Kunden em pfehlungen
Rezensionen von peedee:
Hach, das war schön
Vier Pfoten und zwei Weihnachtswunder von Petra Schier
Weihnachtsromane, Band 18: Die Sicherheitsfirma Securifant hat personell aufgestockt und Martin Liebrecht eingestellt. Lena Overbeck ist nur mässig darüber erfreut, dass ihr Vater Arndt einfach so einen Neuen eingestellt hat, der auch noch eng mit ihr zusammenarbeiten wird. Es fliegen gleich die Fetzen.
Auch der zweite Neuzugang, Maria Seifert, löst Emotionen aus, und zwar bei Arndt, denn sie kennen sich von früher. Und dann gibt es da noch Santa Claus mit einem ungelösten Problem und einen kleinen Havaneser…
Erster Eindruck: Das Cover ist wie gewohnt weihnächtlich und mit süssem vierbeinigem Model – gefällt mir.
Lena liebt ihren Job – und Ordnung. Ihre Ordnung. Dass nun plötzlich Martin, mit dem sie das Büro teilen muss, ihre Ordnung durcheinanderbringt, passt ihr überhaupt nicht. Martin ist alleinerziehender Vater der 14-jährigen Tochter Jeanine. Sie sind ein gutes Team, das zuweilen jedoch von Alice, Jeanines Mutter, gestört wird. Sie ist sehr wohl ein liebenswerter Mensch, bringt aber regelmässig alles durcheinander. So auch bei ihrem aktuellen Überraschungsbesuch. Oje! Diese Frau stellte meine Geduld sehr auf die Probe!
Der tierische Hauptdarsteller, ein kleiner Havaneser – rücksichtslos aus dem Auto geworfen! –, hat schnell mein Herz gewonnen. Lena und Martin finden ihn und nennen ihn Buddy.
Santa Claus hat ein Problem: Sein Gefühlsradar vermeldet Schwingungen, aber er kann nicht einschreiten, solange kein Wunsch an ihn gerichtet wird. Dummerweise wollen die Erwachsenen sich partout nichts von Santa wünschen. Ihm sind somit die Hände gebunden. Kurz vor knapp kommt doch noch ein Wunsch herein, aber zeitmässig wird alles sehr eng und Santa muss etliche Elfen – und Buddy – aufbieten.
Die Familienbande der Overbecks hat mich sehr berührt, insbesondere ein spezieller Tanz von Arndt und seinen beiden erwachsenen Kindern…
Jedes Jahr freue ich mich auf die Weihnachtsromane – diese dürfen bei mir durchaus märchenhaft-romantisch-kitschig sein. Und bei Petra Schiers Weihnachtsromanen gibt es jeweils noch mindestens einen Hund sowie Santa Claus mit seiner Mannschaft dazu – herrlich! Wer ihre Romane kennt, weiss, dass es sich um Bücher für Erwachsene handelt, daher gibt es auch ein paar „heisse“ Szenen. Wie immer liess sich das Buch flüssig lesen und hat mein Romantikerherz erfreut – 5 Sterne.
Gibt mir zu denken
Bis in alle Endlichkeit von James Kestrel
Tote fallen nicht einfach so vom Himmel, oder? Doch scheinbar ist genau dies mit Claire Gravesend passiert, denn sie liegt auf dem eingedellten Dach eines Rolls Royce in einem gefährlichen Viertel von San Francisco. Privatdetektiv Lee Crowe ist scheinbar der erste, der dort vorbeigeht. Die schwerreiche Olivia Gravesend, Claires Mutter, glaubt nicht an den Suizid, den die Polizei vermutet; sie beauftragt Crowe mit dem Fall.
Die Gerichtsmedizin stellt seltsame kreisförmige Narben an der Wirbelsäule fest. Was hat es damit auf sich? Crowe entgeht nur knapp einem Anschlag…
Erster Eindruck: Das Cover und der Buchtitel gefallen mir sehr gut, ebenso die Haptik.
Crowe ist eigentlich Anwalt, doch aufgrund seiner Scheidung respektive seines Verhaltens gegenüber einem Richter des Obersten Gerichtshofs – er hat ihm etliche Zähne herausgeschlagen! –, wurde er von der Anwaltsliste gestrichen. Doch es hätte schlimmer kommen können. Nun denn: Anwaltskarriere passé, hallo Privatdetektivlizenz! Sein ehemaliger Chef konnte ihn nicht länger beschäftigen, doch nun gibt er ihm inoffiziell Fälle zum Bearbeiten, wenn vom „korrekten“ Weg auch mal abgewichen werden kann.
Er wusste nicht, wer die Frau war, die auf dem Rolls Royce lag. Aufgrund des an die Zeitung verkauften Fotos hat er dann ihre Identität erfahren. Crowe hat etliche Kontakte, die ihm helfen, zu den gewünschten Informationen zu kommen (mit Geld lässt sich eben vieles erledigen). Er lebt gefährlich, das ist ihm durchaus bewusst. Trotz all seiner Vorsicht, seiner Erfahrung und dem gekonnten Umgang mit Schusswaffen wird er eines Tages vielleicht bei seinen Ermittlungen den Kürzeren ziehen…
Für mich war es das erste Buch des Autors, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Den Einstieg empfand ich als schwierig, denn ich musste die ersten fünfzig Seiten doppelt lesen. Aber dann ging es flott voran und wurde sehr spannend. Es ist nicht einfach, etwas über das Buch zu schreiben, ohne gleichzeitig zu viel zu verraten. Die Vorfälle und Einblicke in die Genetik haben mir jedoch sehr zu denken gegeben. Von mir gibt es 4 Sterne.
Finks erster Fall
Prost, auf Brunngries von Friedrich Kalpenstein
Kommissar Tischler, Band 10: Felix Fink wird befördert. Die Beförderung muss feuchtfröhlich gefeiert werden, worauf Hauptkommissar Constantin Tischler zu Fuss nach Hause gehen muss. Am nächsten Tag wird Katja Brendel, Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma, kurz vor Brunngries tot aufgefunden. Sie wurde überfahren – und zwar von Tischlers geliebtem Oldtimer-Jaguar! Kurz darauf ist Tischler suspendiert und der Hauptverdächtige, da bekannt wird, dass er und Brendel sich von früher kennen.
Fink übernimmt und leitet seinen ersten Fall…
Erster Eindruck: Unsere Cover-Resi macht jetzt einen auf Security – herrlich!
Dies ist Band 10 einer Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (es ist jedoch schöner, das Team von Anfang an zu begleiten).
Felix ist ja richtig erwachsen geworden – er scheint mir viel selbstbewusster zu sein als in den vorherigen Bänden. Auf Geheiss des Polizeioberrats Schwenk übernimmt er die Einsatzleitung in diesem Fall. Constantin ist dazu verknurrt, die Füsse stillzuhalten, was ihm selbstverständlich äusserst schwer fällt. Ach, seien wir ehrlich, er kann sich nicht raushalten! Anne, eine frühere Arbeitskollegin aus München, hat von seiner Misere gehört und ist zu seiner Unterstützung angereist. Seiner Freundin Britta, die vorübergehend im Ausland war, hat Constantin nichts vom Tatverdacht gesagt. Und auch nicht, dass er die Brendel von früher her kannte und es keine angenehmen Erinnerungen sind. Es versteht sich von selbst, dass sie es im dümmsten Moment erfährt.
Felix hat mir richtig gut gefallen. Er ist schier über sich hinausgewachsen, denn er gab sogar Schwenk Widerworte! Auch Schwenk hat mich überrascht: Er machte aktiv bei einem Einsatz mit, der erfolgreich verlief – das hätte ich nicht erwartet. Müsste man jetzt die bekannte T-U-F-Methode umbenennen? In T-U-F-U-S-Methode? Nein, das klingt nicht gut *laut lach*.
In Brunngries war einmal mehr einiges los – herrlich! Die Geschichte war spannend und im Nu ausgelesen. Von mir gibt es 5 Sterne und ich freue mich auf die Fortsetzung.
Liebe im Doppelpack
Weihnachtswunder im Hotel Mistelzweig von Julia Wolkenstein
Amelie erfährt überraschend, dass ihr Freund und Chef eine Frau und Kinder hat. Offenbar war sie für ihn nur eine Arbeitskraft mit gewissen Bonusleistungen! Sie kehrt zurück nach Rothenburg ob der Tauber, um ihre Oma Ruth im Familienhotel „Mistelzweig“ zu unterstützen. Leider sieht es gar nicht rosig aus – es sind rigorose Massnahmen zu ergreifen.
Amelie arbeitet ein Weihnachtsspecial aus, wo nebst Übernachtungen auch Führungen zu den Weihnachtsmärkten enthalten sind. Franklin Scott und sein Grossvater Georg reisen an. Ruth und Georg scheinen sich von früher zu kennen…
Erster Eindruck: Das Cover zeigt ein winterlich-verschneites Städtchen – gefällt mir sehr gut.
Die Geschichte wird in der Gegenwart und mit Rückblenden bis 1965 erzählt.
Es ist bitter, dass Amelie an der Hotelrezeption durch die Ehefrau ihres Freundes und Chefs erfahren muss, dass er familiär gebunden ist. Amelie hat nie etwas derartiges vermutet – wieso auch? Sie tat mir leid, als sie auf einen Schlag den Partner und den Job verliert, aber dazubleiben war keine Option. Oma Ruth hat mir sehr gefallen. Sie leitet seit vielen Jahren das Hotel, aber Amelie muss feststellen, dass ihr offenbar mittlerweile alles doch ein bisschen viel geworden ist. Zudem herrscht ein Renovierungsstau und von der technischen Seite ist das Hotel noch nicht in der neusten Zeit angekommen. Die Beschäftigung kommt Amelie gerade recht, denn so hat sie nicht mehr so viel Zeit zum Grübeln.
Franklin und sein Opa Georg reisen an – es ist die Heimatstadt von Georg, wo er unbedingt jemanden wiedersehen will. Franklin hätte gerne darauf verzichten können, seinen Urlaub in diesem kleinen Städtchen zu verbringen, aber aus Liebe zu seinem Grossvater ist er mitgereist. Das war offenbar die richtige Entscheidung, denn Amelie, die das Hotel leitet, gefällt ihm ausserordentlich gut.
Ich fand es witzig, wie es zum Hotelnamen kam. Wie? Das verrate ich an dieser Stelle nicht! Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, vermittelte weihnächtliches Flair, liess mich lesetechnisch über Weihnachtsmärkte schlendern, ein bisschen Liebe… was will ich mehr? Von mir gibt es 5 Sterne.
Hach, das war schön
Manhattan Jingle Bells von June Baker
Betty Davis hat ihren Job verloren – schon wieder. Weihnachten steht kurz bevor und sie weiss nicht, wie sie die nächste Miete bezahlen soll. Das New Yorker Kaufhaus Maint’s sucht Personal, somit meldet sich Betty in der Hoffnung auf einen Job als Verkäuferin. Sie wird auch eingestellt – als Weihnachtselfe! Und Juniorchef Josh McAllistar wurde von seinem Vater dazu verdonnert, Santa Claus zu mimen.
Nur leider ist Josh ein Weihnachtsmuffel, ein Grinch…
Erster Eindruck: Das Cover ist durch das Hellblau-Weiss ziemlich blass, unscheinbar – schade, das ginge noch besser.
Betty ist taff, cool. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und spricht manchmal schneller als sie nachdenkt. Das ist nicht immer zu ihrem Vorteil. Sie erschleicht sich einen Vorstellungstermin im Maint’s, indem sie einfach vorgibt, mit Nancy oder Judy gesprochen zu haben. Irgendjemand in dem grossen Kaufhaus wird wohl so heissen. Bingo! Dass sie eine Elfe spielen soll, hätte sie sich nicht erwartet, aber da sie ein Weihnachtsfan ist, freut sie sich darauf. Josh jedoch wehrt sich mit allem gegen diesen aussergewöhnlichen Einsatz, aber da der Santa, den sie üblicherweise gebucht haben, anderweitig auftritt, muss er auf Geheiss seines Vaters ran. Wie soll das gehen? Ein grummeliger Santa mit Kindern, die auf seinem Schoss sitzen und Weihnachtswünsche äussern? Und dann ist da diese freche Weihnachtselfe, die äusserst attraktiv in ihrem grünen Kostüm wirkt, und sich nicht scheut, ihm Paroli zu geben…
Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und die Geschichte lief wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Ich konnte mir Santa Josh und Elfe Betty prima vorstellen. Bei mir darf es bei Weihnachtsromanen gerne auch mal ein bisschen kitschiger zu und her gehen als das restliche Jahr; hier hat für mich alles gepasst. Mir hat die Freundschaft von Betty und Liz sehr gefallen – ich würde jedem Menschen wünschen, so eine Freundschaft zu haben. Und mich haben auch Seniorchef George McAllistar und seine rechte Hand Judy begeistert. Von mir gibt es 5 wohlverdiente Sterne.
Lust auf Zimtsterne
Zimtsterne und Winterküsse in der kleinen Bäckerei von Marie Komenda
Leonie arbeitet als Logopädin in Zürich. Als ihre Grossmutter, bei der sie aufgewachsen ist, stirbt, ist Leonie plötzlich Besitzerin einer Konditorei im Schwarzwald. Was nun? Nach kurzer Überlegung entscheidet sie kurz vor Weihnachten, einen Konditor einzustellen und das Geschäft weiterzuführen.
Hannes überzeugt sie mit seinen Backkünsten und wird engagiert. Als das Mädchen Mila versucht, bei ihnen Backwaren zu stehlen, nimmt Leonie sie unter ihre Fittiche und bietet ihr einen Praktikumsplatz an. Kurz darauf wird im Laden eingebrochen – hat Mila etwas damit zu tun? Und welches Geheimnis hat Hannes?
Erster Eindruck: Ein kleines, malerisches Häuschen in einer verschneiten Landschaft – ein kitschig-schönes Cover.
Nach dem Prolog folgt ein Zeitsprung von acht Jahren. Trotz Trauer um Ihre Grossmutter übernimmt Leonie voller Tatendrang die Konditorei. Beim Lesen der verschiedenen Plätzchen- und Kuchenrezepte lief mir schon das Wasser im Mund zusammen. Das Einstellungsgespräch von Hannes war – sagen wir es mal so – definitiv ungewöhnlich. Aber: Hannes hat zugesagt. Er ist froh, seinen vorherigen Job in einer Bäckereikette aufzugeben und im kleinen Umfeld mehr Möglichkeiten zu haben. Obwohl ihm seine neue Chefin sehr gut gefällt, hat er von Frauen im Moment die Nase voll – kein Wunder, nachdem was er erlebt hat! Aber uns Leser:innen ist selbstverständlich klar, dass die beiden sich annähern, obwohl sie’s ja eigentlich überhaupt nicht wollen…
Der Sprung von „Angestellte Logopädin“ in Zürich zu „Konditoreibesitzerin ohne Konditor“ im Schwarzwald war gross. Für mich war es etwas unglaubwürdig, wie schnell die Übernahme des Geschäftes umgesetzt wurde. Leonie ging ja nicht mal mehr zurück nach Zürich, um die Wohnung mit ihrer Mitbewohnerin aufzulösen (oder falls dem doch so war, habe ich es schlicht überlesen). Nun ja, das war holprig. Aber ansonsten hat mir die Geschichte sehr gut gefallen und ich habe Leonie bewundert, welche Geduld sie mit Mila hatte. Und auch Hannes hat mir sehr gut gefallen. Von mir gibt es 4 Sterne – und nun habe ich Lust auf Zimtsterne!
Mein Romantikerherz freut sich
Winterträume im kleinen Filmtheater in Schottland von Birgit Loistl
Pixie Graham liebt Weihnachten und das Filmtheater Edenopolis ihres Grossvaters. Doch Pixie ist weit davon entfernt, dass Edenopolis kostendeckend geschweige denn rentabel zu betreiben. Es wäre naheliegend, auf das Kaufangebot der Immobilienfirma Edinburgh Holdings einzugehen. Aber Pixie kann nicht.
Sie will den Traum ihres verstorbenen Grossvaters weiterführen. An Weihnachten ist der Kinobesuch nach Familientradition für alle kostenlos und so trifft sie auf Liam, der ihr Herz schneller schlagen lässt. Aber ist er wirklich der, für den er sich ausgibt?
Erster Eindruck: Das winterliche Cover ist von den Farben her sehr ungewöhnlich.
Nach dem Prolog gibt es einen Zeitsprung von drei Jahren. Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht von Pixie und Liam erzählt.
Pixie hat ihren Ex-Freund und ihre Ex-Freundin in flagranti erwischt – schlimmer kann es nun nicht mehr kommen, oder? Doch, es kann! Auf dem Weg von ihrer alten gemeinsamen Ex-Wohnung zu einer Wohnungsbesichtigung bleibt sie im Fahrstuhl stecken! Mit ihr Prinz Harry. Nein, natürlich ist es nicht der echte Prinz Harry, aber der Mann, der mit ihr feststeckt und sich später als Liam vorstellt, sieht dem Prinzen eben sehr ähnlich. Er ist auf dem Weg zu seiner Verlobung. Wer hätte gedacht, dass sie sich Jahre später zufälligerweise wieder über den Weg laufen? Natürlich wir Leser:innen!
„Wenn sich eine Tür schliesst, dann steig zum Fenster wieder hinein.“ (Pixies Grossvater)
Nach dem Tod von Pixies Grossvater führt sie das Edenopolis weiter. Sie hat dafür ihren Vater ausbezahlt, der nur das Gebäude verkaufen wollte und nicht den Traum seines Vaters weiterleben wollte. Pixie hingegen liebt Filme und alles was dazugehört, nicht umsonst hat sie einen Master an der Filmhochschule gemacht. Sie wollte Filme drehen. Aber das Kino ist zu ihrem Traum geworden. Doch stimmt das wirklich? Hätte ihr Grossvater gewollt, dass sie alles aufgibt, was sie wollte? Das Wiedersehen von Pixie und Liam ist unerwartet – zumindest für Pixie.
Das Buch hat sich flüssig lesen lassen. Am besten hat mir die Freundschaft gefallen, sei es von Pixies Seite die Damen Claire, Trudy, Adele und Josie sowie deren Tochter Rose, und von Liams Seite die Herren Wes und Josh – allesamt wirklich interessante Persönlichkeiten. Mein Romantikerherz bedankt sich und vergibt 4 Sterne.
Alpakas sind einfach süss
Weihnachtszauber mit Alpakas von Dana Lukas
Nachdem Stella ihren Mann verloren hat, braucht sie einen Neuanfang. Weg aus der Stadt, raus aufs Land. Sie holt sich sechs Alpakas und zieht auf einen heruntergekommenen Hof im Sauerland. Die erhoffte Idylle mit den flauschigen Tieren stellt sich jedoch nicht ein, denn die Vierbeiner versuchen auszubüxen oder halten Sitzstreiks ab.
Und die Nachbarin hat sie auf dem Kieker. Als ihr alles über den Kopf zu wachsen scheint, gibt es unerwartete Unterstützung…
Erster Eindruck: Beim Anblick der süssen Cover-Models in Verbindung mit dem Titel war es schon entschieden – das Buch „musste“ ich auf jeden Fall lesen!
Stella ist also aus der Stadt aufs Land gezogen. Okay. Die Anwältin lässt ihre Business-Outfits im Schrank, stürzt sich in übergrosse Gummistiefel und kümmert sich um Alpakas. Nebst einer geführten Alpaka-Wanderung und einem Crashkurs für Alpaka-Neubesitzer hat sie jedoch absolut keine Erfahrung mit Tieren und dem Landleben. Und wovon will sie eigentlich leben? Alpakas zu halten, ohne dadurch ein Einkommen zu generieren, füllt das Portemonnaie nicht.
Der Start auf dem Hof ist hart, wirklich sehr hart, denn die Trauer um ihren Mann kam einfach als blinder Passagier mit ins Sauerland. Die Alpakas und der heruntergekommene Hof lenken sie zwar ab, aber sie kann der Trauer nicht entkommen. Die ihrem Hof angrenzende Nachbarin gibt ihr beinahe täglich Updates über all ihre Verfehlungen. Stella scheint alles falsch zu machen. Auf dem Hof. Mit den Tieren. Mit den Dorfbewohnern. Und überhaupt!
Ich liebe ja Weihnachtsromane und kann jeweils gar nicht früh genug mit Lesen beginnen. In diesen Geschichten darf es für mich auch gerne mal ein bisschen kitschig zu und her gehen. Bis knapp 2/3 des Buches gab es jedoch für mich noch überhaupt keine Weihnachtsstimmung (es wurde zwar erwähnt, dass bald der 1. Advent und es noch nicht weihnächtlich geschmückt sei, aber das war es dann auch schon). Aufgrund des Buchtitels habe ich Weihnachtszauber erwartet. Das letzte Drittel des Buches war für mich das Beste: Emotionen, neue und alte Freundschaften, das Einleben in der Dorfgemeinschaft, und auch noch einen Weihnachtsstrickmarathon für den guten Zweck – das war schön.
Leider nicht meins, schade
Die Sache mit Rachel von Caroline O'Donoghue
Studentin Rachel lernt bei ihrem Nebenjob im Buchladen James kennen – es ist der Beginn einer sehr engen Freundschaft. James fackelt nicht lange und lädt Rachel ein, seine Mitbewohnerin zu werden. Als Rachel ihren Literaturprofessor und Autor Dr. Fred Byrne näher kennenlernen möchte, organisieren James und Rachel eine Lesung im Buchladen.
Dr. Byrne ist jedoch mehr an James als an Rachel interessiert…
Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlages ist durch das Pink sehr auffällig (obwohl ich keine Schutzumschläge mag) – gestalterisch entspricht es nicht so meinem Geschmack.
Als Leser:in wird man mitten in die Geschichte geworfen. Einmal in der Gegenwart, dann wieder irgendwo in die Vergangenheit – ein ziemliches Hin und Her.
Rachel ist sehr speziell. Ich kann ihr Verhalten jedoch nicht einfach auf das Alter einer jungen Erwachsenen schieben. Und auch nicht auf die Umstände, was Rachel aber gerne macht. Ihre Freundschaft zu James, der schwul ist, sich aber noch nicht geoutet hat, ist aus meiner Sicht nicht gesund – es ist eher eine Abhängigkeit. James ist sehr direkt – extrem direkt! Ein bisschen Diplomatie wäre manchmal angebracht… Alkohol und Sex scheinen die wichtigsten Themen im Leben der beiden zu sein.
Wo soll es im Leben für Rachel und James hingehen? Was sind ihre beruflichen und privaten Träume? James erwähnt, dass er nach London möchte und somit ist es für Rachel beschlossene Sache, dass sie Irland ebenfalls verlässt und nach London geht? Wieso? Einfach weil James geht.
Fazit: Die Geschichte war zu Beginn wirr, sie war es in der Mitte und sie war es auch am Schluss – mir fehlte der rote Faden. Zudem empfand ich die Sprache zuweilen als derb. Ich konnte mich überhaupt nicht mit den Protagonisten anfreunden, auch war das „Erwachsenwerden“ von Rachel oder James nicht wirklich greifbar für mich. Es freut mich, wenn andere Leser:innen Freude an diesem Buch haben – von meiner Seite gibt es leider nur 2 Sterne, schade.
Die Leidenschaft für Bücher
Herzklopfen im Husky-Camp von Katharina Lundin
Romy arbeitet als Bibliothekarin in Arvidsjaur, Lappland. Im Husky-Camp einer Freundin lernt sie den Autor Jonas kennen, der an einem neuen Roman arbeitet. Sie freunden sich an, mehr jedoch nicht. Romy weiss, dass Jonas‘ Aufenthalt nur von kurzer Dauer ist. Als er nach Deutschland zurückgeht, bleiben sie in regem Kontakt und nähern sich trotz grosser Distanz an.
Romys Schutzmauer aufgrund ihrer letzten Partnerschaft fängt an zu bröckeln. Ist sie offen für eine neue Beziehung?
Erster Eindruck: Das Covermotiv gefällt mir, aber die Farbwahl finde ich unpassend.
Romy ist vor zwei Jahren von Deutschland nach Lappland ausgewandert. Es ist immer wieder schön, Menschen aus der alten Heimat zu treffen und sich auch mal wieder in der Muttersprache zu unterhalten. Nach Jonas‘ Abreise bleiben sie auf unterschiedliche Weise in Kontakt: Whatsapp-Messages, E-Mails und per Telefon. Durch die Distanz und die Schriftlichkeit der beiden erstgenannten Kanäle werden beide mit den persönlichen Fragen mutiger. Es ist für Romy eine grosse und unerwartete Freude, dass Jonas den Kontakt aufrechterhalten wollte. Sie hat sich nämlich insgeheim schon ein wenig in ihn verguckt, aber da sein Schreibaufenthalt nur vorübergehend war, wollte sie sich nicht weiter engagieren, um danach wieder vor einem Scherbenhaufen der Gefühle zu stehen.
Die Beschreibungen sind sehr detailliert, man erfährt viel über Schweden im Allgemeinen sowie Lappland im Besonderen. Der Fokus liegt jedoch auf Büchern – was mir grundsätzlich gefällt –, was ich aber aufgrund des Buchtitels nicht erwartet hatte. Ich habe gedacht, mehr über das Leben und Arbeiten im Husky-Camp zu erfahren. Da jedoch weder Romy noch Jonas im Husky-Camp leben oder arbeiten, ist dieser Ort in den Hintergrund geraten.
Interessant fand ich, dass es in Schweden ein „bibliothekslag“, ein eigenes Gesetz für Bibliotheken gibt, d.h. es ist vorgeschrieben, dass jede Kommune eine Bibliothek hat oder zumindest regelmässig von einem Bücherbus angefahren wird. Zudem kostet die Ausleihe nichts. Schon gewusst?
Fazit: Das Debüt hat mich gut unterhalten; die Geschichte ist prädestiniert für eine Reihe. Von mir gibt es 3 Sterne.











