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Rezensionen von peedee:

Golden Girls in Böse

Very Bad Widows von Sue Hincenbergs

Die vier Freundinnen Marlene, Pam, Nancy und Shalisa sind wie ein vierblättriges Kleeblatt – sie gehen gemeinsam durch dick und dünn. Zusammen mit ihren Männern, auch wenn der Liebesofen so ziemlich erkaltet ist, aber was will man auch erwarten nach über 30 Jahren Ehe? Als Marlenes Mann Dave stirbt und sie mit dem Geld aus der Lebensversicherung wegzieht, schmieden die anderen drei einen eigenen „Rentenplan“: Sie wollen sich ihrer Männer ebenfalls entledigen und ein neues Leben beginnen.

Alle müssen gleichzeitig umkommen, ansonsten gibt es nur Probleme…

Erster Eindruck: Das Buchcover gefällt mir sehr gut; ein passender Farbschnitt. Es überrascht mich jedoch, dass der Buchtitel auf Englisch ist, aber nicht einmal der Originaltitel („The Retirement Plan“).

Eines muss den Leser:innen vorab bewusst sein: Es ist unabdingbar, sich gleich von der Realität zu verabschieden, denn nur so kann man dieses Buch in seiner schrägen Art, mit den verrückten Wendungen und dem schwarzen Humor geniessen. Gesagt, getan: Nachdem ich mich von der Realität verabschiedet hatte, folgte ein schräges Ereignis dem anderen. Ich sah das Ganze wie in einem Film vor meinem inneren Auge ablaufen – herrlich.

Dave ist also tot. Das kann noch niemand so richtig glauben. Und nun zieht Marlene auch noch weg? Also hat Marlene am Ende mit der 1 Mio. aus der Lebensversicherung doch noch das grosse Los gewonnen? Ein makabrer Gedanke – aber für die verbliebenen drei Frauen der Anstoss, ebenfalls zu reichen Witwen zu werden. Ihre Männer haben sich vor ein paar Jahren verspekuliert und so die Pläne für ihre Rente zunichte gemacht. Das wäre somit die geeignete Rache…

Als Leser:in weiss man mehr als die einzelnen Protagonisten. Daher ist es sehr witzig, wenn man liest, was der Plan der Männer ist, und wie die Frauen ihrerseits Pläne schmieden. Die Frauen, die allesamt Blanche aus den Gilmore Girls sein möchten – selbstverständlich –, haben mich sehr amüsiert. Dann gibt es noch Hector, den geheimnisvollen Herrenfrisör, der tut, was manchmal eben getan werden muss – und damit ist nichts Frisurentechnisches gemeint! Aber in erster Linie liebt er seine Frau Brenda; sein Motto lautet „Happy Wife, Happy Life“. Und da wäre noch Padma, die junge indische Casino-Chefin, die nicht wirklich geeignet für diesen Job ist, und gemäss ihrer Mutter dringend heiraten muss. Ein gelungenes, schräges, schwarzhumoriges Debüt, das für meinen Geschmack jedoch zu lange war – 4 Sterne.

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Wo ist mein Hauch von Eden?

Ein Hauch von Eden von Silvia Olina

Es gibt Momente, wo wir tief in uns drin Hoffnung und Frieden verspüren. Dies kann an unterschiedlichsten Orten geschehen, wie zum Beispiel auf der Lieblingsbank im Park, beim Surfen auf Hawaii oder zu Hause auf dem Balkon. 25 Frauen erzählen von ihren persönlichen Erfahrungen und verraten, wo sie ihr kleines Paradies gefunden haben.

Mit ihren Erzählungen wollen sie andere ermutigen, auch in dunklen und stürmischen Zeiten hoffnungsvoll zu bleiben.

Erster Eindruck: Das Cover strahlt für mich etwas wahrhaft Paradiesisches aus – also perfekt getroffen!

Was erwarte ich von so einem Buch? Selbstverständlich erwarte ich kein Patentrezept über den Sinn des Lebens, aber durch die Einblicke in andere Glaubensleben erhoffe ich mir Denkanstösse für die eigene Biografie. Wenn mich ein Buch zum Reflektieren bringt, ist dies das Beste – und zuweilen auch das Schlimmste! –, was einem lesetechnisch passieren kann.

„Ich sehe dich. Mein Blick ruht voller Liebe auf dir.“

Mir hat es sehr gefallen, über den jeweiligen persönlichen Hauch von Eden zu erfahren. Die Frauen und ihre Lebenssituationen sind sehr unterschiedlich, ebenso ihre „Fundorte“ von Eden, wobei die Themen Hawaii, Surfen und Tauchen sehr präsent sind. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und ich fand es schön, dass die porträtierten Frauen mit einem Foto abgebildet wurden. Nichtsdestotrotz habe ich zwei Kritikpunkte:
Erstens sollte das Kurzporträt der Frauen vor ihrer jeweiligen Geschichte platziert werden (daher musste ich immer vor und zurück), und zweitens wurden – sofern ich richtig aufgepasst habe – nur zwei unverheiratete und kinderlose Frauen vorgestellt. Da ich zu dieser „Kategorie“ (unverheiratet, keine Kinder) gehöre, hätte ich mir diesbezüglich mehr erhofft. Bei einer Fortsetzung wäre ich gerne wieder dabei; 4 Sterne.

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Hach, so schön!

Highland Happiness - Die Bücherstube von Kirkby von Charlotte McGregor

Highland Happiness, Band 6: Grizel MacLeod will sich in Kirkby ihren Traum vom eigenen Bücherladen verwirklichen. Sie sucht noch eine passende Geschäftspartnerin, da das Ladenlokal ziemlich gross ist. Diese findet sie in Flora Douglas, die gerne mit Handarbeiten und Wolle miteinsteigen will. Deren Zwillingsbruder Ewan verunsichert Grizel zutiefst, denn er erinnert sie an jemanden.

Ewan will nach dem Tod des Vaters die Schäferei Douglas wiederaufbauen und seinen Namen reinwaschen, den der Vater in den Schmutz gezogen hat…

Erster Eindruck: Das Cover mit der Katze im Vordergrund passt gut zu den anderen Bänden der Reihe – gefällt mir.

Dies ist Band 6 der zweiten Reihe um Kirkby, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (ein hilfreiches Personenregister für Neueinsteiger ist vorhanden).

Grizel (ich hatte merkwürdigerweise etwas Schwierigkeiten mit diesem Namen) fand ich gleich sympathisch, selbstverständlich auch, weil sie einen Bücherladen eröffnen will! Solche Menschen muss man doch einfach mögen. Dass Grizel ein Geheimnis hatte, war schnell klar (die Tragweite jedoch überhaupt nicht). Flora und Ewan sind Zwillinge, aber sehr unterschiedlich: Flora ist extrovertiert, sehr quirlig, voller Tatendrang, Ewan hingegen ist introvertiert, zuweilen voller Selbstzweifel und verharrt in seinen Gedankenspiralen.
Es ist wohl nicht schwer zu erraten, dass Grizel, die übrigens auch ein Zwilling ist, und Ewan sich näherkommen, oder? Ich fand es gut, dass mal die Frau älter war als der Mann. Denn dies führt auch zu berechtigten Diskussionspunkten, wenn es z.B. um die Familienplanung geht.

Fast zu lange musste ich auf die Fortsetzung warten; kaum begonnen, waren die 500 Seiten auch schon wieder ausgelesen. Es war eine Menge los in Kirkby. Warum ist dieses Städtchen nur fiktiv? Ich glaube, ich müsste dorthin ziehen – mit allen Risiken und Nebenwirkungen! Was mich an Kirkby und ihren Bewohnern so begeistert, ist der Zusammenhalt. Von den „Stammfiguren“ hat mir Marlin dieses Mal am besten gefallen: Er nimmt fast eine Art Vaterrolle für Ewan ein, er hilft ihm und unterstützt ihn auch moralisch. „Das ist ein Rückschlag, aber nicht das Ende der Welt.“ Ich fühlte mich wunderbar unterhalten und daher vergebe ich wohlverdiente 5 Sterne.

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Abschied und Neubeginn

Bretonisch mit Wind und Wellen von Gabriela Kasperski

Tereza Berger, Band 6: Nach einem heftigen Sturm wird auf der Halbinsel Crozon eine Influencerin vermisst. Als eine tote Surferin am wilden Strand von La Palue – wo surfen aufgrund der Brandung verboten ist – angeschwemmt wird, bestätigt sich die traurige Vermutung, dass es sich um die vermisste Frau handelt.

Tereza Bergers und Gabriel Mahons Hochzeitsvorbereitungen werden jäh getrübt. Ihre gute Freundin und Beinahe-Schwiegertochter, Surflehrerin Ayala, gerät unter Verdacht. Obwohl die Polizei ermittelt, beginnt Tereza mit eigenen Recherchen…

Erster Eindruck: Für mich ein Sehnsuchtscover – gefällt mir sehr gut!

Dies ist Band 6 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden. Die Geschichte spielt in verschiedenen Zeitebenen, in der Vergangenheit beginnend im Jahr 1866 und in der Gegenwart.

Kaum zu glauben, dass die literaturtechnische Reise schon das sechste Mal nach Crozon geht! Tereza ist auch gerade von einer Reise zurück, nämlich aus Australien, wo sie vier Monate bei ihrer Tochter und Familie – das dritte Kind hat mit der Geburt gewartet, bis die Oma da war – verbracht hat. Wieder zu Hause, denn das ist Crozon nun bereits seit fünf Jahren, gibt es Ärger, und zwar mit der Ausländerbehörde. Sie muss mehr Steuern bezahlen, da sie in Frankreich nur den Zweitwohnsitz hat – tja, Tereza hat ihre Wurzeln in Zürich nicht gekappt. Aber Gabriel hat einen pragmatischen Vorschlag: Heiraten! Seeeeeehr romantisch, bien fait, Gabriel!
Tereza gerät zwischen die Fronten: die „Climat Crozon“, die Gruppierung „die Pfotenfreunde“ und die „Groupe des Anciens“ setzen sich alle für ihre Heimat ein, tun dies aber mit ganz unterschiedlichen Mitteln. Das Dorf ist aufgewühlt, ebenso wie Tereza, denn das Thema Hochzeit kam überraschend. Doch zuerst gibt es einen Mord aufzuklären, denn dass es sich um einen solchen handelt, war für Tereza gleich klar…

Die Liebe zu den Menschen und der Region, die Faszination des Surfens und auch die Brisanz von Umweltschutzproblemen und Klimathemen waren sehr gut spürbar. Das Buch hat sich wie immer flüssig lesen lassen; ich wurde sehr gut unterhalten. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Ein schöner Reihenstart

Himmelsee - Über den Wellen leuchtet das Glück (Himmelsee 1) von Tanja Janz

Himmelsee, Band 1: Linna hat zwar gedanklich und auch räumlich eine Distanz zwischen ihrer alten Heimat Himmelsee an der Ostseeküste und ihrem Wohnort Düsseldorf geschaffen, doch die Erinnerungen an einen tragischen Unfall lassen sich nicht verdrängen. Als ihre Mutter ins Krankenhaus musste, kommt Linna mit Sohn Miko zurück, um im Familienhotel Kranichglück auszuhelfen.

In Himmelsee stürmen viele Emotionen auf sie ein…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir sehr gut – vermittelt Urlaubsgefühle.

Da ich ja nur ganz-klein-wenig-fast-nicht-spürbar reihenanfällig bin, habe ich mich auf den Start dieser neuen Reihe sehr gefreut. Diese führt uns an die Ostseeküste.

Linnas Beziehung mit Ilja ist von Warten geprägt. Ilja ist nämlich Pilot und arbeitet sehr viel, so dass der fünfjährige Miko nicht viel von seinem Vater hat, und Linna auch nicht viel von ihrem Partner. Eine vorübergehende räumliche Trennung soll Klarheit schaffen. Als der Anruf von Linnas Schwester Jule kommt, nimmt sich Linna gleich unbezahlten Urlaub, um nach Himmelsee zu fahren. Sie packt im Familienhotel mit an, und sucht nach Lösungen, wie sie die ganze Arbeit stemmen sollen, wenn die Mutter ausfällt.
Nach und nach holen ihre Erinnerungen Linna ein: Der tragische Unfall seinerzeit ist noch nicht verarbeitet und sie will sich nun der Vergangenheit stellen. Und dann muss sie auch noch überlegen, wie es für Ilja und sie weitergehen soll: Gibt es für sie noch eine gemeinsame Zukunft?

Die Protagonisten waren mir gleich sympathisch – eine herzliche Atmosphäre. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und im Nu war das Ende erreicht. Die Geschichte hat mir gut gefallen, nur habe ich mich gefragt, wie realistisch es ist, von jetzt auf gleich einen unbestimmt lange dauernden unbezahlten Urlaub zu bekommen, um anderweitig zu arbeiten. Oder auch die turboschnelle Realisierung eines Foodtrucks am Strand. Nun gut, diese Realitätseinbrüche musste ich dann beiseite schieben, um mich vollends auf die Geschichte einzulassen. Von mir gibt es 3 Sterne und ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Auf zwei Rädern gekommen, auf vier Rädern gegangen

Prost, auf den Doktor von Friedrich Kalpenstein

Kommissar Tischler, Band 11: Ein Bikertreffen auf der Sauwiese in Brunngries bringt Leben ins Dorf. Aber auch den Tod, denn Sebastian Burgegger überlebt die erste Nacht nicht. Burgegger, seines Zeichens Arzt, wurde bei der Übernachtung im KRAUSE kaltblütig ermordet! Hauptkommissar Constantin Tischler und Polizeihauptmeister Felix Fink beginnen zu ermitteln…

Erster Eindruck: Wenn unser Topmodel Resi auf dem Cover ist, kann es nur gut kommen! Mir gefällt das Cover sehr gut.

Dies ist Band 11 einer Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (es ist jedoch schöner, das Team von Anfang an zu begleiten).

Kaum in Brunngries angekommen, ist schon wieder einer tot! Definitiv ein gefährliches Pflaster! Glücklicherweise ist es nur ein fiktiver Ort. Die Bikertruppe ist sehr speziell – sie streiten sich über Nichtigkeiten, aber das gehört wohl zu ihrem Umgangston. Dass sich die Akademiker der Truppe, der Arzt und der Anwalt, vom Zeltplatz davonmachen, um in einem richtigen Bett schlafen zu können, fand ich sehr amüsant (komforttechnisch konnte ich das absolut nachvollziehen). Nur leider hat der Arzt den nächsten Morgen nicht mehr erlebt. Wer hat ihn umgebracht? Und weshalb? Wo ist die Täterschaft zu finden? Unter den Bikern, den Patienten, oder war er gar ein Zufallsopfer?

Constantin Tischler und Felix Fink bringen dieses Mal ziemlich viel Action mit (gut, dass sie nebst ihren Besuchen in der Wirtschaft und den Grillgelagen doch noch trainieren!) – das hat mir sehr gefallen. Das Buch hat sich wie immer flüssig lesen lassen, war temporeich, spannend und zugleich witzig (ich erinnere da an Constantin in seiner alten Motorradkluft *laut lach*). Von mir gibt es die volle Punktzahl: 5 Sterne. Ich freue mich, dass es mit Band 12 („Prost, auf die Fischer“) schon bald weitergeht.

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Ja, ich will

Am schönsten Tag von Danielle Steel

Faith Ferguson ist wohl DIE begehrteste Hochzeitsplanerin in New York. Sie liebt ihren Job sehr und freut sich, wenn wieder ein Hochzeitspaar glücklich ihren schönsten Tag im Leben feiern durften. Faith ist, obwohl zwei Mal verlobt, nicht verheiratet und hat auch nicht vor, dies zu ändern. Ihre Mutter war bisher drei Mal verheiratet, Faiths Zwillingsschwester Hope hingegen hat beim ersten Mal den Mann fürs Leben gefunden.

Eine turbulente Hochzeitssaison steht bevor – es kommt zu unerwarteten Krisen und Herausforderungen…

Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover – gefällt mir sehr gut.

Den Job eines Hochzeitsplaners stelle ich mir sehr interessant, aber auch zugleich sehr stressig vor. Viele Wünsche werden vorgebracht, nicht alle passen jedoch zum Budget der Hochzeit. Und auch nicht alle Hochzeitspaare (oder deren Eltern) sind pflegeleicht und ändern deshalb gefühlt alle paar Stunden ihre Meinung. Und doch muss es wunderbar sein, wenn schlussendlich der grosse Tag über die Bühne geht und ein glückliches Paar hoffentlich für immer und ewig zusammen bleibt.
Die neusten drei Hochzeiten sind sehr unterschiedlich: Die lockere Hochzeit eines schwulen Pärchens (sehr sympathisch, unkompliziert), dann eine Luxushochzeit von einer verwöhnten jungen Frau mit Beruf „Tochter“ (kapriziöser Vater, der den Ton angibt) und noch die Hochzeit eines Chirurgen und einer Operationsschwester (er befiehlt alles – die Meinung der Braut ist nicht gefragt). Hui, da haben mir die beiden Männer mit Abstand am besten gefallen.

Faith und ihre Schwester Hope waren sehr sympathisch. Sie sind Zwillingsschwestern, sehr unterschiedlich, aber sich innig zugetan. Dieses schwesterliche Band ist sehr stark und muss auch von Männern in der jeweiligen Beziehung akzeptiert werden. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen; ich wurde gut unterhalten, zweifellos, aber eben auch nicht über „gut“ hinaus. Dafür fehlten mir Highlights in Faiths Leben, nicht nur bei ihrer Familie, den Mitarbeitern oder den Hochzeiten, die sie ausrichtet. Mit dem Ausgang der Geschichte ist mein Romantikerherz sehr zufrieden – 3 Sterne.

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Unerwünschte Prophezeiungen

Vorsehung von Liane Moriarty

Ein gewöhnlicher Flug nach Sydney… und plötzlich ist alles anders. Eine alte Frau steht auf, läuft durch die Reihen und sagt schreckliche Dinge wie „Tödlicher Arbeitsunfall, 43 Jahre“, „Pankreaskrebs, 66 Jahre“ oder „Ertrinken, 7 Jahre“. Den Passagieren und der Flugbegleiterin gelingt es nicht, die Frau und ihre Prophezeiungen zu stoppen.

Ist sie eine Hellseherin? Oder ist sie auf Drogen? Was, wenn die Prophezeiung tatsächlich eintritt? Die Passagiere beginnen über ihr weiteres Leben nachzudenken…

Erster Eindruck: Das Cover mit dem zarten Schmetterling auf dem Wasser ist eher schlicht, gefällt mir aber sehr gut.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, was das Ganze sehr dynamisch, aber auch gleichzeitig fordernd macht.

Die „Todeslady“, so wird die unbekannte Frau später genannt werden, spaziert also durch die Reihen und haut ungebeten Todesursachen und Lebenserwartungen raus. Da konnte man noch von Glück reden, wenn es hiess „Altersschwäche, 103 Jahre“, aber wenn man kurz vor dem 43. Geburtstag steht und hört „Tödlicher Arbeitsunfall, 43 Jahre“, ist das etwas ganz anderes. Da setzt bei vielen Passagieren das Gedankenkarussell ein: Was, wenn sie recht hat? Was soll ich mit meiner rechtlichen Lebenszeit tun? Oder spielt alles keine Rolle, da ich eh über 100 Jahre alt werde? Volles Risiko? Ein denkwürdiger Flug. Doch schlimm, als ein paar Tage nach dem Flug der erste Todesfall gemeldet wird. Und als kurz darauf Todesfälle 2 und 3 eintreten, gerät alles ausser Kontrolle…
Als Leser:in hat man sodann Einblick in das Leben der Flugpassagiere und wie sie mit der Prophezeiung umgehen. Es kommt u.a. zu Vorsorgeuntersuchungen, aber auch zu überraschenden Handlungen, einer Kündigung oder auch einem erneuten Ausbruch einer Zwangsstörung. Auch über die Todeslady erfährt man mehr, dort aber insbesondere über ihre Vergangenheit.

Als ich den Klappentext las, habe ich nur gedacht „oh, nein, nicht mit mir!“. Ich könnte diese Prophezeiung nicht einfach so ad acta legen und „normal“ weitermachen. Ich würde immer wieder daran denken, obwohl es müssig wäre, die Gedanken „was wäre, wenn…?“ immer wieder durchzuspielen. Es würde sich nämlich rein gar nichts an der Situation ändern. Die 512 Seiten mit ihren sagenhaften 126 Kapitel (!) kamen mir dieses Mal etwas lang vor, da ich zunehmend Mühe hatte, die einzelnen Protagonisten korrekt zuzuordnen („Wie war schon wieder seine Prophezeiung?“ oder „Ach ja, das war doch die mit dem Baby“). Der Ausgang der Geschichte war überraschend, doch darüber kann ich nichts schreiben, ohne zu spoilern. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Erdrückend, eindrücklich

Der dunkle Sommer von Vera Buck

Die Architektin Tilda ist traumatisiert durch einen Theatereinsturz, für den sie sich die Schuld gibt und es Tote zu beklagen gab. Unlängst war zudem noch ihr Vater gestorben. Bei seinen Unterlagen findet sie einen Artikel über Botigalli, einem sardischen Geisterdorf, wo Ein-Euro-Häuser zum Verkauf stehen.

Sie braucht Ruhe und Ablenkung – da kommt ihr eine Renovierung in einer abgelegenen Gegend, wo niemand sie und ihre Geschichte kennt, gerade recht. Doch es ist überhaupt nicht idyllisch, sondern unheimlich, mysteriös. Von Enzo, einem Journalisten, der die Geschichte des Dorfes erforscht, erfährt sie, dass über ihrem Haus ein Fluch liegen solle. Als ihr Bruder Nino unverhofft vor ihrer Tür steht und kurz darauf spurlos verschwunden ist, ist Tilda verzweifelt. Die Polizei sagt, sie solle einfach abwarten…

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover mit orangen Elementen und Farbschnitt – gefällt mir sehr gut.

Das Buch wird aus verschiedenen Blickwinkeln und Zeiten erzählt; der Wechsel der Perspektive ist gut vermerkt.

Tilda hat schwere Zeiten hinter sich. Sie muss deshalb weg von ihrem gewohnten Umfeld. Warum sie sich ausgerechnet ein Ein-Euro-Haus in Botigalli kauft, bei der sie nur nachweisen muss, dass sie die nötigen Renovierungen finanziell stemmen kann, ist ihr wohl selbst noch ein Rätsel. Wieso hat ihr italienischer Vater, der nie wieder nach Italien zurückging, sondern glücklich in Deutschland eine Pizzeria führte, diesen Zeitungsartikel in seinen Unterlagen gehabt?
Enzo ist Journalist und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit seinem Hauptthema, dem Massaker von 1982 in Botigalli. Durch Gespräche mit Silvio, dem letzten Überlebenden des Dorfes, versucht er, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Was ist seinerzeit wirklich passiert? Silvio schweigt beharrlich und macht sich einen Spass daraus, Enzo auflaufen zu lassen.

Die „omertà“, die Schweigepflicht – besser, man hörte und sah nichts –, liegt über der ganzen Geschichte der Vergangenheit. Erdrückend, eindrücklich. Es geht auch um „matrimonio riparatore“, sinngemäss „reparierende Heirat“, bei der eine vergewaltigte Frau ihren Peiniger heiraten musste, um die Ehre der Frau (und deren Familie) wiederherzustellen. Der Vergewaltiger entging dadurch einer Strafverfolgung. Verrückt, oder? Entführungen, sowie Schuld und Wiedergutmachung sind weitere Stichworte dieses Buches. Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen; immer wieder gab es Plot-Twists und ich war wirklich sehr gespannt, wie sich das Ganze auflösen würde. Nur eines war mir durchwegs bewusst: Es ist eine Tragödie sondergleichen! Und genau so war es auch. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Sehr unterhaltsam und zauberhaft

Die Donovans 3. Das geheime Amulett von Nora Roberts

Die Donovans, Band 3: Anastasia lebt sehr zurückgezogen und arbeitet als Herbalistin, also als Fachfrau für Kräuterheilkunde. Doch ihre eigentliche Berufung ist das Heilen und Empfinden von Schmerzen – sie ist eine Hexe und gehört zu den Donovans. Als nebenan Boone und seine kleine Tochter Jessie einziehen, spürt Anastasia gleich eine Verbindung mit beiden.

Kurzum ist sie bis über beide Ohren in Boone verliebt. Doch wie wird er reagieren, wenn sie ihm ihr Geheimnis erzählt?

Erster Eindruck: Das Cover passt gut zu einem Liebesroman.

Dies ist Band 3 der Reihe um die Donovans. Dieses Mal ist Anastasia (Ana) die Hauptperson. Sie lebt etwas abseits vom Trubel, doch das macht ihr gar nichts aus, denn sie braucht Ruhe für sich und ihre Arbeit. Sie hat bereits gehört, dass nebenan neue Nachbarn eingezogen sind. Die kleine Jessie besucht sie in ihrem Garten und erzählt gleich von sich, ihrem Daddy und ihrer Mama, die nun ein Engel ist. Ein Wirbelwind, der Anas Herzen im Sturm erobert. Und der dazugehörige Vater Boone hat irgendetwas an sich, was Ana anzieht. Sie hat in der Liebe eine riesige Enttäuschung erlebt, an der sie lange zu knabbern hatte. Daher ist sie mit neuen Männerbekanntschaften sehr zurückhaltend. Doch wieso macht sie sich überhaupt Gedanken darum, bloss weil ein attraktiver Mann nebenan eingezogen ist? Boone, ein Märchenautor, fühlt sich von Ana angezogen, aber er kann nicht sagen, wovon genau. Er sucht doch weder eine Frau noch eine neue Mutter für seine Tochter…

Da ich die Reihe nicht in chronologischer Reihenfolge gelesen habe, war dies bereits mein letzter Band der Reihe. Und? Er war für mich auch mit Abstand der Beste! Die kleine Jessie war natürlich zuckersüss, zudem haben mir Boone und Anastasia gleich von Beginn an gefallen. Ich fand es zudem toll, dass der ganze Donovan-Clan vorkam – das Buch war viel lebendiger und unterhaltsamer als die anderen drei – einfach zauberhaft. Von mir gibt es 4 Sterne.

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