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Rezensionen von peedee:

Ungewohnt, aber gut

Die Linkshänderinnen von Heinrich Steinfest

Eine Zufallsbekanntschaft dreier Frauen auf einem Flug. Scheinbar nichts verbindet diese drei ausser das gleiche Reiseziel. Nein, halt, es gibt doch etwas: die Linkshändigkeit! Die Frauen bleiben in Kontakt und das Schicksal führt ihre Lebenswege so, dass sie zusammen eine kleine Cocktailbar, wo alles mit links erledigt wird, eröffnen.

Die Cocktailbar ist weit über die Stadtgrenzen bekannt. Als eines Abends insgesamt 35 französische Gäste scheinbar spurlos verschwinden, erreichen sie einen nicht erwünschten Bekanntheitsgrad. Wo sind die Gäste abgeblieben?

Erster Eindruck: Auf dem Cover ist eine Schere, und sonst nichts – interessant.

Ein Flug mit zwei randalierenden Gästen – nein, danke, die Reise fängt ja gut an! Um die Situation unter Kontrolle zu bringen, platziert das Personal andere Passagiere um. Nachdem die Raufbolde bei der Zwischenlandung das Flugzeug verlassen hatten, bleiben die Neo-Sitznachbarinnen Ruth, Nora und Tilda beieinander sitzen und sind in ihr Gespräch nach der Suche nach Gemeinsamkeiten vertieft. Die Versprechen, nach dem Flug in Kontakt zu bleiben, sind hier nicht nur leere Worte. Als sich Umbrüche in ihren jeweiligen Lebenssituationen ergeben, starten sie zu dritt neu durch und eröffnen eine Cocktailbar. Eine interessante Idee, alles auf ihre Linkshändigkeit einzurichten. Ich hätte jedoch erwartet, dass die Bar auch einen Namen trägt, der darauf hinweist. Aber vielleicht waren ihnen solche Namen zu profan oder sie waren bereits vergeben.

Als ich die Inhaltsbeschreibung gelesen habe, habe ich mich gefragt, wie „einfach so“ 35 Gäste verschwinden können. Nun ja, das war durchaus interessant. Es wurde spannend und dann… Kapitelende! Gefolgt von: 20 Jahre später… Oh, das kam unerwartet. Was soll ich zu diesem Leseerlebnis sagen? Ungewohnt? Überraschend? Schräg? Ja, ja und ein drittes Mal ja. Von mir gibt es 3 Sterne.

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Schwierige Beziehungen

Einen Tag nach dem anderen von Danielle Steel

Was macht man, wenn man Tochter einer berühmten Hollywood-Familie ist? Entweder mischt man bei diesem Zirkus ebenfalls mit oder zieht sich vollkommen zurück. Colette „Coco“ Barrington hat sich für den Rückzug entschieden und lebt als Hundeausführerin in Bolinas, Nordkalifornien. Ihre Mutter und Schwester meinen, sie sei ein Hippie und verschwende ihr Leben.

Als sie auf Hund und Haus ihrer Schwester Jane aufpasst, lernt sie Leslie Baxter – den berühmten Schauspieler – kennen, der vorübergehend bei Jane wohnt. Sie fühlen sich gleich zueinander hingezogen. Doch dies hat keine Zukunft, oder?

Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover – gefällt mir sehr gut.

Die Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel „One Day at a Time“.

Coco hat mir gefallen. Sie hat ihren Weg gefunden und liebt ihr Leben mit ihrem Hund am Strand von Bolinas. Ihr ist bewusst, dass sie den Job als Hundeausführerin nicht ewig machen kann und wird, aber im Moment ist es das Richtige für sie – und erst noch lukrativ. Jane, ihre Schwester, ist eine berühmte Filmemacherin, und hält überhaupt nichts von Cocos Leben. Sie sei eine Versagerin. Das denkt wohl auch die Mutter, eine berühmte Bestsellerautorin. Oje, das ist ja ein sehr ermutigendes Umfeld! Nein, ernsthaft, das fand ich so abschätzig, wie sich die beiden Frauen benommen haben. Nur was sie sagen, zählt etwas! Leslie Baxter findet für einige Zeit Unterschlupf in Janes Haus. Er muss sich vor seiner verrückten Ex-Freundin verstecken. Als berühmter Schauspieler hat er schon einige Marotten und Verrücktheiten erlebt, aber nicht so etwas wie mit seiner Ex-Freundin. Coco ist ganz anders als alle Frauen, die er bisher kennengelernt hat. Sie kennt den Hollywood-Zirkus, ist aber nicht beeindruckt.

Ich habe schon viele Bücher von Danielle Steel gelesen. Für mich ist das vorliegende Buch eines der schwächeren Werke. Warum? Lange Zeit war es ruhig, wirklich sehr ruhig. Fast drei Viertel des Buches gab es Liebeteuerungen „en masse“. Und dann immer wieder: „Sie liebten sich“; „Sie liebten sich erneut“; gefolgt von „Sie liebten sich nochmals“. Nun ja, das Romantikerherz findet eine funktionierende Beziehung durchaus schön, aber mit der Zeit fand ich dies sehr ermüdend. Denn abgesehen davon, dass sich Coco und Leslie von der Aussenwelt abschotteten, passierte einfach nichts. Und ich meine nichts. Im letzten Viertel kam dann – zum Glück – noch Schwung in die Geschichte. Und nur aufgrund dieses letzten Viertels kann ich nun 3 Sterne vergeben.

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Wenn die Guten nicht mehr gut sind

Kaltes Versprechen von Katharina Peters

Krølle und Just, Band 1: Kriminalpsychologin Hannah Jakob ist zu Hause auf der Treppe zu Tode gestürzt – ein tragischer Unfall. Wirklich? Kommissarin Rebekka Just von der Mordkommission Hamburg hat grösste Bedenken. Als die grosse Soko keine Ergebnisse bringt, wird sie auf ein Minimum reduziert: Rebekka ermittelt weiter.

Sie erhält Unterstützung von einer Ermittlerin aus Berlin und Krølle, einem Mann mit unkonventionellen Methoden. Durch die Recherchen werden etliche Gespenster aus der Vergangenheit geweckt…

Erster Eindruck: Das Cover ist düster; die Kerbe in der Mitte absolut passend für einen Thriller (gute Haptik).

Rebekka Just, die 28-jährige Kommissarin, ist noch neu beim LKA-Dezernat für Tötungsdelikte in Hamburg. Sie kannte Hannah und schätzte sie als Kollegin. Sie ist über deren Tod erschüttert – wie viele ihrer Kollegen –, und es ist ihr ein grosses Anliegen, den Fall aufzuklären. Sie glaubt nicht an einen Unfall. Piet Röver, ihr Chef, lässt ihr freie Hand, weist sie aber immer wieder darauf hin, dass es nicht ausreicht, etwas zu glauben, es müssen hieb- und stichfeste Beweise her! Rebekka bekommt Unterstützung von Lone Gelsing, einer Ermittlerin aus Berlin, da Hannah vorher auch dort beschäftigt war. Durch Lones Kontakt ergibt sich eine weitere – inoffizielle – Unterstützung: Krølle. Lässt sich Rebekka darauf ein, mit einem Schattenmann zu arbeiten, wohlwissend, dass sie seinen Namen nicht nennen darf?

Ich kannte bisher „nur“ die Krimireihe um Romy Beccare von Katharina Peters und war daher sehr gespannt auf einen Thriller von ihr. Und? Das Buch hat sich flüssig lesen lassen. Etwas Mühe hatte ich mit den vielen Protagonisten und den verschiedenen Fällen. Erstaunt hat mich zudem, dass Rebekka Just, als noch nicht so routinierte Ermittlerin nach der Redimensionierung der Soko quasi im Alleingang ermittelt. Aber nun denn, das ist vielleicht tatsächlich so üblich. Krølle, der Schattenmann, ist ein Verwandlungskünstler – er hat viele Verkleidungen und Masken in petto. Er ist ein absoluter Tiernarr und hat Hannahs Hund Kotti zu sich genommen. Das ist m.E. auch sein Schwachpunkt: Wenn er in der Öffentlichkeit mit dem Hund auftritt, könnte ihm das mal auf die Füsse fallen, denn schliesslich kann sich der Hund nicht plötzlich als Deutsche Dogge oder als Pudel verkleiden. Seine Erscheinungen im Traum fand ich etwas merkwürdig. Auf der Rückseite des Buches heisst es: „Ein Fall, der unsere Vorstellungen von Gut und Böse in ihren Grundfesten erschüttert“ – das ist absolut zutreffend. Von mir gibt es 4 Sterne. Bei der Fortsetzung bin ich wieder mit dabei.

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Ballaststoffe mit positiven Nebenwirkungen

Gamechanger Ballaststoffe von Matthias Riedl

Ballaststoffe sind nicht die Feinde des Körpers, sondern seine Superhelden. Wie bitte? Ja, denn eine ballaststoffreiche Ernährung ist gut für die Regulierung des Blutzuckers, schützt den Darm, verbessert die Cholesterinwerte – und hilft beim Abnehmen. Dr. Matthias Riedl, Ernährungsmediziner, Buchautor sowie ärztlicher Direktor und Gründer des medicum Hamburg, klärt auf.

Auf verständliche Art vermittelt er aktuelles Fachwissen rund um die Ballaststoffe, ergänzt mit 60 Rezepten und vielen Tipps für die Umsetzung im Alltag.

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir, ebenso der Buchtitel – her mit dem Gamechanger!

Dies ist mein drittes Buch des Autors nach „Iss dich gesund mit Dr. Riedl“ und „Gamechanger Protein“, welche mir beide sehr gut gefallen haben.

Es gibt wasserlösliche und wasserunlösliche Ballaststoffe, die nicht nur auf unseren Körper (z.B. den Darm) positive Auswirkungen haben, sondern auch auf die Psyche: „Ballaststoffe als Seelen-Boost“. Das gefällt mir. Positive „Nebenwirkungen“! Wie viel Ballaststoffe sollte man täglich zu sich nehmen? Dr. Riedl empfiehlt 30 – 40 g. Im Buch werden die Ballaststofflieferanten und ihrem -gehalt aufgeführt. Witzig ist für mich, dass Flohsamenschalen so ein Hit sind, denn diese enthalten pro 100 g ca. 80 g Ballaststoffe! Wow! Ich fand Flohsamenschalen bisher immer so etwas Merkwürdiges (es klingt ja schon so komisch), aber nun werde ich diese wohl auch mal einkaufen. Schwarzwurzeln sind auch ein sehr guter Ballaststofflieferant und kommt daher nebst der Hülsenfrüchte-Pasta auch auf meine Einkaufsliste. Wichtig ist, dass viel getrunken wird, was bei mir immer schon eine „Baustelle“ ist.
Die Rezepte im Buch geben erste Impulse für die Erhöhung der Ballaststoffe im eigenen Speiseplan. Bildtechnisch sind die Rezepte gut in Szene gesetzt, sehen aber für mich zuweilen sehr ungewohnt aus, nicht zuletzt, da einige Zutaten mir bisher nicht so gut geschmeckt haben, wie z.B. Tofu, Kefir, Chiasamen. Mir gefällt, dass Dr. Riedl empfiehlt, die Veränderung in der Ernährung in kleinen Schritten zu gehen, ansonsten sich der erwünschte Erfolg nicht einstellen wird und stattdessen Verdauungsbeschwerden drohen. Und DAS will bestimmt niemand!

Ich gebe es zu: Ich bin verwirrt. Bei der zunehmenden Anzahl von Gesundheitsratgebern – auch von Herrn Dr. Riedl – weiss ich je länger je weniger, wie ich mich am besten zu ernähren hätte: Was, wann und wie oft ich nun essen sollte oder es eben bleiben lassen müsste. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Monstermässig!

Manno Monster und ich von Katja Reider

Manno Monster, Band 1: Wenn Jussi abends das Licht löscht, fürchtet er sich vor Monstern. Wer hat sich nicht auch schon vor Monstern gefürchtet? Aber dieses Mal hört er noch ein merkwürdiges Geräusch. Unter seinem Bett. Mutig leuchtet er mit seiner Taschenlampe unters Bett: Woahhhhhh! Ein echtes Monster! Und was nun? Jussi stellt fest, dass Manno, so heisst das Monster, ziemlich nett ist, und gar nicht so angsteinflössend.

Das ist ein Problem, denn genau das sollte Manno eben tun: anderen Kindern Angst machen. Für Kinder ab 7 Jahren; illustriert von Daniela Kohl.

Manno ist süss. Schon klar, dass ein Monster es nicht mögen würde, als „süss“ bezeichnet zu werden. Aber trotzdem – er ist süss! Nein, jetzt ernsthaft: Manno macht seinen Job als Monster sehr gut, auch wenn er meint, das dem nicht so sei. An der Graf-Glibber-Gesamtschule in Wildesmonsterhausen hat er einiges gelernt. Es gefällt ihm jedoch nicht, dass er immer an seinem viel furchteinflössenderen Bruder gemessen wird. Das ist doof. Jussi und Manno stellen fest, dass sie beide an ihrer Schule schwierige Fächer haben: Bei Jussi ist es Mathe, wo Papa immer mit ihm übt, und bei Manno das Albträume Verursachen – er bekommt sogar Nachhilfe! So wie Manno einen grösseren Bruder namens Karacho hat, hat Jussi eine grössere Schwester: Leo, eigentlich Leonie. Sie ist zickig und nervt. Alles ist bei ihr geheim. Superwichtig. Zum Glück hat Jussi einen Freund, Adam, mit dem er abhängen kann. Aber da ist noch Vince – der Sohn der Nachbarn, der immer fies zu ihm ist. Wie können Manno und Jussi einander bei ihren Problemen helfen?

Es ist nicht schlimm, auch mal Angst zu haben. Das geht allen Jungs und Mädchen zwischendurch so. Wunderbar, wenn man Freunde hat, die einem helfen, Probleme zu lösen. Eine sehr schöne Geschichte über Angst, Freundschaft und Individualität. Die Illustrationen gefallen mir sehr gut, die Textmenge pro Seite ist angemessen. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Bühne frei!

Grappa macht Theater von Gabriella Wollenhaupt

Grappa, Band 3: Als Journalistin beim Bierstädter Tagblatt muss Maria Grappa des Öftern Veranstaltungen besuchen, die nicht so ihr Ding sind – wie diese Theaterpremiere. Der gefürchtete Kritiker Nello von Prätorius ist auch dabei; die Schauspieler hoffen auf das Beste, müssen aber mit dem Schlechtesten rechnen.

Doch schlecht läuft es nur für von Prätorius: Er wird entführt und sodann ermordet! Welche Rolle spielt der Geheimbund namens „Loge“? Und Autorenfreund Lazarus Beutelmoser, der seit Jahren unter einer Schreibblockade leidet, aber unlängst verkündete, ein Meisterwerk zu veröffentlichen?

Erster Eindruck: Das Cover entspricht gestalterisch so gar nicht meinem Geschmack.

Meine Buchausgabe ist von 2013, doch die Erstveröffentlichung des Buches war bereits 1994. Dies nur als Hintergrundinfo, da in einer Telefonzelle telefoniert wird und Sascha Hehn in der TV-Serie „Traumschiff“ ist. Einleitend gibt es ein hilfreiches Personenregister. Dies ist Band 3 einer Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden.

Der Theaterkritiker von Prätorius ist nicht unbedingt ein Sympathieträger. Es ist verrückt, dass es Leute gibt, die nur auf das Schlechte warten, um dann auf diesem Punkt herumzureiten und das Werk buchstäblich in Stücke zu reissen. Positive Kritik findet sich bei ihm wohl selten. Schade. Die junge Hauptdarstellerin hofft auf das Sprungbrett, die ganz grosse Karriere.

Maria Grappa hat mir wiederum sehr gefallen. Die diversen Zitate aus Theaterstücken oder Klassikern jedoch weniger. Es amüsiert mich, wie Maria unerschrocken auf Leute zugeht und mal auf gut Glück Aussagen von sich gibt, in der Hoffnung, ihr Gegenüber würde dann schon „anbeissen“ oder sich verraten. Bei ihren Ermittlungen geht sie übrigens im Stil von Agatha Christie vor. Es dauerte nicht lange, bis sie den Mörder gefunden hatte. Ein glasklarer Fall! Obwohl, eigentlich, wenn sie länger darüber nachdachte… Hach, Maria, so einfach ist es eben doch nicht!

Die Autorin hat viel Fantasie in Bezug auf die Namen der Protagonisten: von Prätorius, Beutelmoser, Feudel, „Putzi“, Bollhagen-Mergelteich. Von mir gibt es 3 Sterne und ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Hab Träume!

Edward von Stechowsky von Moritz Neumeier

Kennst Du Edward von Stechowsky? Er ist eine ganz besondere Mücke, denn er will einfach nicht einfach so stechen, wie seine Kolleginnen und Kollegen. Sie sagen, er sei verrückt. Dabei hat er doch einen Traum. Einen grossen Traum. Er will etwas ganz Grosses stechen! Per Zufall sieht er Werbung für einen Zoo und schmuggelt sich sogleich in ein Auto, das dorthin fährt.

Dort hat es viele Tiere: kleine, mittlere und ganz Grosse. Im Elefantenhaus soll sein Traum in Erfüllung gehen… Eine Geschichte in Reimform für Kinder ab 5 Jahren. Illustriert von Timo Zett.

Edward will also nicht stechen. Als Mücke! Gibt’s denn sowas? Ja, und das ist auch richtig so. Es muss nicht jeder das Gleiche machen oder gut finden. Wenn man Träume hat, soll man diese auch verfolgen. Es kann zwar nicht jeder Traum in Erfüllung gehen, aber der von Edward schon!

„Glaub mir, unter all den Mücken
haben viele sich empört.
Manche hinter seinem Rücken.
Manche so, dass er sie hört.“

Die Geschichte über Edward ist nicht sehr lange und die Texte halten sich auch in Grenzen – meines Erachtens passend für Kinder ab 5 Jahren. Das Büchlein ist liebevoll illustriert und zeigt u.a. den Alltag einer Mücke: sie muss also auch einkaufen, aufräumen, den Müll rausbringen. Die Illustrationen lassen viel Platz für eigene fantasievolle Erzählungen. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Sehr guter Reiheneinstieg

Strictly Business von Carrie Elks

Salinger Brothers, Band 1: Ava Quinn ist mit Leib und Seele Cheflektorin in einem kleinen Kinderbuchverlag in Charleston. Als sie nach ihrem Urlaub zurück ins Büro kommt, wird sie von Neuigkeiten überrumpelt: Der langjährige Vertragsleiter wurde kurzerhand in den Vorruhestand geschickt. Sein Nachfolger ist Myles Salinger.

Ausgerechnet Myles! Ava hat mit dem New Yorker Cheflektor des Medienkonzerns, der ihren Verlag aufkaufen will, schon zu tun gehabt. Es waren keine angenehmen Begegnungen. Nun kommandiert er alle herum, insbesondere Ava. Sie hat im Urlaub ihre Lebensplanung überdacht und einen Entschluss gefasst, der jedoch durch die aktuellen Entwicklungen in Gefahr zu sein scheint…

Erster Eindruck: Das Cover hebt sich von anderen Büchern ab, was ich sehr gut finde, auch wenn es mir farbtechnisch nicht so entspricht. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich nicht.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie Ava sich im Urlaub entspannt und sich endlich zu einem Entscheid durchgerungen hat: Sie will ein Baby. Sie hat zwar keinen Vater dazu, aber eine Kinderwunschklinik kann da Abhilfe schaffen. Sie hat einen Termin vereinbart. Aber die Entwicklung im Büro bringt alles ins Wanken: Ist ihr Job in Gefahr? Was sollte sie tun, falls sie gefeuert würde? Alleinerziehend und ohne Job? Ihre Freundinnen Sophie und Lauren stehen ihr immer zur Seite. Es ist wunderbar, solche Freundinnen zu haben, die einen schon jahrelang begleiten.
Myles ist nicht begeistert, in Charleston vorübergehend die Leitung zu übernehmen. Er und Ava sind eigentlich gleichgestellt und trotzdem hat er nun das Sagen. Ava ist aber nicht jemand, der einfach so alles hinnimmt. Nein, sie kämpft für ihren Job und ihre Kolleg:innen. Die hitzigen Gespräche lassen seinen Blutdruck steigen, denn Ava gefällt ihm. Sogar sehr. Aber das darf nicht sein… Sagt wer?

Ich bin ein klein-wenig-fast-gar-nicht-spürbar reihenanfällig und freue mich daher immer, wenn ich auf neue, gute Unterhaltung versprechende Reihen stosse. Das „Strickmuster“ bei solchen Reihen ist zwar bekannt, aber es ist stets interessant, zu sehen, wie sich die Beziehung entwickelt. Mir haben Ava und Myles sehr gut gefallen – ich finde es toll, dass die beiden nicht in ihren Zwanzigern sind, sondern Ende Dreissig/Anfang Vierzig. Die Familie von Myles hat mich begeistert und ich freue mich auf weitere Geschichten rund um die Salinger Brothers – 4 Sterne.

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Grosse Schwermut

Maja & Natascha von Elyse Durham

Leningrad, 1958. Maja und Natascha sind Zwillingsschwestern, deren Mutter Elisaweta kurz nach der Geburt gestorben war. Ihr Vater ist unbekannt. Wie einst ihre Mutter und auch ihre Patentante leben sie für das Ballett. Sie wissen, nur der Tanz auf höchstem Niveau kann ihnen ihre Träume erfüllen: mit der Kirow-Kompanie um die Welt reisen.

Das neuste Gesetz erlaubt nur einer Person pro Familie, das Land zu verlassen. Die Schwestern sind plötzlich Konkurrentinnen – vergessen ist die jahrelang verspürte Nähe. Wer ist die Bessere? Wie weit sind sie bereit zu gehen?

Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlages gefällt mir sehr gut (auch wenn ich keine Schutzumschläge mag).

Nach dem Prolog von 1941, in dem die Zwillinge geboren wurden, begann die Geschichte im Jahr 1958. Maja und Natascha sind an der Waganowa, der renommierten Ballettschule. Das Ziel ist allen bewusst: nach dem Abschluss in die Kirow-Kompanie zu kommen. Dafür vergiessen die Schwestern und ihre Kolleg:innen viel Blut, Schweiss und Tränen. Doch für sie scheint es in ihrem Land der einzige Weg, etwas erreichen zu können. Es ist zwar ihre Heimat, aber der Staat setzt so viele Grenzen, dass nur der Traum an ein besseres Leben – im Ausland – sie durchhalten lässt.

„Ohne Natascha zu sein, war für sie, als fehlte ihr ein Lungenflügel – und wer könnte so leben?“ (Maja)

„Ich bin müde. Müde von alldem. Müde, mich um dich zu kümmern. Müde, für dich zu sorgen, deine Gefühle zu schützen.“ (Natascha)

Ich bin weder Kennerin des Balletts noch ein Fan davon. Aber ich bekomme immer sehr gern lesetechnische Einblicke in mir unbekannte Welten, hier eben das Ballett. Es ist beeindruckend, mit welcher Leidenschaft die Eleven ihren Traum verfolgen – sie leben für das Ballett; Unfälle können jederzeit ihre Träume platzen lassen. Zwischen den einzelnen Abschnitten gab es grössere Zeitsprünge, in denen Dinge passiert sind, die mich interessiert hätten. Mir hat der Debütroman gut gefallen, wenn auch die ganze Zeit ein grosser Schwermut vorlag, der meine Lesefreude trübte. Das Ballett hat den Frauen einiges gegeben, aber noch viel mehr genommen. Es hat mich traurig gemacht, wozu die Schwestern fähig waren. Eine Tragödie für die Schwestern, aber auch für Katuscha, deren Patentante. Ihre Rolle kam für mich zu kurz. Von mir gibt es 3 Sterne.

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Die Königin des Pop

Beyoncé. 100 Seiten von André Boße

Beyoncé Giselle Knowles ist 1981 zur Welt gekommen. Als Beyoncé wird sie später eine grossartige Karriere machen, zuerst als Teil der Girlgroup „Destinys Child“, aber insbesondere als Solokünstlerin. Ihr Erfolg ist bis heute ungebrochen. Sie ist ein Star mit einem riesigen Imperium und entsprechend vielen Mitarbeitenden und Fans um sich.

Der „BeyHive“ (Wortspiel Beyoncé und Bienenstock) brummt. Der Autor beleuchtet auf 100 Seiten ihr Leben als Künstlerin, Unternehmerin, Ehefrau und Mutter. Und Verfechterin des Feminismus‘.

Erster Eindruck: Das Cover passt gut zu den anderen der Reihe „100 Seiten“.

Bin ich ein Beyoncé-Fan? Nein, denn ansonsten hätte ich wohl nicht zu einem solchen Büchlein gegriffen (ausser um die Fan-Literatur zu komplettieren). Ich mag ihre Musik, habe aber keine ihrer Alben zu Hause. Zu diesem Buch gibt es eine Extra-Playlist, was ich eine wunderbare Idee finde. Es ist jedoch ein (kostenloses) Spotify-Konto erforderlich, um darauf zugreifen zu können. Ich habe daher ein bisschen Musik auf Youtube angehört.

Beyoncé ist eine wandelbare Frau; sie erfindet sich und ihre Musik immer wieder neu: mal mehr Soul und R ‚n‘ B, Pop, dann mal Richtung Country – warum nicht? Wer setzt hier Grenzen? Sie wagt etwas – es kann gelingen, muss aber nicht zwangsläufig. „Manchmal verliert man. Du bist nie zu gut, zu gross oder zu smart, um nicht zu verlieren. Es passiert.“ Sie ruht sich auch nicht auf ihren Lorbeeren aus: „Wenn ich ein Ziel erreicht habe, muss ich mir schnell ein neues stecken. Die Leute haben das Beste von mir noch gar nicht gesehen. Ich selbst übrigens auch nicht.“ Diese Aussage gefällt mir.

Feminismus, das Leben als schwarze Frau, Afrokultur und Unternehmertum sind einige der behandelten Stichworte. Dies war für mich das dritte Buch aus der Reihe „100 Seiten“, nach denen über Martin Luther King und Rainer Maria Rilke – ein buntes Potpourri. Die Reihe gefällt mir, da sie einen guten Überblick über die Person (bzw. das gewählte Thema) und zudem weiterführende Literaturtipps gibt. Mir hat das Büchlein sehr gefallen; von mir gibt es 4 Sterne.

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