Kunden em pfehlungen
Rezensionen von peedee:
Wäre ein sehr guter Reihenstart
Holiday Ever After von Hannah Grace
Clara Davenport ist seit Jahren in der väterlichen Spielzeugfirma beschäftigt und hofft, die langersehnte Beförderung zu erhalten. Die Firma hat einen PR-Skandal am Hals: Ihr wird vorgeworfen, das Design einer Holzpuppe aus Fraser Falls gestohlen zu haben. Clara wird dazu verdonnert, das Problem vor Ort zu lösen.
Clara ist sich bewusst, dass sie wohl nicht mit offenen Armen empfangen werden würde, aber dass ausgerechnet Jack Kelly, der Erfinder der Holly-Puppe und Problemlöser der Stadt, so gegen sie ist, spornt sie an. Sie will ihm beweisen, dass sie nicht so wie ihr Vater ist…
Erster Eindruck: Das Cover ist von der Farbgebung für einen Weihnachtsroman eher untypisch, was mir aber gut gefällt. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich jedoch nicht.
Jack, der Schreiner, ist – wie sein verstorbener Grossvater – einer, der sich kümmert. Es ist keine Überraschung, wenn bei ihm zigfach am Tag das Telefon klingelt, weil z.B. ein Abflussrohr verstopft ist, Nachbars Katze nicht mehr vom Baum kommt oder jemand einen kräftigen Mann zum Verschieben eines Möbelstücks braucht. Er ist immer zur Stelle, wenn seine Hilfe gebraucht wird. Aber selbst Hilfe annehmen? Dazu ist er zu stolz (was ich sehr gut verstehen kann).
Clara ist im steten Konkurrenzkampf mit ihrem Bruder, obwohl er gar nicht in der Spielzeugfirma arbeitet. Aber sie ist sich sicher, dass der Managerposten, der kurzum frei wird, ihrem Bruder angeboten wird. Sie hat in unterschiedlichsten Abteilungen der Firma gearbeitet, aber es scheint für ihren Vater nie genug. Sie scheint nicht zu genügen. Trotz allem hofft sie, mit dem „Holly-Fall“ zu reüssieren und endlich die verdiente Beförderung zu erhalten. Aber Jack scheint eine harte Nuss zu sein, denn sobald er wusste, dass ihr Nachname Davenport ist, hat er dichtgemacht. Das lässt sie sich aber nicht bieten…
Ich bin ein grosser Fan von Kleinstadtgeschichten („Gilmore Girls“ oder „Virgin River“ sei Dank) – ich mag die zuweilen skurrilen Charaktere, die in guten und schlechten Zeiten zusammenhalten, sehr gerne. In Fraser Falls ist das nicht anders. Die Geschichte lief für mich wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Jeder Leserin wird klar gewesen sein, dass sich Jack und Clara schnell näherkommen werden. Ich habe mich in Fraser Falls gleich wohl gefühlt, und ich musste mehrfach schmunzeln, als die Stadtbewohner Jack in die Mangel nehmen und ihm aufzeigen, wo er in Bezug auf Clara Fehler gemacht hat. Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, wobei es in der Mitte ein bisschen einen Durchhänger gab. Von mir gibt es für diese Geschichte, die aus meiner Sicht gerne als Reihe fortgesetzt werden dürfte, 4 Sterne.
Wie ein sehr schöner Weihnachtsfilm
Wir zwei im Dezember von Catherine Walsh
Mittlerweile sind es fünf Jahre, als Megan ihren Bräutigam Isaac vor dem Altar stehen liess. Seither meidet sie ihr Heimatdorf, denn zu gross ist die Wahrscheinlichkeit, ihm über den Weg zu laufen, oder jemandem, der nur zu gut über ihre Flucht im Hochzeitskleid Bescheid weiss. Dieses Jahr muss sie jedoch nach Hause fahren – sie hat es ihrer Mutter versprochen.
Als sie in Dublin zufällig in Christian hineinläuft, der seinerzeit ihre Flucht ebenfalls mitbekommen hatte, schmieden sie einen Plan: Da sie beide Singles sind, die üblicherweise verkuppelt oder bemitleidet werden, werden sie als glückliches Paar auftreten. Problem gelöst, oder? Eher Problem geschaffen…
Erster Eindruck: Ein sehr schönes, winterliches Cover, das von den Farben her auffällig ist – gefällt mir sehr gut.
Ah, Megan ist also die „Braut, die sich nicht traut“ (oder wie hiess der Film mit Julia Roberts?)! Was muss in ihr vorgegangen sein, dass sie einfach verschwindet und ihren Bräutigam sowie die ganze Hochzeitsgesellschaft ohne Erklärung stehen lässt? Der wahre Grund bleibt lange unklar. Aber jedermann in ihrem Heimatdorf kennt natürlich diesen „Fall“, über den man sich bestens eine Meinung gebildet hat. Doch auch sie kennen die Wahrheit nicht.
Witzig fand ich, dass Megan bei jeder sich bietenden Gelegenheit strickt – es hilft ihr, Stress abzubauen. Sie strickt sogar im Auto, als sie mit Christian unterwegs nach Hause ist.
Christian ist erfolgreich in seinem Job: Er vermittelt Luxus-Ferienimmobilien. Er mag das Geld und die Annehmlichkeiten, die ihm seine Arbeit bietet. Doch ist er glücklich? Wohl eher nicht. Diesen Gedanken verdrängt er nur zu gern. Aber sein Vater, mit dem er eine komplizierte Beziehung hat, sagt es ihm auf den Kopf zu. Das wiederum gibt ihm zu denken.
Ich mochte Megan und Christian gleich sehr gerne. Der Plan, über die Feiertage ein glückliches Pärchen zu mimen, bedingt einiges an Vorbereitung und Abstimmung. Ebenso müssen die Bedingungen klar definiert werden (Christian notiert sie gleich auf einer Serviette und beide unterschreiben diesen „Vertrag“). Der Leserin ist selbstverständlich schon im Voraus klar, dass nicht alles wie geplant ablaufen wird.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und war trotz seiner 480 Seiten im Nu zu Ende. Leider! Weshalb? Hach, es war sooo schön – wie ein toller Weihnachtsfilm, seufz! 5 Sterne.
Zäher Start
Die Apfelstrudelmisere von Beate Ferchländer
Helene ist seit drei Jahren Witwe, aber es geht ihr und der kleinen Tochter gut; ihr verstorbener Ehemann hat ihnen ein beträchtliches Erbe hinterlassen. Aber die fröhlichste Witwe kann nicht in Ruhe leben, wenn ein umtriebiger Polizeiinspektor meint, neue Fakten in Bezug auf den Tod ihres Mannes gefunden zu haben: Es gäbe Beweise gegen sie und ihre Haushälterin Tereza.
Beweise? Helene muss handeln – und Inspektor Moravec heiraten…
Erster Eindruck: Auf dem Cover ist ein Tuch, das für mich für Gemütlichkeit steht. Aber die Gemütlichkeit ist auch schon wieder vergessen, wenn ich das ausgesägte Giftzeichen auf der Holzkelle sehe… sehr gut gemacht!
Dies ist der Nachfolgeband zu „Das Nussstrudelkomplott“, kann aber gut ohne Vorkenntnis gelesen werden. Da für mich Band 1 ein Krimi mit rabenschwarzem Humor war, der mir ausgezeichnet gefallen hat, war ich auf die vorliegende Geschichte sehr gespannt.
Helene ist eine attraktive Frau, die sich ihrer Wirkung sehr wohl bewusst ist. Aufgrund der Witwenpension ihres verstorbenen Diplomatenehemannes kann sie es sich gutgehen lassen und nach wie vor Haushälterin Tereza beschäftigen, die für ihre kleine Tochter quasi eine Bonus-Grossmutter ist. Inspektor Moravec, der mitnichten ein Frauenheld ist, setzt Helene mit seinen Beweisen unter Druck: Wenn sie ihn heiratet, hat es die Beweise nie gegeben! Nun ja, nicht erstaunlich, dass kurz darauf die Hochzeitsglocken läuten, oder? Moravec hat eine sehr überraschende Entwicklung gemacht, denn in meiner Vorstellung war er so ein einsamer, passiver Junggeselle, der aber plötzlich wie verrückt aufdrehte und meinte, er sei der tollste Hengst aller Zeiten!
Haushälterin Tereza hat mir gut gefallen – ich konnte sie mir vor meinem inneren Auge sehr gut vorstellen. Eine Frau, die nicht lange fackelt, sondern anpackt…
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir wider Erwarten sehr schwer, denn das erste Drittel des Buches empfand ich als ziemlich zäh, irgendwie passierte so gar nichts. Aber dann begann die Geschichte langsam Fahrt aufzunehmen. Es war eine irre Geschichte, keine Frage, aber das mag ich. Von mir gibt es 3 Sterne.
Still, ungewöhnlich, schön
Der Weihnachtssee von Angelika Schwarzhuber
Jana hatte vor, die Weihnachtsfeiertage wie gewohnt bei der Familie in Bodenmais zu verbringen. Aber aufgrund eines Geschenks ihrer Schwester an die Eltern sind sie für eine Kreuzfahrt abgereist. Auf dem Rückweg bleibt sie bei einem Schneesturm mit dem Auto liegen; in einem abgelegen Haus findet sie Zuflucht – sie wusste nicht, dass dort ihr alter Schulfreund Toni und dessen Neffe Finn wohnten.
Im Laufe des Tages stranden noch weitere Leute bei Toni, darunter Stephan, ihr früherer Freund! Eine bunte Truppe Menschen, die zusammen Heiligabend verbringt…
Erster Eindruck: Das Cover ist sehr schön gestaltet und strahlt eine besondere Stimmung aus.
Ein weiterer Weihnachtsroman für mich: Ich bin schon seit August mit den vielen Weihnachtsromanen „beschäftigt“. Ich mag es, wenn es auch mal ein bisschen idyllischer und kitschiger zugeht als während des restlichen Jahres – Weihnachtsgeschichten dürfen das!
Für die Feiertage nach Hause zu kommen, ist ein fixer Punkt in Janas Agenda. Nun hat ihre Schwester Christa ihre Pläne durchkreuzt, indem sie den Eltern dieses Riesengeschenk einer Kreuzfahrt gemacht hat und die nun zusammen mit Christa und deren Tochter abgereist sind. Wieder nach München zurückzufahren, wo sie arbeitet und in einer WG wohnt, stimmt sie traurig, denn sie wird dort auch alleine sein. Aber so weit geht ihre Fahrt bei dem Schneetreiben nicht – sie landet in einem Strassengraben! Dass sie ausgerechnet bei ihrem einstigen Klassenkameraden Toni Unterschlupf findet, ist überraschend. Es ist jedoch nur die erste von vielen weiteren Überraschungen.
Ich mochte Jana gleich sehr gerne. Ebenso die ganze weitere Truppe, die plötzlich zusammen ausharren musste, da die Strassen blockiert waren. Toni und Finn haben mir sehr leidgetan, denn sie haben erst vor kurzem Finns Mama, die Tonis Schwester war, verloren. Als Patenonkel wird Toni sich nun um Finn kümmern, wovor er zurecht grosse Angst hat. Wie soll das alles weitergehen? Er wohnt in Hamburg und hat dort seine Arbeit. Auch die anderen haben einiges zum Nachdenken…
Der titelgebende Weihnachtssee ist eine sehr schöne Vorstellung. Das Buch habe ich mit einem leisen Seufzen abgeschlossen – 5 Sterne.
Der tiefe Fall
Das nächste Kapitel von Danielle Steel
Seit neunzehn Jahren ist Andy Westfield an der Spitze eines angesehenen Filmstudios – sein Job stand bei ihm immer an erster Stelle, sogar noch vor seiner Ehe, die daran scheiterte. Bei Schulaufführungen oder sonstigen Anlässen seiner Tochter glänzte er stets mit Abwesenheit. Als das Studio verkauft wird, verliert Andy seinen Job, obwohl ihm der Posten zugesichert worden war.
Ein tiefer Fall; sein Ego ist mehr als nur leicht angeknackst. Weit weg von L.A. versucht er, einen neuen Weg für sein Leben zu finden. Im kleinen Küstenort Winchelsea, zwei Stunden von London entfernt, findet er seinen Rückzugsort. Er stellt eine Hilfe für die Büroarbeit ein: Violet. Als sie eines Abends ein Manuskript ihres unvollendeten Romans liegenlässt, liest Andy die Geschichte und fängt Feuer. Könnte das das Wunder sein, auf das beide hofften?
Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover – gefällt mir.
Andy wusste stets, wie es im Filmbusiness läuft, denn bereits seine Eltern waren in diesem Geschäft: An einem Tag bist Du oben und wirst umjubelt, am nächsten Tag ganz unten und vergessen. Aber dass ihm das passiert, hätte er nicht gedacht, schliesslich war er mit Global Studios seit Jahren sehr erfolgreich. Ein bitterer Tag, als er zur Arbeit erscheint und kurz darauf von zwei Sicherheitsmännern hinauseskortiert wird – entlassen! Seine „Beziehung“ mit dem Filmstar Alana war mit diesem Akt gleich beendet, denn sie umgibt sich nur mit Menschen, die ihr dienlich sein können; ein entlassener CEO ist dies bestimmt nicht.
In Winchelsea, weit weg von zu Hause, versucht er, sich neu zu orientieren. Was will er nun machen? Als Erstes stellt er eine Bürohilfe ein, da es doch sehr viel Administratives zu tun gibt, womit er überfordert ist. Violet macht ihren Job sehr gut, ist zurückhaltend, erzählt nie etwas Persönliches von sich. Als sie eines Abends ein Manuskript liegen lässt, kann er seine Neugier nicht zähmen und liest die Geschichte. Sein altes Ich, das vor seinem Job als CEO ein gefeierter Drehbuchautor war, fängt Feuer: Diese Geschichte muss unbedingt verfilmt werden!
Es tat mir richtig weh, zu sehen, als er wie eine heisse Kartoffel fallengelassen wurde. Eben noch hofiert und dann kennt man ihn nicht einmal mehr – sehr arrogant! Es war für mich nur zu verständlich, dass er zuerst eine Runde in Selbstmitleid baden musste. Als er dann Violet und ihre Geschichte kennenlernt, wird sein Weltbild wieder zurechtgerückt. Gegen Violets Schicksal ist sein Fall nur ein kleiner Klacks. Es hat mir gefallen, dass die Protagonisten bereits Ende Dreissig bzw. Mitte Fünfzig waren. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, war sehr ruhig; von mir gibt es 5 Sterne.
Etwas für Rilke-Kenner
Rainer Maria Rilke. 100 Seiten von Clemens J. Setz
Wer war der Lyriker Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)? Clemens J. Setz will genau dies in 100 Seiten erklären und beleuchtet dazu die Person Rilke als auch seine Werke und erläutert Einflüsse von anderen Persönlichkeiten.
Erster Eindruck: Das Cover passt gut zu den anderen der Reihe „100 Seiten“.
Was wusste ich vor diesem Buch über Rainer Maria Rilke? So gut wie gar nichts. Habe ich je etwas von seinen Werken gelesen? Nein.
Dies war für mich das zweite Buch aus der Reihe „100 Seiten“ nach „Martin Luther King. 100 Seiten“. Da mir jenes Buch mit den vielen Informationen in kompakter Form sehr gut gefallen hat, war ich gespannt auf ein weiteres Werk dieser Reihe. Und erst noch über einen Menschen, über den ich – wie bereits erwähnt – eigentlich gar nichts wusste.
Und wie war es für mich? Ich habe festgestellt, dass ich Germanistin oder Literaturwissenschaftlerin sein oder zumindest das Werk von Rilke bereits kennen müsste, um das vorliegende Buch wirklich verstehen zu können. Da bei mir nichts davon zutrifft, hatte ich wirklich Mühe, die zum Teil für mich sehr ausschweifenden Erklärungen und/oder Verbindungen zu anderen Dichtern oder Werken nachvollziehen zu können. Ich weiss nicht, was „Demiurgen“ sind oder was „Spondeus“ bedeutet. Auch sagen mir die Begriffe „poetologisches Statement“, „Walking Ghost Phase“, „simulakrenreiches Werk“ oder die „Phänomenologie der Puppen“ nichts. Ich verstehe nicht, wieso lange über die Puppen diskutiert wird, und ob die Zuneigung gegenüber Puppen sinnvoll ist, obwohl nie etwas zurückkommt (ich bin der Meinung, dass Puppen dem jeweiligen Besitzer sehr wohl etwas geben, z.B. Trost, Verständnis, Akzeptanz).
„Ein Bleistift kann mal ein Stock sein, wenn es gut geht, ein Mastbaum, ein Ofen aber mindestens ein Stadttor werden.“
Es ist sehr gut spürbar, dass der Autor die Werke Rilkes liebt, nur habe ich das Gefühl, das falsche Zielpublikum zu sein – für mich ist die 100-Seiten-Reihe eine Einführung in ein Thema, und nicht etwas für Kenner. Von mir gibt es leider nur 2 Sterne, schade.
Märchenhaft
Die Weihnachtsüberraschung von Angelika Schwarzhuber
Bald ist es ein Jahr her, dass Lotte sich bei einer Reise mit ihrer besten Freundin Katja in den Weinbauern Nicolas verliebt hat. Das gemeinsame Leben und Arbeiten auf dem Weingut im Elsass gefällt ihr sehr gut. Das bevorstehende Weihnachtsfest bedeutet zwar Extra-Arbeit, aber das ist es ihr wert. Lotte wird unverhofft Zeuge eines Telefonats, bei dem sie erfährt, dass Nicolas ihr zu Weihnachten einen Antrag machen will.
NEIN! Wie, nein? Lotte hat ein Geheimnis, das ein Ja verunmöglicht…
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir vom Sujet, aber nicht von der Farbgestaltung.
Hach, ein Weihnachtsroman… ich freue mich immer schon im August darauf, Weihnachtsromane zu lesen (ja, ich muss früh beginnen, damit ich einige der Romane, die ich bis Weihnachten gelesen haben will, auch wirklich lesen kann!). Bei mir dürfen diese Weihnachtsgeschichten auch mal romantisch-kitschig-ein-bisschen-drüber sein – in dieser Zeit passt das für mich sehr gut.
Lotte ist von Hamburg nach Brasilien gezogen, dann zurück nach Deutschland und sodann ins Elsass. Wow! Aber so läuft es manchmal im Leben. Sie ist ganz aufgeregt, dass sie einen Antrag bekommen soll. Sie ist nicht einfach nur positiv-aufgeregt, nein, sie ist völlig panisch. Ihr Geheimnis, das sie seit vielen Jahren mit sich herumträgt, wird nun gelüftet werden müssen. Ob das die Beziehung aushält?
Lotte hat mir sehr gefallen. Auch Nicolas und all die Bewohner auf dem Weingut. Eine wunderbare Geschichte mit Herzschmerz, alten Geheimnissen und neuen Überraschungen. Berührend war Bernards Geschichte, dem Senior des Hauses, der 97 Jahre alt ist und seiner Tochter Maria, von der er erst vor einem Jahr erfahren hat. Zu Lottes grossem Erstaunen hat Nicolas es geschafft, ihre Eltern und ihren Grossvater zu sich ins Elsass kommen zu lassen, obwohl die Eltern seit Jahren kein Weihnachten feiern – sehr zum Leidwesen des Grossvaters. Aber es kommt noch besser… Es wird alles turboschnell aufgelöst, aber wie gesagt, für eine Weihnachtsgeschichte absolut okay; 4 Sterne.
Schöne Geschichten
Adväntsgschichte von Ernst Hunziker
Ernst „Aschi“ Hunziker hat für sein Patenkind, das längst erwachsen ist, dieses Buch geschrieben: Er hatte die Idee, 24 Adventsgeschichten für sie auf Berndeutsch – „äbe Adväntsgschichte“ – aufzuschreiben; einmal quer durchs Alphabet. Die Illustrationen hat Aschis Cousin Martin Mostosi beigesteuert.
Erster Eindruck: Ein einfacher Buchtitel auf einer schwarz-weissen Zeichnung – gefällt mir.
Ich liebe es, in meiner Muttersprache, dem Berndeutschen, zu lesen. Und ich mag die Advents- und Weihnachtszeit. Also ist dieses Buch doch wie gemacht für mich, oder?
Der Autor hat sich bei jedem Buchstaben ein kurzes Thema überlegt; bei I u J war es „Jesus“. Er führte aus, dass man beim Gegenüber häufig nur die Fassade sieht, das Äussere. Ja, das stimmt wohl, denn man sieht nicht in den Menschen hinein. Wie war es bei Jesus? Hier sagt er u.a. „Är het äbe no meh z biete gha als sys Üssere. E ärdetöifi Mönschlechkeit zum Bispiel. […] Me würdi hütt säge, dass är nid gwinnorientiert isch gsy. Uf kere Äbeni. […] Är isch Mönsch gsy.“
Bei den anderen Buchstaben finden sich Themen wie „Carpe diem“, „Läbe“, „Optimismus“ oder auch „Tram“. Was diese Dinge mit Advent zu tun haben? Hier hilft nur: selbst lesen!
Die Geschichten haben mir sehr gut gefallen, die Illustrationen ebenso. Für diese beiden Punkte würde ich 5 Sterne vergeben. Aber – natürlich gibt es ein Aber – die nachfolgenden Punkte haben meine Bewertung nach unten gedrückt: Das Buch ist leider nur ein Büchlein, denn es hat lediglich 56 Seiten, ist zwar gebunden, hat aber kein Lesebändchen. Die Schrift ist aus meiner Sicht zu klein, zudem hätte ein anderes, luftigeres Layout dem Ganzen gutgetan und zu einem grösseren Seitenumfang geführt. Daher gibt es von mir 4 Sterne.
Herzallerliebst
Ein Rentier namens Zimtstern - Ein Adventskalenderbuch in 24 Kapiteln von Anne Scheller
Ein Rentier namens Zimtstern landet im Schuppen von Floras Familie. Das Rentier will unbedingt den Schlitten des Weihnachtsmannes ziehen, aber leider hat es die Prüfung nicht bestanden und ist abgestürzt! Flora ist sehr überrascht, ein Rentier in ihrem Schuppen zu finden. Da es verletzt ist, übernimmt Flora gleich die Pflege und holt auch Möhren und Kekse.
Sie will, dass Zimtstern die Prüfung schafft. Floras kleiner Bruder Amir und der Weihnachtswichtel Nille helfen mit. Eine Vorlesegeschichte in 24 Kapiteln für Kinder ab 5 Jahren; illustriert von Elke Broska.
Flora ist eigentlich gar nicht in Weihnachtsstimmung, denn die Familie ist eben erst umgezogen und das Haus sieht noch kein bisschen weihnächtlich aus. Überall stehen Umzugskartons und die Eltern haben viel in ihrer Werkstatt zu tun. Bruder Amir hingegen freut sich auf Weihnachten. Als Flora den Lärm im Schuppen hört, rennt sie gleich hin und findet tatsächlich ein Rentier! Ob sie wohl noch schläft und nur träumt? Nein! Aber das Verrückteste ist ja, dass sie die Sprache des Rentiers versteht! Zimtstern, so der Name, ist bei seiner Fahrprüfung abgestürzt und nun ganz traurig, dass er von einem Menschen entdeckt wurde. Aber Flora ist ein Menschenkind, da ist es nicht ganz so schlimm und Zimtstern hofft, baldmöglichst die Fahrprüfung zu bestehen!
Das Buch ist einfach nur Zucker! Eine rundum süsse Idee, die Geschichte als Adventskalenderbuch zu konzipieren. Es gibt Bastelanleitungen, ein Rentierkeks-Rezept und ein Suchbild zum Miträtseln. Die durchgehend farbigen Illustrationen sind wundervoll: Alle Protagonisten sind sehr sympathisch gezeichnet, es gibt viele Details auf den Bildern zu entdecken, die auch für das Weiterspinnen eigener Geschichten dienen. Von mir gibt es wohlverdiente 5 Sterne und meine Empfehlung für die kommende Weihnachtszeit.
Sehr komplex
Verhängnisvoller Champagner von Tom Hillenbrand
Xavier Kieffer, Band 8: Für Xavier Kieffer ist es eine Reise in die Vergangenheit, als er in der Champagne einen alten Freund besucht, mit dem er in den Achtzigerjahren die Ausbildung gemacht hat. Sein früherer Freund Luc leitet mittlerweile das elterliche Champagnerhaus. Als Xavier ankommt, wird er Zeuge eines schrecklichen Unfalls.
Aus den letzten Worten von Luc wird er nicht schlau, doch ihm ist bewusst, dass dies nicht einfach „nur“ ein Arbeitsunfall gewesen sein konnte. Seine nachfolgenden Recherchen bleiben nicht unbemerkt, wie Xavier schmerzvoll feststellen muss…
Erster Eindruck: Das Cover passt wiederum sehr gut zur Reihe.
Dies ist Band 8 der Reihe, kann jedoch auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden. Für mich ist es ein Wiedersehen mit alten Bekannten.
Xavier und Valerie sind nun schon zig Jahre zusammen, was mich nach wie vor erstaunt, da sie doch so unterschiedlich sind. Und doch passen sie – vielleicht auch gerade deshalb – gut zusammen. Da beide in ihren Jobs schwer beschäftigt sind, was bei Valerie viel Reisetätigkeit beinhält, müssen sie gemeinsame Stunden in Paris, Luxemburg oder auch mal London gut einplanen.
Es gibt immer wieder Rückblicke in die Achtzigerjahre, wo die damalige Clique viel zusammen abhing. Xaviers frühere Freundin Fabienne wurde später Lucs Freundin bzw. Frau. Er ist überrascht, dass Fabienne ihn um Hilfe bittet, obwohl die Polizei ermittelt – sie glaubt auch nicht, dass es ein Unfall war. Xaviers Schnüffeleien passen einigen Leuten nicht – er bekommt dies mehr als einmal zu spüren. Die örtliche Polizei findet seine Alleingänge auch nicht gut. Aber er kann es nicht lassen – das weiss sowohl die Polizei als auch er selbst.
Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, war – wie immer – sehr informativ, dieses Mal insbesondere über die Herstellung von Champagner, Crémant oder wie auch immer der Schaumwein in den jeweiligen Herkunftsländern genannt wird. Ein komplexes Geflecht von Akteuren und Umständen; sehr gut. Von mir gibt es 4 Sterne und gegen ein Schlückchen Sparkling Wine hätte ich nun nichts einzuwenden.











