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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von ReiShimura:

Wutbewältigung leicht gemacht

Wilma und der Wutknödel von Inka Vigh

Ein gutes Kinderbuch zu schreiben ist keine leichte Aufgabe. Ein gutes Kinderbuch muss sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistern können. Denn bis zu einer gewissen Altersgrenze sind es die Erwachsenen, die das Buch aussuchen und auch vorlesen. Fühlen diese sich nicht angesprochen, verringert das die Chancen, dass das Buch im Kinderzimmer einziehen darf, erheblich.

Die Ansprüche der Kinder sind aber genauso wichtig. Diese müssen mit dem Thema und den Charakteren etwas anfangen können und die Bilder müssen ansprechend sein.
Autorin Inka Vigh hat diesen doch recht anspruchsvollen Spagat mit Bravour erledigt und ein unglaublich warmherziges Kinderbuch erschaffen. Die Illustrationen, die ebenfalls aus ihrer Hand stammen, sind ansprechend und detailreich. Sowohl der kleine Leser als auch ich schauen uns die Bilder einfach gerne an und freuen uns über die vielen kleinen Details, die das Buch zu etwas ganz Besonderem machen.
Die beschriebenen Alltagssituationen sind für Kinder gut verständlich und nachvollziehbar. Das meiste haben die Kinder so oder so ähnlich sicher selbst schon einmal erlebt. Wilma ist ein entzückendes kleines Mädchen, wenn sie auch an manchen Stellen ein bisschen zu altklug wirkt.
Das Hauptthema des Buches ist, wie der Name bereits verrät, Wut bzw. wie wir mit diesem Gefühl umgehen sollten. Die Vorstellung das in unserem Inneren ein Wutknödel entsteht, der immer größer und größer wird, hat mir sehr gut gefallen und ich habe auch feststellen können, dass dies für den 2-jährigen kleinen Leser ein nachvollziehbarer Gedanke ist. Natürlich ist dieses Buch kein Wundermittel und weder verpufft die Wut beim Lesen noch treten Wutanfälle seltener auf.
Dennoch hat dieses Buch uns sehr geholfen. Der kleine Leser hat dadurch gelernt, dass es ganz normal ist, dass man wütend wird. Das dies nichts Schlimmes ist, dass aber darauf ankommt, wie man mit diesem unangenehmen Gefühl umgeht. Wilma und den Wutknödel dabei zu beobachten, wie sie Dinge ausprobieren ist unglaublich lustig.
Die Altersempfehlung des Verlages für dieses Buch liegt bei 3 Jahren und diese ist meines Empfindens auch passend gewählt. Wie bereits weiter oben erwähnt wurde das Buch hier mit einem gut 2 Jahre altem Kind gelesen und der kleine Leser hatte keinerlei Schwierigkeiten mit der Länge des Textes oder verwendeten Wörter oder Ausdrücke. Das Buch eignet sich meiner Meinung nach aber auch noch für ältere Kinder. Mit denen kann man dann auch noch nach weiteren Methoden suchen, um den Wutknödel wieder nach Hause zu schicken.
Ich kann es einfach nicht oft genug sagen, daher abschließend noch einmal: Dieses Buch hat uns wirklich begeistert und wird vom kleinen Leser auch immer wieder aus dem Bücherregal herausgesucht. Und allein dies zeigt meiner Meinung nach, dass es sich um das perfekte Kinderbuch handelt.

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Ein düsteres Abenteuer für Jung und Alt

Mika Mysteries 1: Der Ruf des Nachtraben Mika Mysteries von Johan Rundberg

Auf dieses Buch bin ich durch die Verlagsvorschau aufmerksam geworden und habe das Erscheinungsdatum bereits herbeigesehnt. Das Cover hat mich sofort angesprochen da es eine wunderbare mystische Stimmung ausstrahlt. Das es sich dabei um ein Kinderbuch handelt war mir deutlich bewusst, aber der Klappentext klang so spannend und interessant, dass ich sofort das Gefühl hatte, dass dies auch ein Buch für Erwachsene sein könnte.

Das empfohlene Lesealter des Buches ist vom Verlag mit 10 Jahren angegeben. Diese Angabe finde ich auch durchaus angebracht. Da das Buch aber eine recht düstere Stimmung verbreitet, nicht unbedingt gruselig, aber doch ein wenig bedrückend, würde ich Eltern aber empfehlen genau zu überlegen, ob das jeweilige Kind bereits so weit ist, um dieses Buch zu lesen. Vor allem bei zartbesaiteten Kindern denke ich, dass es nicht unbedingt die beste Lektüre vor dem Schlafen gehen sein könnte. Meine persönliche Empfehlung wäre aber, dass Buch zusammen mit dem Kind zu lesen oder wie in meinem Fall, zu hören, da es sowohl für Heranwachsende als auch Erwachsene interessant ist.
Die Hauptperson und Namensgeberin des Buches ist die 12-jährige Waise Mika. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters, weiß sie, dass ihre Chancen adoptiert zu werden gering sind. Daher wohnt sie nicht nur im Waisenhaus, sondern muss dort auch tatkräftig mitarbeitet. Zusätzlich hat sie noch einen anderen Job in einem Lokal. Klingt im ersten Augenblick alles ein wenig falsch und weit hergeholt. Doch da das Buch im Jahr 1880 spielt, ist dies leider alles traurige Wahrheit. Autor Johan Rundberg hat die Stimmung der Zeit und des furchtbaren Winters, der gerade herrscht, wunderbar eingefangen. Wie bereits anfangs empfand ich das Buch teilweise als sehr bedrückend und düster. Dennoch gab es immer wieder Passagen, bei denen ich schmunzeln musste. Schauerlich schrecklich ist auch die Situation im Waisenhaus, diese wird vom Autor auch nicht beschönigt. Das Essen ist knapp und das Feuerholz geht zu Neige. Aber damit nicht genug, es passiert auch noch ein Mord.
An dieser Stelle beginnt die Zusammenarbeit des Kommissars Valdemar Hoff mit Mika. Denn er erkennt auf Anhieb ihre besondere Fähigkeit, nämlich ihre unfassbare Beobachtungs- und Auffassungsgabe. Das Zusammenspiel der doch sehr unterschiedlichen Charaktere hat das Buch dann endgültig abgerundet und ihm den allerletzten Schliff verpasst. Ich war so gefesselt in der Geschichte, dass ich einfach nicht aufhören konnte und das Hörbuch an einem Abend beendet habe.
Gesprochen wird das Hörbuch von Julia Nachtmann. Ihre Stimme hat mich vom ersten Wort an eingewickelt und in die Geschichte hineingezogen. Bei neuen Hörbüchern oder bei Sprecherinnen und Sprechern, die ich bis dato noch nicht kannte, brauche ich oft ein wenig länger, um mit der Stimme vertraut zu werden. Dies war hier aber nicht der Fall, ganz im Gegenteil. Die Sprachmelodie die Julia Nachtmann hat dem Buch eine unglaubliche Tiefe verliehen und die unheimlich-düstere Stimmung einfach perfekt abgerundet.
Mika Mysteries ist ein Buch, dass ich wirklich von ganzem Herzen weiterempfehlen kann. Die Geschichte ist spannend, intelligent konstruiert und sehr eindrucksvoll.
Der einzige Wehrmutstropfen an der Sache ist, dass der zweite Teil der Reihe leider erst im Frühjahr 2026 erscheinen wird.

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Hörgenuss für den Gaumen

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe Die Cornwall-Reihe von Katharina Herzog

Von der Autorin Katharina Herzog habe ich schon sehr viel positives gehört, also natürlich nicht von ihr als Person, aber von ihren Büchern. Daher habe ich mich sehr auf das Hörbuch gefreut.
Gelesen wird das Hörbuch von Elena Wilms, gleich wie die Autorin, ist auch sie für mich eine Unbekannte.

Jedenfalls wäre mir nicht bewusst, dass ich bereits ein Hörbuch gehört habe, dass von ihr gelesen wurde. Allerdings hoffe ich sehr, dass ich bald wieder eines in die Hand bekommen werde. Denn ihre Stimme hat mir außerordentlich gut gefallen. Ihre Stimmfarbe und ihre Art die Dinge zu betonen haben mir zugesagt und es hat wirklich Spaß gemacht ihr zu zuhören.
Besonders angesprochen hat mich bei diesem Buch einerseits das Setting, ich mag Cornwall als Handlungsort für Bücher sehr gerne. Andererseits war es aber auch das kulinarische Grundthema. Bei ersterem bin ich voll auf meine Kosten gekommen, da die Beschreibungen von Katharina Herzog detailliert und ansprechend waren. Zweiteres kam mir ein wenig zu kurz. Zwar ist Essen und Kochen immer wieder mal Thema, ich dachte aber, dass es einen größeren Stellenwert in dem Buch haben würde.
Der Hauptfokus der Geschichte liegt auf der Liebesgeschichte, nicht verwunderlich, handelt es sich ja um einen Liebesroman. In sehr vielen Fällen bestechen Bücher dieses Genres nicht gerade mit Tiefgang und auch dieses Exemplar ist keine Ausnahme. Positiv aufgefallen ist mir hierbei aber die Charakterentwicklung. Sophie empfand ich zu Beginn des Buches als äußerst unsympathisch. Dies hat sich aber still und leise während des Fortschreitens der Handlung geändert. Schade fand ich hingegen, dass gerade die Beziehung zu ihrer Tochter nicht mehr thematisiert wurde. Hier wäre noch einiges an Potential und vor allem auch Tiefe drinnen gewesen.
Wobei dies nicht die einzige Stelle war, an der es sich die Autorin bzw. es die Autorin den Charakteren leicht macht. Natürlich gibt es die obligatorischen Schwierigkeiten und das unausweichliche Missverständnis der Liebenden, aber im Großen und Ganzen lassen sich alle Probleme recht schnell und einfach lösen. Für meinen Geschmack ein wenig zu einfach, aber Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden.
Das kleine Küstendörfchen Port Haven hat mir als Handlungsort sehr gut gefallen und auch das urige Smugglers Inn mit seinen teilweise sehr skurrilen Angestellten und Gästen hat es mir angetan. Daher freut es mich ganz besonders, dass es 2026 eine Chance gibt wieder dorthin zu reisen. Denn dann erscheint der zweite Teil der "Taste of Cornwall" Reihe.
Obwohl das Buch kleinere Schwächen und Mängel aufweist und die Handlung stellenweise ein wenig dünn ist, kann ich trotzdem eine Empfehlung aussprechen. Vor allem für all jene, die so wie ich, neben dem Hörbuch hören gerne ihre Hände beschäftigen. Die Geschichte war eine wunderbare Ergänzung zum Aufräumen, Putzen und Handarbeiten und hat mir die teilweise ungeliebten und lästigen Aufgaben versüßt.

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Geballte Ladung Van Gogh Wissen

Mein magisches Museum und Vincent van Gogh von Anne Funck

Zu Vincent van Goghs Bild „Die Sternennacht“ haben wir in unsere Familie eine ganz besonders Beziehung und der kleine Leser hat sogar Sternennacht Socken. Als ich dann gesehen habe, dass die Kunsthistorikerin Anne Funck ein interaktives Kinderbuch zu Vincent van Gogh veröffentlicht hat, war für mich sofort klar, dass wir dieses Buch unbedingt haben müssen.

Oder um es mit den Worten des kleinen Lesers zu sagen: Wir brauchen dieses Buch!
Das empfohlene Lesealter des Buches ist vom Verlag mit 6 Jahren angegeben. Meiner Meinung nach ist die Altersangabe ein klein wenig ambitioniert. Ich persönlich hätte das Lesealter eher bei 8 oder 10 Jahren gesehen. Denn das Buch liefert wirklich eine geballte Ladung an Wissen und Informationen. Die Seiten sind sehr vollgestopft und sogar ich als Erwachsene habe mich an manchen Stellen überfordert gefühlt.
Dies ist definitiv kein Buch, dass man auf einen Rutsch durchlesen oder durcharbeiten kann. Man sollte sich wirklich die Zeit nehmen und in Ruhe immer wieder einen Teil lesen und danach auch die Aufgaben ausfüllen. Wie bereits anfangs erwähnt, ist dies ein interaktives Buch. Es gibt also immer wieder kleine Aufgaben oder Aufforderungen an die Kinder sich aktiv am Buch zu beteiligen und zu verewigen. Ich persönlich mag es allerdings überhaupt nicht, wenn in einem Buch „herumgekritzelt“ wird. Ich befürworte aber prinzipiell die Idee der Autorin, dass die Kinder nicht nur passiv etwas über Vincent van Gogh, Malerei und Farben lernen sollen. Ich denke, dass wir die Seiten kopieren werden, auf denen der kleine Leser etwas zeichnen möchte. Dabei sehe ich auch den Vorteil, dass wenn das Buch über einen längeren Zeitraum interessant sein sollte, was ich sehr hoffe, die Aufgaben immer wieder neu gemacht werden können und man dann eventuell auch einen Fortschritt in den Zeichenkünsten sieht.
Begeistert hat mich die Fülle an Informationen über das Leben und Wirken von Vincent van Gogh. Dies geht weit über das hinaus was ich mir von dem Buch erwartet habe und auch ich konnte noch einiges dazulernen.
Das Buch entspricht nicht ganz dem, was ich mir erwartet habe. An manchen Stellen wurde ich positiv überrascht und an anderen Stellen ein wenig enttäuscht. Die Enttäuschung betrifft vor allem das chaotische und gedrängte Layout. Ich denke, dass es mir besser gefallen hätte, wenn sowohl den Bildern als auch dem Text ein wenig mehr Raum gegeben worden wäre.

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Ein bedrückender Blick in die menschliche Psyche

Kankos Reise von Rin Usami

Bücher von japanischen Autoren und Autorinnen stehen immer öfter auf meiner Leseliste. Das Land, die Leute, die Sprache und die Kultur Japans haben mich vor Jahren in ihren Bann gezogen und mich bis dato nicht mehr losgelassen.
Obwohl die Bücher von den verschiedensten Personen geschrieben wurden und auch vielfältige Themen behandelt haben, gab es doch irgendwie eine Gemeinsamkeit.

Die Bücher haben mich nachdenklich gestimmt, aber mich auch in eine positive Stimmung versetzt. Dieses Buch bildet hier die Ausnahme. Denn die Geschichte von Kanko ist sicher viel und man kann auch viel daraus mitnehmen, aber eine positive Grundstimmung sicher nicht.
Bis zu einem gewissen Grad war mir das bereits vor dem Lesen bewusst. Denn der Klappentext verrät schon einige der bedrückenden Themen, die in dieser Geschichte behandelt werden: Depression, Alkoholismus, Gewalt, Überforderung. Wie sehr die Autorin Rin Usami aber in die Abgründe der menschlichen Psyche eintaucht war mir im Vorfeld nicht bewusst.
Bewundernswert finde ich wie nüchtern die Autorin dabei vor geht. Es wird nichts beschönigt oder verborgen. Es gibt nicht die in vielen japanischen Werken verkommende blumige und poetische Sprache. Einfach, klar und mit wenigen Worten schafft es Rin Usami ein Familienbild zu erzeugen, dass nicht dysfunktionaler sein könnte.
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der 17-jährigen Kanko. Und ich denke auch, dass ist es was mir besonders zu schaffen gemacht hat. Also nicht die Tatsache, dass die Geschichte von einer Jugendlichen erzählt wird. Aber wie es wird, wie normal der Umgang der einzelnen Familienmitglieder für Kanko ist. Ihre Normalität besteht aus emotionaler Kälte, Gewalt und Gehorsam.
Mit knapp 180 Seiten fällt das Buch ungewöhnlich dünn aus. Wobei mir dies beim Lesen nicht wirklich bewusst war. Die Autorin schafft es auf diesen verhältnismäßig wenigen Seiten so viel unterzubringen, dass ich das Gefühl hatte, einen 500 Seiten Roman zu lesen.
Meiner Meinung nach hat Rin Usami hier wirklich etwas großartiges erschaffen. Dennoch bin ich bezüglich einer Leseempfehlung sehr vorsichtig. Denn, obwohl ich das Buch auf jeden Fall als lesenswert empfinde, denke ich, dass man emotional gefestigt sein sollte um es Lesen zu können.

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Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

The Wind Weaver (The Wind Weaver 1) The Wind Weaver von Julie Johnson

Wer sich in den letzten Monaten in Bücher Communities seine Zeit vertrieben hat und sich noch dazu für Fantasy Bücher interessiert ist sicher immer wieder über einen Titel drüber gestolpert: "The Wind Weaver". Jedenfalls habe ich dies so empfunden und obwohl ich sehr durchwachsene Erfahrungen mit Hype Büchern habe, konnte ich nicht widerstehen.

Durchwachsen ist eigentlich ein gutes Stichwort. Denn müsste ich mein Leseerlebnis in einem Wort beschreiben, dann wäre es eben genau dieses. Der Anfang hat mir gut gefallen, da man, wie so oft direkt in die Geschichte eintaucht und mitgerissen wird. Ich fühlte mich zwar ein wenig verloren, da ich noch keine Ahnung von der Welt, dem Magiesystem oder den wichtigsten Personen hatte. Schnell stellte sich aber heraus, dass auch Rhya eigentlich in vielen Bereichen im Dunkeln tappt. Also habe ich mir darauf eingestellt, mit ihr zusammen die Welt zu ergründen. Rhya war mir nicht unsympathisch und ich stellte mich auf eine aufregende und spannende Reise ein.
Leider entpuppte sich die Reise als mühsam und langatmig. Da es sich bei dem Buch um den Auftakt einer Reihe handelt, habe ich im Vorfeld schon damit gerechnet, dass alles ein wenig gemütlich von Statten gehen wird und es einige Zeit dauern wird, bis sich die vielen Puzzleteile zusammenfügen. An vielen Stellen des Buches hatte ich aber nicht das Gefühl, als ob irgendetwas weitergehen würde. Lange Zeit war es eher ein auf der Stelle treten und sich im Kreis drehen. Unterbrochen wurde das Ganze immer wieder mal durch verschiedene Schlachten und Kämpfe. Die waren zwar ganz spannend, aber auch nur bedingt interessant für die Gesamthandlung.
Mit knapp 17 Stunden hat das Hörbuch eine durchaus beachtliche Länge. Diese hat mich aber überhaupt nicht abgeschreckt. Im Fantasybereich sind Hörbücher mit einer Länge von 20 Stunden und mehr auch nichts Ungewöhnliches. Eine gut ausgearbeitete Welt und ein vernünftig durchdachtes Magiesystem brauchen eben seine Zeit und ausführliche Erklärungen. Gesprochen wird das Hörbuch von Rebecca Veil. Ihre Stimmmelodie hat mir gut gefallen auch mit ihrer Art die Wörter zu betonen bin ich gut klargekommen. Nur die Geschwindigkeit war mir zu gering, glücklicherweise kann man die Abspielgeschwindigkeit individuell einstellen.
Positiv hervorheben möchte ich, dass der Anteil an Liebesszenen überschaubar ist. Für viele mag dies ein Kritikpunkt sein, mich persönlich freut es aber. Ein wenig Liebe und auch die eine oder andere pikante Szene mag ganz nett sein in einem Fantasybuch, wenn es aber nur mehr darum geht, ist das für mich eher abstoßend. In diesem Bereich hat die Autorin Julie Johnson aber alles richtig gemacht. Trotzdem muss ich anmerken, dass die Gefühle für mich nicht immer komplett nachvollziehbar waren. Vermutlich lag das aber daran, dass ich mich zwischendurch eher durch das Buch durchgequält habe.
Wenn man mich ungefähr bei der Mitte des Buches um meine Meinung gefragt hätte, wäre diese alles andere als positiv gewesen. Nach Abschluss des Buches habe ich doch das eine oder andere gefunden, dass mir zusagt und mich neugierig auf die weiterführenden Bände macht.

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Agenten, Amnesie und Attraktivität

Never Trust Your Fake Husband von Ally Carter

Ally Carter kannte ich bis zu diesem Buch nicht, obwohl sie laut meinen Recherchen eine Bestsellerautorin ist und mehrere sehr bekannte Reihen geschrieben hat. Auf dieses Buch bin ich auch nur zufällig gestoßen, aber der Klappentext klang so herrlich skurril, dass ich einfach nicht widerstehen konnte.

Bereits nach wenigen Seiten wusste ich, dass es sich hierbei um ein Buch handelt, welches mich gut unterhalten wird. Kein langes Vorgeplänkel, keine großartige Einführung von Personen oder Hintergründen. Einfach mitten rein ins Geschehen. Man weiß weder so genau was vor sich geht noch, wen man da eigentlich auf der Reise begleitet. Aber warum sollte es der Leserin auch besser gehen als der Protagonistin? Diese hat nämlich auch keine Ahnung, wer sie ist, noch was vor sich geht. Sie weiß nur, dass es da einen unglaublich heißen Mann gibt, vielleicht den heißesten Mann der Welt und er sie scheinbar kennt. Oder doch nicht?
Es handelt sich bei dem Buch um einen New Adult Roman und das empfohlene Lesealter ist mit 16 Jahren angegeben. Daher ist es wenig verwunderlich, dass die Sprache eher einfach gehalten ist. Das heißt aber nicht, dass das Buch schlecht geschrieben ist oder nicht auf für Erwachsene interessant sein kann. Ich gehöre definitiv nicht zur eigentlichen Zielgruppe dieses Buches und lese durchaus auch gerne „anspruchsvolle“ Literatur. Ich habe mich von der Geschichte sehr gut unterhalten gefühlt und wollte meinen E-Reader gar nicht mehr aus der Hand legen.
Dies lag vor allem an der zwar äußerst unrealistischen, aber unterhaltsamen Handlung, den liebenswerten und komplett verschiedenen Charakteren und dem ansprechenden Humor. Gerade letzterer hat mir in diesem Buch sehr zugesagt und das, obwohl ich mit Klamauk-Agenten-Geschichten in den wenigsten Fällen etwas anfangen kann. Meistens sind die Witze zu abgedroschen und übertrieben, so dass es eher lächerlich wirkt und man sich ein klein wenig fremdschämt. Ally Carter hat ihre weibliche Hauptperson, ich vermeide es den Namen zu nennen, um nicht zu spoilern, mit einer großartigen Mischung aus Wortwitz und Tollpatschigkeit ausgestattet, die ich einfach nur herzerwärmend fand. Ihr Wortkreationen sind wirklich zuckersüß und haben diesem Buch noch einen besonderen Touch gegeben.
Er hingegen ist das genaue Gegenteil, athletisch, ernst und knallhart. Die beiden sind wie Hund und Katze, wie Feuer und Eis, wie Tag und Nacht. Wobei Tag und Nacht ein gutes Stichwort ist. Denn beim Lesen habe ich oft an den Film Knight and Day mit Tom Cruise und Cameron Diaz denken müssen. Wer den Film kennt und mag, wird definitiv auch an diesem Buch seine Freude haben.
Die Handlung des Buches wird hauptsächlich von actiongeladenen Szenen und irrwitzigen Gesprächen dominiert. Aber natürlich dürfen auch die Gefühle und vor allem die Liebe nicht fehlen. Ally Carter treibt hierbei die Actionszenen manchmal auf die Spitze und an diversen Stellen dachte ich mir, das war jetzt aber vielleicht ein wenig übertrieben. Lustig war es aber dann doch irgendwie.
Die Geschichte wird abwechseln aus der Sicht von ihr und ihm erzählt. So weit so ungewöhnlich. Spannend wird es aber dadurch, dass sich die Autorin für den Stil des personalen Erzählers entschieden hat. Dies hat mich im ersten Augenblick ein wenig irritiert und mir das Hineinversetzen in die jeweilige Person erschwert, mit der Zeit habe ich diesen Stil aber schätzen und lieben gelernt.
Die kunterbunte Mischung aus Komödie, Agententhriller und Liebesroman hat mir gut gefallen und ich hatte ein paar außerordentlich amüsante Lesestunden. Wenn es die Autorin auch noch geschafft hätte der Geschichte ein wenig mehr Tiefe zu geben, dann hätte dies ein 5 Sterne Buch sein können.

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Zu viel in zu kurzer Zeit

Never Trust Your Fake Husband von Ally Carter

Der Einstieg ins Buch hat mir sehr gut gefallen, da man sofort mitten ins Geschehen eintaucht, die Handlung spannend und fesselnd ist. So darf man gleich zu Beginn miterleben, wie Amanda aus ihrem Martyrium befreit wird. Durch diese sehr intensiven ersten Seiten konnte ich gleich eine Verbindung zu Amanda aufbauen und freute mich schon darauf, zu lesen wie es weitergeht.

Die eigentliche Geschichte findet dann zwei Jahre später statt und auch da war ich zu Beginn noch ganz begeistert, sowohl von der Handlung an sich als auch von den handelnden Charakteren. Ich konnte sowohl Amandas Handlungen nachvollziehen und hatte auch Verständnis für Amandas Familie. Letztere war mir zwar nicht unbedingt sympathisch, aber ich bin auch der Meinung, dass mir nicht jede Person in einem Buch sympathisch sein muss. Chase Henry empfand ich auch als durchaus spannenden Charakter.
Leider ist meine anfängliche Begeisterung dann relativ schnell abgeflaut. Dies liegt einerseits daran, dass die weitere Handlung relativ vorhersehbar war. Darüber hätte ich noch hinwegsehen können, denn dies ist ja in vielen Büchern dieses Genres der Fall. Andererseits lag es aber daran, dass ich die Charakterentwicklung von Amanda meiner Meinung nach viel zu rasant ging. Ich verstehe schon, dass dies für die weiteren Vorkommnisse in dem Buch wichtig ist, aber wirklich Sinn hat es für mich nicht ergeben. Das Ganze erinnerte mich ein wenig an eine Wunderheilung.
Aufgrund von Amandas Vergangenheit hatte ich erwartet, dass dieses Buch mich auf eine emotionale Achterbahn schicken wird. Dies hat die Autorin Stacey Kade hin und wieder auch geschafft. Ihren Erzählstil empfand ich als flüssig und angenehm. Außerdem schafft Stacey Kade es sehr gut Emotionen zu beschreiben und zu transportieren. Unterstützt wird dies auch dadurch, dass die Geschichte immer abwechselnd aus der Sicht von Amanda und Chase erzählt wird. Wobei dies auch ein mittlerweile gängiges Stilmittel ist. Ich bin schon eher verwundert, wenn es in einem Buch dieses Genres nicht genutzt wird. Wie bereits erwähnt habe ich so meine Schwierigkeiten mit Amandas sehr rasantem Sinneswechsel und ihrer geradezu explosionsartigen Charakterentwicklung. Daher war auch die Liebesgeschichte für mich nur bedingt glaubwürdig. Für mich persönlich wirkte alles zu sehr konstruiert und zu holprig.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass dieses Buch für mich eine nette Unterhaltung war, mich aber weder so begeistert noch gefesselt hat, wie ich es mir erwartet hätte. Obwohl ich den Schreibstil der Autorin als sehr angenehm empfand, glaube ich nicht, dass ich noch einmal zu einem Buch von ihr greifen werde.

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Ein absolutes must have

Wieso? Weshalb? Warum? Kernreihe, Band 58 - Unsere Gefühle von Andrea Erne

Bereits als ich die Ankündigung für dieses Buch gesehen habe, war mir bewusst, dass wir dieses Buch unbedingt haben müssen. Das liegt einerseits daran, dass bei uns sowohl der kleine Leser als auch die Erwachsenen große Fans der "Wieso Weshalb Warum" Reihe sind, andererseits und das war eigentlich der Hauptgrund, lag es am Thema, welches der Verlag dieses Mal ausgesucht hat.

Ein so wichtiges Thema, dass uns alle betrifft, dass wir jeden Tag in seinen vielen Facetten er- und durchleben, aber die wenigsten wahrscheinlich wirklich verstehen oder erklären können.
Bereits die erste Doppelseite auf der Alltagssituationen und die dazugehörigen Gefühle gezeigt werden, hat uns begeistert. Denn hier wird wirklich kindgerecht und auf Augenhöhe erklärt. Es werden Situationen gezeigt, die die Kinder entweder schon selbst erlebt haben oder zumindest sehr gut nachvollziehen können. Die Illustrationen von Melanie Brockamp sind sehr gut gemacht und die Gefühle der verschiedenen Personen sind auf den Bildern sehr gut zu erkennen.
Die meisten Gefühle werden anhand von Kindern dargestellt, also die Illustrationen zeigen Kinder in verschiedenen Situationen, in denen sie sich u.a. traurig, wütend oder fröhlich fühlen. Es gibt aber auch ein paar Beispiele die Erwachsene Personen zeigen. So sieht man eben auch eine Mutter, die um ihren verstorbenen Vater trauert. Oder einen Papa mit Depressionen.
Ein besonderes Highlight bei diesen Büchern sind natürlich immer die Klappen. Diese lassen sich wie gewöhnt gut öffnen und offenbaren zusätzliche Inhalte. In diesem Buch verstecken sich gerade bei den negativeren Gefühlen meistens Lösungen unter den Klappen. Also Erklärungen, was man tun kann, damit man nicht mehr traurig oder wütend ist.
Die Texte sind der Altersempfehlung angepasst und weisen daher schon eine gewisse Länge auf. Aufgrund der vielen und vor allem aussagekräftigen Bilder kann man aber auch viel frei erzählen und erklären. Dies ist vor allem für kleinere Kinder super. Denn meiner Meinung nach, kann man fast nicht früh genug damit anfangen Kindern zu erklären, was es für Gefühle gibt und vor allem, dass all diese Gefühle richtig und wichtig sind. Ich habe das Buch auch bereits mit einem zweijährigen gelesen und sehr gute Erfahrungen gemacht.
Ausgesprochen hilfreich finde ich auch die Drehscheibe, welche am Ende des Buches enthalten ist. Hier werden noch einmal alle Gefühle gezeigt, wieder mit einem sehr aussagekräftigen Bild und Worten. Manchmal fällt es schwer, seine Gefühle in Worte zu packen, sowohl Kindern als auch uns Erwachsenen. Dann kann man einfach das Buch zur Hand nehmen und auf der Drehscheibe zeigen, was gerade in einem vor sich geht.
Mir ist bewusst, dass der Preis der Bücher ein recht stolzer ist, aber in diesem Fall muss ich auch dazusagen, es zahlt sich mehr als nur aus. Denn dies ist keines der Bücher, die man nur einmal in die Hand nimmt oder das uninteressant wird, wenn sich Interessen verändern.
Daher würde ich dieses Buch wirklich jedem empfehlen, der Kinder im entsprechenden Alter hat. Auf Neudeutsch würde man sagen: Ein must have für jedes Kinderbücherregal.

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Großartige Artenvielfalt

Wieso? Weshalb? Warum? Sonderband - Mein ABC der Tiere von Susanne Gernhäuser

Ravensburger hat mit seiner "Wieso? Weshalb? Warum?" Reihe wirklich so ziemlich alles richtig gemacht. Der einzige Wermutstropfen ist der Preis. Man verstehe mich bitte hier nicht falsch, die Bücher sind das Geld auf jeden Fall wert, doch gibt es mittlerweile so viele gute Bücher aus der Reihe, dass man schon einiges an Geld in die Hand nehmen müsste, um eine vollständige Sammlung sein eigen nennen zu dürfen.

Von diesem Gedanken habe ich mich schon lange verabschiedet, aber bei manchen Büchern kann ich einfach nicht widerstehen.
Bei diesem Sonderband war mir sofort klar, dass ich den unbedingt für den kleinen Leser haben muss. Auch wenn er noch nicht lesen kann, zeigt er trotzdem bereits Interesse an Buchstaben und dem Alphabet. Tiere sind sowieso ein Dauerbrenner und die Kombination aus beidem ist daher absolut perfekt.
Trotzdem muss ich zugeben, dass ich zu Beginn ein klein wenig enttäuscht war. Dies lag aber nicht an der Auswahl der Tiere, denn da gibt es wirklich einen bunten Mix aus allgemein bekannten Tieren, wie zum Beispiel Pinguin oder Känguru und wahrscheinlich eher unbekannteren wie dem Basilisken. Meine Enttäuschung rührte eher daher, dass ich dachte, dass es mehr und vor allem detailliertere Informationen zu den Tieren geben würde. Ich bin mir selbst nicht sicher, woher dieser Irrglaube kam, hatte ich mir doch im Vorfeld die Seitenzahl angesehen. Trotzdem hatte ich eine Art Lexikon im Kopf. Hier möchte ich aber dem Verlag keinen Vorwurf machen, da es doch eigentlich klar kommuniziert war, war man von diesem Buch erwarten kann. Das Hauptaugenmerk des Buches ist dabei eben nicht möglichst viele Informationen zu einzelnen Tieren zu vermitteln, sondern auf spielerischen und trotzdem informativen Weg das ABC näher zu bringen.
Beim kleinen Leser kam das Buch aber sehr gut an und er findet die Auswahl der Tiere spannend. Das schöne an dem Buch ist, dass er das Buch sowohl allein begeistert anschaut, es aber auch gerne zusammengelesen wird. Die Klappen sind wie immer ein kleines Highlight bei dem Buch. Hier finde ich besonders großartig, dass sich die Bilder durch das Öffnen der Klappen verändern. So wird zum Beispiel äußerst anschaulich dargestellt, wie groß ein Geier wird, wenn er seine Flügel ausbreitet oder der Farbwechsel eines Chamäleons.
Die Illustrationen sind ansprechend, realistisch und trotzdem kindgerecht. Wie bereits erwähnt sind nicht nur die gängigen Tiere im Buch abgebildet und auch nicht nur die, die allgemein als niedlich gelten. Vertreten sind somit auch Insekten, Reptilien und Fische.
Trotz meiner anfänglichen Enttäuschung bin ich mittlerweile ein großer Fan dieses Buches. Es bietet eine ansprechende Möglichkeit, um Kindern die Buchstaben näher zu bringen und das Interesse an vielen verschiedenen Tieren zu wecken. Vielleicht sollte man vorsorglich schon ein Tierlexikon in der Hinterhand haben, um die vielen Fragen der Kinder zu den einzelnen Tieren beantworten zu können.

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