwischen ihnen gibt, waren sie für mich doch so austauschbar, dass ich immer wieder überlegen musste, wer jetzt wer ist.
Eine Erklärung dafür wäre natürlich, dass es daran gelegen hat, dass ich in diesem Fall nicht das Buch gelesen, sondern das Hörbuch gehört habe. Ich kann nicht zu 100% ausschließen, dass dies zu den Schwierigkeiten beigetragen hat, wobei ich sehr viele Hörbücher, auch aus dem Fantasy Bereich höre und ansonsten nie solche Probleme hatte. Ich befürchte, dass dies eher die "Schuld" der Autorin Molly X. Chang ist, da sie sich mit Beschreibungen und Erklärungen sehr stark zurückgehalten hat.
Dies trifft sowohl auf die Personen zu wie auch auf die Landschaft und das Magiesystem. All diese Dinge blieben hinter einem Nebelschleier verborgen und man hat nur hin und wieder kleine Einblicke bekommen. Mir ist bewusst, dass dies der Auftakt zu einer Reihe ist und das mittlerweile viele Autorinnen und Autoren dazu tendieren im ersten Band auf ausufernde Beschreibungen zu verzichten. Meiner Meinung nach ist dies aber der falsche Weg, denn nur wenn ich mir die Welt wirklich vorstellen kann, wird mein Interesse geweckt, um weitere Bücher der Serie zu lesen.
Positiv hervorheben möchte in an dieser Stelle die Umsetzung des Hörbuches. Der argon Verlag hat sich für Ann-Kathrin Hinz als Sprecherin des Buches entschieden. Diese Entscheidung finde ich sehr gelungen, denn ihre Stimme hat das Hören zu einem sehr angenehmen Erlebnis gemacht.
Leider ist dies aber einer der wenigen positiven Dinge, die ich zu diesem Buch sagen kann. Ich werde definitiv keinen weiteren Band der Serie lesen. Die Mischung aus Vampirroman und Disneys Mulan war zwar interessanter als erwartet, aber für meinen Geschmack fehlte da einfach der Tiefgang, die Charakterentwicklung und ein vernünftiges Storytelling.
Faszinierende Antarktis, aber schwache Charaktere
The Penguin Paradox von Greta Milán
Das Cover des Buches hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt und nach der Lektüre des Klappentextes war meine Entscheidung, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss, gefallen. Das einzigartige Setting des Buches war dafür ausschlaggebend.
Glücklicherweise kann ich auch sagen, dass das Buch mich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht hat.
Autorin Greta Milan hat es vortrefflich geschafft die Stimmung einzufangen und die Antarktis und die Forschungsstation vor meinem geistigen Auge Wirklichkeit werden zu lassen. Mir ist bewusst, dass ihre Beschreibungen wahrscheinlich sehr romantisiert sind und nicht alle Forschungsstationen so luxuriös ausgestattet sind. Dennoch denke ich, dass vieles sehr nah an der Wahrheit dran ist.
Die wissenschaftlichen Aspekte der Geschichte, die Pinguine und die unbeschreibliche Schönheit der Landschaft waren für mich definitiv die Pluspunkte und auch Highlights der Geschichte. Denn mit diesen Aspekten hebt das Buch sich klar von anderen Romanen des Genres ab. Aber wo es Licht gibt, gibt es immer auch Schatten.
Für mich waren die Hauptpersonen, allen voran Emerie, die Schattenseiten der Geschichte. Durch die Beschreibungen des Klappentextes habe ich mir Emerie als starke, kluge und unabhängige Wissenschaftlerin vorgestellt. Das war sie sicher auch, aber vor allem war sie auch unglaublich stur, verbohrt und voreingenommen. Und diese Dinge haben für mich ihre positiven Eigenschaften überschattet und mir ihren Charakter einen wenig verleidet.
Besonders weil diese Eigenschaften maßgeblichen Einfluss auf den Fortgang der Geschichte und ihre Interaktion mit Beckett gehabt haben. Mir ist bewusst, dass dies nicht das erste Buch ist, in dem die Handlung geprägt ist von „Enemie to lover“. Allerdings fühlte es sich hier nicht authentisch, sondern eher erzwungen an. Die Gründe, warum Emerie Beckett so sehr ablehnt, waren für mich bis zum Schluss nur bedingt greifbar und das, obwohl die Autorin immer wieder versucht es zu rechtfertigen und zu erklären. Auch Emeries zwanghafte Suche nach Beweisen, dass Pinguine nicht monogam leben, hat mich zum Ende hin ein wenig genervt.
Ich muss Greta Milan allerdings zugutehalten, dass sie Emerie mit der Fähigkeit ausgestattet hat, ihr Verhalten, zumindest bis zu einem gewissen Grad, zu reflektieren und sie dadurch auch eine Charakterentwicklung durchgemacht hat. Ab einem gewissen Punkt war ich dann mehr oder weniger mit der Geschichte versöhnt und konnte Emeries Handlungsweisen sogar nachvollziehen.
Leider hat die Autorin dann noch eine Extraportion Drama in die Geschichte einbauen müssen. Dieses Drama war aber genauso vorhersehbar wie unnötig und hat für mich wieder einiges an positiven Gefühlen zerstört.
Das Buch hat durchaus seine Stärken, aber leider eben auch seine Schwächen und eine Beurteilung fehlt mir nicht leicht. Die Geschichte selbst ist nämlich gut konstruiert und auch dem Erzählstil der Autorin konnte ich einiges abgewinnen. Das Drumherum entspricht auch meinem Geschmack, der Anteil an Spice und Drama hätte geringer sein können, aber mir ist bewusst, dass ich mit dieser Meinung eher in der Minderheit bin.
Mir ist bewusst, dass ich das Buch trotz vieler Kritikpunkte sehr gut bewerte. Dies liegt vor allem daran, dass ich ein Buch nicht schlecht bewerten möchte, nur weil mir die Hauptperson unsympathisch war. Ich möchte aber abschließend noch die Empfehlung aussprechen, dass allen denen es wichtig ist, dass die Charaktere ausnehmend sympathisch sind, vielleicht noch einmal überlegen sollten, ob dieses Buch wirklich das richtige für sie ist.
Ein Kinderbuch für neugierige Köpfe jeden Alters
BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Warum muss ich schlafen? von Mai Thi Nguyen-Kim; Marie Meimberg
Dr. Mai Thi Nguyen Kim ist mir durch Sendungen wie Terra X und Quarks und ihr Buch „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ ein Begriff. Neu war für mich allerdings, dass sie in Zusammenarbeit mit Marie Meimberg auch Kinderbücher schreibt und veröffentlicht. Als naturwissenschaftlich geprägter Mensch, der immer auf der Suche nach interessanten und lehrreichen Kinderbüchern ist, muss ich diesem Buch natürlich eine Chance geben.
Der erste Eindruck war auf jeden Fall sehr gut. Das Buch ist recht großformatig, die Abmessung sind 24,7 x 1,7 x 27,3 cm, und auch die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck. Optisch und haptisch war das Buch auf den ersten Blick auf jeden Fall ein Volltreffer.
Danach kam aber erst einmal ein klein wenig Ernüchterung. Die Anfangskapitel wollen anscheinend besonders hip und jugendlich erscheinen, denn dementsprechend ist die Wortwahl. Ich persönlich konnte mit diesem Jugendslang recht wenig anfangen und war ein klein wenig irritiert. Hier kommt aber gleich einmal die Entwarnung: Dieses Gefühl hatte ich wirklich nur zu Beginn. Die weiteren Kapitel entsprachen sprachlich dann eher meinem Geschmack. Wobei ich auch anmerken möchte, dass die Sprache durchwegs einfühlsam und wertschätzend ist. Die Fragen werden kindgerecht beantwortet und auch die einfachsten Fragen des BiBiBibers werden niemals ins Lächerliche gezogen.
Neben der Sprache ist auch noch die Gestaltung des Buches sehr auffällig. Die knallbunten Farben sind gewöhnungsbedürftig, aber nicht abschreckend. Einige Seiten sind im Comicstil gestaltet, auch dies für mich eine neue Erfahrung in einem Sachbuch, für Kinder aber durchaus ansprechend und interessant.
Das Buch hat mich über 100 Seiten bereits eine beachtliche Länge, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Meiner Meinung nach hätten es sogar noch ein paar mehr sein können. Denn an der einen oder anderen Stelle wären die Informationen eventuell leichter zum Aufnehmen und Verarbeiten gewesen, wenn die Seiten nicht so vollgepackt gewesen wären. Aber auch hier die gute Nachricht: Dies beschränkt sich nur auf kleine Bereiche des Buches und mit der Zeit kann man sich auch daran gewöhnen.
Die Ankündigung des Buches versprach eine vielschichtige Lektüre für die ganze Familie und dies kann ich wirklich nur unterschreiben. Das Buch ist sowohl für Erwachsene als auch Kinder sehr interessant und informativ. Die beiden Autorinnen schaffen den Spagat zwischen Wissensvermittlung und Unterhaltung wirklich mit Bravour und ich bin mir sicher, dass bei uns noch mehr Bücher aus der Reihe einziehen dürfen.
Als empfohlenes Lesealter gibt der Verlag 7 Jahre an. Die Bewertung dieser Einschätzung ist für mich, aufgrund von fehlenden Erfahrungswerten, nicht möglich. Ich denke aber, dass ich es mir erlauben kann zu sagen, dass je nach Leseerfahrung das Buch für manche Kinder noch sehr überwältigend und überfordernd sein kann. Eine Lesebegleitung durch einen Erwachsenen ist in dem Alter von sieben Jahren sicherlich noch angebracht.
Auch wenn es den einen oder anderen kleinen Kritikpunkt von mir gibt, möchte ich dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Es ist perfekt für wissbegierige kleine und große Forscherinnen und Forscher, die mehr darüber erfahren möchten, warum wir denn unbedingt schlafen müssen.
Von Unterarmen und Erwartungen – eine enttäuschte Romanze
The Pumpkin Spice Latte Disaster von Kyra Groh
Über den Namen Kyra Groh bin ich im letzten Jahr öfter gestolpert und ihre Bücher klangen eigentlich immer sehr vielversprechend. Dennoch hat es ein wenig gedauert, bis eines davon auf meiner Leseliste gelandet ist und im Nachhinein bin ich mir nicht sicher, ob das nicht ein Fehler war.
Dabei klang der Klappentext so vielversprechend und ich war eingestellt auf Herbststimmung und romantische Gefühle.
Der Anfang des Buches war auch wirklich vielversprechend und ich habe mich schnell in der Geschichte zurechtgefunden. Doch dann ging es mit meiner Lesemotivation bergab und ich habe gefühlt ewig gebraucht, um das Buch zu beenden. Mehrmals habe ich mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen. Glücklicherweise habe ich es nicht getan, denn das Ende hat mich wieder ein wenig mit der Geschichte versöhnt. Wobei ich mir unsicher bin, ob ich die weiteren Bücher, dieses ist nämlich der Auftakt der "Lower Whilby" Reihe.
Mein größtes Problem mit dem Buch war die Liebesgeschichte zwischen Jude und James. Dies ist natürlich besonders fatal, da es sich hierbei um das zentrale Thema des Buches handelt. Leider hat es Autorin Kyra Groh nicht geschafft mir die Chemie zwischen den beiden glaubhaft zu vermitteln. Das die beiden sich körperlich anziehend finden war nicht zu übersehen bzw. überlesen, immerhin wird die Autorin nicht müde zu betonen, wie unglaublich scharf Jude James Unterarme findet oder James ihren Hintern. Dieses ständige Gedankenkreisen um die körperliche Anziehung war für mich einfach ein wenig zu viel des Guten. Eine kleine positive Überraschung gab es aber auch, denn die Autorin hat es sich zumindest verkniffen James mit einem überproportionalen "besten Stück" auszustatten.
Die versprochene Herbststimmung und die Gilmore Girl Vibes waren leider auch nicht in dem Maße spürbar, wie ich es mir nach der Ankündigung des Verlages erwartet hatte. Eventuell waren hierbei aber auch nur meine Erwartungen ein wenig zu hoch.
Sowohl Jude als auch James waren mir nur bedingt sympathisch. Jude beklagt sich immer, dass alle Menschen in ihrer Umgebung Probleme mit ihrem Charakter haben und niemand sie so akzeptiert wie sie ist und sie angepasster sein, und der Norm entsprechen soll. Umgekehrt kann sie aber James Wünsche auch nicht akzeptieren, versucht immer mit dem Kopf durch die Wand zu gehen und ist dabei auch noch furchtbar aufdringlich.
Mit den Nebencharakteren konnte ich mich weitaus besser identifizieren und da waren einige dabei, die mir sympathischer waren als die beiden Hauptcharaktere. Schade fand ich es, dass ich nicht mehr erfahren durfte, wie Olives Geschichte ausgeht. Mittlerweile weiß ich aber, dass im zweiten Teil der Reihe Nore und im dritten Teil dann Olive die Hauptperson der Geschichte sein wird. Daher verstehe ich, dass Kyra Groh zu den Geschichten der beiden Damen in diesem Teil nur vage Andeutungen macht.
Das Buch ist für mich kein kompletter Reinfall, aber auch keine Offenbarung. Den Hype um das Buch kann ich aber nicht wirklich nachvollziehen. Für mich hat sich wieder einmal bewahrheitet, dass gehypte Bücher nicht gleichzeitig auch gute Bücher sein müssen. Was das betrifft, werde ich in Zukunft noch vorsichtiger sein.
Die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen und auch Whilby als Schauplatz finde ich ansprechend. Meiner Meinung nach ist dies aber kein Buch, das in dem Genre besonders hervorsticht. Als zwischendurch Zeitvertreib ganz okay, man verpasst, aber auch nicht viel, wenn man die Finger davonlässt.
Ungefiltert und ungeschönt: Eine Reise durch Verlust und Abhängigkeit
All the Way to the River von Elizabeth Gilbert
Ich weiß noch, dass mich „Eat, Pray, Love“ sehr beeindruckt und berührt hat, was auf jedem Fall meinem damaligen Alter und meiner Lebenssituation geschuldet war. Ich möchte damit nicht behaupten, dass es kein gutes Buch ist, aber ein weiterer Leseversuch einige Jahre später wurde recht schnell abgebrochen.
„Das Ja-Wort“, das damals als Fortsetzung zu Gilberts Welterfolg angepriesen wurde, habe ich auch noch gelesen und sehr interessant gefunden, es konnte mich aber nicht mehr so begeistern. Danach war die Autorin von meiner Bildfläche verschwunden.
Bis jetzt wieder ein autobiographisches Werk erschienen ist und irgendetwas in mir schrie, dass ich es unbedingt lesen/hören muss. Also gab ich der Stimme nach, begann mit dem Hörbuch und wenige Zeit später habe ich es abgebrochen und erst einmal etwas anderes gehört. Ganz vergessen konnte ich das Buch aber nicht und gab Elizabeth Gilbert noch eine Chance.
Autobiographische Bücher zu bewerten, empfinde ich immer als besonders schwierig. Wäre dies eine fiktionale Geschichte würde ich der Autorin vorwerfen, dass die Geschichte übertrieben ist, die Charaktere phasenweise unglaubwürdig und der Handlungsverlauf unrealistisch. Doch dies ist eine wahre Geschichte oder zumindest entspricht sie Elizabeth Gilberts Wahrheit. Rayya Elias kann sich ja leider nicht mehr zu den Geschehnissen äußern.
Gewisse Passagen des Buches haben auf mich sehr unstrukturiert und chaotisch gewirkt, andere Teile erzählt die Autorin dann aber wieder chronologisch. Gespickt ist all das dann noch mit Gedichten und kleine lyrische Texte, welche zwischen den verschiedenen Kapiteln eingestreut sind. Bei mir erweckte all dies oft das Gefühl, als würde ich im Tagebuch der Autorin lesen. Viele der Aussagen und Berichte sind roh, unausgegoren, brutal, aber ehrlich. Elizabeth Gilbert beschönigt nichts, sie gibt sogar zu, dass sie daran gedacht hat ihr geliebten Partnerin das Leben zu nehmen. Ihre Überforderung mit der Gesamtsituation aus Abhängigkeit, Co-Abhängigkeit, Drogen, Alkohol, Krankheit und Pflege war für mich wirklich spürbar.
Das Spiritualität in Elizabeth Gilberts Leben eine große Rolle spielt, sollte den Leser: innen von „Eat, Pray, Love“ bereits bekannt sein. Daher ist es wenig verwunderlich, dass diese Themen einen großen Raum in dieser Geschichte einnehmen. So berichtet Gilbert an vielen Stellen, dass sie Zwiegespräche mit Gott geführt hat und er ihr den richtigen Weg gewiesen hat. Dies möchte ich eigentlich gar nicht weiter diskutieren, denn dies ist einfach eine Frage des Glaubens. Bedenklich fand ich aber an vielen Stellen, dass dieses Göttliche als Erklärung für so vieles herangezogen wird. Gott wollte es so, Gott hat einen Plan, Gott hat mich auf den richtigen Weg geführt.
Äußerst spannend fand ich die Widersprüchlichkeit und wie zwiegespalten Elizabeth Gilbert über Rayya, ihre jeweiligen Süchte und ihr Zusammenleben schreibt. Man merkt das Gilbert probiert die Vergangenheit mit einem offenen und ehrlichen Auge zu betrachten und zu beschreiben, an vielen Stellen wirkt sie reflektiert und dann wieder völlig verblendet.
Cathlen Gawlich ist die Stimme hinter dem Hörbuch und hat meiner Meinung nach eine hervorragende Arbeit abgeliefert. Ihre Stimme passt einfach perfekt zum dem Buch und es war ein angenehmes Erlebnis ihrer Stimme zu lauschen.
Dieses Buch ist definitiv keine leichte Lektüre und möglicherweise ist es nicht einmal gutgeschrieben. Dennoch hat es mich berührt, aufgewühlt und zum Nachdenken angeregt. Elizabeth Gilbert nimmt sich kein Blatt vor den Mund und stellt sich selbst an den Pranger. Allein dafür ziehe ich meinen imaginären Hut vor ihr.
Ein Buch über Streit und Versöhnung - theoretisch jedenfalls
Die Streitsaurier von Annette Langen
Auf dieses Buch haben sich der kleine Leser und ich sehr gefreut, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Der kleine Leser war total begeistert, dass es in diesem Buch um Dinosaurier geht bzw. dass die Hauptcharaktere des Buches Dinosaurier sind. Mich hat besonders das Thema des Buches angesprochen: eine humorvolle Geschichte über das Streiten und Versöhnen.
Leider konnte uns das Buch nicht beide zufrieden stellen.
Ich möchte aber mit den positiven Aspekten des Buches beginnen, bevor ich meine Kritik äußere. Wie vom Baumhaus Verlag nicht anders erwartet, ist das Buch wieder äußerst hochwertig verarbeitet. Die Illustrationen von Gloria Jasionowski sind bunt, humorvoll und manchmal ein klein wenig kurios. Das Miracelrex, ja er wird im Buch wirklich mit das und nicht der bezeichnet, und der Superosaurus schauen lustig aus und haben dem kleinen Leser sehr gut gefallen. Manche der Illustrationen haben ihn aber auch ein wenig ratlos zurückgelassen, da immer irgendwas aus dem Wasser heraussteht und für ihn nicht ganz klar war, was das darstellen soll.
Der Text ist kindgerecht verfasst und stellenweise auch sehr unterhaltsam. Manche Absätze sind in Urviehchisch verfasst, einer urzeitlichen Dinosauriersprache. An sich eine witzige Idee, allerdings hatte ich Schwierigkeiten mit dem Vorlesen, denn das urviechisch wollte mir nicht so einfach von der Zunge rollen. Auch beim kleinen Leser kam dies nicht so besonders gut an, ich denke, dies ist eher für ältere Kinder interessant.
Wie bereits anfangs angekündigt, muss ich leider ein wenig Kritik üben und diese betrifft den Inhalt des Buches. Mir ist bewusst, dass ich einen relativ hohen Maßstab für Kinderbücher ansetze, aber mir persönlich ist eben wichtig, dass die Bücher einen gewissen Lehrauftrag erfüllen. Insbesondere dann, wenn dies vom Verlag so angekündigt wird und es für mich der Hauptgrund war, mich für dieses Buch zu entscheiden. Leider kommen die Themen Streiten und Versöhnen in diesem Buch ein wenig zu kurz. Der Streit von Miracelrex und Superosaurus war für uns als solcher anfangs nicht zu erkennen. Ja, die beiden messen sich aneinander, dies war für uns aber eher ein gegenseitiges Necken und kein Streiten. Auch die Versöhnung am Ende kam so überraschend, dass sie nicht wirklich als solche erkennbar war.
Dazu kommen dann noch der eine oder andere logische Fehler, der mich in Erklärungsnot gebracht hat. Da ich manche Dinge selbst nicht verstehen konnte, konnte ich diese dann eben auch nicht logisch erklären oder begründen, warum das jetzt so passt.
Empfehlen kann ich dieses Buch für kleinere oder größere Dinofans, die auf der Suche nach einer humorvollen Geschichte sind. Wer auf der Suche nach einer guten und spaßigen Möglichkeit ist, den Kindern Streiten und Versöhnen näher zu bringen, sollte meiner Meinung nach zu einem anderen Buch greifen, wie zum Beispiel Ruppi Rüpelfisch, ebenfalls aus dem Baumhaus Verlag.











