Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ReiShimura:
Sprachliche Verwirrung
Russische Spezialitäten von Dmitrij Kapitelman
Es gibt Bücher die muss ich unbedingt lesen und bei manchen ist es mir egal ob ich das Buch selbst lese oder es vorgelesen bekomme. Es gibt auch Bücher, die ich zuerst gelesen habe und mir danach das Hörbuch angehört habe. Normalerweise bin ich bei dem Thema Buch oder Hörbuch sehr flexibel. Bei diesem Buch bin ich im Nachhinein aber sehr froh, dass ich mich für das Hörbuch entschieden habe.
Dies liegt vor allem daran, dass der Autor, der auch der Sprecher des Hörbuches ist, sehr viele russische und auch ukrainische Wörter verwendet. Ich habe die Vermutung, dass ich beim Lesen große Schwierigkeiten damit gehabt hätte. Man könnte jetzt behaupten, dass es vielleicht besser gewesen wäre, wenn die Wörter und Ausdrücke übersetzt worden wären. Dann wäre aber meiner Meinung nach ein wichtiger Teil der Geschichte weggefallen und das Buch hätte an Authentizität verloren.
Das Dmitrij Kapitelman kein ausgebildeter Sprecher ist, merkt man im Laufe der Zeit immer wieder. An manchen Stellen wirkt es ein wenig holprig, das macht das ganze aber nur umso sympathischer. Die Stimmmelodie von Dmitrij habe ich als sehr angenehm empfunden und ihm wirklich gerne zugehört.
Doch nun kommen wir zum wichtigsten: Zum Inhalt des Buches und meinem Eindruck davon. Selten ist mir die Bewertung von einem Buch so schwergefallen. Denn obwohl ich mir ausnahmsweise mehrere Tage Zeit gelassen habe und wirklich intensiv über das gehört nachgedacht habe, weiß ich noch immer nicht, was ich davon halten soll.
Ich denke, dass ich im Großen und Ganzen schon verstanden habe, was der Autor mir mit seinem Werk sagen möchte. Und auch wenn ich es nicht aus persönlicher Erfahrung kenne, ich sein Gefühl der Entfremdung nachvollziehen kann. Ich fand es unglaublich faszinierend und tragisch mitzuverfolgen, wie der Krieg in der Ukraine Familien und Freunde entzweit. Allerdings habe ich so einige Probleme mit dem vom Autor gewählten Stilmittel. Seine übertrieben bildliche Sprache, in der dann plötzlich Fische oder Maschinengewehre zu sprechen beginnen, haben mich doch sehr verwirrt und ratlos zurückgelassen.
Eine Empfehlung kann ich nicht wirklich für das Buch aussprechen, ich wüsste nämlich nicht, wem ich das Buch empfehlen sollte. Abraten möchte ich aber auch niemanden, denn auf einer gewissen Ebene hat mich das Buch doch berührt und zum Nachdenken gebracht.
Auf den Wolf gekommen
Wolfsküsse von Elli H. Radinger
Das Wichtigste zuerst: Dies ist kein Sach-, geschweige denn ein Fachbuch. Es ist eine sehr persönliche Erzählung der Autorin wie sie ihre Liebe und Leidenschaft für Wölfe entdeckt hat. Natürlich werden einige wissenschaftliche Fakten erwähnt, aber wer wirklich ein fundiertes Buch zum Thema Wolf lesen möchte, ist hier an der falschen Adresse.
Das Buch ist mehr oder weniger eine Ode an den Wolf, aber auch ein wenig Selbsthilfebuch. Für mich hat es sich so angefühlt, als würde die Autorin mit diesem Buch auch die Such nach sich selbst beschreiben und auch verarbeiten. Die Natur und insbesondere die Wölfe haben ihr dabei sehr geholfen. Dies klingt jetzt vielleicht ein wenig komisch und pathetisch, ergibt aber, wenn man das Buch gelesen hat, durchaus Sinn.
Elli H. Radinger hat in den letzten 30 Jahren viel dafür getan, das doch eher schlechte Image des Wolfes zu verbessern. Denn der Ruf, der dem Wolf vorauseilt, ist in den meisten Fällen kein guter. Dies liegt sicher auch daran, dass er bereits im Kinderzimmer, dank diverser Märchen, als Bösewicht eingeführt wird. Sie hat sich intensiv mit dem Beobachten von "wilden" Wölfen beschäftigt.
Obwohl die Autorin ihrer Leidenschaft nachgeht und mit ganzer Seele für das Thema brennt, kommen ihre Worte im Buch relativ nüchtern und distanziert rüber. Dies liegt sicher daran, dass eine die ersten Lektionen des Wolfbeobachtens ist, dass man seine Gefühle ignorieren muss. Nur an wenigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass ich hinter die Fassade der Autorin blicken kann.
Wölfe sind für mich auch faszinierende Tiere und während der Lektüre des Buches hätte ich am liebsten meine Sachen gepackt und mich auf den Weg in den Yellowstone Nationalpark gemacht. Wo sonst kann man so "einfach" wilde Wölfe in freier Wildbahn beobachten. Doch dann stelle ich mir wieder die Frage, sind das wirklich noch wilde Wölfe? Denn obwohl die Menschen augenscheinlich nicht eingreifen, also die Wölfe weder füttern noch medizinisch versorgen, sind sie doch omnipräsent und stören bis zu einem gewissen Grad die Wölfe in ihrem Leben. Leider habe ich auch durch das Buch keine Antwort auf diese Fragen gefunden.
Das Buch war für mich eine recht angenehme Lektüre, wenn ich auch ein wenig mehr erwartet habe. Mehr Wissen und Fakten über Wölfe und weniger Selbstsuche und Sinnkrise. Der Erzählstil der Autorin war für mich in Ordnung, wenn auch nicht überragend fesselnd oder spannend.
Liebesglück zwischen Mobbing und Body Shaming
After Work von Simona Ahrnstedt
Das Cover des Buches ist normalerweise kein Thema bei meinen Rezensionen, da ich die Beurteilung des Inhalts des Buches als wichtiger erachte. In diesem Fall mache ich aber eine Ausnahme. Denn das Cover stößt mir ein wenig sauer auf. Auf den ersten Blick passt es ja wirklich gut zum Titel des Buches, aber leider nur bedingt zum Inhalt.
Denn die Themen Gewicht, body shaming und falsche Schönheitsideale in der Werbung sind zentrale Punkte in der Geschichte. Und trotzdem tappt der Verlag hier in die gleiche Falle und wählt ein ausnehmend schlankes Model für das Cover. Sehr schade.
Mit Lexia Vikander konnte ich mich recht schnell anfreunden und mich auch in sie hineinversetzen. Ihre Unsicherheiten und Unzulänglichkeiten sind manchmal ein wenig anstrengend und nervig, machen sie auf der anderen Seite aber auch realistisch, menschlich und sympathisch. Ähnliches gilt für Adam Nylund. Bei ihm war meine Sympathie sehr stark davon abhängig welche seiner vielen Seiten er gerade gezeigt hat. Den harten Hund in geschäftlichen Dingen fand ich nicht immer sympathisch, konnte seine Handlungen aber verstehen. Nicht nachvollziehen konnte ich seine Gedanken bezüglich seiner Exfreundin, diese waren für mich völlig aus der Luft gegriffen und haben für die Geschichte keinen Mehrwert geliefert. Außer die Seitenzahl zu erhöhen und das Ganze ein wenig in die Länge zu ziehen.
Autorin Simona Ahrnstedt spricht in ihrem Buch sehr viele wichtige Themen an. Manche davon sind heute nicht mehr ganz so relevant. Die Werbung ist in den letzten Jahren, das Buch ist immerhin bereits 2018 erschienen, durchaus vielfältiger und diverser geworden. Andere Themen werden wahrscheinlich nie an Aktualität verlieren, auch wenn es wünschenswert wäre. Body positivity wird zwar überall propagiert, so ganz ist das in den Köpfen der Menschen aber noch nicht angekommen. Fälle von body shaming und Mobbing wegen eines von der Norm abweichenden Aussehen sind ist gerade in den sozialen Medien noch immer gang und gäbe.
Bei mir hinterlässt das Buch ein wenig das Gefühl, dass die Autorin es mit den "schwierigen" Themen ein klein wenig übertrieben hat. Da wurde für meinen Geschmack zu viel reingepackt, vor allem Dinge, die für die Geschichte keinen Mehrwert bringen, sondern nur dazu dienen, dass das Buch politisch korrekt ist und sich jede und jeder mitgemeint fühlt.
Die Liebesgeschichte zwischen Lexia und Adam würde ich als glaubwürdig bezeichnen, was für mich persönlich immer sehr wichtig ist. Die pikanten Szenen kommen natürlich vor, sind aber durchaus akzeptabel formuliert und nehmen nicht zu viel Raum ein.
Der Erzählstil der Autorin gefällt mir und sie konnte das Gefühlschaos der Protagonisten glaubwürdig transportieren. Leider sind viele der Nebencharaktere nur platte Randfiguren. Da wird tief in die Klischeekiste gegriffen und wie oben bereits erwähnt, versucht möglichst viele Randgruppen und Minderheiten auch noch zu integrieren. Einige der Personen hätten auch Potential gehabt, kamen in der Geschichte aber ein wenig zu kurz.
Alles in allem war es ein angenehmes, teilweise aber auch langatmiges Leseerlebnis. Ich hätte aber auch nichts dagegen einzuwenden gehabt, wenn der eine oder andere Handlungsstrang gefehlt hätte.
Optisch ein absoluter Hingucker
Kleine und große Wunder der Meere von Gabby Dawnay
Wie in wahrscheinlich ganz vielen Haushalten mit kleinen Kindern, gehört auch bei uns das Buch vorlesen zum allabendlichen Einschlafritual. Da man nicht immer das gleiche vorlesen möchte, bin ich natürlich immer auf der Suche nach Nachschub. So bin ich auch auf dieses Buch gestoßen und fand es großartig, dass es sich hierbei um kurze Vorlesegeschichten handelt, die auch noch Sachwissen vermitteln.
Bevor ich aber genauer auf den Inhalt des Buches eingehe, möchte ich ein paar Worte zu den Äußerlichkeiten verlieren. Diese sind zwar nicht ganz so wichtig wie die Geschichten, sollten aber keinesfalls unerwähnt bleiben. Denn die Optik und auch die Haptik sind wirklich wundervoll. Die Illustrationen sind liebevoll und durchdacht gestaltet. Die Farbzusammenstellung ist stimmig und lebhaft, ohne dabei ins zu Grelle abzudriften. Es macht Freude sich die einzelnen Bilder anzuschauen und all die kleinen und großen Wunder zu entdecken.
Für mich persönlich ist auch die Haptik wichtig und wie bereits erwähnt ist auch diese wirklich großartig. Das Buch ist stabil und wertig verarbeitet und liegt gut in der Hand.
Viel wichtiger als das Äußere, ist aber natürlich der Inhalt des Buches. Vor allem da es sich hier ja dezidiert um ein Vorlesebuch handelt. Leider muss ich sagen, dass mich der Inhalt nur mäßig überzeugen konnte. Positiv finde ich die Länge der Geschichten und die klare und strukturierte Aufteilung. Alle Geschichten thematisieren immer ein anderes Tier, sind in sich abgeschlossen und können daher unabhängig voneinander und in beliebiger Reihenfolge gelesen werden. Anschließend an die Erzählungen folgt immer eine Seite mit Sachwissen zu dem jeweiligen Tier.
Weniger gut gefallen hat mir die Erzählweise der Geschichten. Diese sind nämlich in Gedichtform, was für mich in Ordnung wäre, wenn sie sich auch reimen würden, was sie im englischen Original auch tun. Der Grundton der meisten Erzählungen in diesem Buch ist sehr poetisch, verträumt und ein wenig getragen. Klingt in erster Instanz eigentlich ganz nett für ein Gute Nacht Buch. Doch für mich ist die Kombination aus empfohlenem Lesealter und der Schwere und Melancholie, die ich beim Lesen spüre, einfach nicht stimmig. Dem Kind scheint es bei den meisten Geschichten ähnlich zu gehen. Die einzige Ausnahme stellt die Geschichte der Pinguine dar, denn diese muss ich jeden Abend vorlesen.
Das Sachwissen wird, wie man es erwarten würde, in einem recht neutralen Ton vermittelt. Für sich allein genommen, ist auch dies wieder stimmig. Für mich ist der Wechsel der Erzählweise trotzdem ein wenig störend, vor allem wenn man mehrere Geschichten hintereinander vorliest. Denn dann wechselt man immer wieder von poetisch zu sachlich.
Der Verlag hat sich mit der Übersetzung keinen Gefallen getan. Denn in der vorliegenden Form hat uns das Buch leider nicht komplett überzeugen können.
Spannend aber eher ein Thriller light
The Surf House von Lucy Clarke
Thriller gehören definitiv nicht zu meinen bevorzugten Genres. Bereits vor längerer Zeit habe ich festgestellt, dass ich dafür einfach zu zartbesaitet bin. Trotzdem gibt es immer wieder Bücher, die in dieses Genre fallen, die meine Aufmerksamkeit erregen. So auch dieses hier. Da bei der Genreangabe neben Thriller auch New Adult angegeben war, habe ich einen Versuch gewagt.
Ich vermute für echte Thriller Fans wird das Buch ein wenig zu sanft und zu wenig aufregend sein. Für mich hat es genau gepasst, Thriller light sozusagen.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir verhältnismäßig leichtgefallen. Was vor allem daran liegt, dass Autorin Lucy Clarke sich Zeit nimmt, sowohl für den Spannungsaufbau als auch für die Einführung der unterschiedlichen Personen. Das Tempo ist eher gemächlich, dies bleibt meiner Meinung nach auch im Laufe des Buches so und die Spannungskurve steigt eher minimal an. Es gibt zwar immer wieder mal einen Spannungspeak, danach sinkt die Kurve aber wieder.
Dies klingt vielleicht danach, dass das Buch langatmig oder langweilig wäre. War es meiner Meinung nach aber gar nicht. Auch wenn es vielleicht, wie ein Widerspruch klingt, vor allem unter Berücksichtigung, dass es sich um einen Thriller handelt, würde ich die Stimmung des Buches als sanft, gemächlich, stimmungsgeladen und trotzdem spannend beschreiben.
Der Großteil des Buches spielt in der Gegenwart und wird aus der Perspektive von Bea erzählt. Zusätzlich gibt es dann immer wieder kleine Rückblicke was ein Jahr zu vor passiert ist. In diesen Rückblenden steht dann Savannah im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Besonders gelungen fand ich wie Autorin Lucy Clarke die beiden Handlungsstränge und Zeitachsen zueinander bringt, damit sie sich dann am Ende zu einem großen Ganzen verweben und so das grande finale einläuten.
Gesprochen wird dieses Hörbuch von 5 verschiedenen Damen und Herren: Henrike Tönnes, Pia-Rhona Saxe, Julia von Tettenborn, Julian Horeyseck und János Jung. Wobei jedem ein bestimmter Protagonist zugeteilt ist und somit die Rolle des Sprechers immer dann gewechselt wird, wenn die Geschichte aus der Perspektive einer anderen Person gelesen wird. Dementsprechend ungleichmäßig verteilt sind auch die Sprecherzeiten. Ich fand die Zusammenstellung der Stimmen sehr gelungen und ich konnte das Hörbuch wirklich sehr genießen
Autorin Lucy Clarke hat das Lebensgefühl der Surfer Gemeinschaft sehr gut transportiert, wenn sie ab und zu auch ein wenig in die Klischeekiste gegriffen hat. Auch die atemberaubende Landschaft und die Hitze der Wüste konnte sie wunderbar transportieren, so dass man beim Lesen fast das Gefühl hatte, die Sonne auf der Haut zu spüren.
Wie bereits anfangs erwähnt, befürchte ich, dass „echte“ Thriller Fans eher ein klein wenig enttäuscht sein werden. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich denke, dass wenn mich wieder mal die Lust nach einem Thriller überkommt, ich definitiv wieder zu einem (Hör-)Buch von Lucy Clarke greifen werde.
Leider ziemlicher Quatsch mit Soße
Quatschen mit Soße von Jasmin Leheta
Der Klappentext klang interessant und ich habe mir einen unterhaltsamen Frauenroman vorgestellt. Die ersten paar Seiten waren auch genau so wie ich es mir vorgestellt hatte, aber dann ging es leider steil bergab. Denn es passierte einfach zu wenig für meinen Geschmack. Ich musste mich wirklich sehr bemühen, dass ich bis zum Ende durchhalte.
Im Nachhinein denke ich mir, ich hätte das Buch besser abbrechen sollen. Ich habe aber mehr oder weniger tapfer durchgehalten, immer mit der Hoffnung, dass es nur besser werden kann.
Ich konnte mich mit keiner der Damen wirklich identifizieren und fand alle mehr oder weniger nervig und nur bedingt sympathisch. Am Anfang fand ich die handelnden Personen noch interessant und wollte wissen was aus ihnen wird. Dieses Gefühl hat sich dann aber relativ schnell aufgelöst. Denn die Gespräche treten sich eigentlich immer nur um ein Thema: Männer. Natürlich hatte ich damit gerechnet, dass Männer und Liebe eine wichtige Rolle spielen. Aber das es ab einem gewissen Punkt um gar nichts anderes geht, war dann doch ein wenig verwunderlich. Denn auch das Thema Kochen, welches noch zu Beginn sehr präsent war, rückte immer weiter in den Hintergrund. Die wenigen eingestreuten Rezepte konnte da auch nichts mehr rausreißen.
Die Autorin Jasmin Leheta hat zwar versucht den Frauen des Kochsalons Leben einzuhauchen, wirklich gut hat das allerdings nicht funktioniert. Denn die meisten blieben für mich bis zum Schluss eindimensional und austauschbar.
Das größte Manko des Buches ist meiner Meinung nach aber die kaum vorhandene Handlung. Ein Treffen des Kochsalons reiht sich an das andere, ein Gespräch gleicht dem anderen. Viel mehr passiert nicht. Wobei so ganz stimmt das nicht. Es gab einen Versuch eine Handlung einzustreuen, der ging aber meiner Meinung nach auch in die Hose.
Die Idee des Buches hat mir gut gefallen, leider konnte ich persönlich mit der Umsetzung nichts anfangen.
Unterhaltsamer Roman, aber kein wirklicher Krimi
Der Mordclub von Shaftesbury – Eine Tote bleibt selten allein von Emily Winston
In der Ankündigung zu diesem Buch heißt es: "Der Auftakt einer neuen Krimireihen im malerischen Süden Englands charming und mörderisch". Okay, so neu ist die Reihe nicht mehr, dieser Band ist bereits 2022 erschienen. Das dieser Teil nicht mehr wahr ist, kann man weder der Autorin noch dem Verlag anlasten, aber wie sieht es mit dem Rest der Ankündigung aus? Auch hier fällt meine Bewertung durchwachsen aus.
Den malerischen Süden Englands habe ich wieder gefunden, charming war das Buch auf jeden Fall auch. Nur das mit dem mörderisch und der Krimireihe sehe ich ein wenig kritisch.
Beginnen möchte ich aber damit, was mir an dem Buch sehr gut gefallen hat. Das waren vor allem die interessanten und gut ausgearbeiteten Charaktere und die aussagekräftigen Beschreibungen der Landschaft und der Umgebung. Das kleine Örtchen Shaftesbury gefällt mir gut und versprüht einen angenehmen Dorfcharme. Die Charaktere sind teilweise ein wenig klischeehaft und überzeichnet, aber dies gehört für mich irgendwie dazu. Die eigentliche Hauptperson Penelope St. James ist ein etwas schwieriger Charakter und nicht immer ganz sympathisch. Ihre Handlungen sind manchmal widersprüchlich, dies trägt meiner Meinung nach aber auch zu ihrer Authentizität bei. Tierarzt Dr. Sam und seine Tochter haben mir auch gut gefallen. Für manch einen mag die Kleine ein wenig zu altklug sein und mich persönlich hat es nicht gestört.
Beim Lesen des Buches kam bei mir immer wieder der Gedanke an die Agatha Raisin Reihe von M.C. Beaton auf. Für mich haben die beiden Reihen viele Gemeinsamkeiten, wenn es natürlich auch Unterschiede gibt. Der größte Unterschied und leider auch der größte Schwachpunkt des vorliegenden Buches ist, dass der Krimianteil ein wenig zu gering ausfällt. Meiner Meinung nach ist dieses Buch nichts für wirkliche Krimifans. Das Zwischenmenschliche und das Dorfleben haben hier einen deutlich höheren Stellenwert.
Der Schreibstil der Autorin Emily Winston hat mir zugesagt und ich empfand das Buch als äußerst kurzweilig. Da der Mordfall keine große Rolle spielt, entfiel auch das große Rätselraten und Kopfzerbrechen, wer denn der Mörder ist. Die Auflösung des Falles passierte eher nebenbei und ging in der ganzen Geschichte ein wenig unter.
Da ich mich ein klein wenig in Land und Leute verliebt habe, werde ich sicher auch die weiteren Bücher der Reihe lesen. Hoffentlich wird der Krimianteil dann auch von Buch zu Buch ein wenig mehr. Außerdem ist für mich persönlich noch immer die Frage offen, von welchem Mordclub im Titel die Rede ist.
Story Lake: Gekommen, um zu bleiben
Story of My Life von Lucy Score
Liebesromane, oder Romance wie es heutzutage ja eher heißt, stehen bei mir eigentlich relativ regelmäßig auf der Leseliste. In den letzten Jahren habe ich allerdings festgestellt, dass es immer schwieriger wird Bücher zu finden, die mir in diesem Bereich zusagen. Ich denke das liegt daran, dass ich bei Liebesromanen immer eher an "Chick Lit" denke und die meisten Romance Bücher, die heutzutage auf den Markt kommen damit nicht mehr viel am Hut haben.
Erstere kommen nämlich im Regelfall eher ohne erotische Szenen aus, während zweiteres gespickt ist mit Spice. Und gerade von diesem Spice, vor allem wenn er den Großteil des Buches einnimmt, brauche ich persönlich einfach nicht.
Trotz meiner Vorbehalte gegenüber modernen Liebesromanen musste ich dieses Buch einfach lesen. Und ich bin sehr glücklich, dass ich es getan habe. Denn obwohl das Buch doch einige intime Szenen enthält, habe ich mich köstlich amüsiert. Die pikanten Szenen haben sich gut in die Geschichte eingegliedert und haben nicht über Hand genommen.
Die Geschichte selbst wird, wie es meiner Meinung nach heutzutage in dem Genre fast üblich ist, sowohl aus der Perspektive der weiblichen als auch männlichen Hauptperson erzählt. Auch ansonsten hat Autorin Lucy Score alle möglichen Punkte abgearbeitet, die man sich erwarten würde. Das klingt jetzt möglicherweise ein wenig negativ, ist aber eigentlich nur eine neutrale Feststellung. Man bekommt hier genau das, was man sich erwarten würde.
Allerdings auf eine besonders charmante, witzige und liebevolle Art geschrieben, dass sich das Buch doch deutlich von anderen abhebt. Für mich war es das erste Buch der Autorin, ich bin mir aber sicher, dass es nicht das Letzte bleiben wird. Vor allem weil es sich bei diesem Buch um den Auftakt einer neuen Reihe der Autorin rund um die Stadt Story Lake handelt. Und was soll ich sagen, ich habe mich in das kleine Städtchen und seine skurrilen menschlichen und tierischen Bewohner verliebt.
Story Lake ist nämlich nicht die typische idyllische Kleinstadt, die man sich erwarten würde, sondern kann mit einigen Besonderheiten aufwarten. Wegen Spoilergefahr möchte ich aber nicht näher auf diese Besonderheiten eingehen. Nur so viel sei gesagt, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.
Überrascht hat mich dann allerdings nicht nur der Handlungsort, sondern auch die Seitenanzahl. Knapp 600 Seiten sind meiner Meinung nach eher ungewöhnlich in diesem Genre. Befürchtet habe ich, dass sich die hohe Seitenanzahl durch zu viele unnötige und nervige Irrungen und Wirrungen der beiden Liebenden ergeben wird. Dies war aber glücklicherweise nicht der Fall und auch der zu erwartende Hänger im Mittelteil blieb aus. Die Lesezeit ist wie im Flug vergangen und die Seiten sind förmlich an mir vorbeigeflogen. Dies lag, man kann es einfach nicht oft genug betonen, an dem großartigen Erzählstil von Autorin Lucy Score.
Ich hoffe sehr, dass der zweite Teil der Story Lake Reihe bald erscheint, denn ich freue mich schon sehr auf ein Wiedersehen mit Hazel Freaking Hart, den Bishop Brothers, Laura, Pep, Frank, Zoey und natürlich Goose.
Stimmungsvolle Familiengeschichte
Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben Listland von Gabriella Engelmann
Das leicht mystisch wirkende Cover des Buches hat meine Aufmerksamkeit erregt und das Wort Bücherfrauen im Untertitel hat mich dazu bewogen, mich genauer über den Inhalt des Buches zu informieren. Meine Neugier war auf jeden Fall geweckt, wenn auch mit einer gehörigen Portion Skepsis. Denn ich konnte mir nur schwer vorstellen, dass es sich hierbei wirklich um einen Wohlfühlroman handelt, wenn es darin unter anderem um eine Liebesgeschichte aus dem Jahr 1937 geht.
Das passte für mich nicht zusammen, klang aber interessant und spannend. Außerdem muss man zwischendurch auch über seinen Schatten springen.
Die Geschichte spielt auf zwei verschiedenen Ebenen, in der Gegenwart mit der Protagonistin Anna und in der Vergangenheit mit der Protagonistin Lene. Die Abgrenzung der beiden Zeitebenen wurde meiner Meinung nach von der Autorin gut gelöst und sie springt auch nicht zu oft hin und her. Dies bedeutet aber auch, dass man sich manchmal ein wenig länger gedulden muss, um zu erfahren, wie es Lene ergangen ist. Denn der Großteil der Handlung spielt in der Gegenwart und wird aus der Ich Perspektive von Anna erzählt.
Autorin Gabriella Engelmann hat eine zauberhafte Gabe zur Beschreibung von Landschaften und Umgebungen und zur Erschaffung von Stimmung. Beim Lesen konnte ich die Landschaft von List vor meinem inneren Auge sehen und hatte fast das Gefühl die Seeluft riechen zu können. Und das, obwohl ich noch nie auf Sylt war und sogar im Internet nachschauen musste wo Listland überhaupt liegt, da ich vorher noch nie davon gehört hatte.
Besonders gut gefallen hat mir, dass Gabriella Engelmann starke weibliche Charaktere erschaffen hat, die alles andere als perfekt sind, aber dafür um so realistischer. Der Schmerz, die Trauer und das Schweigen, dass alle Generationen beeinflusst war für mich fast greifbar. Auch wenn man nicht alle Handlungen der Damen gutheißen muss oder kann, so kann man doch nachvollziehen warum sie so reagieren.
Das Buch ist wundervoll atmosphärisch und dies wird beim Hörbuch noch durch die angenehme und eingängige Stimme von Silke Buchholz unterstützt. Das Tempo des Buches würde ich als eher langsam bezeichnen, als langatmig habe ich es zum Glück aber nicht empfunden. Mit Silke Buchholz hat der Verlag meiner Meinung nach die absolut perfekte Wahl getroffen. Ihre Stimmmelodie und ihr Sprechtempo sind eine Bereicherung für die Geschichte.
Bei den Bücherfrauen von Listland handelt es sich um eine Dilogie. Daher ist es wenig verwunderlich, dass nicht alle offenen Fragen in diesem Buch geklärt wurden. Ich hoffe sehr, dass der Verlag wieder Silke Buchholz als Sprecherin für den zweiten Teil auswählen wird.
Ich würde das Buch zwar nicht als Wohlfühlroman bezeichnen, aber die Familiengeschichte rund um die Bücherfrauen von Listland hat mich auf jeden Fall fasziniert und ich erwarte mit Freude das Erscheinen des zweiten Bandes.
Gesunde und abwechslungsreiche Rezepte
SOS Familienküche von Lena Merz; Annina Schäflein
Wer kennt es nicht, die ständige Frage: Was werde ich heute kochen? Diese Frage ist für sich selbst schon schwer zu beantworten, wenn man dann aber auch noch die Wünsche und Abneigungen von mehreren Familienmitgliedern berücksichtigen muss, wird das alles richtig kompliziert.
Genau diesem Problem widmen sich die Autorinnen Lena Merz und Annina Schäflein.
Die beiden Bestseller Autorinnen und Bloggerinnen haben selbst Kinder und kenne daher die Problematik aus erster Hand. Wobei es ja nicht nur um die Frage was koche ich geht. Denn dafür könnte man einfach irgendein x-beliebiges Kochbuch hernehmen. Den beiden Autorinnen geht es um alltagstaugliche, gesunde und abwechslungsreiche Familienküche.
Bevor es aber wirklich ans Kochen geht, gibt es ein Kapitel mit wichtigen und wertvollen Tipps und Tricks. Hierbei geht es vor allem um die richtige Planung der Gerichte und Vorratshaltung. Für mich persönlich war nicht viel Neues dabei, aber trotzdem fand ich auch dieses Kapitel interessant und aufschlussreich.
Danach startet schon der wichtige Teil des Buches, der Rezeptteil. Die Sortierung der Gerichte ist hierbei ein wenig gewöhnungsbedürftig. Denn weder gibt es die klassische Einteilung nach Mahlzeittyp (Snack, Vorspeise, Hauptspeise, etc.) noch eine Aufteilung nach der Hauptzutat des Gerichts (Eier, Nudeln, Fleisch, Fisch, etc.) wie man es aus anderen Kochbüchern gewohnt ist. Die einzelnen Rezepte selbst sind übersichtlich dargestellt. Die Fotos der einzelnen Gerichte schauen sehr appetitlich aus und machen Lust aufs Kochen. Großartig finde ich auch, dass sehr viele Rezepte mit zusätzlichen kleinen Tipps ausgestattet sind.
Den Gesamteindruck des Buches würde ich als eher schlicht bezeichnen. Und dies ist keinesfalls als Kritik zu verstehen, sondern ganz im Gegenteil. Ich finde es sehr schön, dass sich dieses Buch aufs wesentliche beschränkt und ohne viel Chichi daherkommt.
Die Auswahl der Rezepte finde ich auch in Ordnung, auch wenn natürlich nicht jedes Gericht unseren Geschmack trifft. Viele der vorgestellten Speisen kann ich aber als Inspiration betrachten und durch den Austausch von wenigen Zutaten auf unseren Geschmack anpassen.
Für uns persönlich ist das Buch eine gute Ergänzung für unseren Speiseplan und ich denke, dass wir noch öfter Rezepte nachkochen werden.











