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Rezensionen von peedee:

Ein bunter Mix an Erzählungen

Der Zitronenbaum in meinem Garten von Andrea L'Arronge

Die Schauspielerin Andrea L’Arronge erzählt aus ihrem Leben: Wie sie schon früh in der Schauspielerei Spuren hinterliess, mit grossen Namen drehen durfte, sie aber plötzlich einen Punkt in ihrem Leben erreichte, wo sie zweifelte. War dieses Leben noch das Leben, das sie eigentlich führen möchte? Körper und Geist zeigen ihr die Antwort: Sie muss sich von Bekanntem lösen und sich auf Neues einlassen.

Dazu gehört auch die Trennung nach 33 Jahren von ihrem zweiten Mann. Sie verändert sich auch örtlich und hat nun einen Zweitwohnsitz in einem kleinen Ort in Italien, wo ihr Zitronenbaum wächst und gedeiht…

Erster Eindruck: Ein aussergewöhnlicher Buchtitel; ein schönes Foto der sympathischen Schauspielerin.

Ich „kenne“ Andrea L’Arronge aus dem Fernsehen wie z.B. „Die Schwarzwaldklinik“ (lang, lang, ist’s her!) und den Medien, sprich, ich kenne sie natürlich nicht wirklich. Ich war daher sehr gespannt, ein paar Einblicke in ihr Leben zu bekommen. Nebst der Schauspielerei betreibt Frau L’Arronge auch das Synchronsprechen, wo sie u.a. die deutsche Stimme für Pippi Langstrumpf war.

Es kam mir so vor, als würde ich bei Andrea L’Arronge auf dem Sofa sitzen und ihr Kaffee trinkend beim Erzählen zuzuhören – gemütlich. Es gab lustige Episoden aus der Schauspielerei, aber auch sehr ernsthafte Themen wie z.B. die Beziehung zu ihrer Mutter, das Scheitern ihrer ersten Ehe mit grossen Schulden, das Ende der zweiten Ehe nach 33 Jahren (das muss man jedoch zuerst mal schaffen!). Oder die grösste Frage überhaupt: „War es das jetzt?“

Amüsiert hat mich ihr Einstieg als Immobilienbesitzerin in Italien. Da lief bei weitem nicht alles wie gewünscht! Und das bei ihren anfänglich fast nicht vorhandenen Italienischkenntnissen.

Sie zitiert etliche bekannte Persönlichkeiten, spricht über Seher, Schamanismus, Ayurveda, Politik, Wissenschaft, Geld, Social Media – eine bunte Palette. Ich bedanke mich für die Einblicke in ihr Leben; 3 Sterne.

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Leider nur 2 Sterne, schade

Die Bücherfreundinnen - Ein neues Kapitel von Marie Bernstein

Die Bücherfreundinnen, Band 1: Aurora Bernardi ist durch und durch ein Bücherfan. Sie liebt es, in der kleinen Buchhandlung im ostschweizerischen Herzried andere Lesefreudige zu beraten. Wie die Chefin ihr eröffnet, ist die finanzielle Situation jedoch prekär und eine Entlassung ist nicht auszuschliessen.

Aurora und ihre beiden Freundinnen schmieden einen Plan: Ein grosses Bücherfestival soll die Buchhandlung retten! Die amtliche Bewilligung zu erhalten, ist schwierig. Der Sohn des Zuständigen will ihr helfen und fordert als Gegenleistung die Begleitung als sein Fake-Date zu einer Hochzeit…

Erster Eindruck: Ein buntes, auffälliges Cover – gestalterisch nicht ganz mein Geschmack. Es erstaunt mich, dass der Reihentitel grösser als der Buchtitel geschrieben ist.

Ich bin ein kleines-bisschen-fast-gar-nicht-spürbar reihenanfällig. Daher habe ich gleich zu diesem Buch gegriffen und mich sehr auf die Lektüre gefreut. Leider folgte meiner Euphorie bald die Ernüchterung:

Die Autorin ist gemäss Bio aus der Schweiz und die Geschichte spielt in der Schweiz. Es ist komisch, dass sie dann von „Bürgermeister“ spricht, obwohl das oberste politische Amt in der Schweiz ein Gemeinde- oder Stadtpräsident ist (mit Varianten je nach Kanton). Hat sie dies gemacht, um die Zielgruppe, die wohl hauptsächlich in Deutschland lebt, besser anzusprechen? Es wurden zig schweizerische Begriffe benutzt, die zum Teil nicht erklärt wurden (z.B. Twint oder Mundartwörter). Weshalb wurde kein Glossar erstellt? Nebst diesen Dingen fand ich störend, über zig Zeilen das gewählte Outfit erörtert zu erhalten, was überhaupt keinen Mehrwert für die Geschichte bot. Aurora stampft kurz ein Festival aus dem Boden, um die Buchhandlung zu retten, obwohl die Chefin gar nicht dafür war und dies erst noch ohne Geld, um in Vorleistung zu gehen. Das fand ich naiv. Aurora kam mir zuweilen wie ein Teenager vor, und nicht wie eine 27-jährige Frau. Wenn ihr Angebeteter sich nicht umgehend meldete, war das schon Ghosting – kann sie nicht selbst Kontakt aufnehmen? Seufz…
Was mir jedoch gut gefallen hat, ist einerseits die Freundschaft der drei Frauen – es ist schön, solche Menschen an seiner Seite zu wissen – und andererseits die Liebe zu den Büchern. Diese Punkte konnten es jedoch nicht mehr rausreissen, so dass ich leider nur 2 Sterne vergeben kann, schade.

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Viele Emotionen

Polwenna Bay – Wo das Glück zuhause ist von Ruth Saberton

Polwenna Bay, Band 1: Summer Penhalligan ist aus London geflüchtet – sie musste einfach weg. Weg von ihm. Von Justin, ihrem Verlobten. Wo konnte sie anders hin als nach Polwenna Bay? Ein paar Tage zur Ruhe kommen und dann entscheiden, wie es weitergehen kann. Als sie auf Jack Tremaine trifft, der sie vor vielen Jahren verlassen hatte, schlägt ihr Herz plötzlich schneller.

Jack ist bei ihrem Wiedersehen nicht überrascht, nein, geschockt trifft es besser. Er hat ihre Trennung nie verkraftet, hat seine Heimat verlassen und ist noch nicht lange zurück. Aber was ist mit Summer los?

Erster Eindruck: Ein idyllisches Cover – gefällt mir sehr gut.

Dies ist der Einstieg einer Reihe, für mich jedoch bereits der dritte Band, da ich mit Band 2 begonnen habe.

Summer hat Karriere gemacht: Ihre Mutter hat mit ihr früh darauf hingearbeitet, Karriere zu machen. Sie wurde Model und sodann Schauspielerin. Ihre beiden Brüder arbeiten mit ihrem Vater als Fischer, wie so viele in ihrem Dorf. Summer ist ein Promi, und erst noch mit einem Fussballprofi verlobt! Der Himmel auf Erden! Tja, leider mehr Hölle als Himmel. Aber das ist ihr Geheimnis und es muss auch unbedingt eines bleiben. Jack merkt gleich, dass mit Summer etwas nicht stimmt, aber er weiss auch, dass sie ihre Zeit braucht, um sich ihm anzuvertrauen. Er merkt auch, dass er die Trennung nie wirklich überwunden hat. Aber diese Gefühle für sie dürfen einfach nicht sein, denn sie ist verlobt!
Da die Geschichte jeweils aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt wird, weiss die Leserin mehr als die Protagonisten. So erfährt man, was alles in deren Köpfen vorgeht und wie viele Missverständnisse es gibt. Morwenna „Mo“, eine Schwester von Jake und einstige beste Freundin von Summer, ist über deren Rückkehr gar nicht erfreut, denn sie weiss, wie Jake nach ihrer Trennung gelitten hat. Mo erinnert sich nur zu genau…

In der Original-Inhaltsbeschreibung steht, dass dies die Geschichte von Summer und Jake ist. Das stimmt wohl, aber es gibt noch zwei weitere Geschichten, die aus meiner Sicht zum Teil die eigentliche Hauptgeschichte überlagert haben. Nun denn, so war Platz (auf immerhin 507 Seiten!) für jede Menge Emotionen. Das Buch hat sich flüssig lesen und ich vergebe gerne 5 Sterne.

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Die Spannung hat lange auf sich warten lassen

Bachelorette Party von Camilla Sten

Anneliese hat zu einem Junggesellinnenabschied auf eine abgelegene Schäreninsel eingeladen: ein Wellness-Wochenende unter Freundinnen. Alles könnte so schön sein, doch für Podcasterin Tessa ist es ein Auf und Ab der Gefühle, da dort vor zehn Jahren vier Frauen spurlos verschwanden. Sie möchte gerne herausfinden, was aus den Frauen geworden ist.

Ob ihr das gelingt? Die einzige Verbindung zum Festland ist ein Festnetztelefon und ein Boot an der Anlegestelle. Als letzteres im offenen Meer treibt und eine Teilnehmerin tot aufgefunden wird, fängt der Alptraum erst an…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir gut; es passt sehr gut zum Buchtitel. Ich mag es jedoch nicht, dass deutsche Bücher englische Titel haben; immerhin ist noch ein deutscher Untertitel dabei.

Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt, beginnend mit dem Prolog im Jahr 2012: Vier Frauen, die sich Freundinnen nennen, treffen sich einmal jährlich, haben aber eigentlich wenig bis gar nichts miteinander gemein. Und bei jenem letzten Treffen kommt es zur Tragödie…
Zehn Jahre später, 2022: Tessa muss/soll auf die Junggesellinnenabschiedsparty mit. Sie geht nur aus einem Grund mit: Die Party findet auf Isle Blind statt, wo sie seit Jahren schon hinwollte, aber nicht konnte, da sie im Privatbesitz ist. Ihre Faszination für True Crime ist interessant. Sie meint, wenn sie mehr über den alten Fall der „Verschwundenen von Nacka“ wüsste, könnte sie sich davor schützen, selbst in eine solche Lage zu kommen. Ach ja? Die Frauen rund um Anneliese nennen sich ebenfalls Freundinnen, aber haben sich eigentlich auch nicht viel zu sagen. Rasch drängten sich bei mir sehr viele Fragen auf, die aber erst sehr spät und dann auch nur teilweise beantwortet wurden.

„Ich möchte mich zusammenrollen, die Augen schliessen und weinen. Ich möchte hier sitzen, im Schatten der Bäume, bis jemand kommt, um mich zu holen. Jemand, der alles in Ordnung bringt. Ein richtiger Erwachsener. Jemand, der weiss, was zu tun ist.“

Ich bin im wahren Leben kein Fan von grossen Partys und/oder Junggesellinnenabschieden. Aber eine schöne Location mit Blick auf das Meer ist grundsätzlich schon schön, dazu gute Gespräche, delikates Essen, bitte keine Partyspiele und Alkohol auch nur in kleinen Dosen. Tja, wie gesagt, ich bin kein Fan von solchen häufig ausufernden Festivitäten. Aber lesetechnisch bin ich auf jeden Fall dabei. Ich fühlte mich weder in dieser Frauengruppe noch auf der Insel wohl. Ich fand es übrigens nicht passend, einerseits ein Yoga-Retreat zu machen, aufs vertiefte Atmen zu achten, vegan zu essen, Digital Detox etc., aber andererseits Alkohol in Strömen zu konsumieren.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, doch bis zur Hälfte fehlte mir die Spannung (es gab wohl unterschwellig eine unangenehme Stimmung), dann kam sie endlich. Aufgrund der für mich besseren zweiten Hälfte vergebe ich 4 Sterne.

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Würklech schön

We das jede wett von Walter Däpp

Walter Däpp hat seine „Morgengeschichten“ auf Berndeutsch aufgeschrieben. Diese Kurztexte kamen zwischen 2002 und 2006 als „Worte zum Tag“ im Schweizer Radio, einst zweieinhalb Minuten, später nur noch eineinhalb Minuten lang. Darin verpackte er Wichtiges und Unwichtiges – einfach den Alltag.

Erster Eindruck: Ein etwas dunkle Gestaltung des Covers; der Buchtitel gefällt mir sehr gut.

Ich mag Mundartgeschichten sehr gerne, denn schliesslich ist Berndeutsch („Bärndütsch“) meine Muttersprache, und nicht etwa die Standardsprache, das sogenannte Hochdeutsch. Je nach Region, in der man wohnt, hat der Dialekt eine andere Färbung: Im Seeland wird anders gesprochen als in der Stadt Bern, im Oberland oder im Emmental.

Es sind hundert Kurzgeschichten, die in verschiedenen Kapiteln zusammengefasst wurden, wie z.B. „lut u lysli“ (laut und leise), „hütt u geschter“ (heute und gestern) oder „frömd u vertrout“ (fremd und vertraut).
Der Titel des Buches „we das jede wett“ (wenn das jeder wollte) ist ein Ausdruck, den man im Alltag immer wieder verwendet: Wo käme man hin, wenn dies alle wollten? Der Autor erzählt von so vielen Kleinigkeiten im Alltag, wie z.B. vom Grüssen fremder Menschen, dem Vorplatz des Bundeshauses, vom Fotografieren tausender Details anstelle richtigem Hinsehen im Augenblick, dem Zahnarztbesuch oder vom Auswechseln der leeren Klopapierrolle.

Das Buch (bzw. Büchlein) mit seinen 120 Seiten war schnell ausgelesen. „Es hett mer cheibe guet gfaue“ (es hat mir sehr gut gefallen) – von mir gibt es 4 Sterne.

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Sehr eindrücklich

Wo Jesus barfuß geht von Markus Freudiger; Katharina Freudiger

Markus und Katharina Freudiger wollten bereits als junges Ehepaar etwas Gutes für diejenigen tun, die nichts haben. Sie folgten dem Ruf von Gott nach Indien, in einen Slum in Kolkota (früher Kalkutta). Dort lebten sie mit den anderen im Slum – es ging nie darum, den anderen von oben herab zu zeigen, wie es besser ginge, sondern darum, MIT ihnen zu leben und das Bestmögliche daraus zu machen.

Sie beten für eine „Person des Friedens“ und werden erhört, wenn auch anders als erwartet. Die Geschichte wurde mit Unterstützung von Daniel Gerber aufgeschrieben.

Erster Eindruck: Buchtitel und Cover sind bereits eindrucksvoll – ich spürte gleich das Gewusel in der Stadt.

Ich lese sehr gerne Erfahrungsberichte, die vom Glauben handeln, da ich immer spannende Einblicke in andere Leben, Welten, Ansichten gewinne. Und auch immer wieder etwas lerne, hier bereits in der Inhaltsbeschreibung: Mir war nicht bewusst, dass Kalkutta nun Kolkata heisst (und das bereits seit 25 Jahren!). Wie kommt ein Schweizer Ehepaar dazu, mit christlichem Hintergrund in einem hinduistischen geprägten Slum arbeiten zu wollen? Welche Bilder kommen mir in den Sinn, wenn ich „Slums“ und „Indien“ lese? Nun ja, da wären z.B. Armut, Elend, Hitze, ungewohntes und wenig abwechslungsreiches Essen, katastrophale hygienische Bedingungen, Lärm, unsagbar weit entfernt von meiner persönlichen Komfortzone. Gerade letzteres ist natürlich sehr subjektiv und sehr oberflächlich. Ich bewundere den Mut, den die Freudigers hatten, sich in das Abenteuer in Indien zu stürzen. Es braucht Leute wie sie, die vor Ort die Menschen unterstützen.
Der Einstieg war schwierig, denn eigentlich hätten sie mit einem befreundeten Ehepaar die Aufgaben teilen sollen, aber bereits bei der Ankunft teilt ihnen der Mann mit, dass seine Familie in Kürze wieder in ihre Heimat zurückkehren würde – die Situation hätte sie überfordert. Bumm! Das ist heftig, wenn gleich zu Beginn die eh schon fremde Welt gleich nochmals aus den Angeln gehoben wird, indem die Arbeitskollegen die Segel streichen und abreisen.

Freudigers erzählen von ihrem Anfang in Indien, der über 20 Jahre zurückliegt. Sie blieben insgesamt sieben Jahre dort, bekamen den ersten Sohn. Bei der Schwangerschaft zum zweiten Sohn war es für die Familie Zeit, wieder in die Schweiz zurückzukehren. Zurück im alten Leben? Nicht ganz. Das „alte“ Leben ist zwar bekannt, aber die vielen Eindrücke aus Indien haben die Freudigers verändert. Sie wollen auch in der Schweiz Gutes tun, wenn auch aus der Ferne. So kommt es u.a. dazu, dass Markus Freudiger für die Lepra-Mission Schweiz tätig wird. Lepra – eine tragische Krankheit mit Ausgrenzung der Betroffenen. Die Geschichte der Freudigers und ihrer Begegnungen hat mich sehr beeindruckt – vielen Dank. 5 Sterne.

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Vertrauen und Verzeihen

Polwenna Bay – Wo das Leben neue Wege findet von Ruth Saberton

Polwenna Bay, Band 3: Jules Mathieson ist Pastorin in Polwenna Bay. Sie nimmt ihre Aufgabe und ihren Glauben sehr ernst und hat stets für alle Anliegen der Gemeindemitglieder ein Ohr offen. Danny Tremaine, Kriegsveteran, kämpft mit der Trennung von seiner Frau und dem Ende seiner Karriere. Jules und Danny werden durch lange Spaziergänge Freunde.

Aber es darf nicht mehr werden, denn Danny ist nach wie vor verheiratet. Als seine Noch-Ehefrau zurück nach Polwenna Bay kommt, ist Jules überzeugt, dass die beiden nun wieder zueinander finden. Warum nur schmerzt sie dieser Gedanke so?

Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover – gefällt mir sehr gut.

Dies ist Band 3 der Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden. Für mich war es der zweite Band der Reihe, da ich unkonventionell mit Band 2 eingestiegen bin.

Jules ist noch nicht so lange im Fischerdorf, doch sie wurde von der Gemeinde gut aufgenommen. Es hilft natürlich sehr, wenn man gute Freunde hat, die sie in einigen Mitgliedern der Familie Tremaine gefunden hat. Insbesondere Danny. Er gibt ihr zu verstehen, dass er mehr möchte, als nur ein Freund zu sein. Doch das ist für Jules ausgeschlossen, da er verheiratet ist; dieses Sakrament ist ihr wichtig. Er weiss, dass er nicht wieder mit Tara, seiner Ex, zusammenkommt, aber er kann ihr nicht verraten, weshalb er so überzeugt ist. Danny bittet um ihr Vertrauen. Das fällt ihr schwer, denn sie versteht nicht, wieso er so ein Geheimnis daraus macht…
Die Rückkehr von Tara und Sohn Morgan bringt Unruhe ins Dorf: Tara hat nicht unbedingt viele Punkte bei der Gemeinschaft gesammelt. Aber ihrem Sohn zuliebe wollte sie wieder in ein liebevolles Umfeld zurückkehren. Morgan ist Autist und braucht Beständigkeit und Menschen, die ihn annehmen, wie er ist.

Mein erneuter Aufenthalt in Polwenna Bay hat mir sehr gut gefallen. Der Ausgang der Geschichte ist nicht weiter überraschend (aber das habe ich auch nicht anders erwartet) – von mir gibt es 4 Sterne.

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Liebeserklärung an Sardinien

Insel der Hundertjährigen von Geraldine Voss

Was ist das Rezept für ein gesundes Altern? Haben die Sarden es entdeckt? Gutes Essen, Bewegung, Natur und soziale Bindungen sind nichts Neues, aber doch erreichen gerade in Sardinien überdurchschnittlich viele das hundertste Lebensjahr. Die Autorin ist tief ins sardische Alltagsleben eingetaucht und erzählt von ihren Begegnungen.

Erster Eindruck: Das Cover mit dem Polstersessel gefällt mir gut, aber ich hätte eher erwartet, Fotos von Hundertjährigen zu sehen.

Longevity ist einer der neusten Schlagworte im Gesundheitsbereich; unzählige Bücher fluten den Markt. Mit diesem Trend würden die Sarden wohl nicht viel anfangen können, denn sie leben einfach so, wie es ihnen entspricht. Wie andere das nennen wollen, ist nicht wichtig. Stimmt absolut! Sardinien gehört zu den sogenannten „Blue Zones“: Dies sind Orte mit einer besonders hohen Lebenserwartung. Mir waren bisher nur Japan (Insel Okinawa) und Griechenland (Insel Ikaria) bekannt.

„Das Leben ist eine Kombination aus Magie und Nudeln.“

Die „Pasta Grannies“ sind ein Internet-Phänomen. Das ist witzig, denn ich habe diese auch schon mal gesehen und gestaunt, mit welchem handwerklichen Geschick sie mühelos Pasta in allen Formen und Farben herstellen. Für sie ist diese Herstellung ganz „normal“, für mich leider ein sehr grosser Aufwand.
Es gibt viele Einblicke in die Kultur, wie z.B. Musik oder Kunst. Auf sogenannten „Murales“ (Wandbildern) haben Künstler wunderbar Alltagssituationen auf die Hauswände gebracht. Mir war nicht bewusst, dass die Sarden eine eigene Sprache haben (man möge es mir verzeihen!); ich dachte, es sei ein italienischer Dialekt. Aber nein, es ist eine eigenständige romanische Sprache, die vor allem mündlich überliefert wird. Wieder etwas gelernt! Weitere behandelte Stichworte sind die Hirtenkultur, der Glaube, Pflege von Traditionen, Problem der Abwanderung, soziale Bindungen.

Das Buch ist eine Liebeserklärung an Sardinien, ein Reiseführer mit Geheimtipps, ein Fotoalbum, ein Rezeptbuch, und auch der Versuch, das gesunde Altern der Sarden zu ergründen. Die Liebe der Autorin zu Land und Leuten ist sehr gut spürbar; von mir gibt es 4 Sterne.

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Berührende Momente

Polwenna Bay – Wo die Liebe Wunder wirkt von Ruth Saberton

Polwenna Bay, Band 2: Morwenna Tremaine führt einen Reiterhof, doch die finanzielle Situation ist nicht rosig. Ein Sieg bei einem Turnier als Vielseitigkeitsreiterin wäre dringend nötig. Ihr ganzes Leben dreht sich um Pferde, für einen Mann ist da keine Zeit. Erst recht nicht für Ashley Carstairs, der erfolgreiche Geschäftsmann, der meint, er müsse nur mit dem Finger schnippen und alle gehorchen ihm.

Hinter seiner Fassade steckt jedoch – wie so häufig – viel mehr: Ashley weiss, dass er sich von Morwenna fernhalten soll, denn er hat ein Geheimnis, das alles zerstören kann…

Erster Eindruck: Ein schönes Cover, aber aufgrund dessen, dass sich die Geschichte um Pferde handelt, hätte ich etwas in dieser Richtung erwartet.

Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden. Für mich war es der Einstieg in die Reihe und daher gab es etliche Protagonisten kennenzulernen, denn die Tremaines sind eine grosse Familie. Aber das wird dann mit jedem Band einfacher…

Ich sah Morwenna „Mo“ gleich vor mir: immer in Bewegung, das Herz überquellend vor Liebe zu ihren Pferden, stets in Sorge um die Finanzen machen keine Pause. Mal feiern oder ins Kino gehen? Auswärts essen? Keine Zeit – und kein Geld. Wenn dann dieser Ashley nach Polwenna Bay kommt und durchs Dorf spaziert, als würde es ihm gehören, regt sich Mo auf. Dabei tut Ashley gar nichts dergleichen. Und dass er vermögend ist, dafür kann er ja nichts. Wenn er und Mo sich zufällig sehen, fliegen Funken – er stichelt und sie reagiert prompt. Wie sagt man so schön „Was sich liebt, das neckt sich“? Es wird keine Überraschung sein, dass die beiden sich näherkommen, doch dann kommt es zu einem Zwischenfall, der alles verändert. Selbstverständlich…

Ich bin grosser Fan von Kleinstadt-Romanen wie „Gilmore Girls“ oder „Virgin River“, daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch, wenn ich auch unkonventionell mit Band 2 begonnen habe. Und? Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, uferte in puncto Beschreibungen zuweilen etwas ins Schwülstige aus (z.B. „sein Mund auf ihrem weicher als der abblätternde Teig“), aber bei einem Liebesroman darf das auch mal sein. Es gab einige sehr berührende Momente und daher vergebe ich gerne 4 Sterne. Ich freue mich auf weitere Geschichten rund um die Tremaines.

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Schräg, schräger, Mistelzweig und Bartók

Ziemlich beste Verbrecher von Sunil Mann

Eine interessante Wohngemeinschaft wider Willen: Alois Mistelzweig und Berta Bartók, ihres Zeichens ehemaliger Gesellschafter sowie ehemalige Köchin der verstorbenen Arbeitgeberin sitzen in einer Villa in Zürich zusammen fest. Nun ja, es könnte schlimmer sein, oder? Wenn nur nicht das Problem mit dem lieben Geld wäre.

Mistelzweig, einst Pianist und Klavierlehrer, und Bartók, pensionierte Köchin, bestreiten mit Gelegenheitsdiebstählen ihren Lebensunterhalt. Einer dieser Coups missglückt und das Opfer will sie anzeigen. Sie handeln einen Deal aus: Keine Polizei, stattdessen suchen sie die verschwundene Freundin. Im Wald finden sie eine Leiche, dabei haben sie zu Hause schon das grösste Problem unter dem Birnbaum liegend…

Erster Eindruck: Ein herrschaftliches Anwesen ziert das Cover; die beiden schaufelnden Schatten rechts unten habe ich tatsächlich erst beim zweiten Mal gesehen – gefällt mir.

Nach den beiden Reihen „Vijay Kumar“ bzw. „Marisa Greco und Bashir Berisha“ war dies für mich nun der erste Cozy Crime aus der Feder von Sunil Mann – ich war sehr gespannt.

Das Älterwerden macht vor niemandem halt. Auch wenn die Knie oder der Rücken schmerzen, das Bücken nicht mehr so einfach geht, die kriminelle Energie scheint nicht weniger zu werden! Es wird den Leser:innen schon kurzum klar, was da mit dem Birnbaum nicht stimmen könnte. Wobei, eigentlich ist mit dem Baum selbst alles in Ordnung. Es ist mehr die Bodenbeschaffenheit oder… ach, lassen wir das.
Die Gelegenheitsdiebstähle sind sehr schön inszeniert: Alois hat so seine Art, Menschen in Cafés zu bezirzen. Für seine Zwecke benötigt er dafür einen Latte Macchiato, obwohl er diesen eigentlich gar nicht mag. Aber für seinen Einsatz ist dieses Getränk unabdingbar. Berta ist nicht so für Small Talk und hält sich im Hintergrund – bis zu ihrem Einsatz und dann muss es schnell gehen!
Ich sah die beiden Oldies vor mir: Im Alltag möglichst weit weg voneinander am Esstisch sitzend (beide an den Stirnseiten 4 Meter Distanz), aber beim gemeinsamen Kiffen schön nebeneinander, mit glücklich-beseeltem Blick einen kurzen Moment der Harmonie geniessend. Berta ist eine tolle Köchin, kann aber nicht einmal einen gescheiten Joint drehen! Gut, dass Alois diesen Part übernehmen kann.

Ist die Geschichte schräg? Und ob! Mag ich das? Aber hallo! Ich gehe davon aus, dass dies der Beginn einer neuen Reihe ist (ich bin nur ein klein-wenig-fast-gar-nicht-spürbar reihenanfällig); ich freue mich und vergebe 5 Sterne.

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