Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ReiShimura:
Auf Regeln habe ich keinen Bock
Der Keinbock will doch! von Romy Pohl
Da mich bereits das erste Buch von Romy Pohl "Widder Willi will aber" begeistert hat, habe ich mich sehr auf das zweite gefreut. Hörnchen, der Keinbock, haben wir bereits im ersten Teil kennen und lieben gelernt. Dieses Buch schaut sich jetzt seine kein Bock (auf Regeln) Einstellung genauer an.
Gleich zu Beginn fasst Hörnchen seine Einstellung schön zusammen:
"Je mehr ich was tun soll, desto weniger will ich. Je weniger ich darf, desto mehr will ich. Je mehr ich muss, desto weniger kann ich."
Ich denke, diese Sätze kennt jeder der mit Kleinkindern zu tun hat, wenn auch die Wortwahl bei den Kindern vielleicht ein wenig anders ist. Die Grundaussage bleibt die gleiche. Und genau um dieses Thema dreht sich das Buch.
Gleich wie beim ersten Teil, haben es Autorin Romy Pohl und Illustratorin Marta Balmaseda wieder geschafft, ein Kinderbuch zu erschaffen, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert und erfreut. Das Thema ist kindgerecht aufbereitet, so dass auch schon die Kleinen der Geschichte folgen können, für die Großen gibt es eine gehörige Portion Wortspiele und Wortwitz.
Neben den bereits bekannten Charakteren Willi und Hörnchen gesellen sich auch ein paar neue hinzu, wie der Frechdachs Freddie, das Mammut Allmut und Neele, der Neesel. Auch diese finde ich wieder zuckersüß und ich vermute, dass wir uns in nächster Zeit noch über weitere Bücher freuen dürfen.
Ich kann dieses Buch nur wärmstens weiterempfehlen und denke, dass es sowohl hilfreich für Eltern als auch Kinder ist.
Alles eine Frage der Chemie
Flavorama von Arielle Johnson
Obwohl das Cover eigentlich recht einfach gestaltet ist, springt einen das Buch aufgrund der leuchtenden gelben Farbe und des bunt gehaltenen Titels direkt an.
Mit Autorin Dr. Arielle Johnson taucht man beim Lesen in die Wunderwelt Geschmacks ein und begibt sich auf eine faszinierende Reise durch die Welt der Moleküle.
Sie beschreibt auf anschauliche Weise die Wechselwirkungen von Geruch und Geschmack und zeigt auf, warum Lebensmittel so schmecken wie sie es tun und wie man Geschmäcker herauskitzeln und intensivieren kann.
Meiner Meinung nach bewegt sich das Buch auf der feinen Grenze zwischen Sach- und Fachbuch. Es ist definitiv kein Buch, dass man einfach so zwischendurch lesen kann bzw. sollte. Dafür ist das Thema zu umfangreich und komplex. Ich denke auch, dass ich dieses Buch mehr als einmal lesen werde. Hervorheben möchte ich, dass trotz der Komplexität und des hohen Anteils an Grundlagen der Chemie dieses Buch wirklich für jeden, der Interesse an dem Thema Geschmack hat, geeignet ist. Alles, was für das Verständnis der Thematik benötigt wird, wird ausführlich und anschaulich besprochen.
Ergänzt wird das ganze mit 99 Rezepten. Diese sind aber nicht, wie ich es erwartet hatte, in einem eigenen Rezeptteil aufgeführt, sondern über das ganze Buch verteilt. Hierbei handelt es sich oftmals um kleine "Experimente" in der Küche um das Gelesene praktisch umzusetzen und dadurch ein besseres Verständnis zu bekommen.
Zusätzlich wird der doch sehr wissenschaftliche Text durch kleine Illustrationen aufgelockert. Dies ist natürlich immer eine Frage des persönlichen Geschmacks, mir haben sie sehr gut gefallen. Manch einer hätte sich wahrscheinlich eher Bilder gewünscht. Hier finde ich sieht man aber auch sehr gut, dass es eben ein Sachbuch für die Allgemeinheit ist und kein Fachbuch.
Persönlich gestört hat mich nur das Format des Buches. Es ist verhältnismäßig großformatig und schwer. Einerseits spricht dies für die Wertigkeit des Buches, andererseits wurde ich ein wenig eingeschränkt in meiner Leseposition. Aber auch dies ist wieder mal eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Gesellschaftskritisch und unterhaltsam
Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben von Anika Decker
Obwohl das Cover eigentlich nicht wirklich aussagekräftig oder besonders ist, hat es mich sofort angesprungen. Ein kurzer Blick auf den Klappentext hat mich in meiner Meinung verstärkt, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Erwartet hatte ich mir einen leicht skurrilen und sarkastischen Liebesroman, bekommen habe ich… Ja was eigentlich?
Diese Frage konnte ich für mich noch nicht abschließend beantworten.
Ein Liebesroman ist es nicht im herkömmlichen Sinne, wenn auch natürlich Liebe ein wichtiges Thema ist. Ich glaube nicht, dass man diesem Roman wirklich einen eindeutigen Stempel geben kann. Denn neben der Liebe gibt es hier auch eine große Portion Feminismus und Gesellschaftskritik.
Klingt im ersten Augenblick nach ziemlicher schwerer Kost, doch Autorin Anika Decker verpackt diese Themen so geschickt in eine gute Story, mit normalen und doch besonderen Charakteren, dass man dies alles gut wegstecken kann. Das Buch regt aber durchaus zum Nachdenken und Hinterfragen ein.
Die Geschichte wird aus Sicht von den verschiedensten Personen erzählt, Großteils aber aus Sicht von Nina und ihrer Schwester Lena. Auf den ersten Blick sind die Schwestern so unterschiedlich wie Tag und Nacht und verhalten sich deswegen wie Hund und Katz. Je besser man die Schwestern jedoch kennenlernt, umso mehr sieht man wie ähnlich sie sich eigentlich sind, auch wenn sie dies selbst nicht wahrhaben wollen.
Der Schreibstil war für mich zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig und ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich damit zu recht gekommen bin. Womit ich mich bis zum Schluss nicht wirklich anfreunden konnte, waren die Kapitellängen. Manche waren unfassbar kurz und ich fand es schade, dass schon wieder die Perspektive gewechselt wird. Andere waren so lang, dass ich das Gefühl hatte, dass sie nie mehr enden. Dies ist für viele sicher kein Problem, da ich aber ungern in der Mitte von einem Kapitel zu lesen aufhöre, war das für mich störend.
Abschließend kann ich sagen, dass ich mich mehr als nur gut unterhalten gefühlt habe, wenn auch anders als vor dem Lesen gedacht. Eine Verfilmung des Buches würde ich mir auch auf jeden Fall anschauen. Ich denke, hier ist wirklich Potenzial für einen guten Film vorhanden.
Streiten gehört zum Leben
Streit! Und nun? Das artgerecht-Bilderbuch von Nicola Schmidt von Nicola Schmidt
Die Autorin und ihre artgerecht Bücher sind mir zwar ein Begriff, aber bis dato habe ich keines der Bücher gelesen, da die Meinung doch stark auseinander gehen. Das Nicola Schmidt jetzt aber auch ein Bilderbuch herausgebracht hat, hat mich dann doch neugierig gemacht.
Die Grundsatzidee ein Bilderbuch für die Kleinen zum Thema Streiten zu machen, finde ich sehr gut.
Denn das es früher oder später einmal Streit geben wird, ist klar, dies lässt sich ja nicht wirklich vermeiden. Und gerade hier finde ich es besonders wichtig den Kindern zu helfen, auf vernünftige und zufriedenstellende Art und Weise das Problem zu lösen. Also eigentlich sehr gute Grundvoraussetzungen.
Leider habe ich bereits nach ein paar Seiten gemerkt, dass die Botschaft zwar sehr gut und wichtig ist, mir persönlich die Umsetzung aber nur mäßig gefällt. Die Zeichnungen sind eigentlich schön gemacht, wenn auch für meinen Geschmack ein wenig zu schreiend. Manche Tiere habe ich erst auf den zweiten Blick erkannt, gerade die Hirsche fand ich nicht besonders gut getroffen. Ich denke, dass es meinem Sohn da nicht anders gehen wird.
Die Gründe, warum die Tierkinder streiten, waren alle nachvollziehbar und sind gerade für kleine Kinder wirklich aus dem Leben gegriffen. Leider finde ich die Texte nicht besonders ansprechend und es macht mir keinen Spaß sie vorzulesen. Ich kann schwer in Worte fassen, warum dies der Fall ist, aber irgendwie klingt es für mich zu gestellt und gekünstelt.
Das Nachwort richtet sich dann eher an die Erwachsenen und hier werden noch einmal die wichtigsten Strategien zusammengefasst, wie man am besten Streit Kindern schlichtet, bzw. wie man die Kinder anleitet, dies selbst zu machen.
Ich habe in dem Buch einiges gelernt und werde versuchen so gut es geht alles bei meinem Kind umzusetzen. Ich denke aber nicht, dass dies ein neues Lieblingsbuch meines Sohns und mir werden wird.
Die Bibliothek die die Welt zusammen hält
Mondia-Dilogie 1: Silent Secrets von Alexandra Flint
Schon nach wenigen Seiten war ich von dem Buch wie gefesselt. Der Prolog hat mich sofort in seinen Bann gezogen und auch wenn ich noch keine Ahnung hatte, wohin die Reise geht, wollte ich unbedingt mehr davon.
Dieses Gefühl hat sich dann leider nach dem ersten Teil des Buches ein wenig gelegt. Der Spannungsbogen, der zu Beginn rasant in die Höhe geschossen ist, flachte dann auch wieder fast gleich rasant wieder ab.
Lange Zeit dümpelte die Geschichte vor sich hin und auch wenn eigentlich viel passierte, war es doch irgendwie immer das gleiche. Ich habe das Buch dann auch für einige Zeit auf die Seite gelegt und musste mich selbst dazu überreden es fertig zu lesen.
Gegen Ende hin kam dann wieder ein wenig mehr Spannung auf und nach Abschluss des Buches, kann ich es kaum erwarten den zweiten Teil der Mondia Dilogie zu lesen.
Prinzipiell gefällt mir der Schreibstil von Alexandra Flint sehr gut und auch die Idee hinter der Geschichte finde ich spannend. Ähnlichkeiten mit anderen Büchern gibt es natürlich, das lässt sich ja kaum vermeiden. Trotzdem finde ich die Idee neuartig und außergewöhnlich.
Die Protagonisten sind bis zu einem gewissen Grad normale, junge Erwachsene. Auf der anderen Seite tragen beide eine besondere Fähigkeit in sich, wobei Remy dies erst recht spät bemerkt, während Sim von klein auf damit konfrontiert war. Diesbezüglich hätte ich mir mehr Details erhofft. Gefühlt kratzt Alexandra Flint immer an der Oberfläche und verzichtet darauf in die Tiefe zu graben.
Auch die "Geheimgesellschaft" rund um die Mondia wird zwar immer wieder thematisiert, aber auch hier fehlen mir viele Informationen. Möglicherweise ist dies aber auch so von der Autorin gewünscht, um das Geheimnisvolle aufrecht zu erhalten für den zweiten Teil. Ich hoffe wirklich, dass sich im nachfolgenden Band einige meiner Fragezeichen lösen werden, die jetzt in meinem Kopf vorhanden sind.
Ich hatte sehr hohe Erwartungen an das Buch und bin ein klein wenig enttäuscht. Der Prolog war unglaublich vielversprechend und spannungsgeladen. Ich hatte wirklich gehofft, dass es in dieser Tonart weitergeht. Schade, denn die Geschichte hätte mehr hergegeben. Ich setze jetzt meine Hoffnungen in den zweiten Teil. Den werde ich nämlich auf jeden Fall auch lesen.
Fiktion und Realität
Mondia-Dilogie 1: Silent Secrets von Alexandra Flint
Elvis Presley wird nicht ohne Grund als "The King" bezeichnet. Er war eine unglaublich faszinierende Persönlichkeit und seine Musik ist auch heute noch beliebt und bekannt. Ein Roman, der sich um Elvis dreht bzw. in dem Elvis eine große Rolle spielt war für mich daher eine Pflichtlektüre.
Ein Teil der Geschichte spielt im "Jetzt" und erzählt die Geschichte von Cory Beth und ihrer Suche nach ihrem Vater oder vielleicht eher nach der Suche zu sich selbst. Der zweite Teil der Geschichte wird aus der Perspektive von Honey, Cory Beths Mutter erzählt und spielt im letzten Lebensjahr von Elvis.
Autorin Kim Wright vermischt auf wunderbare Weise eine fiktionale Geschichte mit realen Erlebnissen aus Elvis Leben. Dies schafft sie so gut, dass man sich beim Lesen ohne Schwierigkeiten vorstellen kann, dass auch die fiktionalen Elemente wirklich genauso stattgefunden haben könnten.
Der Schreib- und Erzählstil der Autorin ist angenehm flüssig und ich konnte recht schnell in die Geschichte eintauchen. Gerade die Bereiche der Geschichte, die zu Elvis Lebzeiten spielen haben mich besonders fasziniert und ich denke, dass ich auch bald mal eine Elvis Biografie lesen werde.
Ein Spannungsbogen ist zwar vorhanden, dieser flacht zwischendurch aber immer wieder stark ab. Als wirklich spannend und fesselnd würde ich das Buch nicht unbedingt bezeichnen. Trotzdem hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und ich wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen.
Die richtige Liebe zum falschen Zeitpunkt
Liebe - lieber nicht von Andy Jones
Sowohl Zoe als auch Henry müssen in diesem Buch das Ende einer Beziehung verarbeiten und verkraften. Die Gründe für die jeweiligen Trennungen könnten nicht unterschiedlicher sein und doch gibt es auch die eine oder andere Gemeinsamkeit.
Beide versuchen auf ihre eigene und teilweise auch unorthodoxe Art und Weise diesen doch großen Einschnitt in ihr Leben zu verarbeiten und "stolpern" dabei übereinander.
Auf den ersten Blick scheinen die beiden wie füreinander gemacht, aber der Zeitpunkt ihres Treffens ist mehr als schlecht.
Sowohl Henry als auch Zoe sind im Großen und Ganzen recht sympathische Charaktere. Ihre Handlungsweisen konnte ich meisten nachvollziehen und verstehen. Es gab aber auch die eine oder andere Episode, bei der ich nur den Kopf schütteln konnte. Autor Andy Jones schafft es sehr gut das Gefühlschaos der beiden Hauptpersonen zu beschreiben. Er lässt aber auch einige Dinge offen, so dass man sich selbst seine Gedanken machen und Schlüsse ziehen kann.
Erwartet hatte ich mir einen Liebesroman und in gewisser Weise ist es das auch. Aber so ganz anders als ich es mir erwartet habe. Die Liebe ist zwar allgegenwärtig, aber weniger in einer aufdringlichen und schnulzigen Art und Weise. Sie schlummert eher so vor sich hin und lässt sich immer wieder kurz blicken.
Im Gegensatz zu kitschigen Liebesromanen, die zwar schön zu lesen sind, die man aber schon nach wenigen Tagen wieder vergessen hat, hat mich dieses Buch wirklich berührt und beschäftigt mich auch noch Tage später. Vor allem die Botschaft, die das Buch mir vermittelt hat, gibt mir immer wieder zu denken. Und das zeichnet ein gutes Buch doch aus, dass es einen berührt und noch länger beschäftigt.
Gefühlvoll und wunderschön
Meck und Schneck. Meck ist weg! von Michael Engler
Dies ist das bereits vierte Abenteuer vom kleinen Meck und seinem Freund Schneck. Ich bin mehr oder weniger zufällig auf diese Reihe aufmerksam geworden und kenne bis dato die ersten Bücher nicht. Ich denke aber, dass sich das bald ändern wird.
Denn sowohl der 1,5-Jährige, für den das Buch gedacht ist, als auch wir als Eltern sind wirklich begeistert.
Die Illustrationen sind wunderschön gestaltet, die Farbzusammensetzung ist stimmig und nicht zu grell oder schreiend und die Bilder zwar detailliert, aber nicht überladen. Also perfekt dafür, dass man einiges zum Entdecken hat und trotzdem das Kind nicht überfordert ist.
Die Geschichte selbst ist, der Altersempfehlung des Buches entsprechend, eher einfach gehalten, hat aber einige wichtige Botschaften und bietet auch viel Möglichkeiten für etwas ältere Kinder. Meiner Meinung nach ist dies keines der Bücher die man ein, zwei Mal anschaut und es dann langweilig wird. In diesem Buch gibt es doch einiges zu entdecken und vor allem vieles über das man sprechen kann.
Der Hauptschwerpunkt des Buches liegt auf dem Thema Gefühle. Die Art und Weise wie mit den Gefühlen umgegangen wird und wie diese dargestellt werden ist absolut kindgerecht und wirklich liebevoll gemacht. Ich denke schon, dass das Kind gut nachvollziehen kann, wie Schneck sich fühlt, als er feststellt, dass Meck plötzlich weg ist.
Das Buch hat ein angenehmes Format, so dass es auch vom Kind allein gehalten und angesehen werden kann. Die Seiten sind robust und werden bestimmt auch den einen oder anderen Wutanfall überleben.
Den einzigen kleinen Kritikpunkt, den ich habe, ist, dass sich die Geschichte nur partiell reimt. Gerade für die empfohlene Altersgruppe empfinde ich gereimt Geschichten als schöner und angenehmer zum Vorlesen. Aber dies ist wie bei so vielen Dingen natürlich Geschmackssache. Aber abgesehen davon, kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen.
Herzerwärmend weihnachtlich
Winterzauber in der kleinen Teestube am Meer von Julia Rogasch
Leichte, herzerwärmende und romantische Romane gehören für mich genauso zur Weihnachtszeit wie Kekse, Kerzen und ein Weihnachtsbaum. Leider wurde ich in den letzten Jahren von meiner Auswahl ein klein wenig enttäuscht. Mal fehlte die Romantik, mal das Weihnachtsgefühl und manchmal auch einfach alles.
Mit diesem Buch wurden endlich wieder einmal alle meine Erwartungen erfüllt.
Eingebettet in die wunderschöne Kulisse des winterlichen Sylts erschafft Autorin Julia Rogasch eine zauberhafte Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann gezogen hat. Man kann vielleicht als kleinen Kritikpunkt anmerken, dass die Liebesgeschichte vorhersehbar ist und an vielen Stellen es sich die beiden Protagonisten unnötig schwer machen. Beides gehört aber irgendwie zu diesem Genre dazu. Kaum eine Liebesgeschichte, egal ob geschrieben oder verfilmt, kommt ohne eine gehörige Portion Komplexität aus. Im Vergleich zu anderen Büchern konnte ich die Beweggründe der Hauptpersonen aber besser nachvollziehen und es war nicht das klassische "sie hätten nur miteinander reden müssen" Dilemma.
Auch wenn die Liebe ein zentrales und wichtiges Element der Geschichte ist, rückt sie doch an vielen Stellen eher in den Hintergrund und andere Themen werden wichtiger. Gerade die detaillierten Beschreibungen der Teestube und der damit verbundenen Sorgen Luises habe ich äußerst interessant und spannend gefunden.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Luise und Moritz erzählt. Ein mittlerweile gängiges Stilmittel und gerade in Liebesromanen äußerst beliebt. An manchen Stellen war ich ein wenig verwirrt, aus welcher Sicht die Geschichte gerade erzählt wird, da sich die Gedanken der beiden sehr ähnlich waren.
Julia Rogasch hat es sehr gut geschafft vor allem die innere Zerrissenheit von Moritz darzustellen und zu vermitteln. Auch mit Luises grantiger Großmutter Inga hat sie einen entzückenden Charakter erschaffen. Nicht alle Personen sind einem auf Anhieb sympathisch, muss auch meiner Meinung nach nicht sein, aber man merkt bei allen Personen eine Entwicklung. Gerade diese Charakterentwicklung hebt das Buch von anderen ab und gibt den Protagonisten eine besondere Tiefe.
Für mich war es das perfekte Buch für die Adventzeit. Es hat mich zum Lachen und zum Weinen gebracht und mich auf herzerwärmende Weise auf die Weihnachtszeit eingestimmt.
Liebeschaos zur Weihnachtszeit
Fischbrötchen und Zimtsterne von Jane Hell
Das Buch ist Teil der Buchreihe "Fördeliebe - Ostseeromane aus Eckernförde". Die Reihe umfasst mittlerweile 7 Bücher, dieses hier ist der dritte Teil. Jedes der Bücher ist in sich angeschlossen und kann unabhängig von den anderen gelesen werden.
Dies war für mich mein erstes Buch der Autorin, aber ich denke, dass es nicht der letzte bleiben wird.
Jane Hell hat einen erfrischend leichten und herrlich amüsanten Schreib- und Erzählstil, so dass ich sofort in die Geschichte eintauchen konnte.
Die Protagonisten stellen eine sehr gute Mischung dar, da gibt es die Schrulligen und Kauzigen, die Liebenswerten und Charmanten, die Ernsthaften und den Widerling. Für jeden Geschmack ist etwas dabei und man lebt und fühlt von Anfang an mit. In diesem Fall vor allem mit Laura, die nach einer nur bedingt glücklichen Affäre mit ihrem Chef wieder nach Hause, nach Eckernförde, zurückkehrt und "neu" anfangen möchte.
Das Gefühlschaos von Laura beschreibt Jane Hell sehr eindrucksvoll und nachvollziehbar. Man kann beim Lesen, meiner Meinung nach, sehr gut die innere Zerrissenheit von Laura nachempfinden und auch verstehen, warum sie nicht von der Affäre loskommt. Gerade dieser Teil der Geschichte hat mir besonders gut gefallen.
Des Weiteren möchte ich ein großes Lob für die Beschreibungen der Umgebung aussprechen. Ich war leider noch nie an der Ostsee, habe es aber schon länger vor. Das Buch war für mich ein kleiner Urlaub im Kopf und ich konnte, zumindest in Gedanken, an der Ostsee spazieren gehen. Mit ein wenig Vorstellungskraft hört man die Wellen rauschen und kann das Salz fast schmecken.
Leider kam für mich das Weihnachtsgefühl ein wenig zu kurz. Auch wenn Teile der Geschichte zu Weihnachten spielen und auch das Thema Weihnachtsmarkt öfter vorkommt, kam dieses romantisch, kitschige Weihnachtsgefühl für mich nur bedingt rüber. Vielleicht waren hier aber auch meine Erwartungen ein wenig zu hoch.
Die Liebesgeschichte empfand ich als ganz nett, wenn auch ein klein wenig vorhersehbar und an mancher Stelle unnötig verkompliziert. Aber bis zu einem gewissen Grad gehört beides einfach zu einem guten, kitschigen Liebesroman dazu.
Auch wenn es ein paar Kleinigkeiten gibt, die mich nicht ganz so begeistert haben, hatte ich einige vergnügliche Lesestunden und wie anfangs bereits erwähnt, wird dies sicher nicht das letzte Buch von Jane Hell für mich gewesen sein.










