Kunden em pfehlungen
Rezensionen von peedee:
Sehr komplex
Solothurn blickt in den Abgrund von Christof Gasser
Dominik Dornach, Band 5: In Solothurn wurden einigen linken und grünen Politikerinnen Sprengsätze in die Briefkästen gelegt – die Täterschaft wird in rechtsextremen Kreisen vermutet. Dann wird in Olten das Büro von „EmmaWatch“, einer Frauenrechtsorganisation überfallen und in Brand gesetzt, dabei wird eine Co-Leiterin schwer verletzt.
Kurz darauf verschwindet Syrerin Rana Amidi, eine Freundin von Dornachs Tochter Pia, spurlos. Länderüberschreitende Verstrickungen sind die Folge…
Erster Eindruck: Ein zur Reihe sehr gut passendes Cover; ein neugierig machender Titel.
Dies ist Band 5 einer Reihe; er kann ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (nichtsdestotrotz würde ich aufgrund der ansonsten verpassten Lesefreude mit Band 1 beginnen).
Der Prolog führt die Leser:innen in die Golfregion, wo ein Mann auf dem Weg nach Grenchen (Schweiz) ist. Doch er wird den Flug nicht überleben – das Flugzeug explodiert! Nach einem Zeitsprung von sechs Wochen beginnt die eigentliche Geschichte in Olten bei der Frauenrechtsorganisation „EmmaWatch“. Und schon ist man schwer gefordert und fragt sich, wie wohl die Situation aus dem Prolog mit derjenigen in Olten zusammenhängen könnte. Selbstverständlich bleibt das noch längere Zeit im Dunkeln (es wäre ansonsten auch viel zu einfach für uns, oder?)…
Das Buch war wie gewohnt sehr komplex und weitreichend. Dieses Mal hat der Autor hierzu extra ein neues Land erfunden, und zwar das Golfemirat Al Kershah. Obwohl deutlich gemacht wird, dass das Buch Fiktion ist, wäre es bestimmt zu heikel gewesen, einem effektiv existierenden Land die Machenschaften, von denen hier im Buch die Rede ist, in die Schuhe schieben zu wollen. Zu Beginn hatte ich Mühe, ins Buch reinzukommen, da es wechselnde Schauplätze und eine zunehmend grosse Menge an Protagonisten gab (meine Liste wurde länger und länger). Aber dann ging es gut. Die Geschichte war spannend, erzeugte aber auch zuweilen meinen Unmut. Genauer gesagt hatte ich Mühe mit Pia, Dominiks Tochter: Sie ist sich der Gefahren nicht bewusst und handelt manchmal einfach zu impulsiv. Und das, obwohl sie doch jetzt als alleinerziehende Mutter von Mirio grosse Verantwortung trägt. Ich hoffe sehr, dass sie etwas vernünftiger wird. Von mir gibt es 4 Sterne.
Wie immer wunderbar
Küsse im Gepäck von Catherine Bybee
Ein Milliardär fürs Glück, Band 2: Sarah McNeilly ist Reporterin und wurde auf eine Story aufgrund eines anonymen Hinweises angesetzt: Sie soll exklusive Details über Max Smith liefern. Wer ist er und weshalb soll sie über ihn berichten? Max Smith führt ein einfaches, zurückgezogenes Leben, er arbeitet hart für seinen Lebensunterhalt.
Plötzlich tauchen ihm wildfremde Menschen auf, die ihm mitteilen, dass er deren Halbbruder sein soll und ein Vermögen geerbt habe. Sicher doch, passiert einem ja jeden Tag! Aber nein, es stimmt! Auf Max warten unruhige Zeiten…
Erster Eindruck: Wie immer ein sehr schönes Cover bei den Büchern von Catherine Bybee.
Dies ist Band 2 einer Reihe, kann aber ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden (aber es wird dadurch auch eine Menge Lesegenuss verpasst!).
Was tun, wenn man unverhofft zu Geld kommt? Zu sehr viel Geld… Milliarden! So etwas kann man sich gar nicht wirklich vorstellen. Sicherlich, einen kleinen Gewinn beim Lotto oder einen Geldpreis bei einer Verlosung, das ist plausibel. Aber von jetzt auf gleich zu Milliarden? Das schüttelt einen total durch. Was tun mit diesem Geld? Wem kann man überhaupt noch trauen. Plötzlich muss man sich neuer „Freunde“ wehren. Und auch in Sachen Liebe kann es schwierig werden: Wem gilt die Liebe? Dem Geld oder einem selbst?
Sarah ist ehrgeizig: Sie will gute Artikel schreiben, keine Lügen und bösartige Vermutungen. Ihr Boss sieht das aber ganz anders: Er will Klatsch und Tratsch. Und diesen will er nun über Max Smith. Doch was soll sie über Max Smith herausfinden, was so interessant ist? Max‘ Leben ändert sich von einem Tag auf den anderen: An einem Tag ist er noch der Bauarbeiter, der harte Arbeit gewohnt ist, am nächsten Tag ist er Milliardär! Zudem hat er neuerdings eine Familie! Er, der von einer Pflegefamilie zur nächsten weitergereicht wurde und in verschiedenen Wohngruppen untergebracht war. Keine einfache Ausgangslage für ihn.
Mir haben Sarah und Max sehr gut gefallen. Die anderen, Chase und Piper sowie Alex, waren mir schon aus dem Vorgängerband bekannt. Das Wiedersehen hat mir sehr gefallen. Und es war wieder eine Menge los bei den Stones. Warum sind Catherine Bybees Bücher immer so schnell ausgelesen? Ich habe keine Ahnung, warum sich 429 Seiten bei ihr wie eine Kurzgeschichte anfühlen. Von mir gibt es 5 Sterne und ich freue mich auf die Fortsetzung.
Einfach süss
Die Hobby-Horsing-Kids, 1, Ein Steckenpferd für Lotta von Jenny Bicho
Die Hobby-Horsing-Kids, Band 1: Lotta und ihre beiden Freundinnen lieben Hobby-Horsing. Sie trainieren für ihren ersten grossen Wettbewerb – jede will selbstverständlich gewinnen. Dazu kommt, dass wunderbare Steckenpferde in der Tombola verlost werden. Lottas Mama spendiert ihr auch zwei Lose – hoffentlich hat sie Glück! Für Kinder ab 7 Jahren.
Mit Illustrationen von Andrea Femerstrand.
Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover – passt ausgezeichnet zum Buchtitel.
Lotta, Hanna und Leya haben zusammen einen ganzen Stall voll Steckenpferde. Hanna hat zwei und Leya hat so viele, dass sie sie gar nicht mehr zählen kann. Aber Lotta hat nur eins: Luzie. Es ist schon ein bisschen älter und Lotta hätte gerne noch ein zweites. Ihre Mama meint, dass eines genügt. Und dann hätte sie auch noch gerne neues Zaumzeug. Mama meint jedoch, dass man nicht immer neue Sachen kaufen müsse. Warum nicht?
Das Turnier ist eine grosse Sache: Alle sind aufgeregt und wollen unbedingt gewinnen. Werden die Pferde gut springen? Werden die drei Freundinnen alle gut durchkommen? Die Konkurrenz ist gross. Und dann ist Lotta an der Reihe…
Als ich noch Kind war, hatte ich auch mal ein Steckenpferd, das ein Nachbar bei einer Tombola gewann und mir schenkte. Damit rannte man mal ums Haus, galoppierte über die Wiese und das war es dann auch schon bald. Heutzutage wird dies zur Trendsportart, das viele Kinder (und deren Familien) begeistert. Mich amüsiert das – man möge mir das verzeihen. Ich fand es so witzig, als es hiess, dass das eine Pferd plötzlich scheute und das andere fast durchging. Die Pferde scheinen wirklich zu leben…
Der Auftakt zur neuen Kinderbuchreihe ist absolut gelungen: Eine schöne Geschichte über Freundschaft und Hobby-Horsing, liebevoll illustriert – 5 Sterne.
Eine besondere Reise
Ein Rezeptbuch fürs Leben von Sara Brunsvold
Die Lehrerin Nikki Werner hat Probleme. Probleme mit ihrer Beziehung zu ihrem Freund Isaac, zu ihrem Vater Chris, aber wohl am meisten mit sich selbst. Sie verbringt den Sommer auf der Farm ihres Onkels Wes und hilft ihm, sein Elternhaus zu renovieren. Sie findet ein altes Notizbuch mit handgeschriebenen Rezepten und Bibelversen ihrer verstorbenen deutschstämmigen Grossmutter.
Sie will mehr über ihre Vergangenheit erfahren und begibt sich – auch mit dem Ausprobieren der unbekannten Rezepte – auf eine besondere Reise…
Erster Eindruck: Buchtitel und Cover gefallen mir, aber ich habe zuerst gedacht, dass es sich um ein Sachbuch handeln würde.
Das Auftauchen von Nikki auf Wes‘ Farm ist überraschend – nicht nur für Wes, sondern auch für Nikki selbst. Als sie zu Hause losgefahren ist, war ihr nicht bewusst, wohin es sie zieht. Eine interessante Reise hat begonnen…
Die Protagonisten haben mir sehr gefallen, insbesondere Nikkis Grosstante Emma, Onkel Wes sowie Joyce. Emma ist eine wunderbare Frau, die für Wes ein bisschen Mutterersatz geworden ist. Ihr Humor hat mir sehr gefallen. Nikki hat des Öftern mit ihr E-Mails ausgetauscht: Warum hat sie sie nicht einfach angerufen? Und warum ist Nikki Emma nicht besuchen gegangen? Wes hat mir auch sehr gefallen: Er ist enorm schüchtern und hatte offenbar auch keine einfache Vergangenheit (darüber wird aber wenig erzählt, das hat mir gefehlt). Seine Entwicklung hat mich sehr gefreut. Joyce hat mich begeistert: Eine sehr geduldige Frau, die unermüdlich hofft. Sie probiert mit Nikki die Rezepte aus (Achtung: sehr butterlastig!) und erzählt ihr von der Stadt und ihren Verwandten.
„Geh einfach den nächsten Schritt.“ Manchmal muss man nicht viel zu weit im Voraus planen und zerreden, manchmal reicht es einfach, den nächsten Schritt zu gehen.
Ich habe verstanden, dass die Scheidung von Nikkis Eltern viel Leid verursacht hat. Es wurde für mich jedoch nicht genügend deutlich, was genau vorgefallen ist, dass die Vater-Tochter-Beziehung so verhärtet war (wenn die Eltern von erwachsenen Kindern sich scheiden lassen, ist die Situation aus meiner Sicht ganz anders, als wenn die Kinder noch klein sind). Ich sage immer, dass Menschen unwahrscheinlich interessant, aber auch unwahrscheinlich kompliziert sein können. Den Satz von Joyce „Im Grunde musste ich akzeptieren, dass er manche meiner Erwartungen nicht erfüllen konnte.“ kann ich nur bestätigen: Manchmal muss man gewisse Dinge akzeptieren, auch wenn man sie sich ganz anders wünschen würde. Das fällt mir nicht leicht, aber immerhin geht es mir danach besser.
Glaube, Angst, Verlust, Verletzung, Vergebung, Liebe – dies sind einige der behandelten Stichworte. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich vergebe daher 4 Sterne.
Schräg, schräger, Cassi
Sommer ohne Plan von Johanna Swanberg
Cassi führt als Restaurantmanagerin ein erfolgreiches Lokal in Stockholm. Sie ist perfektionistisch und sowohl im Privat- als auch Berufsleben sehr auf ihre Aussenwirkung bedacht. Nach einem Zusammenbruch folgt ihr Wegzug aus Stockholm. Durch Zufall findet sie eine Waldhütte und kauft diese spontan.
Es geht sodann das Gerücht um, dass sie ein Selbsthilfe-Guru sei. Als die ersten Therapie-Anfragen kommen, lässt sich Cassi von der Situation mitreissen und spielt fortan die Rolle ihres Lebens…
Erster Eindruck: Das Cover ist gestalterisch nicht so mein Fall.
Warum habe ich zu diesem Buch gegriffen? Mich hat die Original-Inhaltsbeschreibung neugierig gemacht und ich wollte wissen, wie Cassi aus dieser Misere wieder herausfinden würde, denn es wird allen klar sein, dass das Schauspiel einmal auffliegt. Und? Nun ja, es waren für mich sehr lange 416 Seiten…
Der Start war schwierig, denn ich habe die ersten 30 Seiten 3x gelesen, dazwischen jeweils nochmals die Inhaltsbeschreibung, da ich hatte das Gefühl, überhaupt nicht zu verstehen, um welches Buch es gerade ging. Auch nach den ersten 100 Seiten konnte mich das Buch nur sehr mässig begeistern. Mir fiel der Einstieg so schwer, da für mich nicht greifbar war, was mit Cassi eigentlich passiert ist. Ich hatte das Gefühl, den Informationen immer hinterher zu stolpern.
Als sie das heruntergekommene Haus übernimmt, kommen die ersten Anfragen nach „Therapie-Sitzungen“. Und sie lässt sich tatsächlich darauf ein! Das hat mir gar nicht gefallen: Menschen haben Probleme und vertrauen sich ihr an, dabei hat sie doch noch selbst mit einem grossen Haufen Problemen zu kämpfen.
Ich konnte mich mit Cassi einfach nicht anfreunden. Ihr Handeln war für mich nicht nachvollziehbar. Einzig in den Momenten, in denen sie mit Pavel, ihrem väterlichen Freund, zusammen war, wirkte sie authentisch. Pavel und seine Geschichte waren für mich das Beste am ganzen Buch.
Die Geschichte war mir zu langfädig, die Burnout-Situation kam für mich nicht genügend hervor, der Ausgang der Geschichte zu einfach. Darüber würde ich gerne noch mehr erzählen, aber ich will ja nicht spoilern. Leider gibt es von mir keine Leseempfehlung – 2 Sterne.
Nett für zwischendurch
Das kleine Bücherschiff 1 - Roman von Tessa Hansen
Das kleine Bücherschiff, Band 1: Die Freundinnen Miri und Katja erfüllen sich endlich ihren Traum der eigenen Buchhandlung. Und es ist nicht irgendeine Buchhandlung: Es ist eine Buchhandlung auf dem Schiff, genauer auf einer alten Barkasse im Hamburger Hafen. Mit viel Arbeit bauen sie den heruntergekommenen Kahn um.
Privat läuft es für Miri nach der letzten Enttäuschung auch gut, denn mit ihrem Nachbarn Henning könnte sie sich ein deutlich intimeres Verhältnis vorstellen. Doch dann der Schock: Die Miete für das Bücherschiff wird kurzerhand exorbitant erhöht, so dass das für die Neuunternehmerinnen nicht zu stemmen ist. Das Schiff soll luxussaniert werden – ausgerechnet durch Hennings Architekturbüro!
Erster Eindruck: Das Cover passt gut zum gewählten Buchtitel.
Es braucht eine Menge Mut, Idealismus, Geld und vielleicht auch eine Portion Naivität, um in der heutigen Zeit eine Selbstständigkeit im Buchhandel zu wagen. Und dann erst noch für zwei Frauen, die von fachfremden Berufszweigen kommen. Vor der Eröffnung steht jede Menge körperliche Arbeit an, denn das Schiff ist in keinem guten Zustand. Aber Miri und Katja sind so voller Adrenalin und Vorfreude, dass sie diese Arbeit gerne stemmen. Der Start ist gelungen, das Angebot wird von den Touristen, aber auch von den Anwohnern sehr gut angenommen.
Miri hat eine neue Wohnung und findet in dem Mietshaus auch gleich etliche junge Leute, die sie in ihre Clique aufnehmen. Neu eingezogen ist auch Henning, ein alleinerziehender Vater. Miri und Henning verstehen sich gleich gut. Sehr gut. Aber die Trennung der Eltern war für den sechsjährigen Finn nicht einfach zu verdauen und daher findet er Frauen doof, was er auch sehr deutlich äussert.
Das Buch ist nett für zwischendurch, aber deutlich zu lang für die Story. Der in der Inhaltsbeschreibung bereits angekündigte Knall wird in ein paar wenigen Seiten abgehandelt. So wie die Freundinnen sich zuweilen verhielten, erinnerten sie mich mehr an Pubertierende als an Erwachsene. Ein Happy End ist bei solchen Romanen immer nett, aber hier renkte sich viel zu schnell alles wieder ein. In der Ausschreibung hiess es „Ein betörender Wohlfühlroman über zwei engagierte Buchhändlerinnen“ – betörend war da für mich leider nichts. Von mir gibt es 3 Sterne.
Eine Tragödie auf 560 Seiten
Dunkle Sühne von Karin Slaughter
North Falls, Band 1: Der 4. Juli, ein Feiertag, ein Grund zum Feiern in North Falls. Doch aus dem Feiern wird eine Tragödie, denn zwei Teenager-Mädchen werden vermisst. Deputy Emmy Clifton steht wohl vor der grössten Herausforderung ihres Lebens, denn eines der Mädchen ist die Tochter ihrer besten Freundin.
Sie muss sie einfach wieder nach Hause bringen – sie hat eine Schuld zu begleichen. In einer Kleinstadt wie North Falls weiss jeder alles über den Nachbarn. Sicher? Die Mädchen hatten offensichtlich Geheimnisse…
Erster Eindruck: Ein eindrückliches Cover; der Titel passt gut dazu.
Es ist eine unvorstellbare Tragödie, wenn ein Kind entführt wird und man nichts über dessen Verbleib weiss. Vielleicht nie erfahren wird. Das Kind vielleicht nie mehr wiedersehen wird…
Gleich zwei Teenager-Mädchen werden am Abend vermisst. Die Uhr beginnt unerbittlich zu ticken, denn es gibt Statistiken, die ziemlich genau aufzeigen, wie wenige der vermissten Kinder nach einer gewissen Anzahl Stunden überhaupt noch am Leben sind. Daher zählt jede Minute! Geht es um eine Entführung durch einen Bekannten? Oder Entzug des Kindes durch einen Elternteil? Oder haben die Mädchen sich einfach irgendwo versteckt? Oder sind sie schon tot? Als eine Unfallstelle entdeckt wird, wo ein Auto beschädigt wurde, ein Fahrrad sowie Fuss- und Blutspuren gefunden werden, scheinen sich die schlimmsten Befürchtungen zu bewahrheiten. Sheriff Gerald Clifton, seine Tochter Deputy Emmy Clifton, und die aufgebotenen Polizei- und Rettungskräfte suchen weiterhin fieberhaft nach den Mädchen…
Dies war mein erstes Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Die Bewertung des Buches fällt mir nicht leicht. War es ein Pageturner für mich? Nein. Wollte ich wissen, wie es ausging? Unbedingt. Es gab viele Protagonisten und ich musste immer wieder überlegen, wer nun diese oder jene Person war und in welcher Verbindung sie standen. Das änderte sich auch nicht nach einem Zeitsprung von 12 Jahren. Die ersten zwei Drittel zogen sich etwas und waren mässig spannend. Im letzten Drittel kam dann deutlich Spannung auf und ich wollte nur noch wissen, ob ich die richtige Täterschaft im Visier hatte. Und? Nein, ich lag falsch! Von mir gibt es 4 Sterne und ich bin gespannt, wie diese Reihe weitergeht.
50 Seiten zu kurz
Friesenherzen und Winterzauber von Tanja Janz
Die erfolgreiche Krimiautorin Ellen hat Liebeskummer. Da kommt ihr die Einladung ihrer Mutter, die mit der besten Freundin in St. Peter-Ording auf Kur ist, gerade recht. Eine Luftveränderung tut immer gut. Und vielleicht hilft ihr diese, für ihr neustes Buchprojekt in Stimmung zu kommen: Sie soll auf Geheiss ihres Verlages einen Liebesroman schreiben – ausgerechnet jetzt! St.
Peter-Ording ist tatsächlich ein Gamechanger, denn durch einen Briefwechsel via versteckten Briefkasten tauscht sie sich als „kleine Silbermöwe“ mit dem „Leuchtturmwärter“ aus – wer auch immer dahinterstecken mag…
Erster Eindruck: Ein schönes, modernes Cover der Neuauflage des Buches, das erstmals 2016 erschienen ist.
Ellen soll also neuerdings in Romantik machen, und zwar unter einem zweiten, offenen Pseudonym. Wieso denken die vom Verlag, dass sie auch einen Liebesroman schreiben könnte? Die Vorschusslorbeeren sind zwar erfreulich, aber sie hat zurzeit ganz anderes im Kopf, nämlich ihren Freund, der ihre Beziehung – wenn man sie denn noch so nennen kann – so ganz anders einschätzt als sie. Zusammenziehen? Nein, auf keinen Fall, meint er.
Angekommen in St. Peter-Ording, ist Ellen das Glück hold, denn sie findet ein Zimmer bei Martina, die einen hübschen Teeladen besitzt. Sie wird herzlich von deren Familie aufgenommen. Und so lernt sie auch Merle, Martinas Nichte, kennen. Das Mädchen hat nur einen Weihnachtswunsch: eine neue Frau für Papa. Die Geschichte, die dahintersteckt, rührt Ellens Herz an und bringt etwas in Bewegung…
Das Buch hat sich wie gewohnt flüssig lesen lassen. Mir haben die Protagonisten sehr gut gefallen, insbesondere Ellens Mutter und deren beste Freundin Rita (obwohl sie eine eher kleine Rolle hatten). Im Ort habe ich mich gleich gut aufgenommen gefühlt. Von mir gibt es 3 Sterne (aus meiner Sicht fehlen dem Buch ca. 50 Seiten, denn der Schluss – der mir zweifelsohne gefallen hat – kam einfach zu schnell).
Eine tödliche Leidenschaft
Sachertorte mit Schuss von Ulrike Moshammer
Valerie Thaller, Band 3: Im Kurort Bad Gastein steht Grosses bevor, und zwar in Form eines Tortenwettbewerbs, der im Fernsehen übertragen wird. In Valerie Thallers Grand Hotel ist auch ein Team der Konditoren untergekommen. Der Wettbewerb lockt viele Touristen an, einer davon wird beim Genuss einer Sachertorte kaltblütig erschossen.
Kurz darauf verschwindet ein Wettbewerbsteilnehmer. Als wäre das alles nicht Aufregung genug, ist ausgerechnet Valeries Schwager Christian der Hauptverdächtige! Valerie und ihre beste Freundin „müssen“ doch einfach ermitteln…
Erster Eindruck: Der Titel und das Cover gefallen mir sehr gut!
Dies ist Band 3 einer Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden.
Welch‘ eine Aufregung in Bad Gastein! Ein Tortenwettbewerb, bei dem es um österreichische Mehlspeisen geht, und der erst noch vom Fernsehen übertragen wird! Und dann ist da noch der Umbau eines Hauses in ein Zen-Kloster. Valerie, die Entspannung dringend nötig hat, geht mit ihrer Freundin Nora zu einem Vortrag des Zen-Meisters Schmidt. Allein seine Stimme sorgt bei ihnen schon für Entspannung – beide Frauen sind begeistert. Doch vorher ist ja noch dieser Wettbewerb.
Bei einer Walking-Runde kehren die Freundinnen in ein Café ein und geniessen die Ruhe. Diese wird jäh unterbrochen, als ein Gast beim Essen einer Sachertorte erschossen wird! Valerie informiert schnell Erwin und Dorothea von der Polizei. Sie will sich nicht vorwerfen lassen, dass sie sich wieder eingemischt und auf eigene Faust ermittelt hat.
Die ersten Ermittlungsergebnisse sind schockierend, denn als Hauptverdächtiger wird ausgerechnet Viktors Bruder Christian genannt. Die Familie ist entsetzt. Ich fand es berührend, dass Viktor, der die Alleingänge seiner Frau stets verurteilte, Valerie nun bittet, Christian zu helfen.
Valerie und Nora sind mit den besten Vorsätzen („nur gucken, alles der Polizei überlassen“) ausgerüstet, die aber auch dieses Mal wieder durch ihre Neugier zu Fall gebracht werden. Die Beschreibungen waren jeweils so bildhaft, dass ich beim Lesen über die Süssspeisen Sachertorte, Esterházy, Malakoff und Co. bestimmt ein Kilo zugenommen habe! Die Geschichte war – mit Ausnahme der Todesfälle natürlich – sehr amüsant. Von mir gibt es 4 Sterne. Warum nur habe ich jetzt Lust auf Schokolade?
Viele Emotionen
Stimmen der Vergangenheit von Danielle Steel
Architekt Charles Waterston ist mit Carole, einer Juristin, verheiratet. Beide sind erfolgreich in ihrem Beruf. Charles hat aber offenbar übersehen, dass Carole schon lange nicht mehr glücklich war, als sie ihn um die Scheidung bittet. Privat am Tiefpunkt angekommen, muss er nun auch beruflich Rückschläge hinnehmen, die ihn von London zurück nach New York führen.
Unzufrieden, wie es mit den Projekten in Amerika läuft, wird ihm eine bezahlte Auszeit angeboten. In einem zweihundert Jahre alten Château in Neuengland findet er neuen Frieden. Als ihm eine Frau im Haus erscheint, denkt er an einen Streich der Nachbarn, doch dann findet er Tagebücher aus dem Jahre 1789. Es handelt sich um die Geschichte von Sarah Ferguson und François de Pellerin…
Erster Eindruck: Das Cover und der Buchtitel gefallen mir sehr gut.
Die Originalausgabe ist 1997 unter dem Titel „The Ghost“ erschienen.
Die Geschichte gliederte sich für mich in drei Teile und zwei Zeitebenen: Einerseits in der Gegenwart, wo Charles zu Beginn in London ist und dann in die USA zurückkehrt, und andererseits beginnend im Jahr 1789 mit Sarah Ferguson. Ich hatte das Gefühl, dass die Passagen mit Sarah Ferguson den grössten Teil ausmachten.
Der 42-jährige Charles hat mir gleich gut gefallen. Es schien ihn wirklich wie aus dem Nichts zu treffen, dass seine Frau Carole ein Verhältnis mit einem älteren Mann eingegangen ist und deshalb die Scheidung verlangte. Warum hat sie ihm nicht gesagt, dass sie unglücklich war? Hätte er es nicht merken müssen? Seine Chefs in Amerika haben in zurückbeordert; er muss dort eine Führungsstelle übernehmen. Doch er ist enttäuscht, wie konventionell die Projekte dort laufen, ganz anders, als er es aus den Jahren in Europa kannte. Und nun? Sein Weg führt ihn zufällig nach Shelburne Falls, wo er im „Bed and Breakfast Palmer“ übernachtet. Die 70-jährige Gladys Palmer, ein wunderbarer Mensch, spürt gleich eine Verbindung zu Charles. Sie vermietet ihm ihr Landhaus, das über 200 Jahre alte Château mit einer interessanten Geschichte.
Ich würde gerne ganz viel über Sarah Ferguson und ihre Geschichte erzählen, aber dann würde ich leider spoilern. Daher nur so viel: Sie war trotz oder gerade wegen ihrer Vergangenheit eine bemerkenswerte Frau mit viel Mut und Durchhaltewillen. Ihre Geschichte veranlasst Charles, über sein eigenes Leben und seine Zukunft nachzudenken.
Ein bisschen Mystik, Emotionen aller Art und der Glaube an die Liebe – all dies war hier enthalten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und hat mir sehr gut gefallen. Von mir gibt es (dank Sarah) 5 Sterne.











