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Rezensionen von peedee:

Spannender Showdown

Ein guter Blick fürs Böse von Elizabeth Arnott

Kalifornien, 1966. Margo, Beverly und Elsie sind Freundinnen. Sehr unterschiedliche Freundinnen ohne offensichtliche Gemeinsamkeiten. Bis auf diese Parallelität: Ihre Ehemänner wurden alle als Serienmörder überführt! Nun stehen sie in der Öffentlichkeit und werden täglich aufs Neue verurteilt: Wie kann eine Ehefrau nicht erkannt haben, was ihr Mann machte? Oder steckte sie mit ihm unter einer Decke? Jahre später werden mehrere Frauen brutal ermordet und die Freundinnen setzen alles daran, den Täter dingfest zu machen.

Doch wie fängt man einen Serienmörder, wenn man nicht einmal den eigenen Ehemann als solchen erkannt hatte?

Erster Eindruck: Ein neugierig machender Buchtitel, ein dazu passendes Cover – gefällt mir.

Drei absolut unterschiedliche Frauen freunden sich an, der gemeinsame Nenner lautet „Serienmörder-Ehemann“:
- Margos wesentlich älterer Mann Stephen, ein erfolgreicher Politiker, aber auch ein Serienmörder.
- Beverlys Mann Henry, gegen aussen ein liebevoller Vater und Ehemann, aber auch ein Serienmörder.
- Elsies Mann Albert, ein Lehrer, aber auch ein Serienmörder.
Margo, Bev und Elsie wissen nur zu genau, wie die anderen sich fühlen. Diese Blicke von fremden Leuten, diese Verurteilung, die Abscheu, der Vorwurf, dass sie die Taten hätten verhindern müssen. Ihre Männer haben nicht nur das Leben zahlreicher Frauen ausgelöscht, sondern auch dasjenige ihrer eigenen Ehefrauen für immer verändert.
Als die erste tote Frau gefunden wird, ist das Interesse der drei Frauen gleich geweckt. Sie wollen weitere Morde verhindern. Doch wie können sie das? Dies ist schliesslich der Job der Polizei. Es ist kein Versuch einer vergeblichen Wiedergutmachung, denn sie tragen keine Schuld an den Taten ihrer Männer. Sie wollen anderen Familien Leid ersparen.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Bei den Ermittlungen musste ich immer wieder daran denken, dass die Geschichte Mitte der 1960er Jahre spielt, wo wir noch weit von Smartphones oder Internet entfernt waren. Das waren ermittlungstechnisch ganz andere Anforderungen… Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, aber die Frauen blieben für mich etwas blass. Der Autorin ist es gelungen, unterschiedliche Fährten zu legen. Ich hatte über längere Strecken einen Verdacht, der sich jedoch nicht erhärtete. Ein spannender Showdown – gut gemacht! Von mir gibt es 4 Sterne.

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Schnell vorbereitet

Meine Lieblingsrezepte: Expressbacken von Dr. Oetker Verlag

Expressbacken – wenig Aufwand, viel Genuss. Dr. Oetker verspricht unkomplizierte, alltagstaugliche und gelingsichere Rezepte, die in maximal 30 Minuten zubereitet sind.

Erster Eindruck: Ein kleines handliches Buchformat, durchgängig farbig, viele schöne Fotos – gefällt mir sehr gut.

Ausprobiert
- Streuselecken, S.

36: Einfach, schnell, nur mit den Streuseln hatte ich etwas Mühe. Die Butter ist sehr gut spürbar (kein Wunder, denn die Ecken bestehen gefühlt nur aus Butter *grins*). Die Ecken sind eher trocken, haben uns dennoch gemundet (aber ich bin eh kein Streusel-Fan).
- Mango-Maracuja-Muffins, S. 60: Hier gab es bei mir die Alternative, nämlich Ananas (anstatt Mango), d.h. ich hatte sodann Ananas-Muffins. Die Muffins sind ziemlich „blond“, also hell gebacken, obwohl sie durch sind. Ich habe auf Pistazien verzichtet und stattdessen noch kleine Ananasstücke auf die Muffins verteilt. Sehr saftig, Ananas kommt gut durch, wirklich gelungen.
- Polenta-Orangen-Kuchen, S. 44: Bei mir wurde es ein Polenta-Orangen-Cake. Ich habe dieses Rezept ausgewählt, da es Polenta enthält. Ich war sehr gespannt, wie das schmeckt, denn Polenta in seiner „üblichen“ Form (gekocht bzw. als Schnitten gebraten) gehört nicht zu meinen Lieblingsspeisen. Der Kuchen war nach 52 Minuten durch (Stäbchenprobe). Mit der Joghurtcreme hat es mir sehr gut geschmeckt (ohne diese wäre der Kuchen etwas trocken). Ich habe gedacht, dass die Joghurtcreme etwas fester würde, da sie kaltgestellt werden musste. Aber nein. Von der Polenta selbst ist nicht viel zu spüren, einzig die Konsistenz deutet wohl am ehesten auf den Maisgriess hin.
- Nuss-Nougat-Hörnchen, S. 54: Es war mir schon bewusst, dass dies keine hohe Backkunst ist, aber ich hatte Lust auf eine grosse Portion Schokolade. Bei mir waren die Hörnchen 15 Minuten (anstatt 13) im Ofen. Zur Verzierung werden 250 g Kuchenglasur angegeben. Das war für mich viel zu viel. Ich habe eine Tüte Kuvertüre von 125 g geschmolzen, und davon max. die Hälfte, also ca. 60 g verwendet. Ich glaube, die Hörnchen hätte man vollständig mit Schokolade überziehen können, um diese Menge effektiv aufbrauchen zu können. Lecker, definitiv eine schnelle Nummer, aber auch sehr gehaltvoll.

Fazit
- Die Beschreibung der Rezepte ist gut nachvollziehbar, die Zutatenliste überschaubar. Die angegebenen Tipps sind hilfreich, z.B. alternative Zutaten oder eine Erweiterung des Rezepts.
- Der Titel „Expressbacken“ beziehungsweise die Original-Inhaltsbeschreibung suggerieren, dass das Backwerk in 30 Minuten fertig ist, denn es steht „Lieblingsrezepte(n), die alle in maximal 30 Minuten zubereitet sind“. Aber keines dieser Rezepte ist effektiv in 30 Minuten fixfertig, nur die Zubereitung ist maximal 30 Minuten, danach kommt die Backzeit, die bis 60 Minuten dauern kann.

Von mir gibt es 4 Sterne.

(Leider lassen sich keine Fotos anhängen.)

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Ein klarer Fall von „nichts ist klar“

Gärten, Gift und kalte Rache von Klaudia Blasl

Pauline und Berta, Band 3: Oberdistelbrunn hat sich mehr Biodiversität und sanfter Tourismus auf die Flagge geschrieben. Die Umsetzung ist jedoch alles andere als einfach, denn Veränderungen missfallen vielen. Erst recht, wenn ein Experte von auswärts kommt und ihnen erklären will, wie etwas zu machen ist.

Nach dem Fund eines Hundeskeletts ist die Aufregung gross, kurz darauf wird ein Mann vergiftet aufgefunden. Er bleibt nicht der Einzige. Pauline und Berta, Hobbygärtnerinnen mit Miss-Marple-Gen, wollen dem Täter auf die Spur kommen, bevor es weitere Opfer gibt…

Erster Eindruck: Ein aussergewöhnliches Cover, ein witziger Titel – gefällt mir.

Dies ist Band 3 der Reihe, für mich jedoch die erste Begegnung mit Pauline und Berta.

Paulines Mann macht ihr Sorgen, denn er kommt aus der Reha und verhält sich merkwürdig. Der ehemalige Couch Potato hat plötzlich sportliche Ambitionen! Da steckt bestimmt eine andere Frau dahinter! Paulines Nachbarin und Freundin Berta hat mir gut gefallen – ich konnte sie mir optisch sehr gut vorstellen.
Der Fund des Hundeskeletts bringt etwas in Gang, das ganz Oberdistelbrunn in Angst und Schrecken versetzt. Und selbstverständlich den Kommissar – Entschuldigung, selbstverständlich Hauptkommissar – wütend macht (er hat eine sehr kurze Zündschnur, das heisst, es braucht nicht viel, damit er sich in Rage redet). „Ist in diesem verdammten Kaff eine kollektive Gehirnlähmung ausgebrochen? Oder steht selbstständig denken hier schon auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tätigkeiten?“ Er war eine sehr grosse Herausforderung für meine Geduld. So ein unsympathischer, vorverurteilender Typ, das glaube ich ja nicht! Aber er scheint es mit Pauline & Co. wohl seit Band 1 nicht leicht gehabt zu haben. Aber trotzdem!

„Morde sind schon eine spannende Sache, solange es einen nicht selbst trifft.“

Dies war für mich das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Der Schreibstil war sehr blumig (logisch!), ziemlich überschwänglich (insbesondere auf die Länge hinaus), mit kreativen Vergleichen (z.B. „asthmatische Nilpferde mit Pollenallergie im Stepptanz“). Das Schwarzhumorige hat mir sehr gut gefallen; die Kenntnisse über Pflanzen und deren Wirkungen waren beeindruckend, erst recht für jemanden, der nicht gerne in der Erde buddelt oder sich täglich mit Kulturpflanzenbegleitgrün (schöne Umschreibung für Unkraut) und Nützlingen/Schädlingen beschäftigt. Eine überraschende Auflösung – 3 Sterne.

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Auch Papa muss keine Angst haben

Papafant - Angst im Dunkeln? Ich doch nicht! von Nicola Anker

Ein Elefant ist gross, stark und hat vor nichts und niemandem Angst. Zudem ist er nämlich Papa: Papafant. Seine Kinder Rüsselchen und Tröt haben Angst im Dunkeln. Papafant erklärt ihnen, dass sie sich nicht fürchten müssen. Dafür zeigt er ihnen auch Tricks, wie sie die Angst vertreiben können.

Aber im Dunkeln sind Geräusche manchmal doch komisch und so hat plötzlich sogar der stärkste Elefant mal Angst… Für Kinder ab 3 J.; illustriert von Patrick Fix.

Erster Eindruck: Ein süsses Cover mit Papafant und seinen Kindern.

Die Familie von Papafant lebt in einem Baumhaus – wow! Ich habe nicht gewusst, dass Elefanten in Baumhäusern leben können! Und die hat als Ausgang sogar eine Rutsche, die sich um den Baumstamm windet. In einem Teil des Baumhauses sieht man Mamafant, die noch im Büro arbeitet (moderne Elefanten!) und im Badezimmer sieht man Papafant, der sich mit den Kindern fürs Bett vorbereitet. Und dazu gibt es noch ganz viele bunte Details, die zum Weiterspinnen eigener Geschichten verleiten. Die vollflächigen Illustrationen sind wunderbar und der Textanteil pro Doppelseite ist für die noch sehr junge Zielgruppe absolut passend.

„Ein bisschen Angst darf wohl jeder haben – sogar Papafant!“

Das Buch ist aus meiner Sicht mehr als gelungen: Es zeigt auf, dass die Kinder sich im Dunkeln nicht fürchten müssen, zeigt aber, dass auch ein Erwachsener – sogar der Papa! – mal Angst haben kann, und dass das in Ordnung ist. Wenn das Licht wieder angeht, sieht man, dass es bloss Schatten waren, die Angst machten. Von mir gibt es wohlverdiente 5 Sterne.

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Komplexe Beziehungen

Das Geheimnis unseres Sommers von Sarah Morgan

Milly und Nicole waren seit frühester Kindheit die besten Freundinnen. Sie haben wunderbare Urlaube im Resort Forest Nest verbracht, das seinerzeit von Millys Mutter Connie geleitet wurde. Nun führt Milly die Geschäfte, ist geschieden und zieht Teenager Zoe alleine gross. Nicole ist nach LA gezogen und eine berühmte Schauspielerin geworden.

Seit 18 Monaten, dem Zeitpunkt ihrer Trennung von Richard, hat Milly nichts mehr von Nicole gehört. Aber trotzdem ist sie für sie da, als sie um Hilfe bittet. Aber kann Milly Nicole verzeihen, dass sie sie geghostet hat, als sie sie am meisten gebraucht hätte?

Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover, das Urlaubsgefühle vermittelt – gefällt mir sehr gut.

Die Geschichte wird aus den Blickwinkeln von mehreren Frauen erzählt, was einerseits lebendig wirkt und andererseits die Leser:innen mehr wissen lässt als die Einzelperson: Milly, Mutter Connie, Grossmutter Peggy, Tochter Zoe sowie Nicole.

Auf den ersten Blick scheint der „Fall“ glasklar zu sein: Nicole ist eine erfolgreiche Schauspielerin, ergo sie hat alles erreicht und ist glücklich. Nun ja, wenn das nur so einfach wäre. Sie ist wohl berühmt, aber sie hat dadurch auch ihre Privatsphäre verloren. Dank Social Media geht alles sofort viral und Nicole merkt, wie einsam sie in Wirklichkeit ist. Die neuesten Entwicklungen in ihrem Privatleben haben für haufenweise negative Presse, selbstverständlich einzig zu ihren Lasten, gesorgt. Sie wendet sich an Milly, obwohl sie es ihr nicht verdenken würde, wenn sie ihr nicht helfen würde. Das Wiedersehen von Milly und Nicole ist unterkühlt – Milly ist verletzt von Nicoles Verhalten. Sie versteht nicht, was seinerzeit passiert ist und warum sie alle Kontaktversuche abgeblockt hat. Und was ist jetzt passiert, dass sie um ihre Hilfe bittet? Ist ihre Freundschaft zu retten?

„Ich bin nicht genug, hatte sie gedacht. Ich werde nie genug sein.“

Es war eine sehr ruhige Geschichte, die aufzeigt, wie komplex Beziehungen sind, egal, ob es sich um romantische, freundschaftliche, familiäre oder berufliche Beziehungen handelt. Ich sage immer, dass Menschen unwahrscheinlich interessant, aber auch unwahrscheinlich kompliziert sein können. Eins eint so viele Menschen: Das Gefühl, nicht zu genügen – da spielt es keine Rolle, ob jemand bekannt oder unbekannt ist. Ich habe mich mit Millys Familie sehr wohlgefühlt und es ist schade, dass ich sie nun schon wieder verlassen muss. Am besten gefallen hat mir Nanna Peg, Millys Grossmutter. Sie scheut sich nicht, deutliche Worte zu sprechen, und schiebt dabei, wenn es eben gerade erforderlich ist, gerne ihr Alter vor – herrlich! Von mir gibt es 4 Sterne.

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Unterhaltsam

39 Grad Mord von Jenny Lund Madsen

Hannah Krause-Bendix, Band 2: Jeder Autor träumt davon, dass das eigene Werk erfolgreich ist. So natürlich auch Hannah Krause-Bendix. Wenn es nur nicht ausgerechnet der vermaledeite Krimi wäre, den sie geschrieben hat. Warum nicht einer ihrer geliebten Romane? Sie soll Band 2 schreiben und wird dafür von ihrem Lektor nach Sizilien geschickt.

Hannah hat jedoch gar kein Interesse, einen zweiten Krimi zu schreiben. Ihre Unlust ertränkt sie im Alkohol. Kurz nach ihrer Ankunft in Italien liegt eine Leiche in der Küche. Stoff für einen Krimi? Nein, denn Hannah steht als Verdächtige im Zentrum der Ermittlungen…

Erster Eindruck: Buchtitel und -cover gefallen mir sehr gut.

Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Ich habe jenen zwar vor ein paar Jahren gelesen, was mir jedoch gar nicht mehr präsent war.

Der Einstieg in die Geschichte war gelungen: Hannah ist verpflichtet, ihr Buch bei möglichst vielen Gelegenheiten zu promoten, so auch bei einer TV-Sendung. Leider ist der Moderator aus Hannahs Sicht einfach zu dumm: „Kann man da nicht glatt sagen, Sie sind der Erbprinz der Dummheit?“ Sie verlässt das Studio – herrlich! Der Lektor schickt Hannah also ins Schreib-Exil nach Sizilien. Nicht schlecht, oder? Aber Hannah hat nicht nur eine Schreibblockade in Sachen Krimi, nein, sie hat auch Liebeskummer, denn ihre Geliebte Margrét ist nach wie vor verheiratet und so können sie nicht offiziell zusammen sein. Kurz nach ihrer Ankunft in Italien steckt sie schon mittendrin in einem realen Mordfall, denn in dem Haus, in dem sie übernachtet hatte, wurde die Hausherrin tot aufgefunden und deren Mann ist verschwunden! Was ist passiert? Für die Polizei ist schnell klar, dass der flüchtige Ehemann wohl der Schuldige sein wird, behält aber auch Hannah im Visier. Hannah muss den wahren Täter finden…

Hannah hat übrigens einen klitzekleinen Hang zur Übertreibung: „Gerade hatte sich alles um viertausend Prozent verschlechtert.“ Okay, wenn’s weiter nichts ist… Es kommt auch zu einem Wiedersehen mit ihrem „Hassobjekt“ Jørn Jensen, dem erfolgreichen Krimischreiber. Es gab immer wieder prekäre Situationen, in die sich Hannah selbst hineinmanövriert hatte. Die Geschichte war in erster Linie unterhaltsam (und zudem alkohollastig), aber wenig spannend – knappe 4 Sterne.

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Sehr informativ und unterhaltsam

Patriarchen von Alex Capus

Die Namen Lindt, Bally, Le Coultre, Maggi, Hoffmann-La Roche, Nestlé und deren Firmen sind vielen bekannt. Aber wer steckt eigentlich hinter diesen Namen? Wie begann die Geschichte der Unternehmen? Waren die Firmen gleich auf Erfolgskurs oder mussten sie lange für den Erfolg kämpfen? Alex Capus erzählt von zehn erfolgreichen Erfindern und Firmengründern.

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover – die massive Bergwelt ist beeindruckend genug.

Wie einleitend erwähnt, hat Alex Capus zehn Männer ausgewählt – ja, es sind ausschliesslich Männer, denn zu jener Zeit war das Unternehmertum doch vorwiegend in Männerhand. Der Autor hat Informationen zusammengetragen, die den Werdegang illustrieren und zudem auch gut unterhalten. Am Ende des jeweiligen Porträts gibt es eine Historie über die Familie bzw. die Firma. Hier kleine Einblicke in zwei Geschichten:
- Wer kennt die berühmte Schokolade von Lindt und Sprüngli nicht? Aber wie es dazu kam, dass diese zwei Herren zusammenkamen, war mir nicht bekannt. Über deren Verbindung schreibt Capus unter anderem: „Mit Lindt und Sprüngli waren die grösstmöglichen Gegensätze eine Verbindung eingegangen – der eine ein aristokratischer, dünkelhafter Schöngeist, der andere ein nüchterner, von zwinglianischem Arbeitsethos durchdrungener Kaufmann, dessen Familie sich mit eisernem Fleiss aus bescheidensten Verhältnissen hochgearbeitet hatte.“ Sehr interessant. Die Zusammenarbeit war schon vor über hundert Jahren nicht einfach. Lindt und Sprüngli begannen 1905 einen Rechtsstreit, der erst 1927 endete!
- Ein sehr amüsantes Detail führte zur Gründung der später weltbekannten Firma Bally: Carl Franz Bally reiste im Jahr 1850 nach Paris und wollte seiner Frau ein Paar Stiefel nach Hause bringen. Da ihm die Schuhgrösse nicht bekannt war, brachte er gleich ein Dutzend Paare mit!

Den porträtierten Herren war eines gemein: Es war nicht immer ein einfacher, gradliniger Weg. Es brauchte zuweilen sehr viel Durchhaltewillen oder nach vernichtenden Rückschlägen Mut zum Neustart; dafür zolle ich ihnen Respekt. Das Buch hat mir sehr gut gefallen – 5 Sterne.

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Schöne Fortsetzung

Wiedersehen im Kamelienhaus von Tabea Bach

Kamelienhaus, Band 2: Lucinde „Lucy“ Riwall ist Geschäftsführerin der Kamelienöl-Manufaktur auf der japanischen Insel Soshima. Ihr ist bewusst, dass sie eine grosse Last geschultert hat, denn so viele Menschen sind von ihr abhängig. Die Bank sitzt ihr im Nacken – sie muss das marode Unternehmen im Schnellzugstempo sanieren.

Sie denkt immer wieder mal an Finn und fragt sich, ob sie je wieder zusammenkommen. Aber für solche Sehnsüchte bleibt aufgrund der vielen Arbeit keine Zeit. Und dann ist da das Jubiläumsfest des elterlichen Betriebes auf der Kamelieninsel in der Bretagne. Auch für ihre Mutter gibt es geschäftlich einige Stürme zu überstehen…

Erster Eindruck: Ein schönes Cover mit Berg, Wasser und Kirschblüten – gefällt mir sehr gut.

Dies ist Band 2 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Da es bei mir erst drei Wochen seit der Lektüre von Band 1 her ist, war ich gleich wieder in der Geschichte drin.

Lucys Aufgabe ist gigantisch: Als noch junge Geschäftsführerin muss sie den vor der ausländischen Übernahme geretteten Betrieb schnellstens in die schwarzen Zahlen bringen. Nicht alle trauen ihr dies zu. Sie arbeitet so viel, dass wenig Zeit zum Zweifeln bleibt: Es muss einfach funktionieren! Der Austausch mit ihrer Familie in der Bretagne ist für Lucy sehr wichtig, denn einerseits ist ihre Familie in der gleichen Branche und andererseits sind ihre Eltern erfahrene Geschäftsleute. Lucy denkt oft an Finn und fragt sich, ob es eine gemeinsame Zukunft geben kann. Er meint, sich beweisen zu müssen und dass er sich erst dann wieder mit Lucy treffen kann, wenn er sein Leben „auf die Reihe“ bekommen hat. Diese Geheimniskrämerei führt zu Unsicherheiten und Spannungen. Hat ihre Liebe überhaupt eine Chance? Sie senden sich über lange Zeit nur Fotos von Brücken – warum sie dies machen, verrate ich nicht. Manche mögen dies als romantisch empfinden, mich hat es zunehmend gestört.

Das Buch hat sich wiederum flüssig lesen lassen. Die Herausforderung war für mich auch dieses Mal, die zahlreichen Protagonisten korrekt zuzuordnen; glücklicherweise gibt es in den Umschlagklappen Personenlisten. Des Weiteren gibt es ein Glossar mit japanischen, französischen oder englischen Ausdrücken. Überraschend fand ich die rege Reisetätigkeit der Personen aus Frankreich und Japan. Die jeweiligen Reiseziele sind nicht gerade nahe beieinander… Interessant waren die Einblicken in die japanische Kultur. Für mich ist klar, dass ich meine zuweilen sehr direkte Art ziemlich „runterschrauben“ müsste, um nicht überall anzuecken. Aber das wäre wohl für viele Europäer:innen ein grosser Lernprozess. Am besten gefallen haben mir Lucys Halbbruder Noah und Lili. Von mir gibt es 4 Sterne und ich freue mich auf Band 3 (ist schon lange vorbestellt).

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Die Angstspirale durchbrechen

Dein Leben ohne Angst von Beck Martha

Viele Menschen sind ständig von Ängsten geplagt; oftmals sind sie in Angstspiralen gefangen. Wie kann man die Angst überwinden, damit sie einem nicht mehr beherrscht? Wie können Angstspiralen durchbrochen werden? Martha Beck, Sozialwissenschaftlerin, Autorin und Life Coach, erklärt ihr dreistufiges System, das aus der Angst hinausführt: Zuerst gilt es, die Veranlagung zur Angst zu verstehen; sodann wird das kreative Selbst aktiviert, um Neugier, Verbundenheit und Mitgefühl zu fördern; abschliessend folgt ein Zustand, in dem die Angst abnimmt und neue Spielräume entstehen.

Mit vielen Reflexionsimpulsen und Übungen.

Erster Eindruck: Ein luftiges Cover, neugierig machender Titel/Untertitel – sehr gut!

Das Buch ist in drei grosse Kapitel unterteilt: „Die Kreatur“, „Das Kreative“, „Die Kreation“. Als ich diese Begriffe im Inhaltsverzeichnis las, war ich sehr gespannt, was sich dahinter verstecken würde.
Einleitend wird Forbes Health zitiert, dass weltweit über 284 Millionen Menschen mit einer Form von Angststörung zu kämpfen haben, wobei das nur die Zahl der diagnostizierten Fälle ist (ohne Dunkelziffer). Das ist eine immense Zahl und zeigt, dass man mit seinen Ängsten – in welcher Ausprägung sie auch vorhanden sein mögen – nicht allein ist. Selbstverständlich hilft einem dieses Wissen im Alltag nicht wirklich weiter, aber in den stillen Momenten eben doch. Martha Beck kennt Ängste aus eigener Erfahrung und weiss daher sehr genau, wie sich diese anfühlen. Und sie erklärt auch, wie sie selbst damit umgeht. Das ist sehr wertvoll.

Hier drei Zitate, die mich enorm angesprochen haben:
- „Aber egal, wohin ich ging und was ich tat, ich war immer, immer, immer ängstlich.“ Die Angst als ständige Begleitung…
- „Ich bekam mich so weit in den Griff, dass ich tagsüber lächeln und nachts schlafen konnte, aber es kostete mich ständig Kraft.“ Das kenne ich nur zu gut.
- „Ängstliche Menschen meiden oft alles, was ihnen nicht sicher erscheint, und je mehr sie sich von neuen Erfahrungen zurückziehen, desto ängstlicher werden sie.“ Stimmt leider absolut!

Ich habe bisher noch keine Buch der Autorin gelesen, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Obwohl das Buch „nur“ 360 Seiten hat, kam es mir viel länger vor, was aber nicht negativ gemeint ist: Aufgrund der Fülle von Informationen dachte ich, das Buch müsste eigentlich viel mehr Seiten haben. Überraschend war für mich, dass es kein Quellenregister gibt wie sonst bei Sachbüchern üblich. Hat das Buch nun sämtliche Probleme gelöst? Nein, aber so etwas zu erwarten, wäre ja auch vermessen! Es hat mir viele Impulse geliefert und mich nicht nur von Seiten Wissenschaft und Alltag informiert, sondern auch sehr gut unterhalten. Von mir gibt es daher 5 Sterne.

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Arbeit, Arbeit, Arbeit

Herzklopfen to go von Catherine Bybee

Ein Milliardär fürs Glück, Band 3: Alexandrea „Alex“ Stone leitet mit ihren Brüdern das milliardenschwere Familienunternehmen. Nicht alle Geschäftspartner:innen oder Mitarbeitenden sind den Geschwistern wohlgesonnen. Als eine Bombendrohung eingeht, die persönlich an Alex gerichtet ist, gerät ihr Leben aus den Fugen.

Ein grosses Sicherheitsdispositiv wird aufgezogen, dazu gehört Hawk Bronson, der fortan ihr persönlicher Leibwächter ist. Er hat die dunkelsten Seiten der Welt gesehen und weiss, dass Gefühle ein grosses Risiko darstellen. Aber schliesslich ist dies hier nur ein Job, nichts Persönliches – auch wenn Alex ihm ausnehmend gut gefällt…

Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover auf überraschend dunklem Violett – gefällt mir.

Dies ist Band 3 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (aber auf eigenes Risiko, denn es wird Lesegenuss verpasst!).

Alex ist ein Workaholic: Obwohl ihr ihr verstorbener Vater verhasst war, will sie dessen Erbe – Stone Enterprises – nicht einfach sich selbst überlassen. Es sind so viele Menschen von ihr abhängig, und die will sie nicht im Stich lassen. Unablässig versucht sie, das Unternehmen auf Kurs zu halten und die Unsicherheiten, die durch den Tod des Firmengründers entstanden sind, zu beseitigen. Die Bombendrohung scheint für Alex zuerst nur lästig, denn sicherlich wird es eine Finte sein. Als sie dann erfährt, dass die Drohung ihr persönlich galt, ändert sich alles. Die Jagd nach demjenigen, der hinter der Bombendrohung steckt, gestaltet sich erwartungsgemäss sehr mühsam. Und es sollte nicht die letzte Drohung sein…
Wenn ich mir nur vorgestellt habe, wie viel Alex arbeitet, war ich schon müde. Sie hatte gar keine Zeit, sich etwas zu gönnen. Immer nur Arbeit, Arbeit, Arbeit! Für Privates blieb sie keine Zeit. Und für die Liebe schon gar nicht. Sie erwähnte, dass es für Frauen mit hohem IQ und/oder hohem Vermögen schwierig ist, einen Mann zu finden, der ihr auf Augenhöhe begegnet. Das ist traurig, aber wohl leider wahr.

Alex hat mir sehr gefallen, ebenso Hawk. Seine Vergangenheit beschert ihm Alpträume, aber er nimmt sich keine Zeit, diese aufzuarbeiten. Das Wiedersehen mit den anderen war gelungen. Die 475 Seiten waren viel zu schnell ausgelesen – 4 Sterne für diesen lesetechnischen Ausflug in die Welt von Macht und Geld.

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