Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von peedee:

Sprunghaft

Winterküsse auf Amrum von Nele Hansen

Ilka lebt mit ihrer kleinen Tochter auf einem Resthof in Amrum. Leider steht dieser finanziell gar schlecht da, so dass sie den Betrieb kaum noch aufrechterhalten kann. Es ist nicht hilfreich, dass ihr Bruder Momme sie mit grossen Plänen in puncto Umbau überfährt. Bente, ihr Ex-Mann, dessen Beziehung zu Töchterchen Nela gar nicht gut ist, bringt immer wieder Unruhe in ihr Familienleben.

Als sie erfährt, dass Hauke, ihre frühere grosse Liebe, nach Amrum zurückgekommen ist, ist ihr emotionales Chaos komplett…

Erster Eindruck: Ein märchenhaft-idyllisch-winterliches Cover – das mag ich sehr.

Ich wurde nicht wirklich warm mit den Protagonisten. Ilka schwankte zwischen „ich-werde-Hauke-nie-vergeben“ und „ich-will-ihn-und-keinen-anderen“ – schwer nachvollziehbar. Nela war selbstverständlich süss, aber es gab Momente, wo dem Mädchen Worte in den Mund gelegt wurden, die kein sechsjähriges Kind von sich geben würde. Und Hauke machte ein Geheimnis um eine bestimmte Person; dies war ebenfalls nicht nachvollziehbar. Bente, Nelas Vater, ach, was soll ich zu ihm sagen? Er und Hauke liefern sich Hahnenkämpfe; wie kleine Jungs! Und Momme, Ilkas Bruder, will den Resthof völlig umkrempeln, ohne auf Ilkas Bedürfnisse einzugehen. Am besten gefallen hat mir Mommes Freundin Gina, die mit ihrer offenen, quirligen Art die Stimmung deutlich aufgelockert hat.

Für mich war es das erste Buch der Autorin (bzw. des Autors, da dieser unter einem weiblichen Pseudonym schreibt, was ich immer etwas irritierend finde), insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Ich hatte leider Mühe mit der Geschichte bzw. dem Schreibstil. Einerseits gab es sehr lange, beschreibende Sätze, andererseits gab es etliche Sprünge in der Erzählung, was dazu führte, dass ich wieder ein paar Abschnitte zurückkehren musste, da ich das Gefühl hatte, etwas verpasst zu haben. Es gab ein, zwei Momente, die mich berührt haben, aber diese konnten es nicht rausreissen. Ich hatte mir von der Geschichte deutlich mehr erhofft; von mir gibt es leider nur 2 Sterne, schade.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee

Süss, kitschig, schön

My December Darling von Lauren Asher

Catalina Martinez wird Trauzeugin bei der Winterhochzeit ihrer Schwester Gabriela sein. Sie wird alles dafür tun, damit Gaby mit Aiden – Catalinas Ex-Freund! – ihre Traumhochzeit erlebt. Alle Augen werden zwar in erster Linie auf das Brautpaar gerichtet sein, aber es widerstrebt Catalina trotzdem, in geselliger Runde mit im Mittelpunkt zu stehen.

Und da ist noch der Trauzeuge, Aidens bester Freund, Luke Darling: Er ist viel zu nett. Und attraktiv. Und erfolgreich. Catalina will seiner Anziehung unbedingt widerstehen, denn sie wird nach der Hochzeit wieder von Lake Wisteria weggehen…

Erster Eindruck: Ein weihnächtlich-kitschig-auffälliges Cover – schön. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen; das mag ich nicht. Mir gefällt jedoch das Wortspiel mit „Darling“ im Titel.

Catalina und Luke haben mir sehr gefallen. Sie ist Kinderkrankenpflegerin und er Arzt in der Notfallabteilung. Er heisst mit Nachnamen „Darling“ – ist das nicht cool? Nun gut, es kann auch irritierend klingen, wenn im Krankenhaus „Doktor Darling“ ausgerufen wird… Beide wirken gegen aussen sehr taff, sind aber doch unsicher, wenn es um ihre Gefühle geht. Es ist keine Überraschung, dass sich die beiden näher kommen, aber der Weg von „Ich-will-ihn-nicht-mögen“ über „Freunde“ zu „Liebende“ war dann doch unerwartet schnell und intensiv.
Catalina bezeichnet sich selbst als die weniger nette Martinez-Tochter, die nicht ständig lächelt oder strahlend auf fremde Leute zugeht. Sie hat das Gefühl, keine wirkliche Beziehung eingehen zu können. Die Liebe nicht zu verdienen. Luke hat ein sehr ambivalentes Verhältnis zu seinen Eltern. Er ist schier überwältigt von der Liebe im Hause Martinez – solche Gefühlsbekundungen gibt es bei seinen Eltern nicht. Gab es nie. Er sieht nun, wie es auch sein könnte. Und er will mehr davon. Er will Catalina!

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und war dank Hochzeit- und Weihnachtsstimmung romantisch, beinahe etwas kitschig, was bei mir zur Weihnachtszeit jedoch durchaus sein darf – 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee

Bereit für die Zukunft?

Aufbruch in eine neue Zukunft von Danielle Steel

Die Fotografin Madison „Maddie“ Allen hat drei Kinder erfolgreich grossgezogen – sie sind erwachsen und gehen eigene Wege. Maddie wohnt und arbeitet in einer alten Feuerwache in New York. Sie ist sehr erfolgreich und kann sich ihre Aufträge aussuchen. Bei einem Haushaltsunfall trägt sie einen gebrochenen Knöchel davon, der sie zum Nachdenken bringt.

Nicht der Knöchel selbst, sondern der Auslöser: die gefundenen Briefe ihrer früheren Partner. Sie will sie besuchen und begibt sich auf einen Roadtrip der besonderen Art…

Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover mit einer Küstenlandschaft – gefällt mir sehr.

Maddie hat drei Kinder: Deanna, Ben und Milagra. Nur die älteste Tochter, Deanna, wohnt in New York, die beiden anderen wohnen weit weg und so sehen sie sich selten. Aber Maddie beklagt sich nie, obwohl sie sich mehr Kontakt mit ihren Kindern und Grosskindern wünscht.
Es dauerte nicht lange bis ich mich schon ärgerte, und zwar über Deanna. Sie ist erfolgreich in ihrem Beruf und gewohnt, allen zu sagen, wie sie es haben will. So auch bei ihrer Mutter. Als sie erfährt, dass ihre Mutter von der Leiter gefallen ist, will sie sie gleich zu „Betreutes Wohnen“ anmelden, dabei ist ihre Mutter gerade mal 58 Jahre alt! Dann solle sie zumindest eine Pflege zu sich ins Haus holen oder noch besser, die verhasste Feuerwache verkaufen. Empathie ist für Deanna ein Fremdwort. Sie hasst zwar das Gebäude, aber zugleich will sie es als Location für eine ihrer Benefiz-Veranstaltungen. Doch Maddie sagt Nein. Nein? Das gibt es doch gar nicht!
Ich war richtig erleichtert, als Maddie sich auf den Roadtrip begab – nur weg von Deanna und ihren Holzhammermethoden! Es wird eine ganz besondere Reise, denn sie weiss nicht, ob sie die drei Männer, die sie einst geliebt hatte, treffen kann und wie sie sich dabei fühlen wird. Und sie hofft, auch ihre anderen beiden Kinder auf ihrer Reise besuchen zu können.

Mir hat der Roadtrip sehr gefallen – er hat mich aber auch zum Nachdenken gebracht: Welchen Einfluss haben Entscheidungen für die Zukunft? Und welche Hoffnungen soll man in die Zukunft setzen? Ich würde gerne noch mehr über den Roadtrip erzählen, aber da ich nicht spoilern will, muss ich mir das verkneifen. Ein aufregender Abschluss – 5 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee

Intensiv, emotional

Eine wie Frankie von Graham Norton

New York, 1965: Frances strandet Mitte zwanzig völlig mittellos in New York. Ursprünglich aus der irischen Provinz stammend, ist sie Grossstädte nicht gewohnt. Sie hat kein Geld, um nach Irland zurückzufliegen. Was nun? Zum Glück lernt sie Joe kennen, der als Chauffeur arbeitet, um sein Künstlerleben finanzieren zu können.

Sie werden ein Paar und richten sich ihr Leben ein: Frances wird nun Frankie genannt und arbeitet in einem französischen Restaurant, das durch sie zum angesagtesten Lokal des Viertels wird. Joe wartet immer noch auf seinen Durchbruch als Künstler…

Erster Eindruck: Die Gestaltung des Schutzumschlages gefällt mir gut (auch wenn ich kein Fan von Schutzumschlägen bin).

Das Buch wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, einerseits in der Gegenwart, andererseits ab 1950. Der Wechsel der verschiedenen Zeiten ist jeweils gut angegeben.

Gegenwart: Frankie hat sich den Fuss verknackst und benötigt Pflege. Damian, der junge Pfleger, hat mich begeistert: Es freut mich, dass er seinen Job gerne macht, auch wenn andere meinen, er müsste etwas anderes machen bzw. studieren. Was kann man sich mehr wünschen, als dass einem die eigene Arbeit gefällt? Ich wüsste nicht was. Frankie erzählt aus ihrem Leben; Damian ist ein angenehmer Gesprächspartner.

Vergangenheit: Frances verliert sehr jung ihre Eltern – eine Tragödie! Und leider findet sie kein liebevolles Zuhause bei ihrer Tante und deren Mann, einem Pastor. Sie erfüllten ihre christliche Pflicht, sie zu sich zu nehmen, aber Liebe? Nein, das war nicht vorgesehen. Traurig. Später verheiratet der Onkel die damals 18-jährige Frances. Aus Liebe? Nein, aus Sicht des Onkels eine gute Partie, das musste reichen. Es waren definitiv andere Zeiten. Aber diese arrangierte Ehe empörte mich trotzdem. Wie einleitend schon erwähnt ist, landet Frances später in New York. Leider kann ich hier nicht erzählen, unter welchen Umständen, da ich nicht spoilern will.

Kunstszene, Gastronomie, Freundschaft, Liebe, Homosexualität – dies sind nur einige der behandelten Stichworte. Für mich war es das erste Buch des Autors, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch war im Nu ausgelesen. Da die Geschichte über viele Jahre erzählt wurde, passierte auch entsprechend viel. Es war intensiv, emotional; ich fühlte mich ausgezeichnet unterhalten. Sehr schön war die jahrelange Freundschaft von Frankie und Nor. Wohlverdiente 5 Sterne!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee

Eine rasante Geschichte

Asterix in Italien von Jean-Yves Ferri; Didier Conrad

Asterix, Band 37: Wie wohl jeder weiss, führen alle Wege nach Rom. Die Römer behaupten zudem, das beste Strassennetz zu haben. Die Schlaglöcher sagen jedoch etwas anderes. Julius Cäsar ruft ein Wagenrennen aus – die Transcaliga. Mitmachen dürfen alle, gewinnen soll selbstverständlich ein Römer.

Er hat nicht mit Obelix und seinen Freunden gerechnet, aber dem Hinkelsteinlieferanten wurde von einer Wahrsagerin prophezeit, dass er ein berühmter Wagenlenker werde. Beim Rennen setzt sich der maskierte Rennfahrer Caligarius an die Spitze…

Erster Eindruck: Allein auf dem Cover passiert schon einiges. Viele verschiedene Wagenlenker verfolgen Asterix, Obelix und Idefix – sehr detailreich.

Ein weiteres Abenteuer: Es beginnt mit einem Besuch in Aremorica, wohin Asterix und Obelix ihren unter Zahnschmerzen leidenden Freund Methusalix bringen. Er muss dringend zum Zahnbrecher, aber er hat grosse Angst davor. Hui, ich will mir gar nicht vorstellen, wie die Methoden des Zahnbrechers im Jahre 50 v. Chr. waren – allein sein Name verrät ein deftiges Programm! Obelix wird aus der Hand gelesen und er kauft, währenddessen er auf Methusalix wartet, einen Rennwagen auf Ratenzahlung. Kurz darauf erfahren sie vom Wagenrennen durch Italien…

Es hat mich amüsiert, wie die „Groupies“ auf den maskierten Rennfahrer Caligarius reagiert haben: Sie schmachten dahin, wenn er nur in ihre Richtung blickt (und das, obwohl er durchgehend eine grinsende Maske trägt). Sehr gut gemacht waren auch die verschiedenen Teams aus unterschiedlichen Ländern, so z.B. ein Teetrinkendes britisches Duo, das die Ruhe weg hatte oder sogar „unsere“ bestens bekannten Piraten, die sich auch als Wagenlenker versuchen. Es war eine rasante Geschichte; von mir gibt es 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee

Auf Krawall gebürstet

Asterix - Die Tochter des Vercingetorix von Jean-Yves Ferri; Didier Conrad

Asterix, Band 38: Die Gallier kriegen Besuch zweier Arverner-Häuptlinge. In ihrer Begleitung ist Adrenaline, die stolze Tochter des grossen Gallier-Häuptlings Vercingetorix. Sie ist auf der Flucht vor den Römern; Julias Cäsar will sie zwangsromanisieren. Die altgedienten Häuptlinge wissen, dass sie im Dorf von Majestix in Sicherheit ist.

Das Mädchen ist jedoch wenig begeistert, dass sie dableiben soll. Die Jugendlichen des Dorfes wollen Adrenaline beistehen…

Erster Eindruck: Auf dem Cover ist das Trio Asterix, Obelix und Idefix zusammen mit einem sehr stolz dreinblickenden Mädchen – gefällt mir.

Ich fand es witzig, dass die Arverner-Häuptlinge das Mädchen in Majestix‘ Obhut lassen, nicht ohne wiederholt zu vermerken, dass sie gerne ausbüxt. Tja, diese Bemerkung war auch gleich das Programm von Adrenaline. Sie trägt einen Ring um den Hals, den andere unbedingt haben möchten – so eben auch Cäsars Leute. Adrenaline ist richtig auf Krawall gebürstet. Die Jugendlichen „unseres“ Dorfes kommen hier so richtig in Erscheinung, insbesondere Aspix, der Sohn des Fischhändlers, sowie Selfix, der Sohn des Schmieds. Die Kinder gehen in Condate zur Schule, machen aber derzeit ein Praktikum bei ihren Eltern (Berufsbildung im Jahre 50 v. Chr.!).
Früh übt sich: Die Jugendlichen wissen um die Kraft des Zaubertranks und wollen auch mal kosten. Nur so ein klitzekleines Schlückchen… das kann doch nicht schaden, oder? Oh, es kann sehr wohl…

Die Geschichte war unterhaltsam, aber es passierte eigentlich nicht viel: Adrenaline wurde ins Dorf gebracht – sie büxte aus – sie wurde gefunden – ein paar „im Weg stehende Römer“ – Ende, Festmahl. Von mir gibt es 3 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee

Vom Affen gebissen?

Bächle, Gässle, Rache von Ute Wehrle

Katharina Müller & Jürgen Weber, Band 7: Die Arbeit geht Hauptkommissar Jürgen Weber nicht aus, denn in kurzer Zeit gibt es zwei Tote im Mooswald, zudem wird ein Hund entführt, ein Panther gesichtet, eine Schule Kois gemeuchelt, und eine Horde Affen treibt ihr Unwesen. Wie bitte? Was ist da in Freiburg los? Katharina Müller, ihres Zeichens engagierte Journalistin, will der Sache ebenfalls auf den Grund gehen.

Gibt es Verbindungen zwischen diesen Fällen?

Erster Eindruck: Das Cover fügt sich sehr gut in die Reihe der anderen Bände ein.

Dies ist Band 7 der Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden. Bei mir ist die Lektüre von Band 6 erst ein paar Tage her, daher war ich noch ganz im Umfeld drin.

Zuerst wird ein toter Jäger im Wald gemeldet, kurz darauf ein zweiter Todesfall. Wie sich herausstellt, war dies eine eben erst als vermisst gemeldete Lehrerin. Gibt es zwischen diesen beiden Fällen Verbindungen? Was hat es mit den „Bösen Bambis“ auf sich? Eine Gruppierung, die gegen die Jagd ist? Oder Extrem-Veganer? Klimaschützer? Das Team um Jürgen Weber steht vor grossen Rätseln. Katharina Müller ist selbstverständlich auch aktiv. Es liegt in ihrer Natur, zu recherchieren. Das weiss ihr bester Freund Jürgen nur zu gut. Jürgen tut mir immer leid, wenn er zur Obduktion muss. Ihm wird stets übel – und dabei plaudert die Gerichtsmedizinerin munter drauf los, wie wenn nichts wäre. Schluck. Das wäre so gar nicht meins. Aber auch Katharina hat Probleme: Ihr Redaktionsleiter wird pensioniert – wie wird die Arbeit mit der Nachfolge sein?

Schule, Fotografie, Journalismus, exotische Tiere, „böse Bambis“: Es war wieder einiges los in Freiburg. Die Geschichte hat sich flüssig lesen lassen und im Nu war das Buch zu Ende – alle Rätsel gelöst (mit interessanten Auflösungen!). Von mir gibt es 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee

Ein gelungener Ausgang (und ein amüsanter Epilog)

Bächle, Gässle, Katzenjammer von Ute Wehrle

Katharina Müller & Jürgen Weber, Band 6: Eine grosse Jubiläumsfeier für die Grosskonditorei Waldvogel, die die „Kalten Herzen“, eine berühmte Schwarzwälder Spezialität, herstellt. Doch die Feier verläuft nicht wie geplant, denn der Firmenchef beginnt mitten in seiner Rede zu halluzinieren! Und am nächsten Tag wird seine Nichte Carina, die als Psychotherapeutin arbeitet, ermordet aufgefunden.

Hauptkommissar Jürgen Weber und sein Team ermitteln; selbstverständlich beginnt auch Journalistin Katharina Müller zu recherchieren…

Erster Eindruck: Das Cover passt sehr gut zum Titel und zur Reihe – gefällt mir.

Dies ist Band 6 einer bisher 7-teiligen Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden (überraschenderweise ist Band 6 bei einem anderen Verlag erschienen als die anderen Bände). Ich freue mich immer, zumindest lesetechnisch nach Freiburg zu kommen, wenn es ansonsten zeitlich nicht gerade drin liegt.

Katharina ist ein bisschen neben der Spur. Sie langweilt sich, denn nur über Firmenfeiern zu schreiben, ist zum Gähnen. Aber sie hat auch Bammel vor ihrem 50. Geburtstag, obwohl sie das niemals-nie-unter-keinen-Umständen zugeben würde. Glücklicherweise hat ihr bester Freund Jürgen einen neuen Fall – und er bittet sie sogar um Hilfe! Natürlich nur inoffiziell, das versteht sich von selbst.
Interessante Puzzleteile: „Kalte Herzen“; ein halluzinierender Firmenchef; eine tote Nichte, die nichts mit dem Familienunternehmen zu tun hatte. Was haben diese Dinge miteinander zu tun? Hat der Firmenchef gesundheitliche Probleme? Zu tief ins Glas geguckt? Wieso tritt seine Tochter immer so resolut in der Öffentlichkeit auf? Die ersten Recherchen bei der Psychotherapeutin ergeben, dass einige ihrer Klienten erpresst wurden. Wenn sie nicht einen bestimmten Betrag abliefern würden, würde ihr Leiden, weswegen sie in Therapie waren, publik gemacht. Oha!

Da es bei mir seit dem letzten Band der Reihe schon über drei Jahre her ist, habe ich nicht mehr an den tierischen Protagonisten Romeo, den Kater, gedacht, der seinerzeit zum ersten Mal in Erscheinung trat. Den hätte ich schon damals nicht gebraucht, aber nun gab es sogar noch Unterstützung von Seiten eines Polizeihundes – ist nicht ganz so meins. Für mich hat sich die Geschichte leider etwas gezogen, insbesondere in der ersten Hälfte. Aber den Ausgang der Geschichte, insbesondere den Epilog, fand ich sehr gelungen, daher 4 Sterne.
Ach ja, ich habe übrigens ein neues Wort gelernt: „Coulrophobiker“. Wisst Ihr, was das ist? Nein, dann hurtig das Buch lesen (oder googeln hilft natürlich auch)!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee

Zu wenige Seiten für eine runde Geschichte

Naughty Little Christmas von Lili Valente

Jingle Bells Kiss, Band 1: Macy kommt nicht freiwillig nach Lover’s Leap zurück. Vor zehn Jahren hat sie es verlassen müssen, da sie und ihre jüngere Schwester aufgrund eines Verrats zu ihrer Tante ziehen mussten. Dean, ihre grosse Liebe, hat verraten, dass ihr Vater die Familie schon längst im Stich gelassen hat.

Das kann sie ihm nicht verzeihen. Ein Wiedersehen lässt sich nicht vermeiden – die Stadt ist zu klein. Dean will Macy unbedingt zurückgewinnen…

Erster Eindruck: Ein auffälliges Cover mit süssen weihnächtlichen Motiven – gefällt mir. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich nicht.

Dies ist Band 1 der Reihe und für mich zugleich das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten.

Macy ist 25 Jahre alt und somit erwachsen, hat aber die damalige Trennung als Teenager nicht verarbeitet. Sie hat in allem Dean die Schuld gegeben, nie hinterfragt, was vor zehn Jahren seine Beweggründe waren. Warum hat sie nicht versucht, Kontakt zu ihm aufzunehmen? Sie ist zudem ein Mensch, der in Turbogeschwindigkeit voreilige Schlüsse zieht und Lover’s Leap in ebensolchem Tempo wieder verlassen will.
Dean ist heimatverbunden, hat ein eigenes Unternehmen und unterstützt auch seine Mutter. Dafür hat er einen Zweitjob: Er strippt in den umliegenden Kleinstädten, um die Hypothek seiner Mutter abzahlen zu können. Dabei ist er überzeugt, dass „seine“ Leute in Lover’s Leap nichts davon wissen. Na klar. So etwas bleibt auf jeden Fall geheim!

Ich bin in der Bewertung dieses Buches zwiegespalten: Es gab durchaus schöne Momente, aber dann wiederum hatte es Passagen, bei denen ich den Kopf schüttelte. Zehn Jahre Funkstille, dann ein Wiedersehen aufgrund eines Unfalls, und – tataa – spicy Szenen! Okay, das war für mich sehr schräg. Ein kleines Missverständnis bzw. das obenerwähnte Ziehen von voreiligen Schlüssen hätte bald das Happy End vereitelt. Doch dann… Ende; Epilog 3,5 Jahre später.
Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, aber die Geschichte wurde auf zu wenigen Seiten erzählt. Mindestens 100 Seiten mehr wären für mich nötig gewesen, damit es rund geworden wäre. Von mir gibt es knappe 3 Sterne, aber nur weil ich Kleinstadtromane mag und ein klein-bisschen-kaum-spürbar reihenanfällig bin.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee

Knappe 4 Sterne

Asterix - Asterix und der Greif von Jean-Yves Ferri; Didier Conrad

Asterix, Band 39: Wer unsere Freunde Asterix, Obelix und Idefix kennt, weiss, dass sie häufig auf Reisen gehen. Dieses Mal nahmen sie Kurs auf Barbaricum, weit im wilden Osten. Mit von der Partie ist der erkältete Druide Miraculix – sein Freund, der Schamane Terrine, hat ihn um Hilfe gebeten, da die Römer den sagenumwobenen Greif fangen wollen.

In Barbaricum ist es bitterkalt, was die Gallier nicht gewohnt sind. Dies ergibt ein Riesenproblem: Der Zaubertrank ist gefroren!

Erster Eindruck: Asterix sitzt auf dem Cover hoch zu Ross – noch höher sitzt Idefix, nämlich auf einer Greif-Statue, mit der Nase hoch im Wind und sein Herrchen Obelix ignorierend; gefällt mir sehr gut.

Obelix (der ja mein heimlicher Liebling ist, schon allein aus figürlichen Gründen) bringt mich immer zum Schmunzeln: Er merkt nicht, wenn er etwas ausplaudert, das eigentlich nicht für andere Ohren gedacht war. Und dann ist er schnell mal beleidigt, wenn Asterix ihn darauf hinweist. Oder wenn er auf dem Pferd reiten soll, das unter seinem Gewicht schier zusammenkracht, nimmt er das Pferd kurzerhand auf die Arme und läuft so – einfacher für ihn, und noch viel besser für das Pferd (wenn auch eine grosse Überraschung). Nun zu ihrem Auftrag: Wer oder was ist der Greif? Und wo ist er zu finden? Schaffen sie dies auch ohne Zaubertrank?

Die Geschichte war unterhaltsam, insbesondere da sich für einmal die Männer hauptsächlich um Kinder und Haushalt kümmern und die Frauen die Ernährerinnen, bzw. in diesem Fall die Kriegerinnen, sind. Schwierig empfand ich das Lesen des „Akzents“ der Sarmaten: Da wird der Buchstabe „E“ immer verkehrt geschrieben (nach links gespiegelt) – im Zusammenhang mit der durchgehenden Grossschreibung nicht einfach. Vielleicht hätte man für diesen „Dialekt“ eine andere Schriftfarbe verwenden können und so den Unterschied aufzeigen? Zudem hatten die Piraten hier so gut wie keine Rolle – ihren Part hätte man ersatzlos streichen können. Von mir gibt es knappe 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee