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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von ReiShimura:

Familiendrama mit Thriller Vibes

Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum von Malin Stehn

Skandinavische Krimis und Thriller waren vor ein paar Jahren plötzlich extrem beliebt. An dem einen oder anderen Krimi habe ich mich versucht und sie durchaus auch genossen. Um die Thriller habe ich, da ich mich selbst, was solche Dinge betrifft, eher als zartbesaitet beschreiben würde, einen großen Bogen gemacht.

Auch bei diesem Buch war ich anfangs unsicher, da es aber laut Verlag, im Bereich Belletristik eingeordnet ist, habe ich ihm eine Chance gegeben.
Die schwedische Autorin Malin Stehn hat sich bei diesem Buch entschieden, dass es aus der Ich-Perspektive erzählt werden soll. Damit die Sicht aber nicht zu einseitig wird, lässt sie die Ereignisse abwechselnd von drei Personen erzählen. Somit darf die Leserschaft tiefere Einblicke in das Seelenleben von Lollo, Nina und Frederik nehmen. Ich persönlich bin mit dem regelmäßigen Wechsel der Perspektive sehr gut zurechtgekommen. Wobei ich mir gewünscht hätte, dass man die Geschichte auch aus Sicht von Jennifer oder Smilla erleben hätte dürfen. Dies ist zwar leider nicht der Fall, dafür gibt es aber einige Rückschauen im Buch und somit erfährt man etwas mehr über die Vergangenheit von Jennifer.
Der Schreib- und Erzählstil von Malin Stehn hat mir wirklich gut gefallen. Sie hat es mit wenigen Worten geschafft, mich mit wenigen Worten in eine graue, kalte und triste Silvesternacht zu versetzen. Und dass, obwohl ich das Buch zum wahrscheinlich unpassendsten Zeitpunkt gelesen habe, nämlich bei knapp 30 Grad Außentemperatur und Sonnenschein. Das Setting des Buches hat mich angesprochen und obwohl ich noch nie in Schweden war, konnte ich die Szenarien vor meinem geistigen Auge sehen.
Mit den handelnden Personen hatte ich da eher Schwierigkeiten. Denn einerseits konnte ich ihre Handlungen und Gedanken bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, aber war andererseits auch genervt von ihnen. Vor allem Frederik und seine weinerliche Art haben mich fast zur Weißglut getrieben. Sein ständiges Gejammer war für meinen Geschmack ein klein wenig übertrieben. Im krassen Gegensatz zu Lollo und Max, die meiner Meinung nach, das Verschwinden ihrer Tochter fast ein wenig zu leichtgenommen hat. Nina habe ich als das Bindeglied zwischen den beiden empfunden, sowohl was ihre Beziehung als auch ihre Gefühle betrifft.
Obwohl ich die Geschichte im Großen und Ganzen sehr interessant und an vielen Stellen auch spannend fand, hat sie sich doch auch ziemlich gezogen. Es wurde lange um den heißen Brei herumgeredet und falsche Spuren und Fährten gelegt, um dann die Auflösung mit einem Paukenschlag niedersausen zu lassen. Das Ende war ganz okay, hat mich aber nur bedingt zufrieden gestellt.
Wer sich auf einen packenden und vielleicht auch blutrünstigen Skandinavienthriller freut, sollte besser die Finger von dem Buch lassen, wenn man keine Enttäuschung erleben möchte. Fans von Familiendramen sollten diesem Buch aber auf jeden Fall eine Chance geben.

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Eine Geschichte die mitten ins Herz trifft

Der Herzschlag deiner Worte von Susanna Ernst

Es gibt Bücher, die möchte man eigentlich unbedingt lesen und trotzdem tut man es nicht. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Für mich war "Der Herzschlag deiner Worte" so ein Buch, dass ich immer wieder in die Hand genommen habe und es trotzdem nicht gelesen habe. Meistens lag es daran, dass meine Stimmung gerade auf dem Tiefpunkt war und ich Angst hatte, dass mich die Geschichte noch weiter runterziehen könnte.

Denn nach Lektüre des Klappentextes habe ich eine interessante, gefühlvolle, aber auch äußerst traurige Geschichte erwartet.
Ich bin sehr froh, dass ich endlich über meinen Schatten gesprungen bin und das Buch gelesen oder soll ich besser sagen inhaliert habe. Denn kaum hatte ich angefangen, wollte ich es nicht mehr aus der Hand nehmen. Autorin Susanna Ernst hat eine wundervolle Art Geschichten zu erzählen und ich verstehe jetzt, warum sie mir so oft empfohlen wurde. Sie findet genau die richtigen Worte, um Bilder in meinem Kopf zu erzeugen und mich die Emotionen fühlen zu lassen. An mehreren Stellen im Buch war ich zu Tränen gerührt, denn ja, die Geschichte ist manchmal traurig. Doch gab es auch die andere Seite der Medaille, an der ich beim Lesen lächeln und träumen konnte. In diesem Buch ist wirklich eine Bandbreite an Gefühlen verarbeitet.
Liebesgeschichten sind immer ein wenig kompliziert. Entweder dauert es lange bis die beiden sich finden oder sie finden sich schnell, trennen sich dann aber wieder aufgrund eines Missverständnisses oder eines Vorfalls oder es ist gerade einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Die Irrungen und Wirrungen der Liebe nerven teilweise, aber sie trafen sich, sie verliebten sich und leben glücklich bis an ihr Lebensende, ist halt nicht buchfüllend. Oft wirken die Schwierigkeiten stark konstruiert und man merkt, dass es nur darum geht die Seiten zu füllen. Hier war das anders, also natürlich war die Liebesgeschichte zwischen Alex und Maila alles andere als einfach, aber für mich war es immer glaubhaft. Ich habe mit den beiden mitgefiebert, mitgelitten und wollte unbedingt wissen, wie ihre Geschichte endet.
Aber nicht nur Alex und Maila haben mich in ihren Bann gezogen. Denn es gibt ja noch weitere Handlungsstränge, wie die Geschichte rund um Tante Jane, Vincent und Vivian. Ich mag Bücher, in denen es mehrere Erzählstränge gibt, die sich dann auch noch auf mehreren Zeitebenen verteilen. Vor allem wenn es die Autorin so geschickt beherrscht, die einzelnen Stränge miteinander zu verflechten. Wenn man Seite für Seite lesen kann, wie sich die einzelnen Puzzleteile zu einem großen Bild zusammensetzen.
Der einzige Kritikpunkt, der mir einfallen würde, ist, dass ich viel zu lange gewartet habe, um das Buch zu lesen. Denn hätte ich das Buch schon vor Jahren gelesen, dann könnte ich es jetzt noch einmal lesen. Glücklicherweise hat die Autorin aber bereits mehrere Bücher veröffentlicht, die jetzt auch auf meiner Leseliste stehen.

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Bist du gemein will niemand dein Freund sein

Ruppi Rüpelfisch von Rouven Stenneken

Kaum jemand ist besser geeignet ein Kinderbuch zu schreiben als jemand der beruflich mit Kindern zu tun hat. Autor Rouven Stenneken arbeitet in einem Kindergarten und hat daher Erfahrung wie er Kinder zum Lachen bringen kann und welche Themen die Kinder besonders beschäftigen. Seinen ganzen Erfahrungsschatz hat er in sein neuestes Buch fließen lassen und damit ein absolut hinreißendes Werk erschaffen.

Für die Illustrationen war Simone Leiss-Bohn zuständig und auch ihre Arbeit darf keinesfalls unerwähnt und vor allem nicht ungewürdigt bleiben.
Das Cover gibt bereits einen sehr guten Vorgeschmack auf die liebevollen und detailreichen Zeichnungen. Die Farben sind perfekt abgestimmt, die Illustrationen strotzen vor kleinen, süßen Details, ohne dabei zu überladen zu wirken. Ich habe das Gefühl, das ich jedes Mal etwas Neues entdecke und dass obwohl wir das Buch jetzt schon unzählige Male gelesen haben. Mir persönlich haben es vor allem die süßen kleinen Seeigel mit der langen Nase angetan. Die sind einfach zum Anbeißen.
Besonders gut gefällt mir, dass das Buch in Reimform verfasst ist. Dies macht einerseits beim Vorlesen mehr Spaß, mir zumindest, und fördert nachweislich auch die Sprachentwicklung der Kleinen. Daher ist es wenig verwunderlich, dass die Reimform bei Kinderbüchern besonders beliebt ist. Leider gibt es aber immer wieder Bücher, bei denen unsaubere Reime vorkommen oder das Ganze holprig klingt. Rouven Stenneken hat hier aber auch einfach alles richtig gemacht. Vom ersten bis zum letzten Wort sind die Reime perfekt und ich hatte großen Spaß beim Vorlesen. Sowohl beim ersten als auch beim gefühlt einhundertsten Mal.
Mit Ruppi Rüpelfisch hat der Autor einen Charakter erschaffen, der für die Kinder verständlich und greifbar ist und das, obwohl es sich um einen Fisch handelt. Ruppi ist wild, laut und manchmal auch ein wenig gemein zu den anderen Tierkindern. Für Ruppi ist alles nur ein großer Spaß, aber den anderen reicht es irgendwann, die Situation eskaliert und es kommt zu einem großen Streit. Natürlich gibt es bereits unzählige Bücher, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. Was meiner Meinung nach aber für dieses Buch spricht ist, dass Rouven Stenneken nicht den Standardlösungsweg wählt. Also nicht die klassische Opfer-Täter-Umkehr, wo der Mobber dann zum Gemobbten wird und dadurch erkennt, dass sein Verhalten falsch ist. Genauer möchte ich hier aber nicht auf den Inhalt eingehen, um nicht zu viel zu verraten. Nur so viel noch, die Handlung ist spannend, glaubhaft und auch für die Kinder nachvollziehbar.
Das empfohlene Lesealter ist mit vier Jahren angegeben und dies finde ich auch durchaus passend. Das Buch "funktioniert" aber auch bei kleineren Kindern wunderbar, hier hatte der zweijährige viel Spaß mit dem Buch und es wird immer wieder aus dem Bücherregal herausgesucht. Bei etwas größeren Kindern ist der Vorteil, dass man das gelesene auch besser besprechen kann und der Lerneffekt dadurch höher ist. Nicht umsonst wird das Buch auch für Kindergärten empfohlen.
Ein besonderes Highlight des Buches ist auch noch der enthaltene QR-Code. Dieser führt nämlich zur vertonen Version der Geschichte. Und vertont meine ich hier wirklich wörtlich. Denn der Autor spielt auch in einer Band und hat extra für das Buch 8 Lieder geschrieben. Somit bekommt man zusätzlich zum Buch noch ein Hörspiel dazu. Perfekt für alle Hörbuch Fans.
Am liebsten würde ich noch weiter von dem Buch schwärmen und mich mit Superlativen überbieten. Ich denke aber, dass jedem der bis hierher gelesen hat klar ist, dass ich absolut verliebt in das Buch bin und es wirklich von ganzem Herzen weiterempfehlen kann. Eine absolute Bereicherung für das Bücherregal.

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Ein schreckliches Kapitel der Menschheit kindgerecht und berührend erzählt

Wie ein Foto unser Leben rettete von Maya C. Klinger

Einerseits ist es unfassbar traurig, dass es Kinderbücher zu Themen wie Judenverfolgung, Krieg und Flüchtlingen geben muss. Andererseits bin ich jeder Autorin und jedem Autor dankbar, die sich dieser Aufgabe annehmen und die Themen kindgerecht aufbereiten. Denn auch mein Sohn wird irgendwann in das Alter kommen, wo er Fragen stellt zu diesen Themen, weil er es über die Nachrichten und Gespräche mitbekommt, dass solche schrecklichen Dinge passieren.

Autorin Maya C. Klinger erzählt in diesem Buch die wahre Geschichte der Familie Mandil, welche während des zweiten Weltkriegs aus Jugoslawien flüchten musste. Die Autorin schafft dabei den schmalen Grad das sie zwar nichts verharmlost aber die Kinder dabei auch nicht traumatisiert. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht des zu Beginn des Buches 5jährigen Gavras, der Sohn der Famile Mandil.
Wie nicht anders zu erwarten sind die Sätze eher kurz und einfach gehalten, perfekt für das empfohlene Lesealter von 7 Jahren. Die Schrift hat eine angenehme Größe und ist auch für Kinder, die noch nicht so geübt sind im Lesen oder Vorlesen gut zu entziffern. Den Erzählstil würde ich als sachlich bezeichnen, trotzdem ist die Geschichte sehr berührend und die Emotionen stark spürbar. Trotzdem wirkt das Geschriebene an keiner Stelle kitschig oder übertrieben.
Besonders hervorheben möchte ich auch die aussagekräftigen Illustrationen von Isabel Kreitz. Diese, vor allem auch in Kombination mit den Originalfotografien, die im Buch abgedruckt sind, geben dem Buch noch eine besondere Note.
Wie bereits mehrfach erwähnt handelt es sich bei dem Buch eigentlich um ein Kinderbuch. Ich finde aber, dass dies auch für Erwachsene eine sehr interessante Lektüre ist. Ich für meinen Teil wusste bis dato nämlich nicht, dass Albanien eine große Rolle bei der Rettung von jüdischen Familien gespielt hat.
Ich kann jeden verstehen, der seine Kinder am liebsten von diesen Themen fernhalten möchte und sie vor den Schrecken der Welt verstecken und beschützen möchte. Leider ist dies aber nicht wirklich möglich. Dieses Buch ist dabei eine großartige Möglichkeit Kinder behutsam an diese Themen heranzuführen, ohne befürchten zu müssen, dass diese nach der Lektüre wochenlang Albträume haben werden.

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Luft nach oben vorhanden

Faebound Battle of the Drumfire von Saara El-Arifi

Die Farbkombination des Covers hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt und ein kurzer Blick zum Klappentext hat meine Neugier nur geschürt. Aufgrund mangelnder Lesezeit habe ich mich für das Hörbuch entschieden. Etwas erstaunt war ich, dass das Buch nur von einer einzigen Sprecherin, nämlich Mona Fischer, gelesen wird, obwohl die Handlung aus der Perspektive von verschiedenen Personen erzählt wird.

Meine anfängliche Skepsis hat sich dann aber schnell verflüchtigt, denn Mona Fischer hat hier wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Ihre Stimme und vor allem auch ihre Betonung haben mir sehr gut gefallen. Das Sprechtempo war mir allerdings ein wenig zu niedrig. Zum Glück kann man die Geschwindigkeit beim Hören anpassen.
Bereits zu Beginn war mir bewusst, dass es sich hier um den Auftaktband einer Trilogie handelt. Dementsprechend war mir klar, dass es am Ende einen Cliffhanger geben wird und das Buch durchaus seine Längen haben wird. In den meisten Fällen wird gerade im ersten Band viel Zeit darauf verwendet die Welt und die Personen zu beschreiben. In letzterem Punkt hat Autorin Saara El-Arifi mich keinesfalls enttäuscht. Ihre Detailverliebtheit bezüglich der Beschreibung von Kleidung und Frisuren sucht wirklich seinesgleichen. Bei der Welt hingegen hätte ich mir an manchen Stellen mehr Informationen gewünscht. Denn manchmal waren die Beschreibungen der Umgebung so dürftig, dass ich Schwierigkeiten hatte die Orte vor meinem inneren Auge zu sehen. Dies ist mir persönlich aber gerade bei Fantasy Büchern besonders wichtig.
Eine weitere Auffälligkeit des Buches war, dass viele der Personen als genderneutral oder genderfluid dargestellt waren. Mit der Tatsache an sich, dass dies so gemacht wurde, habe ich kein Problem, sondern finde dies als sehr positiv. Denn gerade bei Elfen und Fae hatte ich schon immer das Gefühl, dass sie weder eindeutig männlich noch weiblich sind. Meine Irritation entstand dadurch, dass das englische Pronom „they“ verwendet wurde. Gerade bei den ersten Malen, als dies im Hörbuch vorgekommen ist, war ich irritiert, wer jetzt genau gemeint ist, da es für mich akustisch nicht klar verständlich war. Ich habe zuerst gedacht, dass es sich hierbei um einen Namen handelt und nicht gewusst wer da jetzt plötzlich gemeint ist. Erst mit der Zeit ging mir ein Licht auf.
Saara El Arifi hat bei dem Buch definitiv einiges richtig gemacht und die Geschichte konnte mich bis zu einem gewissen Grad in ihren Bann ziehen. Allerdings habe ich auch das Gefühl, dass man deutlich mehr daraus machen hätte können. Momentan bleibe ich aber optimistisch und denke mir, dass in den nächsten beiden Bänden das Potential voll ausschöpfen wird.
Da das Buch vom Verlag als Romantasy, also als Fantasy mit Schwerpunkt Romantik, vermarktet wird, muss ich auch noch ein paar Worte dazu verlieren. Romantik und Liebesgeschichten waren vorhanden, definitiv und an manchen Stellen auch sehr explizit beschrieben. Der Funke ist in dem Punkt bei mir aber nicht übergesprungen. Die Liebespaare waren für meinen Geschmack ein wenig zu konstruiert und die Leidenschaft nicht spürbar. Alles wirkte ein wenig flach und leidenschaftslos, ein Knistern kaum merkbar.
Mit den beiden Schwestern Yeeran und Lettle hat die Autorin zwei interessante Charaktere erschaffen. Ich würde sie beide nicht unbedingt als große Sympathieträgerinnen bezeichnen, aber als spannende und komplexe Figuren. Leider musste ich aber auch hier feststellen, dass die Autorin Potential verschenkt hat. Denn zu Beginn wirkte vor allem Yeeran, immerhin die jüngste Colonel ihres Elfenvolkes, sehr tough. Dieser Eindruck verschwand aber mit der Zeit immer mehr. Gegen Ende hin wirkten beide ziemlich naiv, da die Autorin beschlossen hatte, dass die beiden selbst die offensichtlichsten Dinge erst als letzte verstehen dürfen. Ich verstehe, dass die Autorin dadurch den Spannungsbogen am Leben erhalten wollte, meiner Meinung nach, war dies aber ein gescheitertes Vorgehen.
Das zu Beginn erwartete Loblieb auf das Buch kann ich nach Abschluss zwar leider nicht singen, trotzdem würde ich dieses Buch weiterempfehlen und freue mich bereits auf die Fortsetzung.

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Außergewöhnliche Unterhaltung für Kinder und Erwachsene

Krakadu von Britta Sabbag

Der Krakadu und ich hatten einen etwas holprigen Start, denn auf den ersten Blick hat mich das Buch nicht überzeugen können. Wobei, nein, so kann man das eigentlich nicht sagen. Denn optisch ist das Buch ein absoluter Hingucker. Lisa Nollenberger hat sich hier wirklich selbst übertroffen. Die Illustrationen sind wundervoll stimmig, großartig gezeichnet und unglaublich detailreich.

Es macht wirklich Spaß sie zu betrachten und da geht es nicht nur mir so, sondern auch dem kleinen Leser.
Man taucht von dem ersten Bild in eine skurrile, aber trotzdem sehr schöne, fantasiereiche Unterwasserwelt ein. Die Tiere sind hierbei allerdings weniger realistisch dargestellt, wie man das vielleicht aus anderen Büchern kennt. Wobei weniger realistisch vielleicht noch untertrieben ist. Viel eher müsste man sagen, dass die Unterwasserwesen sehr vermenschlicht wurden. Und da gab es für mich schon die erste Diskrepanz mit dem empfohlenen Lesealter. Denn viele Tiere sind berühmten Persönlichkeiten nachempfunden, sowohl was die Optik als auch die Namensgebung betrifft. Für einen Erwachsenen sehr amüsant, für 5jährige aber nicht ohne Erklärung nachvollziehbar.
Doch je mehr ich über das Buch nachgedacht habe, umso deutlicher wurde mir klar, dass dies kein Nachteil des Buches sein muss. Denn immerhin habe ich mich auch Tage später noch gedanklich mit dem Buch beschäftigt und ehrlicherweise muss ich sagen, dass schaffen nur wenige Kinderbücher. Außerdem wurde mir bewusst, dass es bei den Animationsfilmen aus dem Hause Disney, Pixar, Dreamworks und wie sie alle heißen, ja auch nicht anders ist. Auch dort gibt es immer wieder Anspielungen und Witze, die eher für erwachsene Ohren gedacht sind. Sowohl Eltern als auch Kinder kommen dort auf ihre Kosten und genau so ist es beim Krakadu.
Britta Sabbag hat es geschafft, ein Kinderbuch zu erschaffen, dass man als Erwachsener gerne vorliest, weil man auch selbst etwas lernen kann und trotzdem gut unterhalten wird. Zusätzlich ist es ein Kinderbuch, das mitwächst. Damit meine ich, dass man es 5jährigen Kindern vorlesen kann und sie Spaß daran haben, aber es auch ein paar Jahre später noch interessant und nicht zu kindisch ist.
Der Text ist außerdem in einer sehr angenehm lesbaren Schrift mit nicht zu kleiner Schriftgröße abgedruckt, so dass auch Leseanfänger das Buch ohne große Schwierigkeiten lesen können sollten. Natürlich gibt es das eine oder andere Wort, an dem ein Erwachsener vielleicht helfen muss, Fischfluencer zum Beispiel.
Was mich besonders überrascht hat war, dass das Buch auch einiges an Allgemeinwissen vermittelt. Und das auf eine sehr spielerische und unaufdringliche Art und Weise. Dies ist für mich ein weiterer Pluspunkt des Buches. Wie es sich für ein qualitativ hochwertiges Kinderbuch gehört, gibt es auch eine Botschaft, die die Kinder aus der Geschichte mitnehmen können. Wobei auch dies hier wieder sehr nett verpackt ist und die Autorin nicht die Moralkeule schwingt.
Die einzelnen Geschichten sind durch einen roten Faden miteinander verbunden und ich würde, daher empfehlen sie wirklich in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen. Zumindest beim ersten Mal. Meiner Meinung nach bauen die Geschichten nämlich schon aufeinander auf und sind nicht wirklich komplett unabhängig voneinander. Die abschließenden Worte des Buches lassen darauf schließen, dass es vielleicht irgendwann weitere Abenteuer von Krakadu und Prof zu lesen geben wird. Ich hoffe sehr darauf, denn ich habe die beiden Streithähne wirklich ins Herz geschlossen.

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Eine ziemlich skurrile Mischung

Dem Kroisleitner sein Vater von Martin Schult

Das Cover des Buches ist jetzt nicht unbedingt ein optisches Highlight, trotzdem ist mir der Titel ins Auge gesprungen und hat mich neugierig gemacht. Der Klappentext klang interessant und versprach eine interessante Mischung aus verschiedensten Genres. Dieses Versprechen wurde auch eingehalten, wenn ich auch sagen muss, dass für meinen Geschmack der kriminalistische Anteil ein wenig zu kurz kam.

Natürlich gibt es den Todesfall und wie es auch der Titel verspricht trifft es eben dem Kroisleiter sein Vater. Und wie es sich für einen Krimi gehört, gibt es die Ermittlungsbeamten und -beamtinnen, die Suche nach Zeugen, Hinweisen und Täter. Doch der Schwerpunkt des Buches liegt eher auf dem mehr oder weniger beschaulichen Örtchen St. Margarethen in der Steiermark und auf seinen Bewohnern und Bewohnerinnen und deren Geheimnisse.
Bei den meisten Krimis und vor allem den Regionalkrimis sind es die Ermittlungsbeamten, die den besonderen Charme ausmachen und das Buch von anderen im gleichen Genre abgrenzen. Zwar ist auch hier der Berliner Kollege Frassek ein ganz besonders spezielles Exemplar, doch sind es die Einwohner und Einwohnerinnen des Dorfes die das Buch von anderen abheben. Eine eingeschworene Gemeinschaft mit ganz vielen Unikaten. Vielleicht ein wenig zu viel, denn ich kann mich an keine einzige "normale" Person erinnern und dass, obwohl der Autor wirklich eine Fülle an Protagonisten auf den Lesenden loslässt.
Das an sich wäre ja noch kein Problem, wenn dazu nicht auch noch unzählige Handlungsstränge kommen würden, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben und doch irgendwie alle zusammenhängen. Da läuft man schon mal Gefahr den Überblick zu verlieren, wenn man nicht wirklich bei der Sache ist. Nach und nach schafft es Autor Martin Schult aber mehr oder weniger alle Fäden miteinander zu verknüpfen. Nur wenige Dinge bleiben offen oder unverständlich. Wobei ich sagen muss, dass mich manche davon wirklich gestört haben. Ohne zu viel vom Inhalt verraten zu wollen, aber es gab den einen oder anderen Handlungsstrang, mit dem ich überhaupt nichts anfangen konnte und auch nicht wusste, welche Relevanz er für die Geschichte hat.
Der Erzählstil des Autors gefällt mir sehr gut und das Tempo ist von Anfang an recht hoch, so dass wenig Zeit bleibt zu verschnaufen oder das Gelesene sacken zu lassen. Die Personen und vor allem auch die Dialoge sind witzig und skurril und haben mich an mancher Stelle erheitert. Obwohl der Autor kein Österreicher ist, finde ich das er die österreichische Seele sehr gut dargestellt hat.
Das Buch hat mich verhältnismäßig gut unterhalten, wenn es auch kein besonders herausragendes Erlebnis war. Eingefleischten Krimifans würde ich dieses Buch aber eher nicht empfehlen, da sie meiner Meinung nach mit diesem Buch nicht glücklich werden würden.

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It all started with a Big Bang

Per Lastenrad durch die Galaxis von Ruth Grützbauch

Die unendlichen Weiten des Weltalls faszinieren die Menschen schon seit ewigen Zeiten. Und fiktionale Bücher, Serien und Filme zu diesem Thema erfreuen sich großer Beliebtheit. Doch viele wollen auch verstehen was da wirklich vor sich geht. Wie entstand das Universum? Was sind Galaxien und wie viele davon gibt es eigentlich? Diese und noch viele andere Fragen beantwortet Ruth Grützbauch in ihrem Buch auf sehr humorvolle, anschauliche und trotzdem wissenschaftliche Art und Weise.

Jemand der sich schon intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt hat mag dieses Buch vielleicht ein wenig zu trivial finden. Absolute Laien, die sich noch überhaupt nicht mit der Thematik beschäftigt haben, könnten von dem Buch überfordert sein. Also für wen ist dieses Buch dann geeignet? Für alle die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen. Denn das Buch kann die Leserin oder den Leser mit wissenschaftlichen Fakten begeistern und dennoch die Zusammenhänge so anschaulich und bildlich erklären, dass man auch ohne großes Vorwissen versteht, was vor sich. Dennoch werden auch Menschen, die sich intensiver mit Galaxien beschäftigt haben auf ihre Kosten kommen. Da bin ich mir sicher.
Was unterscheidet dieses Buch jetzt von anderen Sachbüchern zu diesem Thema? Einerseits natürlich die Art und Weise wie Ruth Grützbauch die Themen erklärt. Andererseits, und das ist vielleicht der wichtigste Punkt, ihre persönlichen Erlebnisse. Diese machen das Buch besonders lebendig und interessant.
Da ich leider bis dato nur sehr eingeschränkte Kenntnisse über Galaxien besaß, war das Buch für mich äußerst lehrreich, aber auch eine kleine Herausforderung. Es ist definitiv kein Buch für nebenbei, sowie das oft bei Sachbüchern der Fall ist. Hier muss man sich schon auf das Geschriebene konzentrieren und vielleicht auch die eine oder andere Passage mehrfach lesen. Dafür wird man aber auch mit vielen spannenden und interessanten Fakten belohnt.

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Geballte Ladung an Sarkasmus und schwarzem Humor

Signor Rinaldi kratzt die Kurve von Lorenzo Licalzi

Die ersten Seiten des Buches haben mich sehr überrascht. Denn auf diesen Seiten geht es darum, dass Pietro Rinaldi sich das Leben nehmen möchte. Wobei die Überraschung durchaus eine positive war. So traurig und deprimierend das Thema Selbstmord auch ist, Autor Lorenzo Licalzi beschreibt dies auf eine Art und Weise, die mich zum Lachen gebracht hat.

Der Protagonist Pietro Rinaldi ist ein herrlich schrulliger, alter Kauz, wie er im Buche steht. Er hat eine Abscheu gegen quasi alles und jeden und scheut sich auch nicht diese Meinung lautstark kundzutun. Er nimmt sich dabei, weiß Gott, kein Blatt vor den Mund. An manchen Stellen fühlt man sich vielleicht ein klein wenig vor den Kopf gestoßen, vor allem wenn man feststellt, dass man vielleicht selbst ein paar der Verhaltensweisen an den Tag legt, die Pietro so verteufelt. Trotzdem ist das Ganze so herrlich humoristisch, dass man einfach lachen muss. Wobei das selbstverständlich wie immer eine Frage des Geschmacks ist und Menschen, die mit Sarkasmus und schwarzem Humor nichts anfangen können, sollten wohl besser die Finder von diesem Buch lassen.
Eine der Beschreibungen, die ich im Vorfeld zu dem Buch gelesen habe, lautete: Liebenswertes Roadmovie. Den Satz kann ich nur unterschreiben, wenn auch auf der Reise objektiv betrachtet relativ wenig passiert. Nicht so wie man es aus den Hollywood Filmen kennt, wo sich bei einem Roadmovie meistens die Ereignisse überschlagen. Es geht hier viel mehr um die kleinen Dinge, um Veränderungen im Inneren der beiden Hauptpersonen Pietro und Diego. Um ein zurückfinden ins Leben, auch wenn man das Gefühl hat, dass das Leben gerade eine Sackgasse und eine Einbahnstraße ist.
Die Geschichte an sich ist eigentlich nicht besonders aufregend oder spannend. Wie bereits oben erwähnt, dafür passiert auf ihrer Reise von Genua nach Rom einfach zu wenig. Trotzdem hat der Autor es geschafft, einen Roman zu verfassen, der den Leser oder die Leserin alle Bandbreite der Emotionen fühlen lässt und einen tief bewegt oder bewegen kann. Man muss sich natürlich darauf einlassen und ein klein wenig hinter die Kulissen schauen.
Mir persönlich war der Roman an keiner Stelle zu langatmig und ich habe wirklich jedes einzelne Wort genossen und hätte noch gern mehr über Pietro, Diego und natürlich auch Sid erfahren. Der äußerst pointierte und manchmal auch freche Schreibstil, meine Hochachtung auch an den Übersetzer Luis Ruby, hat dazu maßgeblich beigetragen. Das Buch ist meiner Meinung nach äußerst humorvoll, kommt aber ohne flache Witze aus, sondern besticht mit gut eingesetzter Situationskomik.
"Signor Rinaldi kratzt die Kurve" ist ein tragisch-komischer Roman, der mich berührt und begeistert hat.

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Widersprüchlich und doch stimmig

The Serpent and the Wolf von Rebecca Robinson

Rebecca Robinson und ich hatten einen etwas holprigen Start. Mit großer Freude und Begeisterung habe ich mich auf das Buch gestürzt um es nach einigen wenigen Seiten frustriert zur Seite zu legen. Der Funke sprang überhaupt nicht über und ich habe mich mehr durch die Seiten gequält als ich das Lesen genossen habe.

Daher wurden zuerst einmal andere Bücher vom SUB (Stapel der ungelesenen Bücher) gelesen. So ganz losgelassen hat mich das Buch dann aber doch nicht, worauf ich ihm schlussendlich noch eine Chance gegeben habe. Im Nachhinein bin ich darüber mehr als nur froh.
Denn der Funke kam dann doch und aus dem Funken ist mit der Zeit eine Flamme geworden. Eine sehr wechselhafte zwar, die auch immer wieder größer und kleiner wurde, aber ich brannte dann doch für die Geschichte rund um Vaasa und Reid. Wechselhaft war meine Begeisterung vor allem deswegen, weil ich manchmal das Gefühl hatte, dass die Autorin manche Dinge nicht bis zum Ende durchgedacht hatte.
Die Idee mit den verschiedenen Arten der Magie und den daraus resultierenden rivalisierenden Hexenzyklen hat mir gut gefallen. Allerdings waren die unterschiedlichen Magiesysteme für mich bis zum Schluss nicht wirklich greifbar. Dies liegt einerseits daran, dass die Autorin bewusst einige Dinge verschleiert und nicht genau erläutert. Andererseits werden auch Dinge, die sie preisgibt, nur unzureichend beschrieben. Dadurch wirkt das Magie Gesamtkonzept zwar mystischer, aber auch ein wenig unverständlich.
Gerade im Mittelteil des Buches rückt dann aber die Magie ein wenig in den Hintergrund und Politik ist eher das vorherrschende Thema. An diesen Stellen hat die Autorin mich dann auch öfters mal verloren, da ich nicht komplett durchgeblickt habe. Wobei sich einige Knoten, die ich in meinem Kopf hatte gegen Ende hin gelöst haben.
Handelnde Personen gibt es so einige in diesem Buch, wie in den meisten Büchern des Fantasy Genre. Die wichtigsten sind natürlich Vaasa und Reid, die beiden Hauptpersonen. Mit beiden konnte ich mich recht gut anfreunden und besonders gut hat mir gefallen, dass beides sehr widersprüchliche Charaktere sind. Auf den ersten Blick könnte man auch hier sagen, dass die Autorin sich ein wenig verloren hat, aber gerade hier denke ich, dass diese Widersprüche bewusst gewählt und eingesetzt wurden. Reid ist auf der einen Seite ein starker und brutaler Kämpfer, auf der anderen Seite aber auch ein sehr sensibler Mann. Ähnliches gilt für Vaasa, die sich nach außen tough gibt, innerlich aber zerrissen und von Ängsten zerfressen ist. Viele ihre Handlungsweisen im Laufe des Buches waren für mich nicht immer ganz nachvollziehbar, bis die Autorin am Ende einige der Fragen gelöst hat.
Der Schreibstil der Autorin hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen, wenn ich auch das Gefühl hatte, dass sie gewisse Wörter und Phrasen sehr häufig wiederholt. An manchen Stellen hätte ich mir, wie bereits erwähnt detailliertere Beschreibungen und mehr Informationen erhofft. Möglichweise liefert Rebecca Robinson diese aber dann im zweiten Teil. Eine Spannungskurve war vorhanden, aber nicht immer spürbar. Wobei sich gegen Ende hin, man merkt eventuell, dass mich das Ende sehr beschäftigt, die Ereignisse überschlagen und fast zu viel auf einmal passiert. Da es sich bei dem Buch um eine Dilogie handelt, bleiben am Ende einige Handlungsstränge offen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch einige Schwächen aufweist und ich bereits besser konstruierte Bücher gelesen habe. Trotzdem konnte ich die Autorin für ihre Geschichte begeistern und am liebsten würde ich sofort mit dem zweiten Teil beginnen.

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