Kunden em pfehlungen
Rezensionen von peedee:
Ein etwas anderer Adventskalender
Meine zauberhafte Weihnachtsreise von Eva-Maria Bast; Andrea Salmen
Aurelia liebt die Weihnachtszeit, aber zugleich gerät sie leicht unter Stress, da sie sehr hohe Erwartungen an sich selbst hat. Und sich oft zu viel vornimmt, um ihren Kindern und ihrem Mann eine schöne Weihnachtszeit zu bescheren. Hilfe annehmen? Auch mal Nein sagen? Das fällt Aurelia besonders schwer.
Am Vorabend des ersten Advents wird sie vom Weihnachtsmann höchstpersönlich mit einem besonderen Adventskalender überrascht: Er nimmt sie in seinem Schlitten mit und fliegt durch Zeit und Raum, um ihr die Entstehung der Weihnachtsbräuche und die wahre Bedeutung von Weihnachten zu zeigen…
Erster Eindruck: Ein hübsches weihnächtliches Cover mit einem goldenen Buchtitel – gefällt mir.
Ich mag Weihnachtsromane sehr gerne, nicht umsonst beginne ich mit dem Lesen von Weihnachtsgeschichten bereits im August (sonst reicht die Zeit nicht, alle gewünschten weihnächtlichen Bücher zu lesen!). Bei mir dürfen diese Geschichten auch mal romantischer oder kitschiger daherkommen als im restlichen Teil des Jahres. Das vorliegende Buch ist märchenhaft, denn eine Reise mit dem Weihnachtsmann durch Zeit und Raum kann ja nur ein Märchen sein, oder?
„Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens.“
In 24 Geschichten werden diverse Bräuche vorgestellt, so zum Beispiel die Entstehung des papierenen Adventskalenders, von gläsernen Christbaumkugeln, dem Aufstellen des heute bekannten Weihnachtsbaumes, Wachskerzen und später die elektronische Baumbeleuchtung. Es wird aber auch gezeigt, wie es zum Brauch des Barbarazweiges oder zum Luciafest gekommen ist. Oder woher die Elisenlebkuchen ihren Namen haben.
„Wenn wir ständig in der Zukunft leben oder in der Vergangenheit haften, verpassen wir die Gegenwart! Und damit den Zauber des Moments.“
Da das Buch sehr viele historische Fakten beinhält, empfehle ich, es auch tatsächlich an mehreren Tagen – vielleicht effektiv in 24 Tagen? – zu lesen, ansonsten diese Fakten etwas überwältigend sein können. Aurelia und der Weihnachtsmann haben mir sehr gut gefallen, ebenso wie die Botschaft, sich wieder mehr auf das Innere, anstatt das Äussere zu konzentrieren und die Wichtigkeit des Lichts. Von mir gibt es 4 Sterne.
Schön, aber zu lang
The Love Experiment von Stephanie Perkins
Ingrid ist 29 Jahre alt, Bibliothekarin in Ridgetop, und schon seit elf Jahren mit Cory zusammen. Eine Hochzeit war nie ein Thema, aber dadurch, dass Ingrids jüngere Schwester heiraten wird, kam die Frage nach ihrer gemeinsamen Zukunft auf: ebenfalls heiraten? Wie sieht es mit Kindern aus? Eigentlich wäre das ja die „normale“ Fortsetzung der Beziehung, oder? Eigentlich… Sie waren nie in anderen Beziehungen; haben sie vielleicht etwas verpasst? Das Projekt „Love Experiment“ ist geboren: Ihre Beziehung wird für einen Monat auf Eis gelegt und sie daten andere – danach wird geheiratet.
Ingrid will unbedingt Macon daten, ihren langjährigen Bibliothekarskollegen. Die Tage verstreichen und der Monat ist um. War das Experiment ein Erfolg?
Erster Eindruck: Das Cover ist von der Gestaltung her auffällig. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich nicht. Und für mich zudem merkwürdig, wenn nicht einmal der englische Originaltitel verwendet wird.
Als ich die Inhaltsbeschreibung gelesen habe, dachte ich nur, dass das ja wohl niemals-nie-unter-keinen-Umständen gutgehen kann. Elf Jahre zusammen und nun eine kurze Pause in der Beziehung, um ein paar Dates bzw. One-Night-Stands zu erleben? Sorry, das ist völlig absurd, aber für eine Geschichte selbstverständlich unterhaltsam.
Ingrid war mir gleich sehr sympathisch, sie liebt und lebt für Bücher. Ihr Kollege Macon ist – von Berufes wegen – auch buchverrückt, sonst würde er nicht als Bibliothekar arbeiten. Während sie eher Typ Sonnenschein ist, ist er grummelig. Aber sie ergänzen sich beruflich wunderbar. Und Ingrid will, dass es auch privat zu einem wunderbaren Match kommt. Nur muss sie davon Macon überzeugen. Das wird nicht einfach. Ganz und gar nicht!
Das Buch hat 560 Seiten – aus meiner Sicht viel zu lang, obwohl es sich flüssig hat lesen lassen. Ungefähr die ersten 30 Prozent ging es um das „Love Experiment“. Und für mich war das auch gerade der Tiefpunkt. Ich dachte, wenn das so weitergehen würde, würde mich das nur zunehmend nerven und langweilen. Glücklicherweise kam dann aber die Wende – worüber ich natürlich nichts verrate. Buchliebe, Beziehungen, psychische Erkrankung, Familie, Angst, Renovierung, Neuorientierung, Freundschaft – dies sind einige der behandelten Stichworte. Für mich war es übrigens das erste Buch, in dem zünftig gegendert wurde (they, them, their oder auch Freunde*); sehr ungewohnt. Von mir gibt es 4 Sterne.
…und trotzdem
Vom Gegenwind getragen von Darius Braun
Als Darius Braun 15 Jahre alt ist, muss ihm ein tennisballgrosser Hirntumor entfernt werden, was ihm Sprache und Bewegung raubte. Er ist jedoch ein Kämpfer und stellt sich den Herausforderungen, die vor ihm liegen, auch wenn es immer wieder Rückschläge gibt, wie zum Beispiel ein Kletterunfall zwei Jahre später.
Viele Jahre später will er seinen Traum wahrmachen und mit dem Fahrrad die Panamericana von Kanada nach Feuerland befahren. Dabei will er auf die Arbeit der Deutschen Hirntumorhilfe aufmerksam machen, Spenden sammeln und Menschen ermutigen, die Hoffnung niemals aufzugeben. Sein Motto: …und trotzdem!
Erster Eindruck: Ein sympathischer Autor blickt einen mit einem offenen, wachen Blick auf dem Cover entgegen – gefällt mir.
Der Start der Reise in Calgary ist mehr als schwierig, denn das Fahrrad ist nicht mit Darius Braun nach Kanada mitgereist! Wo ist das Fahrrad abgeblieben? Was soll er ohne das an seine Grösse von knapp zwei Metern angepasste Fahrrad tun?
Dieses Buch ist etwas für Long-Distance-Radfahrer-Enthusiasten, die gerne unbekanntes Terrain befahren und neue Länder kennenlernen. Aber es ist auch für diejenigen, die mit Radfahren nichts am Hut haben. Der Autor zeigt auf, dass Tiefpunkte auch Chancen sind. Nicht unbedingt dann, wenn man sich noch im Tief befindet, aber ein bisschen später, wenn man den Blick auf die Situation anpassen kann. Mir hat gefallen, dass er sein Leben plötzlich mit anderen Augen sah, und zwar „nicht als Abfolge von Schicksalsschlägen, sondern als Weg, der zu etwas führt.“ Aber das ist ein grosser Blickwechsel, der einem auch erst mal gelingen muss!
Die Fakten seiner Reise sind beeindruckend – sehr schön, dass es immer wieder Fotos gibt, die seinen Erfahrungsbericht ergänzen. Hier ein paar Zahlen: 509 Tage Reise, davon 274 im Sattel verbracht. 21‘000 Kilometer gestrampelt und sagenhafte 215‘000 Höhenmeter überwunden! Er kämpfte zuweilen mit Wind und Wetter, mit rücksichtslosen Autofahrern, der Gesundheit, mit Transport- oder Fahrradproblemen, aber auch mit sich selbst und seinen selbstgestellten hohen Erwartungen.
Darius Braun hat sehr viele Leute kennengelernt und viel erlebt. Ich stelle es mir schwierig vor, nach so einem Langzeit-Solo-Erlebnis nach Hause zu kommen und wieder in einen „normalen“ Alltag – wie auch immer der aussehen mag – einzusteigen, und zwar mit Menschen, die nicht das Gleiche erlebt haben. Das Motto des Autors ist „und trotzdem“, was mir sehr gefällt. Es überrascht mich daher, dass das Buch nicht auch so genannt wurde. Ich bedanke mich für die Einblicke in diese Reise und wünsche ihm alles Gute; 4 Sterne.
Schade, schade
Sweeter Than Pumpkin Spice von Isabelle Popp
Sadies Vater hat sie gebeten, ihn auf der Kürbisfarm zu vertreten, da er zu seinem erkrankten Bruder reiste. Da Sadie als Textilkünstlerin gerade in einem künstlerischen Tief steckte und Luftveränderung gut täte, sagt sie zu. Sie will ihrem Vater beweisen, dass sie den grössten Kürbis aller Zeiten züchten und somit den Indiana-State-Fair-Wettbewerb gewinnen kann.
Gleich nach ihrer Ankunft verwüsten Wildschweine ihr Feld! Der immer gut gelaunte Nachbar und Neu-Kürbisfarmer Josh kommt ihr zu Hilfe. Sie will diese aber nicht…
Erster Eindruck: Ein auffallendes, herbstliches Cover mit Kürbissen. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich jedoch nicht.
Ich mag Kleinstadt-Romane sehr gerne („Gilmore Girls“ oder „Virgin River“ lassen grüssen!), daher dachte ich, dass dies hier eine unterhaltsame Geschichte werden würde. Leider nicht für mich.
Josh war mir sympathisch: Er ist aus seinem vorherigen Berufsleben ausgestiegen, nachdem er ein Burnout erlitten hat. Sein neues Ziel: Kürbisfarmer zu werden. Okay, das muss man sich leisten können, die nötigen Ländereien zu kaufen. Aber Geld für das Leben 2.0 scheint genügend da zu sein – prima. Er ist rücksichtsvoll, freundlich, aber auch zutiefst verunsichert. Sadie, Sadie, Sadie… Was soll ich nur über sie sagen? Es war wirklich sehr anstrengend mit ihr (das ist jetzt noch die diplomatische Form). Sie ist mürrisch, zynisch, hat einen vulgären Umgangston. Ich habe nicht nachvollziehen können, weshalb sie sich so gibt und überall aneckt. Bei ihr ist es nicht einfach „harte Schale, weicher Kern“, denn aus meiner Sicht kommen da zig harte Schalen, bevor irgendein weicher Kern zu finden ist – ich wurde nicht warm mit ihr.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Da mich das Buch leider nicht begeistern konnte, wird es wohl vorerst das einzige Buch von ihr bleiben. Sadies vulgäre Sprache und die zu expliziten Bett-und-wo-auch-immer-Szenen haben die Geschichte negativ überlagert – 2 Sterne.
Stricken für den Weltrekord
Sternenfunkeln im kleinen Strickladen in den Highlands von Susanne Oswald
Der kleine Strickladen, Band 7: Maighread und Joshua wünschen sich seit längerem ein Kind. Aber es klappt einfach nicht auf Anhieb. Bei einem Arztbesuch in Glasgow sieht Maighread eine frierende Obdachlose, mit der sie ins Gespräch kommt. Sie will etwas für die Obdachlosen tun und organisiert mit Chloe und Amely ein Benefiz-Stricktreffen: „Stricken gegen die Kälte“.
Zudem will sie den Weltrekord der längsten Sockenleine nach Callwell holen. Doch das Leben durchkreuzt ihre Pläne…
Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover mit einer für Winter-/Weihnachtsromane ungewohnten Farbe – mir gefällt es.
Dies ist Band 7 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (ich bin auch erst bei Band 6 „eingestiegen“, werde aber, da ich ein klitzeklein-wenig-fast-gar-nicht-spürbar reihenanfällig bin, die anderen Bände auch noch lesen „müssen“). Es gibt ein hilfreiches Personenregister am Ende des Buches (besser wäre es jedoch zu Beginn platziert).
Die Liebe von Maighread und Joshua ist sehr gut spürbar und es ist schön zu sehen, wie die beiden miteinander umgehen. Der bisher unerfüllte Kinderwunsch belastet das Paar sehr – Joshua bricht es schier das Herz, seine Frau so leiden zu sehen. Aber ihr Arzt hat ihnen Hoffnung auf ein Kind gegeben; jetzt müssen sie sich einfach noch gedulden. Das fällt ihnen aber sehr schwer. Der Weltrekord-Versuch lenkt sie ab, denn ein solches Unterfangen nimmt grosse Ausmasse an, schliesslich ist das angepeilte Ziel, 36‘000 Sockenpaare zu sammeln! Das heisst, 72‘000 einzelne Socken! Wow. Das Programm in puncto Weltrekord steht, privat ist auch einiges im Tun, aber das Leben hält sich nicht immer an die Pläne…
Man merkt, dass nicht nur etliche der Protagonisten „strickwütig“ sind, sondern auch die Autorin selbst. Das macht beim Lesen richtig Spass. Das Zusammentreffen mit Maighread und ihren Freunden hat mir wiederum sehr gefallen (ich mag Kleinstadt-Romane sehr gerne) und ich freue mich schon auf die Fortsetzung. 4 Sterne.
Eine märchenhafte Liebesgeschichte
Ein irischer Buchladen zum Verlieben von Liv O'Malley
Verleger Tom Artisan aus Boston kommt unerwarteterweise zu einem grossen Erbe, das aber an Bedingungen geknüpft ist: Von seinem verstorbenen Grossonkel erhält er zwei Millionen Euro, ein altes Herrenhaus und eine kleine Buchhandlung in Primrose Cove, Irland. In Irland? Jawohl! Und er erhält all dies nur dann, wenn er vier Wochen in der Buchhandlung „Fairytale Books“, die von Maeve Murphy geleitet wird, arbeitet.
Das wird ein Klacks für Tom… oder?
Erster Eindruck: Ein sehr rosafarbenes Cover, das bereits Romantik aus allen vier Ecken verströmt – passt gut.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Maeve und Tom erzählt. Dies lässt die Leser:innen mehr wissen als die Protagonisten.
Tom hat keine Lust, in ein so winzig kleines Dorf in Irland zu fahren, um dort vier Wochen in einer Buchhandlung zu arbeiten. Aber er braucht das Geld, denn sein Verlag ist in Schieflage geraten und er unterstützt ein Waisenhaus, das vor der Schliessung steht. Maeve ist mässig erfreut, dass der neue Besitzer aus Boston anreist und dann auch noch vier Wochen mit ihr zusammenarbeiten soll. Aber das wird auszuhalten sein, wenn er dann wieder abreist und alles beim Alten bleibt.
Ich mag Kleinstadtromane sehr gerne, da mir der Zusammenhalt gefällt. Die Dorfbewohner wissen immer über alles (und über jeden!) Bescheid. Sie sind zwar nicht immer einer Meinung, aber wenn es um „ihre“ Leute geht, stehen sie zusammen – sie lassen niemanden im Stich. Michael, Maeves Vater, hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte ihn mir wunderbar vorstellen, wie er sich für sein „Seesternchen“, so der Kosename seiner Tochter, einsetzt. Bei der ersten Begegnung durfte Tom ihn Michael nennen, aber als Michael sich später über Tom ärgert, war er dann wiederum „Mr Murphy“ – herrlich! Dass es zum Happy End kommt, ist schon in der Original-Inhaltsbeschreibung angekündigt, daher ist dies nicht überraschend. Es ist – in Anlehnung an den Namen der Buchhandlung – eine märchenhafte Liebesgeschichte, die ohne echte Stolpersteine auskommt. Zwischendurch kommt es zwar zu einem kleinen Intermezzo, aber auch das ist innerhalb von ein paar Seiten wieder vergessen. Das war mir etwas zu süss, daher vergebe ich 4 Sterne.
Einfach süss
Schlaf schön, kleiner Igel (Mini-Ausgabe) von Sophie Schoenwald
Igel machen einen Winterschlaf. Für den kleinen Igel ist es der erste Winterschlaf überhaupt. Aber bevor es soweit ist, gibt es noch viel zu tun. Kannst Du ihm dabei helfen? Ein Bilderbuch für Kinder ab 2 Jahren. Mit liebevollen Illustrationen von Nadine Reitz.
Erster Eindruck: Ein wirklich süsses Cover mit dem kleinen Igel; das Buch ist durchgehend farbig illustriert.
Das Buch ist mit seinen 26 Seiten und dem kleinen Format eher ein Büchlein, aber wohl genau richtig für die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer. Es lädt die Kleinen dazu ein, mitzumachen, indem sie z.B. in einen Laubhaufen pusten sollen, worunter sich der Igel versteckt. Oder wenn der stachelige Vierbeiner sich als Kugel zusammenrollt, soll man ihn an den Füsschen kitzeln, damit er sich wieder auseinanderrollt. Und wenn der Igel müde ist und gähnt, hält man ihm die Hand vor den Mund…
Aufgrund des geringen Seitenumfangs fällt auch meine Rezension entsprechend kurz aus. Da ich die Geschichte als E-Book gelesen habe, kann ich zu der Haptik nichts sagen. Fazit: Ein hinreissendes Buch zum Vorlesen und prima als Mitbringsel geeignet – 5 Sterne.
Mit Mut gegen die Einsamkeit
Solo von Verena Steiner
Verena Steiner hat ihren Mann durch einen Unfall am Berg verloren. Nach zweieinhalb Jahren wollte sie etwas gegen die innere Leere unternehmen und ihre Lebensfreude zurückgewinnen. Sie musste herausfinden, wie sie aus der Einsamkeit herauskommt und wieder ein glückliches Leben führen kann – auch ohne ihren Partner.
Als Autorin ist sie das Recherchieren gewohnt, daher fiel ihr dies bei ihrem wohl persönlichsten Buch nicht schwer. Sie regt zum Handeln an: Jeder Tag kann genutzt werden, um an Mutprojekten zu arbeiten und die Komfortzone zu verlassen.
Erster Eindruck: Ein zurückhaltendes, bewegtes Cover – zusammen mit dem schlichten Buchtitel sehr passend.
Als ich den Untertitel „Alleinsein als Chance“ gelesen habe, dachte ich nur „ach ja, wie das?“ Einleitend schreibt die Autorin, dass das Buch alle „Solisten“, so nennt sie die Menschen, die allein sind, anspricht. Unabhängig des Alters, des Zivilstandes oder der Dauer des Sololebens. Okay, da fühle ich mich angesprochen.
Als partner-, kinder- und haustierlose Frau höre ich immer wieder mal Sprüche wie „Du hast es gut, Du kannst dieses und jenes machen, ohne auf andere Rücksicht nehmen zu müssen.“ Das wird zwar nur so dahingesagt, aber manchmal trifft mich dies. Es stimmt, dass ich allein etwas entscheiden kann. Ich kann es aber nicht nur, sondern ich MUSS. Mir fehlt der Austausch bzw. das gemeinsame Erleben in einer Partnerschaft oder Familie. Jede Lebenssituation hat zwei Seiten und es ist einfach, die Situation des Gegenüber zu bewerten, ohne zu wissen, wie es demjenigen geht.
Mir war bisher nicht bewusst, dass Einsamkeit in emotionale, soziale und existenzielle Einsamkeit unterteilt werden kann. Auf Details verzichte ich hier. Die Autorin gibt Tipps, wie man der Einsamkeit entkommen kann bzw. wie die innere Leere wieder gefüllt wird. Witzig fand ich dabei den Ausdruck, dass glückliche Allzeitsingles „nicht alle Eier in einem Korb“ haben, d.h. sie pflegen mehrere Beziehungen, unternehmen unterschiedliche Dinge, um ihr emotionales Gleichgewicht zu halten. Man soll kleinere und grössere Mutprojekte angehen, wie z.B. allein in ein Restaurant oder in ein Konzert gehen, einen Bastelkurs besuchen, einem Verein beitreten oder sich einer Reisegruppe anschliessen. Und nicht vergessen, immer wieder das Gespräch mit fremden Menschen suchen. Für mich ist es nicht schwierig, allein essen oder in ein Konzert zu gehen und banale Gespräche zu führen. Aber mir fällt es schwer, z.B. einem Verein beizutreten, denn „alle“ anderen kennen sich und ich bin „die Neue“, wohlwissend, dass das jedem zu Beginn so geht. Eine Reisegruppe wäre nichts für mich.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Es waren interessante Tipps dabei, was man der eigenen Trägheit entgegenhalten kann. Für diese Inputs bedanke ich mich – 4 Sterne.
Land und Leute, Bier und Liebe
Das kleine Zuhause in Prag von Julie Caplin
Romantic Escapes, Band 12: Anna hat die einmalige Gelegenheit, an einer mehrmonatigen Fortbildung in Sachen Bierbrauerei teilzunehmen, am Schopfe gepackt und ist nach Prag gereist. Sie freut sich, endlich ihr eigenes Bier zu entwickeln, denn genau das durfte sie in der familiengeführten Brauerei zu Hause bisher nicht.
Sie bezieht ihr Zimmer in einer wunderbaren Dachwohnung. Als ihr Mitbewohner ankommt, trifft sie beinahe der Schlag: Es ist Leo! Leo, ihr Ex-Mann! Den Mann, den sie seinerzeit verlassen hatte, bevor er sie verlassen konnte. Wie soll das nun gehen?
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir gut (passt prima zu den anderen Bänden), aber es erstaunt mich, dass nicht ein Bier abgebildet ist, da es doch um Bierbrauen geht.
Dies ist Band 12 der Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden.
Die Überraschung – wobei, es eher einem Schock gleichkam – war riesig: Leo ist Annas WG-Partner für die nächsten Monate! Und warum interessiert sich dieser plötzlich für das Bierbrauen? Das Wiedersehen war merkwürdig, denn Annas Freund Steve war auch dabei. Und das Pikante: Sie hat Steve nie gesagt, dass sie schon einmal für ein paar Monate verheiratet war! Schwierig, schwierig. Leo ist Mr Sunshine: Wo er auftaucht, geht gleich die Sonne auf. Er kommt leicht mit Leuten ins Gespräch. Anna hingegen hadert immer damit, ob sie wohl gut genug ist und erwartet eher das Negative. Doch jetzt hat sie nur ein Ziel vor Augen: den Wettbewerb zu gewinnen und eine Brauerei-Ausstattung mit nach Hause nehmen zu können…
Mir haben die „Adoptivnachbarn“ und neuen Freunde Michaela und Jan sehr gefallen. Sie waren unwahrscheinlich herzlich und sind den beiden Briten mit Rat und Tat zur Seite gestanden, ihnen Sehenswürdigkeiten gezeigt, Restaurants empfohlen, sie mit ihren Freunden bekannt gemacht… einfach toll! So ist die Ankunft in einem fremden Land ganz anders. Die Einblicke in das Leben in der tschechischen Hauptstadt haben mich begeistert und ich hatte das Gefühl, mit dabei zu sein (und nicht nur darüber zu lesen).
Die Geschichte über zweite Chancen war ziemlich vorhersehbar, was mich aber bei dieser Reihe weder überrascht noch stört. Mir hat sie sehr gut gefallen und meinem Romantikerherzen ebenso – 4 Sterne.
Spannungsreich
Solothurn hüllt sich in Schweigen von Christof Gasser
Dominik Dornach, Band 6: Informanten der Polizei leben gefährlich, insbesondere wenn sie in Verbindung mit einem kriminellen deutscharabischen Familienclan stehen, der sich in Solothurn breit macht. Leider sind dem Clan die Machenschaften nicht so einfach zu beweisen. Eine Informantin stirbt wenige Stunden, nachdem sie nicht zu einem vereinbarten Treffen gekommen ist.
Am nächsten Tag wird ein toter Mann aufgefunden. Die einzige Verbindung scheint der Familienclan zu sein. Dominik Dornach und sein Team nehmen die Ermittlungen auf; Dornach weiss noch nicht, dass seine Vergangenheit eine grosse Rolle spielt…
Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover mit dem Nebel, der sich über das Darunterliegende legt – gefällt mir.
Dies ist Band 6 einer Reihe; er kann ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden. Für mich war es ein Wiedersehen mit Altbekannten. Es ist für mich immer etwas merkwürdig, Geschichten über Solothurn zu lesen, da ich viel dort bin (selbstverständlich ist mir bekannt, dass die vorliegende Geschichte Fiktion ist, ansonsten wäre mir das „Pflaster“ viel zu heiss).
Eine Studentin, die in Solothurn wohnt, ist Informantin der Polizei. Üblicherweise ist sie pünktlich zu den Treffen gekommen, dieses Mal jedoch nicht. Sie wird schwerverletzt aufgefunden, verstirbt sodann. Die Wohnung ist verwüstet. Ein Einbruch, der ausgeartet ist? Eher nicht, da Geld herumliegt. Wer könnte es auf sie abgesehen haben? Die Ermittlungen kaum aufgenommen, wird am nächsten Tag ein weiterer Leichenfund vermeldet, dieses Mal ein Mann. Dominik Dornach und sein Team stehen vor einem grossen Rätsel. Aber sie sind ein eingespieltes Team, mit Ausnahme der neuen Staatsanwältin, die Dominik nicht leiden kann. Dies ist ein weiteres Rätsel für ihn. An dieser Beziehung muss er arbeiten, aber aktuell gilt es, die beiden Todesfälle aufzuklären.
Wie schon beim letzten Buch war auch das vorliegende sehr komplex. Wirklich ausnehmend komplex. Ich habe aufgehört, mir die ganzen Protagonisten und deren Verbindungen aufzuschreiben. Ich hatte bereits im letzten Band meinen zunehmenden Unmut mit Pia, Dominiks Tochter, bekundet: Sie ist erwachsen, alleinerziehende Mutter des kleinen Mirio, verhält sich aber zuweilen, als wäre sie ein Teenager, der keine Verantwortung hat und nur impulsiv handelt. Sie mischte wiederum zünftig mit, was die Story zwar unterhaltsamer aber auch zugleich unrealistischer machte. Sie meint, sie wisse besser als langjährige Polizisten, wie ein Fall zu lösen ist und voilà: Gefahr! Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, war spannend, aber für meinen Geschmack (und für die Ambassadorenstadt Solothurn) ein bisschen zu viel. Von mir gibt es 4 Sterne.











