Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ReiShimura:
Gutes Grundlagenbuch
21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest - Kapitalanlage, Versicherungen & Altersvorsorge von Matthias Kowalski
Leider gilt heutzutage noch immer der Spruch: „Über Geld spricht man nicht“. Umso wichtiger sind Bücher wie dieses, die auf einfache und verständliche Art und Weise dem Leser/ der Leserin das Thema Finanzen näherbringen.
Das Buch besticht dabei einerseits mit seiner Übersichtlichkeit und seiner kompakten Art und Weise das Wissen zu vermitteln.
Dabei kann das Buch entweder in einem Rutsch durchgelesen werden oder man sucht sich die Themen aus, die einem am meisten interessieren. Auch dies ist aufgrund der sehr guten Einteilung des Buches möglich.
Autor Matthias Kowalski richtet sich meiner Meinung nach vornehmlich an eine Leserschaft, die sich bis jetzt noch nicht wirklich mit dem Thema beschäftigt hat. Die einzelnen Themen wie Depot, Sparplan, Tagesgeldkonto, ETF etc. werden von Grund auf in leicht verständlichen Worten erklärt. Das Ganze kommt aber logischerweise nicht ohne die branchentypischen Fachbegriffe aus. Aber auch hier muss man keine Berührungsängste haben, denn alles wird im Text sehr gut erläutert. Zusätzlich gibt es am Ende des Buches noch ein Glossar zum Nachlesen.
Der Fokus des Buches liegt vor allem auf dem Thema Vermögensaufbau und hierbei wird, für mich persönlich wenig überraschen, zu einer Kombination aus Tagesgeldkonto und MSCI Word ETF geraten. Die Bereiche Schuldenabbau und Ausgabenoptimierung werden zwar angeschnitten, aber relativ schnell abgearbeitet.
Einige Kapitel, wie zum Beispiel das über Förderungen, habe ich nur überflogen, da sie sich auf Deutschland beziehen und für mich als Österreicherin nicht relevant sind.
Im Buch sind einige Links aufgeführt, die zu Vergleichen und Tests von Stiftung Warentest führen. Leider sind all diese Dinge kostenpflichtig. Einerseits verständlich, aber andererseits wurde ja bereits Geld für das Buch ausgegeben.
Ich persönlich fand das Buch sehr interessant, konnte aber, da ich mich schon länger mit dem Thema auseinander setze kaum etwas Neues lernen. Schade, dass es dieses Buch nicht gab, als ich mit dem Thema gestartet habe, denn dann wäre mir sicher vieles leichter gefallen.
Gut für Montessori Einsteiger
Ich kann das selber machen von Juliane Jakubek
Autorin Juliane Jakubek gibt in ihrem guten Buch einen sehr guten Überblick in welchen Bereichen man eine Montessori-inspirierte Erziehung anwenden kann. Sie zeigt Ideen und Strategien auf mit denen Eltern ihren Kindern helfen können selbstständig und selbstbestimmt aufzuwachsen. Hier bei hält sie sich an den Montessori Grundsatz "Hilf mir es selbst zu tun".
Im Vordergrund stehen natürlich die Bedürfnisse des Kindes, trotzdem werden auch die Bedürfnisse der Eltern berücksichtigt. Im Vergleich zu anderen Büchern erwähnt Juliane Jakubek immer wieder, dass es normal und natürlich ist, dass man die Strategien nicht immer zur vollsten Zufriedenheit umsetzen kann. Es gibt Situationen, in denen man keine Zeit für lange Erklärungen hat und auch mal über dem Kopf des Kindes hinweg entscheidet.
Auf Altersangaben verzichtet die Autorin bei ihren Ideen und Strategien ganz bewusst. Für mich im ersten Augenblick ein wenig irritierend und ungewohnt. Die Herangehensweise finde ich aber eigentlich sehr gut, denn Kinder sind eben individuell in ihrer Entwicklung und nicht jeder zweijährige hat die gleichen Fähigkeiten und Bedürfnisse.
Da ich bereits mehrere Bücher zum Thema Montessori gelesen habe, konnte ich in diesem Buch kaum Neues für mich entdecken. Für Neulinge in dem Bereich gibt das Buch aber einen sehr guten Überblick und ist meiner Meinung der perfekte Einstieg.
Viele der gezeigten Ideen sind bei begrenztem Wohnraum nur schwer umsetzbar. Das schöne ist aber, dass jeder für sich entscheiden kann, was passend ist und was nicht.
Einzig das letzte Kapitel zum Thema außer Haus Betreuung hat mich nicht überzeugt. Hier kommt dann doch noch der erhobene Zeigefinger Vorschein und zerstört ein klein wenig den guten Gesamteindruck.
Kaum Zeit zum Verschnaufen
Wir finden Mörder von Richard Osman
Autor Richard Osman ist kein Unbekannter und sein Donnerstagsmordclub erfreut sich großer Beliebtheit. So jedenfalls habe ich es im Internet gelesen, denn bis dato kannte ich weder Richard Osman noch seine berühmten Bücher. Ich denke aber, dass sich das in Zukunft ändern wird. Denn eines gleich vorweg, mir gefällt der Stil des Autors sehr gut.
Das Tempo des Buches ist von Anfang an sehr hoch. Dies zeigt sich einerseits an einer Fülle von handelnden Personen, die innerhalb weniger Kapitel eingeführt werden. Und natürlich befindet sich so ziemlich jede Person an einem anderen Ort. Daher springt die Geschichte von Kapitel zu Kapitel von einem Ort zum nächsten. Zu Beginn war dies für mich sehr irritierend und auch die Masse an Namen hat mich fast ein wenig Erschlagen. Glücklicherweise konnte ich mich dann aber ziemlich schnell in den etwas ungewöhnlichen Erzählstil einlesen und den Überblick bewahren.
Neben dem großen Haupterzählstrang gibt es sehr viele Nebenstränge, die eine Zeit lang einfach, wie lose Fäden herumflattern. Erst nach und nach finden die Fäden zusammen und ergeben ein großes ganzes. Das Tempo bleibt fast das gesamte Buch über hoch. Nur im Mittelteil, wie bei so vielen Büchern, flacht die Spannungskurve ab.
Ausnahmsweise war ich gar nicht sonderlich böse darüber, denn es wurde weder besonders langatmig noch langweilig. Viel mehr konnte man diesen Teil nutzen, um ein wenig zu Verschnaufen und die Gedanken zu sortieren.
Das Dreiergespann, Personenschützerin Amy Wheeler, ihr Schwiegervater Steve Wheeler und Autorin Rosie D'Antonio habe ich mehr oder weniger sofort ins Herz geschlossen. Vor allem Steve und Rosie finde ich auf ihre skurrile und schrullige Art wirklich zum Schießen. Bei Amy bin ich mir noch nicht so ganz sicher. Sie ist nicht wirklich unsympathisch, aber für mich noch immer ein wenig unnahbar. Ich hoffe aber, dass sich dieses Gefühl bei den nächsten Büchern ein wenig mildern wird, wenn man vielleicht auch mehr über Amys Vergangenheit erfährt.
Wie bereits anfangs erwähnt, gefällt mir der etwas ungewöhnliche Erzählstil des Autors sehr gut. Sein Witz und seine Komik sind ein wenig gewöhnungsbedürftig und an manchen Stellen vielleicht unerwartet und ein klein wenig unpassend. Im Großen und Ganzen hat Richard Osman aber einen Nerv bei mir getroffen und ich habe mich sehr gut amüsiert.
Überraschend war für mich auch die hohe Anzahl an Kapiteln und den damit eingehenden ständigen Wechseln der Perspektive und des Ortes. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob dies wirklich notwendig ist und auch bei diesem Punkt bin ich gespannt, ob sich das im Laufe der Serie ändern wird oder nicht. Andererseits finde ich die oft sehr kurzen Kapitel auch sehr angenehm, da ich ungern mitten in einem Kapitel zu lesen aufhöre.
Für mich ist das Buch ein sehr gelungener Auftakt einer neuen Reihe und ich freue mich schon darauf wieder mit Amy, Steve und Rosie auf Mörderjagd zu gehen.
Hat mich von Beginn an gefesselt
Jewel & Blade. Die Wächter von Knightsbridge [Band 1 (ungekürzt)] Jewel & Blade von Anne Lück
Die Geschichte von König Arthus und seinen Rittern der Tafelrunde fasziniert die Menschheit schon seit Urzeiten. Daher ist es wenig verwunderlich, dass es immer wieder Neuinterpretationen der Geschichte gibt und sogar Disney einen Film dazu gemacht hat.
Auch Anne Lück hat die Geschichte als Basis für ihr Buch genommen und wie soll es anders sein, das ganze noch mit einer High Society Geheimgesellschaft kombiniert.
So weit so vorhersehbar. Der Klappentext klang spannend, trotzdem war ich zu Beginn skeptisch, ob es wirklich noch etwas Neues an der Geschichte zu entdecken gibt. Bereits innerhalb kurzer Zeit war meine Skepsis verflogen und ich vollkommen in die Geschichte eingetaucht. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm flüssig und die Beschreibungen detailliert genug, um sich alles gut vorstellen zu können, ohne dabei ins langweilige oder langatmige abzudriften.
Die Geschichte nimmt relativ schnell Fahrt auf, die Ereignisse überstürzen sich fast ein wenig, bis dann der unvermeidliche Mittelteil kommt. Hier flacht die Spannungskurve ein wenig ab, die Geschichte dümpelt so vor sich, bis dann kurz vor Schluss wieder alles ganz schnell geht und plötzlich ist es vorbei. Der Cliffhanger am Ende war zu erwarten, handelt es sich doch um den ersten Band der Jewel & Blade Reihe. Glücklicherweise ist die Wartezeit überschaubar, denn bereits im März 2025 erscheint der zweite Teil. Von mir wird er auf jeden Fall schon mit Spannung erwartet.
Natürlich sind alle handelnden Personen unglaublich gutaussehend und durchtrainiert. Vor allem bezüglich der Geheimgesellschaft wird ganz tief in die Klischeekiste gegriffen. Darüber könnte man sich jetzt aufregen und auch auf unzureichende Diversifikation hinweisen. Kann man, muss man meiner Meinung nach aber nicht unbedingt.
Das Buch erinnert mich sehr stark an die Edelstein Trilogie von Kerstin Gier. Zwischen den beiden Serien kann man meiner Meinung nach viele Parallelen erkennen, auch wenn die Basis der Geschichten absolut verschieden sind. Auch dies finde ich nicht störend, da ich auch die Edelstein Trilogie sehr genossen habe.
Die Hauptperson, Harper, hat mir gut gefallen und sie war mir auch sympathisch, wenn ich auch nicht jede ihrer Handlungen verstehen und nachvollziehen konnte. Gerade die Beziehung zu ihrer Schwester war für mich ein wenig irritierend. Einerseits scheint sie eine wichtige Rolle in ihrem Leben zu spielen, so dass Harper sogar ihr Studium für sie unterbricht bzw. abbricht. Andererseits wird sie im Laufe des Buches immer mehr zur Nebensache und gerät in Vergessenheit.
Auf sehr angenehme Weise spielt Anne Lück mit dem Schwarz-weiß Denken des Lesers. Man glaubt zu wissen, wer gut und wer böse ist, bis sie alles über den Haufen wirft und man ein klein wenig ratlos zurückbleibt. Ein sehr gelungener Schachzug.
Das Hörbuch wird von Pia-Rhona Saxe gesprochen und ich finde der Verlag hat damit eine sehr gute Entscheidung getroffen. Ihre Stimme passt für mich perfekt zu dem Buch und haben das Hören zu einem richtigen Erlebnis gemacht. Ich werde definitiv die Augen offenhalten, dass ich noch mehr Bücher mit ihrer Stimme finde.
Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass der Fantasy Anteil im Vergleich zum Romance Anteil ein wenig zu gering ausgefallen ist. Ich hoffe, dass das im zweiten Teil besser ist.
Nicht so großartig wie erhofft
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 76 - Bohrer, Lampe, Spülmaschine von Andrea Erne
Ich muss vorausschicken, dass wir eigentlich große Fans der „Wieso? Weshalb? Warum?“ Serie sind. Daher fällt mir diese Rezension auch besonders schwer, denn leider kann ich das Buch dieses Mal nicht so gut bewerten.
Leider hatten wir das Pech, dass in unserem Buch einige Fehldrucke vorhanden sind.
Öffnet man die Klappe beim Rasenmäher sollte man logischerweise das Innenleben desselben sehen. In unserm Fall sieht man da aber das Innenleben des Geschirrspülers. An anderer Stelle steht das Bild in der Klappe auf dem Kopf und in einer weiteren Klappe, ist die Hälfte des Bildes leer bzw. weiß.
Gut hat mir gefallen, dass bei diesem Buch auf die gängigen Geschlechterrollen bzw. -klischees verzichtet wurde. So sieht man den Papa am Bügelbrett und Mama in der Werkstatt arbeiten. Auch auf Diversifikation wurde geachtet, was in der heutigen Zeit immer wichtiger ist.
Die Illustrationen sind prinzipiell in Ordnung, gefallen mir aber in anderen Büchern der Reihe deutlich besser. Auch finde ich schade, dass bei den Klappen ein klein wenig Potential verschenkt wurde. Ich hatte mir erwartet, dass man durch Öffnen der Klappen viel öfter in das Innenleben der jeweiligen Geräte schauen könnte. Leider ist dies nur selten der Fall.
Am wichtigsten ist aber natürlich die Meinung der Zielgruppe des Buches. Der knapp Zweijährige, für den das Buch gedacht ist, scheint auch nicht so angetan zu sein. Das Buch wurde zu Beginn zwar mehrmals durchgeblättert, aber dann verflog das Interesse an dem Buch, obwohl das Thema ansonsten noch immer hoch im Kurs ist.
Durchaus unterhaltsam, aber nicht frei von Klischees
Bissle Spätzle, Habibi? von Abla Alaoui
In der letzten Zeit musste ich leider immer öfter feststellen, dass der Klappentext ein wenig irreführend ist. Leider ist dies auch bei diesem Buch der Fall. Glücklicherweise wurde ich hier aber nicht so enttäuscht, wie es mir bei anderen Büchern passiert ist.
Der Einstieg ins Buch fiel mir ausgesprochen leicht und bereits nach wenigen Seiten war ich vollkommen in die Geschichte eingetaucht und wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Dies ist vor allem dem lockeren Schreibstil von Autorin Abla Alaoui zu verdanken und den ansprechenden Charakteren, die sie erschaffen hat.
Vor allem Amayas Familie sticht hier besonders hervor. Eine wunderbare Mischung von skurrilen und doch realistischen Charakteren, die sich lieben und streiten und ganz viel essen. An manchen Stellen hofft man, dass Abla ein wenig übertreibt, weiß aber doch, dass es bestimmt auch im wirklichen Leben diese Familien gibt, die genau diese Gespräche führen.
Besonders schön fand ich, dass immer wieder Rückblenden im Buch vorkamen. Dies half mir dabei Amaya und ihre Handlungsweisen besser verstehen zu können. Wobei dies wahrscheinlich der Knackpunkt der Geschichte ist. Amaya belügt sowohl ihre Familie als auch ihren Freund Daniel, immer und immer wieder. An sich kein schöner Charakterzug, aber unter den gegebenen Umständen für mich verständlich. Meiner Meinung nach hat es die Autorin auch geschafft, den inneren Kampf von Maya nachvollziehbar zu beschreiben. Dadurch konnte ich Sympathie und Mitgefühl für ihre Situation und ihre dadurch entstandenen Handlungen aufbringen.
Bissle Spätzle Habibi ist wie versprochen eine Liebeskomödie mit Herz. Allerdings würde ich nicht unterschreiben, dass das Buch ohne Klischees auskommt.
Entdecken und Lernen
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 77 - Tiere im Wald von Patricia Mennen
Wer selbst Kinder hat oder mit Kindern arbeitet kommt wahrscheinlich nicht an der "Wieso Weshalb Warum" Bücher Reihe des Ravensburger Verlages vorbei. Immerhin gibt es die Reihe schon seit 20 Jahren und sie erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit. Und dies meiner Meinung nach nicht zu Unrecht.
Auch das neueste Buch, immerhin schon Band 77 aus der Junior Reihe, besticht wieder einmal mit schönen Abbildungen, lehrreichen und interessanten Texten und natürlich ganz vielen Klappen die man auf und zu machen kann.
Durch die Kombination aus Spiralbindung und dicken, stabilen Seiten ist das Buch optimal auch für die kleinen Kinderhände. Die Klappen sind natürlich mit das interessanteste, wenn auch die große Schwachstelle des Buches. Hier kann es leicht mal passieren, das etwas ausreißt. Im Vergleich zu ähnlichen Klappen Büchern aus dem Discounter, finde ich aber, dass die Klappen hier leichter zu öffnen sind.
Die Abbildungen sind liebevoll gestaltet, die Seiten nicht zu überladen, so dass es zwar viel zu entdecken gibt, die Kinder aber nicht mit Bildern und Informationen überschüttet werden. Bei uns wir das Buch sowohl allein als auch gemeinsam gerne angesehen und durchgeblättert.
Die Altersempfehlung des Verlages für die Junior Reihe ist 2 4 Jahre. Ich persönlich würde sogar sagen, dass die Bücher schon für Kinder mit 18 Monaten passen, aber natürlich ist dies immer ein wenig individuell und vom Kind abhängig.
Von meiner Seite ist das Buch auf jeden Fall eine absolute Empfehlung und ich denke, dass bei uns auch noch weitere Bücher der Serie einziehen werden.
Auf Regeln habe ich keinen Bock
Der Keinbock will doch! von Romy Pohl
Da mich bereits das erste Buch von Romy Pohl "Widder Willi will aber" begeistert hat, habe ich mich sehr auf das zweite gefreut. Hörnchen, der Keinbock, haben wir bereits im ersten Teil kennen und lieben gelernt. Dieses Buch schaut sich jetzt seine kein Bock (auf Regeln) Einstellung genauer an.
Gleich zu Beginn fasst Hörnchen seine Einstellung schön zusammen:
"Je mehr ich was tun soll, desto weniger will ich. Je weniger ich darf, desto mehr will ich. Je mehr ich muss, desto weniger kann ich."
Ich denke, diese Sätze kennt jeder der mit Kleinkindern zu tun hat, wenn auch die Wortwahl bei den Kindern vielleicht ein wenig anders ist. Die Grundaussage bleibt die gleiche. Und genau um dieses Thema dreht sich das Buch.
Gleich wie beim ersten Teil, haben es Autorin Romy Pohl und Illustratorin Marta Balmaseda wieder geschafft, ein Kinderbuch zu erschaffen, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert und erfreut. Das Thema ist kindgerecht aufbereitet, so dass auch schon die Kleinen der Geschichte folgen können, für die Großen gibt es eine gehörige Portion Wortspiele und Wortwitz.
Neben den bereits bekannten Charakteren Willi und Hörnchen gesellen sich auch ein paar neue hinzu, wie der Frechdachs Freddie, das Mammut Allmut und Neele, der Neesel. Auch diese finde ich wieder zuckersüß und ich vermute, dass wir uns in nächster Zeit noch über weitere Bücher freuen dürfen.
Ich kann dieses Buch nur wärmstens weiterempfehlen und denke, dass es sowohl hilfreich für Eltern als auch Kinder ist.
Alles eine Frage der Chemie
Flavorama von Arielle Johnson
Obwohl das Cover eigentlich recht einfach gestaltet ist, springt einen das Buch aufgrund der leuchtenden gelben Farbe und des bunt gehaltenen Titels direkt an.
Mit Autorin Dr. Arielle Johnson taucht man beim Lesen in die Wunderwelt Geschmacks ein und begibt sich auf eine faszinierende Reise durch die Welt der Moleküle.
Sie beschreibt auf anschauliche Weise die Wechselwirkungen von Geruch und Geschmack und zeigt auf, warum Lebensmittel so schmecken wie sie es tun und wie man Geschmäcker herauskitzeln und intensivieren kann.
Meiner Meinung nach bewegt sich das Buch auf der feinen Grenze zwischen Sach- und Fachbuch. Es ist definitiv kein Buch, dass man einfach so zwischendurch lesen kann bzw. sollte. Dafür ist das Thema zu umfangreich und komplex. Ich denke auch, dass ich dieses Buch mehr als einmal lesen werde. Hervorheben möchte ich, dass trotz der Komplexität und des hohen Anteils an Grundlagen der Chemie dieses Buch wirklich für jeden, der Interesse an dem Thema Geschmack hat, geeignet ist. Alles, was für das Verständnis der Thematik benötigt wird, wird ausführlich und anschaulich besprochen.
Ergänzt wird das ganze mit 99 Rezepten. Diese sind aber nicht, wie ich es erwartet hatte, in einem eigenen Rezeptteil aufgeführt, sondern über das ganze Buch verteilt. Hierbei handelt es sich oftmals um kleine "Experimente" in der Küche um das Gelesene praktisch umzusetzen und dadurch ein besseres Verständnis zu bekommen.
Zusätzlich wird der doch sehr wissenschaftliche Text durch kleine Illustrationen aufgelockert. Dies ist natürlich immer eine Frage des persönlichen Geschmacks, mir haben sie sehr gut gefallen. Manch einer hätte sich wahrscheinlich eher Bilder gewünscht. Hier finde ich sieht man aber auch sehr gut, dass es eben ein Sachbuch für die Allgemeinheit ist und kein Fachbuch.
Persönlich gestört hat mich nur das Format des Buches. Es ist verhältnismäßig großformatig und schwer. Einerseits spricht dies für die Wertigkeit des Buches, andererseits wurde ich ein wenig eingeschränkt in meiner Leseposition. Aber auch dies ist wieder mal eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Gesellschaftskritisch und unterhaltsam
Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben von Anika Decker
Obwohl das Cover eigentlich nicht wirklich aussagekräftig oder besonders ist, hat es mich sofort angesprungen. Ein kurzer Blick auf den Klappentext hat mich in meiner Meinung verstärkt, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Erwartet hatte ich mir einen leicht skurrilen und sarkastischen Liebesroman, bekommen habe ich… Ja was eigentlich?
Diese Frage konnte ich für mich noch nicht abschließend beantworten.
Ein Liebesroman ist es nicht im herkömmlichen Sinne, wenn auch natürlich Liebe ein wichtiges Thema ist. Ich glaube nicht, dass man diesem Roman wirklich einen eindeutigen Stempel geben kann. Denn neben der Liebe gibt es hier auch eine große Portion Feminismus und Gesellschaftskritik.
Klingt im ersten Augenblick nach ziemlicher schwerer Kost, doch Autorin Anika Decker verpackt diese Themen so geschickt in eine gute Story, mit normalen und doch besonderen Charakteren, dass man dies alles gut wegstecken kann. Das Buch regt aber durchaus zum Nachdenken und Hinterfragen ein.
Die Geschichte wird aus Sicht von den verschiedensten Personen erzählt, Großteils aber aus Sicht von Nina und ihrer Schwester Lena. Auf den ersten Blick sind die Schwestern so unterschiedlich wie Tag und Nacht und verhalten sich deswegen wie Hund und Katz. Je besser man die Schwestern jedoch kennenlernt, umso mehr sieht man wie ähnlich sie sich eigentlich sind, auch wenn sie dies selbst nicht wahrhaben wollen.
Der Schreibstil war für mich zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig und ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich damit zu recht gekommen bin. Womit ich mich bis zum Schluss nicht wirklich anfreunden konnte, waren die Kapitellängen. Manche waren unfassbar kurz und ich fand es schade, dass schon wieder die Perspektive gewechselt wird. Andere waren so lang, dass ich das Gefühl hatte, dass sie nie mehr enden. Dies ist für viele sicher kein Problem, da ich aber ungern in der Mitte von einem Kapitel zu lesen aufhöre, war das für mich störend.
Abschließend kann ich sagen, dass ich mich mehr als nur gut unterhalten gefühlt habe, wenn auch anders als vor dem Lesen gedacht. Eine Verfilmung des Buches würde ich mir auch auf jeden Fall anschauen. Ich denke, hier ist wirklich Potenzial für einen guten Film vorhanden.











