Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ReiShimura:
Zauberhaft, aber nicht verzaubert
Rewitched von Lucy Jane Wood
Bereits seit meiner Kindheit bin ich fasziniert von Hexen und Magie. Diese Faszination ist mit zunehmendem Alter zwar ein wenig geschrumpft, aber gegen eine gute Geschichte über eine moderne Hexe habe ich nichts einzuwenden. Lucy Jane Woods Roman hat mir ein paar vergnügliche Lesestunden beschert, aber zum Lesehighlight hat es nicht gereicht.
Dabei hat die Autorin es geschafft viele Kleinigkeiten, die ich mag in ihrem Buch zu vereinen. Dazu zählt selbstverständlich Magie und Hexenkunst. Auch wenn dies für manche vielleicht einfallslos oder langweilig klingt, aber ich habe mich gefreut, endlich wieder einmal über ganz klassische Hexenkunst zu lesen. Ich bewundere alle Fantasyautorinnen und -autoren für ihre kreativen Einfälle, aber manchmal will man einfach nur ursprüngliches und althergebrachtes. Lucy Jane Wood hat dieses alte Wissen sehr gut in die moderne Welt eingebunden und vor allem die kleinen Zauber in der Buchhandlung fand ich herzallerliebst. Wobei Buchhandlung ein gutes Stichwort ist. Auch für die Wahl des Handlungsortes bekommt die die Autorin von mir Pluspunkte. Ebenso für die interessanten und leicht kauzigen Nebencharaktere.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und gerade der erste Teil des Buches ist nur so an mir vorbeigeflogen. Die herbstliche Stimmung war klar und deutlich spürbar und auch die verschiedenen Emotionen konnte ich fühlen und nachempfinden. Ich konnte von der ersten Seite weg richtiggehend in die Geschichte eintauchen und hätte am liebsten den Platz mit Belle getauscht. Auch gegen Ende hin, als sich die Ereignisse förmlich fast überschlagen haben, war ich tief versunken in den Vorkommnissen. Leider gab es aber auch den Mittelteil, beidem ich oft das Gefühl hatte, dass das Buch nie ein Ende finden würde. Obwohl auch dort viel passiert und es eigentlich nie langweilig wird, hat sich dieser für mich ein wenig gezogen.
Wenig begeistern konnte ich mich auch für die Liebesgeschichte. Dies liegt aber nicht daran, dass ich prinzipiell etwas gegen Liebesgeschichten habe, sondern eher daran, dass der Funke einfach nicht übergesprungen ist. Es zwar meiner Meinung nach zwar schon relativ früh im Buch klar, zwischen welchen Personen sich etwas entwickeln wird, aber richtig gespürt habe ich das Ganze nicht. Obwohl ich an vielen anderen Stellen die Gefühle von Belle gut nachvollziehen konnte, vor allem, was ihr mangelndes Selbstvertrauen betrifft, war die aufkeimende Liebe für mich einfach nicht glaubhaft.
Wie bereits erwähnt, konnte Lucy Jane Wood bei mir Punkte sammeln für ihre Charaktere. Dazu zählt vor allem Belle, immerhin geht es in dieser Geschichte um sie und ihre Hexenmagie. Besonders hervorheben möchte ich, dass sich die Autorin nicht nur darauf beschränkt hat die Entwicklung der Kräfte zu beschreiben, sondern Belle auch als Persönlichkeit im Laufe des Buches gewachsen ist und eine deutliche Charakterentwicklung durchgemacht hat.
Der Hexenzirkel, dessen Mitglieder und die Beschreibungen des Ganzen habe ich sehr interessant gefunden und der Großteil davon war auch sehr gelungen. Allerdings gab es auch hier einige Punkte, die ich nicht ganz verstanden habe bzw. die für mich nicht logisch waren.
Alles in allem war dieses Buch wie gesagt, eine durchaus angenehme Leseerfahrung. Allerdings konnte ich mich die Geschichte nicht so begeistern und mitreißen wie ich es mir erhofft und erwartet habe. Eine Leseempfehlung möchte ich trotzdem für das Buch aussprechen, und zwar für all jene, die eine Einstimmung auf den Herbst haben möchten und die, so wie ich, ein Faible für Hexenmagie haben.
Fragmentierte Erinnerungen und stille Emotionen
Onigiri von Yuko Kuhn
In der letzten Zeit habe ich vermehrt das Gefühl, dass die japanischen Romane, welche eine deutsche Übersetzung bekommen, grob in zwei Kategorien eingeteilt werden können. Da gibt es die Wohlfühlromane, wie z. B. "Die Magnolienkatzen", "Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen" oder "Das kleine Café der zweiten Chancen".
Bücher, die einem zwar zum Nachdenken anregen, aber den Leser oder die Leserin mit einem positiven Gefühl zurücklassen. Und gibt es da die Romane, wie z.B. "Vermissen auf Japanisch" oder "Kankos Reise", die meistens ein schwieriges Thema behandeln, einen leicht verwirrenden Aufbau haben und eher ein leicht bedrückendes Gefühl hinterlassen.
Onigiri zählt hierbei für mich ganz klar zur zweiten Kategorie. Wobei diese Einteilung noch nichts über die Qualität des Buches aussagt. Ich finde es nur wichtig dies zu erwähnen, um etwaige Enttäuschungen vorzubeugen. Wer einen japanischen Wohlfühlroman sucht, wird mit diesem Buch wohl eher nicht glücklich werden.
Autorin Yuko Kuhn erzählt hier auf sehr eindrucksvolle und empathische Weise eine deutsch-japanische Familiengeschichte. Die beiden Hauptschwerpunkte der Geschichte, der Tod der in Japan lebenden Großmutter und die Demenzerkrankung der Mutter, welche man bereits dem Klappentext entnehmen kann, geben dabei aber nur einen groben Rahmen vor. Wie bereits zu Beginn meiner Rezension angedeutet, ist der Aufbau des Romans ein wenig verwirrend und gewöhnungsbedürftig. Dies liegt vor allem daran, dass die Erlebnisse nicht chronologisch erzählt werden. Dies ist selbstverständlich in vielen Romanen der Fall, Yuko Kuhn geht aber noch einen Schritt weiter. Indem sie nämlich ohne Kennzeichnung die zeitliche Ebene von einem Absatz zum nächsten wechselt. Für manch einen mag dies befremdlich sein und den Lesefluss stören. Ich bin dies allerdings bereits aus anderen Romanen gewohnt und konnte mich daher schnell darauf einstellen. Gerade in Kombination mit der Demenzerkrankung von Akis Mutter, fand ich dies ein sehr gut gewähltes Stilmittel.
Yuko Kuhn schafft den, meiner Meinung nach äußerst schwierigen, Spagat zwischen Emotionalität und Nüchternheit. Für manche mag ihre Art die Geschichte zu erzählen vielleicht ein wenig zu distanziert und kühl wirken. Dies ist mir bereits in mehreren japanischen Romanen aufgefallen und ich würde es auch hier wieder dem kulturellen Hintergrund der Autorin zuordnen. Dennoch steckt in den Zeilen so viel Gefühl. Man braucht nur eben einen Augenblick, um dies zu merken. Genauso wie man ein wenig braucht, um die Geschichte im Kopf zusammensetzen zu können. Für mich waren die einzelnen Episoden wie kleine Puzzlestücke die verstreut auf einem Tisch liegen. Erst nach und nach haben sie sich in meinem Kopf zusammengesetzt und dann ein Gesamtbild ergeben.
Dies ist kein Roman, den man einfach so mal zwischendurch lesen kann. Dies ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte, sowohl während als auch nach dem Lesen. Den das Gelesene berührt einen, gibt einem zu denken und lässt einen so schnell nicht mehr los. Jedenfalls ist es mir so ergangen.
Besonders berührend empfand ich die Beschreibungen und den Umgang mit der Demenzerkrankung von Keiko. Obwohl die Krankheit maßgeblichen Einfluss auf Keikos Verhalten und die gesamte Familiendynamik hat, wird sie nie als Kranke dargestellt. Also nicht in dem Sinne, dass die Krankheit sie definiert und ausmacht.
Zusammengefasst kann man sagen, dass es sich hierbei um ein, auf vielen Ebenen, schwieriges Buch handelt. Meiner Meinung nach ist die Lektüre der Geschichte aber eine lohnende Erfahrung.
Spice & Story – Nicht ganz mein Geschmack
Mr Fixer Upper von Lucy Score
Mein erstes Buch der Autorin, Story of my life, habe ich Anfang des Jahres gelesen und war auf Anhieb begeistert. Ihr humorvoller Schreibstil hat mir gut gefallen und auch das Setting rundherum hat gut für mich gepasst. Schon damals war für mich klar, dass sicher wieder ein Buch oder Hörbuch von Lucy Score auf meine Leseliste wandern wird.
Nun war es endlich so weit, doch meine Euphorie hat einen deutlichen Dämpfer bekommen. Denn dieses Hörbuch hat mich nicht so begeistert wie ich es erhofft hatte, sondern mich sehr zwiegespalten zurückgelassen.
Der Schreib- und Erzählstil der Autorin hat mir auch in diesem Buch wieder sehr gut gefallen. Die Mischung aus humorvoller und leichter Erzählung kombiniert mit einigen ernsteren Passagen und zum Nachdenken anregenden Themen fand ich sehr gelungen. Gelesen wird das Hörbuch von Simone Terbrack. Nach Beendigung des Hörbuchs kann ich sagen, dass mir ihre Stimme sehr zugesagt hat. Zu Beginn sah das allerdings ein wenig anders aus. Ich hatte kurz vorher ein anderes Hörbuch beendet und noch die liebliche Stimme von Viola Müller im Ohr. Simone Terbracks Art das Buch zu lesen, kam mir da am Anfang des Buches im Vergleich fast ein wenig zu harsch und würde fast sagen zu aggressiv vor. Dieser Eindruck hat sich aber im Laufe der Zeit gemildert und ich konnte mich mit ihrer Stimme und ihrer Art die Dinge zu betonen anfreunden.
Weniger gut gefallen haben mir die pikanten Szenen in dem Buch. Mir war bewusst, dass dieses vorkommen werden, da es wie gesagt nicht mein erstes Buch von Lucy Score war. Ich bin kein großer Fan von zu viel Spice, wie man das heutzutage scheinbar nennt, daher freue ich mich immer, wenn diese Dinge eher eine Randerscheinung sind. Wobei mich dieses Mal weniger die Anzahl der Szenen, sondern eher wie diese beschrieben und dargestellt werden. Denn wie so oft wurde hier ganz tief in die Klischeekiste gegriffen. Natürlich ist das beste Stück von Gannon wieder einmal überdurchschnittlich groß und selbstverständlich erlebt auch Paige jedes Mal einen Höhepunkt. Mir ist bewusst, dass niemand an dieser Stelle zu viel Realität haben möchte. Dennoch denke ich mir, dass ein klein wenig Realität der ganzen Sache guttun würde.
Der fehlende Realismus bezüglich der körperlichen Liebe stößt mir bei diesem Buch besonders sauer auf, da die Autorin einige feministische Themen in die Geschichte einfließen lässt. Sie spricht dabei vor allem die Benachteiligung von Frauen in der Filmbranche an, aber auch wie oft Frauen auf Äußerlichkeiten reduziert werden. Hier ist für mich eine Diskrepanz entstanden, die mir die Freude an dem Buch ein wenig genommen hat.
Die Charaktere an sich fand ich, abgesehen von ihrer überbordenden Schönheit und Perfektion, gelungen und Großteils sympathisch. Wie so oft sind es die Nebencharaktere die den besonderen Charme ausmachen. Doch auch hier habe ich wieder einen kleinen Kritikpunkt. Für meinen Geschmack gab es einfach viel zu viele Ähnlichkeiten zwischen Gannon und Campbell. Campbell ist männliche Protagonist aus Story of my life, dem anderen Buch der Autorin, welches ich Anfang des Jahres gelesen habe. Die Ähnlichkeit der beiden ging nämlich leider so weit, dass sie auch den gleichen Spitznamen für ihr jeweilige Angebetete verwendet haben. Hier hätte ich mir etwas mehr Kreativität von der Autorin erwartet.
Mir ist bewusst, dass viele meiner Kritikpunkte für andere keine Rolle spielen, wie etwa meine Abneigung gegen zu viele und zu unrealistische pikante Szenen. Auch der Vergleich mit anderen Büchern von Lucy Score ist für viele irrelevant. Trotzdem muss ich diese Dinge in meine Bewertung miteinfließen lassen.
Abschließend möchte ich aber sagen, dass ich mich wirklich gut unterhalten gefühlt habe und phasenweise wirklich viel Spaß beim Hören hatte.
Wie eine RomCom der 90er – warmherzig, verschachtelt, wunderbar
Storybook Ending - Bis ans Ende aller Seiten von Moira Macdonald
Dieses Hörbuch hat mich, obwohl es stellenweise einige Längen aufweist, wirklich begeistert und mich ein wenig nostalgisch werden lassen. Dies liegt vor allem an der Art und Weise wie die Geschichte aufgebaut ist und an den vielen Anspielungen an die romantischen Komödien der Neunziger Jahre. Da ich diese Filme damals sehr geliebt habe, vielleicht könnte man sich die ja sogar wieder einmal anschauen, hat das Hörbuch angenehme und schön Erinnerungen hervorgebracht.
Erzählt wird die Geschichte vornehmlich aus der Sicht der 3 Hauptcharaktere April. Laura und Westley. Dazu kommen dann immer wieder mal kleine Episoden bzw. Kapitel, die aus der Sicht der vielen Nebencharaktere erzählt werden. An manchen Stellen hatte ich so meine Schwierigkeiten hierbei den Überblick zu behalten, aber dies lag weniger an einem verwirrenden Aufbau des Buches, sondern, dass ich die Angewohnheit habe, verschiedene Dinge während dem Hören eines Hörbuches zu erledigen.
Die Geschichte baut sich langsam auf und wie bereits anfangs erwähnt gibt es durchaus einige Stellen, die sich ein wenig gezogen haben. Des Weiteren hatte ich auf mit den kurzen Erzählungen der Nebencharaktere so meine Probleme, da ich nicht gleich von Anfang an verstanden habe, wie sich das in das große Ganze einfügen soll. Ich denke aber, dass dies von der Autorin Moira Macdonald so gewünscht ist. Das Buch erinnert mich vom Aufbau her an einige bekannte Filme wie z.B. "Love Actually", "Happy New Year" und "Valentinsday". Auch dort hat man das Gefühl, dass parallel mehrere Geschichten erzählt werden und erst nach und nach verweben sich die Geschichten miteinander und ergeben ein großes Ganzes. Genauso diesen Kunstgriff erlaubt sich auch Moira Macdonald in ihrem Buch.
Das Buch besticht durch seine leisen und sanften Töne und vermittelt einem beim Lesen oder Hören ein wohlig warmes Gefühl. Dennoch wird nicht alles durch die rosarote Brille betrachtet und verschönert dargestellt. Die Autorin spricht einige ernstere Themen an und hin und wieder kommt durchaus eine eher melancholische Stimmung auf. Ich würde aber nicht so weit gehen und behaupten, dass es sich um ein trauriges Buch handelt. Denn die Autorin schafft es sehr gut die Balance zu halten und es gibt neben den melancholischen auch einige sehr erheiternde Passagen.
Gelesen wird das Hörbuch von Viola Müller. Für mich war es überraschend, dass sich der Argon Verlag dazu entschieden hat, für dieses Buch nur eine Sprecherin zu engagieren. Ich hätte eher damit gerechnet, dass zumindest April, Laura und Westley eine eigene Stimme bekommen. Doch bereits nach kurzer Zeit habe ich feststellen müssen, dass ich die Entscheidung des Verlages befürworten kann. Viola Müller erledigt ihre Aufgabe mit Bravour und macht das Hörerlebnis zu einem wahren Genuss.
Man spürt in jedem ihrer Worte, dass Moira Macdonald eine besondere Liebe für Bücher, Buchhandlungen und romantische Komödien hat. Mit viel Fingerspitzengefühl baut sie Referenzen und Anspielungen an diese Filme ein. Manche sind natürlich sehr offensichtlich, bei manchen habe ich ein klein wenig länger gebraucht, um dies zu erkennen. Wobei mir hierbei wichtig ist zu betonen, dass es sich bei dieser Geschichte um keinen billigen Abklatsch von was auch immer handelt.
Ich möchte dieses Buch allen ans Herz legen, die wie Moira Macdonald und ich, RomComs lieben und ein Faible für verwinkelte Geschichten haben. Mich hat dieses Buch auf jeden Fall absolut überzeugt.
Ein Buch wie eine Kuscheldecke – nur schwer wieder loszulassen
Falling Like Leaves von Misty Wilson
Es gibt Bücher, in die taucht man nicht einfach nur ein, sondern von denen wird man eingesaugt. Man kann es kaum erwarten zu erfahren, wie das Buch ausgeht, aber wenn man dann feststellt, dass es sich wirklich dem Ende neigt, überkommt einen eine unglaubliche Traurigkeit. Genau so ist es mir mit diesem Buch gegangen.
Obwohl ich alterstechnisch nicht mehr zur Zielgruppe von Young Adult zähle, greife ich hin und wieder gerne zu Büchern dieses Genres. Meine Erwartungen sind dabei meistens eher gering, was den literarischen Anspruch betrifft, aber nicht immer muss es hohe Literatur sein.
Misty Wilson hat mich mit ihrem Roman aber wirklich umgeworfen. Ihre detaillierten Beschreibungen der Kleinstadt Bramble Falls haben mich das Städtchen wirklich vor meinem inneren Auge sehen lassen und ich konnte zusammen mit Ellis und Cooper durch die Straßen streifen. Aber auch die ganze Herbstatmosphäre war so glaubwürdig und eindrucksvoll beschrieben, dass ich jegliches Gefühl für Zeit und Raum verloren habe. Dies ging bei mir so weit, dass ich phasenweise über die Außentemperatur am Balkon überrascht war, wenn ich eine Lesepause eingelegt habe. Im ersten Augenblick konnte ich nicht nachvollziehen, warum es über 30 Grad hat, bis ich mir wieder einfiel, dass in der "richtigen" Welt gerade Hochsommer ist.
Doch nicht nur das ganze Drumherum hat dazu geführt, dass mich dieses Buch so begeistert hat. Auch mit den Charakteren hat die Autorin genau ins Schwarze getroffen. Natürlich erscheint vor allem Ellis auf den ersten Blick manchmal etwas naiv, störrisch und kindisch. Doch hier muss man sich immer wieder das Alter der Charaktere und auch der Zielgruppe vor Augen rufen. Denn wenn man dies berücksichtigt, sind sowohl das Verhalten von Ellis als auch ihre Sorgen, Ängste und Kommunikationsschwierigkeiten verständlich und nachvollziehbar.
Cooper ist der klassische Teenagerschwarm, herzensgut, freundlich, hilfsbereit und natürlich unglaublich gutaussehend. Hier hätte man fast das Gefühl bekommen können, dass die Autorin ein klein wenig zu sehr in die Klischeekiste greift. Doch Misty Wilson hat auch hier wieder elegant die Kurve bekommen und Cooper ein paar unerwartete Details eingebaut. Auf diese möchte ich aber, aufgrund von Spoilergefahr, nicht näher eingehen.
Apropos Spoilergefahr: Die Geschichte an sich ist an vielen Stellen vorhersehbar und es gibt nur einige wenige Überraschungen. Bei einem Liebesroman, der sich an ein erwachsenes Publikum richtet, hätte mich dies vielleicht dazu verleitet, dass ich bei der Bewertung Punkte abziehe. In diesem Fall hat es mich aber nicht gestört. Dies liegt vor allem daran, dass es eben doch die eine oder andere mehr oder weniger unerwartete Wendung gab. Andererseits finde ich aber bei Young Adult Büchern eher die Charakterentwicklung ausschlaggebend. Auch diesen Punkt konnte Misty Wilson meiner Meinung nach mit Bravour erledigen.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und wie bereits anfangs erwähnt, konnte sie die herbstliche Stimmung und das Kleinstadtlebensgefühl perfekt einfangen. Beides ist ein absoluter Pluspunkt des Buches und hebt es auch von anderen Büchern dieses Genres ab. Das Einzige, dass mir ein klein wenig sauer aufstößt ist, dass ich das Buch leider schon beendet habe und mich von Bramble Falls und von ganz vielen liebgewonnen Charakteren verabschieden musste. Denn auch die Nebencharaktere haben sich einen Platz in meinem Herzen erobert.
Für dieses Buch möchte ich wirklich von ganzem Herzen eine Leseempfehlung aussprechen. Und zwar besonders auch für Personen die eigentlich nicht zur Zielgruppe gehören. Dieses Buch ist perfekt für alle, die die deutsche Erstausstrahlung von Gilmore Girls, One Tree Hill und ähnlichen Serien erlebt haben.
Herbstzauber mit Hufspuren
Ein Einhorn namens Oktober von Maria Höck
Obwohl der kleine Leser bereits eine ziemlich umfangreiche Kinderbuchsammlung hat, muss ich zugeben, dass bis dato noch kein Buch über Einhörner dabei war. Dies lag vor allem daran, dass mir die meisten Einhörner zu grell und zu kitschig waren. Dieses Buch hat mich vor allem dadurch angesprochen, neben dem sehr interessanten Klappentext, dass die Farbgestaltung eher ein wenig gedeckt und zurückhaltend ist.
Und glücklicherweise hat mich der erste Eindruck nicht in die Irre geführt und das Buch konnte uns wirklich verzaubern.
Dieses Buch vermittelt für mich ein wunderbares Herbstgefühl und lässt mich in der Sommerhitze von flauschigen Decken, langen Spaziergängen im Wald und warmen Tee träumen. Die Illustrationen von Juliana Kralik sind wirklich stimmungsvoll und passen hervorragend zu der Geschichte. Die Farben hat sie mit Bedacht ausgewählt und durchwegs dominieren die Braun, Gold und Rosatöne. Natürlich darf aber auch das eine oder andere kitschig-bunte Detail nicht fehlen und auch der unvermeidliche Regenbogen findet seinen Platz.
Die Autorin Maria Höck hat mit Oktober einen wirklich entzückenden Charakter erschaffen. Der obwohl natürlich als Fantasiewesen nicht real, doch für die kleinen Leser greifbar und verständlich ist. Doch natürlich muss Oktober sein Abenteuer nicht allein bestehen und so dürfen wir noch viele weitere magische Wesen, darunter natürlich vornehmlich Einhörner, kennenlernen. Gerade Oktobers bester Freund hat mich besonders begeistert. Wobei ich hier nicht zu sehr ins Detail gehen möchte, um nicht unabsichtlich zu spoilern.
Die Geschichte ist wohldurchdacht und auf jeden Fall kindgerecht verfasst, aber auch als Erwachsene hat man Spaß am Betrachten der Bilder und am Vorlesen der Geschichte. Die Texte sind nicht in Reimform verfasst und haben durchaus eine beachtliche Länge. Wobei ich dies für das empfohlene Lesealter von 4 Jahren als angemessen empfinde. Das Buch eignet sich meiner Meinung nach aber auch für jüngere Kinder. Je nach Bucherfahrung der Kinder kann es aber eventuell vorteilhaft oder notwendig sein, dass Buch auf mehreren Etappen zu lesen. Der kleine Leser mit gut zwei Jahren und relativ viel Bucherfahrung hatte aber keine Probleme mit der Länge der Texte und viel Spaß mit dem Buch.
"Ein Einhorn namens Oktober" besticht aber nicht nur durch die Optik und einer netten Geschichte. Wie in Kinderbüchern üblich und meiner Meinung nach auch notwendig und sinnvoll, gibt es eine Moral von der Geschichte. Auch an dieser Stelle möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen, um nicht zu spoilern. Uns hat die Aussage des Buches aber sehr gut gefallen und was fast noch viel wichtiger ist, es handelt sich um eine sehr wertvolle und wichtige Lektion, die man in diesem Buch lernen kann.
Obwohl das Buch eindeutig ein Herbstbuch ist, kann es meiner Meinung nach auch unabhängig von der Jahreszeit gelesen werden. In unserem Fall wird dies auch durchaus der Fall sein, denn Oktober und die suche nach seiner Zauberkraft hat uns einfach verzaubert.
Dies ist wieder einmal ein Kinderbuch, das ich von ganzem Herzen weiterempfehlen kann. Und zwar nicht nur Fans von Einhörnern.
Zwischen Tiefgang und Leerlauf – eine ambivalente Leseerfahrung
Where I Left My Heart von Julia Niederstraßer
Bei manchen Büchern weiß man schon nach wenigen Seiten, dass man begeistert ist, bei anderen hat man das gegenteilige Gefühl. Bei diesem Buch habe ich mal das eine, mal das andere gefühlt. Und auch jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, bleiben gemischte Gefühle bei mir zurück.
Pluspunkte sammelt Julia Niederstraßer auf jeden Fall für das "Museum of broken hearts".
Wobei man hierbei hinzufügen muss, dass es dieses Museum wirklich gibt. Die Autorin hat nur den Namen ein klein wenig variiert. Denn in Wirklichkeit heißt es "Museum of broken relationships" und hat seinen Stammsitz in Zagreb. Aber auch wenn die Idee dafür nicht von ihr stammt, gefällt mir die Einbindung des Museums in die Geschichte sehr gut. Gerade die kurzen Beschreibungen der Exponate zu Beginn der meisten Kapitel hat mich emotional sehr getroffen. Ich habe nicht nachgeprüft, ob sich die Autorin an realen Geschichten aus dem Museum bedient hat oder eigene erfunden hat. Diese Frage ist aber eigentlich auch unerheblich.
Weitere Pluspunkte kann die Autorin für ihre beiden Hauptcharaktere der Geschichte sammeln. Mit Juna und Link hat sie zwei Personen erschaffen die glaubwürdig und alles andere als perfekt sind. Mich persönlich stört es immer ein wenig, dass in allen Liebesromanen die Charaktere natürlich immer wunderschön, erfolgreich und perfekt sind. Juna und Link weichen beide von der Norm ab, Juna vor allem durch ihre Krankheitsgeschichte. Denn sie hat, gleich wie die Autorin, Skoliose. Ich finde es äußerst positiv, dass die Autorin dies in ihre Geschichte einfließen hat lassen. Denn dadurch verleiht sie der Geschichte Tiefe und hebt sich damit deutlich von anderen Büchern des gleichen Genres ab.
Dennoch habe ich wie erwähnt gemischte Gefühle, wenn es um die Bewertung des Buches geht. Denn, obwohl ich die Personen sehr interessant fand und ich auch den einen oder anderen Denkanstoß aus dem Buch mitgenommen habe, war das Buch phasenweise äußerst langatmig. Das lag für mich vor allem daran, dass streckenweise einfach nicht besonders viel passiert, sich die Protagonisten im Kreis drehen und seitenlange, innere Monologe geführt werden. Mir ist bewusst, dass dies eine sehr realistische Darstellung ist und normalerweise befürworte ich Realismus in Liebesromanen, aber dies war mir dann doch ein wenig zu viel des Guten.
Andererseits ging es mir an gewissen Stellen nicht weit genug. Denn ich hätte gerne mehr über die Vergangenheit von Juna und Link erfahren. Wäre gerne tiefer in ihre Beziehung abgetaucht und hätte erlebet, wie sie an den Punkt gekommen sind, an dem sie sich zu Beginn des Buches eben befinden. Hier belässt es die Autorin aber mit wenigen Sätzen hier und dort. Auch das Thema Skoliose hätte für meinen Geschmack noch stärker thematisiert werden können.
Der Schreibstil der Autorin hat mir durchaus zugesagt. Ihre Beschreibungen der Personen und Orte fand ich interessant und sehr detailreich. Dadurch konnte ich mir alles sehr gut vorstellen. Auf emotionaler Ebene hat mich das Buch phasenweise sehr berührt. Dies lag aber wie bereits erwähnt eher an den Beschreibungen der Exponate als an der Anziehungskraft zwischen Juna und Link.
Obwohl mich die Geschichte nicht komplett überzeugen könnte, möchte ich doch eine Empfehlung für das Buch aussprechen.
Gedankentiefe trifft Ratlosigkeit – Hannah Lühmanns Gesellschaftsspiegel
Heimat von Hannah Lühmann
Dieses Buch lässt mich ein wenig ratlos zurück. Denn ich konnte der Autorin und ihren Gedankengängen sehr lange folgen, auch wenn ich nicht jeden Gedanken und jede Idee, welche in diesem Buch aufgeworfen wurde, befürwortet habe, so konnte ich sie zumindest nachvollziehen. Mit dem Ende des Buches hat die Autorin Hannah Lühmann mich allerdings verloren.
Wobei ich hier bei erwähnen muss, dass ich weder ein Problem mit einem Ende habe, dass kein Happy End ist, nennt man das dann eigentlich No Happy End, noch mit einem offenen Ende bzw einem Ende an dem nicht alle Handlungsstränge komplett aufgelöst und zu Ende geführt wurden.
Doch was sich Hannah Lühmann bei diesem Ende gedacht hat, ist mir einfach komplett unklar. Wenn ihr Ziel es war, dass man über das Buch nachdenkt und sich über die Gesellschaft und ihre Entwicklung Gedanken macht, dann hätte sie meiner Meinung nach nicht viel tun müssen. Denn das Buch bietet so viel Potential, dass man sich wochenlang den Kopf zerbrechen könnte. Mich beschleicht eher das Gefühl, dass die Autorin am Ende Schwierigkeiten hatte das Buch zu beenden. Die Geschichte ist wohldurchdacht, sehr gut konstruiert und so nah an der Realität, dass es einen beim Lesen fast körperlich schmerzt. Man spürt zwischen den Zeilen, welche Meinung Hannah Lühmann über die Dinge hat, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die Autorin nicht mit dem erhobenen Zeigefinger droht und die Leserin oder den Leser in eine bestimmte Richtung drängen möchte. Dies hätte sie aber tun müssen, wenn sie das Ende anders gestaltet hätte, dann hätte sie Farbe bekennen und ihre Position offenbaren müssen.
Dieses Buch beschreibt für mich auf sehr eindrucksvolle Weise wie es besonders charismatische Menschen es schaffen einen in seinen Bann zu ziehen und einen Glauben zu lassen, dass die Meinung der "Führerin" schon immer die eigene war. Oder im besten Fall, kennt man seine eigene Meinung noch, möchte sie aber nicht laut teilen, da der Leithammel ein Problem damit hat. Außerdem zeigt das Buch sehr schonungslos wie toxisch und hinterhältig die Mütter-Bubble ist.
Viele der angesprochenen Glaubenssätze in diesem Buch habe ich selbst zu hören bekommen. Gerade das Thema "Fremdbetreuung", wobei ich persönlich das Wort an sich verabscheue und lieber außerhäusliche Betreuung sage (und ja, mir ist bewusst, wie woke das klingt) bringt meiner Meinung nach das schlimmste in den Müttern hervor.
Die Autorin spricht viele wichtige und kontroverse Themen in diesem Buch an, vor allem Themen aus dem Bereich Kindererziehung, Partnerschaft und Politik. Und in allen Fällen bewegt sie sich immer mehr im Bereich der Extreme und lässt vieles im Dunkeln. So ist zum Beispiel Gewalt in der Familie ein immer wiederkehrendes Thema, wohingegen nicht ganz klar ist wer Opfer und wer Täter ist. Wobei sich hierbei die Frage stellt, ob das überhaupt eine Rolle spielt.
Bei dem Hörbuch handelt es sich um eine ungekürzte Version, was ich persönlich sehr befürworte. Mit 4,5 Stunden ist die Zeit aber wirklich auch überschaubar. Daher bin ich froh, dass der Argon Verlag nicht auch noch Kürzungen vorgenommen hat. Gelesen wird das Hörbuch von Heike Warmuth. Die Auswahl des Verlages kann ich an dieser Stelle nur befürworten und beglückwünschen. Die Stimme der Sprecherin passt hervorragend zum Text und man kann die Emotionen wirklich sehr gut spüren. Für mich persönlich gewinnt der Text durch die Stimme von Heike Warmuth noch einmal an Tiefe.
Aufgrund des für mich extrem unbefriedigenden Endes kann ich leider nur eine durchschnittliche Bewertung geben. Ohne das Ende wäre dies wieder einmal ein 5 Sterne Buch. Da ich mich aber ziemlich allein und verloren nach der Lektüre gefühlt habe, muss ich leider kleine Abstriche machen. Trotzdem ist dies meiner Meinung nach eine durchaus lesenswerte Geschichte.
Freude, Reime und Fernweh - Das 2te Abenteuer mit Giraffenhund und Kratzbürste
Giraffenhund und Kratzbürste - Eine Reise nach Tokio von Isabelle Schelling
Da uns das erste Abenteuer von Giraffenhund und Kratzbürste so begeistert hat, mussten wir natürlich gleich auch noch den zweiten Teil lesen. Und wie erhofft, wurden wir auch dieses Mal nicht enttäuscht.
Interessanterweise hat die Autorin bei diesem Buch mit einem anderen Illustrator zusammengearbeitet.
Beim ersten Buch war Kathleen Hoffmann für die wunderschönen und äußerst aussagekräftigen Bilder zuständig so ist es beim zweiten Teil Michael Stapper. Diese Tatsache hat mich im ersten Augenblick ein wenig abgeschreckt, da ich befürchtet habe, dass sich am Stil der Bilder etwas geändert haben könnte. Zu meinem großen Erstaunen und auch zu meiner großen Begeisterung kann ich aber sagen, dass es mir im ersten Augenblick überhaupt nicht aufgefallen wäre.
Die Illustrationen passen wieder perfekt zum Text und lassen diesen umso lebendiger wirken. Die Reime sind gewohnt gut gemacht, obwohl es wieder den einen oder anderen unsauberen oder holprigen Reim gibt. Dies sehe ich der Autorin Isabelle Schelling aber gerne nach. Immerhin besitzt das Buch doch eine stattliche Länge auf, in Bezug auf die Anzahl der Reime und das empfohlene Lesealter. Da habe ich schon deutlich kürzere Bücher, bzw. Bücher mit einer merklich geringen Anzahl an Reimen gelesen, bei denen die Anzahl der unsauberen Reime eklatant höher war.
Das Schema des Buches ist ziemlich ident mit dem des ersten Buches. Für uns war dies äußerst positiv, da wir, wie bereits anfangs erwähnt vom ersten Teil begeistert waren. Auch dieses Mal gibt es wieder die lustigen Dialoge zwischen Giraffenhund und Kratzbürste und wir durften uns wieder einmal über die Unterschiedlichkeit der beiden amüsieren.
Auch dieses Mal handelt es sich wieder nicht um einen Reiseführer für Kinder. Wer also so etwas sucht, sollte sich eher woanders umschauen. Dennoch bin ich der Meinung, dass sich dieses Buch hervorragend dazu eignet bereits kleinen Kinder, das empfohlene Lesealter ist mit ab 5 Jahren angegeben, die Stadt Tokio und die Kultur Japans ein wenig näher zu bringen. Auch als Einstimmung, wenn man entweder vor hat mit dem Kind oder den Kindern dorthin zu reisen ist das Buch einfach optimal.
Es werden einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Tokio beschrieben und man lernt auch dies und das über das richtige Verhalten in Japan. Als großen Pluspunkt empfinde ich, dass man so gar noch ein paar japanische Wörter kennenlernt.
Das empfohlene Lesealter mit 5 Jahren finde ich durchaus angemessen. Mit Kindern dieses Alters kann man das Gelesene dann auch schon leichter besprechen und eventuell mit Hilfe von anderen Büchern das Wissen noch vertiefen. Das Buch ist aber durchaus auch schon für ein jüngeres Publikum geeignet. Der 2jährige kleine Leser in unserem Haushalt hat das Buch sehr genossen und sich über die ungleichen Freunde sehr amüsiert. Wobei ich, wie immer, dazusagen muss, dass der kleine Leser eine (Vor-)Leseratte ist und Bücher in dieser Länge für ihn normal sind. Andere Kinder in dem Alter sind eventuell mit der Länge überfordert.
Wir haben die Reise mit Giraffenhund und Kratzbürste wirklich sehr genossen und können dieses Buch aus vollem Herzen weiterempfehlen. Leider muss ich aber diese Rezension mit einem lachenden und einem weinenden Auge schreiben. Das weinende Auge kommt daher, dass ich bis dato noch keine Informationen über einen dritten Band gefunden habe. Ich hoffe aber, dass sich dies bald noch ändert und wir uns zeitnah wieder auf ein wunderbar unterhaltsames und informatives Reiseabenteuer mit unseren Freunden machen dürfen.
Farbenfroh, gereimt und voller Gefühl – Giraffenhund & Kratzbürste erobern Paris
Giraffenhund und Kratzbürste - Eine Reise nach Paris von Isabelle Schelling
Dieses Buch war für mich eine zufällige Entdeckung, aber ich bin sehr froh, dass ich es gefunden habe. Denn sowohl die Illustrationen als auch die Charaktere und die Geschichte selbst haben uns begeistern können.
Die beiden Hauptdarsteller des Buches Giraffenhund und Kratzbürste könnten von ihrem Aussehen, Wesen und Charakter nicht unterschiedlicher sein.
Trotzdem verbindet sie eine tiefe Freundschaft und Liebe. Dies ist sowohl durch die Worte als auch die Bilder sehr gut spürbar. Sowohl für die Erwachsenen als auch für den jungen Leser.
Die Illustrationen von Kathleen Hoffmann sind lustig, farbenfroh und detailreich. So verspüren einen unglaublichen Charme und haben uns zum Lachen gebracht. Die Essenz der Geschichte wird durch die Bilder noch einmal verdeutlicht und die Einblicke, die man von Paris bekommt, sind wirklich realistisch. Der Zeichenstil ist sehr modern und gefällt mir sehr gut.
Die Autorin Isabell Schelling hat sich die harte Arbeit angetan und den kompletten Text in Reimform verfasst. Ich bin ein großer Fan von gereimtem Text in Kinderbüchern, sofern dieser gut gereimt ist, da diese Art der Erzählweise vor allem bei kleinen Kindern die Sprachentwicklung fördert. Leider probieren sich sehr viele daran und scheitern kläglich. Auch in diesem Buch ist der eine oder andere unsaubere oder holprige Reim zu finden. Dennoch muss ich sagen, dass ich wirklich sehr zufrieden bin und das Vorlesen der Geschichte mir sehr viel Spaß gemacht hat.
Bevor ich das Buch gelesen habe, habe ich vermutet, dass es sich hierbei in gewisser Weise um einen Reiseführer für Kinder handelt. Daher war ich im ersten Augenblick ein wenig enttäuscht, wie wenig Informationen über Paris in diesem Buch enthalten sind. Der kleine Leser hat dann aber meine Perspektive wieder ein wenig geradegerückt. An keiner Stelle wird erwähnt, dass es sich hierbei um einen Reiseführer handelt und meine Erwartungen waren einfach völlig utopisch. Trotzdem bietet das Bild einen sehr schönen Einblick in die Sehenswürdigkeiten von Paris und kann hervorragend als Einstimmungsbuch für eine Reise dorthin genutzt werden.
Dem kleinen Leser hat die Geschichte sehr gut gefallen, er mag die beiden Charaktere Giraffenhund und Kratzbürste sehr gerne und freut sich schon auf weitere Abenteuer. Bei Kinderbüchern finde ich immer wichtig, dass sie nicht nur gut unterhalten, sondern entweder auch noch Wissen vermitteln oder eine wichtige Botschaft haben. Dieses Buch schafft alles zusammen. Wir haben uns gut unterhalten gefühlt, der kleine Leser hat einiges über Paris gelernt und außerdem zeigt das Buch eine eher ungewöhnliche Freundschaft. Botschaften vermittelt das Buch so einige und alle davon finde ich wichtig: Es ist okay, wenn man Angst vor dem Unbekannten hat, man muss nicht gleich sein, um sich gern zu haben, es passieren manchmal großartige Sache, wenn man über seinen Schatten springt, zusammen macht alles mehr Spaß und noch viele mehr.
Kratzbürste und Giraffenhund haben sich auf jeden Fall zu Recht einen Platz in unserm Herzen und unserem Bücherregal erobert. In beidem haben wir auch gleich noch Platz gelassen, denn der Abschluss des Buches lässt vermuten, dass die beiden noch weitere Reisen und weitere Abenteuer erleben werden. Und für uns ist eines klar, da werden wir definitiv dabei sein!











