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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von ReiShimura:

Teilweise langatmig, aber ich erkenne großes Potential

Der Sternenstaubdieb von Chelsea Abdullah

Hafsah Faizals Dilogie "Die Reiche von Arawiya" hat mich auf den Geschmack gebracht, was Fantasy Bücher mit einem arabischen Setting betrifft. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich mit diesem Buch wieder in eine arabische Welt eintauchen kann. Wobei ich hier die Werke der beiden Autorinnen nicht vergleichen möchte.

Sie spielen in völlig unterschiedlichen Welten und haben eine völlig andere Vorstellung von Magie.
Das Eintauchen in die Geschichte und die Welt, die sich dahinter verbirgt, ist mir eigentlich recht leichtgefallen. Die wichtigsten handelnden Personen werden vorgestellt und man bekommt bereits einen guten ersten Eindruck, auch wenn ich sagen muss, dass ich mir bezüglicher der Sympathie noch unsicher war. Das bunte Treiben des Basars, die exotischen Gerüche und fantastischen Geschichten haben mich gleich in den Bann gezogen. Leider hat sich dieser Zauber dann aber auch wieder recht schnell verflüchtigt. Dies lag vor allem an den teilweise doch sehr langatmigen und ausufernden Beschreibungen. Wobei ich das vielleicht anders formulieren muss. Es war die Langatmigkeit zum falschen Zeitpunkt die mich gestört hat und mich persönlich immer wieder im Lesefluss gestört hat. Dieser abrupte Wechsel zwischen ganz viel Action und dann wieder quälende Langweile. Dazu kamen noch Einschübe, also Geschichten oder Träume, die zwar wichtig für das Buch sind, aber nicht wirklich mit der derzeitigen Handlung in Verbindung stehen. Dies führt dazu, dass ich mehrmals den Faden verlor und nicht mehr genau wusste, wo in der Geschichte ich mich befinde und wo ich eigentlich hinmöchte.
Positiv hervorheben möchte ich die Idee mit der Dschinn Magie. Vor allem da sich von meiner Vorstellung unterschied. Denn in diesem Buch geht es nicht um den Disney Dschinn aus der Lampe mit den 3 Wünschen. Dieser Teil, die Dschinn und die magischen Relikte sind es auch die mich salopp gesagt bei der Stange gehalten haben. Und das wunderschöne und exotische Setting. Interessanterweise waren es dieses Mal nicht die handelnden Personen. Denn weder die Mitternachtshändlerin Loulie al-Nazari noch Prinz Mazen oder die Räuberin Aisha konnten mich wirklich begeistern.
Besonders spannend fand ich, dass Autorin Chelsea Abdullah vor allem in Bezug auf die Dschinn eine genderneutrale Sprache verwendet hat. Für mich war es das erste Buch mit genderneutraler Sprache und beim ersten Vorkommen in der Geschichte war ich ein wenig irritiert und fühlte mich beim Lesen gestört. Nach einem kurzen Nachdenken musste ich über mich selbst den Kopf schütteln. Ich lese Fantasy Bücher, die teilweise frei erfundene Sprachen enthalten, habe kein Problem mit den arabischen Begriffen in dem Buch, aber genderneutrale Pronomen stören mich? Das kann doch eigentlich nicht sein. Also ja, am Anfang war ich irritiert, danach war das für mich aber ein Teil der Geschichte und keinesfalls störend. Ich bin gespannt, ob ich in Zukunft noch mehr Bücher mit genderneutraler Sprache entdecken werde.
Meine Erwartungen an das Buch wurden nicht ganz erfüllt. Dies liegt vor allem daran, dass die Fantasy Elemente und die magischen Komponenten eher ein wenig kurz gekommen sind. Dafür gab es viel mehr Action, Verfolgungsjagden und Kämpfe.
Das Ende des ersten Bandes macht aber Hoffnung, dass der magische Anteil im zweiten Teil deutlich höher ist. Ich denke daher schon, dass ich der Autorin und der Reihe treu bleiben werde, auch wenn ich dieses Buch nur durchschnittlich unterhaltsam fand.

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Die Geschichte gefällt mir, das Hörbuch leider nicht

In einem Zug,1 Audio-CD, 1 MP3 von Daniel Glattauer

Ich habe das Gefühl, dass Autor Daniel Glattauer polarisiert. Also nicht er als Person, aber seine Bücher. Entweder man liebt sie oder man kann so gar nichts mit ihnen anfangen. Ich gehöre eigentlich zu der ersten Gruppe, außer bei "Darum". Dies ist eines der wenigen Bücher, das ich nicht fertiglesen konnte.

Wie auch bei vielen anderen seiner Bücher ist die Seitenanzahl eher überschaubar. In der Kürze liegt die Würze könnte man sagen. Auch bereits von ihm bekannt, es passiert eigentlich nicht viel in dem Buch. Wobei die Betonung hier definitiv auf dem Wort "eigentlich" liegt. Es gibt im Prinzip nur einen Handlungsort, okay stimmt nicht ganz, es sind zwei. Großteils spielt das Buch aber, wie es der Titel bereits verrät, im Zug.
Ein in die Jahre gekommener Autor und eine Frau frühen mittleren Alters sitzen zufälligerweise zusammen in einem Zugabteil auf dem Weg von Wien nach München. Also zumindest der Autor, Eduard Brünhofer, fährt nach München, wohin es die Dame führt, ist zu Beginn noch unklar. Die beiden kommen ins Gespräch, ganz zwanglos zuerst, wie es einem nun mal auf Zugreisen passieren kann, wenn man längere Zeit in einem Abteil zusammensitzt. Doch so wie der Zug langsam eine Station nach der anderen durchfährt, durchläuft auch das Gespräch mehrere Phasen und ist schon bald nicht mehr einfach nur belangloser, ungezwungener Smalltalk.
Die Gespräche von Eduard Brünhofer und Catrin Meyr drehen sich bis zu einem gewissen Grad im Kreis und lassen manchmal ein klein wenig Tiefe vermissen. Die Ausführungen zum Thema Alkohol, noch dazu in Kombination damit, dass Eduard und Catrin, das eine oder andere Glas während ihrer Reise trinken, mag dem einen oder der anderen sauer aufstoßen. Auch sind die beiden Charaktere für mich nicht unbedingt Sympathieträger. Catrins ständiges Herumreiten auf gewissen Punkten und Eduards immer wieder kehrendes analysieren ihres Lächelns kann einen anöden. Für mich macht aber die Summe dieser Punkte, so komisch es vielleicht auch klingen mag, seinen Reiz aus. Alles wirkt ein wenig echter, authentischer und realer.
Beide Protagonisten sind meilenweit davon entfernt perfekt zu sein. Sie sind einfach nur zwei Menschen, die sich zufällig zur gleichen Zeit, im gleichen Zug befinden.
Meiner Meinung nach hat Daniel Glattauer hier wieder ein sehr gutes Buch abgeliefert. Den unvermeidlichen Vergleich mit "Gut gegen Nordwind" schenke ich mir jetzt an dieser Stelle. Denn Daniel Glattauer ist mehr als nur "Gut gegen Nordwind", sowie Eduard mehr als nur ein Liebesroman Autor ist und Catrin mehr als nur eine Therapeutin.

Zu Anfang erwähnte ich, dass ich ein Buch des Autors nicht fertiglesen konnte. Auch dieses Hörbuch konnte ich nicht bis zum Ende hören. Da mir die Geschichte aber sehr gut gefallen hat und ich es unbedingt beenden wollte, habe ich das Medium gewechselt. Soll heißen, ich habe das Hörbuch abgebrochen und das e book gelesen.
Der Grund des Abbruchs ist leider der Sprecher des Hörbuchs, Christian Berkel. Wobei ich das vielleicht ein wenig genauer erklären sollte. Die Sprachmelodie und das Sprechtempo von Christian Berkel fand ich durchwegs perfekt. Auch seine Stimme hat mir sehr gut gefallen und ich fand ihn eigentlich eine sehr gute Wahl. Mein Problem entstand durch die falsche Aussprache der Wörter "Villach" und "Ribisel". Beim ersten Mal, als dies passierte, fand ich es zwar ein wenig unangenehm, konnte aber noch darüber hinwegsehen. Fehler passieren eben. Leider gibt es im Buch dann eine Passage, in der der Ort Villach unzählige Male genannt wird. Und das war dann einfach zu viel für mich als Österreicherin. Da es sich sowohl bei dem Autor als auch bei der Hauptperson Eduard Brünhofer um Österreicher handelt, hätte der Verlag hier wirklich darauf achten müssen, dass diese Dinge eben auch so ausgesprochen werden, wie man es in Österreich eben macht.

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Wunderschöne Illustrationen und großartige Botschaft

Mäusekind, es ist so weit, dein großer Tag: Geburtstagszeit! von Sophie Schoenwald

Für Kindern, aber auch für viele Erwachsene, gehören Geburtstag und Geschenke einfach untrennbar zusammen. Das ist einfach so und das muss man auch gar nicht bewerten oder anderweitig ins Negative Ziehen. Aber meiner Meinung nach, darf man sich die Frage stellen, ob die Geschenke immer materieller Natur sein müssen.

Anscheinend hat sich die Kindebuchautorin Sophie Schönwald die gleiche Frage gestellt und dem Thema gleich ein ganzes Buch gewidmet. Und ich möchte gar nicht lange um den heißen Brei herumreden, sie hat dabei ganze Arbeit geleistet. Unterstützt wurde sie bei ihrem Vorhaben von Carola Sieverding, diese hat nämlich die Illustrationen des Buches übernommen. Auch ihr gebührt meine Hochachtung und mein Lob.
Ich war vielleicht ein wenig übermutig, als ich dieses Buch ausgewählt habe. Denn das empfohlene Alter wird vom Verlag mit ab 4 Jahren angegeben. Der kleine Leser in unserem Haushalt wird allerdings in Kürze erst zwei Jahre. Versuchen wollte ich es trotzdem, da mich das Cover und die Idee des Buches auf Anhieb begeistert haben. Und was soll ich sagen, ich war nicht die Einzige, die begeistert war. Unser derzeitiger Rekord liegt bei dreimal hintereinander lesen und das auch nur deswegen, weil ich mich geweigert habe, das Buch noch ein viertes Mal am Stück zu lesen. So großartig es auch ist, aber irgendwann will man auch mal wieder etwas anders lesen.
Die Illustrationen sind wunderbar farbenfroh und ansprechend, sowohl für Kinder als auch Erwachsene. Die einzelnen Seiten sind nicht überladen, ganz im Gegenteil, manche sind sogar eher ein wenig minimalistisch. Zum Entdecken gibt es trotzdem genug, also Langweile kommt nicht auf. Naja, außer wie bereits erwähnt, man muss das Buch gefühlt stundenlang immer und immer lesen. Die verschiedenen Tiere werden realitätsnah dargestellt, aber sind natürlich trotzdem ein klein wenig verniedlicht und vermenschlicht. Der kleine Leser hatte keine Probleme die verschiedenen Tiere zu erkennen und zu benennen.
Die Geschichte selbst wird in Reimform erzählt. Dies finde ich, wenn es denn gut gemacht ist, immer sehr ansprechend. Erstens weil es beim Vorlesen einfach viel mehr Spaß macht und man automatisch in einen angenehmen Leserhythmus kommt. Andererseits weil es sich erwiesenermaßen äußerst positiv auf die Sprachentwicklung von Kindern auswirkt. Bis auf einige wenige Ausnahmen sind die Reime in diesem Buch wirklich sehr gut und stimmig. Die kleinen Ausnahmen kann ich zwar verstehen, manche Wörter sind einfach schwer zu reimen, aber andererseits wurde ansonsten so viel Liebe ins Detail gesteckt, dass ich mir gewünscht hätte, man hätte auch für diese Ausnahmen eine passendere Lösung gefunden.
"Mäusekind, es ist so weit, dein großer Tag: Geburtstagszeit!" vermittelt auf wunderbare und teilweise auch sehr humorvolle Weise, dass Geschenke nicht immer von materieller Natur sein müssen, um uns glücklich zu machen. Es ist ein wirklich äußerst liebevoll gestaltetes Kinderbuch, das bei uns sicher noch oft (vor-)gelesen werden wird, und wahrscheinlich nicht nur zur Geburtstagszeit.

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Berührende Samtpfoten

Die Magnolienkatzen von Noriko Morishita

Das Cover von "Die Magnolienkatzen" hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Schlicht und doch elegant gestaltet mit einer wunderbar stimmigen Farbgebung. Bereits bevor ich den Namen der Autorin gelesen habe, habe ich vermutet, dass es sich um japanische Literatur handeln muss. Dies hat mich nur mehr in meiner Überzeugung bestärkt, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss.

Wie sehr häufig in der japanischen Literatur bzw. vor allem in dem Teil, der auch auf Deutsch übersetzt wird, ist das Tempo der Geschichte eher gemütlich und getragen. Noriko Morishitas Schreib- und Erzählstil hebt dies noch einmal besonders hervor. Die Erzählung bekommt dadurch etwas poetisches und fast sogar Magisches. Ihre Worte haben mich tief berührt und ich habe mich gefühlt, als ob ich mich in einer kalten Winternacht in eine kuschlige Decke wickle.
Würde man die Handlung auf das Wesentliche reduzieren, nämlich, dass Noriko eine Katzenmutter und ihre fünf frisch geborenen Katzenbabys im Garten findet und aufnimmt, könnte man das Gefühl haben, dass es sich hierbei um ein eher langweiliges Buch handelt, welches nur für Katzenliebhaber interessant ist. Ja es stimmt, dass die Handlung des Buches ohne große dramatische Wendungen oder Spannungen auskommt. Aber der Fokus beim Bewerten dieses Buches darf meiner Meinung nach nicht auf der Handlung der Geschichte liegen.
Viel mehr sollte gewürdigt werden mit welcher Liebe zum Detail Noriko Morishita alles beschreibt. Welche Gefühle sie beim Leser mit ihrer Geschichte auslöst und wie viel Wertschätzung und Achtsamkeit sie vermittelt. Für mich hatte das Lesen des Buches etwas meditatives und es hat mir auch wieder mal die Augen für die kleinen Dinge des Lebens geöffnet. In unserem stressigen Alltag vergessen wir nämlich viel zu oft, was eigentlich wichtig ist und dass das Glück oft im Kleinen verborgen ist.
In diesem Buch verfolgen wir aber nicht nur wie die fünf kleinen Katzenbabys allmählich wachsen und gedeihen, sondern wir dürfen auch an Norikos Entwicklung teilhaben. Sind die Katzen für ihre Mutter und sie anfangs noch ein reines Ärgernis, dass man so schnell als möglich loswerden möchte, werden sie schlussendlich zu einem Teil der Familie.
"Die Magnolienkatzen" ist eine wunderbare Geschichte über bedingungslose Liebe und Achtsamkeit. Es stimmt nachdenklich ohne dabei allzu sehr ins melancholische Abzurutschen. Es öffnet einem die Augen für die wunderbaren kleinen Details und zeigt uns, dass man das Glück oft im Verborgenen findet.

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Mehr als nur ein weiterer Reisebericht

Abroad in Japan von Chris Broad

Es war eine Zufallsbegegnung, die das Leben von Chris Broad grundlegend verändern sollte. Ohne viele Kenntnisse über das Land oder der japanischen Sprache beschließt Chris, damals 22jährig, sich für das JET-Programm zu bewerben. Ein Programm das englische Muttersprachler in Japan als Aushilfslehrer einsetzt.

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit dem Land und der Kultur Japans. Ich habe viele Bücher zu dem Thema gelesen und freue mich auch darüber, dass immer mehr Werke japanischer Autorinnen und Autoren ins Deutsche übersetzt werden. Denn auch wenn ich bereits seit einigen Jahren versuche die japanische Sprache zu lernen, bin ich noch weit davon entfernt, einen Roman lesen zu können.
Daher ist es wahrscheinlich wenig verwunderlich, dass ich mich durch dieses Buch sofort angesprochen gefühlt habe. Den Titel in Kombination mit dem Namen des Autors fand ich ein sehr gelungenes Wortspiel und habe gedanklich dem Verlag zu dieser Idee gratuliert. Erst während dem Lesen habe ich festgestellt, dass der Autor schon seit seinen Anfangszeiten in Japan einen gleichnamigen You Tube Kanal hat. Mit diesem Kanal hat er auch einiges an Berühmtheit gewonnen, an mir ist das alles aber spurlos vor rüber gegangen.
Da in der Ankündigung, meiner Meinung nach, vor allem der Punkt hervorgehoben wurde, dass Chris alle 47 Präfekturen Japans bereist hat, habe ich vermutet, dass es sich beim vorliegenden Buch vor allem um diese Reisen drehen wird. Das es sich im Grunde um eine Art Reisebericht oder Reisetagebuch handeln wird. Stimmt auch zu einem gewissen Teil. Den viel größeren Raum nehmen aber die kleinen persönlichen Eindrücke von Chris ein. Aufgrund dessen ist dieses Buch so viel mehr als nur ein weiterer Reisebereicht eines Ausländers. Durch seine Tätigkeit an einer japanischen Schule gibt Chris einen tiefen Einblick in das Bildungssystem und zeigt deren offensichtlichen Schwächen auf.
An vielen Stellen lässt er das japanische System in keinem guten Licht dastehen und sein teilweise brutal ehrlicher Ton macht die Kritik nur noch harscher. Er spricht offen und ehrlich über Mobbing an japanischen Schulen, darüber das Lehrer und Lehrerinnen nicht nur davon wissen, sondern sich teilweise sogar daran beteiligen. Natürlich wurde bereits vor diesem Buch über das japanische Bildungssystem berichtet. Wer sich mit dem Thema beschäftigt weiß, wie stark der Druck ist, der auf japanischen Schülerinnen und Schülern lastet. Trotzdem habe ich durch dieses Buch einiges Neues gelernt und einen viel tieferen Einblick bekommen.
In jedem Wort spürt man die Wertschätzung und die Liebe die Chris zu dem Land und den Menschen hat. Wie bereits erwähnt spart er dennoch nicht mit kritischen Worten und verherrlicht weder das Land noch das System. Dies hat ihm bereits in der Vergangenheit einiges an Gegenwind gebracht. Wie Chris in seinem Buch selbst schreibt, gibt es viele Nicht-Japaner die sich im Internet als Beschützer und Retter des Landes aufspielen, ohne jemals dort gewesen zu sein.
"Abroad in Japan" gibt einen sehr persönlichen und intimen Einblick in das Leben eines Ausländers in Japan. Neben den bereits erwähnten kritischen Worten gibt es aber auch viele amüsante Anekdoten und interessante Fakten. Es ist kein Buch über Japan im klassischen Sinne. Es ist die Lebensgeschichte eines jungen Mannes, der ins Unbekannte aufgebrochen ist und sich dabei mehrmals verloren und wiedergefunden hat.
Von der ersten bis zur letzten Zeile hat mich dieses Buch fasziniert und begeistert. Beim Lesen habe ich die volle Bandbreite an Gefühlen erlebt. Ich war wütend, sprachlos, amüsiert, hab schallend gelacht oder war den Tränen nahe. Für mich ist dieses Buch ganz klar eine absolute Leseempfehlung.

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Diversität wird großgeschrieben

Entschuldigung! von Madlen Ottenschläger

Sich zu entschuldigen fällt nicht nur Kindern schwer, sondern auch dem einen oder anderen Erwachsenen. Wobei man das eigentlich anders formulieren müsste, denn entschuldigen, sich von Schuld freisprechen, kann man sich ja selbst nicht. Eigentlich müsste es um Verzeigung bitten heißen. Nun gut, das ist jetzt vielleicht ein wenig Wortklauberei.

Egal wie man es formulieren möchte, es ist und bleibt ein schwieriges Thema. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass sich Autorin Madlen Ottenschläger und Illustratorin Mareike Ammersken diese Aufgabe übernommen haben und ein Kinderbuch zu dieser Thematik erstellt haben.
Bereits das Cover versprüht einen wundervollen Retro-Charme und gibt einen Vorgeschmack in welchem Stil die Zeichnungen des Buches gehalten sind. Mich hat das ganze ein wenig an meine eigenen Kinderbücher erinnert und so wurde ich beim Anschauen fast ein wenig nostalgisch. Im Vergleich zu den Büchern der 80iger Jahre wurde in diesem Buch aber viel mehr auf Diversität geachtet und dass das Buch politisch korrekt ist. An manchen Stellen hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Diversität wichtiger war als das eigentliche Thema.
Der Text war mir persönlich an manchen Stellen zu sprunghaft. Ich konnte zwar nachvollziehen warum gerade etwas passiert, aber im Text wurden manche Dinge nicht kommuniziert. Daher bin ich mir unsicher, ob mein Kind den Übergang genauso gut versteht. Hinzu kommt, dass es dann auch noch Seiten ohne Text gibt. Natürlich kann man sich die Bilder anschauen und beschreiben, aber während dem Vorlesen sehe ich das als Bruch an. Meine eigenen Worte und die der Autorin passen dann halt überhaupt nicht mehr zusammen.
Sibil und Theo, die beiden Hauptpersonen der Geschichte, entschuldigen sich in dem Buch zwar relativ häufig und es wird auch erwähnt, dass dies nicht immer einfach ist. Angekündigt wurde das Buch u.a. mit "nimmt Kinder ernst und spiegelt ihre Komplexen Gefühle". Dieser Punkt wird für meinen Geschmack leider nur unzureichend erfüllt. Hier hätte ich mir persönlich ein wenig mehr erwartet. Eventuell auch als kleines Nachwort für die Erwachsenen, wenn man es in der Geschichte so nicht unterbringt.
Mir ist bewusst, dass ich relativ viel Kritik an dem Buch übe und trotzdem eine relativ gute Sternebewertung abgebe. Dies liegt daran, dass ich die Illustrationen wunderbar finde, das Thema wichtig ist und vor allem, mein Kind das Buch gerne vorgelesen bekommt. Möglicherweise ist es ja auch nur die Erwachsenensicht, die die Geschichte zu chaotisch findet und sich mehr Erklärungspotential wünscht. Die kindliche Sicht des knapp zweijährigen scheint diese Probleme nicht zu sehen und genießt lieber die Geschichte und die wundervoll farbenfrohen Bilder.

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Gute Ansätze aber für mich ein wenig zu idealisiert

Zehn wirklich wichtige Gespräche, die Kinder und Eltern wachsen lassen von Nicola Schmidt

Nicola Schmidt und ihr "artgerecht" Projekt sind mir natürlich ein Begriff. Bis jetzt habe ich aber um ihre Bücher einen großen Bogen gemacht. Die negativen Stimmen zu ihrem artgerecht Baby-Buch, vor allem jene, dass sie sehr dogmatisch ist und sich sehr negativ über Themen wie zum Beispiel das Nicht-Stillen (können) und Kaiserschnitt äußert haben mich abgeschreckt.

Wobei eines ihrer Kinderbücher, nämlich jedes zum Thema Streiten, habe ich gelesen. War ganz nett, aber konnte mich nicht wirklich überzeugen.
Trotz all meiner Bedenken habe ich mich dazu entschieden, dem vorliegenden Buch und seiner Autorin eine Chance zu geben. Aus dem einfachen Grund, dass mich das Thema interessiert und ich früher oder später in die Situation kommen werde, dass ich "solche" Gespräche mit meinem Sohn führen werde dürfen.
Jedes Kapitel des Buches widmet sich einem anderen Gesprächsthema und zusätzlich gibt es in den einzelnen Kapiteln noch eine Unterscheidung je nach Alter des Kindes. Denn logischerweise bespricht man die Themen mit einem Kleinkind anders als mit einem Schulkind oder einem Teenager. Die Auswahl der Themen fand ich sehr gut und ansprechend. Auch die Hinweise in welchem Alter die Kinder wie aufnahmefähig sind, zum Beispiel wie lang ein "ernstes" Gespräch mit einem vierjährigen dauern darf, haben mir gut gefallen.
Die grundlegenden Gedanken und Hinweise zu den einzelnen Themen waren für mich auch nachvollziehbar und verständlich. Zusätzlich dazu gibt die Autoren auch Praxisbeispiele an, wie so ein artgerechtes Gespräch ablaufen könnte oder in ihrem Fall eher sollte. Mit diesen Beispielen habe ich teilweise ein wenig zu kämpfen gehabt. Ich bin mir nicht sicher, ob es an mir als Person liegt oder daran, dass mein Sohn noch zu jung ist für die meisten Gespräche. Aber ich kann mir nur ganz schwer vorstellen, dass die Gespräche wirklich so ablaufen werden. Also bitte nicht falsch verstehen, nicht das ich mir das nicht wünschen würde. Natürlich ist das die ideale Wunschvorstellung, dass man als Elternteil mit seinen Kindern offen über alles reden kann und auch die Kinder offen demgegenüber sind. Denke ich allerdings an meine eigene Kindheit und Jugend zurück, habe ich da ganz andere Erinnerungen. Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass meine Eltern nach Auffassung der Autorin nicht artgerecht mit mir gesprochen haben.
Ich habe durch das Buch auf jeden Fall einige gute Impulse und Denkanstöße bekommen und hoffe, dass ich diese auch in den Alltag mit meinem Sohn umsetzen kann. Ich vermute auch, dass ich zu gegebener Zeit das eine oder andere Kapitel noch einmal lesen werde, nämlich genau dann, wenn ich es in der Praxis wirklich brauchen werde. Ich bezweifle aber, dass ich es so entspannt und locker schaffen werde, wie es Nicola Schmid in ihrem Buch suggeriert.
Dies ist für mich auch der größte Kritikpunkt an dem Buch. Für meinen Geschmack ist alles ein wenig zu idealisiert und zu einfach dargestellt. Beim Lesen habe ich teilweise ein schlechtes Gewissen bekommen, weil ich einige Dinge anders mache als die Autorin und u.a. meinem Kind keine Babyzeichensprache beigebracht habe. Für mich schwang beim Lesen immer ein wenig mit, dass der Weg der Autorin der einzig richtige ist, der Einzige, der eben artgerecht ist.
Trotz meiner Vorbehalte der Autorin gegenüber und meiner Kritikpunkte dieses Buch betreffend, würde ich es weiterempfehlen. Allerdings mit der kleinen Einschränkung, dass man sich hier gute Gedankenanstöße und Impulse holen kann, wie man "schwierige" Gespräche mit seinen Kindern führt, sich aber nicht schlecht fühlen soll, wenn die Realität von der idealen Welt, welche im Buch beschrieben wird, abweicht.

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Magische Künste

Zehn wirklich wichtige Gespräche, die Kinder und Eltern wachsen lassen von Nicola Schmidt

Das klang doch mal wirklich interessant und vielversprechend eine Opernsängerin, die ein Romantasy Buch schreibt mit einem Belle Époque Setting und wie soll es anders sein mit einer Opernsängerin als Hauptperson.
Bereits der Einstieg ins Hörbuch hat mir sehr gut gefallen. Das Tempo war eher gemächlich und die Beschreibungen so lebhaft, dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte.

Johanna Zehenders Stimme hat mir auch auf Anhieb gefallen und dazu beigetragen, dass ich das Buch noch mehr genießen konnte.
Die Opulenz und Dekadenz der reichen und mit Talenten gesegneten höheren Gesellschaft war für mich genauso greifbar wie die Kehrseite der Medaille. Der eklatante Unterschied zwischen dem reichen Teil der Gesellschaft und dem ärmeren Teil hat die Autorin wirklich sehr gut herausgearbeitet. Ich fand es auch sehr glaubwürdig, dass die Stadt Lutèce im Grunde auch zweigeteilt ist und die Hauptperson manche Teile der Stadt nicht besonders gut kennt.
Auch Cleodoras Schicksal hat Adi Denner gut in Worte fassen können. Ihre innere Zerrissenheit war greifbar und auch wenn Cleo mir nicht immer sympathisch war, habe ich ihre Handlungsweisen Großteils nachvollziehen können. An manchen Stellen war sie mir allerdings ein klein wenig zu naiv. Wobei man Cleodora zugutehalten muss, dass sie im Laufe des Buches eine deutliche Charakterentwicklung durchmacht. Man merkt das sie reifer wird und die Erfahrungen, die sie macht, reflektiert und hinterfragt.
Die Idee der magischen Talente, also der Edelsteine, die dem Träger ein Talent verleihen war etwas Neues und auch wenn das System ein paar Schwachstellen aufweist, fand ich es sehr interessant. Die Verknüpfung von Kunst und Handwerk mit Magie und damit die Aussage das alles, was erschaffen wird, magisch ist, fand ich einzigartig und wunderschön. Vor allem weil es eben nicht nur auf Kunst beschränkt ist. In der Vorstellung vieler haben Künste, sei es Gesang oder Malerei etwas Magisches an sich. Bei Handwerk, im Buch wird zum Beispiel der Beruf der Modisten verwendet, ist für viele eben ein Handwerk. Aber gerade das Entwickeln eines Kleidungsstücks ist für mich auch pure Magie. Da ich selbst gerne nähe, konnte ich diesen Punkt besonders gut nachvollziehen und fand es wunderschön.
Zusätzlich wird das ganze mit der einen oder anderen, auch queeren, Liebesgeschichte gewürzt und garniert mit einer Prise Feminismus. Die Liebesgeschichten konnte mich nur bedingt überzeugen. Hier möchte ich aber nicht weiter ins Detail gehen, das ich sonst zu viel von der Handlung vorwegnehmen würde.
Das gemächliche Tempo des Buches und die umfangreichen Beschreibungen der Kleidung der Personen mag nicht jedem gefallen. Gerade diese Aspekte haben mir aber besonders gut gefallen. Mein besonderes Lob geht auch an die Sprecherin des Hörbuches Johanna Zehender. Ihre Stimme hat das Buch so lebendig gemacht und ihre Sprachmelodie war einfach zauberhaft. Ich hoffe, dass ich bald wieder ein Hörbuch hören darf, dass von ihr gesprochen wurde.

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Eine sehr persönliche Reise

In einem Zug von Daniel Glattauer

Ich habe das Gefühl, dass Autor Daniel Glattauer polarisiert. Also nicht er als Person, aber seine Bücher. Entweder man liebt sie oder man kann so gar nichts mit ihnen anfangen. Ich gehöre eigentlich zu der ersten Gruppe, außer bei "Darum". Dies ist eines der wenigen Bücher, das ich nicht fertiglesen konnte.

In den letzten Jahren habe ich eher ältere Werke Glattauers noch einmal gelesen und mich von seinen Neuerscheinungen ein wenig ferngehalten. Warum dies der Fall war, kann ich gar nicht sagen, es hat sich einfach so ergeben. Umso mehr habe ich mich jetzt gefreut wieder mal ein neues Werk von ihm zu lesen. Noch dazu eines, von dem Glattauer selbst sagt, dass es sein bisher autobiographischstes ist. Ich war also mehr als nur gespannt was mich erwartet.
Wie auch bei vielen anderen seiner Bücher ist die Seitenanzahl eher überschaubar. In der Kürze liegt die Würze könnte man sagen. Auch bereits von ihm bekannt, es passiert eigentlich nicht viel in dem Buch. Wobei die Betonung hier definitiv auf dem Wort "eigentlich" liegt. Es gibt im Prinzip nur einen Handlungsort, okay stimmt nicht ganz, es sind zwei. Großteils spielt das Buch aber, wie es der Titel bereits verrät, im Zug.
Ein in die Jahre gekommener Autor und eine Frau frühen mittleren Alters sitzen zufälligerweise zusammen in einem Zugabteil auf dem Weg von Wien nach München. Also zumindest der Autor, Eduard Brünhofer, fährt nach München, wohin es die Dame führt, ist zu Beginn noch unklar. Die beiden kommen ins Gespräch, ganz zwanglos zuerst, wie es einem nun mal auf Zugreisen passieren kann, wenn man längere Zeit in einem Abteil zusammensitzt. Doch so wie der Zug langsam eine Station nach der anderen durchfährt, durchläuft auch das Gespräch mehrere Phasen und ist schon bald nicht mehr einfach nur belangloser, ungezwungener Smalltalk.
Den Ausspruch Glattauers zum Thema autobiographisches Werk habe ich erst nach Beendigung des Buches gelesen. Dieser hat mich in meiner persönlichen Einschätzung des Buches bestärkt. Denn von der ersten Seite weg hatte ich das Gefühl, viel von dem Autor selbst in seiner Romanfigur zu entdecken.
Die Gespräche von Eduard Brünhofer und Catrin Meyr drehen sich bis zu einem gewissen Grad im Kreis und lassen manchmal ein klein wenig Tiefe vermissen. Die Ausführungen zum Thema Alkohol, noch dazu in Kombination damit, dass Eduard und Catrin, das eine oder andere Glas während ihrer Reise trinken, mag dem einen oder der anderen sauer aufstoßen. Auch sind die beiden Charaktere für mich nicht unbedingt Sympathieträger. Catrins ständiges Herumreiten auf gewissen Punkten und Eduards immer wieder kehrendes analysieren ihres Lächelns kann einen anöden. Für mich macht aber die Summe dieser Punkte, so komisch es vielleicht auch klingen mag, seinen Reiz aus. Alles wirkt ein wenig echter, authentischer und realer.
Beide Protagonisten sind meilenweit davon entfernt perfekt zu sein. Sie sind einfach nur zwei Menschen, die sich zufällig zur gleichen Zeit, im gleichen Zug befinden.
Meiner Meinung nach hat Daniel Glattauer hier wieder ein sehr gutes Buch abgeliefert. Den unvermeidlichen Vergleich mit "Gut gegen Nordwind" schenke ich mir jetzt an dieser Stelle. Denn Daniel Glattauer ist mehr als nur "Gut gegen Nordwind", sowie Eduard mehr als nur ein Liebesroman Autor ist und Catrin mehr als nur eine Therapeutin.

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Stimmungsgewaltiger Abschluss der Dilogie

We free the Stars von Hafsah Faizal

Der erste Band dieser Dilogie, "We hunt the flame", hat mich vor große Herausforderungen gestellt. Die vielen arabischen Begriffe waren für mich neu und verwirrend und auch der äußerst opulente und bildgewaltige Erzählstil der Autorin hat mir an manchen Stellen ein wenig zu schaffen gemacht.

Trotz aller Widrigkeiten hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und ich wollte unbedingt wissen wie die Geschichte rund um Nasir, Zafira, Altair und Kifah ausgeht.
Glücklicherweise konnte ich beide Bücher relativ schnell hintereinander lesen. Ich denke, ansonsten hätte ich bei diesem Buch genauso Startschwierigkeiten gehabt wie beim ersten. Die Geschichte knüpft, wie nicht anders zu erwarten, mehr oder weniger nahtlos an den ersten Teil an. Man taucht also gleich mitten ins Geschehen ein und sollte daher wirklich auch noch eine sehr gute Erinnerung an die Vorgänge innerhalb des ersten Bandes haben.
Während die Handlung des ersten Bandes sich Großteils auf einen Handlungsort beschränkt, ist dies hier anders. Immer wieder reisen die Mitglieder der Zumra von einem Ort zum nächsten. Dadurch bekommt man beim Lesen auch noch eine viel bessere Vorstellung von den verschiedenen Teilen von Arawiyas. Wobei besser eigentlich eine Herabstufung ist. Denn Autorin Hafsah Faizal ist keinesfalls zimperlich, wenn es um die Beschreibung der verschiedenen Orte geht. Wie bereits anfangs erwähnt hat die Autorin meiner Meinung nach einen sehr opulenten und bildgewaltigen Erzählstil. Dies äußerst sich vor allem bei ihren sehr detailreichen und eindrücklichen Beschreibungen der Umgebung und der Personen.
Bereits im ersten Teil hat Hafsah Faizal meiner Meinung nach bewiesen, dass sie nicht besonders viel von Schwarz-weiß Denken hält, und ihre Protagonisten haben eine deutliche Charakterentwicklung im Laufe des Buches durchgemacht. Dies merkt man im zweiten Teil noch deutlicher. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen hier noch weitaus deutlicher.
Auf besonders eindrucksvolle Art und Weise hat die Autorin auch die inneren Konflikte der Protagonisten beschrieben. Diesem Thema widmet sich auch besonders viel Zeit und Raum. An mancher Stelle, zum Beispiel mitten in einem Kampf, fand ich es aber an manchen Stellen etwas deplatziert. Man könnte vielleicht auch noch kritisieren, dass es immer wieder die gleichen Themen sind, um die sich die Gedanken der Protagonisten drehen. Es stimmt, dass dies ein klein wenig ermüdend ist, auf der anderen Seite ist es aber auch sehr realistisch. Dieses Gedankenkreisen um das immer gleiche Thema, bei dem man einfach keinen Ausweg findet.
Im Großen und Ganzen finde ich, dass die Geschichte rund um Arawiya mit diesem Buch einen sehr guten Abschluss gefunden hat. Trotzdem bleiben einige Punkte offen und man kann sich seine eigenen Gedanken machen, wie sich die diversen losen Fäden noch in das Gesamtbild einfinden werden.
Die doch recht ansehnliche Seitenzahl mag für manche abschreckend wirken. Ich kann abschließend aber nur sagen, dass es sich wirklich lohnt. Ich hoffe, dass ich in der Zukunft noch mehr Bücher der Autorin lesen darf, denn ihre Art Geschichten zu erzählen hat mich verzaubert.

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