Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ReiShimura:
Joshua und Lori: Ein neues Kapitel in Hopeville
Foul Play Hopeville Dragons von Laura Willud
Endlich ist er da, der zweite Teil der Hopeville Dragons Reihe von Laura Willud. Wobei Reihe vielleicht ein klein wenig zu hoch gegriffen ist, denn entgegen meinen Erwartungen besteht die Reihe nur aus zwei Büchern. Dies finde ich auf der einen Seite sehr schade, denn mir haben die beiden Bücher sehr viel Spaß gemacht, auf der anderen Seite hätte ein weiterer Band einfach keinen Sinn ergeben.
Im ersten Band waren Joyce und Austin die beiden Hauptpersonen. In diesem Band sind es nun Joshua, seines Zeichen Bruder von Joyce und Teamkollege von Austin, und Lori, die beste Freundin von Joyce. Die Wahl der Hauptpersonen war wenig überraschend und hat sich meiner Meinung nach bereits im vorherigen Buch abgezeichnet. Theoretisch könnten die beiden Bücher unabhängig voneinander gelesen werden. Ich persönlich würde aber empfehlen, die Reihenfolge der Bücher einzuhalten.
Wie ich vermutet habe, gibt es in diesem Band keine großen Überraschungen und Laura Willud setzt das Erfolgsrezept fort; eine gute Mischung aus Sport, Collegeleben, großen Gefühlen und mehr oder weniger starken Charakteren. Gewürzt mit einer Prise Komplexität. Nicht vorhanden war dafür das große Geheimnis, gefehlt hat es meiner Meinung nach aber trotzdem nicht.
Meine Erwartungen waren recht hoch, da mir die Geschichte von Joyce und Austin wirklich sehr gut gefallen hat. Ich würde nicht so weit gehen zu behaupten, dass ich enttäuscht bin, allerdings war dieses Buch doch schwächer im Vergleich. Die Charaktere sind daran aber weniger Schuld, denn sowohl Lori als auch Joshua haben mir mit ihrer Zielstrebigkeit und ihrem Ehrgeiz sehr gut gefallen. Die Gefühle der beiden waren glaubhaft und die Chemie hat meiner Meinung nach definitiv gestimmt. Die typischen Stolpersteine auf dem Weg zum Happy End gab es, wirkten in diesem Fall aber auch nicht störend oder künstlich aufgebauscht. In dieser Beziehung hat wirklich alles gepasst.
Loris Schwierigkeiten mit ihrer Familie haben das Bild sehr gut abgerundet und ihrem Charakter noch mehr Tiefe verliehen. Schade fand ich nur, dass dem Thema nicht mehr Raum gegeben wurde. Es gab zwar einige kürzere Episoden, die sich mehr oder weniger damit beschäftigt haben, die hätte man aber deutlich ausbauen können. Ähnliches habe ich bereits in meiner Rezension zu "Mismatch" geschrieben, auch dort gab es ein wichtiges und relevantes Thema, das mehr Bedeutung verdient hätte.
Die Liebesszenen sind nicht besonders zahlreich, was mich persönlich freut. Ich bin kein großer Fan von zu viel Spice. Die vereinzelten Szenen haben sich aber gut in das Gesamtbild eingepasst und waren wertschätzend und liebevoll beschrieben.
Ich hatte mich auch dieses Mal wieder für die Hörbuch Variante entschieden. Als Sprecher wurden dieses Mal Regine Lange und Fynn Engelkes engagiert. Beide haben mir bezüglich ihrer Sprachmelodie und der Betonung sehr gut gefallen. Im ersten Augenblick fand ich es schade, dass nicht wieder die gleichen Sprecher wie beim ersten Teil genommen wurde, im Nachhinein macht es aber durchaus Sinn; andere Hauptpersonen, andere Sprecher.
Laura Willud hat auch dieses Mal wieder sehr viel richtig gemacht und eine zauberhafte Sportromanze mit glaubwürdigen Charakteren erschaffen. Ein bisschen schade ist es zwar, dass ich mich jetzt von den Hopeville Dragons verabschieden muss, aber ich hoffe sehr, bald wieder einmal was von der Autorin lesen zu können.
Die stille Stimme eines Bauernmädchens
Die Farbe von Milch von Nell Leyshon
Schon nach wenigen Sätzen muss man feststellen, dass dieses Buch anders ist. Wobei es einem auch bereits vor dem Lesen hätte, klar sein müssen, denn immerhin wurde es mit dem folgenden Satz vom Verlag beworben: "Die bewegende Geschichte eines Bauernmädchens erzählt in einer herausragenden Sprache".
Das Buch handelt von Mary, einem knapp 15 Jahre alten Bauernmädchen, das im England des 19ten Jahrhunderts lebt. So weit so gewöhnlich, ungewöhnlich ist es deswegen, weil die Geschichte eigenhändig von Mary geschrieben wurde. Dadurch ist die Sprache eher einfach gehalten, es gibt fast ausschließlich Hauptsätze und auch Satzzeichen sind Mangelware. Direkte Rede kommt zwar sehr häufig vor, wird aber nicht durch die eigentlich vorgeschriebenen Satzzeichen gekennzeichnet. Sehr gewöhnungsbedürftig, aber meiner Meinung nach auch authentisch. Ich habe allerdings auch einiges an Kritik zu diesem gewählten Stilmittel gelesen. So tun sich viele Leser aufgrund der mangelnden Satzzeichen schwer mit dem Lesen, und bemängeln, dass Mary auf der anderen Seite aber auch teils schwierige Wörter fehlerfrei schreiben kann. Ich kann diese Kritiken bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, denke aber, dass wenn die Autorin auch noch absichtlich Rechtschreibfehler eingebaut hätte, dies zwar durchaus der Authentizität gutgetan, das Lesen des Buches aber fast unmöglich gemacht hätte.
Doch die Sprache ist nicht das einzige, das recht einfach gehalten ist. Auch die Geschichte an sich ist eher einfach gestrickt und an manchen Stellen durchaus vorhersehbar. Die eine oder andere kleinere Überraschung hat Autorin Nell Leyshon dann aber doch noch auf Lager.
Trotz oder gerade vielleicht auch wegen ihrer Einfachheit konnte mich die Geschichte so ziemlich von Anfang an fesseln. Die Erzählung ist ehrlich, roh und schnörkellos. Mary nennt die Dinge beim Namen und beschönigt dabei nichts. Sie beschreibt ihren Alltag und ihr sehr karges und entbehrungsreiches Leben mit klaren Worten, ohne zu jammern oder mitleidserregend zu wirken. Es ist eben wie es ist und sie kennt es nicht anders. Auch düstere und nicht so angenehme Dinge beschreibt Mary nüchtern und fast wirkt sie dabei emotionslos. Dies ist aber meiner Meinung nach auf die Tatsache zurückzuführen, dass Mary in ihrem Leben keinen Platz für Gefühle hat und es nicht gelernt hat, dieses auszudrücken.
Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass die Erzählung die Leserin oder den Leser kalt lässt. Mich persönlich hat das Buch sehr berührt und bewegt. Vor allem wenn man sich vor Augen hält, dass es noch immer Gegenden auf der Welt gibt in dem die von Mary beschriebenen Dinge noch heute passieren. In denen Frauen und Kinder noch immer einfach nur Ware und billige Arbeitskräfte sind.
Trotz kleinerer Schwächen hat mich diese Erzählung in seinen Bann gezogen und ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Auch wenn ich es ab einem gewissen Punkt am liebsten getan hätte. Marys Geschichte hat mich auf vielen Ebenen berührt und zum Nachdenken gebracht und für mich ist dieses Kleinod eine klare Leseempfehlung.
Die Jahreszeiten humorvoll erklärt
Der Sonnendieb von Alice Hemming
Vogel und Eichhörnchen, die beiden Hauptfiguren, kennen wir bereits aus einem anderen Buch der Blätterdieb-Reihe. Schon damals waren sowohl der kleine Leser als auch ich ganz begeistert. Die beiden Figuren sind zuckersüß und herrlich komisch.
Umso gespannter war ich daher auf das neueste Buch der Reihe.
Und um es kurz zu machen, auch dieses Buch hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Illustrationen sind sehr ansprechend und bunt. Die meisten Bilder sind auf das wesentliche reduziert und trotzdem gibt es immer wieder das eine oder andere kleine Detail zu entdecken. Leider muss ich allerdings anmerken, dass ich die Schriftart und vor allem auch die Schriftfarbe als nicht ideal empfinde. Gerade die schwarze Schrift ist bei den Nachtszenen schwerer lesbar. Hier hätte man eventuell eine hellere Schriftfarbe wählen können. Die Schriftart ist etwas verschnörkelt und gefällt mir optisch eigentlich recht gut. Auch mit der Lesbarkeit hatte ich keine Probleme. Allerdings könnten Leseanfänger hier Schwierigkeiten haben.
Die Texte auf den einzelnen Seiten sind recht kurzgehalten und es macht Spaß, das Buch vorzulesen. Die Zeichnungen unterstützen den Text dabei sehr gut und sowohl der kleine Leser als auch ich mussten immer mal wieder lachen. Besonders gut gefällt mir persönlich die letzte Doppelseite. Hier wird in einigen Sätzen noch einmal erklärt, warum es Jahreszeiten gibt und wie diese zustande kommen. Auch für weitere Fragen, die sich eventuell aus der Geschichte ergeben, liefert diese Doppelseite eine Erklärung. Somit ist sichergestellt, dass die Kinder auch wirklich etwas aus dieser sehr lustigen und herzlichen Geschichte lernen können.
Das Buch gehört wie bereits anfangs erwähnt zu der Blätterdieb-Reihe. Die Bücher bauen aber nicht aufeinander auf und können daher unabhängig voneinander gelesen werden. Wobei ich befürchte, wenn man sich einmal mit Vogel und Eichhörnchen angefreundet hat, werden ganz schnell auch die anderen Bände einziehen.
Bis auf die kleinen Kritikpunkte bezüglich der Schrift muss ich sagen, dass das Buch durchaus gelungen ist und ich es auf jeden Fall weiterempfehlen kann.
Enttäuschte Erwartungen
Wie Sterne so hell von Mina Teichert
Meine Erwartungshaltung an das Buch war relativ eindeutig, als ich mit dem Lesen begonnen habe. Eine bittersüße Liebesgeschichte, die einem unter die Haut geht und zu Tränen rührt. Bis zu einem gewissen Grad wurden meine Erwartungen auch erfüllt, aber leider zu wenig, als dass mich das Buch wirklich begeistern oder mitreißen hätte können.
Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich sogar mehrmals überlegt habe das Buch abzubrechen.
Dies lag vor allem an der weiblichen Hauptperson Sahra. Bereits von Anfang an hatte ich meine Schwierigkeiten mit ihr, wobei ich es anfangs nicht festmachen konnte, woran das liegt. Je mehr die Geschichte vorschritt und je mehr man über Sahra und ihre komischen Spielchen, die sie mit Menschen spielt, erfahren hat, war es bei mir dann vorbei. Ich denke besonders gestört hat mich, dass sie als Gutmensch dargestellt wird und von allen Freunden und Bekannten wie eine Heilige verehrt wird, aber ihre Handlungen dies in keiner Weise rechtfertigen. Sie pfuscht ihm Leben anderer Menschen herum, zwingt ihnen ihren Willen auf und bildet sich ein alles besser zu wissen.
Ihr männlicher Gegenpart Mo hat mir da schon deutlich besser gefallen, konnte das Buch allein für mich auch nicht retten. Natürlich ist auch er eine gequälte Seele und muss von der Heiligen Sahra gerettet werden. Denn auch wenn sie nichts über ihn weiß, weiß sie doch was er mit seinem Leben anfangen soll. Um dem ganzen Irrsinn dann noch die Krone aufzusetzen, lässt er sich, wenn auch etwas widerwillig auf das Spiel ein. Wobei wenn er sich nicht darauf eingelassen hätte, wäre das Buch ja auch schon wieder vorbei gewesen.
Die unzähligen Dialoge zwischen Sahra und Mo haben der Geschichte zwar einiges an Tiefgang gegeben, andererseits haben sie es auch in die Länge gezogen. Viele der Gespräche sollten möglicherweise witzig sein, der Humor ist an mir aber verpufft. Auch hatte ich nicht das Gefühl, dass die Chemie zwischen den beiden wirklich stimmt. Es fühlte sich eher so an, als ob die beiden sich abstoßen und nicht anziehen.
Ich denke schon, dass ich verstanden habe, was die Autorin mir mit dem Buch sagen will. Leider gefällt mir die Art und Weise wie sie das vermittelt einfach nicht. Es handelt sich hierbei keinesfalls um ein schlechtes Buch, es ist einfach nur kein Buch für mich gewesen.
Gefangen zwischen Trauer und Ikigai
Vermissen auf Japanisch von Yukiko Tominaga
Asiatische Literatur ist auch auf dem deutschsprachigen Büchermarkt immer mehr im Vormarsch. Insbesondere japanische und koreanische Bücher finden langsam, aber sicher den Weg in unsere Bücherregale. Gefühlsmäßig war asiatische Literatur vor einigen Jahren noch ein Nischenprodukt und ich kann mich noch erinnern wie ich stundenlang durch Buchhandlungen gestreift bin, um eines der Bücher zu finden.
Daher freut mich dieser Trend ganz besonders.
Ich persönlich mag die meist ruhige und nachdenkliche Art des Erzählens dieser Bücher sehr gern. Die oft sehr poetische Sprache lädt dazu ein, nicht durch die Seiten zu fliegen, sondern immer wieder über das Gelesene nachzudenken und kurz im Augenblick zu verweilen.
Der Debütroman von Yukiko Tominaga stellt hierbei keine Ausnahme dar und trotzdem sticht er auf besondere Art und Weise hervor. Denn Tominaga-san hält sich nicht an die gängigen Konventionen eine Geschichte zu erzählen. Chronologie und Struktur sucht man bei diesem Roman vergeblich. Auf den ersten Blick herrscht hier ein heilloses Durcheinander und man fragt sich beim Lesen oft, was sie sich dabei gedacht hat. Doch nimmt man sich die erkennt man Strukturen, einen roten Faden und ein System in dem Chaos.
Ich gebe ehrlich zu, dass ich anfangs meine Schwierigkeiten hatte dem Buch folgen zu können. Es gibt keinen geradlinigen Ablauf in der Geschichte, sondern man springt von einer Episode zur nächsten Begebenheit, von einem Ort zum anderen. Mal ein paar Jahre vor und dann wieder zurück. Eigentlich nichts völlig Neues, doch in diesem Buch passiert dies so überraschend von einem Absatz zum nächsten. Doch wie weiter oben bereits erwähnt, es gibt es System in diesem augenscheinlichen Chaos. Man muss nur den Mut haben sich darauf einzulassen.
Dieser Roman zeichnet sich aber nicht nur durch seinen gewöhnungsbedürftigen Aufbau aus. Yukiko Tominaga widmet sich in diesem Buch einem nicht besonders leichtem, aber dafür sehr wichtigen Thema: Trauer. Jede Kultur, jede Religion, aber auch jedes Individuum hat eine eigene Art mit dem Verlust eines geliebten Menschen umzugehen. Ein sehr belastendes Thema, für das man meiner Meinung nach sehr viel Fingerspitzengefühl braucht. Denn man muss aufpassen, dass man das ganze weder ins Lächerliche zieht noch zu kitschig romantisiert darstellt. Yukiko Tominaga hat genau diese Fähigkeiten und auch die Ehrlichkeit. Denn zu Trauer gehört nicht nur die Verzweiflung über den Verlust, sondern auch die Wut und der Hass.
Die Erzählweise der Autorin hat mich tief berührt und obwohl ich wissen wollte, wie es weitergeht, habe ich das Buch oft bewusst weggelegt, um über das nachzudenken, was ich gerade gelesen habe. Wobei ich dazu sagen muss, dass mich die Geschichte nicht traurig gemacht hat, auch wenn dies aufgrund des Themas vielleicht seltsam klingt. Denn auch wenn das Hauptthema des Buches die Trauer ist, ist es doch auch eine Überlebensgeschichte; eine Geschichte die Mut und Hoffnung spendet, wenn man ein wenig hinter die Kulisse schaut.
Ein Satz, der mich besonders berührt hat und der Kyokos Leben sehr gut zusammenfasst, ist für mich: "Das Leben ist da, um zu leben, nicht um zu existieren."
"Vermissen auf Japanisch" ist ein durchaus anspruchsvoller Roman, für den man sich Zeit lassen sollte. Doch wenn man sich das Abenteuer zutraut, wird man mit vielen spannenden Einblicken in die japanische Kultur und die japanische Seele belohnt.
Starker Anfang, aber dann ging es steil bergab
A Fate inked in Blood (Skaland-Saga 1) Skaland-Saga von Danielle L. Jensen
Der Klappentext des Buches versprach so einiges, nordische Mythologie, Magie, Liebe und vor allem eine starke, weibliche Hauptperson. In Ansätzen trifft das Ganze auch zu, allerdings leider nur in Ansätzen.
Die nordischen Götter werden zwar namentlich immer wieder mal erwähnt und auch, dass sie hin und wieder einem sterblichen Kind einen Tropfen Blut schenken, um ihnen göttliche Macht zu verleihen.
Das wars es dann aber auch schon wieder mit der ganzen Mythologie. Auch Magie kommt natürlich vor, gekoppelt eben an diesen Tropfen Blut. Aber für mich persönlich war das Ganze ebenfalls zu wenig und vor allem zu unausgegoren. Meiner Meinung nach hätte die Autorin hier viel mehr Hintergrundinformationen liefern müssen und alles ein wenig ausführlicher beschreiben müssen. Den Platz dafür hätte sie ja eigentlich gehabt, immerhin umfasst der Roman 544 Seiten.
Leider hat sich Danielle L.Jensen dazu entschieden den Großteil der Seiten nicht mit einem wirklichen Story Building zu beschäftigen, sondern sich auf die Liebesgeschichte zwischen Freya und Bjorn versteift. Im ersten Augenblick war ich zwar enttäuscht, aber dachte mir okay, dass ist dann eben mehr ein Liebesroman mit historischem Setting und kein Fantasyroman. Soll eben so sein und ich mach das Beste daraus. Doch da kam schon die nächste Enttäuschung um die Ecke.
Die Liebesgeschichte ist in meinen Augen nämlich keine. Denn um Liebe geht es den Beiden von Anfang an nicht wirklich, auch wenn manche Aussagen der Protagonisten uns das Glauben machen sollen. Die beiden treffen sich und bamm! Instantan haben sie Lust aufeinander, doch natürlich darf diese Lust nicht ausgelebt werden. Immerhin ist Freya mit Bjorns Vater verheiratet, obwohl man dazusagen muss, dass es sich dabei um eine Zwangsehe handelt.
Die starke, unabhängige Heldin, die genug davon hat, der Spielball der Männer zu sein und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen möchte blinzelt ab und zu ein wenig durch. Vor allem wenn ihr Lustobjekt nicht in der Nähe ist. Dann erkennt man, was in Freya stecken würde, doch leider ist Bjorn nie weit entfernt und schon versinkt sie wieder in Tagträumen was er alles mit ihr und ihrem Körper anstellen soll.
Danille L.Jensen hat sich im Grunde eine gute und solide Geschichte ausgedacht, aus der man sehr viel machen hätte können. Zu meinem Missfallen hat sie denn Weg des Groschenromans genommen und mich damit auf dem Weg ziemlich schnell verloren. Ich habe das Buch zwar beendet, werde die Dilogie aber unbeendet lassen.
Etwas positives muss ich aber abschließend noch anmerken. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, dieses wird von Leonie Landa gelesen. Mit ihr hatte ich bereits in einem anderen Hörbuch das Vergnügen, das mir spannenderweise, genauso wenig zugesagt hat wie dieses Buch, sogar aus ziemlich ähnlichen Gründen. Aber ich wollte ja etwas Positives erwähnen. Leonie Landas Stimmmelodie finde ich sehr schön und angenehm, ich habe ihr wirklich gerne zugehört. Auch Betonung und Geschwindigkeit fand ich wirklich passend zu der Geschichte. Im letzten Hörbuch hatte ich Schwierigkeiten damit, die Emotionen zu spüren, da sie sehr von oben herab gelesen hat. Dies war in dem Buch jetzt nicht der Fall und ich konnte die Gefühle, vor allem Freyas Wut gut durch die Stimme von Leonie Landa spüren.
Alles in allem muss ich sagen, dass dieses Buch für mich einfach nicht das richtige war. Ich mag Fantasybücher mit einer gut ausgearbeiteten Welt, einem verständlichen Magiesystem und starken Helden. Davon gab es in diesem Buch einfach zu wenig. Wer allerdings gerne einen Haufen spicy Szenen in seiner Geschichte hat, wird an diesem Buch seine wahre Freude haben.
Auf der Suche nach der Sinnhaftigkeit
Kokoro von Beth Kempton
Das Cover des Buches hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Selbsthilfebücher gehören eigentlich nicht zu meinen bevorzugten Genres, aber hin und wieder verirrt sich das eine oder andere auf meine Leseliste. Da es in diesem Buch laut Untertitel um japanische Weisheiten handelte, war meine Neugier geweckt.
Seit vielen Jahren schon beschäftige ich mich mit allem Möglichen rund um Japan und hatte auch das Glück auf kurzen Dienstreisen das Land besuchen zu dürfen. Da es noch dazu um Weisheiten für ein gelungenes Leben handelte, machte die Sache nur noch umso interessanter.
Die Ausführungen der Autorin zum Thema japanische Namen und Schriftzeichen hatten für mich persönlich wenig Neues zu berichten. Wie bereits erwähnt, beschäftige ich mich schon länger mit Japan und dazu gehört auch das Erlernen der Sprache. Für Leser und Leserinnen, die bis dato aber noch keine oder kaum Berührungspunkte mit dieser Thematik hatten, sind diese aber sicher äußerst informativ und aufschlussreich, wenn auch ein wenig langatmig und trocken.
Im Vorfeld hatte ich mir ausnahmsweise relativ wenig Gedanken gemacht, was mich bei diesem Buch erwarten wird. Daher kann ich nicht sagen, dass ich von dem Buch enttäuscht bin, überrascht bin ich aber dennoch. Denn so richtig einordnen kann ich auch jetzt noch nicht, worum es sich bei dem Buch wirklich handelt. Natürlich ist es ein Selbsthilfebuch, aber auch ein Sachbuch und ein autobiografischer Roman. Wobei man das Wort Roman in diesem Zusammenhang nicht zu stark betonen darf. Die Autorin Beth Kempton verarbeitet in diesem Buch einige sehr persönliche und einschneidende Erlebnisse in ihrem Leben. Sie selbst ist in der statistischen Mitte ihres Lebens angekommen und erleidet dadurch eine Art Midlife Krise. Dazu kommt, dass sie innerhalb kurzer Zeit sowohl ihre beste Freundin als auch ihre Mutter begraben musste. Kein Wunder daher, dass sie sich auf die Suche nach einem Erfolgsrezept für ein gelungenes und ausgefülltes Leben begibt. Genauso wenig verwunderlich ist, dass sie sich für diese Suche auf den Weg nach Japan macht, ist sie doch eine studierte Japanologin.
Die Autorin empfiehlt sich ein Notizbuch während des Lesens zur Hand zu nehmen, um darin immer wieder seine Gedanken aufzuschreiben und auch die Fragen, die sie am Ende der Kapitel stellt zu beantworten. Allein schon daran merkt man, dass dies kein Buch für zwischendurch ist, dass man einfach so in einem Rutsch durchliest. Wobei es sicher Menschen geben wird, die dies gemacht haben. Meiner Meinung nach sollte man sich aber wirklich die Zeit nehmen und das Buch immer wieder mal aus der Hand legen und über das Gelesene nachdenken. Nur so hat man wirklich eine Chance dem Kokoro auf die Spur zu kommen und auf den Grund zu gehen.
Das Buch liefert nicht wirklich etwas Neues, abgesehen davon, dass ich den Begriff Kokoro davor noch nicht kannte und die vielen Auslegungsvarianten des Wortes äußerst spannend finde. Die meisten Anregungen, die die Autorin liefert, hat man so oder so ähnlich schon einmal irgendwo gesehen oder gelesen und viele Dinge sind offensichtlich. Trotzdem ist es manchmal nicht schlecht, wenn man dies alles noch einmal und vor allem in geballter Ladung liest. So wird der Blick immer wieder darauf gerichtet und vielleicht verinnerlicht man dadurch einiges besser.
Manche der sogenannten Weisheiten haben einen stark esoterischen Charakter und ich habe das Gefühl, dass sich auch die Autorin stark zu esoterischen Themen hingezogen fühlt. Wer also nichts mit dieser Thematik anfangen kann, sollte besser die Finger von dem Buch lassen. Ist man allerdings offen sein Leben und sich selbst ein wenig zu hinterfragen kann man doch das eine oder andere aus dem Buch mitnehmen.
The goddess of Pop – einfühlsam, kraftvoll und ungeschminkt
CHER. Die Autobiografie, Teil eins von Cher
Cher ist mehr als nur eine Sängerin. Sie ist Sängerin, Schauspielerin, Entertainerin und Stilikone und das seit einigen Jahrzehnten. Sie ist eine schillernde Persönlichkeit und scheint von einem anderen Stern zu kommen. Doch sie hatte es in ihrem Leben nicht immer leicht und musste so wie andere Normalsterbliche auch, viele Höhen und Tiefen erleben.
In ihrer Autobiografie plaudert sie nun aus dem Nähkästchen und erzählt offen und ehrlich von ihren Erfolgen und Misserfolgen. Spannenderweise startet sie aber mit der Geschichte ihrer Mutter und ihrer Großmutter. Anfangs hat mich das etwas irritiert, doch man erkennt beim Lesen schnell, dass diese beiden Frauen und was sie erlebt haben, großen Einfluss auf Cher hat.
Auch ihrer eigenen Kindheit gibt sie sehr viel Raum und beschreibt alles bis ins kleinste Detail. Dieser Teil mag für manche zu langatmig und ausschweifend sein. Mich allerdings hat er wirklich begeistert, denn von diesem Teil wusste ich bis dato noch gar nichts. Die wechselnden Partner ihrer Mutter und dadurch hervorgehenden unzähligen Ehen fand ich genauso faszinierend wie die ständigen Umzüge. Auch wenn es teilweise schwer war, da den Überblick zu behalten.
Bereits vor dem Lesen der Autobiografie war ich einigermaßen über die Künstlerin informiert. Natürlich kannte ich ihre Musik und ihre Filme und wusste über ihre gescheiterte Ehe mit Sonny Bono Bescheid. Wobei ich durch das Lesen auch in diesen Bereichen noch einiges dazugelernt habe. So war ich der Meinung, dass Sonny seiner Ehefrau gegenüber handgreiflich wurde. Ich weiß selbst nicht genau, woher dieser Gedanke kam, wahrscheinlich habe ich das irgendwann in irgendeinem Klatschartikel mal gelesen. Cher stellt aber ganz deutlich fest, dass Sonny zwar seine Fehler hatte, dies aber nicht der Fall war.
Einem Romanautor würde ich eventuell anlasten, dass manche Formulierungen immer wieder vorkommen und auch auf gewisse Kleinigkeiten immer wieder herumgeritten wird und dies als mangelhaften Stil bezeichnen. Bei einer Biografie finde ich dies aber weniger schlimm. Auch Cher kommt immer wieder auf einige Dinge zu sprechen. Dadurch merkt man, meiner Meinung nach, was sie wirklich nachhaltig noch beschäftigt und bewegt.
Der Schreibstil an sich ist verhältnismäßig einfach gehalten, besticht aber durch einen besonderen Witz und Charme. Ich vermute zwar, dass Cher, so wie die meisten, einen Ghostwriter hatte, aber ich bilde mir ein, die Person, die ich aus unzähligen Interviews zu kennen glaube, hinter den Wörtern spüren zu können. Als Leser könnte man sich manches Mal aufgrund der Naivität Chers auf den Kopf greifen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass sie noch ein Teenager war, als sie Sonny kennengelernt hat. Dies in Kombination mit ihrer eher unsteten Kindheit rückt alle ihre Handlungen in ein anderes Licht. Wobei man dazusagen muss, dass sie kaum etwas beschönigt und wirklich knallhart ehrlich ist. Man bekommt sogar das Gefühl, dass Cher über sich selbst den Kopf schüttelt und sich wundert, wie sie nur so blauäugig und naiv sein konnte.
Das Buch endet im Jahr 1979, also kurz bevor Cher auch als Schauspielerin durchstarten wird. Auf die zweite Hälfte der Autobiografie bin ich besonders gespannt und kann es kaum erwarten weiterzulesen. Leider konnte ich bis dato noch keinen Erscheinungstermin für die deutsche Übersetzung finden, die englische Originalausgabe wird Mitte November 2025 erscheinen.
Für mich ist dieses Buch eine klare Leseempfehlung für alle, nicht nur für wirkliche Fans der Künstlerin.
Tabuthema Kinderwusch: Die stille Qual der Frauen
Hello Baby von Kim Eui-kyung
Es gibt verschiedenste Möglichkeiten wie man auf ein Buch aufmerksam wird. Manchmal sucht man gezielt nach Büchern von bestimmten Autorinnen und Autoren, weil man die früheren Werke geliebt hat oder sehnsüchtig auf eine Fortsetzung einer Reihe wartet. Sehr häufig, vor allem wenn man durch einen Buchladen schlendert, ist es das Cover, das einen neugierig macht.
Bei diesem Buch war es eine Diskussion in einem Forum die mich aufmerksam hat werden lassen, denn das Cover hat mich anfänglich nicht angesprochen.
Als ich das Buch dann endlich in der Hand hatte, wollte ich es gar nicht mehr weglegen und habe es auch wirklich innerhalb weniger Stunden fertiggelesen. Die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen und mich nicht mehr losgelassen. Einer der Gründe ist sicherlich, dass ich auch persönliche Erfahrungen mit dem Thema habe. Der andere Grund ist aber, dass die Autorin es wirklich geschafft hat ein faszinierendes Buch zu schreiben.
Besonders spannend finde ich das die Autorin, oder eventuell liegt es auch an der Übersetzung, einen verhältnismäßig neutralen und nüchternen Ton gewählt hat, obwohl das Thema äußerst emotional ist. Der eine oder die andere mag sich daran stören, für mich war das aber kein Widerspruch in sich. Denn trotz des distanzierten Tonfalls wurden die Emotionen sehr gut transportiert.
In der Geschichte begleiten wir sechs Frauen die sich aus den verschiedensten Gründen einer Kinderwunschbehandlung oder genauer gesagt einer IVF-Behandlung unterziehen. Diese teils sehr unterschiedlichen Frauen haben alle eines gemeinsam, nämlich den unerfüllten Kinderwunsch. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig und werden von der Autorin Kim Eui-kyung sehr genau beschrieben, so dass man auch ohne Vorwissen alles verstehen kann. Dies gilt auch für die Behandlung an sich und was dafür alles zu tun ist und den Frauen abverlangt wird. Denn es sind in erster Linie die Frauen, die ein Martyrium ertragen müssen, sowohl körperlicher als auch seelischer Natur.
Vor allem die psychische Komponente kommt in diesem Buch deutlich zur Geltung; der gesellschaftliche Druck der vor allem von Seiten der (Schwieger-) Familie auf die Frauen ausgeübt wird. Dies ist meiner Meinung nach auch der meist unterschätze Punkt, wenn es um Kinderwunschbehandlungen geht und vermutlich auch einer der Gründe, warum so wenige Paare offen darüber reden. Denn spannenderweise hat sich die Anzahl der IVF-Behandlungen in den letzten Jahren deutlich erhöht, und dies nicht nur in Südkorea, sondern auch in anderen Ländern, dennoch spricht kaum ein Paar offen und ehrlich darüber. Natürlich handelt es sich um ein sehr privates Thema und ist leider auch mit vielen Schuldgefühlen verbunden, trotzdem plädiere ich dafür, dass damit viel freier umgegangen werden sollte. Ich habe die Hoffnung, dass dadurch das Stigmata das (ungewollt) Kinderlose erhalten ein wenig gemildert wird.
Und ein Stigma bekommt man als kinderlose Frau ab einem gewissen Alter und ja ich muss es noch einmal betonen, als Frau. Denn es ist immer die Frau, die gefragt wird, wann sie denn endlich Kinder bekommen wird. Wobei ich allein diese Frage mehr als nur übergriffig finde, ist es doch gleichzeitig auch die Frage, ob man mit seinem Partner regelmäßig intim ist. So etwas Privates würde aber eher nie jemand fragen, vor allem nicht Arbeitskollegen oder Schwiegereltern.
Ich ziehe meinen imaginären Hut vor der Autorin Kim Eui-kyung, denn sie hat all dies in Worte zu fassen ohne moralischen Zeigefinger oder ohne zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken.
Für mich persönlich war dies ein besonderes Lesehighlight, dass ich von Herzen gerne weiterempfehle, und zwar nicht nur Menschen, die dieses Thema in irgendeiner Art und Weise betrifft.
Hier werden mehr als nur Buchstaben durcheinandergebracht
Der Spurenfinder von Marc-Uwe Kling; Johanna Kling; Luise Kling
In den letzten Jahren habe ich schon das eine oder andere Buch von Marc-Uwe Kling gelesen, sowohl aus dem Erwachsenen- als auch Kinderbereich. Die meisten davon haben mich wirklich begeistert, denn ich mag seine Art von Humor und für mich ist er einer der besten Buchstabendurcheinanderbringer.
Bei diesem Buch hat er mit seinen Töchtern zusammengearbeitet, wobei ich nicht herausfinden konnte, wie diese Art der Zusammenarbeit ausgesehen hat.
Ich vermute aber, dass sie maßgeblich an der Entwicklung der Geschichte und vor allem der Charaktere Ada und Naru beteiligt und eventuell auch das Vorbild für die beiden waren.
Mit dieser Geschichte zeigt der Autor, dass er nicht nur wunderbar Buchstaben, sondern auch Genre durcheinanderbringen kann. Denn dieses Buch ist sowohl High Fantasy, Krimi, Komödie, wie auch ein Kinder- und Jugendbuch. Jemand der diese Zeilen liest, könnte nun behaupten, dass das ja dann nichts Halbes und nichts Ganzes sein kann. In den Augen mancher Leser und Leserinnen ist es das vielleicht auch, ich habe mich jedoch sehr gut unterhalten gefühlt. Und ich finde, man merkt schon einen kindlichen Einfluss in dem Buch. Denn manchmal finde ich die Handlung ziemlich sprunghaft und auch ein klein wenig unlogisch aus Erwachsenensicht. Mir ist aber bewusst, dass gerade dieses sprunghafte typisch für Kinder ist. Auch die Dialoge zwischen den Zwillingen Ada und Naru und die Kommentare ihrem Vater gegenüber sind sehr authentisch.
Ich habe ein wenig gebraucht, um mit der Geschichte warm zu werden. Auf den ersten Seiten plätschert es eher nur so dahin und man ist sich unsicher, wohin die Reise gehen wird. Sobald dann aber der Mord passiert ist, kommt die Geschichte so richtig in Fahrt und die Spannungskurve geht steil nach oben. Zwischendurch habe ich den typischen sarkastischen Klinghumor vermisst, dann jedoch festgestellt, dass er schon vorhanden ist, aber ein klein wenig gedämpfter und abgemilderter.
Erwähnenswert finde ich auch die Illustrationen im Buch. Einerseits weil ich nicht mit Illustrationen, schon gar nicht mit so vielen gerechnet habe, andererseits weil sie wirklich sehr gut gemacht sind. Sie unterstreichen die Handlung, heben gewisse Aspekte hervor und tragen deutlich zur Stimmung des Buches bei.
"Der Spurenfinder" ist ein chaotisches, lustiges und spannendes Abenteuer für die ganze Familie und ich würde das Buch fast uneingeschränkt weiterempfehlen. Einzig Personen, die weder mit Kindern noch mit Kinder- und Jugendliteratur etwas anfangen können, sollten besser die Finger davonlassen.











