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Rezensionen von peedee:

Ein ganz besonderer Ort

Die Frauen von Maine von J. Courtney Sullivan

Auf einer Klippe in Maine steht ein geheimnisumwittertes Haus. Schon als Kind zog es Jane Flanagan oft zu diesem leerstehenden Anwesen. Nachdem ihre Mutter verstorben war und sie betrunken einen grossen Fehler beging, der nicht nur ihren Beruf als Archivarin bedrohte, sondern auch ihre Ehe mit David, kehrt sie nach Awadapquit zurück.

Als Genevieve, die neue Besitzerin des Hauses auf der Klippe, sie für Nachforschungen zu dessen Geschichte beauftragt, erwacht Janes Spürsinn. Langsam aber sicher erfährt sie mehr über die früheren Bewohnerinnen – zu ihrer grossen Überraschung gibt es Überschneidungen mit ihrem eigenen Leben…

Erster Eindruck: Das gemalte Cover des Schutzumschlages gefällt mir gut (auch wenn ich kein Fan von Schutzumschlägen bin) – es hebt sich von den „typischen“ Covers ab.

Jane und ihre Schwester Holly wachsen bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf, die zeitlebens ein Alkoholproblem hatte. Nur zu gern wäre Jane diesem Leben entflohen – sie konnte ihre Mutter einfach nicht verstehen. Holly hingegen hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Mutter. Jane konnte studieren und somit endlich ausbrechen; eine interessante Arbeit in der Schlesinger Forschungsbibliothek der Harvard University folgte. Der Alkohol ist jedoch ein wiederkehrender Begleiter, auch wenn Jane ihr Problem nicht wahrhaben will, schliesslich ist sie nicht wie ihre Mutter oder Holly – sie hat alles im Griff. Okay.
Nach einem verhängnisvollen Abend – an den sich Jane nicht mal erinnern kann – ist nichts mehr wie es mal war. Vorübergehend beruflich beurlaubt und von ihrem Mann getrennt, kehrt sie in das Haus der Mutter zurück, um es zu entrümpeln. Wie von ihren früheren Besuchen gewohnt, besucht sie „ihr“ Haus auf der Klippe und stellt fest, dass jemand Neues eingezogen ist. Kurz darauf lernt sie Genevieve, die neue Besitzerin, kennen. Ihr Sohn scheint einen Geist zu sehen…

Die knapp 500 Seiten lesen sich nicht mal eben so weg, aber es lohnt sich. Es ist eine sehr ruhige Lektüre: Lebensgeschichten von diversen Frauen, die Geschichte von Maine, First Nations, Familien- und Beziehungsprobleme, Glaubensgemeinschaften (z.B. Shaker), Alkoholsucht und Übersinnliches (z.B. Rückführung in frühere Leben, Wahrnehmung von Geistern) sind nur einige der behandelten Stichworte. Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Aufgrund des Klappentextes mit dem Hinweis „Ein umwerfend schöner Generationenroman“ bzw. einer Leseprobe war für mich klar, dass ich dieses Buch lesen musste. Und? Hat es sich gelohnt? Absolut. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Es ist viel los auf der Sleeping Lake Ranch

Sommerpfade in Arrowwood von Natascha Birovljev

Sleeping Lake Ranch, Band 3: Lainey Somerset hat ihren geliebten Grossvater verloren. Und nun muss sie darum bangen, ob sie die Farm halten kann. Sie will bei einem Job auf der Sleeping Lake Ranch alles lernen, was nötig ist, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Dabei kommt es zu einem Wiedersehen mit Clayton, der ihre Gefühle erneut durcheinanderbringt.

Cree Rabbit Bull muss sich hingegen mit seinem streitlustigen Vater Jeremy auseinandersetzen. Er taucht plötzlich bei ihm auf und mischt sich in sein Leben ein. Können Lainey und Rabbit ihren Weg gehen, indem sie ihren eigenen Gefühlen genug vertrauen?

Erster Eindruck: Wiederum ein sehr stimmungsvolles Cover – passt sehr gut.

Dies ist Band 3 der Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden. Es werden zwei parallele Lebensgeschichten erzählt, und zwar einerseits aus der Sicht von Lainey und andererseits aus der Sicht von Rabbit.

Lainey war sehr überrascht, dass ihr Grossvater seine Ranch nicht ihr alleine hinterlassen hat, sondern zusammen mit ihrer Schwester Robyn. Was soll sie mit der Ranch anfangen? Sie ist Konzertpianistin und stets irgendwo in der Welt unterwegs. Doch als sie plötzlich zu Hause auftaucht – mitten in einer Tour – ist die Aufregung gross. Was will Robyn jetzt? Und wieso will sie ihren Anteil nicht an Lainey überschreiben? Aber die wichtigste Frage überhaupt: Wie will Lainey die Farm selbstständig bewirtschaften? Lainey hat die Betreuung von Nickys Granny übernommen, obwohl sie nicht die von ihr geforderten Nachweise hat – sie hat zu diesem Thema einfach geschwiegen. Dass sie in Arrowwood dann auf ihren Ex-Freund, den Cowboypoeten Clay, trifft, macht ihr Gefühlschaos komplett. Auch Rabbit kämpft mit seinen Gefühlen, denn er sollte sich eigentlich auf die Übernahme von Toms Werkstatt und den Werkzeugen konzentrieren, stattdessen beschäftigt ihn der Besuch seines Vaters Jeremy. Die beiden hatten nie ein gutes Verhältnis. Warum kommt er ausgerechnet jetzt zu ihm? Und warum kann Rabbit seiner Freundin Emily nicht erzählen, wie es um seine Beziehung mit Jeremy steht? Stattdessen lügt er sie an…

Familie, Liebe, Handwerk, Musik, First Nations, Pferde und Demenz sind nur einige der behandelten Stichworte. Es war wieder einmal sehr viel los auf der Sleeping Lake Ranch – von mir gibt es 4 Sterne.

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Der tiefe Fall und der hoffnungsvolle Aufstieg

Schonungslose Gnade von Mick Fleming

Mick Fleming hat als Kind grosses Leid erlebt und wuchs zu einem Kriminellen heran – Drogen und Alkohol sowie Hass und Wut gehörten zu seinem Alltag. Er stürzt immer weiter ab, seine Beziehungen scheitern. Am Tiefpunkt seines Lebens findet er zu Gott und schöpft neue Hoffnung. Hoffnung, dass aus ihm doch noch etwas „Vernünftiges“ werden könnte und er seinen Platz im Leben finden würde.

Nie hätte er vermutet, dass er zum Hoffnungsbringer für andere Verlorene werden könnte…

Erster Eindruck: Das Cover mit Pastor Mick gefällt mir gut; Buch- und Untertitel lassen vermuten, dass er schwierige Zeiten durchlebt hat.

Das Buch beginnt mit Mick in einer Klinik: „Aber hier bin ich, ein grosser, kräftiger, gebrochener Mann auf dem Bett in einer psychiatrischen Klinik“. Was alles dazu geführt hat, wird anschliessend (kurz) erläutert. Er berichtet aus seiner Kindheit mit mehreren traumatischen Erlebnissen, auf die ich hier nicht weiter eingehen werde. Mick beschönigt oder rechtfertigt rückblickend seine Taten nicht. Er ist sich mittlerweile bewusst, was er anderen Menschen – aber auch sich selbst – angetan hat. Sehr interessant fand ich die diversen Weggefährten, die jeweils zum genau richtigen Zeitpunkt in Micks Leben getreten sind.

„Es ist eine Geschichte der Zerstörung, und doch ist Liebe daraus entstanden.“

Kann ich nachvollziehen, was Mick erlebt hat? Nein, nicht einmal ansatzweise. Glaube ich seinen „göttlichen“ Erlebnissen, auch wenn einige Schilderungen unglaublich klingen? Absolut. Es gibt Dinge im Leben, die lassen sich einfach nicht erklären. Mir haben die Einblicke in sein Leben – mit all seinen Abstürzen, aber auch seinem kontinuierlichen Aufstieg – sehr gut gefallen. Es ist äusserst motivierend zu sehen, dass er seinen Weg gefunden hat, Vergebung praktizieren und auch empfangen konnte. Vergebung ist ein schwieriges Thema. Es bedeutet schliesslich nicht, dass „einfach alles in Ordnung ist“, sondern dass das Erlebte einen nicht mehr beherrscht und einem eine gewisse Freiheit zurückgibt. Nachdem er Theologie studiert hat, hat er sogar eine eigene Kirche, die „Church on the Street“ in Burnley, ins Leben gerufen. Ich bin sehr beeindruckt – 5 Sterne.

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Die Idylle ist dahin

Mord im Tropenhaus von Irène Mürner

Detektivin Megan Jäger, Band 1: Ein Tag wie jeder andere im Tropenhaus in Frutigen? Beileibe nicht! Eine Schulklasse entdeckt eine Leiche im Störbecken. Kurz darauf wird ein Teenager aus Reichenbach vermisst. Ida Jäger, pensionierte Konsulin und Besucherführende im Tropenhaus, sowie ihre Nichte Megan Jäger, Detektivin bei der Kantonspolizei Bern, beginnen zu ermitteln…

Erster Eindruck: Das Cover mit den beeindruckenden Stören gefällt mir sehr gut.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Lange Zeit blieb ich jedoch im Unklaren, inwiefern diese Protagonisten nun mit der Geschichte etwas zu tun haben.

Ravichandra ist die attraktive Teenager-Tochter des Kochs im Tropenhaus und hilft dort gelegentlich aus, um ihr Taschengeld aufzubessern. Am nächsten Tag wird sie tot aufgefunden. Silvan ist mit Kumpels auf Tour und trifft auf zwei Mädels, die ziemlich viel Alkohol getankt haben. Als das eine sich übergeben muss und sich in einem erbärmlichen Zustand befindet, begleitet er sie nach Hause. Tags darauf bemerkt seine Mutter, dass er nicht nach Hause gekommen ist.
Die Idylle im Berner Oberland ist also jäh gestört: ein Teenager tot, ein anderer vermisst. Können das Zufälle sein? Megan Jäger glaubt nicht daran. Für die Ermittlungen schlüpft sie ein paar Tage bei ihrer Tante Ida in Spiez unter, um näher am Tatort zu sein. Ida ist ihr zudem eine grosse Hilfe, da sie die Mitarbeiter des Tropenhauses und die Umgebung gut kennt.

Mir haben Megan und Ida sehr gut gefallen. Megan ist Halbkenianerin und merkt, dass sie im Fitnesslevel etwas nachgelassen hat: „Nach wenigen Metern keucht Megan wie ein altes Flusspferd und nimmt sich vor, unbedingt wieder mehr Sport zu treiben, zwei Kniebeugen am Morgen reichen nicht.“ Wenn das gereicht hätte, wäre das ab sofort mein Sport! Ida ist ebenfalls eine interessante Frau, die ihren Kater Tizian über alles liebt – und er kann Megan nicht leiden. Regionalkrimis sind immer interessant, vor allem, wenn man die Gegend kennt. Es macht das Ganze aber auch ein wenig unheimlich, da es diese Orte eben tatsächlich gibt und ich öfters dort bin. Der Einstieg in die Reihe ist gelungen; das Buch hat sich flüssig lesen lassen und war spannend – 4 Sterne.

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Ein wichtiges Thema – weihnächtlich verpackt

Lichterzauber in Whispering Heights von Julie Larsen

Der Weihnachtsdekowettbewerb in Whispering Heights ist ein wichtiger Punkt in Maggies Agenda. Sie lebt sehr zurückgezogen, freut sich aber das ganze Jahr darauf, dass Familien im Advent zu ihrem Haus kommen und sich an den Lichtern erfreuen. Als Illustratorin ist es ihr wichtig, ein stimmiges Gesamtkonzept zu präsentieren.

Nicht umsonst hat sie bereits drei Jahre in Folge den Wettbewerb gewonnen. Dieses Jahr ist jedoch alles anders: ihr neuer Nachbar, Vincent, torpediert ihre Gestaltung. Als wäre das nicht genug, kommen beängstigende Gefühle auf…

Erster Eindruck: Ein idyllisch wirkendes weihnächtliches Cover – sehr schön!

Maggie arbeitet als Illustratorin von zu Hause aus – sie verlässt das Haus nur, wenn es nicht anders geht. In der Kleinstadt behaupten einige, sie sei wahrscheinlich eine Hexe. Oder ein Vampir, der nur bei Dunkelheit aus dem Haus geht. Den Einzug des neuen Nachbarn betrachtet sie mit Sorge.
Vincent ist Post-Doc der Literaturwissenschaften. Er ist für die Stelle in York aus seiner Heimat La Réunion gekommen und hofft, dass dieser Neuanfang auch seine innere Leere füllt. Aber der Anfang ist schwer: er kennt nichts und niemanden, er fühlt sich allein. Seine Nachbarin hat jedoch sein Interesse geweckt…

Maggie hat Angst- und Panikattacken. Und Selbstzweifel. Wenn sie wieder einmal aufgrund ihrer Angststörung an etwas gescheitert ist und somit ihre hohen Erwartungen an sich selbst nicht erfüllt wurden, ist dies niederschmetternd – physisch und psychisch. Das ist sehr eindrücklich geschrieben. Es ist ein Auf und Ab der Gefühle: in einem Moment läuft es gut und im nächsten Moment ist die Angststörung wieder omnipräsent und allesverschlingend. So wie Maggie bei Belastungen mit Angst reagiert, tut Vincent dies mit Kränkung. Angststörungen sind weitverbreitet und daher finde ich es sehr gut, dass für einmal die Hauptdarstellerin damit zu kämpfen hat. Die Leser:innen erhalten Einblicke, wie der Alltag bei Maggie aussieht. Aber auch, welche Auswirkungen die Angststörung auf ihre Eltern hat. Doch keine Sorge, das weihnächtliche Flair kommt nicht zu kurz!

Vielen Dank für diese aussergewöhnliche Weihnachts- und Liebesgeschichte. Wohlverdiente 5 Sterne!

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Detaillierte Beschreibungen mit Ekelfaktor

Du kennst sie von Meagan Jennett

Sophie Braam ist Barkeeperin – die Bar ist ihr Reich. Übergriffigkeiten von Männern ist sie gewohnt und weiss diese abzuwehren. Doch einmal ist ihr alles zu viel: Sie bringt den zudringlichen Typen kurzerhand um. Es sollte nicht der einzige Mord bleiben. Nora Winter ist Polizistin und hat mit Ressentiments von Männern – auch Berufskollegen – zu kämpfen, da sie schwarz und weiblich ist.

Einer ihrer Fälle führt sie mit Sophie zusammen, mit der sie sich anfreundet, obwohl sie das Gefühl hat, dass mit Sophie etwas nicht stimmt. Nora fahndet nach dem Serienkiller, währenddessen Sophie sich ein neues Opfer ausgesucht hat: Dan, Noras Lebenspartner…

Erster Eindruck: Ein interessantes Cover; erst beim zweiten Blick ist mir das Gesicht im Whisky-Glas aufgefallen. Auch die Haptik gefällt mir sehr gut.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Sophie und Nora erzählt.

Die Passagen von Sophie, wo sie über die Morde spricht, waren mir definitiv zu brutal – ich musste diese zügig hinter mich bringen. Diese Grausamkeit ist schockierend. Unvorstellbar, dass jemand zu so etwas fähig ist. Und doch zeigt die Realität, dass solche Taten durchaus verübt werden. Wie abgebrüht muss jemand sein, um so zu handeln? Ich kann so etwas nicht lapidar mit „Er/sie ist eben psychisch krank“ oder „Er/sie hatte eine schwere Kindheit“ abtun; das wäre mir zu einfach.
Die Morde nehmen Nora sehr mit – die Toten verfolgen sie sogar im Schlaf. Nora besinnt sich immer wieder auf die Aussagen ihrer Familie, dass sie sich im Alltag nicht provozieren lassen solle und gegebenenfalls auch noch die andere Wange hinhalten solle. Doch wie klein darf sich die Polizistin machen, wenn sie von den meisten ihrer Berufskollegen nicht akzeptiert wird? Was ist deren Problem? Noras Kompetenz, ihre Weiblichkeit oder die Tatsache, dass sie schwarz ist?

Zuerst habe ich nach ein paar Seiten jeweils eine Pause eingelegt, dann aber gemerkt, dass das der Geschichte nicht gut tat. Somit blieb ich länger dran und es wurde besser. Die Beschreibungen waren mir zu detailliert, was zudem die Geschichte sehr in die Länge zog. Aufgrund der für mich zu grossen Brutalität kann ich nicht mehr als 3 Sterne vergeben.

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Viele Emotionen

Sommer im kleinen Buchcafé an der Isar von Emilia Thomas

Das kleine Buchcafé, Band 2: Nelly ist Werbedesignerin in New York. Nachdem sie ihren Mann verloren hat, hat sie das Gefühl, dass ihr Teenager-Sohn Benjamin und sie sich immer mehr entfremden. Canan, ihre Mitbewohnerin aus Studienzeiten, schlägt ihnen vor, die Sommerferien in München zu verbringen.

Nelly freut sich, ihrem Sohn ihre alte Heimat zeigen zu können, er hingegen ist wenig begeistert. Nur leider sind die Probleme aus New York auch mit nach München gereist. Das Buchcafé von Lotte wird für sie zu einem Ort der Erholung. Als sie auf Alex und seinen Dalmatiner „Semmel“ trifft, weiss sie nicht, wie sie auf das ungewohnte Herzklopfen reagieren soll…

Erster Eindruck: Ein zum Buchtitel passendes Cover, nur die Katze und die Schmetterlinge sind für mich nicht stimmig.

Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden. Da ich jenen jedoch erst vor drei Tagen abgeschlossen habe, war ich noch ganz im Buchcafé-Modus drin.

Eine Auszeit der Probleme? Wäre schön, wenn das ginge. Nur leider sind diese von den USA nach Deutschland mitgereist. Nichtsdestotrotz freut sich Nelly, wieder in München zu sein, und Benjamin ihre liebgewonnenen Plätze zu zeigen. Sie hofft, dass Benjamin und sie wieder zu ihrem vertrauten Umgang zurückfinden. Als hätte sie im vergangenen Jahr, seit dem Verlust ihres Mannes, nicht genug geweint, erreicht das Mass an Schwierigkeiten einen neuen Höhepunkt – und sie den Tiefpunkt. Sozialarbeiter Alex wohnt und arbeitet im Quartier und trifft daher öfters auf Nelly, New-York-Nelly, wie er sie sodann nennt. Sein Hund heisst „Semmel“ – ist das nicht ein Knaller?

Das Münchner Flair wurde sehr gut transportiert, wenn auch das Kapuzinerviertel, in dem die Geschichte spielt, nur fiktiv ist. Nicht aber der Kocherlball im Englischen Garten, der seine Anfänge um 1880 hat, aber 1904 verboten und erst 1989 wieder neu belebt wurde. Sehr interessant, unbedingt mal googeln!
Es gibt Emotionen aller Art, denn nicht nur Nelly oder Benjamin haben mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, sondern auch Alex. Mehr möchte ich hierzu nicht erwähnen, denn ich will nicht spoilern. Lotte hat mir bereits im ersten Band sehr gefallen, und hier noch viel mehr. Es ist Zeit für einen Aufbruch, einen Neuanfang – auch bei Lotte. Von mir gibt es wohlverdiente 5 Sterne.

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Sehr schöner Reihenstart

Das kleine Buchcafé an der Isar von Emilia Thomas

Das kleine Buchcafé, Band 1: Marlene hat Literaturwissenschaft studiert und nun den Doktortitel erhalten. Das ist wohl etwas, worauf man stolz sein könnte. Nicht aber Marlene, denn sie findet keinen richtigen Job – einmal überqualifiziert, einmal zu wenig Erfahrung. Damit sie über die Runden kommt, nimmt sie einen Aushilfsjob in einem kleinen Buchcafé an.

Sie entwickelt Ideen, wie das in die Jahre gekommene Geschäft in die Neuzeit gehievt werden kann. Als Johannes das Buchcafé betritt, hinterlässt er mächtig Eindruck…

Erster Eindruck: Ein zum Buchtitel passendes Cover, nur die Katze und die Schmetterlinge sind für mich nicht stimmig.

Doktorin der Literaturwissenschaft – wow! Ja, das klingt wohl gut, aber erstens hat Marlene nicht mit den Bestnoten abgeschlossen und zweitens hat sie beim Lehrstuhl gekündigt, da sie ein Verhältnis mit ihrem Chef hatte. Oha! Ihre Mutter und ihr Opa – beide Koryphäen auf ihrem Gebiet – sind alles andere als begeistert. Marlene fühlt immer den Druck, sich beweisen zu müssen. Nun nimmt sie auch noch einen so läppischen Job an, das geht ja gar nicht. Für Marlene ist klar, dass dies nur vorübergehend sein wird, denn sie muss ja von irgendetwas leben und die Miete bezahlen. Die Arbeit im Buchcafé gefällt ihr viel besser als erwartet, kann sie sich doch selbst einbringen und sogar einen Schreibworkshop nach Ladenschluss abhalten. Johannes will seine Schwester Amelie, die am Workshop teilnimmt, abholen. Marlene befürchtet jedoch einen Überfall…

Marlene und Johannes haben mir beide sehr gut gefallen. Sie ist jedoch viel zu sehr davon abhängig, was ihre Familie von ihren Entscheidungen hält und bei Johannes und seinen Eltern gibt es ungelöste Konflikte. Die für mich interessanteste Figur war Lotte, die Besitzerin des Buchcafés: auf den ersten Blick etwas raubeinig und nicht sehr mitteilsam, doch je besser man sie kennt, desto mehr gibt sie von sich preis. Die Geschichte war im Nu ausgelesen und hat mich sehr gut unterhalten – 4 Sterne. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Eifelliebe

Auf Eifelwolke Nummer sieben von Carla Capellmann

Liane hat ihren Erbteil in ein Haus in der Eifel gesteckt – ohne ihren Freund Matthias vorgängig zu fragen, denn schliesslich ist es ja ihr Geld. Matthias ist wenig erfreut und wirft ihr vor, das Geld aus dem Fenster geworfen zu haben. Der Streit artet aus und endet in einer Beziehungsauszeit. Liane fährt in die Eifel, beginnt voller Tatendrang das Haus zu renovieren und lernt neue Menschen kennen.

Diese ungewohnte Freiheit gefällt ihr. Alles ist so klar und einfach. Als Matthias plötzlich vor ihr steht, weiss sie, dass doch nicht alles so einfach ist…

Erster Eindruck: Das Cover ist – wie von der Reihe „Sehnsuchtsorte“ gewohnt – sehr schön, Natur pur!

Liane und Matthias haben eine dreimonatige Auszeit vereinbart. Oha! Sie stürzt sich also in ihr Eifelabenteuer und lernt dabei zwei interessante Männer kennen: Joop, der Immobilienmakler, der ihr zu ihrem renovierungsbedürftigen Traumhaus verholfen hat, und Paul, der Leiter des Seminarhauses, das direkt an ihr Grundstück grenzt. Mit beiden versteht sie sich sehr gut. Aber sie sind lediglich Freunde, denn schliesslich hat sie ja Matthias, nur dass diese Beziehung vorübergehend „stillgelegt“ ist. Sie müsste sich mal Gedanken machen, wie es mit ihnen als Paar weitergehen soll.
Liane ist sehr spontan und in ihrem Aktionismus betr. Hauskauf bzw. -renovierung auch ein bisschen blauäugig (da muss ich Matthias recht geben, obwohl er ansonsten nicht so viele Sympathiepunkte bei mir gesammelt hat). Eben mal ein Haus zu kaufen ohne entsprechende Expertise? Nun ja, kann man ja mal machen... Sie beginnt mit dem Malern der Wände, schiebt aber die Problematik der Abflussrohre mal weit von sich – ein bisschen Farbe an die Wand und dann wird es schon gehen? Tja, herzlich willkommen Prokrastination!

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Die Beschreibungen der Umgebung und der Situationen waren sehr detailliert; für mich zuweilen zu sehr ausgeschmückt. Aus meiner Sicht hätte der Geschichte eine Straffung gutgetan; die Eifelliebe war jedoch sehr gut spürbar. 3 Sterne.

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Schön für zwischendurch

Die Farbe der Alpen von Christina Wermescher

Valerie Gschwendt übernimmt vorübergehend die Leitung der Künstleragentur ihrer Mutter, da sie sich einer Operation unterziehen muss. Dabei stellt Valerie fest, dass der erfolgreichste Maler, Konstantin Brauer, schon lange nichts mehr geliefert hat. Sie will den Künstler aufsuchen und ihrer Mutter dabei gleichzeitig beweisen, dass sie die Künstleragentur gut leiten kann.

Der Weg zum Künstler ist im wahrsten Sinne steil, denn dieser weilt in einer abgelegenen Berghütte. Er ist wenig über den Besuch erfreut, steckt er doch mitten in einer Schaffenskrise…

Erster Eindruck: Ein schönes, idyllisch wirkendes Cover – gefällt mir sehr gut.

Valeries Mutter Hedwig, pardon, sie will Hedy genannt werden, ist schon eine Nummer für sich. Sie ist sehr eitel, daher will sie auch nicht mit Hedwig angesprochen werden, da sie dieser Name alt macht. Glücklicherweise hat sie einen acht Jahre jüngeren Partner, denn einen so „Alten“ wie sie selbst ist, will sie nicht. Die Leitung der Agentur vorübergehend an die Tochter zu übergeben, fällt ihr gar nicht leicht, aber sie weiss, dass es nicht anders geht.
Nun ist Valerie voller Tatentrang: Kurz mal eben zu ihrem erfolgreichsten Künstler, nach dem nächsten Bild fragen – und am besten gleich mitnehmen – erledigt. Tja, so geht es eben nicht. Zuerst der steile Anstieg auf den Berg, dann die frostige Begrüssung und – als Kirsche obendrauf – der Hinweis, dass er seit einiger Zeit nicht mehr malt. Seine Muse hat ihn verlassen! Valerie hat nicht damit gerechnet, dass der Künstler so ruppig reagiert und nicht mehr malt. Das kann sie ihrer Mutter keinesfalls sagen!
Ich sah Valerie bildlich vor mir, wie sie den Berg hinaufklettert – guten Mutes und mit der Überzeugung, dass dies schnell abgewickelt sein wird. Dann steht sie vor der Hütte und kein Zeichen von Gastfreundschaft oder so. Aber Künstler wird ja nicht umsonst eine zarte Künstlerseele nachgesagt. Das hätte sie wohl vorher bedenken sollen…

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Die Geschichte hat sich flüssig lesen lassen und hat mich gut unterhalten – von mir gibt es 3 Sterne.

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