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Rezensionen von peedee:

Der Zauber der Insel

Winterzauber am Inselweg von Julie Peters

Friekes Buchladen, Band 5: Smilla fragt sich, ob die Trauer niemals leichter wird. Vor zwei Jahren hat sie ihren Mann verloren und an manchen Tagen fühlt es sich für sie an, als wäre es erst vor kurzem passiert. Die Einladung ihrer Freundin Sanne, sie auf Spiekeroog zu besuchen, kommt gerade rechtzeitig.

Auf der Überfahrt lernt sie Onno kennen, einen sehr sympathischen Mann, der – wie sie später erfährt – als Lehrer auf der Insel arbeiten wird. Smilla ist überrascht, dass sie das Gefühl der Anziehung verspürt. Auf der Insel kommt es zum Wiedersehen mit Onno. Aber Smilla hat sich geschworen, ihr Herz kein zweites Mal zu verschenken…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir; es passt sehr gut zum „Winterzauber“.

Dies ist Band 5 der Reihe, aber er lässt sich auch ohne Kenntnisse der Vorgängerbände lesen. Für mich war es ein Wiedersehen mit Altbekannten.

Smilla ist Künstlerin; sie würde gerne ein Bilderbuch illustrieren, aber dazu kam es bisher nicht. Sie hat aber erfolgreich ein wuscheliges Meerschweinchen und ein hoppelndes Häschen geschaffen, Murmel und Hupsi, die nun in unzähligen Varianten verkauft werden und somit ihren Lebensunterhalt sichern. Doch seit zwei Jahren ist ihre Kreativität blockiert – so wie auch ihr ganzes Leben blockiert ist.
Onno erhofft sich auf Spiekeroog einen Neuanfang. Die Beziehung zu seiner Freundin ist… nun ja… schwierig. Vielleicht hilft die örtliche Trennung, Klarheit zu bekommen. Für sie beide. Er freut sich auf seine neue Stelle als Lehrer.
Frieke ist hochschwanger. Sie will noch viel zu viel erledigen, bevor das Baby da ist und sie dann für längere Zeit in der Buchhandlung ausfällt. Das mag sie nicht, aber sie weiss, dass das eben so sein wird. Nur noch kurz dieses und jenes…

Wie gewohnt war viel los auf Spiekeroog (und das meiste auch vorhersehbar). Ich mag Happy Ends, keine Frage, aber die Auflösungen sind mir hier einfach zu glatt: einerseits grosses Drama mit vielen Wiederholungen, andererseits holterdiepolter Happy End. Am besten hat mir die Freundschaft bzw. der Zusammenhalt gefallen. Von mir gibt es 3 Sterne.

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Grossartige Einblicke!

Ein Arzt für jede Welle von Reinhard Friedl; Shirley Michaela Seul

Hochseekreuzfahrtschiffe sind schwimmende Städte. Sowohl Passagiere als auch Crew-Mitglieder hoffen dabei, den Bordarzt möglichst wenig zu sehen. Dies ist nicht persönlich gemeint, aber schliesslich ist niemand gerne krank. PD Dr. med. Reinhard Friedl hat jahrelang als Herzchirurg gearbeitet und ist als begeisterter Segler und Taucher zum Schiffsarzt geworden.

Im Hospital gibt es Schnupfen, Frakturen, Herzinfarkte, aber auch rätselhafte Krankheiten, bei denen detektivischer Spürsinn gefragt ist. Hier gewährt er Einblicke in seine Arbeit.

Erster Eindruck: Ein schönes Cover, ein interessanter Buchtitel – was will ich mehr?

Ich habe selbst schon einige Flusskreuzfahrten gemacht, aber auf einem dieser Hochseekreuzfahrtschiffen war ich noch nie. Reizen würde es mich zwar schon, aber die Angst vor starkem Seegang ist zurzeit noch zu gross. Aber lesetechnisch (oder auch filmtechnisch) gehe ich gerne an Bord.

Sehr wichtig auf einem Schiff ist Pünktlichkeit. Dies muss Dr. Riedl auch früh lernen. Durch ein Missverständnis kommt er zu spät zurück an Bord und erfährt, was alles unternommen wird, wenn eine Person nicht zum geforderten Zeitpunkt erscheint. Ein weitreichendes Protokoll wird abgespult.
Sehr interessant, von den Dimensionen des Hospitals zu lesen und auch darüber, dass die wichtigsten Bestandteile noch als Notfallhospital in Koffern an einem anderen Ort gibt. Warum? Wenn eine Katastrophe die Klinik betrifft, kann dort nicht mehr gearbeitet werden. Daher kann dieses „Koffer-Hospital“ im wahrsten Sinne lebensrettend sein.

„Wer Meer hat, braucht weniger.“

Beeindruckend sind die Einblicke in die straffe Organisation des Schiffes: Was alles passiert, wenn ein Notfall gemeldet wird. Oder wenn der medizinische Notfall eine Ausschiffung erforderlich macht, was durch eine international tätige deutsche Agentur unterstützt wird: Die Agentur betreut über Kontaktpersonen den Patienten sowie die Angehörigen; die Betreuung endet erst, wenn ein Patient wieder zu Hause ist (auch wenn das Monate dauern sollte).
Auf einem Schiff arbeiten Menschen mit unterschiedlichster Herkunft auf engstem Raum zusammen. Ich fand es sehr interessant, dass jedes Crew-Mitglied einen kulturanthropologischen Crashkurs absolvieren muss.
Abschliessend möchte ich noch das „Hospital“ für das Schiff selbst erwähnen: Auch ein Schiff muss regelmässig zum Gesundheitscheck, und zwar in die Werft, wo es auf Herz und Nieren geprüft wird.

Das Buch hat mich ausgezeichnet unterhalten: Es gab Einblicke hinter die Kulissen eines Grossbetriebes, berührende und fröhliche Geschichten, zeigte die Faszination des Reisens und die Fähigkeit, sich an kleinen Dingen zu erfreuen. Vielen Dank und wohlverdiente 5 Sterne!

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Besuch aus der anderen Hölle

Cornibus & Co. (Band 4) - Wie das Keinhorn in die Hölle kam von Jochen Till

Cornibus & Co, Band 4: In der Hölle hat es überraschend Besuch gegeben. Es ist ein Keinhorn, das aus dem Glitzerwald kommt, wo alles perfekt ist: Ein Gänseblümchen hat exakt acht Blätter und jeder Marienkäfer sieben Punkte. Fürchterlich perfekt. Es ist die Hölle. Diese andere Hölle gefällt Cornibus gar nicht, obwohl es dort Bäume aus „Schlotzolade“ gibt… Für Kinder ab 10 Jahren.

Mit Zeichnungen von Raimund Frey.

Erster Eindruck: Das bunte Cover mit Keinhorn und Cornibus sowie die vielen schwarz-weissen detaillierten Zeichnungen gefallen mir sehr gut. Ich würde sogar sagen, dass das Cover herzallerliebst ist, aber das würde Cornibus wohl nicht gefallen, oder?

Dies ist Band 4 einer Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden.

Warum hat das Keinhorn kein Horn? Eigentlich ist es nämlich ein Zweihorn, das aber nur mit einem Horn auf die Welt gekommen ist. Eine grosse Enttäuschung für die perfekten Zweihorn-Eltern. In der Schule wird das einhornige Zweihorn gehänselt und findet keine Freunde. Dabei kann es doch nichts für sein Aussehen! Wie Gary Glitzerprinz, so sein ursprünglicher Name, dann in der Hölle gelandet ist und wieso er gar kein Horn mehr hat, erzählt er seinem neuen Freund Cornibus.

Eine amüsante Geschichte mit einem ernsten Hintergrund; von mir gibt es 3 Sterne.

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Ein Neuanfang in Irland

Das Wintermärchen von Kerry von Julie Larsen

Als Eilis ihren langjährigen Job als Anwaltsassistentin in einer Kanzlei in Chicago verliert, besinnt sie sich auf ihre irischen Wurzeln und kauft den alten Buchladen „Pages & Promises“ in Glensiveen, Irland. Als sie dort ankommt, warten nicht nur verstaubte Bücher auf sie, sondern auch gleich noch eine Menagiere an Tieren! Cillian, der Enkel des ehemaligen Besitzers, ist Tierarzt und hat kurzfristig Tiere aus schlechter Haltung gerettet und hier untergebracht.

Er wusste nicht, dass sein Grossvater das Geschäft verkauft hatte. In nicht mal acht Wochen will sie den Buchladen auf Vordermann bringen und zu Weihnachten eröffnen…

Erster Eindruck: Ein sehr hübsches winterlich-weihnächtliches Cover – gefällt mir sehr gut.

Es ist ein Riesenschritt für Eilis, sich allein in einem ihr bisher fremden Land einen Laden zu kaufen und diesen dann in acht Wochen betreiben zu wollen. Sie hat weder als Buchhändlerin noch als Unternehmerin Erfahrung. Ob das wohl gut kommt? Nana, ihre geliebte Grossmutter, hat ihr den Kontakt zu Malachy, dem früheren Besitzer, vermittelt. Er war es auch, der Nana und ihren Grossvater seinerzeit zusammengebracht hat, bevor sie als Paar nach Amerika gingen. Und nun ist Eilis in Irland. Den Moment, als Eilis in ihr neues Ladenlokal kommt, und all die verschiedenen Tiere sieht, konnte ich mir so gut vorstellen: Es hat Katzen, zwei Kaninchen, einen fluchenden Ara, ein Chamäleon, einen alten Hund und draussen stehen noch ein Esel und ein Schwein! Wo ist sie da nur hineingeraten? Cillian erfährt von seinem Grossvater, dass die neue Besitzerin irritiert – sehr diplomatisch gesagt – über diese Menagerie ist. Er möge das doch bitte direkt klären. Cillian ist mit Leib und Seele Tierarzt. In Liebesdingen läuft es nicht so gut; er denkt immer wieder, dass er nicht gut genug ist. Bei den Tieren weiss er immer, woran er ist. Die verwirren ihn nicht. Nicht so, wie diese junge Amerikanerin…

„Bücher öffnen Türen zu Welten, die nur das Herz sehen kann.“

Buchliebe, Angst, Familie, Liebe, Vertrauen, Neuorientierung – dies sind einige der behandelten Stichworte. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, hat mich sehr gut unterhalten und mir auch ein wenig Weihnachtsstimmung vermittelt. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Freunde und Weihnachten

Ganz bald ist Weihnachten von Britta Sabbag

Biber und Bär, Band 4: Der erste Schnee ist da! Da wissen Biber und Bär gleich, dass es nicht mehr lange bis Weihnachten geht. Die Freunde wollen Weihnachten unbedingt gemeinsam feiern. Dafür müssen sie noch Baumschmuck basteln und einen Tannenbaum aufstellen. Der gewählte Baum ist aber viel zu gross für die Bärenhöhle, daher stellen sie ihn draussen auf.

Sie feiern mit den anderen Tieren aus dem Wald zusammen Weihnachten. Für Kinder ab 4 Jahren; illustriert von Eefje Kuijl.

Erster Eindruck: Sehr schöne, durchgehend farbige Illustrationen. Die Schrift des Textes ist aus meiner Sicht zu klein geraten.

Biber und Bär sind Freunde. Sie sind sehr unterschiedlich und können verschiedene Dinge gut: Der Biber kann zwar einen Baum fällen, ihn aber nicht tragen, der Bär hingegen hat so viel Kraft, dass er Bäume schütteln und tragen kann. Was der eine nicht kann, kann der andere. Sie sind immer füreinander da.

Die Geschichte ist mit 32 Seiten sehr schnell ausgelesen, aber das ist bei dem noch jungen Zielpublikum auch passend. Anhand der ganzseitigen Illustrationen kann mit dem Kind die Geschichte ganz einfach weitergesponnen werden. Ein schönes Buch, das Freundschaft – auch wenn man sehr unterschiedlich ist – und Weihnachten thematisiert. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Die Liebe fährt Tandem

Herzgezeiten - Küstenglück in Greetsiel von Anja Seefeld

Greetsiel, Band 2: Es liegt Liebe in der Luft, denn Jules beste Freundin Katharina und ihr Verlobter Jasper werden heiraten! Jule überlegt, wie es wäre, selbst zu heiraten. Doch ihr Freund Sebastian denkt nur an seine Karriere. Vielleicht kommt er aber bei der Hochzeit auf die richtigen Gedanken zu ihrer beiden Zukunft? Dieser Traum platzt, als Jules Schwester Sebastians Profilbild auf einer Dating-App findet.

Traurig macht sich Jule als Neo-Single auf den Weg nach Greetsiel. Als Trauzeugin will sie ihrer Freundin die schönste Hochzeit aller Zeiten bieten. Der Trauzeuge des Bräutigams ist ausgerechnet Nils – ein dorfbekannter Flirtkönig! Aber er überrascht sie positiv…

Erster Eindruck: Vom Sujet her gefällt mir das Cover, aber das Netz mit den Krabben sieht komisch aus.

Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Für mich war es ein schönes Wiedersehen mit Altbekannten.

Es gibt so viele Tage im Jahr, aber ausgerechnet jetzt fallen zwei Termine auf das gleiche Datum: Die Hochzeit der Freunde sowie ein wichtiges Geschäfts-Meeting von Sebastian. Für Jule ist klar, dass die Hochzeit ihrer Freundin Vorrang vor sämtlichen beruflichen Terminen hat. Aber Sebastian sieht das anders: Er „muss“ in Begleitung beim Geschäftstreffen auflaufen, sonst ist alles vorbei. Natürlich. Nur kein Drama, „lieber“ Sebastian! Bei Jules Arbeit läuft nicht alles nach Wunsch und daher kommt es für sie wie gerufen, dass sie Ferien und Überzeiten auf einmal beziehen und umgehend nach Greetsiel fahren kann.
Es war sehr interessant zu lesen, wie Jule plötzlich zwischen zwei Männern stand: Einerseits der unkomplizierte Fahrradverleiher Nils, der sich in ihr Herz geschlichen hat, und andererseits der stets wie aus dem Ei gepellte und durchgeplante Sebastian, dem nun bewusst wurde, was er an Jule hatte. Als Leser:in war die Wahl selbstverständlich einfach, keine Frage!

Mit am besten gefallen hat mir auch dieses Mal die Freundschaft der beiden Frauen Katharina und Jule. Und Nils: Wie er es geschafft hat, die „Playboy-Fassade“ fallen zu lassen und seine Gefühle und Verletzlichkeit zu zeigen. Ein Happy End – das ist ja keine Überraschung, oder? – und ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Parallelen zweier Frauen

Das Tagebuch von Longdale Manor von Carrie Turansky

Die junge Kunsthistorikerin Gwen Morris reist im Auftrag ihres Grossvaters, der zugleich Chef des Auktionshauses Hill und Morris ist, in den Lake District, um Kunstwerke und Antiquitäten einer alten Freundin der Familie zu begutachten. Dort lernt sie David Bradford kennen, den Enkel der Besitzerin von Longdale Manor, der das Anwesen in ein Hotel umbauen will.

Bei ihren Recherchen stösst sie auf ein einhundert Jahre altes Tagebuch von einer Frau namens Charlotte. Fasziniert taucht sie in Charlottes Geschichte ein und findet Parallelen zu ihrem eigenen Leben…Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover; ein gut passender Buchtitel (der englische gefällt mir aber noch besser).Es werden parallel zwei Geschichten erzählt, einerseits die von Charlotte in 1912 und andererseits die von Gwen in der Gegenwart. Der Wechsel der Zeiten ist gut angegeben. Das Buch wurde mit dem “Carol Award 2024” in der Kategorie “Historische Romane” ausgezeichnet.

Der Einstieg in die Geschichte fängt mit einem für Gwen – und somit für das Auktionshaus – finanziellen Desaster an, denn Gwen ist leider in ihrer noch jungen Karriere als Kunsthistorikerin ein grosser Fehler unterlaufen, indem sie Kunstwerke zu einem viel zu tiefen Preis eingeschätzt und verkauft hat. Warum hat nur niemand der anderen ihre Gutachten kontrolliert? Gwen muss sich jetzt beweisen, indem sie den Auftrag auf Longdale Manor ausführt. Lilly Benderly, die Besitzerin, ist eine sehr liebenswürdige ältere Dame. Ihr Enkel, David, macht auch gleich einen guten Eindruck (bei Gwen und bei mir!).Das einleitend erwähnte Tagebuch führt die Leser:in hundert Jahre zurück in die Vergangenheit. Interessant war dabei zu beobachten, dass damals und auch heute die gleichen Unsicherheiten in Beziehungen vorliegen und leider oftmals Vermutungen als Wahrheit angenommen werden, ohne das Thema zu diskutieren.

Der Glaube ist in beiden Geschichten sehr präsent – das hat mir sehr gut gefallen. Vergebung (schwierig!), Zweifel im Glaubensleben, Familie und Liebe waren für mich die Hauptthemen. Die Vorstellung, ein so altes Tagebuch von jemandem zu lesen, der selbst auf diesem Anwesen gelebt hat, ist sehr speziell. Ich hatte das Gefühl, dass ein Fenster in die Vergangenheit geöffnet wurde. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und ich vergebe gerne 4 Sterne.

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Das ganze Jahr Weihnachten

Schneemanntod von Susanne Oswald

Franziska Fellinger hat sich mit ihrem Wunderland, einem Einkaufs- und Vergnügungscenter, den Traum vom ganzjährigen Weihnachten erfüllt. Als Mütterchen Frost zieht sie die Fäden im Hintergrund. Das Personal ist zu Dauerlächeln und Freude verpflichtet (ausser Knecht Ruprecht, selbstverständlich).

Als Sicherheitschef Poldi Auffälligkeiten im Wunderland meldet, glaubt die Chefin noch an Zufälle. Nach einem weiteren Zwischenfall ist „Sabotage“ das im Raum stehende Stichwort; nach einem Todesfall muss die Polizei aufgeboten werden. Poldi und sein Kumpel Schorsch, seines Zeichens Hauptkommissar, beginnen zu ermitteln. Das Wunderland muss das Zentrum der Weihnachtsfreude und Besinnlichkeit bleiben…

Erster Eindruck: Ein sehr witziges Cover, das sich von den üblichen Weihnachtsroman-Covers abhebt – gefällt mir sehr gut.

Die Story lief wie ein Film vor meinem geistigen Auge ab: Ich sah Mütterchen Frost in ihrem massgeschneiderten Kostüm vor mir; Eleonora, die als Frau Claus den Punsch- und Keksestand betreut; der griesgrämige Ruprecht, der Tannenbäume verkauft; der pubertierende Tim, der als Sohn der Chefin überall mithelfen soll, sich aber eher als Juniorchef sieht.
Es ist immer toll, wenn jemand Visionen hat und diese über Jahre hinweg umsetzt, eben so wie Franziska Fellinger, die durch und durch ein Weihnachtsfan ist. Dass ihr Wunderland nun in Gefahr ist, kann sie nicht akzeptieren. Poldi, der Ex-Polizist, hat seinen früheren Arbeitskollegen Schorsch um Hilfe gebeten. Wer könnte Interesse daran haben, dem Wunderland zu schaden? Einfach ein Weihnachtshasser? Nein, das wäre wohl übertrieben. Sind die Zwischenfälle einer einzigen Person zuzuschreiben oder gibt es mehrere, vielleicht unabhängig agierende Täter? Die ersten Ermittlungen führen ins Leere…

Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und war sehr unterhaltsam. Bei der Täterschaft hatte ich sogar den richtigen Riecher. Mir hat das Buch viel Spass gemacht, und auch wenn ich die Advents- und Weihnachtszeit sehr gerne mag, möchte ich nicht in einem Ganzjahres-Weihnachtswunderland arbeiten! Von mir gibt es 4 Sterne (und jetzt habe ich Lust auf Punsch und Kekse!).

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Traurig, berührend, schön

Schneezauber in Winterbury von Sarah Morgan

Imogen ist mit Leib und Seele Projektleiterin; es macht ihr nichts aus, am Wochenende und an Feiertagen zu arbeiten. Sie will sogar arbeiten, denn sie hat zu Hause niemanden, der auf sie wartet. Als ihr ein grosser Fehler unterläuft, ordnet ihre Chefin eine Auszeit an, und zwar mit sofortiger Wirkung.

Überraschenderweise wird sie von Dorothy, ihrer Lieblingskundin, eingeladen, diese in ihrem Ferienhaus in den Cotswolds zu verbringen. Das Holly Cottage ist alles, was man sich als Urlauberin nur wünschen kann. Aber was soll Imogen ohne ihre Arbeit tun…

Erster Eindruck: Ein schönes, winterlich-weihnächtliches Cover – gefällt mir.

Die Geschichte wird aus den Blickwinkeln von drei Frauen erzählt, was einerseits lebendig wirkt und andererseits die Leser:innen mehr wissen lässt als die Einzelperson.

Imogen arbeitet bereits ein Jahr in der Firma. Und sie liebt die Arbeit dort. Auch wenn aus ihrer Sicht zu viel Privates diskutiert wird, was sich in einem Grossraumbüro wohl nicht vermeiden lässt. Da es ihr jedoch wichtig ist, nicht wirklich preiszugeben, wie ihr Privatleben aussieht, hat sie sich gewisse Dinge ausgedacht, wie zum Beispiel, dass sie Hundebesitzerin ist: „Midas“, ihr Golden Retriever, von dem sie ein Foto auf dem Schreibtisch stehen hat. Ihre Kolleginnen sind nämlich alle hundeverrückt, also hat sie nun eben auch einen Hund. Logisch… Dorothy, die Unternehmerin, hat sie kurzerhand eingeladen, die Feiertage im Holly Cottage zu verbringen. Sie weiss, dass ihre Tochter Sara darüber nicht sehr begeistert sein wird. Sara arbeitet im Firmenunternehmen mit. Sie sieht es kritisch, dass ihre Mutter Imogen zu sich eingeladen hat, ohne sich vorher mit ihr abzusprechen. Aber sie will gute Miene dazu machen, schliesslich steht Weihnachten bevor: keine leichte Zeit für sie alle…
Imogen hat eine sehr komplizierte Beziehung zu ihrer Mutter Tina. Allein die Vorstellung, wie sie aufgewachsen ist und was sie all die Jahre erlebt hat, hat mich traurig gemacht. Wie sagt man so schön: Was einen nicht umbringt, macht einen stärker? Den Leser:innen ist selbstverständlich bewusst, dass das Lügengebilde, das Imogen gesponnen hat, zum ungünstigsten Zeitpunkt zusammenfallen würde. Und voilà!

Mir haben die drei Frauen sehr gut gefallen und ich fand es schön, sie einen Moment lang begleiten zu können. Der Ausgang der Geschichte war mir jedoch etwas zu weichgespült - 4 Sterne.

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Von wegen stille Nacht…

One Big Happy Family - Weihnachten mit der lieben Familie von Susan Mallery

Manchmal läuft nicht alles nach Plan. Julie hatte vor, Weihnachten mit ihrem neuen, noch geheimen Freund zu verbringen, da ihre erwachsenen Kinder eigene Pläne für die Feiertage hatten. Aber dann wünschen sich Nick und Dana doch ein gemeinsames Fest in der Hütte, wo sie all die Jahre Weihnachten verbracht haben.

Ihr Vater, der Weihnachten liebte, war kurz nach dem letzten Weihnachtsfest verstorben und sie möchten ihm gerne gedenken. Julie plant sofort um, denn darin ist sie gut. Sehr gut, denn es werden plötzlich immer mehr Gäste…

Erster Eindruck: Ein witziges Cover; der englische Buchtitel gefällt mir, da er mit einem neugierig machenden deutschen Untertitel ergänzt wurde.

Julie mochte ich gleich: Sie ist eine taffe Frau, 54 Jahre alt, mit zwei erwachsenen Kindern. Sie leitet das Unternehmen „Parker Towing“, das sie schon früh von ihrem Vater übernommen hatte. Sie hofft seit Jahren, dass ihr Sohn Nick, der bereits für die Firma arbeitet, die Geschäftsführung übernimmt. Ihre Tochter Dana hatte nie Interesse daran. Julie ist verliebt in Heath. Dabei gibt es gleich zwei „Probleme“: Er ist 42 Jahre alt, also viel jünger als sie, und sie hat ihren Kindern noch nichts gesagt. Die Beziehung ist noch jung, daher passt das schon. Meint sie. Heath hat mich ebenfalls gleich begeistern können: selbst Unternehmer, geschieden, zwei noch kleine Kinder, und einfach ein toller Mann! Der Altersunterschied ist für ihn kein Thema – für sie hingegen schon.
Als sich die romantischen Pläne von Julie und Heath für Weihnachten in Luft auflösen, beginnt sich die Beherbergungsliste der Hütte immer mehr zu füllen: Dana, die gerade wieder Liebeskummer hat, Nick und seine Frau Blair, Blairs Mutter Gwen, Blairs Onkel Paul, Julies langjähriger Mitarbeiter Huxley. Und dann gibt es da noch mehr…

Das Buch lief wie ein Film vor meinem inneren Auge ab: Ich habe mich dabei herrlich amüsiert, denn es war einiges los in der „Hütte“, wie Julie und ihre Familie das 550 Quadratmeter grosse Haus nennen. Es gab aber auch ruhige, berührende Momente in diesem „Film“. Darüber kann ich jedoch leider nichts erzählen, da ich Lesefreude vorweg nehmen würde. Altersunterschied, Reizdarmsyndrom, Verlust, geringes Selbstwertgefühl, unbearbeitete Eltern-Kind-Problematik, aber natürlich auch Liebe – dies sind einige der behandelten Stichworte. Von mir gibt es vorweihnächtliche 5 Sterne.

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