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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von ReiShimura:

Sophie Schoenwalds Zoo: Ein Ort zum Verlieben und Wiederkommen

Die großen Spiele im Zoo von Sophie Schoenwald

Hätte man mich vor einem Jahr gefragt, wer Sophie Schoenwald ist, hätte ich keine Ahnung gehabt und wahrscheinlich vermutet, dass es sich um eine deutsche Schauspielerin handelt. Mittlerweile kenne ich sie und vor allem ihre Bücher sehr gut. Einige ihrer Werke haben bereits in unser Bücherregal einziehen dürfen und es werden sicher noch mehr werden.

Vor allem von den Zoo Büchern werden sicherlich noch viele bei uns ein Zuhause finden dürfen. Denn Zoodirektor Ungestüm, Ignaz Pfefferminz Igel und die anderen Zoobewohner haben uns wirklich sehr gut gefallen und unterhalten.
Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den siebten Band der „Zoo-Reihe“. Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden sind unserer Meinung nach nicht notwendig für ein außerordentlich unterhaltsames Lesevergnügen. Doch wie bereits anfangs erwähnt, kann es passieren, dass man sich in die Zoobewohner verliebt und dann unbedingt auch noch die anderen Bücher haben möchte.
Für die Illustrationen ist Günther Jakobs verantwortlich und meiner Meinung nach, hat er einen hervorragenden Job gemacht. Die Zeichnungen sind handwerklich gut gemacht, detailreich und ausdrucksstark. Die Farbzusammenstellung ist sehr gelungen und harmonisch. Die Gesichtsausdrücke der Tiere sind teilweise zum Schießen komisch und auch für jüngere Kinder eindeutig identifizierbar. Obwohl die Tiere natürlich zu einem gewissen Grad vermenschlicht werden, immerhin veranstalten sie olympische Spiele, sind sie doch recht realistisch dargestellt. Soweit man einen Koala mit Schwimmreifen als realistisch bezeichnen kann, aber ich denke, es ist klar, was ich damit sagen möchte.
Die Geschichte selbst finde ich auch sehr gelungen. Das Buch hat ein empfohlenes Lesealter ab 4 Jahren und ist wie in dem Altersbereich üblich nicht mehr in Reimform verfasst. Die Wortwahl ist für die Altersgruppe angemessen und auch die Länge der Texte finde ich passend. Ich persönlich kann das Buch auch für jüngere Kinder empfehlen, wobei ich als Einschränkung anmerken muss, dass der 2-jährige kleine Leser es bereits gewohnt ist, Bücher aus dieser Altersklasse vorgelesen zu bekommen. Daher ist für den kleinen Leser die Länge der Texte kein Problem mehr. Für andere Gleichaltrige mag es eventuell noch ein wenig zu herausfordernd sein.
Leider muss ich aber dieses Mal auch ein klein wenig Kritik üben. Die Grundidee des Buches und auch die Umsetzung finde ich im Großen und Ganzen sehr gelungen. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass man den Aspekt des Verlierens ein wenig näher erörtern hätte können. Ich finde ich großartig, dass die verschiedenen Wettkämpfe angepasst werden, wenn auch leider nicht alle, damit auch andere Tiere ihre Stärken ausüben können. Hierbei wird den Kindern auf sehr ansprechende Weise vermittelt, dass jeder von den Tieren und auch von uns, andere Stärken und Schwächen hat. Dennoch kann man im Leben nicht immer gewinnen und auch wenn es eine harte und unerfreuliche Lektion ist, so denke ich doch, dass man es vierjährigen Kindern bereits zumuten können muss, dies zu lernen. Die Wahrscheinlichkeit ist auch gar nicht so niedrig, dass sie es auch am eigenen Leib erfahren.
Der kleine Leser mag das Buch aber wirklich sehr und sucht es immer wieder bewusst aus dem Bücherregal heraus. Für mich ein Zeichen, dass das Duo Sophie Schoenwald und Günther Jakobs hier ganz viel richtig gemacht haben.
Daher kann ich nur eine Empfehlung für dieses Buch aussprechen, denn trotzdem ich so meine kleinen Kritikpunkte habe, muss ich dennoch zugeben, dass ich beim (Vor-)Lesen des Buches sehr häufig sehr herzlich gelacht habe.

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Ich bin besseres von Marc-Uwe Kling gewöhnt

Neon und Bor von Marc-Uwe Kling; Jan Cronauer

An Marc-Uwe Kling kommt man nicht vorbei, oder nur schwer, vor allem wenn man Kinder hat. Denn Marc-Uwe Kling ist überall. Sowohl in den Bücherregalen für Kleinstkinder als auch bei den Kleinkindern, bei Kindern und natürlich auch bei den Erwachsenen. Er ist gut, keine Frage, er ist lustig, zumindest meistens und er ist überall.

Vielleicht liegt es an letzterem, dass ich mit diesem Buch nicht mehr ganz so zufrieden bin. Möglicherweise leide ich unter einer Überdosis MUK.
Denn im Großen und Ganzen ist das Buch eigentlich gar nicht schlecht, bzw. eigentlich müsste ich sagen, ist das Hörbuch, welches natürlich, *trommelwirbel* von Marc-Uwe Kling selbst gelesen wird, recht lustig. Aber auch ein wenig viel, also eigentlich eher ein wenig zu viel. Ein wenig zu viel von allem. Getestet wurde das Hörbuch sowohl an der Zielgruppe, also annähernd an der Zielgruppe, denn das Buch ist ab 6 Jahre und die Testhörerin ist knapp sechs, aber wer wird so hier schon so kleinlich sein und an einer Erwachsenen, die in der letzten Zeit, ganz viel MUK abbekommen hat. Beide haben sich phasenweise sehr über das Buch amüsiert, wohlgemerkt zumeist an unterschiedlichen Stellen. Aber ich denke, dies ist vom Autor auch so beabsichtigt.
Wie man es von dem Autor gewohnt ist, nimmt er weder das Leben noch sich selbst allzu ernst. Daher fand die Erwachsene vor allem die Referenzen zu seinen anderen Büchern, und von denen gab es einige, also sowohl Querverweise also auch Bücher, besonders amüsant. Die kindliche Hörerin hat sich über das Verhalten und die Ideen von Neon und Bor sehr amüsiert. Wobei man gemerkt hat, dass sie einige der Dinge nicht verstanden hat, obwohl es doch viele Erklärungen gibt und einige Lacher ein wenig verpufft sind auf Grund der viel Zahl an Dingen.
Die grundsätzliche Idee des Buches fand ich, die Erwachsene, eigentlich ganz gut. Dennoch habe ich das Gefühl, dass sich der Autor hier ein wenig verstrickt hat. Und zwar in der Idee ein Kinderbuch zu schreiben, dass die Erwachsenen genauso gut unterhält wie die Kinder. Gefühlsmäßig wollte er mit diesem Buch so etwas erreichen wie es Disney/Pixar mit ihren Filmen schafft. Also ein Medium, dass eigentlich an Kinder gerichtet ist, bei dem aber von Anfang an klar ist, dass die Erwachsenen mitmachen werden und diese auch sehr gut unterhalten werden sollen. Ein extrem schwieriger Spagat und leider muss ich sagen, dass er nur mäßig gelungen ist.
Denn meine persönliche Erfahrung zeigt, dass beide Seiten nicht komplett zufrieden gestellt wurden. Ironischerweise aus dem gleichen Grund: Es war alles ein wenig zu viel, zu abgehoben, zu überdreht.
Wobei ich mich hierbei wahrscheinlich selbst ein wenig maßregeln muss. Denn ich vermute, ich würde das Buch nicht so hart kritisieren, wenn es von einem anderen Autor wäre. Von Marc-Uwe Kling bin ich einfach besseres gewöhnt. Allerdings hat er das Hörbuch wie immer vortrefflich gelesen. Mir ist bewusst, dass viele die Entscheidung, dass ein Autor sein Buch selbst als Hörbuch vertont scharf verurteilen. Ich stehe dem Ganzen eher neutral gegenüber und muss sagen, dass ich da auch eher positive Erfahrungen gemacht habe.
Denn auch wenn ich mit dem Inhalt des Buches nicht komplett zufrieden bin, muss ich zugeben, dass ich es immer wieder charmant finde, wenn MUK seine Bücher selbst als Hörbuch einliest. Und ich hoffe sehr, dass sich auch daran in Zukunft nichts ändert. Denn ich werde auch sicher den zweiten Teil von Neon und Bor, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass es einen weiteren Teil geben wird, auch wieder hören.

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Großartige Umsetzung einer seichten Geschichte

My Italian Lovestory von Nina Bilinszki

Entscheidungsbücher finde ich super und meiner Meinung nach gibt es die viel zu selten. Gefühlsmäßig habe ich schon seit Jahren keine mehr gelesen. Daher war ich von der Idee ganz begeistert und muss sagen, es macht noch immer Spaß. Allerdings ist es vor allem der Spaß und der Nervenkitzel welchen Weg ich bzw.

Emilia einschlagen sollen, der mich besonders an dem Buch begeistert hat. Die Geschichte selbst ist ein wenig, naja wie formuliere ich das jetzt am besten, denn fad trifft es nicht wirklich. Ich glaube seicht ist vielleicht das beste Wort, obwohl es vielleicht ein klein wenig zu hart formuliert ist.
Mir ist absolut bewusst, dass man bei einem Entscheidungsbuch kleinere Abstriche bezüglich der Qualität der Geschichte machen muss. Immerhin muss die Autorin hier eigentlich zwei Bücher schreiben, denn immerhin darf der Leser sich zwischen zwei Männern, Paolo und Angelo. Doch dabei bleibt es nicht, denn dann wäre die Sache ja viel zu einfach und viel zu durchschaubar. Man könnte sich für den einen Mann entscheiden, das Buch fertiglesen und dann noch mal von vorne beginnen, einmal anders abzweigen und man wüsste, wie die Geschichte ausgeht.
Doch Autorin Nina Bilinszki war hierbei viel gefinkelter und hat mehr Abzweigungen und Wege eingebaut, so dass man zwischendurch nicht mal mehr erkennt für welchen Weg oder Mann man sich eigentlich entscheidet. Es gibt so viele Möglichkeiten, dass man dieses Buch wirklich mehrmals lesen kann und es nicht langweilig wird, weil man immer wieder etwas Neues kennenlernt.
Allerdings bedeuten diese vielen Abzweigungen auch, dass die Autorin viele Bälle in der Luft hat mit denen sie jonglieren muss. Daher ist es wenig verwunderlich, dass die Qualität der Geschichte ein klein wenig darunter leiden muss. Die verschiedenen Charaktere erlebt man nur oberflächlich und bekommt maximal bei Emilia einen tieferen Einblick. Eine Charakterentwicklung kann man auch nur am Rande beobachten und die Schönheit Siziliens wird einem vor die Nase gehalten, aber das Bild bleibt ein wenig unscharf.
Mir war von Anfang an bewusst, dass der Hauptschwerpunkt des Buches auf der Liebesgeschichte liegt und diese Aufgabe hat die Autorin auch wirklich souverän erfüllt. Die Gefühle sind spürbar, wenn sie auch ziemlich plötzlich und heftig daherkommen. Mich persönlich hätte aber das Thema Weinbau und Weinherstellung brennend interessiert, dies wird leider nur stark an der Oberfläche angekratzt. Die Beschreibungen der Landschaft sind für meinen Geschmack zu wenig detailreich.
Leider kann ich für dieses Buch nur eine durchschnittliche Bewertung abgeben. Dies liegt daran, dass ich die Story an sich eher seicht und vorhersehbar fand, aber andererseits die Idee und Umsetzung des Entscheidungsbuches bei mir große Begeisterung ausgelöst hat.

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Für meinen Geschmack zu viel Spice

Fae Isles - Der Henker der Königin Die Fae Isles-Reihe von Lisette Marshall

Wieder einmal hatte ich recht große Erwartungen an ein Buch und musste leider miterleben, wie sich diese Erwartungen in Rauch aufgelöst haben. Dennoch muss ich der Autorin Lisette Marshall zugutehalten, dass sie mich nicht komplett enttäuscht hat und ich durchaus Lust habe zu erfahren, wie die Geschichte um Emelin und Creon weitergeht.

Die Autorin vermischt in diesem Buch altbekanntes und altbewährtes mit einigen neuen Elementen. Die bereits wohlbekannten Elemente sind die Fae, die wenig überraschend die Bösen sind. Wieder einmal stelle ich mir die Frage, ob es bereits einmal ein Buch gegeben hat in denen die Fae die Guten waren und kann diese Frage nicht eindeutig beantworten. Ich weiß aber, dass ich es mit Sicherheit lesen würde. Des Weiteren handelt es sich bei der Heldin der Geschichte um ein menschliches Mädchen, dass bis dato kaum Ahnung von ihrer Magie hat. So weit so bekannt und erprobt. Ich möchte auch gar nicht behaupten, dass dies nicht funktioniert, aber mittlerweile wird das Ganze eben schon ein wenig langweilig. Dass sich die menschliche Heldin dann auch noch in den bösen und skrupellosen Fae verliebt, folgt wie das Amen im Gebet.
Hätte Lisette Marshall nicht auch noch ein paar, für mich neue, und interessante Aspekte in die Geschichte eingebaut, hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht zu Ende gelesen bzw. in meinem Fall müsste man sagen zu Ende gehört.
Außergewöhnlich fand ich das Magiesystem, welches die Autorin entwickelt hat. Ich bin mir relativ sicher, dass ich von einem ähnlichen, auf Farbenbasierendes Magiesystem, bereits irgendwo anders mal gelesen habe, aber dennoch ist dies etwas eher Unübliches. Zu Beginn hatte ich leichte Schwierigkeiten zu verstehen, wie das so genau von Statten geht, aber da ging es unserer Heldin Emelin nicht anders, daher denke ich, dass dies von der Autorin so gewünscht war.
Besonders gut hat mir gefallen, dass der männliche Gegenpart in diesem Buch stumm war. Die Umsetzung des Ganzen war meiner Meinung im Großen und Ganzen sehr gut gemacht. An der einen oder anderen Stelle hatte ich das Gefühl, dass die Autorin vergessen hat, dass ihr Held stumm war. Leider ist dies aber auch sein einziger Makel. Denn ansonsten ist er wie zu erwarten war, ein Bild von einem Mann. Und Em lässt sich auch gerne darüber aus, wie schön und stark und unwiderstehlich er ist. Den romantischen Teil an sich habe ich erwartet und an sich hätte ich damit auch kein Problem gehabt. Leider kam es irgendwann zu dem Punkt, wo es eigentlich nur mehr darum ging. Dies fand ich äußerst schade, denn sowohl die gut konstruierte Grundgeschichte als auch das Magiesystem hätte so viel mehr Potential gehabt als die Tändeleien von Creon und Em.
Wie bereits erwähnt habe ich mir das Buch als Hörbuch angehört. Gesprochen wird das Buch von Corinna Dorenkamp und ich muss dem Argon Verlag zu seiner Wahl gratulieren. Die Sprecherin war eine großartige Wahl. Mit ihrer Stimmmelodie und ihrer Betonung hat Corinna Dorenkamp es geschafft alle Emotionen zu transportieren und mich fühlen zu lassen. Ihre Stimme ist ausdrucksstark und man hört einfach gerne zu. Ich freue mich schon darauf, ihre Stimme im zweiten Hörbuch wieder zu hören, wenn ich erfahren werde, wie es mit Emelin und Creon weitergeht.
Obwohl mich Lisette Marshall mich mit ihrem Buch nicht komplett überzeugen konnte, finde ich, dass man die solide Leistung der Autorin honorieren muss. Für meinen Geschmack war der Spice Anteil aber einfach zu hoch, als das ich dem Buch eine bessere Bewertung geben könnte.

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Bittere Süße: Ein magisches Leseerlebnis

Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei von Lee Onhwa

Auf die Optik und Haptik der Bücher gehe ich normalerweise in meinen Rezensionen nicht wirklich ein. Dies liegt aber nicht daran, dass beides für mich nicht wirklich relevant ist, ganz im Gegenteil, es hat eher den Hintergrund, dass ich vornehmlich E-Books lese und Hörbücher höre, somit die Haptik schon einmal wegfällt.

Die Optik ist in dem Zusammenhang dann meistens auch eher nebensächlich, vor allem weil doch die inneren Werte zählen.
Bei diesem Buch möchte ich trotzdem eine Ausnahme machen, da mir das Cover unglaublich gut gefällt. Die Zeichnung erinnert mich sehr stark an die Filme aus dem Hause Ghibli. Ich könnte mir das Cover auch sehr gut als Poster vorstellen und würde es mir sofort in die Wohnung hängen.
Nun aber zu dem wirklich interessanten Punkt, der Inhalt des Buches. Meine Erwartungen waren hoch, immerhin wird das Buch unter anderem mit folgendem Satz beworben: “ Dieses Buch fühlt sich an wie eine Umarmung an einem kalten Tag“. Und um es kurz zu machen, hier hat der Verlag wirklich nicht zu viel versprochen.
Die Geschichte rund um Yeonhwa ist einfach berührend, herzerwärmend und unglaublich fesselnd. Von Anfang an hat mich die Autorin Lee Onhwa mit ihren Worten in einen Bann gezogen, so dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Wie ich es bereits oft bei japanischer oder koreanischer Literatur hatte, ist die Sprache sowohl poetisch, blumig und verschnörkelt und trotzdem geradlinig und klar. Mir ist bewusst, wie seltsam das klingen mag, aber genauso empfinde ich auch dieses Werk.
Die Autorin schafft es auf wunderbare Art und Weise die Atmosphäre einzufangen und Bilder vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. Die Mischung aus magischen Komponenten, immerhin sind die Kunden des Hwawoldang Verstorbene und den alltäglichen Sorgen von Yeonhwa, wie sie den Kredit ihrer Großmutter zurückzahlen soll, ist perfekt abgestimmt und ergeben ein absolut stimmiges Ganzes. In jedem der Kapitel lernt man einen Kunden oder eine Kundin von Yeonhwa besser kennen und erfährt auch mehr darüber wie er oder sie aus dem Leben scheiden mussten. Auch wenn dies jetzt vielleicht sehr deprimierend und wenig lebensbejahend klingt, muss ich sagen, dass dies nicht der Fall war. Natürlich sind die Geschichten ergreifend und an manchen Stellen auch traurig. Dennoch schafft die Autorin es die positiven Dinge ins Rampenlicht zu stellen. Dies in Kombination mir ihren appetitanregenden Beschreibungen der Süßspeisen die Yeonhwa auf Wunsch ihrer Kunden herstellt, hat ein wunderbar warmes Gefühl in meinem Inneren entstehen lassen. Ein Hauch Melancholie mit einer großen Portion Herzenswärme.
Ich hatte das Glück in diesem Jahr bereits einige hervorragende Neuerscheinungen aus Japan und Korea lesen zu dürfen. Bei den meisten dachte ich, dass ich mein Lesehighlight für dieses Jahr bereits gefunden habe. Doch dann kam das nächste Highlight daher und so weiter. Lee Onhwas Roman lässt die gleichen Gedanken in meinem Kopf entstehen. Hier passt für mich einfach alles zusammen und ich wüsste nicht, was man besser hätte machen können. Außer vielleicht, wenn es zum Buch auch noch eine Box Süßigkeiten dazu geben würde. Dann könnte man die kleinen Köstlichkeiten, die so wunderbar eindrucksvoll beschrieben werden, nämlich gleich neben dem Lesen verkosten.
Ich kann dieses Buch nur von Herzen weiterempfehlen und hoffe sehr auf weitere Romane der Autorin.

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Aus dem Leben gegriffen

Born to Perform - Sei das Rad, nicht der Hamster von Caspar Bendix

Es gibt Bücher auf die wartet man sehnsüchtig und freut sich auf ihr Erscheinen. Und dann kommt entweder die erwartete Freude auf oder das böse Erwachen, weil die Erwartungen einfach nicht ansatzweise erfüllt wurden. Und dann gibt es die Bücher, über die man einfach zufällig stolpert und einen von den Socken hauen.

Dieses Buch gehört für mich definitiv in die letzte Kategorie.
Denn ich kannte im Vorfeld weder den Autor Casper Bendix, noch wurde mir dieses Buch empfohlen. Es war einfach ein Glücksgriff. Eines dieser Bücher oder in meinem Fall konkreter ein Hörbuch, das man hernimmt, weil man auf der dringenden Suche nach neuem Lesestoff ist und der Klappentext interessant klang.
Doch bereits nach wenigen Minuten hatte mich dieses Buch in seinen Bann gezogen. Dies lag einerseits an der eingängigen und unglaublich ausdrucksstarken Stimme von Nils Nelleßen. Ich habe mich bereits nach wenigen Sätzen in seine Stimme verliebt und habe jede einzelne Minute sehr genossen. Dies liegt vor allem an seinem Tempre und seiner Stimmmelodie. Meiner Meinung nach hat der Verlag hier wirklich genau ins Schwarze getroffen und ich hoffe sehr, dass ich in naher Zukunft noch weitere Hörbücher von Nils zu hören bekomme. Er ist einer dieser Sprecher, die mir auch die Rückseite meines Shampoos vorlesen könnten und ich würde noch immer dahin schmelzen. Denn es geht nicht darum, was er liest, sondern wie er es liest.
Doch meine sehr gute Bewertung ergibt sich natürlich nicht nur aus der meiner Begeisterung für die Stimme von Nils Nelleßen. Den Großteil meiner Bewertung macht der Inhalt des Buches von Casper Bendix aus. Doch auch dieser konnte mich begeistern. Denn seine Figuren sind einerseits so dermaßen abgedreht und doch so realistisch. Bei den Sprüchen die Doktor Thomas Meermann so von sich gibt, schüttelt man den Kopf und amüsiert sich über die Genialität des Autors. Doch richtig amüsant wird es, wenn man, so wie ich eben, im richtigen Leben bereits mit solchen Kandidaten in Berührung gekommen ist. Gefühlsmäßig jeder zweite Manager, dem ich begegnet bin, hat Sprüche in der Art des Doktor Meermanns abgesondert. Diese souverän vorgetragenen Sprüche, meist eine Mischung aus englisch und deutsch, die auf den ersten Blick so viel Sinn ergeben. Doch denkt man einmal darüber nach, fällt das ganze Kartenhaus zusammen. Das passiert halt leider, wenn die zentralen Eckpfeiler nicht stabil genug sind.
Casper Bendix erlaubt seinen Figuren aber auch, dass sie sich weiterentwickeln. Charakterentwicklung ist normalerweise eine gute Sache. In diesem Buch bin ich dabei allerdings zwiegespalten. Denn die Komik des Buches verliert sich dadurch ein klein wenig, dafür werden die Charaktere noch greifbarere und noch vielschichtiger. Das Buch mausert sich vom Klamauk zum ernstzunehmenden Roman. Der Übergang von dem einem zum anderen war ein wenig holprig, aber im Großen und Ganzen hat es doch funktioniert.
Wie bereists anfangs erwähnt, hat mich dieser Roman wirklich überrascht, und zwar im positiven Sinne. Manch ein Leser oder eine Leserin wird zwar über die Plattitüden und blöden Sprüche den Kopf schütteln, doch wenn man dies im realen Leben bereits einmal (oder eher mehrmals) erlebt hat, dann amüsiert man sich köstlich über dieses Buch. Aufgrund dessen, was ich über den Autor im Netz finden konnte, glaube ich, dass seine persönlichen Erfahrungen in der Wirtschaft in das Buch eingeflossen sind. Es bleibt mir daher nichts anders übrig, als eine Leseempfehlung für dieses Buch auszusprechen und noch einmal zu betonen, dass es wirklich aus dem Leben gegriffen ist.

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Ganz nett, aber der Titel ist irreführend

A Wild Cowboy's Heart von Stacey Kennedy

Eigentlich bin ich kein Pferde-Mädchen oder aufgrund meines Alters müsste ich wohl eher Pferde-Frau sagen. Damit meine ich, dass ich in meinem Leben noch nie geritten bin und auch kein wirkliches Interesse daran habe es einmal auszuprobieren. Im „echten“ Leben habe ich mit Pferden einfach nichts am Hut.

Bei Büchern, Serien oder Filmen schaut die Sache aber anders aus. Dort finde ich das Thema wundervoll und kann mich für Medien mit Cowboy oder Pferdeschwerpunkt begeistern. Daher habe ich mich auch sofort auf dieses Buch gestürzt. Cover und Tiel versprachen eine Wohlfühl-Liebes-Geschichte mit Pferde Topping. Die Realität war daher ein klein wenig ernüchternd für mich.
Die erste Verwunderung entstand bereits, als ich beim Lesen feststellen musste, wie dünn das Buch ist. Denn mit 250 Seiten ist das Buch eher dünn gehalten und die Befürchtung, dass auch die Handlung dadurch eher dünn ausfallen wird, keimte in mir. Nach wenigen Seiten hatte ich meine Bedenken dann aber über Bord geworfen, da ich sofort in die Geschichte eintauchen konnte und die Vorgänge mich gefesselt haben.
Dennoch musste ich recht schnell feststellen, dass Cowboys und Pferde eher eine untergeordnete Rolle spielen. Natürlich kommt beides vor, aber eben nur am Rande. Dies liegt vor allem daran, dass der Schwerpunkt des Buches auf Maisie, ihren Schwestern und deren Brauerei liegt. Glücklicherweise kann ich mich auch für das Thema Bierbrauen begeistern.
Den Schreib- und Erzählstil der Autorin würde ich als eher einfach bezeichnen. Stacey Kennedy beschränkt sich auf das Wesentliche und verzichtet auf ausufernde Beschreibungen. Dadurch erklärt sich meiner Meinung nach auch die eher geringe Seitenzahl, denn handlungstechnisch ist schon einiges los.
Die drei Schwestern Maisie, Amelia und Clara waren mir sehr sympathisch, wenn sich natürlich dieses Buch hauptsächlich auf Maisie konzentriert hat. Da es sich hierbei aber um das erste Buch der Reihe „Wild Hearts Romance“ handelt, werden wir in den nächsten Bänden sicher mehr über Amelia und Clara erfahren.
Hayes Taylor würde ich nicht wirklich als Cowboy bezeichnen, aber als Charakter fand ich ihn spannend und interessant. Die Anziehung zwischen den beiden Hauptpersonen war für mich bedingt spürbar, wobei es vor allem eine körperliche Anziehung war, die ich wahrgenommen habe. Die Gefühlsebene kam, wie leider einiges in dem Buch, ein wenig zu kurz.
Stacey Kennedy konnte mich mit ihrem Auftaktbuch der „Wild Hearts Romance“ Reihe nicht vollständig überzeugen. Dennoch hatte ich ein paar vergnügliche Stunden mit dem Buch und denke auch, dass ich bei Gelegenheit die anderen Bände lesen werde.

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Raum für Joan – Eine Frau zwischen NASA, Normen und Neuanfang

Atmosphere von Taylor Jenkins Reid

Die Autorin Taylor Jenkins Reid ist keine Unbekannte, sondern ganz im Gegenteil sehr berühmt. Ihre Bücher verkaufen sich weltweit unfassbar gut und werden in unzählige Sprachen übersetzt. Bis mir dieses Buch empfohlen wurde, habe ich noch nie etwas von der Autorin gehört. Allerdings kann ich jetzt behaupten, dass mir nicht nur ihr Name ein Begriff ist, sondern, dass ich auch verfolgen werde, wann sie wieder ein Buch veröffentlicht.

Denn mit diesem Buch hat sie mich wirklich begeistert.
Mir ist bewusst, dass die komplette Handlung der Geschichte fiktional ist und so im wirklichen Leben nie stattgefunden hat. Trotzdem hat die Autorin so viele historische Elemente einfließen lassen und sich in vielen Dingen an reale Ereignisse angelehnt, dass man das Gefühl hat, dies sei alles einmal wirklich passiert. Möglicherweise ist es das auch, vielleicht nicht alles exakt so, aber so ähnlich.
Für meinen Geschmack hätte das Thema Weltall, Raumfahrt und NASA noch einen viel höheren Stellenwert in dem Buch bekommen können. Besonders der wissenschaftliche Anteil der Geschichte hätte gerne mehr Raum einnehmen können. Die Autorin erwähnt aber bereits im Vorwort, dass dies nie ihre Intention war. Sie wollte eine Astronomin als Hauptperson, aber sie wollte das alles, den Weltraum, die NASA, die Space-Shuttles immer nur als Hintergrund. Als Aufhänger für ihre Liebesgeschichte. Daher kann ich Taylor Jenkins Reid eigentlich keinen Vorwurf machen, dass das Thema nicht so dominant war, wie von mir erhofft. Dennoch fließt es in meine Gesamtbewertung ein.
Mit Joan Goodwin hat die Autorin einen unglaublich vielschichtigen und doch sympathischen Charakter erschaffen. Von Beginn an war mir Joan sympathisch und ich habe sie gerne auf ihrem Weg zu sich, ihren Träumen und ihrer großen Liebe begleitet. Es gab einige Stellen, an denen mich Joan zur Weißglut gebracht hat und ich sie am liebsten angeschrien hätte. Ein weiteres Zeichen dafür, wie gut und durchdacht die Handlung und die Charaktere sind.
Es war nervenaufreibend und doch schön zu sehen, wie Joan an ihren Aufgaben und den selbstgesteckten Zielen wächst. Und das alles in einer Zeit, in der Frauen noch nicht die gleichen Chancen hatten wie Männer. Also nicht einmal auf dem Papier die gleichen Chancen, denn ob es heutzutage eine wirkliche Gleichstellung gibt, lasse ich an dieser Stelle einmal unkommentiert.
Man lernt die verschiedenen Seiten von Joan kennen: Die Astronautin, die Teamkollegin, die liebende Tante, die zweifelnde Schwester und die hingebungsvolle Geliebte. Letzteres bringt mich zum Hauptaugenmerk des Buches: Der Liebesgeschichte.
Diese ist meiner Meinung ebenfalls äußerst glaubwürdig und ich konnte die Emotionen zwischen den Zeilen wirklich spüren. Joans große Liebe ist ebenfalls ein durchaus sympathischer und vor allem vielschichtiger Charakter. Durch die äußeren Umstände gestaltet sich die Beziehung der beiden aber als äußerst schwierig. In vielen anderen Büchern haben mich diese Schwierigkeiten oft einmal genervt und ich fand sie als unnötig. Denn oftmals dienen diese Hürden nur dazu künstlich Spannung aufzubauen und die Geschichte ein wenig in die Länge zu ziehen. Dies ist in diesem Buch aber nicht der Fall und dies empfand ich als eine sehr schöne Abwechslung.
Der Schreib- und Erzählstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Er war eine angenehme Mischung aus nüchterner Erzählweise und prosaisch schwärmerischen Elementen. Einige wenige Passagen empfand ich als ein wenig zu schwulstig und langatmig, diese waren aber glücklicherweise in der Minderheit.
Taylor Jenkins Reids Roman hat mich an vielen Stellen überrascht und mich zum Nachdenken angeregt. Die Handlung hat mich gepackt und gefesselt. Das Ende kam mir dann fast ein wenig zu abrupt, jedoch war es ein wohlüberlegtes Ende. Kleinere Abzüge in der Bewertung muss ich aber trotzdem vornehmen, da ich wie bereits erwähnt einen höheren Anteil an wissenschaftlichen Themen erwartet bzw. erhofft hatte.

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Zwischen Wunsch und Wirklichkeit – Eine bewegende Doppelperspektive

Im Leben nebenan  von Anne Sauer

Zuallererst möchte ich meinen Hut ziehen vor Anne Sauer und Chantal Busse. Erstere ist hierbei die Autorin des Buches und zweitere die Sprecherin des Hörbuchs. Beide haben einen fantastischen Job gemacht.
Die Idee des Buches, zwei verschiedene Leben ein und derselben Person parallel zu erleben, hat mich von Anfang an fasziniert.

Allerdings hatte ich auch so meine Befürchtungen, dass mich dies, vor allem als Hörbuch, sehr verwirren könnte. Diese Befürchtung hat sich aber sofort in Luft aufgelöst, als ich mit dem Hören begonnen habe. Denn die Abgrenzung der beiden Geschichten war von Beginn an klar und äußerst eindeutig. Chantal Busse und ihre äußerst eindrucksvolle Stimme hat mich durch die Seiten und Stunden des Buches getragen. Ich wollte gar nicht mehr aufhören ihr zuzuhören. Und dies liegt nicht nur an der Geschichte. Chantals Stimmmelodie hat mir unglaublich gut gefallen, sie dürfte mir auch gerne eine Packungsbeilage eines x-beliebigen Medikamentes vorlesen und ich würde ihr noch immer gerne zuhören.
Auf den Inhalt des Buches möchte ich nicht groß eingehen, diesen kann man der Beschreibung des Buches oder dem Klappentext entnehmen. Ein paar wenige Worte muss ich aber leider doch verlieren, um meine nachfolgende Bewertung ein wenig verständlicher zu machen.
In diesem Buch begleitet man einerseits Toni, die mit ihrem Freund in einer schicken Wohnung wohnt und mehr oder weniger verzweifelt probiert ein Kind zu bekommen. Andererseits begleitet man aber auch Antonia, die gerade frisch Mutter geworden ist und mit dieser Situation ziemlich zu kämpfen hat. So weit, so gut. Toni und Antonia sind allerdings ein und dieselbe Person und nein es handelt sich weder um Polygamie noch um Schizophrenie. Wir begleiten sie einfach nur im Leben nebenan. Im was wäre, wenn. Was wäre, wenn sich Toni im Laufe der Jahre anders entschieden hätte. Wenn sie sich nicht von ihrer Jugendliebe getrennt hätte.
Allein dieses Gedankenspiel als Grundlage für einen Roman hat bei mir Begeisterung hervorgerufen. Denn wie so viele andere auch, habe ich mir diese Frage bereits öfter gestellt. Was wäre passiert, wie würde mein Leben aussehen, wenn ich diese oder jene Entscheidung nicht getroffen hätte. Wäre ich jetzt glücklicher, zufriedener, mit mir selbst im Reinen? Anne Sauer gibt nicht unbedingt Antworten auf diese Fragen, eröffnet aber einen ganz besonderen Blickwinkel auf dieses Thema.
Aber die Autorin macht an diesem Punkt noch nicht halt. Denn der Hauptunterschied oder zumindest das herausstechende Merkmal der beiden Leben, ist das Kind. Die eine hätte gerne eines, es funktioniert aber nicht so richtig. Die andere hat gerade eines bekommen und hadert mit der Situation. Anne Sauer verbindet die beiden doch sehr schweren Themen unerfüllter Kinderwunsch und regretting motherhood miteinander. Beides recht anspruchsvolle Thematiken, die man am liebsten nie selbst erleben möchte. Wobei ich für alle die vor allem zweiteres abschreckt einwenden muss, dass dies meine Interpretation ist. Im Roman selbst ist, ohne jetzt spoilern zu wollen, von Anpassungsstörungen die Rede. Es geht darum, wie fühlt man sich als Frau, wenn man gerade ein Kind bekommen hat. Liebt man es sofort und bis über beide Ohren, so wie es einem alle immer sagen?
Mir ist bewusst, dass dies alles nach einem tragischen und schwerfälligen Roman klingt und sich viele vielleicht überlegen, ob sie sich das wirklich antun sollen. Meine Antwort darauf, ist ein klare Ja, denn so belastend die Themen auch sein können. Die Autorin Anne Sauer packt in all dies eine Prise Humor hinein, schwarzen Humor bis zu einem gewissen Grad, ja natürlich. Aber dennoch ist die Geschichte wirklich amüsant und dies ohne billige und platte Witze.
Das Ende des Buches hat mich ein klein wenig irritiert und gestört. Ich kann einerseits verstehen, warum die Autorin das Buch genau so enden hat lassen, wie sie es eben getan hat. Andererseits habe ich das Gefühl, dass Anne Sauer mir noch ein paar erklärende Worte schuldet. Daher kann ich dem Buch auch leider nicht die Höchstnote geben. Aber eine Herzensempfehlung ist es auf jeden Fall.

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Wunderheilung durch Nahrungsergänzungsmittel

Was die Seele essen will von Julia Ross

Durch gezielte und vor allem ausgewogene und richtige Ernährung sein seelisches Gleichgewicht finden klang (fast) zu gut, um wahr zu sein. Da die Hoffnung aber bekanntlich zuletzt stirbt habe ich mich darauf eingelassen und wurde leider enttäuscht.
Dabei hat alles recht gut angefangen. Julia Ross erklärt eindrücklich und in verhältnismäßig einfach Worten die Zusammenhänge zwischen einem Nährstoffmangel bzw.

einem Mangel an essenziellen Aminosäuren und seelischen Problemen. Recht schnell kommen aber die ersten Tabletten und Nahrungsergänzungsmittel ins Spiel. Dies allein hätte mich noch nicht abgeschreckt, wenn es auch nicht das war, was ich mir eigentlich von diesem Buch erwartet habe. Äußerst irritiert haben mich die von der Autorin gebrachten Beispiele aus ihrem Klinikalltag. Egal welcher Patient oder welche Patientin zu ihr kam, unabhängig davon welche Krankheiten oder Beschwerden diese hatten und wie lang sie bereits anderweitig in Behandlung waren, eine Tablette von Julia Ross und sie waren innerhalb von 15 Minuten „geheilt“. Für mich klingt das alles zu sehr nach Wunderheilung und es ist allzu reißerisch formuliert, als das ich dem ganzen ohne Beweise glauben könnte.
Die biochemischen Vorgänge die Julia Ross in ihrem Buch beschreibt, fand ich aber äußerst interessant und vieles davon war mir bis dato nicht bekannt. Ich habe auf jeden Fall einiges dazulernen können. Allerdings habe ich auf Grund des Titels und der Beschreibung des Buches vermutet, dass der Hauptfokus des Buches auf der richtigen Ernährung liegt, um seelische Probleme in den Griff zu bekommen. Dies ist aber leider nicht der Fall. Es gibt zwar ein kurzes Kapitel über Ernährung und auch einige Vorschläge für Speisepläne und die dazugehörigen Rezepte. Diese macht aber nur einen winzigen Teil des Buches aus.
Des Weiteren habe ich so meine Probleme mit den Lebensmitteln, die die Autorin empfiehlt. Das sie Zucker und Weißmehlprodukte verteufelt kann ich ja noch verstehen und nachvollziehen. Die riesigen Mengen an Fleisch und tierischen Produkten, die sie empfiehlt, gegen aber gegen jede Empfehlung zu gesunder und ausgewogener Ernährung, die ich jemals gelesen habe. Wenig verwunderlich das Menschen, die eine vegetarische oder vegane Ernährung bevorzugen bei ihr überhaupt nicht gut wegkommen und man beim Lesen das Gefühl bekommt, dass diese ohne die von Ross empfohlenen Nahrungsergänzungsmittel dem Untergang geweiht sind. Als sie dann auch noch erwähnte, dass manche Vegetarier Huhn essen, habe ich endgültig an ihrer Kompetenz zu zweifeln begonnen.
Der Schreibstil der Autorin ist mehr als reißerisch und durch die immer wiederkehrenden Wiederholungen von vielen Aussagen und Hinweisen, hat man nach einer gewissen Zeit das Gefühl, dass man unbedingt und sofort alle der vorgeschlagenen Mittel bestellen und nehmen muss. Hier würde ich wirklich mit Bedacht vorgehen. Die Zusammenhänge die Julia Ross erklärt haben sicher ihre Gültigkeit, dennoch würde ich jedem davon abraten ohne Konsultation eines Arztes auch nur irgendeines der von ihr beschriebenen Mittel zu nehmen. Abgesehen davon, das vieles in Deutschland oder Österreich sowieso nicht freiverkäuflich am Markt erhältlich sind. Allein diese Tatsache sollte einem zu denken geben.

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