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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von peedee:

Viel los

Sehnsuchtstage in Thunder Point von Robyn Carr

Thunder Point, Band 4: Laine Carrington wurde im Undercover-Einsatz als FBI-Agentin angeschossen. Nun muss sie sich erholen und kommt nach Thunder Point, unweit des Ortes, wo sie angeschossen wurde. Sie braucht einen Abschluss, aber auch eine neue Perspektive. All das hofft sie in Thunder Point zu finden.

Und Freundschaft. Und vielleicht auch Liebe?

Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover – gefällt mir.

Dies ist Band 4 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden.

Es dauert nicht lange und Laine fühlt sich schon in Thunder Point heimisch, was ihr bisher fremd war, da sie aufgrund ihrer Einsätze nirgendwo lange blieb. Nicht zuletzt fühlt sie sich auch dadurch angekommen, da sie Freundschaften geschlossen hat. Und als sie Eric Gentry kennenlernt, scheint es irgendwie gleich zu passen. Obwohl eigentlich überhaupt nichts passt, da sie beide nichts gemeinsam haben. Und doch ist etwas da… Eric ist von Laine und seinen Gefühlen für sie überwältigt. Er hat als junger Erwachsener einige schlechte Entscheidungen getroffen und dafür geradestehen müssen. Soll ihm nun tatsächlich Liebe gegönnt sein?
Laine hat so ihre Probleme mit ihrem Vater, da er sie und ihre beruflichen Entscheidungen nicht akzeptiert. Ihr Zwillingsbruder, der wie ihre Eltern Medizin studiert hat, liegt mehr auf seiner Linie. Beim letzten Treffen ist die Situation zwischen Laine und ihrem Dad eskaliert. Als er plötzlich vor ihrer Tür steht, versteht sie die Welt nicht mehr.
Eric bekommt Besuch: Al Michael, einer seiner früheren Mitarbeiter, steht vor der Tür und ist bereit für Arbeit. Er führt ein Vagabundenleben und ist immer nur ein paar Monate am gleichen Ort. Auch er hat einst falsche Entscheidungen getroffen…

Dieses Mal sind einige schwere, dunkle Themen dabei, darunter Multiple Sklerose, Demenz, aber auch Kindsverlust, Legasthenie oder Pflegefamilien. Glücklicherweise gibt es jedoch auch Helles wie Freundschaft und Liebe. Es war sehr eindrücklich, wie sich Laine mit ihrem Vater auseinandersetzte. Oder wie sie und ihre Schwägerin Genevieve endlich eine gute Beziehung zueinander aufbauten. Das Buch hat sich wie gewohnt flüssig lesen lassen und war bald beendet. Von mir gibt es 4 Sterne und ich bin auf die Fortsetzung gespannt.

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Herrlich!

Oachkatzlkiller von Marion Wagner

Oachkatzlhof, Band 1: Jedes Jahr machen die Freundinnen Doro und Gabi zusammen eine Woche Urlaub. Im Hotel „Oachkatzlhof“, das Gabis Bruder Loisl gehört, wollen sie wellnessen und ihre Sorgen aussen vor lassen. Doro wurde nämlich gerade von ihrem Ehemann verlassen und Gabi leidet unter dem Empty-Nest-Syndrom: ihre Tochter ist ausgezogen.

Doch mit Wellness wird es vorerst nichts, da ein Mord im Hotel ihre Pläne durchkreuzt. Gabi ist die Einzige, die weiss, dass der Hauptverdächtige unschuldig ist. Sie müssen nun „nur“ noch den wahren Täter finden…

Erster Eindruck: Ein süsses Cover mit dem „Oachkatzl“ (das heisst nämlich Eichhörnchen, für alle die, die wie ich des Bayerischen nicht mächtig sind).

Doro ist Modefotografin und kennt somit Heidi Klum und all ihre Kolleg:innen, jawohl, alle! Ihr ist bewusst, dass das Sprichwort „mehr Schein als Sein“ absolut zutreffend ist, denn hinter der Fassade (oder eben ihrer Kamera) sieht alles ein wenig anders aus. Ihre beste Freundin Gabi ist Vollzeit-Mama, die nun nichts mit sich anzufangen weiss, seit die Tochter flügge geworden ist. Im Hotel wollen sie ausspannen. Und die Sorgen vergessen oder mit Eierlikör ertränken, was gerade besser passt.
Die Hotelleiterin wurde ermordet: erschlagen mit einem silbernen Eichhörnchen! Die Polizei, allen voran Lutz Görke, hat die Ermittlungen aufgenommen. Er ist dabei vorübergehend auf sich allein gestellt, da sein Kompagnon magendarmtechnische Probleme hat. Oje. Aber er ist ein Polizist, der im Urin spürt, wer der Täter ist, daher ist dies ein Kinderspiel. Ein Hauptverdächtiger wurde bereits benannt, wie Doro und Gabi erfahren haben, aber dieser kann es nicht gewesen sein, wie Gabi beteuert. Oha!

„What happens in the Oachkatzlhof, stays in the Oachkatzlhof.”

Das war herrlich! Doro und Gabi auf kriminalistischer Mission! Doro hat gar keine dienlichen Erfahrungen in dieser Hinsicht, Gabi „immerhin“ die sonntäglichen „Tatort“-Filme. Somit haben also beide gar keinen Plan. Sie kamen mir vor wie zwei Golden Retriever, denen man ein kleines Häppchen hinwirft, das sie sogleich gierig verschlangen. Wurde das Häppchen dann in die andere Richtung geworfen, haben sie ihre „Ermittlungen“ sogleich neu ausgerichtet. Aus ermittlungstechnischer Sicht ist es sicherlich besser, die Arbeit der Polizei zu überlassen. Aber bitte nicht Lutz – der war ja echt schlimm (aber sehr unterhaltsam!). Von mir gibt es 5 Sterne und ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Knappe 3 Sterne

Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam von Annabel French

Love and the City, Band 1: Rosie hatte bereits viele Jobs. Keiner davon hat ihr wirklich gefallen. Doch nun, nach Abschluss eines Floristik-Kurses, zieht sie kurzerhand von London nach Amsterdam, um dort auf dem „Bloemenmarkt“ als selbstständige Floristin zu arbeiten. Ihr Hausboot-Nachbar, Max, ist griesgrämig und in sich gekehrt.

Aber auch sehr attraktiv, wie Rosie sogleich feststellt…

Erster Eindruck: Ein sehr auffälliges, buntes Cover – nicht ganz so mein Geschmack.

Es war mir von der Leseprobe her bewusst, dass es sich hier nicht um einen tiefgründigen Roman handeln würde, sondern um etwas Leichtes für Zwischendurch. Aber für mich wurden zu viele Dinge als zu lapidar abgehandelt:

Eine junge Frau, die einen Abend-Floristik-Kurs gemacht hat, wandert einfach mal so eben von London nach Amsterdam aus. Sie findet ein bezahlbares Hausboot und bekommt auch gleich einen Stand auf dem schwimmenden Blumenmarkt. Ihre Niederländisch-Kenntnisse sind dabei minimal und sie hat offensichtlich nicht vor, dies zeitnah zu ändern. Ihr war nicht bewusst, dass sie eine Lizenz für den Blumenmarkt haben und dass sie einen Businessplan vorweisen muss. Letzteren erstellt sie mal eben schnell an einem Nachmittag. Das alles ist für mich mehr als naiv. Was ich Rosie aber zugutehalten muss, ist ihr unerschütterlicher Optimismus: Auch wenn‘s mal kurz Tränen gibt, rappelt sie sich wieder auf und macht weiter. Das ist bewundernswert. Max ist eine Künstlerseele – kein Wunder, denn er ist Maler: mürrisch und verschlossen wie eine Auster, dann offen und zugänglich und beim nächsten Satz macht er wieder vollkommen dicht und spricht nicht (mehr). Wie soll man sich da richtig verhalten? Problematisch.
Dass die beiden sich trotzdem näher kommen, ist selbstverständlich wenig überraschend.

Und dann geht es holterdiepolter und alles löst sich in Minne auf. Das war definitiv zu schnell. Was mir am besten gefallen hat, war der Familienzusammenhalt. Für den Reihenstart vergebe ich knappe 3 Sterne.

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Wiederum eine wahre Freud‘

Prost, auf die Fischer von Friedrich Kalpenstein

Kommissar Tischler, Band 12: Der Betriebsausflug der Brunngrieser Dienststelle endet abrupt, als am Frillensee eine Leiche gefunden wird. Der Tote: Harald Lorenz, ein Fischer. Hauptkommissar Constantin Tischler und Polizeihauptmeister Felix Fink erfahren kurzum, dass der Tote bei den anderen Berufskollegen gar nicht gern gesehen war.

Haben sie etwas mit dem Mordfall zu tun? Denn dass es Mord ist, ist klar, denn der Verblichene hat sich wohl nicht selbst in ein Fischernetz eingewickelt…

Erster Eindruck: Resi auf dem Cover = gutes Cover (das ist die Erfolgsformel)!

Dies ist Band 12 einer Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (es ist jedoch schöner, das Team von Anfang an zu begleiten).

Hach, es war schön, wieder in Brunngries zu sein, und dann erst noch auf einem Betriebsausflug! Ich konnte mir die Truppe unter der Führung von Luise sehr gut vorstellen: Die jammernden Männer mit Riesenrucksäcken beladen, worin sich von Fleischpflanzerl bis zum richtigen Geschirr alles befindet. Kaum unterwegs findet Luise eine Leiche! Wow! Und einer der Truppe meinte schon, dass Luise das alles inszeniert habe. Witziger Gedanke, aber nein, da hört der Spass doch auf. Das Duo Constantin Tischler und Felix Fink geht gemäss bewährter T-U-F-Methode vor (Polizeioberrat Schwenk kennt diese Methode ja nur zu gut).
Wer war Harald Lorenz? Wieso lag er im Frillensee, wo er aber nicht zu Tode kam? Weshalb gibt es Informationslücken zu seiner Vergangenheit? Und wieso sind die anderen Fischer so schlecht auf Lorenz zu sprechen? Ist es nur der Konkurrenzgedanke? Die Anzahl der Verdächtigen nimmt proportional zu den Fragen zu. Die Ermittlungen geben Einblicke in die Fischereibetriebe und einen Reiterhof.

Das Buch hat sich wie immer flüssig lesen lassen, war temporeich, spannend und zugleich witzig (einmal mehr hat sich gezeigt, dass sich das deftige Essen im KRAUSE den Polizisten nicht auf deren Hüften niederschlägt, denn sie sind körperlich prima in Form!). Ich freue mich, ein weiteres Mal die volle Punktzahl zu vergeben und darauf, dass es mit Band 13 („Prost, auf die Sportler“) schon bald weitergeht.

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Durchwachsener Einstieg

Morgensonnenglück von Petra Schier

Eine aussergewöhnliche Einladung – wohl eher eine Aufforderung – erreicht die Familienmitglieder von Milton Flower: Aufgrund seiner Krankheit will er gewisse Dinge bei der Flower-Ranch in Lissenborn regeln, aber das geht nur, wenn alle seinem Plan zustimmen. Die Tochter und Grosskinder haben alle völlig verschiedene Leben und es gibt viel Ungesagtes zwischen ihnen.

Holly, eines der Grosskinder, mittlerweile Ärztin, befürchtet, dass ihr Grossvater das Gut verkaufen möchte. Als sie nach Hause kommt, wartet eine Überraschung auf sie: Raik, ihre heimliche Jugendliebe, ist als Anwalt der Rechtsberater ihres Grossvaters. Unerwartet flammen ihre einst heimlichen Gefühle für ihn wieder auf…

Erster Eindruck: Ein ehrwürdiges Herrenhaus auf dem Cover – gefällt mir.

Der Einstieg fiel mir erstaunlich schwer, aber ich kann gar nicht benennen, woran es gelegen hat. Es gab viele Protagonisten (mit Blumennamen) und noch viel mehr Probleme. Überraschend war, dass tatsächlich alle Familienmitglieder „antrabten“ und dem Patriarchen Milton Folge leisteten. Und dies ist wohl auch gerade einer meiner Knackpunkte dieses Buches: Es gibt so viel Ungesagtes, jahrelange Funkstille zwischen Milton und Maria mit ihrer Tochter Violet. Die beiden haben, nachdem ihre Tochter mit 16 Jahren Mutter von Zwillingen geworden ist, die Fürsorge für Holly und Ivy übernommen, damit Violet ihre Schule fertig machen konnte. Wie es dann kam, dass Violet plötzlich in den USA landete und dort arbeitete, kann ich hier selbstverständlich nicht erörtern. Die Beziehung von Holly und Ivy zu ihrer Mutter ist quasi inexistent, wenn man von den obligaten Feiertagsgrüssen und Geschenken absieht. Bei dem jetzigen Treffen lernen sie ihre Halbschwester Lilly kennen.
Den Plan, den Milton über lange Zeit und mit grosser Akribie ausgearbeitet haben muss, ist sehr interessant. Seine Bedingung: Es müssen alle zustimmen. Wow, nur kein Druck, lieber Milton! Das ist wohl auch ein weiterer Knackpunkt für mich: Im wahren Leben würden doch niemals-nie-unter-keinen-Umständen alle auf Anhieb einem solchen Plan zustimmen.

Ich gehe stark davon aus, dass dies der Beginn einer Reihe ist, denn Material (und Probleme!) gibt es wahrlich genug. Für diesen (Reihen)Start vergebe ich 3 Sterne.

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Bewertung für die deutsche Version „Nur für DICH“

Give It All to Him von Max Lucado

=== Die deutsche Version ist im Katalog nicht verfügbar ===
Wie man so schön sagt, hat jeder Mensch sein Päckchen zu tragen. Max Lucado, geb. 1955, langjähriger Pastor der Oak Hills Church in San Antonio (Texas/USA) und Bestsellerautor, zeigt dies hier ganz plastisch auf, indem er die Menschen mit Müllsäcken belädt und diese herumtragen lässt.

Was ist da drin? Scham, Reue, Schuld, Schmerz, Verbitterung, Rachsucht und vieles mehr…

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover, ein kurzer, plakativer Titel – gefällt mir sehr gut.

Mir haben die Bilder, die der Autor gezeichnet hat, sehr gefallen: Die eigenen Sorgen oder Gefühle mal in Müllsäcke zu verpacken und einfach der Kehrichtabfuhr mitzugeben. Ist das nicht ein befreiendes Gefühl? Und ob! Jede/r weiss, dass sich im Alltag immer wieder neuer Müll anhäuft und so ist es auch im Innern, daher ist jede/r angehalten, sein Inneres immer wieder auf „Müll“ zu untersuchen und dann raschestmöglich zu entrümpeln.

„Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken.“ (Matthäus 11,28)

Ein kleines Büchlein – gerettet aus einem öffentlichen Bücherschrank – mit nur 62 Seiten ist schnell ausgelesen, keine Frage. Aber um im Inneren etwas anzustossen, braucht es nicht immer Hunderte von Seiten; manchmal reicht schon ein einzelner Satz aus. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Das Buch hat etwas, aber…

Sophie L. von Matthew Blake

Dr. Olivia Finn ist eine renommierte Gedächtnisstörungsexpertin im Charing Cross Hospital, London. Welch‘ eine Ironie, dass ausgerechnet ihre 96-jährige Grossmutter Josephine an Demenz leidet. Ein Anruf aus dem Hotel Lutetia in Paris erwischt Olivia kalt: Ihre in Paris wohnende Grossmutter sei im Hotel aufgetaucht und habe gestanden, vor Jahrzehnten ein Mord begangen zu haben! Und sie heisse Sophie, nicht Josephine.

Olivia reist sofort nach Paris. Ist ihre Grossmutter nun vollends verwirrt? Oder ist etwas Wahres dran? Kurz darauf ist ihre Grossmutter tot…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir sehr gut: wenige Elemente, aber trotzdem sehr ausdrucksstark.

Das Buch wird aus der Sicht von mehreren Personen und auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. Der Wechsel ist jeweils gut angegeben. Ein interessanter Prolog, der den Leser ins Paris des Jahres 1945 zurückversetzt, gefolgt von der Erzählung in der Gegenwart.

Das Hotel Lutetia ist Olivia nicht unbekannt, denn dort hängt das berühmte Bild „Memory“, das ihre Grossmutter – eine berühmte Porträtmalerin – nach dem Zweiten Weltkrieg erschaffen hatte: Es zeigt eine Frau in Anstaltskleidung, ohne Haare, im Hotel Lutetia. Sehr interessant, dass das Hotel (auch in der Realität) als Anlaufstelle für aus Konzentrationslagern zurückgekehrte Menschen diente. Ausgerechnet vor diesem Bild sitzt nun ihre Grossmutter achtzig Jahre später und behauptet Ungeheuerliches. Da sie dement ist, ist fragwürdig, wie viel von dem, was sie sagt, der Wahrheit entspricht. Aber die Polizei kann nicht einfach darüber hinwegsehen.
Ein interessanter Einstieg in die Geschichte, der bei mir schon ziemlich viele Fragen ausgelöst hat. Es gibt etliche Handlungsstränge und Protagonisten, die zu Beginn natürlich noch lose Puzzlesteine sind. Ob und wie sich diese ins grosse Ganze fügen, ist noch unklar.

Mein Fazit? Das Buch hatte etwas, das mich fortlaufend weiterlesen liess. Aber es war trotzdem irgendwie flach; Olivia blieb unnahbar, kühl, am Ende blieben einige Fragen offen. Leider hat mich die Story nicht so begeistert wie erhofft. Für mich war es das erste Buch des Autors; aufgrund der Lobeshymnen auf sein vorheriges Werk „Anna O.“ habe ich offenbar zu viel erwartet, schade. Und ein Thriller war es für mich leider auch nicht. 3 Sterne.

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Grossartig!

Do legst di nieda! von Stephan Maria Alof

Stephan Maria Alof engagiert sich seit Jahrzehnten für die katholische Kirche. Der Glaube ist ihm seit jeher wichtig, doch sein Wunsch, katholischer Priester zu werden, war aufgrund seiner offen gelebten Homosexualität nicht möglich. Alof interessiert sich für viele Dinge und sorgt dafür, immer wieder Neues – auch oder gerade in Bezug auf die Kirche – zu wagen.

Die verlogene Doppelmoral von vielen katholischen Amtsträgern ist ihm zuwider; da er darüber nicht den Mantel des Schweigens legt, eckt er bei einigen an. Hier erzählt er aus seinem (Glaubens)Leben.

Erster Eindruck: Ein sympathischer Mann lächelt einem auf dem Cover entgegen; Buch- und Untertitel gefallen mir sehr gut.

Vorneweg (ja, immer gleich mit der Tür ins Haus stolpern): Ein grossartiges Buch! Mir ist der Glaube wichtig, aber ich bin keine grosse Kirchgängerin. Ich kenne Stephan Maria Alof nicht persönlich, aber ich konnte ihm bei so vielen Dingen einfach nur beipflichten. Was Alof aus seinem Engagement rund um die Kirche St. Maximilian in München erzählt, begeistert mich. Und aus der Zusammenarbeit mit Pfarrer Rainer Maria Schiessler (von ihm warten bereits zwei Bücher bei mir darauf, gelesen zu werden) entstehen offensichtlich wunderbare, aussergewöhnliche Dinge. Kirche darf auch Spass machen!

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche – ein dunkelschwarzes Kapitel! Einerseits wollen die fehlbaren Personen ihren Glauben repräsentieren und die Gläubigen auf den rechten Weg führen, aber andererseits tun sie selbst schlimme Dinge, die das Leben von anderen dauerhaft verändern! Genau: Wasser predigen, Wein trinken! Das Schlimmste ist, wenn publik wird, wie viele höhere Instanzen über diese Fälle Bescheid wussten, aber alles vertuscht haben! Puh, ich sehe gerade meinen inflationären Gebrauch von Ausrufezeichen, aber dies zeigt eben auch meine Empörung. Und dann das: Frauen dürfen keine hohen Ämter in der katholischen Kirche bekleiden – weshalb nicht?
Der berufliche Weg von Alof ist nicht geradlinig, muss er aber auch nicht: Zuerst Krankenpfleger mit Wunsch, katholischer Priester zu werden, dann Gastronom (er eröffnet u.a. „Maria“, „Josef“ und „Jessas“), zurück in die Pflege und dann kümmert er sich um Bestattungen. Und dazu: ehrenamtlicher Kirchenpfleger. Hut ab!

„Und wenn die Theologen und Glaubenspräfekte der Kirche sagen: ‚Du darfst die Oblate keinem Nicht-Katholiken geben‘, ist mir das so was von wurscht. Ich halte mich an Christus und sein Vorbild. Punkt. Amen.“

Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und mir hat der Schreibstil sehr gefallen. Von mir gibt es wohlverdiente 5 Sterne.

PS: Ich habe für dieses Jahr eine Reise nach München geplant und da werde ich der Kirche St. Maximilian doch auch einen Besuch abstatten (seit Ostern 25 ist sie jedoch aus Bausicherungsmassnahmen vorübergehend geschlossen). Vielleicht schaffe ich es ja auch, einen Gottesdienst mit Pfarrer Schiessler zu besuchen – wer weiss?

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Harter Tobak!

Do legst di nieda! von Stephan Maria Alof

Ein Mordanschlag auf einen Staranwalt erschüttert Bern. Wer war die irre Frau, die auf Ferdinand Bouillé losgegangen ist? Primrose, Ferdinands Tochter, erhält kurz nach der Attacke mysteriöse Drohungen: „Atme, so lang du noch kannst!“. Ein Unbekannter beginnt ein grausames Spiel: es kommt zum ersten Todesfall.

Dann zum Zweiten. Als ehemalige Polizistin will Primrose den Killer stoppen, bevor es zu weiteren Verlusten kommt…

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover mit einem Maschendrahtzaun, das nichts von dem Grauen erahnen lässt.

Das Verhältnis von Primrose – welch‘ ein Name! – und ihrem Vater Ferdinand ist nicht immer einfach, besonders seit er eine neue Frau an seiner Seite hat. Der Streit vom Vorabend steckt ihr noch in den Knochen, doch sie weiss, dass sich die Wogen immer wieder glätten. Bestimmt auch dieses Mal. Denn er ist ihr Fels – Primrose hat nur noch ihn. Der Mordanschlag ändert alles. Wird er durchkommen? Wer steckt dahinter? Die Arbeit in der Kanzlei Bouillé muss weitergehen, was durch die Geschwister und Geschäftspartner Helen und Joseph Strauss auch gelingt. Vorübergehend.
Wie kann man sich und sein Umfeld schützen, wenn man überhaupt keine Ahnung hat, gegen wen man sich wehren soll? Und wann er weshalb wieder zuschlagen wird? Der Hoffnungsballon, dass es sich um eine schreckliche, aber einmalige Zufallstat handelt, platzt, als wüste Drohungen erfolgen.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Die Autorin hat es (leider) geschafft, sehr bildhaft zu beschreiben, was zuweilen grausame Szenen vor meinem inneren Auge hat entstehen lassen. Die Todesfälle oder Foltermassnahmen waren brutal, für mich hart an der lesetechnischen Belastungsgrenze. Aber die Autorin hat es – trotz allem – ebenfalls geschafft, dass ich dranbleiben und unbedingt wissen musste, was denn noch alles passieren würde.

Fazit: Für mich ein brutaler Thriller (auch wenn Krimi vorne auf dem Buch steht) mit überraschender Auflösung. Die administrative Versorgung, ein sehr dunkles Kapitel der Schweiz, wird sehr plastisch thematisiert. Eine Tragödie sondergleichen! Von mir gibt es 5 Sterne und nun benötige ich dringend etwas leichte Kost zum Lesen. Puh, das war heftig!

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Ein grosser Seufzer…

Ein Job für Neill Archer von Karen Witemeyer

The Archer Brothers, Band 3: Sommer 1893, Panhandle, Texas. Neill Archer, der jüngste der Archer-Brüder, will auf eigenen Füssen stehen. In Dry Gulch sucht er eine Arbeit, um mehr Geld für eigenes Ackerland auf die Seite legen zu können. Als ein Dachdecker benötigt wird, um das Heim einer Witwe zu reparieren, zögert er nicht und sucht die angegebene Adresse auf.

Der Empfang ist schwierig, denn die Witwe ist sehr misstrauisch, hochschwanger und scheint in grosser Gefahr zu sein…

Erster Eindruck: Ein schön gestaltetes Cover der Edition „Kleine Auszeit“ – gefällt mir sehr gut.

Dies ist Band 3 einer Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden. Wie ich soeben festgestellt habe, lese ich in der umgekehrten Reihenfolge, denn ich habe zuerst Band 4 und nun Band 3 gelesen.

Schon nach den ersten paar Zeilen war ich ganz in der Szenerie von vor 130 Jahren drin. Ich konnte mir gut vorstellen, wie Neill Archer in die Kleinstadt reitet und dort um Arbeit fragt. Er erhält auch ein Arbeitsangebot, aber er weiss nicht von wem, denn ihm wurde während des Gottesdienstes nur ein Zettel zugesteckt mit Angaben, wann und wo er sich einzufinden habe, wenn er die Arbeit wolle. Als er beim Haus der Witwe ankommt, erwartet ihn nicht eine vermeintlich alte Frau, sondern ein sehr junge, attraktive und zugleich hochschwangere Frau: Clara Danvers. Er spürt gleich die Anziehung zu Clara – es ist ihm sein grösster Wunsch, ihr zu helfen, sie zu beschützen. So etwas hat er noch nie verspürt. Gott möge ihm helfen, Clara beizustehen.

Die Autorin schreibt über sich, dass sie historische Romane mit Happy-End-Garantie liebt. Dies ist hier sehr gut spürbar. Obwohl die „kleine Auszeit“ nur 142 Seiten lang dauerte, und alles in einem wunderbar glücklichen Ende gipfelte, wirkte die Kurzgeschichte nicht gehetzt. Ich fühlte mich wunderbar unterhalten, bin ein Fan der Archer-Brüder und freue mich, noch die anderen zwei Bände zu lesen. Von mir gibt es 5 Sterne.

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