Kunden em pfehlungen
Rezensionen von peedee:
Gut. Punkt.
Träume sind wie Segel, Erinnerungen wie Ruder von Tomas Sjödin
Ruhe und Achtsamkeit, Band 6: Beim Navigieren durchs Leben benötigt man Segel und Ruder. Segel und Ruder stehen hier für Träume und Erinnerungen. Tomas Sjödin, schwedischer Pastor und Schriftsteller, erzählt in 40 Kolumnen, dass Erinnerungen nicht melancholisch oder Träume realitätsfern sein müssen.
Er lädt dazu ein, aus diesen Dingen Kraft zu ziehen.
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir, es ist jedoch überraschend, dass es von der Gestaltung so von den Vorgängerbänden abweicht. Buchtitel und -untertitel finde ich sehr gut.
Für mich war es das vierte Buch aus der Reihe „Ruhe und Achtsamkeit“. Die vorliegenden Texte sind zwischen Herbst 2019 und Frühjahr 2024 als Kolumnen in einer Göteborger Zeitung erschienen. Es überrascht daher nicht, dass u.a. die Corona-Pandemie oder der Krieg in der Ukraine mehrfach thematisiert wurden. Der Autor schreibt aber auch über Alltägliches oder Banales, wie z.B. das Wetter, Anglerglück oder Meinungsverschiedenheiten.
„Träume sind etwas, wonach man sich ausstreckt, und Erinnerungen kümmern sich um das Leben, das hinter einem liegt.“
Tomas Sjödin erwähnt, dass er Probleme mit Geduld habe: „Geduld zu haben ist für mich genauso schwer wie langsam zu gehen oder mich zu erinnern, wo ich die Kassenzettel aufbewahre.“ Das hat mich amüsiert, denn mir geht es vielfach genauso. Wie schnell kann man sich im Alltag über andere – aber auch über sich selbst – aufregen? Aber ist die Aufregung wirklich die Energie wert? Ich denke, nicht. Mich immer wieder in Geduld zu üben, ist ein Dauerprojekt. Aber auch, mir immer wieder zu verzeihen, wenn die Ungeduld sich durchgesetzt hat.
Sehr interessant fand ich, dass Sjödin sich als Grübler bezeichnet und „dem nichtexistierenden Klub der Grübler“ angehört. In der sogenannten Wolfsstunde werden seine Probleme riesengross und das Gedankenkarussell dreht und dreht. Tja, DAS kenne ich nur zu gut. Irgendwie beruhigend, dass es anderen zuweilen genauso geht.
Ich habe viel länger für dieses Buch gebraucht als gewöhnlich. Bei der Inhaltsbeschreibung steht „Ein warmherziges Buch für alle, die nach Sinn, Orientierung und der spürbaren Nähe Gottes suchen.“ Gerade Letzteres habe ich bei diesem Buch leider nicht verspürt. Nichtsdestotrotz hat mir das Buch gefallen – 3 Sterne.
Es auts Bärndütsch
Dür ds Jahr von Rosmarie Stucki
Die Autorin hat für jeden Monat des Jahres lustige oder denkwürdige Erlebnisse auf Berndeutsch zusammengestellt: Sie thematisiert im Februar das Treibhaus des Vaters („Vatters Trybhüsli“), im März den Anstand („Aastang“), im Mai den Erdbeerkuchen („Äbbeerichueche“) oder im August die Sprachkenntnisse („Sprache sött me chönne“).
Erster Eindruck: Ein schlichter Titel auf dem kleinformatigen Büchlein mit 96 Seiten – gefällt mir.
Ich mag Geschichten auf Berndeutsch („Bärndütsch“) sehr gerne, denn dies ist meine eigentliche Muttersprache, nicht etwa die Schriftsprache. Das Berndeutsche hat, wie andere Dialekte auch, diverse Ausprägungen: Jemand, der aus dem Seeland kommt, spricht ein anderes Berndeutsch als jemand, der zum Beispiel aus dem Berner Oberland kommt. Und ältere Leute verwenden oft noch „alte“ Ausdrücke, die die Jungen heute zum Teil gar nicht mehr kennen.
Wie einleitend erwähnt, werden Geschichten durchs Jahr erzählt. Nun war bereits die Aufzählung der Monate für mich überraschend, denn es hat etliche Monate, deren Namen mir nicht gebräuchlich waren, zum Beispiel: April = „Aberelle“, Juni = „Braachet“, gefolgt vom Juli = „Höimonet“. Die letzten drei Monate des Jahres heissen hier „Wymonet“, „Wintermonet“ und „Christmonet“.
Die Lektüre war unterhaltsam und ich fühlte mich wie einem Volkstheater: „Aber Brichte u Lache höhle irgendwie der Mage uus, u drum bringt d Bärewirti, wül si’s afe weiss, no gly eis der Magefahrplan. Itz wird gspanyflet, was eim ächt guet tät oder wurd gluschte.“ Herrlich. Viel zu schnell war das Büchlein ausgelesen; von mir gibt es 5 Sterne.
Gut, aber nicht mehr
Herzenszauber in Thunder Point von Robyn Carr
Thunder Point, Band 3: Devon McAllister hat es geschafft! Sie konnte mit ihrer 3-jährigen Tochter Mercy aus der Kommune „The Fellowship“ fliehen. Hoffentlich kann sie endlich ein „normales“ Leben führen. Rawley Goode hat sie unterwegs aufgelesen und ihnen vorübergehend einen Unterschlupf gewährt.
In Thunder Point wird sie mit offenen Armen aufgenommen, insbesondere von Spencer Lawson, einem frisch verwitweten Mann und alleinerziehenden Vater. Kann sie ihm ihr Herz öffnen?
Erster Eindruck: Wie immer ein stimmungsvolles Cover – gefällt mir.
Dies ist Band 3 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (die Anzahl Protagonisten könnte dabei aber eventuell etwas verwirrend sein).
Die Flucht aus der Kommune, die Devon einst als ihr Zuhause ansah, ist dank einer „Schwester“ geglückt. Aber in Sicherheit fühlt sich Devon dennoch nicht. Jederzeit könnte der Gründer der Kommune, der zugleich Vater ihrer kleinen Tochter Mercy ist, sie zurückholen. Selbstverständlich nicht er selbst, dafür hat er seine Männer. Aber Devon musste einfach weg, sie fürchtete um die Sicherheit von Mercy. Der Hilfe von Rawley steht sie skeptisch gegenüber: Warum hilft er ihr, obwohl er sie gar nicht kennt?
Spencer, der unlängst den Job als Trainer an der High School angenommen hat, fühlt gleich eine gewisse Anziehung zu Devon. Aber das darf nicht sein, denn es ist noch nicht lange her, dass seine Frau verstorben ist. Und es würde auch seinen Sohn Austin verwirren. Doch Gefühle tun nicht zwingend das, was der Kopf sagt…
Rawley, der von Cooper – einer der Hauptfiguren der Reihe – eine „alte Auster“ genannt wurde, die von Devon aus seinem Versteck geholt wurde, hat mir gut gefallen. Schön, wie er sich für Devon einsetzte.
Was mir an Kleinstadtromanen immer so gefällt, ist der Zusammenhalt. Selbstverständlich mischen sich die Bewohner auch mal ein, aber wenn es hart auf hart kommt, halten sie zusammen. Der vorliegende Band hatte für mich ein paar Längen, war aber dennoch gut. Am Ende kam kurz etwas Spannung auf und dann stand auch schon „Ende“. Interessant war der Schluss, wo sich ankündigt, wer zu den neusten Bewohner in Thunder Point gehören wird. Von mir gibt es 3 Sterne.
Viel zu viel Erotik
Book Boyfriend von Claire Kingsley
Book Boyfriends, Band 1: Mia liebt Bücher, und dabei vor allem Romance. Im wahren Leben sieht es in Sachen Liebe bei ihr eher dunkelgrau als rosarot aus, gar nicht so wie in den Liebesromanen. Bis sie Alex kennenlernt: charmant, zuvorkommend, humorvoll. Sie weiss jedoch noch nicht, dass er seit kurzem Bestsellerautor ist: Als Lexi Logan schreibt er Liebesromane.
Und er chattet mit „Book Babe“, kurz „BB“, die einen Bücherblog betreibt. Als Alex herausfindet, dass sich hinter „BB“ ausgerechnet Mia verbirgt, ist das Dilemma gross, denn er will nicht, dass sein eigenes Pseudonym auffliegt, aber andererseits will er Mia nicht verlieren…
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir; aktuell scheint es jedoch in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich nicht.
Mir fällt die Bewertung dieses Buches etwas schwer: Es gab einige Punkte, die mir sehr gut gefallen haben, aber andere, die meinen Leseeindruck sehr getrübt haben.
Mia ist ein Riesentollpatsch – sie stolpert förmlich von einem Missgeschick zum nächsten. Zudem ist sie sehr unsicher, entschuldigt sich fortlaufend. Das fand ich übertrieben. Sie chattet mit ihrer „besten Freundin“ Lexi, nichtahnend, dass diese „Freundin“ in Wahrheit ein Mann ist. Wie kann sie jemanden, den sie noch nie gesehen oder persönlich gesprochen haben, als beste Freundin bezeichnen? Und warum schimpft sie immer über ihren Kater?
Alex verbringt Jahre damit, an einem Science-Fiction-Roman zu basteln, ohne ihn zu Ende zu bringen, vollbringt aber dann in Turbogeschwindigkeit einen Liebesroman, der so erfolgreich ist, dass er zum Bestsellerautor wird. Nun ja, vielleicht ist das eben das richtige Genre für ihn. Mir hat sehr gefallen, dass er sich so um seinen Vater kümmert – auch finanziell.
Wie Mia und Alex sich im richtigen Leben kennengelernt haben, fand ich süss (tja, eben wie in einem Liebesroman *laut-lach*). Dann folgen in Nullkommanichts zu viele und zu ausführliche „heisse“ Szenen – für einen Liebesroman zu explizit. Und man könnte meinen, dass es sich um ganz andere Menschen als die vorher beschriebenen beiden handelt. Das Buch hat sich wohl flüssig lesen lassen, aber ich kann leider nur 2 Sterne vergeben, schade.
Überraschend
Das Resort von Sarah Goodwin
Mila und ihr Mann Ethan reisen zur Hochzeit ihrer Schwester in einem Luxus-Resort in Deutschland an. Vom Flughafen nehmen sie einen Mietwagen, der unterwegs plötzlich im Nirgendwo und mitten in einem Schneesturm stehen bleibt. Kein Handy-Empfang, also keine Möglichkeit, Hilfe zu rufen. Sie versuchen, zu Fuss in die Zivilisation zu kommen, finden aber nur verlassene Hütten, wo sie immerhin unterschlüpfen können.
Am nächsten Morgen werden sie bestimmt Hilfe finden. Als Mila aufwacht, ist sie jedoch ganz alleine – Ethan ist spurlos verschwunden…
Erster Eindruck: Das Titelbild auf dem Cover spiegelt sich im See – wirkt etwas unheimlich.
Das Verhältnis von Mila und ihrer Schwester Jess ist seit der Beerdigung ihrer Eltern gestört – es gab einen grossen Streit, über den Mila nicht einmal mit ihrem Mann gesprochen hat. Umso wichtiger war es Mila, dass sie pünktlich bei der Hochzeit erscheinen, da es um den schönsten Tag im Leben von Jess und deren Bräutigam Pete gehen sollte. Und nun das: In der Pampa gestrandet; keine Möglichkeit, im Sturm Hilfe zu holen; der Mann ist spurlos verschwunden; fast nichts zu essen; sie fühlt sich beobachtet… Jess wird ihr nie verzeihen, dass sie die Hochzeit verpasst!
Ich konnte mir die Szene in Witwerberg, der verlassenen Häusersiedlung mitten im Schneesturm sehr gut vorstellen. Die Angst, die Mila ausstehen musste, plötzlich verlassen im Nirgendwo zu sein. Die Angst um Ethan, die Sorge um ihre Schwester, die Kälte, Hunger und Durst. Was ich jedoch nicht verstanden habe, dass sie nicht trotz allem versucht hat, andere Menschen zu finden. Natürlich war sie nicht für Spaziergänge im Sturm eingekleidet, aber die Hütte bot eh nur unzureichend Schutz, so dass ihr durchgehend kalt war und die Kleidung klamm.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Rückblickend muss ich sagen, dass es doch eine grosse Kunst ist, 2/3 eines Buches fast ausschliesslich von einer einzigen Protagonistin bestreiten zu lassen und dabei die Leserschaft bei der Stange bleibt. Es gab zwar ein paar kleinere Durchhänger, aber ich wollte unbedingt wissen, wie das Ganze endet. Der Ausgang der Geschichte war für mich überraschend, denn ich hatte etwas anderes erwartet. Apropos Erwartung: Wer denkt, dass das Buch vorwiegend in dem erwähnten Luxus-Resort spielt, wird enttäuscht sein, denn dies ist wohl das Ziel der Reise, aber hier nur ein Nebenschauplatz. Von mir gibt es 4 Sterne und ich freue mich auf das nächste Buch von Sarah Goodwin.
Viel los in Thunder Point
Frühlingsgefühle in Thunder Point von Robyn Carr
Thunder Point, Band 2: Gina James und Roger „Mac“ McCain sind seit langem befreundet. Als alleinerziehende Eltern teilen sie viele Sorgen, aber auch schöne Momente. Und aus dieser Freundschaft ist nun endlich mehr geworden, trotz aller Bedenken, was die anderen davon halten könnten. Doch ihr Glück ist noch ganz frisch, als Macs Ex-Frau, die ihn und die Kinder verliess, als das jüngste noch ganz klein war, plötzlich in Thunder Point auftaucht.
Eine sehr attraktive Frau, die all ihre Waffen einsetzt, um Mac zurückzubekommen…
Erster Eindruck: Wiederum ein stimmungsvolles Cover – das mag ich.
Dies ist Band 2 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Da ich jedoch den Einstieg in die Reihe erst vor wenigen Tagen gelesen habe, war ich noch ganz im Umfeld drin.
Oh, was habe ich mich gefreut, dass es mit Gina und Mac endlich in die richtige Richtung geht. Und was habe ich mich gleich genervt, als Macs Ex Cee Jay auftaucht und ihn plötzlich wiederhaben will! Die Frau hat Nerven! Eine schwierige Situation, als Mac den Kindern sagen muss, dass ihre Mutter sie sehen will. Nach rund 10 Jahren gänzlicher Funkstille scheint sie sich nun für die Kinder zu interessieren? Wer’s glaubt!
Gina sorgt sich nicht nur um ihre noch junge Beziehung, sondern auch um ihre Tochter Ashley, die Liebeskummer hat und von der gefälschte, nicht jugendfreie Fotos im Internet verbreitet wurden. Wie kann Gina Ashley helfen?
Es gibt auch ein Wiedersehen mit Sarah und Cooper aus Band 1. Für beide sind es bewegende Zeiten, doch Sarah kann noch nicht darüber sprechen und auf Cooper wartet eine grosse lebensverändernde Überraschung.
Liebe, Mobbing, Se*ting, Freud und Leid von Eltern, die Frage „Gehen oder Bleiben?“… es war wieder sehr viel los in der Kleinstadt. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und viel zu schnell war die Geschichte zu Ende. Ich habe mitgefiebert, mitgelacht, mitgelitten, daher kann ich nichts anderes als 5 Sterne geben. Ich freue mich auf die Fortsetzung.
Sehr guter Einstieg
Zeit der Liebe in Thunder Point von Robyn Carr
Thunder Point, Band 1: Hank Cooper ist einer, der sich nie lange an einem Ort aufhält. Wenn er unruhig wird, geht er wieder. Nun hat es ihn nach Thunder Point verschlagen, da ihm sein verstorbener Freund Ben etwas hinterlassen hat. Er will nur rasch das Erbe regeln und danach weiterziehen. Eigentlich.
Aber dann hat er erstens Zweifel am Unfalltod von Ben und zweitens ist da diese attraktive Frau, Sarah, eine Hubschrauberpilotin. Ist vielleicht die Zeit gekommen, um sein unstetes Leben aufzugeben?
Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover – gefällt mir.
Hank Cooper, genannt „Cooper“, fährt aus traurigem Anlass nach Thunder Point: Ben ist verstorben und hat ihm etwas hinterlassen. Sie haben lange miteinander gearbeitet, als Cooper noch als Hubschrauberpilot diente und Ben sein Mechaniker war. Sie blieben auch immer in Kontakt, haben sich aber selten gesehen. Als er das Haus von Ben erreicht und ihm das Ausmass des Erbes bewusst wird, ist er sehr überrascht. Was nun? Eine der ersten Personen, die Cooper kennenlernt, ist Mac, eigentlich Roger McCain, und seines Zeichens Deputy des Ortes. Er hilft Cooper, die nötigen Kontakte herzustellen.
Cooper sieht vom Haus aus eine attraktive Frau mit einer Deutschen Dogge vorbeijoggen. Wie sich herausstellt, ist dies Sarah, eine Hubschrauberpilotin, die sich um ihren 16-jährigen Bruder Landon kümmert, seitdem ihre Eltern verstorben sind. Sarah ist bezaubernd… aber leider nicht auf Anhieb von Cooper begeistert!
Ich bin ein grosser Kleinstadt-Roman-Fan und ein klitzekleines-bisschen-fast-gar-nicht-spürbar reihenanfällig. Nachdem mir von Robyn Carr bereits die Reihen Virgin River und Grace Valley sehr gut gefallen haben, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich zur Reihe Thunder Point kam. Und? Aufgrund des Reihenauftaktes gab es etliche Namen von Protagonisten und deren Verbindungen aufzuschreiben – aber es lohnt sich. Angst, Verlust, Neuorientierung, Schule, Freundschaft und Liebe – dies sind nur einige der behandelten Stichworte. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und es gab nicht nur eine Paarkonstellation, die in Sachen Liebe unterwegs war, sondern gleich zwei! Wer zum zweiten Paar gehört, verrate ich selbstverständlich nicht. Meine Lieblingsfigur war übrigens Lou McCain, die Tante von Mac, die ihm bei der Betreuung der Kinder hilft. Für den gelungenen Reiheneinstieg gibt es von mir 4 Sterne.
Hätte Potenzial für mehr gehabt
Ein Schotte für die Feiertage von Stefanie Lahme
Lauren fährt nach fünfzehn Jahren erstmals wieder nach Aberlundy, wo sie viele Erinnerungen an ihre Tante Edwina und auch ihre erste grosse Liebe Scott hat. Aber Scott hat ihr das Herz gebrochen und so ist sie dem Dorf ferngeblieben. Und auch Edwina ferngeblieben – jetzt ist sie tot. Lauren will den Verkauf des geerbten Buchladens regeln und dann nach Edinburgh zurückkehren.
Hoffentlich läuft sie Scott nicht über den Weg. Selbstverständlich passiert genau das und Lauren merkt, dass immer noch grosse Gefühle für ihn da sind…
Erster Eindruck: Ein winterlich-weihnächtliches Cover, etwas kitschig, aber das darf es bei mir in der Weihnachtszeit auch sein.
Auf der Fahrt in das schottische Dorf Aberlundy hat Lauren viel Zeit, über Gott und die Welt nachzudenken. Oder eben über Scott und Aberlundy. Einerseits ist sie von Schuldgefühlen geplagt, da sie Edwina nicht mehr besucht hat, andererseits nervt sie sich, dass ihr die Trennung von Scott immer noch so nahe geht. Dabei hätte sie ganz andere Dinge, denen sie sich widmen sollte, denn sie hat den geliebten Job im Verlag verloren, da dieser schliessen und alle entlassen musste. Was soll sie nun tun? Oder da wäre noch die Situation in ihrer chaotischen WG – es wird Zeit für etwas Eigenes… Aber nun zuerst: Verkauf des Ladens! Kurz vor Aberlundy bleibt sie mit ihrem Auto liegen. Wie sie kurz darauf feststellen muss, gab es in der Wohnung von Edwina einen Wasserschaden, so dass sie nicht dort übernachten kann. Aufgrund strömenden Regens kommt sie wie ein völlig durchnässter Pudel im Pub an, um nach einer Unterkunft zu fragen. Und wer steht am Tresen? Natürlich Scott!
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, die Protagonisten waren sympathisch, wenn auch nicht gerade sehr erwachsen handelnd. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass Lauren und Scott um die dreissig sind, hätte ich gesagt, sie wären Anfang zwanzig. Eine nette Geschichte, die Potenzial für mehr gehabt hätte – 3 Sterne.
Sprunghaft
Winterküsse auf Amrum von Nele Hansen
Ilka lebt mit ihrer kleinen Tochter auf einem Resthof in Amrum. Leider steht dieser finanziell gar schlecht da, so dass sie den Betrieb kaum noch aufrechterhalten kann. Es ist nicht hilfreich, dass ihr Bruder Momme sie mit grossen Plänen in puncto Umbau überfährt. Bente, ihr Ex-Mann, dessen Beziehung zu Töchterchen Nela gar nicht gut ist, bringt immer wieder Unruhe in ihr Familienleben.
Als sie erfährt, dass Hauke, ihre frühere grosse Liebe, nach Amrum zurückgekommen ist, ist ihr emotionales Chaos komplett…
Erster Eindruck: Ein märchenhaft-idyllisch-winterliches Cover – das mag ich sehr.
Ich wurde nicht wirklich warm mit den Protagonisten. Ilka schwankte zwischen „ich-werde-Hauke-nie-vergeben“ und „ich-will-ihn-und-keinen-anderen“ – schwer nachvollziehbar. Nela war selbstverständlich süss, aber es gab Momente, wo dem Mädchen Worte in den Mund gelegt wurden, die kein sechsjähriges Kind von sich geben würde. Und Hauke machte ein Geheimnis um eine bestimmte Person; dies war ebenfalls nicht nachvollziehbar. Bente, Nelas Vater, ach, was soll ich zu ihm sagen? Er und Hauke liefern sich Hahnenkämpfe; wie kleine Jungs! Und Momme, Ilkas Bruder, will den Resthof völlig umkrempeln, ohne auf Ilkas Bedürfnisse einzugehen. Am besten gefallen hat mir Mommes Freundin Gina, die mit ihrer offenen, quirligen Art die Stimmung deutlich aufgelockert hat.
Für mich war es das erste Buch der Autorin (bzw. des Autors, da dieser unter einem weiblichen Pseudonym schreibt, was ich immer etwas irritierend finde), insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Ich hatte leider Mühe mit der Geschichte bzw. dem Schreibstil. Einerseits gab es sehr lange, beschreibende Sätze, andererseits gab es etliche Sprünge in der Erzählung, was dazu führte, dass ich wieder ein paar Abschnitte zurückkehren musste, da ich das Gefühl hatte, etwas verpasst zu haben. Es gab ein, zwei Momente, die mich berührt haben, aber diese konnten es nicht rausreissen. Ich hatte mir von der Geschichte deutlich mehr erhofft; von mir gibt es leider nur 2 Sterne, schade.
Süss, kitschig, schön
My December Darling von Lauren Asher
Catalina Martinez wird Trauzeugin bei der Winterhochzeit ihrer Schwester Gabriela sein. Sie wird alles dafür tun, damit Gaby mit Aiden – Catalinas Ex-Freund! – ihre Traumhochzeit erlebt. Alle Augen werden zwar in erster Linie auf das Brautpaar gerichtet sein, aber es widerstrebt Catalina trotzdem, in geselliger Runde mit im Mittelpunkt zu stehen.
Und da ist noch der Trauzeuge, Aidens bester Freund, Luke Darling: Er ist viel zu nett. Und attraktiv. Und erfolgreich. Catalina will seiner Anziehung unbedingt widerstehen, denn sie wird nach der Hochzeit wieder von Lake Wisteria weggehen…
Erster Eindruck: Ein weihnächtlich-kitschig-auffälliges Cover – schön. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen; das mag ich nicht. Mir gefällt jedoch das Wortspiel mit „Darling“ im Titel.
Catalina und Luke haben mir sehr gefallen. Sie ist Kinderkrankenpflegerin und er Arzt in der Notfallabteilung. Er heisst mit Nachnamen „Darling“ – ist das nicht cool? Nun gut, es kann auch irritierend klingen, wenn im Krankenhaus „Doktor Darling“ ausgerufen wird… Beide wirken gegen aussen sehr taff, sind aber doch unsicher, wenn es um ihre Gefühle geht. Es ist keine Überraschung, dass sich die beiden näher kommen, aber der Weg von „Ich-will-ihn-nicht-mögen“ über „Freunde“ zu „Liebende“ war dann doch unerwartet schnell und intensiv.
Catalina bezeichnet sich selbst als die weniger nette Martinez-Tochter, die nicht ständig lächelt oder strahlend auf fremde Leute zugeht. Sie hat das Gefühl, keine wirkliche Beziehung eingehen zu können. Die Liebe nicht zu verdienen. Luke hat ein sehr ambivalentes Verhältnis zu seinen Eltern. Er ist schier überwältigt von der Liebe im Hause Martinez – solche Gefühlsbekundungen gibt es bei seinen Eltern nicht. Gab es nie. Er sieht nun, wie es auch sein könnte. Und er will mehr davon. Er will Catalina!
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und war dank Hochzeit- und Weihnachtsstimmung romantisch, beinahe etwas kitschig, was bei mir zur Weihnachtszeit jedoch durchaus sein darf – 4 Sterne.











