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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von ReiShimura:

Wenig Mord, viel Masche – Cozy Crime mit Fokus auf Gemütlichkeit

Mörderisch verstrickt. Ein Strickclub ermittelt von Susanne Oswald

Das Genre „Cozy Crime“ ist für mich noch immer etwas relativ neues und ich habe bis dato noch nicht viel Bücher dieses Genres gelesen. Ich habe aber relativ schnell festgestellt, dass mir dieses Genre liegt. Da ich zwar gerne Krimis lese, aber nur wenn sie nicht zu blutrünstig sind. Stricken zählt leider nicht zu meinen Fähigkeiten, wobei ich gerne nähe und sticke.

Trotzdem dachte ich mir, dass dieses Buch genau in mein Buch-Beuteschema passen würde. Leider musste ich relativ schnell feststellen, dass ich mich da getäuscht habe.
Wobei es nicht darum geht, dass das Buch per se schlecht ist. Die Atmosphäre des Buches hat mir gut gefallen und auch das, wie erwartete sehr dominante, Strickthema hat mich nicht gestört. Die Charaktere sind im Großen und Ganzen gut ausgearbeitet und interessant. Eigentlich alles gute Voraussetzungen für ein angenehmes Leseerlebnis. Mein Problem mit dem Buch liegt einzig und allein daran, dass der Krimianteil des Buchs äußerst überschaubar ist.
Die erste Hälfte des Buches besteht aus der Einführung der Charaktere, viel Gestricke und Gerede. Erst danach kommt der eigentliche Kriminalfall und dieser ist auch nicht besonders ausgeklügelt und die Anzahl der Verdächtigen ist von Beginn an relativ gering. Jedenfalls wenn man während des Lesens ein bisschen mitdenkt und eins und eins zusammenzählt. Überraschungen gab es in diesem Buch kaum welche für mich.
Für mich war es das erste Buch von Susanne Oswald und ich bin mir nicht sicher, ob ich noch einmal zu einem Buch von ihr greifen werde. Natürlich passiert so etwas immer wieder und in den meisten Fällen hätte ich damit auch kein Problem. In diesem Fall tut es mir aber wirklich leid, denn ich mag die Art und Weise wie Susanne Oswald schreibt. Sie hat ein Gespür für Worte und ihre Charakterbeschreibungen haben mir gut gefallen. Auch die Einbindung ihres Lieblingsthemas Stricken hat mir gut gefallen.
Dennoch muss ich sagen, dass dieses Buch für mich einfach zu viel Cosy und zu wenig Crime war. Und dies ist ein Mischungsverhältnis, dass mich persönlich einfach nicht glücklich macht.
Krimifans würde ich wirklich von diesem Buch abraten, wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich eingefleischte Krimifans sowieso von Cosy Crime Büchern fernhalten. Schweren Herzens muss ich aber sagen, dass ich dieses Buch prinzipiell nur bedingt weiterempfehlen kann, da leider nicht besonders viel passiert, außer Gespräche unter Freunden und ganz viel Gestricke.

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Ein Garten voller Worte – Doch die Botschaft blieb mir verborgen

Der Garten der kleinen Wunder von Patricia Koelle-Wolken

Vor vielen Jahren hat mir ein Bekannter einmal das Buch „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky empfohlen, da er der Meinung war, dass dieses Buch sehr gut zu meiner Lebenssituation passen würde und ich daher sehr davon profitieren würde. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass das Buch zwar ganz nett, aber für mich ein wenig zu viel des Guten war.

Seitdem halte ich mich eher fern von Büchern, die meiner Meinung nach in eine ähnliche Richtung gehen und zu sehr in esoterisches Geschwafel abgleiten.
Daher war ich mir auch äußerst unsicher, ob dieses Buch oder genauer formuliert dieses Hörbuch das Richtige für mich sein würde. Immerhin wird es recht großspurig mit dem Satz „Ein inspirierender Roman, der uns hilft, uns selbst zu finden“. Eines gleich vorweg, bei mir hat dies leider nicht funktioniert und ich bin noch immer auf der Suche.
Dennoch muss ich sagen, dass mich der Roman positiv überrascht hat. Vor allem dadurch, dass eigentlich nicht wirklich viel passiert, aber trotzdem ganz viel vermittelt wird. Denn hierbei handelt es sich nicht um einen spannenden und aufregenden Roman, bei dem sich die Ereignisse überschlagen. Sondern um eine gemächliche und ruhige Erzählung, die sich auf die stillen Töne fokussiert und einen zur Ruhe kommen lässt. Die Autorin Patricia Koelle-Wolken hat wirklich ein Auge für Details und lässt den Leser und die Leserin daran teilhaben. Der Garten von Toja wird so eindrucksvoll und stimmgewaltig beschrieben, dass ich zwischendurch das Gefühl hatte, dass ich die Blumen riechen kann. Der Fokus liegt hier auf den leisen und kleinen Dingen. Diese Verliebtheit zum Detail muss man mögen und manchmal wurde es sogar mir zu viel, vor allem wenn ich das Gefühl hatte, dass Nebensächlichkeiten aus mir unerfindlichen Gründen künstlich aufgeblasen werden.
Aber dies war leider nicht das einzige, das mich gestört hat. Es geht lange Zeit im Buch darum, dass Toja und auch Vica anders sind und nicht gut mit großen Menschenansammlungen, Small Talk und dem Sprechen vor vielen Menschen klarkommen. Gerade Vica als Teenager hat damit schwer zu kämpfen. So weit so gut und so verständlich. Toja überbringt Vica und auch ihrem Vater Florian dann die frohe Kunde, dass Vica, gleich wie Toja einfach nur introvertiert ist. Und hier starten meine Schwierigkeiten, denn mich verwundert es sehr, dass die beiden den introvertiert vorher noch nie gehört haben. Über diese Tatsache hätte ich aber noch hinwegsehen können, viel schlimmer war für mich, dass Introvertiertheit lange Zeit wie eine Krankheit oder sogar schlimmer, wie eine Behinderung dargestellt wurde. Den Vergleich mit einer Behinderung zieht Vica im Buch sogar selbst und wird dann von Toja aufgeklärt, dass dies nicht so ist. Ich gebe Toja dabei Recht, allerdings vermittelt das Buch über lange Strecken genau diese Botschaft.
Gelesen wird das Hörbuch von Ulrike Kapfer und dies war für mich ein kleines Highlight in einem ansonsten doch eher mittelmäßigem Bucherlebnis. Ulrike Kapfer und ihre Stimme kannte ich bis dato noch nicht, darf aber zugeben, dass ich hoffe, wieder einmal ein von ihr gelesenes Hörbuch in die Hände zu bekommen. Wobei ich mir sie bzw. ihre Stimme nur schwer in Kombination mit einem aufregenden Krimi vorstellen kann. Denn ihre Stimmmelodie und Art und Weise die Wörter zu betonen haben etwas unglaublich beruhigendes und haben daher perfekt zu dieser langatmigen Geschichte gepasst.
Alles in allem muss ich leider sagen, dass mich das Buch von Patricia Koelle-Wolken nicht wirklich überzeugen konnte. Wobei ich wirklich betonen möchte, dass es kein schlechtes Buch per se ist. Ich denke aber, dass ich einfach nicht das richtige Publikum war, um die wertvollen Botschaften der Autorin zu empfangen.

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Ein Jahr voller Geschichten – Ein Wimmelbuch, das mitwächst

Das Jahr von Jonas Tjäder; Maja Knochenhauer

Zu meiner großen Freude hat mein kleiner Leser meine Liebe zu Büchern übernommen und kann gar nicht genug davon bekommen. Daher bin ich einerseits ständig am Vorlesen, da er es selbst noch nicht kann, andererseits aber auch immer auf der Suche nach neuen Büchern. Die gemeinsame Vorlesezeit wird aber leider manchmal durch so Dinge wie Haushalt machen und Kochen gestört.

Da bieten sich dann meiner Meinung nach Wimmelbücher perfekt an. Da kann der kleine Leser sich selbst beschäftigen und in aller Ruhe die Bilder betrachten.
Bei diesem Buch hat mich vor allem die Idee angesprochen, dass hier am Beispiel einer kleinen Stadt dargestellt wird, wie sich die Jahreszeiten verändern und was in einem Jahr so passieren kann.
Gezeigt werden drei verschiedene Ansichten aus der Stadt und diese Ansichten wiederholen sich dann wiederrum vier Mal, so dass alle zwölf Monate des Jahres abgedeckt sind. Zusätzlich zu den Bildern gibt es auch einen kleinen Text pro Monat. Dieser ist in Reimform verfasst, was mir, gerade beim Vorlesen besonders gut gefällt. Die Reime sind im Großen und Ganzen sehr gut gemacht und sauber gereimt. Den einen oder anderen holprigen Reim habe ich aber doch entdeckt. Wobei ich vermute, dass dies der Übersetzung geschuldet ist, da es sich hierbei um ein schwedisches Buch handelt. Ich gebe ehrlich zu, dass ich zu Beginn ein wenig gebraucht habe, um in den Flow beim Vorlesen zu kommen, aber wenn man den Dreh einmal raushat, lässt sich das Buch wunderbar vorlesen.
Im Text wird auf die Besonderheiten der jeweiligen Monate und vor allem auf die Feste, die in diesem Monat gefeiert werden, eingegangen. Da es sich wie bereits erwähnt um ein schwedisches Buch handelt, werden auch Feierlichkeiten erwähnt, die in Österreich oder Deutschland nicht so gängig sind. Doch gerade diese Vielfalt macht für mich das Buch zu etwas ganz Besonderem.
Die Bilder sind ausdrucksstark und wie bei einem Wimmelbuch äußerste detailreich. Obwohl der kleine Leser und ich uns das Buch bereits mehrmals angesehen haben, glaube ich nicht, dass wir bereits alle Details entdecken konnten. Aus dem Grund nehmen wir das Buch auch immer wieder gerne zur Hand und schauen, was wir dieses Mal Neues entdecken. Besonders gut gefällt mir, dass man nicht nur mitverfolgen kann, wie sich die Jahreszeiten und daher die Natur verändert, sondern auch die Personen. So sieht man zum Beispiel im Jänner eine schwangere Frau und kann ein paar Monate später sehen, wie das Baby krabbelt.
Die Illustrationen heben sich vom Stil deutlich von anderen Büchern ab. Manche Dinge sind äußerst realistisch dargestellt andere eher weniger detailreich und fast comichaft. Es ist eine bunte Mischung, die auf den ersten Blick nicht zusammenpasst. Geht man aber möglichst unvoreingenommen an die Sache heran, erkennt man, dass das ganze doch eine runde Sache ist. Wenn auch vielleicht nicht den Geschmack von jedem treffen wird. Sehr spannend finde ich, dass gerade die Personen in diesem Buch wenig detailreich dargestellt sind.
Am Beginn und am Ende werden noch einmal die verschiedenen Figuren, die in diesem Buch vorkommen gezeigt. Zusätzlich gibt es auch Fragen und Aufgaben auf diesen Seiten. So erzählt ein Kind zum Beispiel, dass es Torten liebt und fragt wie viele Torten man in diesem Buch finden kann.
Das Buch hat ein empfohlenes Lesealter von 4 Jahren, aber auch der knapp 2,5 jährige kleine Leser hat schon viel Freude mit dem Buch und ich denke, dass es uns auch noch viele Jahre begleiten wird. Von unserer Seite gibt es für dieses Buch auf jeden Fall eine klare Kauf- und Leseempfehlung.

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Ein Buch über Familienvielfalt mit Stolpersteinen

Muckdiwupp - Auf nach Pifo von Die Michalskis; Shari Böttcher

Mir ist wichtig, dass Kinderbücher nicht nur schön aussehen und eine spannende und interessante Geschichte beinhalten, sondern, dass die Kinder auch einen Mehrwert von der Geschichte haben. Da der kleine Leser in einem sehr homogenen Umfeld aufwächst und ich ihm gerne zeigen wollte, dass es auch noch andere Familienkonzepte gibt, haben wir uns für dieses Buch entschieden.

Denn, obwohl es natürlich auch eine andere Handlung gibt, nämlich den Bau der größten Sandburg, liegt der Schwerpunkt des Buches auf der Vorstellung von verschiedenen Familienkonzepten.
Muckdiwupp macht mit seiner Familie, die aus zwei Müttern und einem Vater besteht Urlaub auf Pifo und möchte dort eine riesige Sandburg bauen. Da man dies aber nicht allein machen kann, macht er sich auf die Suche nach neuen Freunden und findet diese natürlich auch. Die Gemeinsamkeit der Kinder ist, dass sie alle in unterschiedlichen Familienkonstellationen leben. Da gibt es ein Kind mit zwei Vätern, Zwillinge mit zwei Müttern, den alleinerziehenden Vater und die klassische Vater-Mutter-Kind Konstellation. Auch wenn ich es großartig finde, dass hier auch mal ein alleinerziehender Vater dargestellt wird, vermisse ich den häufiger vorkommenden Fall, der alleinerziehenden Mutter. Mir ist bewusst, dass es selbstverständlich auch noch andere Konstellationen geben kann und man in so einem Buch nicht alles abdecken kann, auch wenn das im Umkehrschluss bedeutet, dass sich nicht jedes Kind in diesem Buch wiederfinden wird.
So gut gemeint das Buch auch ist, muss ich doch leider sagen, dass es sich nicht wirklich flüssig vorlesen lässt. Dies liegt einerseits daran, dass man nicht besonders kreativ war bezüglich der Benennung der Erwachsenen. Somit gibt es eine ständige Wiederholung der Worte Mama, Mami, Papa und Papi. Ich kann verstehen, dass man es für die Kinder nicht zu kompliziert machen möchte, aber die Worte gefühlt in jedem zweiten Satz vorkommen, wird es ein wenig mühsam beim Lesen. Andererseits wurde aber auch entschieden, dass Muckelino kein eindeutiges Geschlecht hat, und die Person, die das Buch vorliest, entscheiden darf, welches Pronom für Muckelino verwendet werden soll. Ich lehne diese Idee nicht prinzipiell ab, finde aber, dass dieses Buch durch das zusätzliche Thema ein wenig zu komplex und überladen wird.
Ein wenig seltsam finde ich auch, wie in diesem Buch mit dem Thema anders sein umgegangen wird. Denn auf der einen Seite wird gezeigt, dass es neben dem klassischen Vater-Mutter-Kind Konzept eben auch noch andere Familienkonstellationen gibt und dass dies nichts Schlimmes ist. Auf der anderen Seite wird aber immer wieder betont, wie anders doch die Familie von Muckelino ist. Dieses ständige Betonen finde ich irritierend, denn dies zerstört ein wenig die gute Botschaft des Buches, nämlich, dass wir alle anders sind, dies aber gut ist. Gerade in diesem Buch hätte ich mir gewünscht, dass die verschiedenen Lebensformen neutral betrachtet werden, aber durch dieses wiederkehrende darauf beharren, dass Muckelinos Familie anders ist, kommt für mich einer Wertung gleich.
Dieses Buch war eine interessante Erfahrung und ist sicherlich eine gute Möglichkeit, wenn man Kindern zeigen möchte, dass es unterschiedliche Familienkonstellationen gibt. Ich persönlich bevorzuge aber Bücher, in denen dies zwar auch gezeigt wird, es aber nicht das Hauptthema ist. Pina Gertenbach stellt in ihrem Buch "Schokotorte für alle!" auch verschiedene Lebenskonzepte vor. Dort passiert dies aber auf eine stille und weniger aufdringliche Art und Weise und nimmt nicht den Hauptteil der Geschichte ein.
Der kleine Leser und ich werden das Buch zwar sicher noch mehrmals Lesen, aber ich denke nicht, dass es eines unserer Lieblingsbücher werden wird.

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Ein Roman der einen miträtseln, mitfühlen und mitfiebern lässt

Die Bibliothek meines Großvaters von Masateru Konishi

Dieses Buch hat mich auf ganz vielen Ebenen überrascht und um das gleich vorwegzunehmen, es hat mich auf eine positive Art und Weise überrascht. Romane von asiatischen Autorinnen und Autoren sind zu meiner großen Freude schon lange keine Seltenheit mehr auf dem deutschsprachigen Markt. Doch die meisten sind entweder Wohlfühlromane oder Bücher, die einen mit einem eher bedrückenden Gefühl zurücklassen.

Dieser Roman kann ich weder in die eine noch in die andere Kategorie einordnen.
Eine weitere Überraschung für mich war, als ich die Informationen über den Autor in dem Buch las, dass es sich bei diesem Buch um einen Teil einer Trilogie handelt. Glücklicherweise habe ich dies erst erfahren, als ich das Buch bereits in Händen hatte. Denn ich vermute, dass ich von dem Buch Abstand genommen hätte, wenn ich dies vorher gewusst hätte, da ich bereits zu viele angefangene Reihen habe, bei denen ich auf die Nachfolgebände warte. Mir ist nun allerdings bewusst, dass ich sehr viel verpasst hätte, denke mir aber andererseits, dass diese Information für andere Leserinnen und Leser eventuell wichtig sein könnte.
Bereits aus dem Klappentext des Buches war ersichtlich, dass der Großvater von Kaede, der Protagonistin dieses Buches, an Demenz erkrankt ist. Hier hatte ich ein wenig die Befürchtung, dass dieses Thema das Buch dominieren wird und zu einer bedrückenden Stimmung führen könnte. Alle meine Befürchtungen waren allerdings unbegründet. Natürlich wird die Krankheit thematisiert und beeinflusst die Handlung maßgeblich. Dennoch dreht sich nicht alles um die Demenzerkrankung, aber einige Verhaltensweisen und Handlungsstränge lassen sich nur durch die Krankheit plausibel erklären.
Obwohl ich in meinem Umfeld Personen mit einer Demenzerkrankung habe, muss ich zugeben, dass sich mein Wissenstand über die Krankheit eher in Grenzen hält. Daher fand ich die Beschreibungen und Erklärungen zum Thema Demenz äußerst interessant und aufschlussreich. Mir war bis dato zum Beispiel nicht bewusst, dass es mehrere Arten von Demenz gibt.
Der Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen und ich wollte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Trotzdem habe ich immer wieder kleine Pausen eingelegt und über die verschiedenen Kriminalfälle und Rätsel nachgedacht. Denn das Tolle an der Art wie das Buch aufgebaut ist, ist, dass man wirklich die Möglichkeit hat mitzuraten, zu knobeln und zu kombinieren. Man kann versuchen das Rätsel als erster zu knacken. In vielen Fällen habe ich mich, gleich wie Kaede-san ablenken lassen, wichtige Details übersehen und das große Ganze aus den Augen verloren. An anderer Stelle war die Lösung des Rätsels für mich sonnenklar.
Auf den ersten Blick könnte man glauben, dass es sich hierbei um eine Familiengeschichte handelt. Wagt man einen zweiten Blick, kommt die Vermutung auf, dass es sicher vielleicht doch eher um einen Krimi handelt. Hat man das Buch gelesen ist man sich nicht mehr sicher, ob man den Roman eindeutig dem einen oder anderen Genre zuordnen kann. Denn beides trifft zu, Familiengeschichte und Kriminalroman und dennoch ist dieses Buch noch ein wenig mehr. Es ist eine Hommage an die traditionellen Kriminalromane, es ist eine Ode auf die Literatur, ein Gesellschaftsroman und eine Aufarbeitung von persönlichen Erfahrungen.
Obwohl das Buch ein Teil einer Trilogie ist, finde ich, dass man es auch als eigenständigen Roman lesen kann. Dennoch möchte ich die Warnung aussprechen, dass man es nicht dabei belassen möchte. Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich kann es kaum erwarten, dass die anderen Bücher von Masateru Konishi endlich fertig geschrieben und übersetzt sind, denn ich will mehr davon und am liebsten jetzt sofort.

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Wenige Worte, große Wirkung

GRRRIZZLY von Hervé Le Goff

"Grrrizzly" und ich hatten einen eher schwierigen Start. Denn beim ersten Lesen oder viel mehr Anschauen war ich ein wenig enttäuscht, denn dieses Buch kommt mit wenigen Worten daher. Doch die Reaktionen meines kleinen Lesers haben mir vor Augen geführt, dass weniger manchmal mehr ist.
Besonders spannend fand ich die Reaktion, weil der kleine Leser mittlerweile darauf besteht, dass Bücher nicht mehr nur angesehen, sondern gelesen werden.

Bilderbücher sind für Babys und er ist ja schon ein großer Bub. Bei diesem Buch war dies aber anders.
Ich denke, dass liegt an der sehr gelungenen Kombination aus unglaublich ausdrucksstarken und großartigen Illustrationen und den kleinen Texthappen dazwischen. Denn in diesem Buch gibt es nur auf jeder zweiten Doppelseite Text. Somit bleibt hier viel der Fantasy des (Vor-)lesenden überlassen. Man kann sich die Bilder einfach nur anschauen und wirken lassen oder selbst Worte finden, um die Szenen zu beschreiben. In unserem Fall ist es eine Mischung aus beidem. Zu Beginn habe ich noch erklärt was passiert, aber ab einem gewissen Punkt haben wir uns einfach nur gemeinsam über die schönen Zeichnungen gefreut.
Gerade bei einem Buch, das mit so wenigen Worten auskommt und trotzdem so viele Emotionen vermittelt sind die Bilder ausschlaggebend. Deswegen werde ich auch nicht müde zu betonen, wie gelungen diese sind. Die Zusammenstellung der Farben ist harmonisch und stimmungsvoll; detailreich und trotzdem minimalistisch. Letzteres klingt nach einem Widerspruch und ist es wahrscheinlich auch. Dennoch trifft für mich beides zu. Die Bilder beschränken sich auf das Wesentliche, so dass die Kinder nicht von zu vielen unnötigen Details abgelenkt werden. Trotzdem gibt es in den Illustrationen viel zu entdecken und es wird nicht langweilig sie zu betrachten. Das eine oder andere Bild könnte ich mir auch gut als Poster im Kinderzimmer vorstellen.
Bei all der Lobhudelei auf die Zeichenkünste darf man aber nicht vergessen, dass dieses Buch auch noch Text besitzt und eine Botschaft vermitteln möchte. Wie bereits erwähnt hält sich die Menge an Text sehr in Grenzen. Dies sollte man unbedingt vor dem Kauf berücksichtigen, denn aufgrund dieser Tatsache ist dieses Buch sicher nicht für jedes Kind geeignet.
Der Text ist einfach gehalten, aber auf jeden Fall kindgerecht und bringt den Kern der Geschichte auf den Punkt. Das Zusammenspiel des grummeligen Grizzlybären und des kleinen, quirligen Waschbären ist einfach zuckersüß. Sowohl durch den Text, viel mehr aber noch durch die Illustrationen werden die Unterschiede der beiden Tiere herausgearbeitet. Doch trotz oder vielleicht auch wegen der Unterschiedlichkeit der beiden spürt man in jedem Wort die Liebe, Freundschaft und die tiefe Verbundenheit der beiden.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass es sich hierbei um ein wirklich gelungenes kleines Kinderbuchkunstwerk handelt, welches zum Nachdenken anregt, aber auch zum Träumen, Schmunzeln und Lachen. Es ist definitiv nicht für jedes Kind geeignet, aber das sind meiner Meinung nach die wenigsten Bücher. Für uns ist es aber eine sehr gute Wahl gewesen und ich empfehle das Buch wirklich gerne von Herzen weiter.

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Zwischen Stillstand und sanfter Unterhaltung

Neuanfang in Notting Hill von Norie Clarke

Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut und konnte es kaum erwarten, bis ich es endlich lesen bzw. hören kann. Dies hat dann leider aufgrund eines Bücherstaus länger gedauert als erwartet. Ich denke, dass diese lange Zeit der Vorfreude auf das Buch meinem Urteil nicht gutgetan hat. Die Erwartungen sind dadurch immer größer geworden und die Enttäuschung war daher fast vorprogrammiert.

Dabei hat alles eigentlich recht gut angefangen. Der Einstieg in die Geschichte ist mir aufgrund der sehr detaillierten Beschreibungen leichtgefallen und ich konnte die Szenerie gleich direkt vor meinen Augen sehen. Die Stimmen von Regine Lange und Brigitte Carlsen haben dabei maßgeblich beigetragen. Bereits zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass das Tempo des Buches eher mäßig war. Ich habe zuerst vermutet, dass es an der Sprechgeschwindigkeit der Erzählerinnen liegt, dieses ist mir nämlich oft zu langsam. In weiterer Folge musste ich allerdings feststellen, dass die Erzählerinnen überhaupt keine Schuld treffen. Das geringe Tempo liegt einzig und allein an der Autorin Norie Clarke und war mir, wie man vielleicht schon merkt, viel zu langsam. Viele Teile des Buches haben sich gezogen wie alter Kaugummi und ich hatte mehrmals das Gefühl auf der Stelle zu treten und nicht voranzukommen.
In gewisser Weise muss ich der Autorin zugutehalten, dass der langsame Erzählstil in Einklang mit dem Inhalt des Buches ist. Immerhin nimmt auf Jess in gewisser Weise Tempo aus ihrem Leben heraus, in dem sie sich aus der kurzweiligen Onlinewelt zurückzieht. Diese Idee bzw. dieses Experiment des Rollentausches ist zwar nicht unbedingt eine komplette Neuheit, hat mir aber gut gefallen und war einer der Hauptgründe, warum ich mich für dieses Hörbuch entschieden habe. Der Rollentausch an sich war auch interessant, jedoch auch ein klein wenig unrealistisch. Vor allem in Bezug auf Joan. Denn für mich ist es nur schwer vorstellbar, dass sie bezüglich der Onlinewelt so weltfremd war. Ich denke, dass die Autorin hier ein klein wenig übertrieben hat, um dem Ganzen etwas mehr Würze und Tiefgang zu geben.
Wobei Würze und Tiefgang gute Stichworte sind. Denn beides war in dem Buch eher Mangelware. Viele Themen werden in dem Buch leider nur sehr kurz angerissen oder viel zu schnell wieder abgefertigt. Die Handlung ist bereits relativ früh äußerst vorhersehbar und dadurch wird jeder Spannungsbogen bereits im Keim wieder erstickt. Dies finde ich sehr schade, denn da wäre definitiv Potenzial für mehr darin gewesen.
Aber nicht nur die Spannung leidet darunter, sondern auch die Liebesgeschichte. Denn auch auf diese habe ich mich sehr gefreut. Leider konnte mich auch diese nicht wirklich überzeugen. Die eingestreuten Briefe zwischen Jess und ihrem Brieffreund Mr. PO Box waren zwar nett, aber eben auch nicht mehr. Hier hatte ich viel größere Erwartungen und mich auf viele romantische Momente gefreut. Eben wieder einmal eine klassische Liebesgeschichte ohne Spice dafür mit großen Gefühlen. Diese Erwartungen konnte die Autorin Norie Clarke aber leider nicht erfüllen.
Alles in allem war dieses Buch ein nettes Hörerlebnis für zwischendurch bei dem ich ohne Probleme nebenbei andere Tätigkeiten durchführen konnte ohne Angst zu haben zu viel von der Geschichte zu verpassen, wenn ich geistig wieder einmal abgeschweift bin.
Da mir aber sowohl die Sprecherinnen und Sprecher als auch der Schreibstil der Autorin gut gefallen haben, würde ich dieses Buch aber nicht als vergeudete Lesezeit bezeichnen. Es ist viel mehr so, dass es sich hierbei um ein Buch handelt, dass einem nicht lange im Gedächtnis bleibt und es keinen großen Einfluss hat, ob man es gelesen hat oder nicht.

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Faden für Faden zur Ruhe – Achtbeinige Einschlafhilfe mit Herz

Die kleine Spinne Widerlich freut sich auf ihr Bettchen von Diana Amft

Obwohl der kleine Leser bereits einige "Gute Nacht" Bücher und Bücher rund um das Thema "Einschlafen" hat, konnte ich bei diesem hier trotzdem nicht widerstehen. Glücklicherweise konnte ich nicht widerstehen, denn sowohl der kleine Leser als auch wir Erwachsene sind restlos begeistert.

Für uns ist es nicht das erste Buch von der kleinen Spinne Widerlich und daher kannten wir bereits einige der in der Geschichte vorkommenden Spinnen. Wobei dies für die Geschichte nicht wirklich relevant ist und das Buch auch ohne Vorkenntnisse der vorhergehenden Bände ohne Schwierigkeiten gelesen werden kann.
Wie der Titel des Buches bereits verrät, dreht sich in dieser Geschichte alles um das Thema ins Bett gehen. Die kleine Spinne besucht und befragt dazu Freunde und Verwandte bezüglich ihrer Strategien zum schnellen und guten Einschlafen. Am Anfang habe ich befürchtet, dass es ein wenig langweilig werden könnte, da es sich dabei ja immer wieder um die gleiche Fragestellung handelt. Doch diese Sorgen waren vollkommen unbegründet. Jedes Gespräch der Spinne hat seinen eigenen besonderen Charme und enthält dazu wichtige Informationen. Die verschiedenen Dinge, die man machen kann, werden dabei ansprechend und kindgerecht erklärt. Besonders großartig finde ich hierbei, dass die Bezeichnung der Rituale und Routinen dabei immer in einer roten Spinnenschrift dargestellt werden und sich dadurch optimal vom restlichen Text abheben.
Das Verlag gibt als empfohlenes Lesealter an, dass das Buch für Kinder ab 4 Jahren geeignet ist. Da der Text doch umfangreich ist, kann ich diese Einschätzung verstehen. Allerdings hat meine Erfahrung mit dem kleinen Leser und dem Buch gezeigt, dass auch jüngere Kinder an der Geschichte ihre Freude haben. Ich persönlich würde daher das Buch bereits ab 2 Jahren empfehlen, unter der Voraussetzung, dass das Kind bereits mit etwas längeren Texten vertraut ist.
Wirklich etwas Neues haben wir durch dieses Buch nicht gelernt, die Rituale und Routinen waren mir so weit schon vertraut. Trotzdem finde ich es großartig dies alles noch einmal auf engem Raum zusammengefasst zu haben. Vor allem da der kleine Leser immer wieder Schwierigkeiten damit hat zur Ruhe zu kommen. Onkel Langbeins Ritual des "bettfein machen" hat dem kleinen Leser hierbei besonders gut gefallen und wir haben dies jetzt in unseren Alltag integriert und es scheint wirklich zu wirken.
Die Illustrationen von Martina Matos sind farbenfroh, detailreich und äußerst liebevoll gestaltet. Es gibt sogar ein kleines Suchspiel, das sich quer durch die Geschichte zieht. Da wir das Buch aber Großteils zum Einschlafen lesen, haben dies bis dato noch nicht wirklich gemacht. Ich finde es aber eine schöne Möglichkeit die Aufmerksamkeit der Kinder im Buch zu behalten.
Martina Matos schafft es mit ihren Bildern die verschiedenen Spinnen äußerst sympathisch wirken zu lassen und hebt noch einmal ihre besonderen Fähigkeiten und ihre Einzigartigkeit hervor. Diana Amft unterstützt diesen Eindruck mit ihren gelungen und durchaus sehr humorvollen Texten.
Obwohl wir, wie anfangs bereits erwähnt, bereits eine Vielzahl ähnlicher Bücher haben, muss ich sagen, dass dieses Buch hier wirklich mein absoluter Favorit ist. Ich freue mich jedes Mal, wenn der kleine Leser dieses Buch aussucht, denn das Vorlesen macht einfach wirklich viel Spaß. Und auch der kleine Leser hat Spaß, vor allem Niesi hat es ihm angetan, den findet er nämlich zum Schießen komisch.
Für dieses Buch kann ich wirklich nur eine klare Leseempfehlung aussprechen und es allen Menschen mit kleinen Kindern ans Herz legen.

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Zwischen grünen Hügeln und rotem Gesicht – Wenn Spice die Story überlagert

Morbidly Yours von Ivy Fairbanks

Die Inhaltsangabe des Buches versprach so viele interessante Themen und eine grandiose Liebesgeschichte in einer atemberaubenden Kulisse. Ein schüchterner und unkonventioneller Held, eine starke Heldin eingebettet in die grünen Hügel Irlands. Zu meiner großen Enttäuschung musste ich allerdings feststellen, dass hier mehr Schein als Sein war.

Wobei ich dem Verlag zugutehalten muss, dass die Inhaltsangabe nicht komplett falsch lag, so etwas gibt es ja leider auch ab und an. Es waren alle angesprochenen Aspekte vorhanden, nur war ich mit der Umsetzung nicht besonders glücklich. Erste Befürchtungen, dass dieses Buch und ich keine Freunde werden hatte ich aber schon bevor ich überhaupt mit dem ersten Kapitel angefangen habe. Also alles andere als ein guter Start. Denn, bevor man in die Geschichte eintauchen darf, gibt es "Irisch / Gälisch Aussprache und Übersetzung". Ich habe mich gefreut, dass auch in der Sprache die Authentizität durchkommt und manche irischen Begriffe nicht übersetzt werden. Zu meinem großen Entsetzen musste ich dann aber feststellen, dass es sich bei den angeführten Wörtern fast ausschließlich um "dirty talk" handelt. Ein klares Zeichen für mich, dass der Anteil an intimen Szenen sehr hoch sein wird. Leider bin ich aber kein Fan von zu viel und vor allem von in die Geschichte unpassendem Spice.
Nach den ersten paar Kapiteln hatte ich das Gefühl, dass ich mir unnötig Sorgen gemacht habe und ich in eine einfache Übersetzungsliste zu viel hineininterpretiert habe. Denn der Beginn war genau so wie ich es mir vorgestellt habe.
Mit Callum hat Autorin Ivy Fairbanks einen wirklich interessanten und teilweise unkonventionellen Charakter erschaffen. Mit seinem Beruf als Bestatter, seiner sozial Phobie und seinem Stottern hebt er sich deutlich von der Masse an Liebesroman-Helden ab. Optisch ist Callum natürlich trotzdem ein Hingucker und auch sein Charakter ist tadel- und makellos.
Bei Lark schaut die Sache hingegen ein wenig anders aus. Natürlich ist auch sie gutaussehend, aber ihren Charakter würde ich nicht als makellos bezeichnen. Viele ihrer Handlungsweisen kann ich nicht nachvollziehen und wirklich sympathisch wurde Lark mir bis zum Schluss auch nicht. Ich kann zwar verstehen, dass die ganze Situation für sie aufgrund ihrer Vergangenheit, auf die ich aufgrund von Spoilergefahr nicht näher eingehen möchte, nicht ganz einfach ist und sie sich in einer Zwickmühle befindet. Ihr Umgang mit Callum ist trotzdem mehr als fragwürdig und ich würde sie sogar als distanzlos, zudringlich und aufdringlich beschreiben.
Wie nicht anders zu erwarten, kam es dann auch irgendwann zu den ersten intimen Szenen. Ich lehne solche Szenen nicht kategorisch ab, habe aber große Ansprüche an die Art und Weise wie diese in die Geschichte eingebunden werden und an die Qualität der Beschreibungen. Leider hat mich Ivy Fairbanks in dieser Hinsicht enttäuscht. Zu Beginn dachte ich noch, dass sie die Kurve bekommen könnte, doch dann wurde die Anzahl immer höher, die Gelegenheiten immer unpassender und vor allem empfand ich es mit den Charakteren und deren Vergangenheit als unstimmig.
Bei diesem Buch bin ich erstmals sehr unsicher, was die Bewertung des Schreibstils betrifft. Denn ich kann hierbei schwer sagen, was wirklich Schwächen der Autorin sind und was auf eine mangelhafte Übersetzung hindeutet. Ich denke aber, dass es hierbei die Übersetzung ist, die mir so große Probleme gemacht hat.
Mein erster Impuls war, dieses Buch mit nur 2 von 5 Sternen zu bewerten. Da aber weder die Autorin noch der Verlag schuld an meiner Abneigung gegen übermäßigen Spice sind, gebe ich wohlmeinende 3 Sterne.

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Wenn Süßigkeiten die Seele berühren

Der Laden in der Mondlichtgasse von Hiyoko Kurisu

Endlich wieder einmal ein richtig schöner, einfühlsamer und träumerischer asiatischer Wohlfühlroman. Autorin Hiyoko Kurisu hat meiner Meinung nach hier alles richtig gemacht und Liebhaber von Romanen wie "Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen", "Das kleine Café der zweiten Chancen" oder "Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei" werden hier auf ihre Kosten kommen.

Besonders freut mich, dass es bereits einen Folgeroman gibt, auch wenn dieser leider noch nicht in der deutschen Übersetzung vorliegt.
Normalerweise halte ich mich bei meinen Rezensionen nicht lange mit der Optik und Haptik von Büchern auf. Dies liegt daran, dass ich vermehrt E-Books lese, bei denen beide Punkte nicht so relevant sind. In diesem Fall muss ich aber eine Ausnahme machen und dem Droemer Knaur Verlag wirklich zu der Aufmachung des Buches gratulieren. Denn auch optisch und haptisch ist dieses Buch ein kleines Highlight. Das dunkelblaue Cover mit den goldenen Elementen passt perfekt zu Titel und Inhalt des Buches und stimmt einen beim Betrachten bereits auf den Inhalt ein. Zusätzlich wurde beim Cover auch noch mit einem Prägeverfahren gearbeitet und einige der Elemente sind spürbar erhöht.
Da das Äußere des Buches mich bereits restlos überzeugt hatte, war ich umso gespannter, ob Kurisu-san mich auch inhaltlich begeistern wird können. Zu meiner großen Freude kann ich diese Frage mit einem lauten Ja beantworten.
Das Buch ist in sechs Kapitel bzw. Episoden eingeteilt. Jede Geschichte ist in einem gewissen Maße in sich abgeschlossen und trotzdem gibt es den berühmten roten Faden, der sich durch das gesamte Buch zieht und alles miteinander verbindet. Wie so häufig gibt es Kapitel, die einem mehr zusagen als andere. Wobei es in diesem Fall so ist, dass mir alle Geschichten gefallen haben, ich mich aber mit der einen oder anderen besser identifizieren konnte, da sie näher an meinen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen ist.
Der Erzählstil der Autorin ist poetisch, ein klein wenig mystisch und mythisch. Das ganze Buch wirkt wie ein Märchen oder eine Fabel und dies ist sicher nicht durch Zufall passiert. Kurisu-san vermischt sehr gekonnt alltägliche Dinge und Probleme mit Fabelwesen und einer Prise Magie. Wie bereits erwähnt handelt es sich um einen Wohlfühlroman, der aber nicht nur darauf abzielt dem Leser oder der Leserin ein gutes Gefühl zu geben. Viel mehr lädt das Buch ein tief ins Innere zu blicken, in das der Protagonisten, aber vor allem auch in das eigene. Es geht um Wünsche und Träume, um Unsicherheiten und Selbstzweifel. In gewisser Weise handelt es sich hierbei auch um einen Selbsthilferoman. Das Thema Selbsthilfe wird jedoch nicht so plump angegangen, wie es in anderen Büchern oft der Fall ist. Hier sind es die leisen Zwischentöne, die uns aufrütteln und uns erkennen lassen, wie wir selbst unser Leben beeinflussen können. Oft braucht es nur einen kleinen Anstoß von außen, wie eben die magischen Süßigkeiten von Kogetsu, damit wir unser Leben ändern oder erkennen, dass wir eigentlich sowieso alles haben, was wir uns wünschen. Es oft aber aufgrund unserer Selbstzweifel nicht sehen oder zulassen können.
Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt und fasziniert und ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Die gut 200 Seiten sind nur so an mir vorbeigeflogen. Wobei ich mir sicher bin, dass dies einer der Bücher ist, die ich bestimmt noch einmal lesen werde.
Ich kann und möchte dieses Buch wirklich von ganzem Herzen weiterempfehlen und hoffe, dass es bald eine deutsche Übersetzung für die Fortsetzung geben wird. Denn ich kann es gar nicht erwarten wieder in die Zwischenwelt der Mondlichtgasse eintauchen zu dürfen.

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