Kunden em pfehlungen
Rezensionen von peedee:
Ziemlich brutal
The Killer Profile von Helen Fields
Midnight Jones hat einen gutbezahlten Job bei Necto, wo sie als Datenanalystin psychometrische Persönlichkeitstests auswertet. Dabei stösst sie auf das Profil „K“ – K steht für Killer! Da so etwas noch nie vorgekommen ist, überprüft Midnight alles zigfach, aber die Auswertung scheint einwandfrei.
Als in der Nachbarschaft eine Frau brutal ermordet wird, ist Midnight überzeugt, dass es sich hierbei um den anonymen Kandidaten handelt. Ihre Vorgesetzten wimmeln sie ab und verweisen auf ihre Verschwiegenheit. Als eine weitere Frau ermordet wird, befürchtet Midnight, dass er auch sie töten könnte, da er weiss, dass sie „Midnight J.“ ist, die sein Profil ausgewertet hat…
Erster Eindruck: Das Cover strahlt durch die Farbgebung und den Buchuntertitel schon etwas Unheimliches aus – passt sehr gut.
Kapitel 1 war für mich ein heftiger Einstieg: Eine Frau wird in ihrer Wohnung ermordet und währenddessen der Anrufbeantworter läuft, wo ihre Schwester und die dreijährige Nichte, die am nächsten Tag Geburtstag hat, sie noch an die Feier erinnern und munter aufs Band plappern. Da schauderte es mich schon gewaltig!
Midnight und ihre Zwillingsschwester Dawn – da waren die Eltern aber in der Namensfindung sehr kreativ, oder? Nun ja. Es hat mich sehr berührt, wie sich Midnight um ihre behinderte Schwester kümmert. Die Eltern haben sich einfach mal auf Nimmerwiedersehen abgesetzt – sie wollten schliesslich auch leben und sind deshalb auf Weltreise. Oh, und um die behinderte Tochter soll sich einfach Midnight kümmern? Sie meinen, ihre Schuldigkeit getan zu haben. So etwas regt mich auf! Als Midnight die Entdeckung von Profil „K“ macht, ist sie hin- und hergerissen. Sie weiss, dass sie die Vorschriften befolgen muss und nichts gegen aussen tragen darf, aber andererseits befürchtet sie, dass es noch zu weiteren Morden kommen könnte. Sie trägt Verantwortung für ihre Schwester und braucht diesen Job unbedingt. Ihre Freundin Amber will sie davon abhalten, sich weiter in diese Sache hineinzusteigern; die Polizei sei schliesslich an diesem Fall dran. Doch der Mörder ist näher an Midnight dran, als ihr lieb sein würde…
Die Beschreibung der Mordszenen war – leider – sehr bildhaft und für mich fast zu brutal. Ich konnte diese Stellen jedoch nicht einfach auslassen, denn dann hätte ich das Gefühl, eventuell Essenzielles verpasst zu haben und den Ausgang der Geschichte nicht zu verstehen. Die Spannung war vorhanden und ich fieberte mit, wem man eigentlich noch trauen konnte. Gehört er/sie zu den Guten? Traue besser niemandem? Aber wer kann Dir dann helfen? Am Ende spitzte sich nochmals alles dramatisch zu. Von mir gibt es 4 Sterne.
Leider enttäuschend
Tee auf Windsor Castle von Claire Parker
Kate hat es nicht so mit den royalen Herrschaften oder deren Gepflogenheiten. Daher ist sie auch nur mässig interessiert, eine Freundin zu einer Führung auf Windsor Castle zu begleiten. Als sie sich kurzzeitig aus der Gruppe zurückzieht, verläuft sie sich im Schloss und landet in der Küche bei einer alten Dame namens Betty.
Auf ein gemeinsames Teetrinken folgt ein Pub-Besuch und sogar noch eine Übernachtung, bevor sich ihre Wege wieder trennen...
Erster Eindruck: Ein wahrhaft royales Coverbild – gefällt mir sehr gut.
Kate ist ein Underdog – so sagt sie zumindest selbst. Und ein Underdog wie sie hat in der Klassengesellschaft des Vereinigten Königreiches unten zu bleiben. Ein Schlossbesuch ist ihr deshalb zuwider. Aber der Freundin zuliebe sagt sie zu. Da sie ein dringliches Bedürfnis hat, will sie nur mal kurz austreten. Und findet den Weg zur Gruppe nicht mehr. Das ist unglaubwürdig, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass man in diesem Schloss einfach mal so „ausscheren“ kann, ohne dass es Mitarbeitende hat, die einen daran hindern würden. Nun gut. Weiter. Der Weg führt zu Betty in die Teeküche, wo sie von der älteren Dame auch gleich einen gepflegten Beuteltee kredenzt erhält. Die beiden unterschiedlichen Frauen kommen ins Gespräch und verstehen sich – trotz aller Unterschiede – sehr gut.
„Manche Dinge erkennt man besser aus der Entfernung.“ (Betty)
Was will mir die Geschichte – bzw. die Autorin – eigentlich sagen? In der Original-Inhaltsbeschreibung steht „Vom Zauber des Zufalls – und den wahren Genüssen im Leben“. Das klingt in der Tat wunderbar, aber für mich war die Geschichte leider einfach nur unrealistisch und zu weit hergeholt. Auch nachdem ich mich von der Realität verabschiedet hatte, wurde die Erzählung für mich nicht besser und ich war dankbar, als die 160 Seiten zu Ende waren. Meinerseits leider keine Leseempfehlung; schade.
Wie ein Film…
A very grumpy Christmas von Claire Kingsley
Elias Stoneheart ist ein Workaholic. Er hasst Weihnachten und alles, was dazu gehört. Und Tilikum, die Stadt, in der er aufgewachsen ist. Beruflich steht eine Beförderung an, sofern er noch einen letzten grossen Deal abschliesst: Er muss zurück nach Tilikum, um dort Familie Cook zu überzeugen, ihre Weihnachtsbaumfarm, die kurz vor dem Bankrott steht, an ihn zu verkaufen.
Keine grosse Sache, oder? Wenn da nur nicht die gemeinsame Vergangenheit mit Isabelle, der Tochter der Cooks, wäre…
Erster Eindruck: Ein für einen Weihnachtsroman ziemlich nüchternes Cover, aber dadurch auch speziell. Ich mag es nicht so, wenn der Titel eines deutschen Buches auf Englisch ist, insbesondere, wenn es nicht einmal der Original-Buchtitel ist.
Die Geschichte wird abwechselnd von Isabelle und Elias erzählt. Dazu gibt es Rückblicke in die Vergangenheit.
Elias Stoneheart – dieser Name ist ja prädestiniert für einen Grinch, oder? Elias ist sehr erfolgreich. Nebst der Arbeit hat er niemanden. Er braucht nichts und niemanden. Erst recht nicht Tilikum! Warum nur will sein Chef unbedingt das Grundstück der Familie Cook haben, um dort ein Rechenzentrum aufzustellen? Nun gut – Auftrag ist Auftrag. Als er in Tilikum eintrifft, wird er von unterschiedlichen Gefühlen überwältigt. Und das gefällt ihm gar nicht.
Die Cooks und ihr Weihnachtsdorf sind sehr beliebt. Nur leider läuft es finanziell nicht mehr so gut. Isabelle, ihre Eltern und Mitarbeiter sind unermüdlich am Arbeiten, aber es reicht einfach nicht. Aber verkaufen? Nein, das lässt Isabelle nicht zu. Das Wiedersehen mit Elias bringt sie aus der Fassung.
Elias versteckt seine Gefühle hinter seiner grummeligen Fassade. Er meint, was vergangen ist, ist vergangen. Isabelle arbeitet so viel auf der Farm, dass auch sie sich nicht mit ihrer Vergangenheit beschäftigt. Die Cooks sowie Elias‘ Tante und Onkel haben mir sehr gefallen. Alice, Elias‘ Assistentin, hat mich beeindruckt: Sie wagt es, ihrem Chef auch unangenehme Fragen zu stellen und lässt sich von seiner harten Schale nicht beeindrucken. Ihre fünfjährige Tochter Maddy ist zuckersüss.
Kaum hatte ich die ersten paar Zeilen gelesen, lief die Geschichte wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Ich sass gemütlich auf dem Sofa und genoss diese Weihnachtsgeschichte. Der Ausgang ist ja von Anfang an klar, aber der Weg dorthin ist jeweils unterschiedlich. Von mir gibt es 5 Sterne.
Erneut 5 Sterne
Inselwinter auf Sylt von Julia K. Rodeit
Inselträume auf Sylt, Band 5: Isa hält es nicht lange in Heimatgefilden aus. Je exotischer ein Reiseziel, desto besser. Die Einladung ihrer Schwester Lene, sie auf Sylt zu besuchen, schlägt sie aus. Doch nach einer unerfreulichen Begegnung fährt sie dann doch nach Sylt. Da ist nichts exotisch, sondern traditionell und bodenständig.
Und dann steht erst noch Weihnachten bevor – nicht einfach. Isa trifft auf Lars, einen gelackten Typen in einem teuren Anzug. Wider Erwarten unterhalten sie sich angeregt. Lene und die Sylter Freunde sind jedoch gar nicht gut auf Lars zu sprechen…
Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover mit dem Haus in der verschneiten Landschaft und den Möwen (nur der „draufmontierte“ Seestern und die Muschel gefallen mir nicht).
Dies ist Band 5 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (es kommen jedoch immer wieder Protagonisten aus früheren Bänden vor).
Das vorliegende Leseabenteuer beginnt im Allgäu, wo Isa kurzzeitig bei ihrer Mutter untergeschlüpft ist. Eine kurze Pause zwischen zwei Reisen. Isa ist irgendwie ein Freigeist – sie weiss nicht so recht, wie und wo es mit ihr weitergehen soll. Aber ganz sicher nicht im Allgäu. Die Begegnung mit ihrem Ex lässt sie regelrecht flüchten, und zwar nach Sylt, wo sie bei Lene und ihrem Schwager Weihnachten verbringen wird. Im Zug trifft sie auf Lars und während der langen Fahrt verstehen sie sich ausgezeichnet, trotz der offensichtlichen Unterschiede: Er ein Bürohengst im feinen Zwirn, sie ein unkonventioneller Neo-Hippie. Wie heisst es so schön? Gegensätze ziehen sich an…
Mir hat das Aufeinandertreffen von Isa und Lars sehr gut gefallen. Ich konnte mir Lars in seinem piekfeinen Anzug im dichtgedrängten Zug richtig gut vorstellen. Als sich Isa auf ihre Tasche auf den Boden setzt und er es ihr gezwungenermassen nachmacht, musste ich wirklich lachen. Ein Bild für die Götter! Isa und Lars transportieren beide ein gewisses Bild nach aussen, aber hinter der Fassade steckt – wie so häufig – viel mehr. Vieles blieb bisher ungesagt. Mir hat auch gefallen, wie die Sylter Runde Isa aufnimmt. Die Geschichte war wieder im Nu ausgelesen. Ich fühlte mich ausgezeichnet unterhalten und vergebe daher – erneut – 5 Sterne.
Noch besser als Band 1
Staub im Wasser von Ernst Solèr
Fred Staub, Band 2: Der Hauptmann der Zürcher Kapo, Fred Staub, steht mit seinem neusten Fall vor einem Rätsel. Es wird eine Leiche ohne Kopf gefunden, zudem gibt es mysteriöse orangefarbene Graffiti in der Nähe des Fundortes. Staubs Team hat erst mit den Ermittlungen begonnen, als schon ein weiterer Leichenfund – ebenfalls kopflos – vermeldet wird.
Eine erste Gemeinsamkeit: beide waren Treuhänder. Staub ist sich sicher, dass die Graffiti etwas zu bedeuten haben und die Entschlüsselung zielführend sein würde. Die Zeit läuft…
Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover mit Licht und Schatten – mir gefällts.
Dies ist Band 2 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Da ich erst unlängst Band 1 gelesen habe, waren mir Fred Staub und seine Kolleg:innen noch bestens vertraut.
Anhand einer kopflosen Leiche herauszufinden, wer er war, ist sehr schwierig. Der Zufall hilft, denn eine Frau meldet ihren Vater als vermisst. Dadurch findet die Polizei heraus, dass die Leiche der Vermisste ist.
Der Mann wurde enthauptet – mit einem Säbel. Wer tut so etwas? Und warum ist der Kopf weg? Dient er als Trophäe? Und was sollen die Graffiti? Bedeuten sie effektiv etwas oder will der Täter die Polizei damit in die Irre führen? Das Team um Staub tappt im Dunkeln. Die Polizei weiss nun, dass der Tote ein Treuhänder war. Ein weiterer vermisster Mann – allerdings im Tessin – ist auch Treuhänder. Haben diese Fälle „Leiche in Zürich“ und „vermisste Person im Tessin“ etwas miteinander zu tun? Die Lage spitzt sich zu, als der Täter erneut den Säbel schwingt und mordet…
Ich habe wirklich versucht, dem Team zu „helfen“, aber es blieb leider beim erfolglosen Versuch. Die Geschichte war bis zum Schluss sehr spannend, aber auch ein bisschen gruselig aufgrund der kopflosen Menschen. Mir hat dieser Band noch besser gefallen als sein Vorgänger. Von mir gibt es sehr gerne 5 Sterne.
Das war mir too much
Wedding Date von Monica Murphy
Dating, Band 6: Kelsey hat das Dating aufgegeben. Sie will keinen Mann mehr. Zumindest sucht sie keinen. Denn eigentlich hat sie den perfekten Mann schon gefunden: Theo, ihr bester Freund, der von seiner Verlobten verlassen worden ist. Als er zu deren Hochzeit eingeladen wird, geht Kelsey als sein Fake-Date mit.
Damit sie ein glaubhaftes Paar abgeben, müssen sie sich verliebt geben. Plötzlich hat sie das Gefühl, dass sie Theo nicht mehr nur als besten Freund sieht…
Erster Eindruck: Ein selbstverständlich gutaussehender Mann auf einem knalligen Hintergrund – wie könnte mir das Cover nicht gefallen?
Dies ist Band 6 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden.
Kelsey hat einen Job, der ihr sehr gut gefällt. Sie hat Freundinnen, mit denen sie gerne ihre Zeit verbringt. Und sie hat Theo. Sie haben sich bei Doppel-Blind-Date kennengelernt, wobei sie beide gar nicht verkuppelt werden sollten. Theo ist ein Workaholic. Dies wird auch ein Grund für das Scheitern seiner letzten Beziehung sein. Sie verbringen viel Zeit miteinander, doch Kelsey hat um ihr Innerstes eine hohe Mauer gezogen. Nicht einmal Theo sieht darüber.
Kelsey und Theo haben mir gut gefallen. Viel Schwung kam in die Geschichte, als sie zum Essen bei Theos Familie waren. Die Familie und deren Anwesen konnte ich mir sehr gut vorstellen. Kelsey ist überwältigt, denn diese Art von Familie und Zusammenhalt kennt sie nicht. Eine Sehnsucht beschleicht sie, dies auch haben zu wollen – gleichzeitig betrauert sie, dass alles nur geschauspielert ist. Jeder Leserin wird im Voraus klar sein, wie es mit Kelsey und Theo weitergehen wird, oder?
Die Bewertung für dieses Buch fällt mir nicht leicht: Die Geschichte hat sich flüssig lesen lassen und die Story selbst hat mir sehr gut gefallen. Aber – selbstverständlich gibt es ein Aber – die „heissen“ Szenen waren mir zu detailliert beschrieben und die Wortwahl hat mir nicht gefallen. Dafür, dass dieses Buch als Liebesroman klassifiziert ist, war mir dies leider too much und ich kann nur 2 Sterne vergeben, schade.
Ein Zwischenstopp auf Juist
Das kleine Weihnachtsboot an der Nordsee von Felicitas Kind
Nina kommt nach Juist, aber der Grund ist kein freudiger: Sie hat ihren Onkel verloren, der ihr sein Hausboot hinterlassen hat. Sie will sich eine Auszeit gönnen und überlegen, wie es genau für sie weitergehen soll. Es stellt sich heraus, dass es um das Hausboot nicht gut steht, zudem muss es vom aktuellen Liegeort weg, wie ihr Hafenmeister Morten mitteilt.
Aufgrund der ersten Begegnung der beiden hätte man nicht angenommen, dass sie sich näherkommen. Doch so ist es. Aber kann aus ihnen etwas werden? Nina ist nur auf der Durchreise…
Erster Eindruck: Auf dem Cover ist ein Hausboot mit einem Weihnachtsbaum auf dem Bug – das gefällt mir, nur der Schlitten sowie die Geschenke sind für mich nicht passend.
Nina und Morten sind in ihren 40ern. Das hat mir schon mal sehr gut gefallen. Beide haben schon einiges erlebt, sowohl in der Ferne als auch auf Juist. Nina will nur innehalten und hofft, in dieser Zeit auf die Zusage auf ihre Stellenbewerbung in Island. Morten ist sehr heimatverbunden und liebt seine Insel. Er war zwar auch weg, aber er weiss, dass er nach Juist gehört.
Das Hausboot ist in keinem guten Zustand, denn es ist in die Jahre gekommen und es wurde lange nichts mehr daran gemacht. Nina hat keine Ahnung, wo sie anfangen soll, zu renovieren. Oder ist es bereits eine Restauration? Sie sieht ein, dass sie eine fachliche Einschätzung und Hilfe benötigt. Morten ist der Richtige. Also selbstverständlich nur für das Fachliche, nicht etwa für Nina persönlich. Sie will keine Beziehung. Natürlich nicht.
Nina ist ein grosser Strickfan und hat so gut wie immer etwas auf den Nadeln. Wer hätte gedacht, dass sie in Mortens Schwester eine Gleichgesinnte findet? Und diese ihr vorschlägt, das Hausboot zu einem Wollboot umzugestalten?
Für mich war es das erste Buch der Autorin Felicitas Kind (bzw. der hinter diesem Pseudonym steckenden Damen), insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Ich fand es sehr schön, wie Nina in Juist aufgenommen wurde. Ihre Zweifel, wie es für sie weitergehen würde, waren gut spürbar, ebenso die Heimatliebe von Morten oder auch die Weihnachtsstimmung. Von mir gibt es 4 Sterne.
Luzern, Seelisberg, Kenia
Schlaflos in Seelisberg von Blanca Imboden
Valentina hat ein zermürbendes Problem: Sie leidet unter chronischer Schlaflosigkeit. Kurz vor ihrem sechzigsten Geburtstag holt sie sich Hilfe bei einem Psychiater. Dieser empfiehlt ihr mehr Egoismus und eine Luftveränderung. Letzteres findet Valentina in Seelisberg – unweit ihres Wohnortes Luzern –, wo sie sich als Housesitterin um Haus, Hund, Katze und Papagei kümmert, da die Besitzerin unverhofft ins Ausland reisen musste.
Sie wird schneller in der Dorfgemeinschaft aufgenommen als sie drei Mal „Seelisberg“ sagen könnte. Ein Aufenthalt mit Folgen…
Erster Eindruck: Ein für mich etwas zu blasses Cover; der Titel gefällt mir.
Als ich gesehen habe, dass ein neues Buch von Blanca Imboden herauskommen würde, habe ich mich sehr gefreut – endlich wieder Lesenachschub!
Nicht schlafen zu können, ist ein grosses und stressiges Problem. Natürlich nicht, wenn man nur ein Mal nicht gut schlafen kann, aber wenn das zum Dauerzustand wird und man schon beim ins Bett gehen daran denkt, dass man eh wieder nicht schlafen würde.
Valentina hat mir sehr gut gefallen. Obwohl sie altersmässig, job- und familientechnisch von meinem Leben abweicht, habe ich doch Gemeinsamkeiten gefunden: Wenn ein Thema sie beschäftigt, beschafft sie sich fleissig entsprechende Sachliteratur; sie mag Michael Bublé; sie zweifelt manchmal daran, ihre Wünsche durchzusetzen. Auch Valentinas Mann Willy habe ich ins Herz geschlossen: Er ist nicht der Mann der grossen Worte, aber umso mehr haben diese sodann Gewicht. Es hat mir so gut gefallen, als er auf den Tisch haut, als ihre – wohlverstanden erwachsenen – Kinder auf eine Entscheidung sehr kindisch reagieren. Die fünfzehnjährige Enkelin Emily hingegen unterstützt ihren Plan.
„Man muss zwar mit allem rechnen, aber auch mit dem Guten.“
Schlafprobleme, Egoismus, Klimawandel, Social Media, Trickbetrug, Neuorientierung – dies sind einige der behandelten Themen. Das Buch hat sich wie gewohnt flüssig lesen lassen. Es ist immer wieder schön, dass die gesunde Neugier der Autorin auf ihre Protagonisten überschwappt, denn die Leser:innen lernen immer wieder neue Dinge und Orte kennen. Die Liebe zur Natur und Bergwelt ist sehr gut spürbar. Von mir gibt es 4 Sterne.
Für mich ein prima Einstieg in die Reihe
Tannenduft im kleinen Strickladen in den Highlands von Susanne Oswald
Der kleine Strickladen, Band 6: Die Hochzeitsfeier von Maighread und Joshua auf Callwell Castle steht kurz bevor. Amely freut sich sehr darauf, mit ihren Freunden zu feiern. Kurzfristig sagt jedoch der gebuchte Fotograf ab – was nun? Amely ruft ihren besten Freund Paul an, der ein berühmter Fotograf ist.
Glücklicherweise hat er Zeit und sagt zu. Kurz nach der Zeremonie wird ein Brand auf Amelys Alpakafarm gemeldet! Von den Ereignissen erschüttert, hinterfragt Amely ihre Entscheidung, Edinburgh verlassen zu haben. Und Peter zweifelt an der Liebe von Amely, da dieser schnieke Paul andauernd um sie herumscharwenzelt…
Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover mit einer für Winter-/Weihnachtsromane ungewohnten Farbe – mir gefällt es.
Dies ist Band 6 der Reihe, für mich jedoch der Reiheneinstieg.
Der Weg zum Ja-Wort ist für Maighread und Joshua wirklich nicht leicht: Beim ersten Mal wurde die Feier durch Joshuas Unfall verhindert. Nach seiner Genesung haben sie in aller Stille geheiratet. Und nun sollte die grosse Hochzeitsfeier mit all ihren Freunden stattfinden. Aber auch dieses Mal läuft es nicht wie geplant. Als Amelys Haus brennt, will sie unbedingt dorthin, doch sie könnte ja eh nicht helfen. Als sie die Zerstörung sieht, ist sie zutiefst deprimiert. Sie fragt sich, was aus ihr und den Tieren werden soll. Und ob es nicht doch besser wäre, wieder nach Edinburgh zurückzugehen. Aber hier ist noch Peter, ihre grosse Liebe. Nun gut, er könnte ja vielleicht pendeln, oder? Sie ist froh, dass ihr bester Freund Paul da ist und sie zu ihm auf dessen Hausboot flüchten kann. Peter versteht die Welt nicht mehr und hat Angst, Amely zu verlieren.
Die Bewohner von Callwell Castle und deren Freunde haben mir sehr gefallen. Ich habe ihnen die Leidenschaft für ihre jeweilige Beschäftigung absolut abgenommen. Des Weiteren hat mich die Strickleidenschaft der Autorin begeistert. Aus meiner Sicht ist spürbar, dass sie nicht einfach nur Fakten zum Thema Stricken niedergeschrieben hat, sondern selbst vom Strickvirus befallen ist. Ich mag Kleinstadt-Geschichten wie die „Gilmore Girls“ oder „Virgin River“, daher habe ich mich hier sehr wohlgefühlt. Da ich erst mit Band 6 eingestiegen bin und ein ganz-klein-wenig-fast-nicht-spürbar reihenanfällig bin, werde ich die anderen Bände wohl auch mal genauer anschauen „müssen“ *grins*. Von mir gibt es 4 Sterne.
Hach, das war schön
Die schottische Bäckerei zum Glück von Emma Bishop
Isle of Mull, Band 2: Hailey liebt ihre Bäckerei mit angeschlossenem Café. Bei einem Sturm steht ein Mann mit zerrissener Kleidung vor ihr – sie kann nicht anders als zu helfen. Sie gibt ihm Essen, trockene Kleidung und eine Unterkunft. Der Unbekannte nennt sich Arran – er hat sich den Kopf angeschlagen und erinnert sich nicht, was passiert ist.
Er hat vergessen, dass er ein prominenter Schauspieler ist…
Erster Eindruck: Ein idyllisch wirkendes Cover – gefällt mir.
Dies ist Band 2 einer Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Wer aber darauf verzichtet, verpasst schöne Lesestunden! Da ich von Band 1 begeistert war, habe ich mich natürlich auf die Fortsetzung, dieses Mal mit Hailey in der Hauptrolle, sehr gefreut.
Hailey und ihre Freundinnen Ally und Lin sind Unternehmerinnen: Hailey führt ihr Café, Ally hat einen Buchladen und Lin nennt einen Blumenladen ihr Eigen. Sie sind seit vielen Jahren befreundet und wissen fast alles voneinander. Aber gewisse Dinge aus Haileys Vergangenheit wissen sie nicht, da sie eine dicke und hohe Mauer um diese Kindheitserinnerungen gebaut hat.
Hailey ist Single, und das auch gerne. Sie kann das Risiko einer Beziehung nicht eingehen, denn sie fürchtet, dass sie es nicht überwinden würde, verlassen zu werden.
Arran und Hailey verstehen sich prima, nur kann Hailey nicht verstehen, wieso er weder zur Polizei noch zum Arzt will. Aber sie respektiert seine Entscheidung. Vielleicht braucht er einfach eine Pause von seinem Alltag. Wer wünscht sich nicht zuweilen eine Pause?
Als Inselbewohner Hailey sagen, dass Arran einem berühmten Schauspieler ähnelt, wehrt sie nur lachend ab. Wieso sollte auch ausgerechnet ein berühmter Schauspieler bei ihr auftauchen? Den aufmerksamen Leser:innen ist selbstverständlich klar, was sodann passieren muss…
Das Beeindruckendste an dieser Reihe ist für mich die Freundschaft: Freundinnen, die zusammen durch dick und dünn gehen, gemeinsam lachen, aber auch gemeinsam schweigen – wunderbar! Das Buch war wieder im Nu ausgelesen und ich habe mich erneut sehr gut unterhalten gefühlt. Nun habe ich das „Problem“, dass ich ein paar Monate auf die Fortsetzung warten muss! Von mir gibt es 5 Sterne.











