Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ReiShimura:
Schmackhaftes Essen für die ganze Familie
Baby Food Bibel von Julia Tellidis; Lauren Skora
Ratgeber und Kochbücher zum Thema Kinderernährung gibt es mittlerweile gefühlt wie Sand am Meer. Da fragt man sich wirklich, ob die Welt noch ein weiteres Buch zu diesem Thema braucht, noch dazu eines, dass sich recht großspurig als Bibel bezeichnet. Die Antwort auf die Frage ist wahrscheinlich Nein, lesen musste ich das Buch aber trotzdem unbedingt.
Und kurz gesagt: Ich habe es nicht bereut.
Die "Baby Food Bibel" ist ein wirklich schön gestaltetes und noch wichtiger äußerst informatives Buch zum Thema Ernährung von Babys und Kleinkindern. Neben einem sehr ansprechend gestalteten Rezeptteil gibt es auch noch einen spannenden und interessanten Theorieteil.
Besonders gut gefallen hat mir, dass in diesem Buch die Ernährung mit Formula Nahrung nicht verteufelt wird. Dies ist leider in der meisten Literatur der Fall. Es gibt eine Vielzahl an Gründen, warum sich Mütter gegen das Stillen entscheiden, und diesen muss man dann nicht die ganze Zeit versuchen ein schlechtes Gewissen einzureden.
Sowohl das Thema Nahrungsmittelallergien wird ausführlich thematisiert wie auch die Wichtigkeit von gesunder und ausgewogener Ernährung. Letzteres hat mich besonders begeistert da hier nicht nur eine gute Auflistung aller wichtiger Nährstoffe geboten wird, sondern auch in welchen Lebensmitteln diese Nährstoffe vorkommen und wie man sie am besten in den Speiseplan integriert.
Wie bereits erwähnt enthält das Buch auch einen sehr ausführlichen Rezeptteil. Die Gliederung der Rezepte ist wohl durchdacht, die Beschreibungen verständlich und die Fotos sehr ansprechend. Bei der Auswahl der Zutaten merkt man meiner Meinung nach allerdings, dass es sich bei den Autorinnen nicht um Europäerinnen handelt. Limabohnen zum Beispiel sind sowohl in den USA als auch Australien durchaus gängig, in Österreich aber eher seltener zu finden.
Einer meiner größten Kritikpunkte bei dem Buch sind die Maßangaben in den Rezepten. Anstatt wie in deutschsprachigen Kochbüchern üblich werden die Zutatenmengen nicht in Gramm angegeben, sondern in (metrischen) Tassen. Für mich persönlich sehr unpraktisch, da ich keinen eigenen Cups Messbecher besitze und daher ein wenig improvisieren muss. Dies hat leider schon zu dem einen oder anderen missglückten Backversuch geführt.
Abgesehen davon finde ich die Rezepte aber wirklich hervorragend, vor allem, weil sie sich wirklich für die ganze Familie eignen. Einige der Rezepte sind bei uns schon in das Standardrepertoire aufgenommen worden, da sie sowohl den zweijährigen als auch uns Erwachsene begeistert hat.
Das Buch ist wirklich perfekt geeignet für alle, die für die Ernährung von Babys und Kleinkindern zuständig sind.
Wechselnachtswünsche
Solupp 2: Winter auf Solupp von Annika Scheffel
Nachdem uns Autorin Annika Scheffel bereits den Sommer auf Solupp gezeigt hat, entführt sie uns nun im Winter auf die kleine Insel. Der erste Band hat mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen, daher war ich gespannt auf die Fortsetzung der Reihe.
Annika Scheffel erspart sich in ihrem Buch das große Was bisher geschah und steigt gleich mitten in die Handlung ein.
Die Erlebnisse des Sommers auf Solupp werden im Laufe des Buches immer wieder mal angesprochen, aber ohne Kenntnisse des ersten Bandes hätte dies alles nur bedingt Sinn ergeben. Ich empfehle daher jedem die Bücher unbedingt in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Meiner Meinung nach war bereits "Sommer auf Solupp" an vielen Stellen traurig und eher nachdenklich und düster gehalten. Dies verstärkt sich in diesem Buch noch durch die winterliche und kalte Landschaft. Die Solupp Bücher würde ich nicht unbedingt als leichte Kost bezeichnen, aber lesenswert sind sie auf jeden Fall.
Auch in diesem Buch sind die Geschwister Mari, Kurt und Bela wieder zusammen mit ihren Solupper Freunden Ema und Joon dabei die Rätsel der Insel und der Wechselnachtswünsche zu entschlüsseln.
Autorin Annika Scheffel hat mit Solupp eine zauberhafte kleine Insel erschaffen, die voller Magie und Geheimnisse steckt, aber trotzdem so realistisch wirkt, dass man am liebsten dorthin auf Urlaub fahren möchte. Die Charaktere sind detailliert beschrieben und fern ab von klischeehaften Kinderbuch Beschreibungen.
Das Abenteuer selbst dient wieder eher der Rahmengestaltung der Geschichte und hilft den Kindern dabei zu wachsen und viel über sich selbst zu lernen. Neben den klassischen Themen wie Freundschaft und Liebe werden hier auch noch Krankheit, Tod, Depressionen und die Suche nach der eigenen Identität behandelt.
Das empfohlene Lesealter wird mit ab 10 Jahren angegeben. Wie immer ist dies nur ein Richtwert und kann je nach Kind auch ein wenig nach oben oder unten abgeändert werden. Ich denke aber, dass in diesem Fall das Lesealter eher über- als unterschritten werden soll, da die einzelnen Themen teilweise doch ein wenig herausfordernd sein können. Dieses Buch ist aber meiner Meinung nach auch für Erwachsene durchaus lesenswert.
Eine wirklich gelungene Fortsetzung und ich freue mich bereits auf den Herbst und den Frühling auf Solupp.
Ich bin noch gar nicht müde
Ab ins Bett, Winnifrett! von Britta Sabbag
Der Tag neigt sich dem Ende zu und es wird Zeit für die Nachtruh‘. In der Theorie klingt es leicht, das Kind abends ins Bett zu bringen. Die Praxis schaut öfter mal anders aus. Denn das Kind will so absolut nicht schlafen gehen und ist natürlich noch überhaupt nicht müde. Genauso geht es uns häufiger und auch den Eltern von Frettchen Winnifrett.
Die Illustrationen im Buch sind, wie auch bereits am Cover ersichtlich, in eher dunklen, warmen Farben gestaltet. Dies passt meiner Meinung nach perfekt zu einem Gute Nacht Buch. Die Farbzusammenstellung hat für mich etwas sehr Heimeliges und Kuschliges und wirkt beruhigend. Es macht viel Spaß die Zeichnungen zu betrachten und ich mag auch die vielen kleinen, wohldurchdachten Details.
Die kurzen Texte sind in Reimform gehalten, was perfekt für die Zielgruppe des Buches ist. Diese ist nämlich mit ab zwei Jahren angegeben. Die Reime lassen sich gut vorlesen und klingen nicht erzwungen oder holprig. Alle Bettvermeidungstaktiken die Winnifrett anwendet sind auch für zwei Jährige gut nachvollziehbar und es gibt wenig Erklärungsbedarf.
Besonders schön finde ich auch, dass es auf vielen Seiten kleine Mitmachaufgaben oder -fragen gibt. Somit wird dem Kind nicht nur stur eine Geschichte vorgelesen, sondern es kann sich auch selbst mit dem Schlafen gehen beschäftigen.
Ob das ins Bett gehen oder Einschlafen dank des Buches wirklich leichter gehen wird, kann ich noch nicht beurteilen. Dies wäre natürlich ein wundervoller Nebeneffekt. Aber auch wenn dies nicht der Fall ist, das Vorlesen und Anschauen des Buches macht viel Spaß und das ist doch eigentlich die Hauptsache.
Sowohl uns Eltern als auch dem knapp zweijährigen gefällt das Buch wirklich sehr gut und wir werden es sicher öfter in unsere Abendroutine einbauen.
Ein wirklich liebevoll gestaltetes Bilderbuch für alle kleinen Wirbelwinde die so gar nicht müde sind.
Fantasy Geschichte oder Historienroman?
Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows von Isabel Ibañez
Es gibt Cover, die sind so auffällig, dass sie einem sofort ins Auge stechen, nicht immer aus positiven Gründen. Das Cover von „What the river knows“ gehört für mich eindeutig nicht in diese Kategorie. Es besticht hingegen mit einer gewissen schlichten Eleganz und ist trotzdem irgendwie auffällig.
Auf jeden Fall hat es mich neugierig gemacht.
Ein Blick auf den Klappentext enthüllte dann das Geheimnis des Covers, ein Fantasyroman, der sich um das alte Ägypten dreht. Sofort sah ich Bilder aus dem Film „The Mummy“ mit Brendan Fraser vor mir. Da ich den Film unzählige Male gesehen habe, war für mich sofort klar, dass ich diesen Roman unbedingt lesen muss. Noch besser fand ich, dass es sich nicht um einen Einzelroman, sondern um den ersten Band einer Serie handelte. Klang alles mal sehr vielversprechend. Wobei ich dann gleich mal feststellen musste, dass es keine Serie, sondern nur eine Dilogie ist.
Der Einstieg in das Buch ist mir relativ leichtgefallen, auch wenn ich mir über lange Strecken nicht sicher war, ob ich jetzt einen Historienroman oder ein Fantasy Buch vor mir habe. Denn für ersteres fand ich die historischen Daten ein wenig zu ungenau und für zweiteres fehlte mir ein wenig die magische Komponente. Auch wenn in den ersten Kapiteln Magie vorkommt, war dies doch für einen Fantasy Fan wie mich viel zu wenig. Mit der Zeit hatte ich eher das Gefühl, dass Autorin Isabel Ibañez versucht hat, Magie als etwas alltägliches darzustellen. So ganz warm geworden bin ich auf jeden Fall mit dem Magiekonzept nicht.
Auch Kleopatra wäre nicht meine erste Wahl gewesen, wenn ich mich für ein Pharaonengrab hätte entscheiden müssen. Wobei Kleopatra natürlich eine unglaublich faszinierende Persönlichkeit, trotzdem gibt es meiner Meinung nach spannendere Pharaonen. Meine Vermutung ist aber, dass die Autorin unbedingt die weibliche Komponente in den Vordergrund stellen wollte und da gibt es neben Kleopatra ja leider nicht besonders viel Auswahl. Eine weibliche Hauptperson, die erst lernt, unabhängig und erwachsen zu sein macht sich auf die Suche nach einer weiblichen Pharaonin. Somit kommt auch noch eine gehörige Portion Feminismus zum phantasiereichen Historienroman.
Inez Olivera, die weibliche Hauptperson, hat mich wahrscheinlich öfter genervt wie fasziniert. Diese Mischung aus tougher Frau, die einmal um die halbe Welt reist, um herauszufinden was mit ihren Eltern passiert ist und quengeliges Kleinkind, dem man sein Spielzeug weggenommen hat, war ein wenig anstrengend. Unter Berücksichtigung des Zeitalters, in dem das Buch spielt und dem damals vorherrschenden Frauenbild konnte ich ihre Handlungen aber zumindest nachvollziehen. Trotz allem ist sie mir persönlich eine Spur zu naiv, wenn ich auch eine gewisse Charakterentwicklung im Laufe des Buches festgestellt habe.
Die Geschichte selbst nimmt meiner Meinung nach nur langsam Fahrt auf, um dann im obligatorischen Cliffhanger zu enden. Die eine oder andere Wendung der Geschichte war ziemlich vorhersehbar, an anderer Stelle konnte die Autorin mich aber doch positiv überraschen.
Gesprochen wird das Hörbuch von Leonie Landa und Martin Valdeig. Wobei man von Martin Valdeig leider nur wenig zu hören bekommt, da der Großteil des Buches aus Sicht von Inez erzählt wird. Leonie Landas Stimme kannte ich bereits von einem anderen Hörbuch. Ihre Stimme an sich gefällt mir eigentlich recht gut, aber ich habe Probleme mit ihrer Art des Lesens. Ich habe bei ihr immer das Gefühl, dass sie furchtbar gelangweilt ist von dem Text, den sie gerade spricht. Es ist schwer in Worte zu fassen, aber im Vergleich zu anderen Sprecherinnen schafft sie es nicht mich in ihren Bann zu ziehen.
Restlos überzeugt bin ich nicht von diesem Buch, aber Autorin Isabel Ibañez hat es geschafft mich so weit zu fesseln, dass ich unbedingt wissen muss, wie es mit Inez und Whit weitergeht. Ich kann also das Erscheinen des zweiten Buches kaum erwarten.
Collegeromanze wie sie sein soll
Mismatch Hopeville Dragons von Laura Willud
Obwohl ich schon etwas länger nicht mehr das Alter einer Collegestudentin habe, lese ich ab und zu immer wieder gerne Bücher über dieses Thema oder schaue mir Serien dazu an. Der Plot von Mismatch erinnerte mich ein wenig an die Bücher von Sarina Bowen die ich vor einigen Jahren verschlungen habe.
Auch wenn damals Eishockey der Sport der Wahl war, und dieses Mal ist es Basketball. Kommt mir eigentlich sogar entgegen, da ich mich deutlich besser beim Basketball auskenne.
Laura Willud hat in ihr Buch alles reingepackt, was man von so einem Buch erwarten würde. Viel Sport, das klassische Collegeleben, große Gefühle, starte Charaktere und natürlich das große Geheimnis. So weit so wenig überraschend. Und wenig überraschend war für mich auch der komplette Verlauf der Geschichte. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich so vorhersehbar ist oder ob ich einfach zu viele Bücher ähnlichen Inhalts bereits gelesen habe.
Die beide Hauptpersonen Joyce und Austin haben mir gut gefallen und waren mir auch sympathisch, auch wenn ich ihre Handlungsweisen nicht immer zu hundert Prozent verstehen konnte, nachvollziehbar waren sie aber. Sehr früh in der Geschichte hatte ich auch schon eine sehr gute Ahnung, worum es sich bei Austins großem Geheimnis handeln konnte. Wie bei den meisten Büchern dieses Genres wird das Geheimnis zuerst künstlich aufgebauscht und stellt eine fast unüberwindbare Hürde dar. Sobald es dann enthüllt ist, löst sich alles innerhalb kürzester Zeit in Wohlgefallen auf.
Sehr gut hat mir das Nebenthema bezüglich der Hasskommentare in sozialen Medien gefallen. Dies finde ich ein sehr wichtiges Thema, vor allem auch in Bezug zum Alter des Zielpublikums für diesen Roman. Leider wurde dieses Thema für meinen Geschmack dann ein wenig zu schnell und mehr oder weniger in einigen Nebensätzen abgehandelt. Diesem Thema hätte Autorin Laura Willud meiner Meinung nach viel mehr Platz einräumen dürfen.
Das Austin und Joyce ein Liebespaar werden war von Anfang an absehbar und genauso absehbar war, dass es noch einmal ein großes Problem geben wird, bevor sie sich dann endgültig finden. Der klassische Ablauf so einer Geschichte eben. Im Vergleich zu anderen Werken hat sich die Autorin aber diesbezüglich sehr zurückgehalten, was unnötige Dramatik betrifft.
Der Schreib- bzw. Erzählstil hat mir gut gefallen und genauso gut fand ich die Sprecher des Hörbuchs. Sowohl die Stimme von Rebecca Veil, als auch Max Hoffmann fand ich als äußerst angenehm. Ich würde jederzeit wieder zu einem Hörbuch greifen, dass von einem oder beiden gesprochen wird. Stimmmelodie und Sprechtempo waren für mich absolut passend. Vielleicht werden die beiden ja auch den zweiten Teil lesen?
Denn bei Mismatch handelt es sich um den ersten Band der Hopeville Dragons Serie der Autorin. Ich persönlich erwarte keine großen Überraschungen bei den anderen Büchern der Serie. Sondern ich vermute eher, dass sie alle nach dem gleichen Schema ablaufen werden. Das klingt jetzt vielleicht ein klein wenig negativ, ist aber als neutrale Feststellung aufzufassen.
Mir hat Mismatch wirklich gut gefallen und ich freue mich schon sehr darauf weitere Bände der Serie zu lesen oder zu hören. Eine klare Empfehlung für alle Fans von College- und Sportromanzen. Vor allem von denen, die mit einem angenehmen geringen Anteil an spicy Szenen auskommen.
Das könnte das neue Lieblingsbuch werden
Die Maus hat einen neuen Freund von Marc-Uwe Kling
Marc-Uwe Kling ist ein Buchstabendurcheinanderbringer. Und das kann er wirklich gut, sowohl im Bereich der Erwachsenenliteratur als auch bei Kinderbüchern. Die Erwartungen an sein neuestes Kinderbuch waren natürlich dementsprechend groß. Und um es kurz zu machen, sie wurden auch nicht enttäuscht.
Das Buch ist in Reimform geschrieben und daher perfekt für die Sprachentwicklung von zweijährigen. Außerdem macht es dadurch noch viel mehr Spaß es vorzulesen. Außerdem sind die Reime unglaublich eingängig, so dass bereits nach kurzer Zeit die meisten Sätze sich im Kopf festsetzen. Und zwar nicht nur bei mir, sondern auch beim zweijährigen, für den das Buch ja gedacht ist.
Die Geschichte und auch die Bilder sind einfach gehalten, nicht zu übertrieben oder überladen. Das heißt aber nicht, dass es langweilig ist. Das ungleiche Freundespaar, die Maus und der Dino sind wirklich entzückend und trotz ihrer augenscheinlichen Unterschiede haben sie doch so einige Gemeinsamkeiten. Natürlich kommt das Buch nicht ohne eine Message aus. Dies finde ich aber bei Kinderbüchern sehr schön, da sie dadurch noch lehrreicher werden. Hier ist es neben Freundschaft, aber auch, dass man nicht immer das bekommt, was man möchte.
Die Zeichnungen waren für mich auf den ersten Blick ein klein wenig gewöhnungsbedürftig. Der Dino hat mir auf den ersten Blick bereits gut gefallen, vor allem die kleinen süßen Details, die man vielleicht erst beim genaueren hinsehen entdeckt. Bei der Maus war das genaue Gegenteil der Fall. Zuerst hat mich das Aussehen der Maus ein wenig irritiert, sie ist nicht süß, sondern schaut meiner Meinung nach ein wenig böse aus. Ein wenig erinnert sie mich an die Zeichnungen von Tim Burton.
Das ein Erwachsener ein Kinderbuch rezensiert, ist zwar logisch, denn ein zweijähriger kann halt noch nicht schreiben, aber eigentlich zählt ja nur die Meinung der Zielgruppe.
Wie bereits weiter oben erwähnt, kann hier teilweise schon mitgesprochen werden, da das Buch so oft vorgelesen werden muss. Immer und immer wieder wird nach Maus und Dino verlangt. Und das ist doch das größte Kompliment, das man einem Autor geben kann.
Hit the road Jack
Mordsmäuschenstill von Natalie Tielcke
Ich kann mir nicht ganz genau erklären warum, aber beim Lesen des Buches musste ich die ganze Zeit an einen Film denken, den ich in den 90igern gesehen habe. "Das Traum-Team" mit Christopher Lloyd und Michael Keaton. Ähnlichkeiten zwischen dem Film und dem Buch gibt es nur ganz wenige, aber irgendwie habe ich die ganze Zeit daran denken müssen und vor allem immer an das Lied "Hit the road Jack" von Ray Charles denken müssen, welches im Film gesungen wird.
Für mich ist das Lied quasi mein Soundtrack zum Buch geworden.
Mit der Ankündigung, dass es sich hierbei um einen irrsinnig lustigen Krimi handelt, wurde die Latte meiner Meinung nach ziemlich hochgelegt. Logischerweise erwartet man dann aber auch einen irrsinnig lustigen Krimi. Leider wurde ich dahingehend ein wenig enttäuscht.
Der Einstieg ins Buch viel mir leicht, der Humor war deutlich spürbar. Zu meiner großen Freude handelte es sich eingangs nicht um flache Witze, sondern um viel Skurrilität gepaart mit ein wenig schwarzem Humor. Leider ebbte dies ziemlich schnell ab. Es gab dann zwar noch einiges an Situationskomik und natürlich die doch teils äußerst skurrilen Schlafstörungen der vier Protagonisten, aber von irrsinnig witzig waren wir da weit entfernt.
Auch die kriminalistischen Elemente kamen ein wenig zu kurz. Natürlich geht es im Grunde darum, dass Nele, Jenny, Finn, Sascha und Phil den Mordfall an der Psychologin und Therapeutin Hanna lösen. Doch je weiter die Geschichte fortschreitet, umso mehr rückt das Lösen des Mordfalls ein wenig in den Hintergrund und die Beziehungsthematiken den fünf treten in den Vordergrund.
Das Buch selbst war nicht schlecht, aber durch die doch sehr euphorische Ankündigung und Vermarktung des Buches wurden meine Erwartungen zu hochgeschraubt. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Nüchtern betrachtet ist das Buch von Natalie Tielcke kein Meisterwerk, aber durchaus ein solides Klamauk Buch, dass man einfach nicht zu ernst nehmen darf.
Meiner Meinung nach gibt es deutlich bessere und lustigere Krimibücher, aber andererseits auch viele die mit diesem Buch nicht mithalten können.
Zu wenig Fantasy, zu viel Schwarz-weiß
When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen von Kelly Barnhill
Der kraftvolle Titel und das wunderschön gestaltete Cover haben mich auf den ersten Blick angesprochen. Und auch der Klappentext klang vielversprechend. Erwartet hatte ich mir einen kraftvollen, feministischen Roman mit Fantasy Elementen. Irgendwie habe ich das auch bekommen, aber leider nur irgendwie.
Die Fantasy Elemente sind natürlich vorhanden, denn es wird immer wieder über Drachinnen gesprochen und viel öfter noch über Drachinnen geschwiegen. Ich hatte mir aber gedacht, dass sie eine viel zentralere Rolle spielen und der Fokus der Geschichte auf ihnen liegt. Dies ist aber meiner Meinung nach leider nicht der Fall oder zumindest den Großteil der Zeit nicht.
Lange Zeit habe ich die Drachinnen eher als eine Art Metapher angesehen. Starke, unabhängige Frauen, die sich von den Fesseln des Patriarchats lösen und ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben führen. So hat das Ganze für mich durchaus Sinn gemacht und war auch mit dem Feminismus Thema vereinbar. Dieser Gedankengang wurde dann aber wieder durch die Beschreibung und Handlungen der Drachinnen zerstört.
Des Weiteren hatte ich einige Probleme damit, wie die Drachinnen in die Alltagswelt eingebunden wurden. Ich konnte mir nur schwer vorstellen, wie eine Drachin am Herd steht und das Mittagessen für ihre Familie zubereitet, wenn auf der einen Seite beschrieben wird, welch gigantische Ausmaße eine Drachin annahm. Auch das Drachinnen die den Führerschein machen war für mich einfach nicht greifbar, vor allem in einer Welt, die diese nicht wirklich akzeptiert und daher für sie auch nicht adaptiert ist. Wie um alles in der Welt passt eine Drachin in ein handelsübliches Auto?
Gut gefallen hat mir dafür die Hauptperson Alex, aus deren Sicht die Geschichte auch erzählt wird. Zwar konnte ich ihre Handlungsweisen nicht immer gutheißen, aber aufgrund ihrer Erziehung und der äußeren Umstände konnte ich sie zumindest nachvollziehen. Als wirklich sympathisch würde ich Alex vielleicht nicht unbedingt beschreiben, aber ich habe mich mehr und mehr mit ihr anfreunden können. Positiv hervorheben möchte ich auch die Charakterentwicklung, die sie im Laufe der Geschichte durchlebt.
Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut und war zu Beginn äußerst enttäuscht und hatte enorme Probleme in die Geschichte hineinzufinden. Dies wurde auch durch die (fiktiven) wissenschaftlichen Berichte und Gesprächsprotokolle die zwischen den Kapiteln eingestreut sind erschwert. Ich habe das Buch mehrmals aus der Hand gelegt und andere Bücher gelesen, bevor ich mich dazu überwinden konnte, hier weiterzulesen. Mit der Zeit bin ich immer mehr in die Geschichte hineingewachsen und konnte das Buch schlussendlich auch beenden. An vielen Stellen hat es sich aber gezogen wie Kaugummi.
"When Women were Dragons" ist per se kein schlechtes Buch. Es behandelt hingegen viele wichtige Themen, wobei das Patriachart und die Unterdrückung von Frauen nur eines von vielen ist. Leider finde ich die Umsetzung ein wenig verwirrend. Hier wären wir wieder bei der Frage, ob die Drachinnen als Metapher zu verstehen sind oder nicht. Außerdem finde ich, dass die Autorin zu oft in eine Schwarz-weiß-Sicht abdriftet. Ein paar mehr Graustufen hätten dem Ganzen vielleicht gutgetan.
Ist der Aberglaube stärker als die Gefühle?
Something Old, Someone New von Jessie Rosen
Das Cover des Buches mit seinen bunten Streifen ist mir sofort ins Auge gestochen und hat mich neugierig gemacht. Der dazugehörige Klappentext tat dann noch sein Übriges.
Shea Anderson kann es nicht glauben, als ihr Freund ihr einen Heiratsantrag mit einem Vintage Ring macht. Weiß er doch eigentlich genau, dass so etwas für sie überhaupt nicht in Frage kommt.
Denn der Aberglaube ihrer Nonna, dass der Ring das Karma der vorherigen Ehen in sich trägt, ist tief in ihr verwurzelt. Shea begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit und versucht herauszufinden, wer denn Ring vor ihr besessen hat und wie Ehen verlaufen sind. Dabei findet sie nicht nur einiges über die ehemaligen Besitzerinnen heraus, sondern auch über sich selbst.
Bis zum Schluss, war ich mir unklar darüber, was ich von Shea halten soll. Ihren tiefverwurzelten Aberglauben kann ich bis zu einem gewissen Grad noch verstehen, denn auch ich hege und pflege denn einen oder anderen. Mir ist bewusst, dass das meiste davon wahrscheinlich Unsinn ist, aber es ist so tief in die Wolle gefärbt, dass ich es einfach nicht abschütteln kann.
Was mich bei Shea besonders irritiert und gestört hat, war ihre zwiegespaltene Beziehung zu ihrer Schwester Annie und ihrem Verlobten John. Einerseits scheint sie für beide tiefgehende Gefühle zu haben und teilt gerne ihr Leben mit beiden. Andererseits ist sie immer wieder extrem selbstsüchtig und kümmert sich nicht um die Gefühle der beiden.
Genauso komplex wie Sheas Charakter ist auch die Vorgeschichte des Ringes. An manchen Stellen ist mir dies fast ein wenig zu viel geworden, wenn auch jede einzelne Station des Ringes seinen ganz besonderen Charme versprüht hat. Gerade der erste Teil in Italien hat mir besonders gut gefallen, da man hier auch das italienische Lebensgefühl besonders gut gespürt hat. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich Italien uns insbesondere Rom gut kenne und mich aufgrund dessen besser in die Geschichte hineinversetzen konnte.
Wie so oft in Büchern und Filmen wird der Grund des Roadtrips im Laufe der Zeit immer mehr zur Nebensache und die Suche nach dem Selbst tritt in den Vordergrund. Dieses Buch ist dabei keine wirkliche Ausnahme, wenn auch hier die Selbstfindung lange Zeit eher unterschwellig passiert.
Der Schreibstil von Autorin Jesse Rosen hat mir sehr gut gefallen. Die Beschreibungen waren anschaulich, ohne langatmig zu wirken und ihre Personen sehr lebhaft und glaubwürdig. Ich habe schnell in die Geschichte reingefunden und wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Der Roman war zwar ein wenig anders als ich es erwartet habe, aber es war alles in allem, ein sehr angenehmes Lesevergnügen. Ein wenig erinnert es mich an die eher tiefsinnigen Liebeskomödien der 90iger Jahre. Ohne Spice und Smut, dafür mit echten tiefgehenden Gefühlen, die nicht immer nur positiv sind.
Da wäre deutlich mehr drinnen gewesen
Something Old, Someone New von Jessie Rosen
Das Cover des Buches hat mich sofort in seinen Bann gezogen und auch der Klappentext klang ansprechend und spannend. Daher war für mich sofort klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.
Das Buch spielt in der Fantasiewelt Viridia, die leider für mich bis zum Schluss nicht wirklich greifbar war.
Dies liegt vor allem an den doch eher spärlichen Beschreibungen der Welt. Die Autorin hat sich leider nicht die Mühe gemacht und die Welt zu durchdenken und zu beschreiben, sondern streut nur vereinzelte Brocken über die Geschichte und die Geografie Viridia ein. Sehr schade, denn für mich gehört zu einem gelungenen Fantasiebuch auch eine durchdachte Umgebung dazu.
Auch bezüglich der Charaktere hat sich es Autorin Tracy Banghart eher leicht gemacht. Ihre Beschreibungen der Schwestern Nomi und Serena sind zwar noch halbwegs akzeptabel, aber die meisten Nebencharaktere blieben für mich flache Gestalten ohne Tiefgang.
Die Geschichte selbst fand ich sehr interessant und fesselnd, wenn auch an vielen Stellen durchschaubar und vorhersehbar. Manche Dinge kamen mir auch aus anderen Büchern bereits bekannt vor. Dies passiert, aber natürlich immer wieder, vor allem wenn man viele Bücher aus dem gleichen Genre liest. In den meisten Fällen kann ich über den Punkt hinwegsehen, wenn die Charaktere und die Fantasiewelt vernünftig herausgearbeitet wurden.
Nomi und Serena waren für mich zu Beginn der Geschichte zwei interessant Charaktere, von denen ich mir viel erwartet habe. Vor allem in Nomi habe ich meine Hoffnungen gesetzt und ihr sturer, nicht angepasster Charakter hat mir gut gefallen. Leider hat sich dies sehr schnell geändert. Nomis Stärke verblasste über die Zeit immer mehr und sie wurde zu einem Spielball des Thronfolgers und seines Bruders. Gerade ihr hätte ich mehr Verstand und Skepsis gegenüber den höfischen Spielen zugetraut.
Das Thema Feminismus und Unterdrückung von Frauen ist allgegenwärtig, wenn auch sehr einfach gehalten und teilweise ein wenig klischeehaft. Dies kann ich der Autorin aber dahin gehend verzeihen, da es sich hierbei ja um ein Jugendbuch handelt und das empfohlene Lesealter bei 14 Jahren liegt.
Leider wird auch dieses Thema ein wenig zunichte gemacht, in dem beide Schwestern sich in mehr oder weniger kürzester Zeit in einen Mann verlieben bzw. sich von ihm abhängig machen. Die Stärke der beiden geht dadurch ein wenig verloren.
Meiner Meinung nach hat Autorin Tracy Banghart einiges an Potential ungenutzt gelassen und hätte aus der Geschichte und vor allem aus Serena und Nomi mehr machen können. Nichtsdestotrotz hat mich die Geschichte gefesselt und ich werde definitiv auch noch den zweiten Teil lesen.










